Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Es braucht Zeit, Anstrengung und Erfahrung um die Höhere Welt zu enthüllen

Drei Fragen, die ich über den Umgang mit Ängsten und Zweifeln auf dem Weg zur Enthüllung der Höheren Welt erhielt:

Frage: Ich fühle mich seit 2 Jahren zur Kabbala hingezogen. Mein Problem ist, dass ich den Eindruck habe, nichts zu verstehen, obwohl ich die von Ihnen empfohlenen Bücher lese und zu studieren versuche. Ich befürchte, dass der Schöpfer meinen Punkt im Herzen noch nicht geöffnet hat. Sobald ich zu fühlen beginne, dass etwas Reales in mir zu entstehen beginnt, wird meine Aufmerksamkeit durch äußerliche Einflüsse abgelenkt. Könnte dies bedeuten, dass für mich noch nicht die Zeit gekommen ist, mich dem Schöpfer anzunähern?

Meine Antwort: Nein. Machen Sie folgendes:

1. Bilden Sie in sich das Verlangen für das korrekte Ziel heran.
2. Realisieren Sie, dass Sie sich nicht selbst korrigieren können – nur das Licht kann Sie gemäß dem Ziel korrigieren.

Das ist der einzige Weg, die Höhere Welt zu offenbaren. Dies benötigt Zeit und eine bestimmte Menge an Anstrengung und Erfahrung. Hinsichtlich der Anstrengungen steht geschrieben, dass Sie sich„wie ein Ochse zur Bürde und ein Esel zur Last“ verhalten müssen, und „wisse, dass es nicht an dir liegt, die Arbeit zu vollenden, jedoch bist du auch nicht frei, sie zu verlassen.“

Wenn Sie diese Bedingungen zur Veränderung Ihrer Natur akzeptieren, werden Sie das Ziel erreichen. Sie werden die Höhere Welt in der Eigenschaft des Gebens offenbaren, und Sie werden entdecken, dass unsere gesamte Welt nur eine kleine, unbedeutende Dimension darstellt.

Frage: Ist die Überquerung des Machsom der schwierigste Teil beim spirituellen Aufstieg? Beschleunigt sich der Prozess nach dem Übertritt?

Meine Antwort: Ja, er beschleunigt sich um ein Vielfaches, und dies geschieht deutlich in Ihrer Wahrnehmung und Ihrem Bewusstsein.

Frage: Rav, ich habe gelesen, dass einem beim Studium der Kabbala die egoistische Seite enthüllt wird, und wenn der Schöpfer jemanden voranbringen will, Seine Schläge gegen denjenigen härter und härter werden.

In den letzten Monaten hat sich mein „Schicksal“ (ich weiß keinen besseren Begriff dafür) um einiges verschlechtert. Was will mir der Schöpfer damit sagen? Dass ich nicht genügend Anstrengung in die Kabbala investiere? Ich fühle mich niedergeschlagen. Mein einziger Trost ist, dass dies vielleicht – aber nur vielleicht – die Vorstufe der Korrektur meines Egoismus durch den Schöpfer ist. Aber was ist, wenn ich falsch liege? Ich denke, dass hier jeder Kabbala aufgrund des Versprechens einer Belohnung studiert. Aber irgendetwas mache ich falsch, da ich mich trotz des Versuchs, das Ziel der Korrektur zu erreichen, auf solch einem Leidensweg befinde.

Meine Antwort: Sie sollten umgehend die Shamati Artikel lesen. Gerade Ihr gegenwärtiger Zustand wird Ihnen helfen zu verstehen, was der Schöpfer von Ihnen will.

Verwandtes Material:
Blog-post: Erlösung erfolgt durch die Hand des Schöpfers
Blog-post: In der Spiritualität gibt es keine Strafzettel wegen…
Blog-post: Was ist das Höhere Licht?
Artikel von Baal HaSulam: Matan Torah (Gabe der Tora)
 

 

Der Machsom ist überall der gleiche – sogar in Japan


Eine Frage, die ich erhielt: Ich lebe in Japan und ich studiere jetzt, gemeinsam mit meinem Mann, seit 3 ½ Jahren mit Ihnen Kabbala. Ich studiere morgens und in meiner freien Zeit. Eigentlich studiere ich 12 Stunden pro Tag und atme den ganzen Tag nur Kabbala. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr wird meine innere Wirklichkeit klarer, fokussierter, als ob die Essenz von dem, was ich lerne, in mich eindringt und sich mit den Eigenschaften meines Gefäßes durch die Erlangung der Zustände, die sich in mir ändern, vermischen. Es gibt keinen Zweifel, dass meine gesamte Existenz durch das Studieren mit Ihnen verändert wurde und offensichtlich brenne ich dafür, den Machsom zu überqueren, genau wie andere. Habe ich Aussicht darauf, den Machsom zu überqueren, obwohl ich so weit weg bin und wegen der Entfernung nur begrenzte Möglichkeiten habe, an der Verbreitung teilzunehmen?

Meine Antwort: Fügen Sie Ihren Studien die Verbreitung hinzu. Ich kenne Japan und ich denke, es gibt dort großartige Gelegenheiten für die Verbreitung. Beteiligen Sie sich an der Entwicklung unserer japanischen Webseite und ihrer Förderung im Internet. Ein Mensch empfängt Spiritualität innerhalb des Raumes, den er durch Geben an andere frei setzt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Indem Sie die Weisheit der Kabbala verbreiten, korrigieren Sie Ihr „Selbst“
Blog-post: Verbreiten der Weisheit der Kabbala an jene, die du liebst
Artikel von Baal HaSulam: Das Horn des Messias

Das Umgebende Licht wirkt nur auf uns, wenn wir es erwecken


Fragen, die ich über das Umgebende Licht erhielt:

Frage: Ist das Umgebende Licht eine Kraft, die immer auf uns einwirkt, selbst wenn wir nichts davon wissen?

Meine Antwort: Das Umgebende Licht (Or Makif) wirkt nur auf uns, wenn wir es erwecken.

Frage: Entwickeln wir durch das Studieren der Kabbala einen Sinn, der uns befähigt, die Einwirkung des Umgebenden Lichtes wahrzunehmen?

Meine Antwort: Ja, es sorgt dafür, dass jemand danach verlangt die Eigenschaft des Gebens zu erwerben.

Frage: Das Umgebende Licht verändert uns so, dass wir eine Absicht „für Ihn“ erzeugen?

Meine Antwort: Ja.

Frage: Können wir die Verbindung mit dem Umgebenden Licht einüben, während wir über unsere Empfindungen aus der Kabbala nachdenken oder während wir ein Gespräch mit jemand haben, der nicht Kabbala studiert?

Meine Antwort: Ja.

Frage: Kann das Or Makif fortwährend auf uns einwirken, wenn wir im Korrekturprozess voranschreiten?

Meine Antwort: Es wirkt nur auf uns ein, wenn wir es erwecken.

Frage: Wirkt es auch vor dem Machsom auf uns ein oder nur danach?
Meine Antwort: Es kann zu jeder Zeit und an jedem Ort auf uns einwirken.

Frage: Sind die Veränderungen in den Empfindungen und der Wahrnehmung der Wirklichkeit in uns, schon vor dem Machsom eine Folge der Einwirkung dieser Kraft?

Meine Antwort: Ja – immer.

Frage: Führt uns das Or Makif in Richtung Ziel – ob wir wollen oder nicht?

Meine Antwort: Das Or Makif bewegt einen in dem Maße in Richtung seines Ursprungs, in dem man danach verlangt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Mit dem Schöpfer Verstecken spielen
Blog-post: durch die Entwicklung der Verlangen entwickelt die Kabbala…

In der Spiritualität gibt es keine Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung!


Eine Frage, die ich erhielt: Lieber Rav, als ich dreißig wurde, hörte ich auf, irgendetwas zu fühlen. Mein Leben wurde grau, wertlos und leer. Ich dachte, so fühlt sich das Alter eben an und akzeptierte es eben. Die Jahre gingen ins Land und eines Tages sah ich „zufällig“ ein Programm, in dem Sie über Kabbala sprachen. Es berührte mich, also ging ich auf Ihre Website und verbrachte drei Jahre damit, dort die Materialien selbstständig zu studieren. Aber vor einem Jahr wurde ich so „durchgeschüttelt“, dass ich nicht mehr allein bleiben konnte und fing an, nach anderen Leuten zu suchen, die sich auch für Kabbala interessierten. Und der Ball kam ins Rollen! Im letzten Jahr bildeten wir eine Gruppe, mieteten einen Raum zum Studieren, gingen zu einem Kongress und führten eine Buchmesse durch, die noch mehr Menschen zur Kabbala brachte. Wenn Männer und Frauen heute in unser Zentrum zur Sonntagslektion kommen, fühle ich mich verantwortlich dafür, dass alles glatt geht. Und all dies geschieht nach gerade mal einem Jahr!

Die Zeit scheint unglaublich schnell vorbeigegangen zu sein. Mehr Dinge geschahen während dieses Jahres als je zuvor in meinem Leben. Meine Zustände ändern sich so schnell, dass ich keine Zeit habe, darüber nachzudenken, was geschieht. Meine Frage ist: Durchlaufe ich meine Reinkarnationen schneller? Oder fühle ich diese Reinkarnation stärker? Oder mache ich die verlorene Zeit für die Dinge wett, die ich hätte tun müssen, aber nicht tat?

Meine Antwort: Es gibt keinen „schnellen“ Weg, es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung und es gibt keine Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung. Jedoch müssen Sie immer prüfen:

1. Was ist Ihre Absicht? Ist sie, absolutes Geben zu erreichen – in der Verbindung mit Ihren Freunden durch gegenseitige Bürgschaft?

2. Ist das das Ziel, auf das Sie sich zu bewegen? Sie müssen die Eigenschaft des Gebens, das Gegenteil Ihres gegenwärtigen Zustands, allmählich erreichen.

3. Woher bekommen Sie die Kraft, um vorwärts zu gehen? Wenn Sie sie aus sich selbst heraus bekommen, dann werden Sie von Ihrem natürlichen Egoismus angetrieben – und der führt nicht zur „Absicht“. Wenn Sie Ihre Energie jedoch von der Gruppe erhalten, dann gehen Sie auf das richtige Ziel zu.

Verwandtes Material:
Blog-post: Korrektur liegt in der Einheit
Blog-post: Wo ist unser Moses?
Kabbala Heute Artikel: Störche und Teamarbeit
Baal HaSulam Artikel: Die Bürgschaft

Glaube über dem Verstand ist Geben über dem Empfangen


Zwei Fragen, die ich über den Glauben über dem Verstand erhielt und wie man jederzeit mit dem Schöpfer verbunden sein kann.

Frage: Sie sagten, dass es keinen Glauben in der Kabbala gibt, sondern nur Wissen und Verstand. Was meinen Sie nun mit „Glaube über dem Verstand“?

Meine Antwort: Glaube über dem Verstand bedeutet Geben über Empfangen. Unserem Wesen nach empfangen wir lieber, als dass wir geben, und dieser Wunsch macht uns dem Schöpfer gegenüber gegensätzlich. Wir können unsere egoistische Natur der des Schöpfers angleichen, wenn wir unseren Handlungen die Absicht zu geben hinzufügen, welche „über dem Verstand“ ist – dann wird dieses die Essenz unserer Handlungen festlegen, welche dem Empfangen dienen.

Ebenso ist der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ das Wissen oder die Erkenntnis unserer 613 Verlangen und deren Korrektur, damit wir unsere Verlangen zu empfangen in der Absicht zu geben verwenden.

Die Kabbala ist eine Wissenschaft und beschäftigt sich nicht mit Glauben, sondern nur mit klar erkennbaren Vorgängen nach dem Prinzip „Der Richter weiß nie mehr als das, was seine Augen sehen“. Der Schöpfer oder das Licht erschuf einen Wunsch mit der Absicht „für sich selbst“. Alles, was geschieht, ist ein Vorgang, bei dem man die Absicht „für sich selbst“ zu „für andere“ korrigiert. Bis zu dem Grad der Korrektur des Verlangens, wo das Licht das Verlangen erfüllt. Das Ende der Korrektur ist dann erreicht, wenn das Verlangen vollkommen dem Licht ähnlich ist.

Frage: Wie ist es möglich, jederzeit mit dem Schöpfer zu sein? Was heißt das eigentlich?

Meine Antwort: Es bedeutet, in der Eigenschaft des Gebens anstelle des Empfangens zu handeln.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Glaube über dem Verstand wird nach dem Machsom erlangt (fortgeschritten)
Blog-Post: Die Kabbala befasst sich ausschließlich mit der Erreichung des Schöpfers
Blog-Post: Spiritualität liegt über unserer Welt (fortgeschritten)

Verliert Euch nicht in all den „Engeln“


Ich erhielt folgende Frage: Was sind Engel und andere spirituelle Wesen, die in der Tora erwähnt werden?

Meine Antwort: Alle kabbalistischen Bücher erwähnen Ofanim, Hayot and Kruvim. Das Buch Sohar sagt (Bereschit, Kapitel 77, Seite 81): „Ofanim sind die Engel der Welt Assija, Hayot sind die Engel der Welt Yezira, und Kruvim sind die Engel der Welt Brija.“ Sie alle repräsentieren ein kleines Licht (Vak de Chochma) in jeder Welt und sie sind von den menschlichen Seelen abhängig. Wenn sich ein Mensch zum Beispiel selbst korrigiert, stehen sich die Kruvim gegenüber, wie es in der Tora gesagt wird.

Es gibt auch spirituelle Kräfte, die sich auf einen Löwen, Ochsen, Adler und Menschen beziehen; diese entsprechen den Sefirot Netzach, Hod, Yessod und Malchut. Zusätzlich beziehen sich kabbalistische Bücher manchmal auf verschiedene Stufen in den spirituellen Welten durch die Worte Süden (Chochma), Norden (Bina), Osten (Seir Anpin), und Westen (Malchut). Und es gibt viele andere Bezeichnungen.

All das spricht nur über die Stufe des Lichtes in den Kelim (Gefäße) entsprechend des Gesetzes der Gleichheit zwischen ihnen – zu dem Grad, in dem das Licht und das Kli die Eigenschaft des Gebens teilen, welche durch unsere Anstrengungen erreicht wird. Statt in all diesen Namen unterzugehen, rate ich dir anzufangen, kabbalistische (wissenschaftliche, physische) Bezeichnungen zu verwenden, solche wie Sefirot, Orot usw.. Letztendlich ist es egal, wie du es betrachtest, kein Wort in der Kabbala spricht über unsere Welt. Die ganze Verwirrung zermürbt einen Menschen nur und lenkt ihn vom Ziel ab.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Engel in der Kabbala
Blog-Post: Kabbala, Astrologie und Leben auf anderen Planeten
Glossar der Begriffe

Wie können wir wissen, dass die Enthüllung der höheren Welt keine Illusion ist?


Fragen, die ich über die Wahrnehmung der allgemeinen Seele und der Höheren Welt erhielt:

Frage: Jeder und alles ist in mir. Der Schöpfer ist um mich und in mir. Wenn man dies erst einmal verstanden hat, beginnt man sich zu wünschen, mit allem Umgebenden verbunden zu sein. So weit, so gut! Das bedeutet jedenfalls, dass man alles nur für sich selbst tut, denn sogar ein zufällig vorübergehender Passant ist Teil von mir. Will ich daher in Wirklichkeit alles für mich verbessern und nicht für die anderen?

Meine Antwort: Natürlich entdeckt ein Mensch, dass alles um ihn herum ein Teil von ihm und in seinem Egoismus eingeschlossen ist. Jedoch geschieht dies nur, wenn jemand danach strebt, aus seinem Egoismus auszubrechen und in anderen zu sein, innerhalb der Umgebung. Zuerst erlangt er die Eigenschaft von Bina – „Geben – nicht um des eigenen Vorteils willen“; und sobald er über dieser Eigenschaft (Tshuva mi Iraa, Hafetz Hesed) ist, fügt er alles zu sich selbst und macht es zu einem Teil von ihm. Dann spürt er alle Seelen als seine eigene (Tshuva mi Ahava) und empfängt das vollkommene Höhere Licht in diesem vereinten Kli.

Frage: Wie wissen wir, dass die Höhere Kraft die einzige ist und dass das, was wir empfinden, nachdem die Höheren Welten enthüllt sind, nicht unsere Einbildung oder Illusion ist?

Meine Antwort: Wir werden dies wissen, indem wir die Höhere Welt in unserer Seele enthüllen und indem wir die zwei Welten vergleichen. Alles in der Spiritualität wird in uns erlangt, genauso wie wir diese Welt erlangen. Wir ziehen unsere Schlüsse nur aus der Erkenntnis der Höheren Welt. Die Wissenschaft der Kabbala ist ausschließlich auf den praktischen Erfahrungen der Kabbalisten begründet.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Die Methode Glück zu erlangen ist für Alle oder Keinen
Blog-Post: Seine Unerreichbarkeit im Geist eines Kabbalisten
Kabbala eBooks zum kostenlosen Download: Leben aus der Kabbala

Warum gibt es so viele Worte in der Tora?


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn jedes Wort in der Tora als „der Wille zu empfangen“ oder „der Wille zu geben“ erklärt werden kann, warum gibt es dann so viele verschiedene Worte in der Tora?

Meine Antwort:

Der Schöpfer – Der Schöpfer ist „der Wille zu geben“ (Gut, Gutes tuend, Liebend, usw.). Deshalb wollte Er das Geschöpf erschaffen – um ihm zu geben.

Das Geschöpf – Der Schöpfer erschuf nur ein Geschöpf – „den Willen sich zu erfreuen“ (den Willen, Genuss zu empfangen). „Der Wille zu empfangen“ wurde im exakten Gegensatz zum „Willen zu geben“ erschaffen. Es ist ein Abdruck des Schöpfers, damit man in der Lage zu ist, alles zu empfangen, was einem der Schöpfer geben möchte.

Der Schöpfungsplan – Genuss kommt direkt (erkennbar) vom Schöpfer zum Geschöpf und erfüllt es. Doch außerdem beeinflusst der Schöpfer das Geschöpf indirekt (verschleiert) dadurch, dass Er in ihm ein „Verlangen Ihm ähnlich zu werden, ein Verlangen zu geben“ anregt. Daher entdeckt das Geschöpf innerhalb seiner Erfüllung ein zusätzliches Verlangen – „dem Schöpfer ähnlich zu werden“ und dann entscheidet es, diesen Zustand zu erlangen, indem es den Prozess der Korrektur wählt. Ein Teil des Korrekturprozesses geschieht für das Geschöpf unbewusst (von oben nach unten) und ein Teil geschieht bewusst (durch den freien Willen, von unten nach oben).

Anleitungen – Alle kabbalistischen Quellen bilden eine Beschreibung beider Teile des Korrekturprozesses und sie sind in vier Sprachen geschrieben: die Thora, Halacha, Haggada und Kabbala. Sie sind Empfehlungen dafür, wie man den bewussten Teil dieses Prozesses auf die bestmögliche Weise ausführen kann (Die Tora stammt von dem Wort Oraa, Anleitungen).

Korrektur– Die Anfangsbedingungen und das endgültige Ziel bilden zusammen eine Abfolge von Handlungen, die dazu bestimmt sind, den anfänglichen „Willen zu empfangen“ zum „Willen zu empfangen mit der Absicht zu geben“ zu bringen. Der Prozess der Korrektur des geschaffenen „Willen zu empfangen“ zerbricht in Teile und Folgen von Handlungen. Das ist es, was alle kabbalistischen Quellen beschreiben.

 
Verwandtes Material:
Blog-Post: So lesen sie die Thora richtig!
Artikel von Baal HaSulam: Matan Torah (Gabe der Tora)

Wir alle spielen Tennis gegen die Wand


Die Verbindung des Schöpfers mit der Schöpfung ist so, als ob man Tennis gegen eine Mauer spielt.

Die Höhere Lenkung ändert sich nie: Der Schöpfer ist Gut und tut Gutes und er behandelt uns alle immer auf diese Weise. Die Veränderungen finden nur in uns statt, obwohl wir annehmen, dass sie außerhalb von uns stattfinden. Es heißt im Einführung zum Buch Sohar Punkt 34:

„Wir sehen eine große Welt vor uns in ihrer ganzen wunderbaren Fülle. Doch in Wirklichkeit sehen wir das nur in unserem eigenen Inneren. Anders gesagt gibt es in unserem Hirn eine Art Kamera, die alles vor uns Erscheinende wiedergibt und nichts außerhalb von uns.

In unserem Gehirn gibt es so etwas wie einen polierten Spiegel, der alles umdreht, was wir außerhalb unseres Gerhirns sehen, vor unseren Augen. Obwohl wir nicht die echte Wirklichkeit sehen, müssen wir trotzdem Seiner Vorsehung danken, dass es uns dieser polierte Spiegel eigentlich ermöglicht, alles außerhalb von uns zu sehen und wahrzunehmen. Damit nämlich hat Er uns die Macht verliehen, alles klar und wissentlich wahrzunehmen, und von innen und außen zu messen. Ohne dies würden wir das Meiste unserer Wahrnehmung verlieren.

Dasselbe gilt für den göttlichen Willen für göttliche Wahrnehmungen. Obwohl die Veränderungen im Inneren unserer Seele gemacht werden, sehen sie es trotzdem im Geber Selbst, denn nur auf diese Weise werden ihnen alle Wahrnehmungen und Freuden der Schöpfung gegeben. Obwohl wir noch alles vor unseren Augen sehen, weiß jeder, der ein bisschen Verstand hat, dass alles was wir sehen, nur in unserem Gehirn ist.

Das Gleiche gilt für die Seelen. Obwohl wir alle Veränderungen im Geber sehen, haben sie keinen Zweifel daran, dass diese nur im eigenen Inneren stattfinden und nicht im Geber.“

Im Wesentlichen spielen Sie also mit sich und erhalten Rückmeldung über Ihre eigenen Hindernisse und Verwirrung. Und all das sind Sie.

Alle Veränderungen geschehen im Innern des Menschen, der sich absoluter Liebe und dem Geben entgegengesetzt befindet. Er sieht und analysiert und fühlt immer nur sich selbst. Alles was wir fühlen, ist die Verwirklichung von Reschimot im Höheren Licht. Die gesamte Wirklichkeit des Menschen ist nur ein Tennisspiel gegen eine Mauer. Und wir spielen immer gegen diese Wand.

Verwandtes Material:
Blog-post: Licht ist alles, was im Kli empfangen wird!
Blog-post: Der Schöpfer ist Ihr korrigiertes Selbst
Kabbala Heute Artikel: Ich sah eine umgedrehte Welt
Studium des Sohar

Die Kabbala befasst sich ausschließlich mit der Erreichung des Schöpfers


Frage: Sie sagen, dass der Schöpfer die Eigenschaft und Handlung des Gebens oder Schenkens ist. Wenn wir jedoch fähig sind, diese Eigenschaft zu erlangen, den Schöpfer zu erreichen, macht dies uns nicht größer als Ihn? Wir sind in der Lage, nicht nur den Egoismus sondern auch seinen Gegensatz zu integrieren, doch der Schöpfer ist nur ein Teil dieses Widerspruches. Wie kann Er uns dann überlegen sein? Vielleicht ist es so, dass wir Ihn nicht als überlegen ansehen können, sondern mehr als anders?

Meine Antwort: Man enthüllt den Zustand des Schöpfers erst, wenn man die Eigenschaft des Schöpfers erlangt hat. Dann ist man in der Lage, zu sehen, wo seine Eigenschaften in Beziehung zum Schöpfer tatsächlich stehen und was der Zweck der Schöpfung ist. Bis dies geschieht, sind alle unsere Worte inhaltslos, weil wir nicht wissen, was hinter ihnen steht.

Darum hasst Kabbala die Philosophie und hält sie für leeres Geschwätz über Dinge, welche die Philosophen nicht erreichen. Die Philosophie ist das Gegenteil der Kabbala – lesen Sie auch den Artikel „Analytischer Vergleich zwischen Kabbala und Philosophie“. Die Kabbala beschäftigt sich lieber mit dem wirklichen Erlangen und spricht ausschließlich von dem Grad des Erlangens aus. Dies ist auch die Bedeutung der Worte „Der Richter sieht nicht mehr als seine Augen sehen“ und „Wenn wir etwas nicht sehen, sprechen wir nicht darüber“.

Frage: Ist die Hauptabsicht hinter der Mizwa von Yirat Hashem (Gott fürchten), Gott wahrzunehmen? Danke, Rabbi Jose.

Meine Antwort: Unbedingt, denn es ist die Wahrnehmung des Schöpfers, die es dem Menschen ermöglicht, sich über seine egoistische Natur zu erheben und sie (Aviut) im entgegengesetzen Sinne zu verwenden – als Schenken und Liebe, je nachdem wie der Schöpfer ihm dies enthüllt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Schöpfer ist Ihr korrigiertes Selbst!
Blog-post: Wer ist der Schöpfer? Wer bin ich?
Blog-post: Philosophie und Kabbala