Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Bloß nicht sich selbst fühlen…

Unser Verlangen ist als ein umgekehrter Abdruck des Lichts erschaffen worden, und darum, wenn es nur sich selbst empfindet, ist das ein schreckliches Gefühl, ein Gefühl der unausgefüllten Leere, des Abgrunds.

Ich darf einfach nicht nur mich selbst fühlen, ich kann nicht ohne Erfüllung! Das nennt sich Nukwa, „Nekew“ (Öffnung), leeres Verlangen, welches eine Erfüllung braucht.

Der Schöpfer ist aber vollkommen und braucht niemanden. Er ist die vollkommene Ruhe und Regungslosigkeit, Er ist absolut unveränderlich, Er muss sich nicht bewegen und etwas tun.

Und die arme Schöpfung (das Verlangen, das Bedürfnis nach dem Licht) fühlt sich unglücklich und findet keine Ruhe, ehe es die Erfüllung und das Gefühl der Vollkommenheit erlangt. Es befindet sich ständig in Angst und Ehrfurcht, auf der Suche nach der fehlenden Erfüllung.

Denn das Licht (die Vollkommenheit, der Schöpfer) hat einen Abdruck von sich im Material (im Verlangen) in einer umgekehrten Form hinterlassen, wie ein Siegel und sein Abdruck, und auf diese Weise das Bedürfnis nach dem Licht im Verlangen erschaffen.

Unsere Form ist dem Schöpfer entgegengesetzt, deshalb ist die Natur der Schöpfung so unglücklich – bloß nicht sich selbst fühlen, und ihre ganzen Verlangen, Bestreben, Gedanken kreisen nur um Erfüllung.

Wir jagen ständig dem Schöpfer, dem Licht nach. Wenn sich jedoch das Verlangen in seiner kleinsten, untersten Schicht in uns enthüllt, stellen wir uns anstatt des Lichts die materiellen Erfüllungen vor: Geld, Macht, Ruhm, Sex, Essen, Familie.

Und wenn ein größeres Verlangen, aus einer höheren Schicht, in uns erwacht, fangen wir an, nach dem Wissen, nach der Entwicklung zu streben. Und wenn sich ein noch größeres Verlangen in uns enthüllt, beginnen wir zu spüren, dass es uns an der Spiritualität mangelt.

Wir handeln immer im Verlangen, von dem Verlangen unserer Welt bis hin zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

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Ein Gedanke

Wir müssen uns ständig in einem Gedanken aufhalten – über die Vereinigung zwischen uns. Denn wir lernen alles von der Natur, in der Kabbala gibt es nichts künstliches.

Kabbalisten sind wie Wissenschaftler, Physiker der höheren Welt, sie haben ihre Gesetze entdeckt und erklären uns was dort mit uns passiert.

Und sie erzählen, dass wir in der spiritueller Welt alle miteinander verbunden sind, nicht durch unsere materiellen Körper, sondern durch innere Verbindungen. Und in dieser materiellen Welt hat jeder von uns nur einen kleinen Funken dieser Verbindung – ein kleines Verlangen zum Spirituellen.

Aber dieses Verlangen zum Spirituellen bei jedem ist in seinem Ego versteckt. Deshalb heißt es „Ein Punkt im Herzen“ – der von allen Seiten mit einem schwarzen, egoistischen Herz umgeben ist, und aus diesem Grund spüre ich nicht, dass mein Funken sich mit deinem und mit seinem und mit ihrem Funken verbinden möchte!

Aber wenn wir in der spiritueller Welt, von einer spirituellen Stufe darauf schauen könnten, würden wir sehen, dass all unsere Funken miteinander verbunden sind und zusammen ein gemeinsames Gefäß / Verlangen bilden.

Auf einer noch höheren Stufe sind diese Funken noch stärker verbunden, deshalb sind sie dort statt mit dem Licht Nefesch mit dem Licht Ruach erfüllt. Und noch höher sind sie noch stärker verbunden, deshalb erkennen sie das Licht Neschama usw.

Also existiert nichts außer der Verbindung von diesen Funken, die schon jetzt in uns vorhanden sind! Gerade an sie wendet sich die Wissenschaft der Kabbala.

Das ist das einzige woran ich denken muss – wie wir unsere Wünsche zur Spiritualität miteinander verbinden können. Wenn das uns auch nur in solch einem unbedeutendem Maß gelingt, erreichen wir die Offenbarung des Schöpfers an seine Geschöpfe.

Versteht nur, dass die aus Ägypten fliehenden nicht besser als wir waren! Das ist eine Flucht vom Egoismus, vom Pharao, in der Dunkelheit, wenn man nichts sieht und nichts weiß, mit Frauen, Kindern, Greisen und Sklaven, und wer noch alles dabei war.

Das ist genau unser Zustand, deshalb gibt es keinen Menschen, der dazu nicht in der Lage wäre – und es ist wirklich möglich das zu tun.

Alles hängt nur von unserer Anstrengungen ab. Denn die einzige freie Handlung, zu der wir fähig sind, ist sich von der Umgebung beindrucken zu lassen.

Wenn wir uns alle ineinander einschließen wollen, und der Einfluss der Umgebung, für den ich selbst verantwortlich bin, den nur ich erwecken kann, und nicht der Schöpfer oder irgendein höheres Programm, von allen erhalten wollen, dann wars das! „Wir werden tun und wir werden hören!“

Aus dem ersten Kongressunterricht, 09.11.2010



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Wofür wird deine Zeit vergeudet?

Eine Frage, die ich erhielt: Was soll ich tun, wenn ich während des Sohar-Unterrichtes spüre, dass ich Zeit vergeude? Soll ich versuchen, das durch den Glauben über dem Verstand zu überwinden und dieses Gefühl zu unterdrücken?

Meine Antwort: Es gibt alle möglichen Statistiken über das menschliche Leben, die besagen, dass wir von 70 Lebensjahren 30 Jahre schlafen, weitere 10 Jahre essen, 5 Jahre uns waschen, noch eine Menge unterschiedlichster Sachen unternehmen, bis uns von all diesen Jahren ein mickriger freier Tag bleibt. Und was wirst du an diesem Tag machen?! Wahrscheinlich ihn verschlafen…

Darum frage ich: womit ist dein Leben nun gefüllt, dass dir die Zeit für den Sohar-Unterricht zu schade ist? Überleg nur, dass du in dieser Welt 70 Jahre lang lebst und dann stirbst, hast aber hier die Möglichkeit, das ewige Leben zu enthüllen. Dann lohnt es sich wahrscheinlich ein wenig dafür zu arbeiten J

Und du darfst dich selbst mit allen Mitteln überreden und belügen, um bloß die Verbindung mit dieser Quelle aufrechtzuerhalten. Wenn der Mensch zu Kabbala kommt, stellt er sich zuerst etwas Imaginäres und Nichtreales vor. Wir verstehen aber, dass die zukünftige Welt die Eigenschaft des Gebens bedeutet, in der sich der Schöpfer enthüllt.

Dann erlangen wir die Erkenntnis und das Verständnis der höheren Welt. Und wenn du das in deinen Kelim erreicht hast, dann gehört es dir, ungeachtet dessen, ob du lebst oder dein biologischer Körper gestorben ist.

Der tierische Körper ist dir für den Anfang als Begleitung gegeben, damit du aus ihm heraus die Spiritualität erreichen kannst. Wenn du sie erreicht hast, dann hast du gewonnen, wenn nicht, dann bekommst du irgendwann einmal eine weitere Chance.

Deshalb, wenn der Schöpfer dir eine solche Möglichkeit gegeben hat, dass du bereits in einer Gruppe, mit kabbalistischen Büchern sitzt, liegt alles Weitere an dir: verpasse nicht diese Möglichkeit!

Oder du kannst einen Beschluss fassen, dass du mit dem Schöpfer nicht einverstanden bist, und zum normalen Leben zurückkehren: „Der Laden steht offen, und jeder kann kommen und auf Borg nehmen – doch die Hand schreibt ein…“

Aus dem Sohar-Unterricht vom 25.11.2010



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Indem du dich selbst veränderst – veränderst du die Welt

„Der Punkt im Herzen“, der weder eine Form, noch eine Richtung hat, gleicht einer spirituellen „Grundzelle“, aus der ich mich folglich frei erschaffen kann.

Es ist das Ende des Seils, das mir aus dem Endzustand zugeworfen ist, den ich später erreichen soll. Daraus entwickle ich alles entsprechend meiner freien Wahl.

Die ganze Realität wird auf mich und die Außenwelt geteilt. Und wenn ich weiß, wie die äußerliche Realität richtig anzuwenden ist – dann kann ich mich verändern, und dadurch meine freie Wahl realisieren. Die Freiheit besteht nur darin, sich selbst – und nicht die Welt zu verändern! Denn die Welt ist ein Abdruck meiner Eigenschaften.

Ich muss nur wissen, wie meine Eigenschaften zu korrigieren sind, wie die Kombination dieser natürlichen Anfangseigenschaften in mir zu verändern ist. Hierfür wurde mir das „Kli“ (das Instrument), der Hebel, „der Hebekran“ gegeben – wodurch ich mich erheben und verwandeln kann! Dann wird sich die ganze Realität verändern. Ich werde sehen, wie sich alles verändert hat – als ob ich in einer neuen Welt geboren worden bin.

Verändere ich auf diese Weise meine Einstellung zur Realität oder die Realität an sich? Ich verändere die Realität! Denn die Realität ist das, was sich innerhalb meiner Empfindungen befindet …

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“, 26.11.2010



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Die Freiheit ist nur über dem Wunsch

Eine Frage, die ich erhielt: Warum ist uns in dieser Welt die Illusion der Freiheit gegeben?
Meine Antwort: Wir fühlen uns so lange frei, solange wir darüber nicht nachdenken und uns mit dem tierischen Körper gleichsetzen.
Aber wenn wir über ihn ein wenig hinaufsteigen würden, würden wir sehen, dass sich dieser Körper streng den gegebenen Gesetzen und Prozessen unterwirft.
Mir scheint, als ob ich selbst entscheiden würde, wann ich schlafe oder zur Arbeit gehe. Aber wer entscheidet es in Wirklichkeit?
Mir sind irgendwelche Bedingungen und die inneren Eigenschaften gegeben, und unser Wunsch, zu genießen, ist wie ein Motor, der nach einer einfachen Formel funktioniert: Maximum an Genusses bei minimalem Aufwand. Maximal gewinnen, minimal bezahlen.
Und eine solche Berechnung machen wir in jedem Augenblick unseres Lebens – bei jedem beliebigen Schritt, in jeder beliebigen Richtung und Stelle.
So funktioniert unsere Natur entsprechend der Berechnungen: inwiefern ich müde, gesund, oder in Gefahr bin, und dann der mögliche Genuss usw. Somit ist es klar, dass es innerhalb unseres Egos keine Freiheit gibt.
Folglich muss man verstehen, dass die Freiheit der Wahl nur dann möglich ist, wenn ich über meinem Wunsch herrsche, wenn ich mich über ihn erhebe.
Und solange ich in der egoistischen Natur bleibe, werde ich immer eine gehorsame Marionette sein, die von der Selbstsucht vollständig gelenkt wird.
Wenn ich die Macht in eigene Hände nehmen will, dann sollte ich mein Verlangen lenken bzw. mich darüber erheben.
Das heißt die Freiheit ist nur über dem Verlangen möglich. Und die ganze Frage ist: wie kann man sich über die Natur erheben?

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“, 26.11.2010



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Die Zeit zum Zerbrechen und die Zeit zum Zusammensetzen der Einheit

Die Schöpfung muss sich an den Schöpfer in den Eigenschaften angleichen, zu Seiner Stufe aufsteigen, damit sie beide auf der Stufe der Ewigkeit und Vollkommenheit stehen.

Dafür gibt der Schöpfer der Schöpfung einen zerbrochenen Zustand. Genauso wie wir einem Kind die Lego-Steine geben, damit es beim deren Zusammensetzen die Stufe des Erfinders dieses Spiels erreichen kann.

Unsere Geschichte hat in der Welt der Unendlichkeit begonnen, wo der Schöpfer uns als eine gemeinsame Seele, ein gemeinsames Verlangen, erschaffen hat. Dann hat er sie zerbrochen, und wir müssen dieses zerbrochene Verlangen, das sich von seinen Teilen egoistisch abstößt, zu einem gemeinsamen Verlangen, der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer bringen.

Der Schöpfer selbst ist der Gebende. Einerseits hat Er das Verlangen zu empfangen, welches Ihm entgegengesetzt ist, erschaffen, andererseits bietet Er ihm die Möglichkeit, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen. Dann wird es zum Verlangen zu empfangen, um zu geben, wodurch sich die Schöpfung genau an den Schöpfer angleicht.

Die Schöpfung selbst muss diese Korrektur, die Absicht zu geben, erlangen – dann wird sie den ganzen Aufbau der Welt verstehen. Das ist der Grund, warum wir aus der Welt der Unendlichkeit, aus dem Zustand der Vollkommenheit und der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer in unsere Welt hinabgestiegen sind.

Das kann mit dem Zerteilen eines Bildes in einzelne Mosaiksteinchen verglichen werden, die sich vermischen und in eine völlige Unordnung geraten, die dem ursprünglichen Zustand entgegengesetzt ist. So gelangen wir zum untersten Punkt, in diese Welt.

In der Unendlichkeit war das Verlangen vereint, in allen seinen Teilen stimmig und handelte wie ein Ganzes. Nun wurde dieses System in unendlich viele Teile zerbrochen, die verwirrt und in der Dunkelheit versunken sind, die Geschehnisse nicht begreifen und sich voneinander absondern. Die Rede ist von uns in dieser Welt.

Von hier müssen wir wieder aufsteigen und die Vollkommenheit der Unendlichkeit erlangen, unser „Lego“ zusammensetzen, so dass sich alle Seelen wieder zu einer Seele vereinen. Diese Arbeit nennt sich die „Arbeit des Schöpfers“, denn dadurch werden wir Ihm, der globalen, integralen Naturkraft, ähnlich.

Wir durchlaufen eine schrittweise egoistische Entwicklung in unserer Welt, bis wir das Stadium der Entwicklung des Menschen in uns erreicht haben. Und hier beginnt die Natur, Druck auf uns auszuüben, damit wir uns an die Vereinigung machen und die „Mosaik“ zusammensetzen können. Es kommt zu einer Phase der bewussten Teilnahme am Prozess, zur Vorbereitung auf den Aufstieg zurück zur Unendlichkeit.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 08.09.2010



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Willst du selbst die Entscheidung treffen?

Die erste und die wichtigste Frage betrifft die Freiheit des Willens?

Vielleicht bewege ich mich durch das Leben, wie ein Aufziehspielzeug, dem man den Schlüssel im Rücken aufdreht, oder bin ich wirklich eine Marionette?

In Wirklichkeit werden wir absolut von natürlichen Instinkten gelenkt und handeln nach einem bestimmten Programm.Und obwohl es uns eben scheint, dass wir selbst die Entscheidungen treffen und den Weg bestimmen, ist es nur ein Trugbild, denn man kann alles entsprechend der Kombination der inneren und äußerlichen Daten (Reschimot, Erziehung, Gewohnheiten, Bedingungen) im Voraus bestimmen. Das heißt, es gibt keinen einzigen Augenblick im Leben, in welchem der Mensch eine selbständige Entscheidung treffen würde, denn aufgrund wessen kann er entscheiden? Wenn alle Daten in seinem Inneren schon vorprogrammiert sind, dann macht er einfach die Berechnung, wie eine Maschine. Gibt es hier einen unbekannten Faktor, den man wählen könnte?

Dieser Faktor ist nur uns unbekannt, weshalb wir auch denken, dass wir frei wählen. Und in Wirklichkeit ist alles vollständig vorbestimmt, wie in der Natur.

Die Wissenschaft der Kabbala sagt: „Es gibt niemanden, außer Ihm“. Du willst die Entscheidungen selbst treffen? Dann steige auf das Niveau des Schöpfers hinauf und entscheide mit Ihm zusammen.

Die einzige Freiheit, über die wir verfügen, ist unser
Einverständnis mit Seinem Plan wir können sogar vor Ihm gehen, indem wir bis zu Seinem Niveau hinaufsteigen, und uns Seine Eigenschaften aneignen. Er wird uns zulassen, für Ihn (wie Er) zu entscheiden. Dann wird es so sein, wie es geschrieben steht: „Der Gerechte entscheidet, und der Schöpfer erfüllt“.

Und davor kann man nicht über irgendeine Freiheit sprechen.

Aus dem Unterricht über den Artikel „Die Freiheit des
Willens“, 26.11.2010



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Das harmonische Miteinander…

Eine Frage, die ich erhielt: In welcher Arbeitsphase erreicht der Mensch die Freiheit des Willens?

Meine Antwort: Nur nach der Erlangung der Seele, nach der spirituellen Enthüllung.

Der spirituelle Parzuf ist in zwei Hälften aufgeteilt: die obere – Keter, Chochma, Bina, Chessed, Gwura, das obere Drittel von Tiferet, und die untere – das untere Drittel von Tiferet, Nezach, Hod, Jessod, Malchut, und dazwischen das mittlere Drittel von Tiferet.

Der obere Teil sind Verlangen zu geben, das untere Teil sind Verlangen zu empfangen. Was ist aber die Mitte, der mittlere Teil von Tiferet? – Er gehört weder zum Empfangen noch zum Geben, und genau hier liegt die freie Wahl: was wirst du damit tun?

Doch wie Buridans Esel kannst du dich weder für die eine Seite noch für die andere entscheiden, zerreißt dich in zwei Hälften und bist nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, solange wir nicht enthüllt haben, dass es hier eine Möglichkeit gibt, diese zwei Hälften zu vereinen – damit die obere und die untere Hälfte in der dritten, mittleren Linie zusammenarbeiten!

Ich vereine diese zwei Kräfte: die Kraft des Gebens und die Kraft des Empfangens, und sie beginnen, mich zu lenken. Das nennt sich „Empfangen um zu geben“, wenn diese zwei Kräfte harmonisch miteinander arbeiten.

Darin besteht das ganze Wesen der Wissenschaft der Kabbala und darum heißt sie „Kabbala“ (Empfangen), denn sie lehrt, wie man diese zwei Kräfte, das Empfangen und das Geben, in welcher Form erhält, damit sie einander ergänzen. Und dadurch baust du deine Unabhängigkeit, die wahre Freiheit auf.

Du bist vom Schöpfer unabhängig und Ihm gleichzeitig ähnlich! Du nimmst ein Beispiel an Ihm, bleibst jedoch vollkommen selbständig. Du hast nichts Anderes, woran du ein Beispiel nehmen könntest, denn du erhältst diese zwei Kräfte zwingend. Doch wie du sie annimmst und dich ihnen angleichst, darin bist du vollkommen frei.

Hier, in der Mitte zwischen zwei Kräften, in dem mittleren Drittel von Tiferet ist unsere Seele enthalten, die wir aufbauen.

Die feie Wahl beginnt mit der Enthüllung des Schöpfers. Es steht geschrieben: „Wer gestorben ist, der ist frei“ – das bedeutet, dass, wenn das egoistische Verlangen stirbt, sich zwei Kräfte, das Empfangen und das Geben, gegenüber stehen und du dich zwischen ihnen befindest – und dann bist du frei. Denn du kannst mit diesen zwei Kräften gleichermaßen arbeiten.

Und obwohl du glaubst, dass du zwischen ihnen beiden stehst und nicht weißt, wohin du gehen sollst – das Verlangen zu empfangen einerseits und das Verlangen zu geben andererseits -, doch nur unter der Bedingung, dass die Eine die Andere tötet, gelangst du in einen neutralen Zustand und kannst frei sein.

Und im Moment befinden wir uns allein unter der Macht des Verlangens zu empfangen, wir haben kein Verlangen zu geben. Deshalb, solange wir das Verlangen zu geben nicht erlangt haben, sind wir wie von der Natur gesteuerte Tiere, und wenn wir es bekommen, werden wir frei – und zwar nur, um uns an den Schöpfer anzugleichen und aus uns einen Menschen (Adam) zu erschaffen, d.h. Ihm „ähnlich“ zu werden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

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Die materialistischste Herangehensweise von allen

Der Sohar spricht nicht vom physischen Tod, er spricht vom Verlangen zu genießen, das korrigiert wird, indem es die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreicht. Ein gewöhnlicher Mensch ist an dem Punkt noch nicht angelangt.Wenn der Mensch in der spirituellen Welt arbeitet, hat er die linke und die rechte Linie (zwei „Engel“), zwischen denen er die mittlere Linie aufbaut. Auf der linken Seite steht mein Ego, der Pharao, und auf der rechten Seite der Schöpfer, das Licht. Und in dem Ausmaß, in dem ich dieses Verlangen zu genießen in die mittlere Linie transferieren kann und das Licht, die Absicht, aus der rechten Linie an dieses heranziehen kann, erschaffe ich mein spirituelles Gefäß (Kli) mit dem Schirm.

Der Schirm ist die Absicht zu geben, und das Gefäß ist das Verlangen in seinem Inneren. Auf diese Weise baue ich mich selbst aus diesen beiden Kräften auf, und ich bin der dritte. Und dann beginne ich, in der spirituellen Realität zu existieren. Wenn ich diesen „dritten“, das Verlangen mit dem Schirm, erschaffen habe, bedeutet das, dass ich eine Seele habe!

Und wenn ich sie aus diesen zwei Kräften nicht aufgebaut habe, dann habe ich nichts außer dem einen Punkt, in dem ich nichts fühle. Das ist lediglich ein winziges Verlangen, welches überhaupt nicht von mir abhängt – „Verlangen aus dem Nichts“ („mi Ajn“).

Der Sohar schreibt, dass du dein egoistisches Verlangen töten sollst – du ziehst das Licht heran, tötest es und bringst es zur Absicht zu geben – genau das wird dein lebendiges Ich sein.

Das alles kann mit Hilfe einer richtigen Umgebung erreicht werden, die als die „heilige Gruppe“ („Chewra Kadischa“) bezeichnet wird, denn sie hilft dir dabei, deinen Egoismus zu begraben. Auf diese Weise erhältst du die ewige Seele – den Teil, der dem Schöpfer ähnlich ist. Du erschaffst sie selbst.

Und wenn nicht, dann hast du auch keine Seele, du befindest dich unterhalb der Linie des Lebens, in dieser Welt, wo du nur deinen tierischen Körper, das Material hast („Material“/“Chomer“ klingt ähnlich wie „Esel“/ „Chamor“). Das ist die materialistischste Herangehensweise von allen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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Koste die zukünftige Welt heute noch

Wir können uns noch nicht einmal vorstellen, wie wir leben würden, wenn wir uns einfach als Tiere wahrnehmen würden.Doch die Menschheit hat die Religion/den Glauben, der ihr hilft, ihren Egoismus ein wenig zu zügeln. Und alle diese Glaubensrichtungen basieren auf einem Gedanken – auf dem Gedanken an die Existenz des Lebens nach dem Tod. Doch die Wissenschaft der Kabbala sieht es nicht so. Es gibt einen Zustand, in dem wir jetzt existieren und der „Tod“ heißt, und es gibt einen anderen Zustand, der „Leben“ heißt. Nun die Frage: also ergibt sich daraus, dass mein Dasein in dieser Welt einmalig ist und danach nichts übrig bleibt? Doch was kann zurückkehren? Was hast du, was zurückgekehrt werden könnte? Der Körper ist tot und hat die Kraft verloren, die ihn sich bewegen lies, als ob der Motor plötzlich stehengeblieben wäre… Nun die Frage: Wo ist nun diese Kraft hingekommen? Denkst du, sie ist irgendwohin zurückgekehrt, nach oben, zu „ihrem Platz“? Nein, die Moleküle haben einfach aufgehört, zu funktionieren. Gab es an denen etwa irgendwas Spirituelles? Woher habt ihr auf einmal solche Phantasien? Doch das ist der Glaube, von dem die ganze Welt lebt – zumindest gibt es einen Trost, dass es auch nach dem Tod etwas gibt. Doch warum steht es in den kabbalistischen Büchern geschrieben, dass, wenn wir uns in diesem Leben nicht korrigieren, wir wieder in diese Welt zurückkehren und so immer wieder geboren werden? Es ist wirklich so, man muss nur klären, was das bedeutet! Der Glaube bedeutet in der Kabbala die Erkenntnis – die spirituelle Welt zu sehen und zu fühlen, wie es geschrieben steht: „Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist“. Ich „schmecke“ Ihn ab, mit allen Sinnesorganen, so dass „alle Knochen sprechen werden“! Das ist kein Glaube, das ist die realste Empfindung, die es nur geben könnte.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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