Was gilt heute als Mut?
Antwort: Mut bedeutet, sich gegen die ganze Welt zu stellen, auch wenn die ganze Welt lacht, nicht glaubt und nicht will, und der ganzen Welt mit Liebe, Geduld und Ermutigung so gut wie möglich zu erklären: Was ihr zum Guten dient, was dem friedlichen Leben dient, was der Rettung der Menschheit heute dient. Auch wenn wir dies nicht schnell erreichen und nicht leicht erklären können, auch wenn die Antwort Ablehnung, Verurteilung, Unverständnis und Zurückweisung sein wird, sind wir verpflichtet, der Welt das Wissen über das allgemeine Naturgesetz zu bringen.
Das ist kein Glaube, das bezieht sich auf keine Religion: weder auf das Judentum, noch auf den Islam, noch auf das Christentum, noch auf den Konfuzianismus, noch auf den Buddhismus. Das bezieht sich auf das allgemeine Gesetz des Universums, denn darauf gründet sich die Welt, und die Welt ist verpflichtet, es anzunehmen. Dieses allgemeine Naturgesetz besagt, dass wir jedem nach dem Grundsatz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ begegnen müssen. Dazu drängt uns die Natur. Wir müssen dies der Welt immer wieder erklären und dabei alle möglichen Mittel und Formen nutzen.
Das ist im Grunde genommen der größte Mut, den die Menschheit besitzt. Denn dabei wird der Mensch nicht überheblich, richtet seinen Verstand und seinen Stolz nicht auf andere, sondern spürt im Gegenteil, dass er dadurch der Menschheit dient, dass er unter allen steht, auf alle angewiesen ist und allen Gutes wünscht. Das ist im Grunde genommen der wahre Mut. Denn damit tritt der Mensch vor allem sein Ego mit Füßen und macht sich zum Diener der Welt. Nur ein Held, der sein Ego überwunden hat, kann ein wahrer Held sein.
Runder Tisch unabhängiger Meinungen. Berlin. 09.09.2006