Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Keine Bemühung verschwindet spurlos

Von uns wird gefordert sich jedesmal, sowohl quantitativ, als auch qualitativ zu bemühen, wobei unsere Bemühungen wie Tropfen zur großen Rechnung angesammelt werden. Somit ist es nur mit Hilfe solcher Tropfen möglich, unsere Bemühungen zu sammeln, weil die Bemühung einen innerlichen Widerstand, eine Überwindung, eine Klärung beinhaltet, die unserem Verlangen entgegengesetzt ist.

Hier wird sowohl die Quantität als auch die Qualität berücksichtigt, denn möglicherweise existiert schon ein Verlangen, welches klar genug ist. Somit sind nicht die Ergebnisse, sondern die Bemühungen des Menschen wichtig, die das allgemeine System in sich einsaugt. Dieser Prozess ist also kumulativ. Alles dauert so lange, bis es möglich wird, die Bemühungen dem Menschen “auszuzahlen”.

Der Mensch selbst ist nicht fähig, diese Bemühungen zusammenzutragen. Würde er sie selbständig ansammeln oder berechnen, dann wäre dadurch seine Suche geschwächt. Wenn er im Herzen und im Verstand deutlich wissen und empfinden würde, welche Anstrengungen er schon angesammelt hat, so würde er die Kräfte nach jedem Aufstieg verlieren, seine Empfindungen würden immer mehr stumpf werden.

Deshalb ergreift uns diese  Vergesslichkeit, die Bemühungen werden immer unbewusst angerechnet, sie verschwinden innerhalb des menschlichen Lebens. Aber einst werden wir sie, entsprechend dem Gesetz „Das Untier wird sie absorbieren und ausspeien“, ausbezahlt bekommen. Doch zuerst werden alle unsere Bemühungen absorbiert, als ob sie durch den Sand, ohne jegliche  Spur, wegfließen würden. Aber wenn ihre Summe das Niveau erreicht, welches zur nächsten Stufe des Höheren Lichts passend ist, entsteht die Übereinstimmung zwischen dem Verlangen, dessen Stärke eine bestimmte quantitative und qualitative Größe erreicht hat, und dem Licht. Folglich werden das Licht und das Verlangen innerhalb des Menschen offenbart.

Jede Offenbarung geschieht unerwartet, in Form einer Überraschung. Dieser Prozess heißt Wunder (Segula). Denn er bleibt dem Menschen fast vollständig verborgen. In seiner Tiefe herrscht der Gedanke des Schöpfers bezüglich der Schöpfung, um diese vorzubereiten und zur Form bringen, die dem Licht entspricht.

An wieviel sich der Mensch erinnert, was er fühlt, was er schon vergessen hat, wieviele Bemühungen er schon angelegt hat und wieviel noch übrig bleiben – das alles wird nach Quantität und Qualität berechnet und wird ins allgemeine System, ins System der Beziehungen zwischen allen Seelen aufgenommen. Der Mensch soll sich in ein aktives, wirksames Element verwandeln, das dem Gesamtsystem nützlich ist.

Natürlich, handelt es sich nur um Empfindungen, um die Offenbarung, denn alle Verhüllungen und Enthüllungen existieren nur innerhalb des Menschen, und bedeuten nicht, dass es im System irgendwelche Mängel gibt. Sobald der Mensch die Stufe erreicht, auf der er zum nützlichen und handelnden Element des Systems wird, wird er mit einer Offenbarung ausgezeichnet.

Deshalb muss man verstehen, dass man sich nicht vertiefen oder versuchen darf, alle Hindernisse, die Vergesslichkeit, die Schwächen, die Bemühungen, die keine Spur hinterlassen und uns zwingen, jedesmal neu zu beginnen, zu analysieren. Man darf hier keinerlei Berechnungen machen, weil wir nicht verstehen, wie genau schon alles berechnet und auf jedem Schritt und Tritt unseres Weges organisiert ist. Wir müssen nur an der Beschleunigung der Zeit arbeiten, sich jeden Augenblick erwecken, sobald es nur möglich ist.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 30.01.2013



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Nichts für sich selbst, alles für die anderen

Frage: Bietet die Wissenschaft der Kabbala irgendwelche Beweise für Anfänger? Wie kann ich sicher sein, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde?

Meine Antwort: Du hast keine Sicherheit und keine Beweise. Wenn du es nicht willst, solltest du gehen.

Das ist die Bedingung, unter der wir die spirituelle Dimension betreten. Die Alternative sind die Leiden, die dich letztendlich so oder so zwingen werden, diese Bedingung zu akzeptieren.

Wenn du dich nicht annullieren und auf die Bezahlung verzichten kannst, wirst du nicht die Spiritualität betreten können. Hast du etwa noch nichts davon gehört? Du suchst nach Beweisen, nach Ansporn – das ist verständlich, anders kann es auch gar nicht sein. Diese Ansprüche sind durchaus natürlich, doch für sie gibt es keinen Platz. Sie werden in dir nur geweckt, damit du dich über sie erheben kannst.

Selbst die Unterstützung der Freunde kann für dich nicht als Belohnung dienen. Denn in der Tiefe deiner Seele kannst du sie nicht ausstehen und würdest dich niemals mit solchen Leuten verbinden. Es geht hier also nicht um die Freundschaft und um deren Vorteile.

Heute ist dir einfach noch nicht bekannt, was die Erste Einschränkung (Zimzum Alef), der Schirm und das reflektierte Licht bedeuten. In Wirklichkeit wirst du niemals etwas bekommen. In dem Moment, in dem du die Spiritualität betrittst, wirst du feststellen, dass du dich von Anfang an in ihr befunden hast, doch du konntest sie erst in dem Augenblick wahrnehmen, in dem du bereit warst, auf alles zu verzichten. Du nimmst sie in den Gefäßen des Gebens – in der Abstoßung – wahr, auf keinen Fall für dich selbst, sondern nur für die anderen.

Frage: Können Sie uns dennoch irgendwie aufmuntern?

Meine Antwort: Ich habe nicht vor, jemandem blauen Dunst vorzumachen. Unsere Gruppe und die Freunde weltweit, die mit uns verbunden sind, müssen die Wahrheit kennen: die Spiritualität liegt außerhalb der menschlichen Kräfte. Wenn der Mensch einen Punkt im Herzen hat, versteht er, dass es richtig ist. Und obwohl das Hindernis manchmal unüberwindbar zu sein scheint, kann dennoch nur das und nichts anderes wahr sein.

Dadurch stellst du vor allen anderen fest, dass die Wahrheit mit dir ist. Und im Gegenteil: jegliches Zurückgreifen auf das egoistische Verlangen, jede Bindung daran ist kein spiritueller Weg mehr.

– Werde ich wenigstens etwas haben?

– Nichts!

– Wie werde ich dann etwas bekommen können?..

– Du bekommst nichts!

– Und die spirituellen Erkenntnisse?

– Die spirituellen Erkenntnisse sind dem Empfangen entgegengesetzt. Du stößt nur ab, du willst nichts für dich haben. Dein ganzes riesiges Verlangen zu empfangen, das du heute noch nicht kennst, deinen ganzen Egoismus erhebst du vom „Bauch“ zum „Kopf“ – und stößt ihn komplett ab. Auf diese Weise formst du den wahren „Kopf“ – den Schirm und das reflektierte Licht. Was auch immer zu dir kommen mag, du nimmst nichts für dich, sondern gibst alles den anderen. Niemand soll wissen, dass du es gemacht hast, denn auch das könnte als „Bestechung“ dienen.

Und dann beginnst du zu spüren, was es bedeutet, auf der Stufe des Schöpfers zu sein…

Dein Punkt im Herzen muss das akzeptieren. Denn das ist die Wahrheit und in ihr sind die gleichen Eigenschaften enthalten. Und wer damit nicht einverstanden ist, soll gehen. Solche Menschen sind Sympathisanten, aber keine Kabbalisten.

Frage: Also versuchen wir etwas Unrealistisches zu erreichen?

Meine Antwort: Das ist wahr. Für dich, für deine Gefäße/Verlangen ist das unrealistisch, entgegengesetzt. Darum steht geschrieben: „Ich habe die umgekehrte Welt gesehen“.

Frage: Und dennoch, was werden wir erreichen? Was erkennen wir in der Spiritualität?

Meine Antwort: Baal HaSulam schreibt darüber im Brief Nr. 8: „Alles, was auf der Welt geschieht, hat ein ehrenwertes Ziel, welches als „Tropfen der Einheit“ bezeichnet wird. Wenn die Bewohner der „irdischen Häuser“ durch das ganze Grauen und die ganze Absolutheit des Stolzes, der sie fern hält, gegangen sind, öffnet sich ein Spalt in den Wänden ihres Herzens, das von Natur aus ganz unempfänglich ist. Und sie werden dessen würdig, diesen Tropfen der Einheit in ihrem Herzen beherbergen zu dürfen.

Und sie werden sich wie ein Siegelabdruck verwandeln und mit eigenen Augen sehen, dass das Absolute, das im fremden Stolz ferngehalten wird, im Gegenteil, gerade durch diese Grauen, erlangt wird. Dort und nur dort gibt es die Verschmelzung mit dem Schöpfer, und dort kann der Tropfen der Einheit über ihnen einkehren“.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Studium der Zehn Sefirot, 01.02.2013

 



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Unten – die Konflikte, oben – die Liebe

Frage: Ist der Betrieb für die Kabbalaverbreitung eine gute Umgebung für die spirituelle Entwicklung?

Meine Antwort: Wir befinden uns im Zustand der Arbeit mit der ganzen Welt und sind verpflichtet, sie zur Korrektur zu bewegen. Unser Betrieb ist ein spirituelles System, das wir untereinander, mit der Welt und mit dem Schöpfer aufbauen. Deshalb kann es hier keinen kardinalen Unterschied geben.

Selbst wenn ich bei einem Maschinenbaubetrieb arbeiten würde, könnte ich dennoch diese Tätigkeit mit meiner spirituellen Entwicklung in Verbindung bringen, und zwar in Abhängigkeit davon, wie ich mich zu den Menschen, zur Arbeit, zum Geschäftsleiter – zu allem verhalten würde. Aber wenn wir untereinander den Betrieb für die Kabbalaverbreitung entwickeln, wie kann man dann die Methode der Korrektur außerhalb unserer Gruppe berücksichtigen?

Das Einzige, was im Betrieb notwendig ist, ist ein sehr strenges Berichtswesen für sich selbst und für die anderen, da wir erstens für Maasser arbeiten, den wir aus der ganzen Welt zusammensammeln.

Zweitens stoßen wir hier auf die Verbindung zwischen den Freunden und die Verbindung zwischen den Fachkräften zu – wobei die eine die andere nicht verdecken soll. Das heißt „du bist mein Freund, aber die Wahrheit ist wichtiger“. Obwohl du mein Freund bist, kann ich in einer ernsten professionellen Frage dennoch absolut gegen dich sein. Jedoch bedeutet das nicht, dass wir keine Freunde sind. Die Lösungen sollen prinzipiell sein und sehr deutlich unserer Pflicht, die Arbeit für die weltweite Korrektur so effektiv wie möglich zu machen, entsprechen.

Ich persönlich habe im Laufe von Jahren keinerlei Fragen zu diesem Thema. Ich kann meine Jungs anschreien, sie dafür schelten, dass sie angeblich schlecht arbeiten, aber ich mag sie dennoch sehr, sie sind meine teuren Schüler, meine Kinder. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ebenso ist es mit dem Sohn: manchmal würdest du ihn am liebsten schlagen, aber da du ihn liebst, und weil er dein Sohn ist, ist er dir nicht gleichgültig. Das eine schließt das andere nicht aus.

Dasselbe geschieht zwischen den Freunden: wir lernen zusammen, nähern uns gegenseitig an, wir sind ein Ganzes, aber darin hast du kein Recht. „Nein, du hast kein Recht“ – „Nein – du“. Ihr könnt euch fast erschlagen, aber dabei in der gegenseitigen Liebe bleiben. Wir sollen uns daran gewöhnen, dass wir immer zwei Niveaus haben: unten können die Konflikte entstehen, und oben deckt die Liebe alle Versündigungen  ab.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.01.2013



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Die Lösungen – am runden Tisch

Frage: Manchmal können wir beim Initialisieren einiger Projekte zu keiner allgemeinen Lösung kommen. Dann praktizieren wir einen runden Tisch, um das Problem gemeinsam zu lösen. Soll man von Zeit zu Zeit solche Versammlungen veranstalten?

Meine Antwort: Die Besprechungen soll man aus einem beliebigen Anlass veranstalten. Alle Fragen soll man gerade auf diese Weise besprechen, dabei aber prinzipiell bleiben. Das heißt, sich nicht wie „der Gotteslöwenzahn“ benehmen und alles liebevoll miteinander entscheiden, aber dennoch keine Lösung finden.

Wenn sich jeder Einzelne annullieren wird, dann werdet ihr nichts entscheiden. Deshalb lehrt uns die Kabbala, sich in der mittleren Linie zu bewegen. In der linken Linie findet man eine deutliche, harte Lösung der Frage, in der rechten Linie erfolgt die absolut entgegengesetzte Entscheidung unter dem Aspekt der Liebe, und im Endeffekt bleibt die mittlere Linie erhalten.

Ihr sollt gemeinsam eine reale Lösung finden.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.01.2013



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Was inspiriert die Kunst?

Frage: Für künstlerisch begabte Menschen ist es sehr kompliziert, sich im Betrieb zu realisieren, da diese Struktur einen bestimmten Rahmen erfordert, und  für diese Menschen die Freiheit notwendig ist.

Meine Antwort: Welche Freiheit gibt es beim künstlerisch begabten Menschen? Befindet er sich nicht in den Rahmen seines Werkes, denn er soll sich bewusst sein, was er gerade erschafft?

Er ist nicht einfach der freischaffende Künstler, welcher reiche Verwandte hat und alles machen kann, was er nur will. Selbst in solch einem Zustand kann er nichts schaffen. Er soll entweder genauso arm wie Modigliani sein, der kaum was besaß, oder ihn soll etwas bedrücken, andernfalls wird er nichts gebären. Und wenn er „in der Luft“ aufgehängt ist, dann ist das keine Schöpfung. Alle bekannten Menschen arbeiteten unter den eingeschränkten Umständen.

Zum Beispiel litt der bekannte Modedesigner namens Wjatscheslaw Sajzew  lange Jahre sehr, weil man ihn nicht anerkannt hat, bis er einst im Ausland bekannt wurde.

Deshalb ist die Freiheit ohne Rahmen kein schöpferisches Herangehen. Ich glaube an solche Sachen nicht: „Jetzt werden wir uns isolieren, und nach einem halben Jahr oder später werden wir Ihnen das Ergebnis vorführen, oder vielleicht auch nicht“. Mit solchen Menschen braucht man nichts zu tun zu haben!

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.01.2013



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Ein Schaffner des Lichts und nicht sein Widerstand sein

Frage: Was ist zu tun, wenn die Gruppenbelastung und die Belastung im Betrieb nicht zulassen, sich sowohl mit dem einen als auch mit dem anderen zu beschäftigen? Was ist zu bevorzugen: die Gruppenaufträge oder die Pflicht im Betrieb?

Meine Antwort: Ich höre über dieses Problem überall: sowohl in den israelischen Gruppen als auch im Ausland. Sie sollen selbst entscheiden, welche Priorität sie setzen wollen.

Wenn wir uns nicht mit der Verbreitung beschäftigen werden, dann wird man uns auch nichts von Oben geben, weil wir eben wie Galgalta Ejnaim existieren, wie die Gefäße, die das Licht von oben nach unten zu den Völkern der Welt leiten sollen. Deshalb wurde uns das spirituelle Erwachen gegeben.

Man muss verstehen, dass, wenn wir von Oben wenigstens etwas bekommen wollen, dann ist es notwendig, nach unten zu geben, um ein Schaffner des Lichts und nicht sein Widerstand zu sein. Deshalb entscheiden Sie, ob Sie es machen können.

Es gibt Menschen, die sich mit der Arbeit in der Gruppe unter den Freunden beschäftigen, sie bedienen unser Zentrum usw.. Es gibt aber Menschen, die sich mehr mit der Außenarbeit für die Gesellschaft, für die weltweiten Gruppen beschäftigen. Im Allgemeinen soll die Beziehung so sein, dass, wenn der Mensch etwas bekommt, er danach streben sollte, genauso viel weiterzugeben.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.01.2013



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Der Punkt, in dem das Erwünschte und das Wirkliche zusammentreffen

Es wird gesagt, dass sich das Höhere Licht  in absoluter Ruhe befindet, und dass es uns nur am Gefäß, am passenden Verlangen mangelt, um dieses Licht zu offenbaren. Das Verlangen soll exakt zu einer der fünf Stufen des Höheren Lichtes passen: Nefesch, Ruach, Neschama, Chaja, Jechida. In dem Maß, in dem sich unser Verlangen von Stufe zu Stufe ändert, offenbart es die neue Füllung.

Das Verlangen soll der Füllung sowohl quantitativ, als auch qualitativ entsprechen – darin besteht eben unsere ganze Arbeit. Im Licht geschehen keinerlei Veränderungen. Darin gibt es keine Lichter NaRaNCHaY (Nefesch, Ruach, Neschama, Chaja, Jechida). Über das Licht, das sich noch nicht in die Verlangen einkleidete, kann man überhaupt nicht sprechen, weil es eine abstrakte Form ist, über welche uns nichts bekannt ist. Wir können nur darüber sprechen, was sich in uns einkleidet: nicht über Sein Wesen, sondern, wie wir Sein Gewand in uns empfinden.

Wir fühlen Es schon entsprechend unserem Verlangen und Bedürfnis, und diese Erscheinung bezeichnen wir als das Licht, gleich dem Sonnenlicht oder der Erleuchtung, oder eben irgendeiner angenehmen Empfindung. Deshalb besteht unsere ganze Arbeit in der Empfindung des Verlangens, das als „Tore der Tränen“ bezeichnet wird.

Über ein solches Verlangen habe ich keine Macht. Ich habe viele Bemühungen auf mich genommen, hab alles Mögliche getan, habe die maximale Größe des Wunsches erreicht, und sehe, dass seine Füllung von mir nicht abhängt. Würde sie von mir abhängen, so würde man dieses Verlangen nicht als Durst bezeichnen – dann würde ich einfach weiter an seiner Erfüllung arbeiten. Der leidenschaftliche Durst bedeutet, dass ich keine Möglichkeit habe, den Wunsch zu verwirklichen.

Ich ersehne es leidenschaftlich, hundert Prozent vollständig zu realisieren, und bin mir gleichzeitig hundertprozentig sicher, dass diese Verwirklichung nicht meinen Kräften obliegt. Dieser Punkt, wo sich das Erwünschte und das Wirkliche treffen, heißt Tore der Tränen. Der Mensch ist vollkommen verzweifelt, aber kann das erwünschte Ziel nicht loslassen, denn es ist für ihn das einzig Wichtige in seinem Leben.

Unsere ganze Arbeit besteht darin, diesen Punkt zu erlangen. Natürlich sind wir so geschaffen, dass wir alle in uns  einschließen. Und deshalb ist es ohne gegenseitige Arbeit unmöglich, einen solchen Zustand zu erreichen. Nur die intensive Arbeit in der Gruppe, in einer Richtung, wird zum Ergebnis führen und dann werden diese Tore geöffnet. Und alle übrigen Verlangen eignen sich weder der Form nach, noch nach der Qualität für die spirituelle Enthüllung.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 30.01.2013



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Gebe dich dem Schöpfer hin

Frage: Was bedeutet „mit dem Schöpfer zu verschmelzen“?

Meine Antwort: Die Verschmelzung geschieht entsprechend der Gleichheit der Eigenschaften. Der Schöpfer ist die Stufe Bina. Auf diese Weise zeigt sich uns Keter – durch Bina, die sich vollständig im Geben aufhält. Somit soll ich auch gebend sein, um den Schöpfer zu erreichen.

Auf welche Weise vollziehe ich die Handlung des Gebens an den Schöpfer? – Ich stelle meine Gefäße-Verlangen für Sein Geben bereit. Dafür ist von meiner Seite die Absicht notwendig: „Bitte, gib mir Dein Wohl, weil ich Dir dadurch eine Freude, eine gute Empfindung, einen Genuss bereiten will“. Auf diese Weise gebe ich mich dem Schöpfer hin.

Früher wollte ich das Wohl nur für mich alleine bekommen. Jetzt mache ich stattdessen die Beschränkung (Zimzum alef – Z“A), stelle den Schirm auf, produziere das reflektierte Licht (Or Chozer – O“Ch) und das alles tue ich wegen der Sorge um Ihn, um den Gebenden. Danach erlange ich schon eine richtige Absicht und bin bereit, vom Schöpfer alles zu empfangen.

Denn Sein Wunsch ist doch mein Empfangen. Deshalb will ich alles empfangen – damit Er meine Handlungen genießt. Ich erkenne das, wenn ich Seine Freude offenbare. Mein Ziel ist eben – Ihm die Freude zu bereiten, ebenso, wie Er wünscht, für mich der Gute und der das Gute Schaffende zu sein.

Somit wird von uns nur das Eine gefordert: das Gefäß für die Durchdringung, für die Offenbarung des Schöpfers bereitzustellen. Deshalb streben wir eben nach Seiner Enthüllung.

Frage dich selbst, warum du den Schöpfer offenbaren willst? Um dadurch Ihn oder dich selbst zu erfreuen? Darin besteht eben der Sinn der Sache.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Artikel zur Vollendung des Buches Sohar“, 30.01.2013



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Die Klagen der Frauen

Frage: In der Familie ist es häufig so, dass die Frau gegenüber ihrem Mann viel mehr Beschwerden und Klagen hervorbringt als umgekehrt …

Meine Antwort: So ist das nun mal – denn es ist typisch für das weibliche Naturell, unzufrieden zu sein. Ein Paar sollte hier keine Balance erwarten. Was naturbedingt ist, sollte weder verurteilt noch gerühmt werden.

Natürlich empfindet eine Frau größere Unzufriedenheit. 90 % der Beschwerden und Klagen kommen von ihr, während der Mann in der Regel auf einen einfachen Satz limitiert ist: „Lass mich in Ruhe.“

So sind wir – und mit diesen Eigenschaften müssen wir einander ergänzen. Hieraus wird klar, dass Mann und Frau verschiedene Rollen haben.

Welchen Teil sollte der Mann leisten? Da die Frau bereit ist, alles für ihn zu tun, die Verbindung zu halten und alles zur Verfügung zu stellen, was er braucht, ist alles was sie möchte, seine Aufmerksamkeit. Das ist alles über das weibliche Naturell. Entsprechend ist der Mann dazu gezwungen, ständig eine ehrliche und natürliche Haltung zu bekunden, die warm und besorgt ist. Für einen Mann ist das harte Arbeit –
während es für die Frau ganz einfach ist. Sobald ein Mann einer Frau Aufmerksamkeit schenkt, hat sie „Treibstoff“ für jegliche Anstrengung.

Daher sollte ein Mann Freundlichkeit und Güte zum Ausdruck bringen – was ihm wirklich schwer fällt –, und eine Frau muss viele Dinge modifizieren, was ihr wiederum leicht fällt, sofern sie die richtige Haltung seinerseits fühlt.

Dies sind die Ergebnisse der spirituellen Wurzeln, und wir können nichts dagegen tun…

Auszug aus einem „Gespräch über das Neue Leben“ vom 16.07.2012



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Mit den Augen der Liebe sehen

Frage: Sie sagten, dass man infolge des Studiums  im Sinne der integralen Methode beginnen wird, die negativen Eigenschaften der anderen Menschen als positive wahrzunehmen. Was soll das bedeuten?

Meine Antwort: Das bedeutet, dass, solange ich mich nicht über die Selbstsucht erhebe, ich nicht den anderen, sondern nur mich selbst betrachten können werde. Aber wenn ich mich erhebe, dann bewerte ich den anderen plötzlich genauso, wie er sich selbst bewertet. Das heißt, ich erkenne, dass er richtig handelt, richtig denkt. Ich begreife auch, dass ich nicht im Recht war und ihn nur vom eigenen, früheren, egoistischen Standpunkt aus betrachtet hatte.

Kommentar: Dann wird bei uns nicht nur das subjektive „Ich“ verschwinden, sondern auch die ganze Ethik.

Meine Antwort: Es gibt keine Ethik in unserer Selbstsucht, außer, wie man mehr bekommt und sich von allen isoliert. Ich spreche über unsere Natur.

Wenn wir den anderen ansehen, dann bemühen wir uns nur darin, seine Nachteile zu finden, ihn niedriger als sich selbst zu empfinden, sich selbst besser als ihn zu stellen. Das ist die natürliche Schutzreaktion unserer Selbstsucht. Gerade auf diese Weise sehen wir die ganze Welt.

Ich sehe das eigene Kind an und betrachte gleichzeitig das fremde Kind. Mein Kind ist in meinen Augen immer besser als das fremde.

Ich bringe mich ständig in eine vorteilhafte Position, anderenfalls macht es für mich keinen Sinn zu existieren. Die Schutzreaktion meiner Selbstsucht ist darauf gerichtet, mir die Unterstützung zu geben, dass ich für die Existenz berechtigt bin.

Und wenn ich über mich, über meine Selbstsucht hinaufsteige, dann sehe ich andere Menschen mit anderen Augen.

Auszug aus dem TV-Programm „die integrale Welt“, 27.11.2012



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