Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Über den Beschränkungen dieser Welt

Frage: Welche Ziele kann das Bildungssystem der Zukunft anbieten?

Antwort: Es muss nur ein Ziel geben: Die Verbindung möglichst vieler Menschen in ein integrales System. Die Motivation dazu liegt darin, dass wir uns genau in diesem integralen System über unser tierisches Leben erheben. Wir entdecken dabei komplett neue Ziele der Menschheit, die sich aus dem Verstehen des Systems herauskristallisieren.

Es ist nun so, wenn ich mich in ein solches System einfüge und mich in ihm als ein integraler Bestandteil fühle, dann verändert sich meine Wahrnehmung der Realität, weil ich dies bereits mit den anderen – integralen Augen betrachte, mit integralen Wahrnehmungen. Ich nehme nicht mich selbst wahr, sondern ich werde zu diesem System – nicht zu den Menschen, mit denen ich integral verbunden bin.

Ich zerrinne, „zergehe“ sozusagen in ihnen. Bei mir entsteht eine ganz andere Denkweise, eine andere Sichtweise und Wahrnehmung. Die ganze Natur, das ganze Leben nehme ich aus einem komplett anderen Gesichtspunkt wahr. Momentan kann man sich nicht vorstellen, was das ist. Dabei sehe ich alles, was über den Beschränkungen dieser Welt liegt, über den Beschränkungen des Egoismus, weil ich auf die nächste Stufe aufgestiegen bin.

 

Aus dem TV Programm „Die Letzte Generation“ 30.01.2018

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Die integrale Grundlage der verschiedenen Methoden

Frage: Es gibt sehr viele Strömungen in der Kabbala: die Kabbala nach Ramchal, die lurianische Kabbala, die christliche Kabbala, der Chassidismus, die praktische Kabbala und so weiter.

Sie unterrichten die Kabbala nach Baal HaSulam. Manche erheben den Anspruch, dass dieser Zweig einer von vielen sei, für Sie ist er aber der Wichtigste in der Kabbala.

Meine Antwort: Ich persönlich habe keine Ansprüche diesbezüglich. Ich verstehe die menschliche Natur, deswegen ist jeder, auch der größte Gegner der Kabbala, legitim in meinen Augen. Hier gibt es keine Widersprüche: alles kommt aus der Natur der Struktur der Menschheit und der Struktur eines einzelnen Menschen.

Es gibt viele Wege zur Offenbarung des Schöpfers, die koexistieren und parallel nebeneinander laufen.

Neben meinem Lehrer Rabash war ich auch bei vielen anderen Kabbalisten und habe gesehen, wie er sich mit ihnen traf. Ich hatte damals noch wenig verstanden von dem, worüber sie miteinander gesprochen haben, zu wenig um zu verstehen, ob sich vor mir ein Kabbalist befindet oder nicht, welches Niveau er hat, welche Methode er für das Eindringen in die spirituelle Welt, für die Offenbarung des Schöpfers benutzt.

Natürlich gibt es mehrere Methoden. Sie alle laufen aber auf eins hinaus: die Menschen müssen sich über ihren Egoismus erheben. Dies geschieht auf der Grundlage der Tora: alle sollen sich in Zehnern verbinden wie es Mose beim Auszug aus Ägypten beschlossen hat.

Das heißt, sich aus Ägypten zu erheben, durch die Wüste zu gehen, über eine bestimmte Etappe, um die Eigenschaften von Bina zu erreichen. Das kann man nur in Gruppen erreichen, die in Zehnergruppen aufgeteilt sind. In diesen Zehnern wird ein System der Wechselwirkung erschaffen. Das wurde von allen Kabbalisten beschrieben. Diesbezüglich gibt es keine Widersprüche.  

Die Kabbala teilt sich in zwei Teile auf: das theoretische Studium und die praktische Kabbala.

Das theoretische Studium der Texte wird gewöhnlich mit dem Begriff „Jerusalemer Kabbalisten“ verbunden. Das kommt daher, dass vor vielen Jahrzehnten eine Gruppe von Kabbbalisten in Jerusalem lebte, welche sich nur mit dem individuellen Studium der Texte beschäftigt hat. Sie kannten die Bücher von Ari, den Sohar und andere Bücher gründlich und haben sie auswendig gelernt, dabei hatten sie aber keine innere Arbeit geleistet. Sie hatten keine Offenbarungen erlangt.

Zurück zur Frage über die Trends in der Kabbala. Man muss die Tätigkeit des großen Kabbalisten des XVI-XVII. Jhdts. Baal Schem Tow erwähnen. Er hat dreißig junge Männer um sich versammelt, sie die Kabbala gelehrt und nach Osteuropa geschickt.

Jeder von ihnen hat seine besondere kabbalistische Schule gegründet, die sich praktisch nicht voneinander unterscheiden. Ihnen zugrunde liegt dieselbe Methode von Baal Schem Tow. Der Unterschied liegt nur in der äußeren Auslegung. Genauso wie es in einer Universität zwanzig Physiklehrer gibt und jeder unterrichtet anders. Der Sinn ist derselbe, nur das Design unterscheidet sich.

Bis zum heutigen Tag wird das unter den Kabbalisten gespürt, das heißt aber nicht, dass sie Sachverhalte unterschiedlich auslegen. Das einzige Problem besteht darin festzustellen, ob sie sich mit der Offenbarung des Schöpfers (der Kraft des Gebens) beschäftigen oder nicht. Baal HaSulam schreibt, dass die Kabbala das System der Offenbarung des Schöpfers in unserer Welt ist.

Frage: Unterrichten Sie nur nach der Baal HaSulam Methode?

Meine Antwort: Ich unterrichte nach der Ari Methode. Der Reihe nach: das Buch Sohar, Ari, Baal HaSulam, Rabash.

Frage: Gibt es noch andere Methoden?

Meine Antwort: Nein, sie alle basieren auf dem Buch Sohar und der Ari Methode. Damals, noch bevor ich zu Rabash gekommen war, ungefähr im Jahr 1978, war ich mit den Menschen bekannt, die nach Ramak studiert haben. In Tel Aviv gab es mehrere solcher alter Männer in den Siebzigern. Sie hatten keine Schüler. Deswegen denke ich, dass heutzutage keiner mehr aus dieser Gruppe übrig ist.  

 

Aus dem russischen Unterricht, 10.09.2017

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“Als sich die Häupter des Volkes versammelten, die Stämme Israels insgesamt“

Deuteronomium, 5. Buch Mose, 33, 3-5:  Ja, er liebt sein Volk! All seine Heiligen sind in deiner Hand; und sie folgen deinen Füßen, jeder empfängt von deinen Worten.  Ein Gesetz hat uns Mose geboten, einen Besitz der Versammlung Jakobs. Und er wurde König in Jeschurun, als sich die Häupter des Volkes versammelten, die Stämme Israels insgesamt…

Es geht darum, alle Stämme zu einer gemeinsamen Nation zu vereinen. Jeder Stamm existiert immer noch getrennt gemäß seiner internen Methodik und Natur, und er ergänzt andere zu einem vollständigen gemeinsamen Gefäß. Deshalb wird Perfektion aber genau in der Verbindung zwischen ihnen erreicht, obwohl jeder von ihnen ein perfekter Teil ist. Dadurch werden sie dem Schöpfer ähnlich.

Die Zahl 12 kommt von den drei Linien, multipliziert mit dem vierstelligen Namen des Schöpfers (HaWaYaH – Yud-Hej-Waw-Hej) in jeder Zeile. Deshalb gibt es 12 Stämme.

 

Aus KabTVs „Geheimnisse des Ewigen Buches“ 2/6/17

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Eure Frage, meine Antwort


Frage: Was kann ich tun, um nicht auf  Schicksalsschläge (Krankheit, Probleme bei der Arbeit, in der Familie usw.) zu warten, sondern um durch meine bewusste Wahl eigene Korrekturen durchzuführen, Veränderungen zu erzeugen, die ich für die notwendige Korrektur mit maximalem Einsatz ständig machen muss?

Ich will mich nicht dem Wunsch des Schöpfers widersetzen, im Gegenteil, ich will alles Mögliche tun, sofern es von mir abhängt, um dem Licht gleich zu werden und mich mit dem Schöpfer zu verbinden, aber dabei kommen viele Leiden auf mich zu. Bedeutet das, dass ich etwas falsch mache?

Die Kabbala sagt doch, dass das Ziel aller Leiden darin besteht, den Menschen zu korrigieren und ihn dem Schöpfer anzunähern. Was soll ich machen, um keine Schicksalsschläge zu erleiden, sondern selbständig alle notwendigen Korrekturen an mir vorzunehmen?

Antwort: Finde eine Gruppe, dränge sie zur Vereinigung, damit das O”M angezogen wird, um den Schöpfer zu offenbaren… sei bei den Unterrichten dabei!

 

[# 220717]



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Wunderbare Kraft des Lichtes

Der Glaube ist die Kraft des Gebens, die ein Mensch erlangt und danach lebt. Dieses Geben soll größer als das Nehmen sein, da es über das Verlangen zu empfangen gebaut wird, ohne diese gegensätzliche Kraft zu genießen.

Heute geben wir, aber man nennt es nicht das Geben, weil wir geben, um zu empfangen. Aber wenn das Licht kommt, dann ermöglicht es dem Menschen uneigennützig zu geben.

Wir können diese Eigenschaft nicht wahrnehmen, da sie in dieser Welt nicht vorkommt. Nur das Licht kann den Wunsch zu genießen so beeinflussen, dass er geben möchte. Das ist nur dank der Kraft des Lichtes möglich. Das Licht dringt in den Wunsch ein und verpflichtet ihn im Geben zu arbeiten, da das Licht primär und das Verlangen sekundär ist – es wird vom Licht erschaffen.

Die spirituelle Welt wird innerhalb des Wunsches zu genießen erschaffen, was durch die Offenbarung des Höheren Lichtes empfunden wird.

 Jene Teile des Wunsches zu genießen, die die Einwirkung des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, empfangen haben, arbeiten im Geben: entweder unterstützen sie es in Form des Gebens um zu geben oder sogar im empfangen um zu geben. Ihre Nutzung verwandelt sich ins Gegenteil. Die Gebiete, die infolge der Einwirkung des Lichtes in Form des Gebens arbeiten können, nennt man die spirituelle Welt.

 

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Vom Sonnenuntergang bis zur Morgendämmerung

Jeden Abend vor dem Schlafengehen müsst ihr unbedingt einen Artikel oder einen Ausschnitt über die Liebe lesen, über die Verbindung zwischen uns.
Anstatt das Wort „Liebe“ zu benutzen, weil das befremdend wirken könnte, kann man von der Verbindung der Punkte im Herzen in einem einheitlichen System sprechen. In diesem System muss sich unsere gemeinsame Verbindung zeigen, die dem Schöpfer ähnlich wird und dann können wir die Höhere Welt, unseren nächsten Zustand spüren.
Man muss genau mit diesem Gedanken einschlafen. Deswegen müsst ihr, bevor ihr die Augen schließt, einen entsprechenden Absatz lesen und damit einschlafen. Morgens, beim Aufwachen sollte man sofort die Augen auf ein paar Zeilen werfen, die ihr vorher vorbereitet habt oder mit denen ihr eingeschlafen seid.
Am Ende bekommt ihr eine sehr interessante Empfindung zu dem, worüber ihr während des Schlafes die ganze Zeit nachgedacht und gestritten habt, wie man was machen sollte, und ihr habt gebetet, dass es passiert. Solch ein Zustand, wenn ihr morgens aufwacht und spürt, dass ihr euch im Schlaf unbewusst mit dem Schöpfer verbunden und um den neuen Zustand gebeten habt, ist sehr nützlich und notwendig.
Angefangen von dem Augenblick wo ihr aufsteht bis zu dem Moment wo ihr das Buch im Unterricht aufschlagt, in die Gruppe kommt oder vor dem Computer sitzt, müsst ihr die ganze Zeit in dem Gedanken sein, wofür, wieso, was genau möchte ich mit Hilfe des Unterrichts bekommen. Es ist erforderlich, in sich die Anstrengungen so zu konzentrieren, dass man beim Öffnen des Buches genau weiß, wofür man es geöffnet hat.
Wenn ihr das aber nicht macht oder alles geschieht automatisch, wird das nichts bringen. Ihr könnt mit diesem Buch Jahre verbringen, sehr gut wissen was darin geschrieben steht, aber das notwendige Resultat wird fehlen.
Ein Resultat wird es nur in dem Maße geben, indem ihr euch vor dem Unterricht auf die Offenbarung der Höheren Welt einstellt, auf das Erlangen der Eigenschaft des Gebens, der Eigenschaft der Verbindung untereinander und mit anderen Freunden auf der ganzen Welt.
Wir müssen während des Studiums ständig daran denken, manchmal darüber reden, uns daran erinnern und fürchten, dass die Freunde dies vergessen könnten.
Ich stimme sie ein, sie stimmen mich ein und wir befinden uns ständig in gegenseitiger Fürsorge, gegenseitiger Bürgschaft, wir denken zusammen ständig daran, dass wir uns in einer Absicht halten. Das ist das Wichtigste!
Wenn wir das von heute an alle gleichzeitig so machen werden: vor dem Schlaf, morgens, vor dem Unterrichtsbeginn und während des Unterrichtes (wenigstens in dieser Zeit) und danach, während des Tages, so oft wie möglich zu dieser Absicht zurückkehren, dann ist das gut. Wenn wir das nicht können, ist das auch nicht schlimm. Das Wichtigste für uns sind diese Punkte: vor dem Schlaf, nach dem Schlaf, vor Beginn und während des Studiums. So werden wir innerhalb der nächsten Wochen spüren wie wir wachsen, wir beginnen wahrzunehmen was die Höhere Welt ist.
Ich versichere euch, dass ihr diese Wahrnehmung bekommt. Ihr fangt an tiefer zu spüren und zu verstehen was wir studieren und worüber wir reden und ihr werdet vom Ganzen eine entsprechende Wahrnehmung bekommen.

 

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Im Einklang mit der Natur

Frage: Welche Eigenschaften soll in Zukunft ein Fachmann haben?

Meine Antwort: Wir gehen zu einer völlig neuen Lenkung der Menschheit durch die Natur über. Das ist eine globale, integrale Lenkung, die sich nicht auf das einzelne Individuum bezieht, sondern auf alle zusammen. Diese Lenkung verlangt von uns die Übereinstimmung mit ihr. Es wird so kommen, dass wir genauso integral und global sein müssen wie die Natur selbst.

Wir werden bestimmt dahin kommen. Heute allerdings zerreißt uns der menschliche Egoismus und entfremdet uns voneinander. Der Erfolg besteht nicht im Widerstand, sondern in der Übereinstimmung, in der Annäherung, in der Kommunikation. Deswegen schadet uns unsere heutige falsche Nutzung der Medien.

Der Erfolg von allem hängt nur davon ab, wie die menschliche Gemeinschaft (Kollektiv) verbunden ist, wie sie sich, einer für alle und alle für einen verantwortlich fühlt.

Diese Eigenschaft muss man in den Menschen erziehen, angefangen im Kindergarten. Wenn wir uns so wahrnehmen werden, unsere Gesellschaft, die Realität, unser Verhältnis zur Natur, dann werden wir wirklich eine integrale Gesellschaft bilden, ein Kollektiv, eine Familie und auch alles weitere. In diesem Fall ist uns der Erfolg gewiss, weil wir in Übereinstimmung mit der Natur arbeiten werden.

 

Aus dem TV Programm „Die Letzte Generation“  

[#219905]

Kabbala Akademie



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Davoser Forum: ein ungeahnter Optimismus

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos herrscht ein ungeahnter Optimismus. Die führenden Politiker und Magnaten prognostizieren ein Wachstum für die Weltwirtschaft und sie sehen keine ernsthaften Gefahren für 2018. Der Grundgedanke des Forums ist: „Schaffung einer gemeinsamen Zukunft in einer zersplitterten Welt“.

Man kann die Teilnehmer ganz gut verstehen. Sie feiern wirklich ein Fest in „ihrem Dorf“: im vorigen Jahr sind ca. 82% der geschaffenen Reichtümer an 1% der reichsten Menschen der Welt gegangen. Sie saugen die Welt immer mehr aus und die Wirtschaft wächst, vor allem für sie, während der reale Lebensstandard der Mehrheit der Weltbevölkerung allmählich sinkt.

Die Eliten sind sich darüber einig wie sie die Welt uneinig machen und aufteilen können. Genau darin sehen sie ihre gemeinsame Zukunft. Ihre Redner versprechen, dass auch für die anderen genug Krümel übrigbleiben. Wir sehen aber in Wirklichkeit, dass dies nicht geschieht. Im Gegenteil, sie profitieren von der zerbrochenen Welt. Sie verbinden sich in dieser Welt und werden noch stärker, noch reicher.

Was kann man da machen, der Egoismus ist nicht im Stande das zu teilen, was er in seinem Besitz hat. Als Resultat verschlimmert die Versammlung der Egoisten nur noch alles.

Das Problem liegt nicht in diesen Menschen selber, sie können nicht anders. Alles befindet sich in der menschlichen Natur. Wenn wir nicht wollen, dass die Natur uns einen steinigen Weg führt, müssen wir den Egoismus in uns korrigieren, in uns allen. Ansonsten wird er uns zerstören.

[#220624]



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In Verbindung mit dem Schöpfer


Frage: Was ist die Angst vor Veränderungen im Leben?

Meine Antwort: Die Angst vor Veränderungen im Leben ist ein kleines egoistisches „Tierchen“, das existiert und fürchtet, aus seinem Nerz herauszukommen. Alles ist gut für es, zumindest ist ihm alles vertraut. Es ist von schlechten Nachrichten schon ermüdet. Das ist die Angst vor Veränderungen.

Und bei einem Kabbalisten ist es umgekehrt, wenn ich meine Augen zumache und sage, dass alles vom Schöpfer kommt, habe ich keine Angst vor Veränderungen, egal,  wie sie sein werden. Ich verbinde mich mit dem Schöpfer, von dem alles kommt, und alle negativen Veränderungen sind nützlich für mich. Indem ich mich über sie erhebe, verbinde ich mich noch fester mit Ihm. Dabei mag und wertschätze ich jene Veränderungen, die sich in mir vollziehen.

Frage: Heißt das, dass ich sie sogar will?

Meine Antwort: Natürlich. Und wie kann ich mich als ein Egoist mit dem Schöpfer ohne negative Einflüsse verbinden? Ich werde mich Ihm niemals nähern, wenn ich nicht vor etwas Negativem weglaufen muss.

Frage: Das heißt, ein Kabbalist nimmt alle Veränderungen, Störungen und Probleme als eine Herausforderung des Schöpfers wahr?

Meine  Antwort: Nein. Da ich weiß, dass dies von Ihm kommt, habe ich keine Angst vor irgendetwas, es sei denn, dass ich schlechte Taten begehe. Man muss nur verstehen, wie und warum man uns erlaubt, so zu handeln.

Da alles im Voraus vom Schöpfer stammt, wo liegt das Problem, solange du nur ständig mit Ihm verbunden bist? Darin liegt unsere Rettung, unser Wohlergehen, unser gutes Leben.

Wenn du mit Ihm in Verbindung bist, wirst du dich die ganze Zeit in einer anderen Welt,  in einem anderen Zustand, in Verbindung mit der höchsten Kraft empfinden. Und deswegen wirst du alles, was vor deinen Augen, Ohren, Empfindungen in dieser Welt geschehen wird, als etwas Nebensächliches fühlen, als jenes Bild, über dem du mit Ihm die ganze Zeit verbunden sein musst.

Du erlebst die größten Empfindungen in der Verbindung mit Ihm. Und das Bild unserer Welt wird allmählich neblig, unwirklich, bis es vollkommen verschwindet, und es bleibt nur die Verbindung des Menschen mit dem Schöpfer. Das ist schon der ewige Zustand.

 

Aus dem russischen Unterricht, 13.08.2017

[#217797]



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Ich bin, weil ich nicht bin!

Wir existieren innerhalb des Schöpfers, der in uns alle Wahrnehmungen des Lebens bestimmt. Ob wir den Schöpfer loben oder ausschimpfen, dies alles macht auch der Schöpfer selber. Alles wird von Ihm geleitet und es gibt keine Realität, die außerhalb von Ihm existiert. In dem Maße, in welchem ich mich vor dem Schöpfer annulliere, erbaue ich mich selber, offenbare ich meine Wesen.

Der Schöpfer hat eine Schranke, eine Verhüllung aufgebaut. Wenn der Schöpfer sich völlig verhüllt, scheint es mir als ob ich existiere. Wenn ich diese Verhüllung annehme, offenbare ich in diesem Maße die höhere Kraft und dass ich in Wirklichkeit nicht existiere, ich bin nur ein Schatten des Schöpfers.

Indem man erfasst, dass es niemanden gibt außer dem Schöpfer, erschafft man sich selbst. Es kommt zu einem Paradoxon, indem wir in „es gibt niemanden außer Ihm“ existieren. Ich existiere genau deswegen, weil ich nicht existiere! Mein „Ich“ (Ego), welches der Schöpfer erschaffen hat, existiert nicht. Je mehr ich meinen Egoismus annulliere, desto mehr existiere ich in dieser Annullierung.

Deswegen gibt es hier keinen Widerspruch. Indem wir offenbaren, dass es niemanden gibt außer Ihm, werden wir größer und Ihm gleich, wir werden Seine Partner, von Angesicht zu Angesicht mit Ihm. All dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass der Schöpfer die Verhüllung erschuf und wir haben diese Verhüllung in Licht umgewandelt.

 

[#220202]



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