Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Der Eigenschaft des Gebens dienen

Und sie traten vor den Schöpfer. Und Josua sagte zum ganzen Volk, was Gott Israels gesagt hatte: Über dem Fluss lebten seit Urzeiten eure Vorfahren, Terach, der Vater Abrahams und der Vater Nahors, und sie dienten anderen Göttern. (Propheten, Buch Josua, 24:1-2)

Es gibt nur zwei Möglichkeiten des Seins: Entweder im eigenen Egoismus, in dem wir geboren wurden und uns entwickelt haben, oder über den Fluss zu ziehen und das Land Israel zu betreten, d.h. auf einer ganz anderen Stufe, in einem anderen Verlangen – „in einem anderen Land.“

Deshalb heißt es, dass der Vater Abrahams und der Vater Nahors anderen Göttern dienten, also nicht der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, sondern des gewöhnlichen Egoismus.

Das Land ist das „Razon“ (Wunsch). Israel leitet sich vom Wort „direkt zum Schöpfer“ ab.

Wenn der Mensch beabsichtigt, die Stufe, die Eigenschaft des Schöpfers zu erreichen, wird er zu einem vollkommen anderen Menschen. Dafür ist es notwendig, an sich zu arbeiten.

Frage: In der Tora handelt es sich doch um einen Menschen. Was bedeutet es, dass ich einmal gelebt und anderen Göttern gedient habe? Was ist das in mir?

Antwort: Das bedeutet, dass der Mensch ein Egoist war und nur an sich selbst gedacht hat. Doch mit der Zeit erkannte er, dass es in der Welt ein höheres Ziel gibt – ein Ziel, das größer, bedeutender und wahrhaft erfüllender ist. Der Mensch nimmt dieses Ziel an, passt sein Verhalten schrittweise an, um diesem Ziel näherzukommen.

Frage: Von welchen anderen Göttern ist hier die Rede?

Antwort: Von allen egoistischen Götzen, sie sind zahlreich. Jeder verehrt das, was er begehrt – Geld, Macht, Ruhm und andere materielle Wünsche. Diese Götzen sind die Manifestationen unseres Egoismus.

Diejenigen, die die Stufe der Gebens und der Liebe zum Nächsten erreichen wollen, haben nur einen Schöpfer.

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Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des Ewigen Buches“  

 



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Scham, die das Herz öffnet

Kommentar: In unserer Welt löscht die egoistische Natur sofort das Gefühl der Scham in uns aus, indem sie in den meisten Fällen eine Rechtfertigung für unser Verhalten findet: dass wir andere ausnutzen, stehlen oder uns etwas aneignen, das jemand anderem gehört. Oft sind wir uns gar nicht bewusst, dass wir egoistische Berechnungen anstellen—dass wir gegenüber anderen egoistisch handeln und die Welt nur aus der Perspektive unseres Vorteils beurteilen.

In diesem Zusammenhang empfinden wir kaum Scham. Doch wenn wir unsere Sensibilität für die Eigenschaft des Gebens und des Empfanges erhöhen würden, indem wir genau prüfen, wo wir wirklich geben und wo nur empfangen und nach welchem Prinzip wir die Welt wahrnehmen, dann würden wir vor brennender Scham erzittern.

Wenn wir die Eigenschaft des Gebens in ihrer ganzen Erhabenheit offenbaren würden und uns in unserer wahren Natur sehen könnten, nämlich als kleine, schwarze Käfer, die nur an die eigene Nahrung denken, danach streben, möglichst viel für sich selbst zu erhaschen, alles verschlingen, was ihnen begegnet—dann würde uns die Scham vor unserer eigenen Nichtigkeit in Bezug auf die wahre Barmherzigkeit verbrennen.

Es ist sogar beängstigend, sich vorzustellen, dass diese Offenbarung plötzlich vor aller Welt sichtbar werden könnte. Man könnte denken, was ist schon dabei? Schließlich sind wir nur Menschen, Geschöpfe, die aufgrund ihrer Natur handeln und es dagegen kein Mittel gibt. Dennoch wäre es uns äußerst unangenehm. Wir würden es vorziehen, zu sterben, als eine solche Schande zu erleben.

Es gibt kein größeres Leid als Scham, denn es liegt dem gesamten Verlangen nach Genuss zugrunde. Die erste Einschränkung wurde durch Scham geschaffen, da sie das menschliche Konzept auslöscht. Die vierte Stufe (Bina Dalet) erhebt sich, sobald sie Scham empfindet, da sie den Wunsch nach eigenständigen Entscheidungen repräsentiert. Scham ist das Gegenteil dieses Gefühls; sie hebt die menschliche Persönlichkeit auf.

Wir sprechen hier von unserem gegenwärtigen Zustand, in dem es noch keine menschliche Stufe gibt, sondern nur eine tierische Stufe, auf der wir nicht einmal für unsere eigenen Taten verantwortlich sind. Alle unsere Eigenschaften haben wir vom Höheren, vom Schöpfer erhalten- daher richtet man alle Vorwürfe an den Schöpfer, der dieses Geschöpf erschaffen hat. Doch wenn wir beginnen, die Eigenschaft des Gebens zu offenbaren- den Schöpfer und uns im Vergleich zu Ihm bewerten, offenbart sich zwischen uns eine so große Kluft, wie wir sie nie für möglich gehalten hätten.

Scham besitzt eine enorme Kraft und nur durch sie haben wir die Möglichkeit, gegen unser Ego anzukämpfen und uns zu korrigieren. Ähnlich wie in der Welt der Unendlichkeit, in der Malchut unter dem Druck der Scham alles aufgab. Diese Scham existierte nicht, weil sie empfing- im Gegensatz zum Schöpfer- sie sich ihrer Eigenschaften schämte, sondern weil sie nicht in der Lage war, zu geben und zu schenken, wie Er. Das ist eine ganz andere Art von Scham- die Scham auf dem Weg zur vollständigen Korrektur in Bezug auf uns.

Unsere Scham offenbaren wir allmählich, Schritt für Schritt. Zunächst schämen wir uns, wenn wir beim Stehlen erwischt werden oder wenn wir andere ausnutzen und ihnen Schaden zufügen. Das Bewusstwerden dieses Schamgefühls hilft uns, die richtige Haltung einzunehmen, damit wir uns nicht mehr wie ein feiges Tier verstecken, das Angst hat, bloßgestellt zu werden. Im Gegenteil: Wir sollten bereit sein, all unser Böses zu offenbaren und uns selbst zu beschämen, um daraus Kraft zu schöpfen, unser Ego zu überwinden und einen “Anti-Ego-Schirm” zu erbitten.  

Der Schirm ist nicht dazu da, die Scham zu unterdrücken, sondern um die Eigenschaften vom Empfangenden zum Gebenden zu verändern. Solange dies nicht geschieht, ist der Mensch bereit, die Scham zu ertragen, denn nur sie öffnet sein Herz und lässt die ganze Wahrheit ans Licht treten.  

Deshalb ist die Verschmelzung mit der Scham untrennbar mit der Korrektur verbunden. Der Mensch sollte keine Angst vor Scham haben, sondern versuchen, sie besser zu spüren und zu verstehen. Das Wichtigste ist, darüber hinauszuwachsen, um mit dieser Eigenschaft zu arbeiten, denn sie führt uns letztlich zur vollständigen Korrektur.

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Aus dem Unterricht zu „Die Gabe der Tora“

 



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Enzyklopädie der Scham

„Einer, der isst, was nicht Seines ist, fürchtet sich, einem ins Gesicht zu schauen“. Das meint, dass jeder, der die Früchte der Arbeit von anderen verzehrt, sich fürchtet (schämt), seine eigene Gestalt anzuschauen, denn seine Gestalt ist unmenschlich. (Baal HaSulam, „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“.)

In uns steckt die Eigenschaft der Scham sehr tief und ist ausgeprägt verankert. Wir haben verzweifelte Angst davor, sie zu offenbaren, denn die Scham steht im Konflikt mit unserem Ich, sie verwandelt uns in ein Nichts.

Wenn ich Scham empfinde, die mich in ihrer ganzen Größe durchdringt, dann annulliere ich mich. Diese Reaktion entspringt aus einer höheren Wurzel, aus meiner Gegensätzlichkeit zum Schöpfer, aus einem Verlangen zu empfangen, das dem Licht entgegengesetzt ist. Das Verlangen erkennt, wie sehr es dem Licht in seinen Eigenschaften, in seiner Größe entgegengesetzt ist und empfindet diesen Abgrund als Scham.

Dann ist es bereit, sich zu annullieren, auf seine Existenz zu verzichten- nur um diesen Abgrund nicht mehr zu fühlen. Das ist es, was es dazu bringt, eine Einschränkung vorzunehmen, d.h. sich zu annullieren. Um die Scham loszuwerden, bin ich bereit, ins Nichts zurückzukehren, aus dem ich entstanden bin. Manchmal manifestiert sich ein Körnchen dieses spirituellen Gefühls in uns.

Warum also ist Scham notwendig? Sie hilft uns, zur Anhaftung, zur völligen Übereinstimmung mit dem Schöpfer zu gelangen. Die Scham entspringt der offenbarten Gegensätzlichkeit zwischen uns und dem Schöpfer und hilft uns, diesen Abgrund zu überwinden.

Das bedeutet: Wenn ich mich entwickeln will, muss ich das Gefühl der Scham ständig vertiefen – das heißt, den Abgrund zwischen mir und dem Schöpfer schärfer empfinden –, um mich dadurch genau und sicher voran zu bewegen. Sagen wir, heute schäme ich mich, als hätte ich einen Dollar von Ihm gestohlen. Morgen werden es bereits zwei Dollar sein, übermorgen drei…

Indem ich meine Gegensätzlichkeit hervorhebe und betone, korrigiere ich sie und schreite voran.

So ist die Scham die vordringlichste Empfindung, die mich buchstäblich mit dem Schöpfer „kurzschließt“. Wenn ich die Scham durch Geben korrigiere und mich kontinuierlich über sie erhebe, gelange ich zur Anhaftung. Deshalb ist es gerade die „Anhaftung“, die unseren endgültigen Zustand definiert.

Scham ist ein eigenständiges Geschöpf. Es reicht nicht zwei Verlangen zu haben: Empfangen und Geben, denn dann würde eine direkte Füllung genügen: Der eine gibt, der andere empfängt – es gäbe keine Probleme. Der Schöpfer möchte, dass das Geschöpf ihm ähnlich wird, so hat Er in der Schöpfung dieses besondere Gefühl namens „Scham“ geschaffen, das uns ständig reizt und innerlich aufrüttelt.

Wenn man einem Hund einen Knochen hinwirft, stürzt er sich freudig und ohne jede Scham darauf und beginnt darauf herumzukauen. Der Mensch aber, sofern er sich nicht auf dem Niveau eines Tieres befindet, wird ständig von der Scham angespornt. Was zwingt einen, in diesem Haus zu wohnen, solche Kleidung zu tragen, zur Arbeit zu gehen, eine Familie zu gründen, sich „kulturell zu bespassen“ und so weiter? Das ist die Scham. Was würden sonst die anderen sagen?

Es gibt eine Scham, die mein spirituelles Vorankommen behindert: „Was werden die anderen denken?“ Es gibt noch eine andere Scham – die, gegenüber dem Schöpfer. Wenn ich diese Scham stärke, rückt das Unbehagen gegenüber den anderen in den Hintergrund: „Sollen sie doch reden, sollen sie denken, was sie wollen.“ Ich bin bereit, mich für meine kindliche Unbeholfenheit vor den Menschen zu schämen- wenn mir das nur helfen würde, die wahre Scham vor dem Schöpfer zu empfinden und ich mich in die richtige Richtung bewegen würde.

Scham ist ein Punkt meines Selbst, sein Abbild. In meiner Beziehung zu meiner Umgebung kann mein Egoismus Schaden nehmen, doch in der Beziehung zum Schöpfer geht es um tiefere, ursprüngliche Gegensätze von Eigenschaften.

Die Scham ist als etwas Eigenständiges erschaffen worden- geschaffen, sie existiert nicht in der unbelebten, pflanzlichen oder tierischen Natur, sie ist nur dem Menschen eigen und wird dort entsprechend dem Niveau des Verlangens unterteilt.

Die Scham ist die Ursache der ersten Einschränkung, die Ursache aller Entwicklung. In der Welt der Unendlichkeit war Malchut von Licht erfüllt und mit dem Schöpfer verschmolzen. Es fehlte ihr nur eines – sich von dem Gegensatz des Schöpfers zu befreien. Das ist der Punkt der Scham.

Welchen Unterschied macht das? Vor dir steht ein königlich gedeckter Tisch mit allen Köstlichkeiten gedeckt und der Hausherr stellt dir seinen ganzen Palast, all seine Güter zur Verfügung:

„Alles, was ich habe, gehört dir. Was fehlt dir noch? Willst du nicht Gast im Hause des Gastgebers sein? Gut, dann bin ich nicht mehr der Gastgeber.“

Aber der Gast ist immer noch nicht zufrieden:

„Nicht ich habe das alles gemacht, sondern Du. Ich bin zu einem gedeckten Tisch gekommen.“

„Du willst also wie ich werden- Existierendes aus Existierendem??

Hier berühren wir einen sehr subtilen Punkt, einen Punkt, der so hoch ist, dass niemand weiß, wohin er letztlich führt- nach Zehntausend Jahren, nach dem Ende der vollständigen Korrektur…

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel: „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen.“



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Wenn kein Verlangen besteht

Frage: Ist es gut oder schlecht, wenn der Mensch ohne ein Verlangen durch Überwindung lernt?  

Antwort: Es ist gut. Das bedeutet, dass das Ziel erhabener ist, als das eigene, kleine, egoistische Verlangen. Das heißt, man setzt Kräfte ein, um das Ziel zu erreichen. Wenn man ohne Überwindung lernt, stellt sich die Frage, wo die eigene Anstrengung bleibt. Noch problematischer ist es, wenn man Freude beim Lernen empfindet.

Am besten ist es, wenn kein Wunsch besteht und man wie tot die Gruppe darum bittet, irgendeine Gelegenheit zu bekommen, um die Bedeutung des Ziels zu erkennen. Indem man sich vor den Freunden annulliert und alles für sie tut, um die Wichtigkeit des Ziels zu erfahren, wird man durch ihre Inspiration motiviert, in der Früh zum Unterricht zu kommen- das ist das Beste.  

Frage: Bedeutet das, wenn ein Schüler zu Ihnen kommt und sagt: „Was soll ich tun? Ich kann nicht mehr, wie soll ich weiterleben?“ – Ist das der beste Zustand?

Antwort: Ja. Dann sage ich ihm: „Herzlichen Glückwunsch! „Du erkennst, dass du nur ein Tier bist, das nach tierischer Befriedigung strebt und nichts anderes.” 

Frage: Bedeutet das, dass das Lernen mit Freude nur die Anfangsphase ist, wenn man noch nichts erreicht hat?  

Antwort: Das Wichtigste ist die Verbindung mit der Gruppe, mit den Freunden. Denn dadurch empfängt man von ihnen ein zusätzliches Verlangen und steigt höher auf.

Frage: Und wenn man die erste spirituelle Stufe – den Machsom – überschritten hat, ändert sich dann die Wahrnehmung seiner Ablehnung?

Antwort: Wenn der Mensch den Machsom überschritten hat, wirken auf ihn ganz andere Kräfte, andere Berechnungen.  

Frage: Es ist also so, dass vor der endgültigen Korrektur immer eine Art Hinterlist gegen die eigene Natur stattfindet?  

Antwort: Ja, genau. Sonst kann der Mensch, wenn er nicht immer weiter seinen Egoismus offenbart und ihn gleichzeitig korrigiert, um darüber aufzusteigen, nicht vorankommen.

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Aus der Fernsehsendung „Mein Telefon klingelte. Wenn kein Verlangen besteht“

 



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Das Fest Schawuot naht

Und siehe, das Schawuot-Fest naht – die Zeit der Gabe unserer Tora. Das bedeutet, dass der Schöpfer sich im Herzen des Menschen kleidet, das heißt, dass sich die Tora im Herzen jedes Einzelnen aus dem Volk Israel kleidet.Rabash, Brief 52

Die Tora kleidet sich ins Herz des Menschen, das heißt, der Mensch spürt in diesen Tagen eine Verbindung mit dem Schöpfer, wie er sie an keinem anderen Tag, zu keiner anderen Zeit, gespürt hat. In diesen Tagen nähert sich der Schöpfer Seinem Volk, und alle empfinden, dass dies ein Feiertag ist.

Und wenn wir diesen Feiertag nicht empfinden, dann sollten wir unser Herz öffnen und in es hineinlassen, was in diesen Tagen erfassbar ist – um zu spüren, dass der Schöpfer innerhalb Seines Volkes weilt. Wenn das Fest nur schwach empfunden wird, sollte man überprüfen, was uns in der Vorbereitung darauf fehlt – also in der Bereitschaft, die Tora zu empfangen.

Wenn die Tora sich ins Herz kleidet und der Mensch das Licht der Tora im Herzen spürt, beginnt er, die Tora entsprechend diesem „Kleid“ auszuführen. Das heißt, der Wille des Schöpfers tritt ins Herz des Menschen ein, und nun verpflichtet ihn das Herz selbst, die Tora mit Liebe und Freude zu erfüllen.

Wenn wir uns an allen Tagen von Pessach bis Schawuot auf den Empfang der Tora vorbereiten, dann werden wir an diesem Feiertag bereit sein, sie zu empfangen. Anfänglich ist das Herz des Menschen egoistisch, doch es verändert sich durch die Zustände, die man durchläuft, und nähert sich schließlich dem an, was der Schöpfer von ihm verlangt. Und das bedeutet, dass sich die Tora im Herzen des Menschen kleidet.

Ein Zeichen dafür, dass der Mensch bereit ist, die Tora zu empfangen, ist seine Zustimmung, sein Herz zu öffnen und all das Licht, das zu ihm kommt, in sich aufzunehmen – um zu empfinden, dass der Schöpfer in seinem Herzen Wohnung genommen hat.

Es heißt, dass als das Volk sich am Fuße des Berges Sinai versammelte, der Schöpfer ihnen eine Bedingung stellte: Entweder ihr empfangt die Tora, oder dies wird euer Grab. Das heißt, es wird eine Bedingung gestellt: Entweder man haftet sich an den Schöpfer an – oder man verbleibt in Trennung. Die Zeit der Wahl ist gekommen. Und wir wählen die Einheit, die Verbindung – und durch diese Entscheidung beginnt das Fest!

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Aus dem Unterricht über den Artikel „Die Gabe der Tora“, 01.06.2025



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Wunsch, Fortschritt, Wichtigkeit des Ziels

Frage: Beginnt die wahre Kabbala in dem Stadium, in dem man gegen seine Wünsche vorgeht?

Antwort: Nein, man kann nicht gegen das Verlangen vorgehen. Man kann nicht gegen das Verlangen vorgehen, da man am Ende die Kraft haben muss, um voranzukommen. Die Kraft entsteht, wenn man gegen sein ursprüngliches Verlangen handelt.

Aber dennoch, wenn man eine Bewegung macht, bedeutet das, dass man von irgendwoher Energie bekommt, es bedeutet, dass man das Verlangen hat, diese Bewegung zu machen.

Woher kommt es? Von der Wichtigkeit des Ziels. Woher kommt die Wichtigkeit des Ziels, wenn das Ziel nicht sichtbar ist? Die Gruppe gibt sie einem.

Wenn man die Bedeutung des Ziels durch die Gruppe verinnerlicht und auf dieses Ziel zusteuert, dann kann man sogar den Schöpfer bitten, sich zu offenbaren. Selbst seine Offenbarung wird man schließlich nur zum spirituellen Fortschritt und nicht nur zum Eigennutz verwenden.

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Aus dem Vortrag „Mein Telefon klingelt. Wenn kein Verlangen da ist.“

 



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Eine Antwort im Glauben über dem Wissen erhalten

Baal HaSulam, Shamati, Artikel 14 „Was ist die Größe des Schöpfers?“: Ein Mensch soll seine Fragen nicht mit Wissen beantworten, sondern er muss sich wünschen, dass der Schöpfer auf seine Fragen antwortet.

Indem man sich an den Schöpfer wendet, um die Fragen, die in einem auftauchen, zu beantworten, lernt man die richtigen Antworten zu empfangen.

Frage: Was bedeutet es, eine Antwort im Glauben über dem Wissen zu erhalten? Es scheint, dass die Antwort das ist, was man im Verstand wahrnimmt.

Antwort: Ein Mensch kann die Antworten des Schöpfers nur auf der gleichen, zumindest minimalen Stufe verstehen, auf der der Schöpfer zu ihm spricht und das ist der Glaube über dem Wissen.

Der Schöpfer reagiert auf die Fragen des Menschen, d.h. auf die Erweckungen die er im Menschen hervorruft und das in unterschiedlicher Form. Es gibt keine Bedingung, dass Er nur auf diese Weise antwortet. Im Grunde genommen kommen die Antworten in Form des höheren Lichtes. Erst später nimmt man sie in dem Mass auf, inwieweit man fähig ist, sie sowohl in der Breite als auch in der Tiefe wahrzunehmen.

Frage: Ich bin bemüht mich über mich selbst zu erheben, mich mit meinen Freunden zu verbinden und dem Schöpfer aus diesem Zustand heraus eine Frage zu stellen, zum Beispiel: wie ich mich in diese oder jene Situation verhalten soll. Was bedeutet es, dass Er mir antwortet? In welcher Form kann das sein?

Antwort: Wenn man sich richtig auf den Schöpfer einstimmt, wird man Seine Antwort in der Form hören, die man wahrnehmen kann.

Frage: Das würde also bedeuten, dass man die Antwort im Glauben über dem Wissen erhalten hat?

Antwort: Ja, je nachdem, wie man diese Antwort für sich offenbart.

[328732]

Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch Shamati

 



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Adaption der Kabbala

Frage: Sie sind der Lehrer. Wer kann Sie beim Unterrichten ersetzen?

Antwort: Ich denke nicht, dass das überhaupt notwendig sein wird. Es gibt etwa zwanzigtausend aufgezeichnete Lektionen, die eine enorme Menge an Wissen, Ratschläge und Übungen zur Kabbala enthalten, die studiert und umgesetzt werden können.

Solange ich die Möglichkeit habe, voranzuschreiten, werde ich das tun. Sobald ich aufhöre, ist nichts Weiteres erforderlich. Die Menschen können alle Lektionen und Vorträge aus dem Archiv nehmen und systematisch studieren. Das Material reicht für zehn Jahre im Voraus aus, sodass man sich keine Sorgen machen muss. Das ist vollkommen ausreichend, um alle Ziele zu erreichen.

Dennoch bemühe ich mich täglich, etwas Neues zu vermitteln, indem ich immer anschauliche Beispiele finde, einfache Ausdrücke und Formulierungen, um den Stoff verständlicher zu machen.

In der Kabbala ist die Einfachheit das Wichtigste. Es ist nicht wie in der Philosophie oder in anderen Wissenschaften, bei denen es darum geht, zu verwirren oder komplizierte Theorien aufzustellen. Es geht um hohe, entfernte, kaum wahrnehmbare Bilder und Gedanken, die mit den gewöhnlichen Sinnen, dem Herz und dem Verstand kaum erfassbar sind. Diese müssen so nah wie möglich am Menschen ausgedrückt werden, und zwar an den normalen Menschen, da die Kabbala heute für die breite Masse bestimmt ist. 

Deshalb versuche ich heute, sie der breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Der große Kabbalist des 12. Jahrhunderts, Rambam, schrieb, dass unsere Methode so entwickelt werden muss, dass sie so einfach ist, dass sie für Frauen, Kinder und Ungebildete – für alle geeignet ist. Nicht nur für große Denker oder einer kleinen Elite, sondern für jeden Menschen auf der Welt.

Grundsätzlich ist jeder verpflichtet, seine Natur zu korrigieren und den korrigierten Zustand- die Stufe des Schöpfers- zu erreichen. Das ist die Essenz unserer Generation. Vielleicht nicht in dieser, sondern in der nächsten Generation, aber innerhalb der nächsten Jahrzehnte müssen wir dieses Ziel erreichen.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte“, 20000 Lektionen

 



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Ein Fest zu Ehren der ersten Ähnlichkeit, der Form mit dem Licht

Aus dem Artikel von Rabash: „Die Verpflichtung, über den Auszug aus Ägypten zu berichten“. Das Buch Sohar erklärt, warum man nicht das ganze Jahr über Matza isst, sondern nur während des Pessach-Festes. Es vergleicht dies mit der Geschichte eines Königs, der einen seiner Untertanen zum Minister ernannte und ihn an diesem Tag in prächtige Kleider kleidete. 

Nachdem der Tag vorüber war, zog der Untertan die schönen Kleider wieder aus und trug sie nur an dem Tag als Zeichen der Festlichkeit, an dem er zum Minister ernannt wurde. Deshalb feiern wir jedes Jahr diesen Tag, kleiden uns festlich und essen genau an Pessach Matza, um an den Auszug aus Ägypten zu erinnern.

Jede spirituelle Wurzel hat einen materiellen Zweig. Das ganze Universum ist ein einziges Verlangen nach Genuss —ein „Etwas aus Nichts“ — ohne das nichts erschaffen wurde. Das Licht wirkt auf die Materie ein und formt sie mit ihrer Natur.  

Nur durch diese Prägung, die vier Stufen von HaWaYaH, können wir das Licht erkennen. Wenn es uns gelingt, die entsprechenden Veränderungen in unserem Verlangen vorzunehmen, können wir das Licht erlangen, das die Materie erschaffen und ihren Abdruck darin hinterlassen hat.

Ein wichtiger Schritt zum Erkennen des Lichts ist die Loslösung der egoistischen Kräfte, den sogenannten Klipot (Hüllen). Dadurch können wir uns von unserer ursprünglichen Natur, die „aus dem Nichts“ erschaffen wurde, trennen und beginnen, die Prägung des Lichts in unserem Verlangen zu erkennen. Wir verstehen dann, wer das Licht ist, was es bewirkt und wie alles erschaffen wurde — lange bevor diese Welt und der Mensch darin entstanden sind.

Das bedeutet, wir steigen zu unserer spirituellen Wurzel auf. Dabei erkennen wir, dass im Plan der Schöpfung und im Einfluss des Lichts auf das Verlangen ein besonderer Punkt existiert, der „Auszug aus Ägypten“ genannt wird. Das Verlangen hört auf, nur sich selbst zu fühlen; es verlässt seine innere Natur, um auch das Licht und seine Quelle zu spüren.

Von diesem Moment an entsteht eine wechselseitige Verbindung zwischen dem Verlangen und dem Licht, ähnlich wie bei Partnern, die gemeinsam handeln. Die höhere Wurzel, die es uns ermöglicht, zu ihr aufzusteigen und mit ihr zusammenzuarbeiten, ist von großer Bedeutung. Von ihr beginnt der Mensch, als „Adam“ bezeichnet, das Abbild des Schöpfers (Dome) zu werden. Es ist wie eine Geburt, weshalb der Auszug aus Ägypten als spirituelle Geburt jeder einzelnen Seele gefeiert wird.

Aus diesem Grund feiern wir diesen Zustand.

Es gibt eine Entsprechung zwischen der spirituellen Wurzel und dem materiellen Zweig, dargestellt durch die Kategorien „Welt, Jahr, Seele“. Unsere Welt ist eine Projektion der spirituellen Welt, darum hat jede spirituelle Handlung oder jedes Ereignis eine materielle Erscheinung in unserer Welt.  Deshalb feiern wir in den Zweigen den gesamten spirituellen Prozess, den wir durchlaufen –  den Jahreszyklus.  

In allen unseren Traditionen gibt es materielle Manifestationen, der spirituellen Handlung, die wir erreichen und vollziehen möchten. Der Auszug aus dem Verlangen nach Genuss sowie das Erreichen der ersten Ähnlichkeit der Form mit dem Licht, also die spirituelle Geburt, werden als „Auszug aus Ägypten“ bezeichnet. Deshalb gilt dieser Monat als der erste Monat- der Beginn der spirituellen Entwicklung des Menschen.

Natürlich entwickeln wir uns schon seit vielen Jahren weiter, bis wir das Gefühl dafür bekommen , was Ägypten genannt wird und wie unerträglich es ist, darin zu bleiben. Ein solcher Zustand ist schwer zu erreichen, denn dazu muss man sich immer mehr unter Druck setzen, immer unangenehmer, sich unfahig fühlen, sich selbst zu kontrollieren und sklavisch von seiner egoistischen Natur abhängig zu sein.

Hierbei hilft uns das irdische Leben. Dieser materielle Zustand, in dem wir vollständig der Macht des Verlangens zu Empfangen unterworfen sind und kein Verhältnis zum Licht haben, vermag uns ein Gefühl für diese Zustände zu vermitteln. Es scheint uns, als lebten wir in der materiellen Welt-  auf der höchsten Stufe der Empfindung, die im Verlangen entfaltet wird.

Deshalb können wir durch das Materielle unsere Lebensweise so gestalten, dass wir die Ehre erlangen, daraus auszusteigen und das spirituelle Leben zu spüren.

[132575]

Aus dem Unterricht zum Artikel von Rabash.

 



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Vier Stufen des Verstehens

Frage: Es wird erzählt, dass Rabbi Schimon gemeinsam mit seinen Schülern das Buch Sohar verfasste. Sie saßen in einer Höhle: Rabbi Schimon sprach, Rabbi Abba schrieb mit, Rabbi Schimons Sohn, Rabbi Elasar, vernahm seine Worte „von Mund zu Mund“, und alle anderen hörten „durch das Herz“. Was bedeuten diese verschiedenen Ebenen der Verbindung?

Antwort: Neben der äußeren Sprache, mit der Kabbalisten kommunizieren – der „Sprache der Zweige“ –, gibt es auch eine innere Verbindung. Diese nennt sich „Mi Pe le-Osen“ („von Mund zu Ohr“) auf der Stufe von Bina, wenn Lehrer und Schüler im kleinen Zustand miteinander verschmolzen sind, und „Mi Pe le-Pe“ („von Mund zu Mund“) auf der Stufe von Keter, im großen Zustand. Für eine solche Verbindung braucht man keine Sprache mehr – der eine versteht den anderen ohne Worte, durch inneres Verschmelzen und Vereinigung.

Das bedeutet, wir können einander auf vier Arten verstehen:

  • nach langen Gesprächen,
  • mit einem halben Wort,
  • ganz ohne Worte,
  • oder in einer solchen Verschmelzung, dass man nicht einmal sagen kann „du verstehst mich“ oder „ich verstehe dich“, denn man ist nicht mehr voneinander getrennt, es gibt nichts mehr, was man sich übermitteln müsste.

Das sind die verschiedenen Stufen der spirituellen Verbindung.

[35328]
Aus dem Unterricht zum Artikel „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“



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