Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Die Illusion einer Ko-Existenz

Israelische Städte, die einst als Symbole jüdisch-arabischen Zusammenlebens galten, stehen in Flammen. Unruhen und Lynchmorde, die von beiden Seiten verübt wurden, haben die vordem als friedlich empfundenen Nachbarschaften erschüttert. Die großen israelischen Städte Haifa, Jaffa, Ramla, Akko und Lod brennen im anhaltenden Sperrfeuer tausender Raketen der Hamas-Terroristen auf die israelische Bevölkerung und der darauf folgenden militärischen Antwort im Gazastreifen. Warum wird die Brücke zwischen beiden Gemeinschaften von den Flammen des Zorns verzehrt? Weil es eine solche Brücke oder eine wirkliche Koexistenz nie gegeben hat. Sie hat nie existiert.

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Die zweidimensionale Welt

Frage: Derzeit wird in sozialen Medien über Themen der verborgenen Dimensionen, die es um uns herum gibt, ausführlich diskutiert. Viele Annahmen erden unterbreitet, einigen davon liegen Beweise zugrunde, anderen nicht. Welche geheime Dimensionen existieren aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Um uns herum existiert nur eine verborgene Dimension, dies ist die Eigenschaft des Gebens, die wir nicht einfach so aus uns selbst ausströmen (emanieren) können.

Wir leben in einer egoistischen Dimension, die die Eigenschaft des Empfangens für sich selbst des gesamten Guten, des notwendigen und nützlichen darstellt. Und die ihr entgegengesetzte Eigenschaft des Gebens ist uns gänzlich unbekannt. Hätten wir diese Eigenschaft noch zusätzlich zur Eigenschaft des Empfangens, dann könnten wir uns das gesamte Bild der Welt ganz klar vorstellen.

Frage: Ist das der Grund, warum der Mensch aktuell diese Dimensionen gar nicht wahrnimmt?

Antwort: Es gibt eine zweidimensionale Welt und nicht mehr als das. Eine Welt des Empfangens und des Gebens. Wenn sie sich jedoch gegenseitig ergänzen, entsteht daraus ein n-dimensionaler Raum. Alles kann nur in Bezug zum Menschen wahrgenommen werden.

Frage: Kann es eine mehrdimensionale Welt geben, in der es mich nicht gibt?

Antwort: Nein, sie existiert nur subjektiv, relativ zu Ihnen.

Frage: Kann es eine mehrdimensionale Welt geben, in der alle Menschen gut sind und in der alles korrigiert ist?

Antwort: Wenn man eine derartige Welt erschafft.

Frage: Bedeutet das, es hat immer beim Menschen seinen Anfang?

Antwort: Ja, natürlich. Der Mensch steht im Mittelpunkt.

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Anerkennung des Bösen

Frage: Je mehr ich mich dem Studium widme und mit der Gruppe verbunden bin, umso mehr habe ich das Gefühl, vom Ziel weiter entfernt zu sein, warum ist das so?

Antwort: Das ist die natürliche Phase, die sich „die Erkenntnis des Bösen“, nennt, weil der Mensch seinen wahren Zustand, seine Natur, entdeckt.

Wenn der Mensch mit dem Gedanken in die Gruppe gekommen ist, um noch etwas Wissen zu erwerben, beginnt er nun zu spüren, was für ein großer Egoist er ist, und dass er noch etwas dagegen tun, sich selbst korrigieren muss. Zuvor hat er nicht einmal daran gedacht. Nun sieht er, wie wenig er sich selbst im Griff hat, wie ihn irgendwelche Gedanken, irgendwelche Wünsche beherrschen, dass er ihnen nichts entgegenzusetzen hat.

Sogar dann, wenn er sich selbst schwört, immer an der Gruppe festzuhalten, mit der Gruppe verbunden zu sein, nach nur einer Minute ist das alles verschwunden, und er befindet sich aufs Neue in der Gewalt des Egoismus.

Es steht geschrieben: „Wer größer ist als sein Freund, dessen Verlangen ist noch größer“, und so kommen wir tatsächlich voran.

Wenn der Mensch das Gefühl hat, schlimmer geworden zu sein, bedeutet das: weil er jetzt näher am Ziel ist, hat er sich in Wirklichkeit gebessert. Und dennoch: bevor er seinen Egoismus nicht „getötet“ hat, bleibt er im Prinzip ein Niemand. Das heißt, dass er sich über ihn hinwegsetzen muss. Nachdem er die Kraft vom Schöpfer erhält, soll er beginnen sein Ego zu beherrschen, sich seinem Ego zu widersetzen. Wenn er es nicht tut, existiert er nicht, und das Ego, die Kraft des Schöpfers, verwaltet ihn und macht mit Ihm, was es will. 

Wir müssen dem ein Ende setzen.

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Von Konflikt zu Konflikt voranschreiten

Letzte Woche führte ein Streit um Wasser zwischen Kirgisistan und Tadschikistan zu bewaffneten Zusammenstößen. Dabei wurden mehr als 30 Menschen getötet. Zahlreiche Menschen wurden verletzt und mehr als 10.000 Menschen mussten aus ihren Häusern fliehen. 

Diese Zusammenstöße waren die schlimmsten seit vielen Jahren zwischen diesen beiden Ländern. Und obwohl das Feuer zunächst abgeklungen ist, ist die Situation immer noch sehr angespannt. Kirgisistan und Tadschikistan sind nur die jüngsten in einer Reihe von Zusammenstößen, die zunehmend häufiger auftreten und intensiver werden. Dies geschieht nicht nur zwischen Ländern, sondern auch zwischen Fraktionierungen innerhalb von Ländern, sowie bei häuslicher Gewalt. Die Welt wird eindeutig zu einem gewalttätigeren Ort.

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Respekt und Geringschätzung in Beziehungen

Beziehungen können aufgrund von Respekt oder Geringschätzung gelingen oder scheitern. Wenn wir respektlos sind, kann es dazu führen, dass die betroffene Person selbst sterben oder jemanden töten möchte. Aber was bedeutet es, jemanden zu respektieren? Wie wirkt sich Respekt in unseren Beziehungen aus? Und wie sollten wir unsere Kinder behandeln, wenn es um Respekt geht? Was sollten wir von ihnen verlangen?

Jeder von uns hat eine Reihe von Werten, mit denen wir die Menschen um uns herum einschätzen. Wir stufen sie danach als hoch oder niedrig ein und behandeln sie entsprechend mit Respekt, Geringschätzung oder irgendwie innerhalb dieser Skala. Wenn wir eine solide, gesunde Beziehung aufbauen wollen, ist gegenseitiger Respekt eines der wichtigsten Elemente.

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Im Rahmen spiritueller Handlungen

Kommentar: Wie in der Tora geschrieben steht (Kapitel „Auszug aus Ägypten“), vor etwa dreieinhalbtausend Jahren, verlangte Moses in Gottes Namen vom Pharao, das Volk Israel aus der Sklaverei zu befreien. Doch Pharao hörte nicht auf ihn und zehn Plagen fielen auf Ägypten.

Aus akademischer Sicht habe es dieses Ereignis nicht gegeben, und wenn doch, nicht in solchem Ausmaß, wie in der Tora beschrieben. Die Religion prüft nicht, man glaubt einfach, dass es sich so ereignet hat. Die Kabbala betrachtet das jedoch überhaupt nicht als ein historisches Ereignis, sondern vertritt den Standpunkt, es gehe hier um spirituelle Zustände im Leben des Volkes und Moses selbst.

Antwort: Erstens, in der Tora ist nicht die Rede von einzelnen Menschen, sondern von Problemen der gesamten Menschheit.

Zweitens, es sind nicht physische Probleme gemeint, obwohl sie sich möglicherweise auf irgendeine Weise im Materiellen widerspiegelten. Aber darum geht es überhaupt nicht.

Ursprünglich wurde die gesamte Menschheit aus dem egoistischen Wunsch zu genießen erschaffen. Von seiner Entstehung an und während seiner Entwicklung durchläuft dieser Wunsch verschiedene Etappen, bis die Menschen zu verstehen beginnen, dass sie nicht länger in ihrem Egoismus verbleiben können, und auf irgendeine Weise herauskommen müssen.

Die Gruppe, die Abraham aus dem alten Babylon ins Land Kanaan führte, oder vielmehr seine Nachkommen, die Söhne seines Enkels Jakob, kamen nach Ägypten.

Die Tora schildert, dass sie eine lange Zeit so lebten und dabei verschiedene, gute und schlechte, Etappen durchliefen. Prinzipiell ist in der Tora von den inneren Zuständen dieses Volkes die Rede.

Wenn wir über das Volk als eine große Zahl von Menschen sprechen, meinen wir nicht seine Anzahl, sondern seine spirituelle Kraft. Das heißt, all dies muss im Rahmen spiritueller Handlungen wahrgenommen und bewertet werden.  

Dasselbe bezieht sich auf die ägyptischen Plagen. Gemeint sind spirituelle Handlungen, wenn Menschen sich aufgrund der Angriffe des Egoismus zusammenschließen.

Am Anfang beginnen sie zu spüren, dass der Egoismus sie niederdrückt. Wenn also Pharao, der ihren Egoismus symbolisiert, sie versklavt, fühlen sie sich geknechtet und müssen sich irgendwie miteinander verbinden, um einander zu helfen. Denn durch die Schläge zieht sich ein Mensch innerlich zusammen und das führt zu einem gänzlich anderen Zustand, aus dem er sich zu befreien versucht. Dieser Versuch, sich vom Egoismus zu befreien, ist genau der Auszug aus Ägypten.

Jedoch, um aus Ägypten auszuziehen, muss diese Gruppe einverstanden sein, sich über ihr Ego zu erheben. Indem sie eine spirituelle Gemeinschaft bilden, genannt „Parzuf“ („System“), und so eine besondere Reinigung vom Egoismus durchlaufen. 

Da dieses spirituelle Gebilde aus zehn Teilen, den zehn Sefirot besteht, durchlaufen sie zehn Zustände der Befreiung vom Ego. Diese werden als die zehn Schläge oder ägyptischen Plagen bezeichnet.

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Kritik – eine Nachkommenschaft des Egos

Bis zu einem gewissen Grad sind wir alle kritisch gegenüber anderen. In der Tat ist es ein Vergnügen, andere zu kritisieren, auf das nur wenige verzichten können. Bedauerlicherweise ist Kritik eigentlich eine Selbstbestätigung unseres eigenen Egos. Selbstgerechtigkeit und gerechte Empörung geben uns ein solches Gefühl der Überlegenheit, dass die meisten von uns nicht widerstehen können.

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Ist es möglich, spirituelle Zustände im Alltagsleben zu erkennen?

Bemerkung: Alle kabbalistischen Quellen sprechen, in verschiedenen Interpretationen und allegorischen Darstellungen, über die zwei Kräfte, altruistisch und egoistisch. Es scheint ganz einfach zu sein – zwei Kräfte und das war’s.

Antwort: Nein, das ist nicht einfach, denn die beiden Kräfte sind in uns gekleidet und wir müssen selbst herausfinden, wann, wie und in welchem Ausmaß jede von ihnen in uns herrscht.

Frage: Wie lassen sich diese Geschehnisse in der Geschichte vom Auszug aus Ägypten auf unser Alltagsleben übertragen? Kann ich sehen, wie die Kraft des Egoismus in mir, die Neigung zum Altruismus und zur Liebe zerstört?

Antwort: Wo wird man es sehen? Unser ganzes gegenwärtiges und zukünftiges Leben ist auf Egoismus aufgebaut, da gibt es nichts Altruistisches. Der Schöpfer ist verborgen. Anstelle von ihm gibt es nur den Pharao.

Frage: Alle biblischen Berichte beschreiben spirituelle Zustände, die der Mensch durchläuft. Können wir sie als Manifestationen des materiellen Lebens durch die äußeren, uns umgebenden Situationen sehen?

Antwort: Nein. Denn wir gehen noch nicht durch spirituelle Zustände. Wir befinden uns immer noch in einem Zustand, in dem sich uns der Pharao allmählich als das Böse offenbart. Diese Periode wird als Erkenntnis des Bösen bezeichnet.

Aus dem Fernsehprogramm „Spirituelle Zustände“, 26.03.2021

Die Raketen entlarven den Mythos des Zusammenlebens

Das Gute an Krisen ist, dass sie die Wahrheit ans Licht bringen. Nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg blieben die Araber an vielen Orten in Israel und wurden israelische Staatsbürger. Im Laufe der Jahre schien es, als ob wir gelernt hätten, in friedlicher Koexistenz zusammenzuleben. Es war klar, dass es keine Liebe zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen gibt, und dass die israelischen Araber mit den Palästinensern im Westjordanland sympathisierten.

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Unsere Hände am Ventil

Wohin man auch immer auf die Welt schaut, wächst der Antisemitismus. In Argentinien verhinderte die Polizei einen brutalen Anschlag auf eine Synagoge, der für einen Samstag geplant war, an dem die Synagogen gewöhnlich voll sind. In Frankreich sprach der Kassationsgerichtshof den Mörder einer jüdischen Frau, Sarah Halimi, 2017 von seiner strafrechtlichen Verantwortung frei, weil er Cannabis genommen hatte, bevor er sie brutal schlug und aus dem Fenster im dritten Stock warf, wobei er auf Arabisch „Allahu akbar“ [Gott ist groß] schrie. Nach Angaben der Anti Defamation League gab es im Jahr 2020 mehr als 2.000 antisemitische Vorfälle in den USA. Ähnlich berichtete das deutsche Bundeskriminalamt, dass die Zahl der antisemitischen Straftaten bundesweit bei 2.351 lag. Selbst die Nachricht über das Unglück auf dem Berg Meron, bei dem 45 orthodoxe Juden in einer Massenpanik starben, darunter etliche Kinder und Jugendliche, wurde in den sozialen Medien mit Häme beantwortet. Man las viele unverschämte Kommentare wie „Gott schicke Deinen Zorn auf die Juden“ und „Gott sei Dank, sie werden ihr Feuerfest in der Hölle fortsetzen.“

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