Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

„Jenseits der Zeit“

Zeit. Sie ist eine innere, persönliche, psychologische, egoistische Wahrnehmung, wenn man die Zeit als Differenz misst, zwischen dem Moment, wenn man etwas will oder nach etwas strebt und dem Zeitpunkt, wenn der Wunsch in Erfüllung geht.  Man empfinde diese Zeitspanne als Mangel an Erfüllung.

Wenn man alles sofort erhalten würde, was man möchte, wenn jeder Wunsch sofort in Erfüllung ginge, dann würde man die Zeit nicht mehr spüren. Das nennt man „jenseits der Zeit“. Nehmen wir an, wir würden das Gewünschte mit Lichtgeschwindigkeit bekommen, dann wäre die Zeit auf null. Unsere ganze Natur existiert unterhalb der Lichtgeschwindigkeit und alle Prozesse geschehen mit begrenzter Geschwindigkeit. Und deswegen spüren wir die Zeit. Denn die Zeit, die Geschwindigkeit und die Entfernung sind miteinander verbunden.

Wenn wir theoretisch gesehen alles auf der Stelle bekommen würden, würden wir keine Zeit mehr fühlen.

Wie kann man einen Zustand erreichen, in dem die Zeit auf null ist, das heißt, wenn die Geschwindigkeit unendlich und die Entfernung auf null reduziert wäre, wenn der Raum sich zu einem Punkt zusammenzöge?  Wenn man eine Handlung durchführen könnte, in dem Augenblick, wenn sie einem in den Sinn käme?

Das ist nur mit der Eigenschaft des Gebens möglich, die vom Menschen abhängt.

Wenn wir von der heutigen Verbindung zu der Verbindung übergehen würden, wo jeder von dem anderen empfängt, wo jeder geben möchte und das auch kann, und jeder hat ja etwas zu geben, was der andere auch empfangen möchte, dann würden wir keine Zeit mehr wahrnehmen.

Zeit – es ist eine Gewohnheit, es ist ein rein psychologischer Parameter. Und unsere Wissenschaft spricht auch schon darüber.

Was brauchen wir, wenn wir über das wirkliche Leben sprechen, über die richtige Anwendung der Zeit, die uns gegeben ist? Wir müssen wissen, wie man die Eigenschaft des  Gebens  erreicht, um mit ihrer Hilfe die Stufe, die außerhalb von Zeit, Raum und Bewegung liegt, zu erlangen.

Denn wenn die Zeit auf null ist, dann gibt es keine Bewegung, keinen Raum und alles befindet sich an einem Punkt. Einen solchen Zustand können wir erreichen, wenn wir unsere Eigenschaft von Nehmen zum Geben korrigieren.

„New Life“, Folge 356, 22.04.2014  [# 160858]

Wenn ich hasse, existiere ich – stimmt das?

bildFrage: Manchmal scheint es, dass der Hass uns stärker, als etwas anderes vereinigt. Warum mag das jüdische Volk so gern hassen?

Antwort: Wenn ich gerade versuche, mich jemandem anzuschließen, decke ich plötzlich auf, dass ich ihn einfach so hasse. Es gibt keine realen Gründe.

Vielleicht ist er dunkler oder heller als ich. Vielleicht isst er gefüllten Fisch, und ich – Schuarma (Gericht aus Fleisch). Es ist doch klar, dass der Hass zwischen uns in Wirklichkeit mit dieser Welt nichts zu tun hat. Die Quelle liegt im Spirituellen: irgendwann wurde ein Parzuf Adam, eine Seele in viele Teile geteilt, und seitdem stehen wir einander gegenüber. Anders gesagt, wir sind während der Zerstörung des Zweiten Tempels von der Bruderliebe in den grundlosen Hass gefallen, und diese Umdrehung wurde zur Quelle einer weiteren Konfrontation.

Deswegen, wenn ich heute danach strebe, die Einheit und die Liebe zu erreichen, decke ich auf, dass derselbe grundlose Hass (Sina), der so hoch wie der Berg Sinaj ist, in mir selbst begründet ist.  Irgendwann habe ich den Treffpunkt der Mitmenschen über diesen Berg, auf seinem Gipfel, geschaffen; aber jetzt gibt es ihn nicht mehr.

So allmählich wird der immer größer werdende grundlose Hass zwischen uns offenbart werden, im Maß unserer Fähigkeit, ihn mit der Liebe „zuzudecken“. Und wir werden wieder als das Volk Israels wachsen, bis wir die absolute Liebe erreichen werden.

Aus dem 558. Gespräch über das neue Leben, 19.04.2015

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Die höchste Vorausbestimmung bestimmt alles

bildErwiderung: Sie haben erzählt, dass Ihr Lehrer, Rabash, als er in den Zuständen der Finsternis war, zu singen, zu tanzen begann, und so aus ihnen hinausging. Was machen Sie in den Zuständen der Finsternis?

Antwort: Wenn ich mich an die Beharrlichkeit von Rabash erinnere, seine Zielstrebigkeit, die Uneinigkeit mit nichts, außer dem Schöpfer, die Wahrnehmung nur der Methode seines Vaters, ruft es in mir eine Flut von Empfindungen hervor, wenn auch keiner Kräfte, so doch wenigstens die Geduld.

Ohne das könnte ich natürlich die Arbeit nicht fortsetzen, ich bin doch auch nicht aus Eisen: meine Schüler gehen weg, und ich reagiere natürlich gekränkt darauf.

Aber ich erinnere mich sofort an Rabash, und das gibt mir eine riesige Kraft. Er war wie ein Felsen! Deshalb rufe ich in mir die Empfindung der Zugehörigkeit zu diesem Felsen auf und ich bekomme die Kräfte. Er gibt sie mir!

Wenn es um meine Schüler geht, glaube ich, dass sie sehen, wie ich arbeite; und sie sollen es genauso machen. Rabash sagte mir nichts! Ich sah einfach einen Menschen, der sein Leben gegen das spirituelle Begreifen vollständig eingetauscht hat; dabei opferte er sich in jedem Augenblick des Lebens, nicht nachdenkend.

Ich habe immer bewundert, dass er nie an die inneren oder äußerlichen Probleme nachdachte, seine Reaktion und Lösung waren augenblicklich. Kein Zweifel! Jedes  Problem bringt uns aus dem Gleise, und wir tauchen in die Zweifel ein. Und er hatte eine solche innere Kraft, dass er nur vorwärts ging, obwohl er äußerlich absolut ruhig war. Es ist unglaublich!

Deswegen ist die höchste Vorausbestimmung das Wichtigste für uns. Sie ist die höchste und bestimmt alles. Und ich bin ihr Sklave. Und mein idealer Zustand bedeutet, dass ich diesem System als ihr Element beitrete. Und obwohl ich ein lebendiges Element bin, möchte ich aber diesem System so beitreten, als ob ich kein eigenes Leben habe, und seine Gesetze unbedingt erfülle.

Ich wünsche mich so zu korrigieren, damit ich ein Rädchen werde, das sich zusammen mit dem höchsten System nicht nachdenkend bewegt! Es heißt „der Sklave des Schöpfers“, d.h. die volle Korrektur des Menschen. Dabei begreife ich Ihn ganz, das System und die Kraft, die es verwaltet.

Erwiderung: Das heißt – wenn der Gedanke kommt, folgst du ihm sofort …

 

Antwort: Nein, die Analyse, die Lösung, die Aufnahme der Lösung müssen sowieso sein,  aber alles geschieht nicht während der Erdzeit, auf solchen Frequenzen, in solchem Tempo, dass der Anfang und das Ende praktisch zusammengezogen werden.

Aus dem TV Programm „Geheimnis des ewigen Buches“, 12.11.2014

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Der Pharao ist die Quintessenz des Übels

bildFrage: Ich glaube, dass die Selbstsucht eine positive Eigenschaft ist, ohne die sich der Mensch nicht entwickeln kann. Wenn ein Kind keine Selbstsucht hat, strebt es nicht nach Lernen und nach Wachsen.

Antwort: Das Streben nach Wissen, Bildung, Kultur, die Welt zu sehen, in den Kosmos zu fliegen bedeutet nicht eine böse Selbstsucht. Der böse Trieb bedeutet schlechte Beziehungen zwischen uns, den Wunsch, den Nächsten zu benutzen, ihn zu unterdrücken.

Der Wunsch, einfach groß zu werden, ist kein Egoismus; vielleicht will ich damit der Menschheit doch etwas Gutes geben. Der Egoismus ist der Wunsch, andere zu unterdrücken , sie zu unterjochen.

Der Pharao, der Zar Ägyptens, ist eine Quintessenz des ganzen Übels. Es ist die besondere Kraft, die jeder Mensch von Natur aus hat; sie wird der böse Trieb genannt und schädigt unsere Beziehungen. Es geht nur um sie, und nicht um das Streben des Menschen nach Entwicklung.

Der Pharao ist der Zar Ägyptens; er beherrscht uns doch absolut, ohne nach unserem Wunsch zu fragen. Er befiehlt uns nur, was wir machen sollen, belastet uns mit der erschöpfenden Arbeit.

Der Pharao befiehlt uns zu bauen, das heißt, vereinigt zu werden. Aber, wenn wir nicht vereinigt werden wollen, steht er zwischen uns und verursacht Streit unter uns und hat Spaß daran.

Der heutige Mensch ist ein Sklave dieser besonderen Kraft, die Pharao heißt. In der Natur gibt es diese Kraft, die die ganze Welt durch die Evolution schiebt. Sie trägt zur allgemeinen Entwicklung der Technologie, der Wissenschaft, der Kultur, der Bildung bei.

Aber innerhalb dieser Entwicklung ist eine Kraft versteckt, die uns zwingt, uns schlecht und egoistisch zueinander  zu verhalten und zu genießen, dass wir höher als andere, erfolgreicher als andere sind, und sie unterdrücken können.

Jeder will Pharao werden und andere verwalten. Wenn er eine Möglichkeit hat, andere so zu kränken, dass sie keine Möglichkeit haben, zu fliehen, hat er daran Spaß. Es heißt, dass jeder von uns in seinem Inneren einen Pharao hat.

 

Aus dem 538. Gespräch über das neue Leben, 22.03.2015

#156832

Alles über die Enthüllung der Liebe

bildFrage: Warum gibt nur die Wissenschaft der Kabbala eine Antwort auf die Frage über den Sinn des Lebens?

Antwort: Wir suchen die Antworten in der klaren, wissenschaftlichen Form, und wir glauben nicht an Behauptungen von jemandem, die in irgendwelchen Büchern geschrieben sind. Ich muss selber die Antwort begreifen.

Die Wissenschaft der Kabbala ist auf dem klaren Begreifen aufgebaut, wie gesagt, „der Richter hat nicht mehr, als das, was seine Augen sehen“. Das Begreifen ist das klarste Verständnis des Menschen. So soll es sein.

Deswegen, wenn wir in die Weisheit der Wissenschaft der Kabbala eintauchen, erwerben wir die wissenschaftlichen Instrumente der Forschung und wir enthüllen alles so, dass wir keine Zweifel mehr haben. Aber das Problem in der Wissenschaft der Kabbala liegt darin, dass ich in mir solche Instrumente, Möglichkeiten, Eigenschaften enthülle, mit deren Hilfe ich den Schöpfer, das Netz, das die ganze Schöpfung verbindet, die höchste Welt, enthüllen kann.

Ich lebe in zwei Welten: mein Körper lebt in dieser Welt und zugleich empfinde ich die höhere Realität. Aber nur ich empfinde das, weil ich das begreife. Und jeder, der dasselbe  empfinden will, soll denselben Weg zurücklegen: lernen, die Übungen erfüllen und dann enthüllt er allmählich dieselbe höchste Realität.

Frage: Sie reden die ganze Zeit über die Enthüllung: die Enthüllung der allumfassenden Kraft, des einzigen Gesetzes, das in der Natur gilt. Das heißt, es gibt jetzt etwas, was auch jetzt existiert, aber ich kann das nicht empfinden? Was bedeutet, zu enthüllen?

Antwort: Es gibt viele Erscheinungen, über die es dir bekannt ist, dass du sie nicht enthüllst. Nimmst du denn die Radiowellen wahr? Nein. Jede Menge Erscheinungen gibt es um uns herum, aber wir nehmen sie nicht wahr. Wir haben verschiedene Geräte nur aufgebaut, mit deren Hilfe wir diese oder jene Erscheinungen aufdecken können.

Aber in der Wissenschaft der Kabbala können wir keine äußerlichen Geräte schaffen, wir müssen uns selbst innen ändern, weil unsere Wahrnehmung, unser Gehirn und die Gefühle beschränkt sind, und wir müssen sie ausbreiten.

Wir müssen doch diese allgemeine Kraft der Natur, die man „der Schöpfer“ nennt, enthüllen. „Der Schöpfer“ (hebräisch „Bo * Re“) bedeutet „Bo“ = „Komm“ und „Re“ = „Sieh“,  da wir den Zustand erreichen müssen, in dem wir Ihn sehen werden, d.h., wir werden Ihn enthüllen, begreifen.

Frage: Nachdem ich diese Enthüllung, die höchste Realität, erreicht habe, was soll ich machen?

Antwort: Die Enthüllung selbst verpflichtet dich. Genau so, wie jede Enthüllung in dieser Welt dich verpflichtet, dich anders zu benehmen, weil du dich entsprechend Ihm selbst veränderst, wirst du von dem neuen Wissen, der Empfindung, erfüllt.

Frage: Aber womit erfüllt mich die Enthüllung der höchsten Realität, des Schöpfers?

Antwort: Du empfindest, dass du von der Liebe zum Nächsten erfüllt wirst. So erfüllt die Enthüllung des Schöpfers den Menschen. Das ist eine riesige Veränderung, die der Mensch erlebt. „Liebe den Nächsten wie Dich selbst“ ist doch das Gesetz der Bürgschaft, das ist ein allgemeines Gesetz der höchsten Realität, und wir müssen uns bis zu dem Gesetz erheben und mit ihm existieren.

Aus der Radiosendung 103FM, 18.01.2015

#156190

Umkehr durch die Gruppe

 

Rav Laitman

Frage: Was bedeutet es, auf alle Probleme durch „das Zentrum der Gruppe“ zu blicken?

Antwort: Jeder kann sagen, dass alles vom Schöpfer kommt. Das ist kein Problem.   Die Frage ist aber, inwiefern verpflichtet mich das und wie reagiere ich meinerseits?

Wir brauchen eine Gruppe, nicht um demütig Schläge zu akzeptieren. Und wir brauchen keine Gruppe, nur um den Schöpfer zu bitten. Um jedoch auf Ihn ausgerichtet zu sein – dafür brauchen wir eine Gruppe.

So werden wir also, sobald wir uns über  den Sinn des Lebens zu fragen beginnen, irgendwie zur Gruppe gebracht – unsere ganze Arbeit vollzieht sich in ihr. Wir tun dies jedoch nicht, um das Geben vom Schöpfer  zu erlangen. Ich bekomme es auch von der Außenwelt. Die Gruppe allerdings ermöglicht mir auf dieses Geben zu reagieren. Denn das Problem besteht nicht darin, wie ich Sein Geben empfange, sondern darin, wie ich darauf antworte,  meinerseits Kontakt zum Schöpfer herstelle.

Um mit dem Schöpfer verbunden sein zu können, muss ich mich von innen heraus korrigieren. Das liegt daran, dass die Stufen des Aufstieges auf der spirituellen Leiter meine allmähliche Veränderung darstellen – Stufen der Integration im Erlangen immer größer werdender Ähnlich- und Gleichwertigkeit. Ich muss Seine Sprache sprechen, um dieselben Handlungen ausführen, mich Seiner Herangehensweise anzunähern zu können – um mehr und mehr mit Ihm übereinzustimmen.

Alles hängt von mir ab. Er wird mich überall erreichen; daran besteht kein Zweifel. Außer Ihm gibt es niemanden, der auf mich wirkt. Jedoch habe ich ohne Gruppe keinerlei Möglichkeit, zu reagieren.  Ich betrete einfach nicht dieselbe Dimension, denselben Raum, dieselbe Matrix, habe nicht dieselben Bedingungen, in welchen Er sich befindet.

Wenn ich mich dahingehend verwandeln möchte, so zu sein, wie der Schöpfer – dann kann ich dies nur durch mehr und mehr  Anheftung an die Gruppe erreichen. Ich muss sein Ebenbild erschaffen und dazu muss ich die Gruppe mit mir verbinden, bis ich mich schließlich verwandle – um zu sein, so wie Er.

Dazu ist es nötig alle 125 Stufen zu durchlaufen, um dem Schöpfer ähnlich zu werden. Und all dies vollzieht sich durch die Gruppe.

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Was geschieht mit der Seele des Menschen, wenn er stirbt?

 

Was geschieht mit der Seele des Menschen, wenn er stirbt?

Rav Laitman

Einmal stellte ich meinem Lehrer, Rabash, die gleiche Frage: „Was geschieht mit der Seele des Menschen, wenn er stirbt“ und er antwortete, dass dies genau so wäre, als ob man am Ende des Tages ein schmutziges Hemd auszieht und es in die Waschmaschine wirft….

Auch am Ende des Lebens entfernt man den Körper von der Seele und entsorgt ihn. Der Körper verrottet, während die Seele weiterlebt. Wenn man ein altes Hemd auszieht, bleibt man letztlich doch am Leben. Und Genauso bleibt man auch, nachdem man sich des physischen Körpers entledigt hat, am Leben.

Frage: Wie aber existiert die Seele ohne Körper?

Antwort: Die Seele existiert jetzt auch ohne Körper. Sie begleitet diesen nur, berührt ihn jedoch nicht. Sie existiert in einer anderen Dimension, die man nicht fühlt.

In seinem Artikel „der Frieden“ schreibt Baal HaSulam: „Folglich gibt es in unserer Welt keine neuen Seelen dadurch, dass die Körper erneuert werden, sondern es existiert lediglich eine bestimmte Menge an Seelen, die inkarniert … Daher sind alle Generationen in Bezug auf die Seelen – seit Beginn der Schöpfung bis zum Ende der Korrektur –  wie eine Generation, die ihr Leben über mehrere tausend Jahre ausgedehnt hat …. “

Die Zeitspanne der Entwicklung der Seele, hier in dieser Welt,  beträgt 6000 Jahre. Diese Entwicklung begann mit Adam HaRishon (dem ersten Menschen), der vor 5775 Jahren lebte, und wird sich bis zum Ende der 6000 Jahre fortsetzen. Das bedeutet, dass uns noch weitere 225 Jahre verbleiben. Innerhalb dieser Zeit müssen wir alle unsere Seele, unseren Teil der kollektiven Seele, entwickeln und uns alle gemeinsam in einer Seele vereinen.

Die Weisheit der Kabbala erklärt diesen gesamten Prozess. Vor 14 Milliarden Jahren begann die Evolution unseres Universums aus einem Funken – dem „Urknall“.

So begann die Entwicklung der unbelebten Natur. Vor zwei Milliarden Jahren erschienen die ersten Pflanzen, dann Tiere und letztendlich der Mensch auf der Erde. Die menschliche Spezies entwickelte sich,  bis in ihr der Wunsch entstand, die Quelle ihres Lebens – die höhere Welt, die nächste Stufe – zu erreichen.

Die Entwicklung setzt sich von der unbelebten, pflanzlichen, tierischen bis hin zum Menschen fort. Und der Mensch muss eine höhere Stufe erreichen, die als Entwicklung seiner Seele bezeichnet wird und sich auf die nächste Stufe, die höhere Welt, erheben.  Auch in der oberen Welt existieren die unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Phasen. Doch sind dies spirituelle Stufen, die wir entwickeln und zu einer noch höheren Welt erheben müssen. Und so durchlaufen wir die fünf Welten.

Frage: Adam HaRishon, der die Seele in sich entwickelte, lebte also vor 5775 Jahren?

Antwort: Ja, deshalb nennt man ihn Adam HaRishon.

Frage: Heißt das, dass sich in jedem in den nächsten 225 Jahren die Seelen entwickeln müssen?

Antwort: Ja, in allen – ohne Ausnahme – in 225 Jahren oder noch davor. Wir sehen, wie sich diese Entwicklung beschleunigt; Die Zeit wird immer gedrängter, schrumpft und wird komprimiert. Wenn wir die Seele in uns nicht entwickeln – uns selbst nicht in Richtung Entwicklung vorantreiben – werden wir unter schrecklichen Druck durch die Kräfte der Natur kommen, die uns durch alle Arten von Katastrophen und Problemen zwängen werden; sie werden uns in Richtung Entwicklung der Seele vorantreiben.

Erstens kann die Entwicklung der Seele nur in dieser Welt geschehen, und zweitens kann sie sich nur durch die Verbindung zwischen den Menschen erneuern.

Nur durch die Verbindung zwischen uns geben wir dieser einen Seele, die uns allen gemeinsam innewohnt, eine Gestalt.

[154.589]

 

Die Entschlüsselung des Geheimnisses des Lebens und des Todes

bildDie Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst ist eine Hauptregel der Tora“. Das Problem liegt nur darin, dass wir denken, dass man uns diese Wörter: „die Liebe“, „die Vereinigung“, „die Freunde“ wie den Kindern im Kindergarten sagt, damit wir nicht streiten und gute Kinder sind.

Die Menschen denken, dass es um das normale Leben geht, in dem wir auch ohne Kabbala zurecht kommen können. Aber es ist nicht richtig. Die Wissenschaft der Kabbala sagt ganz und gar nichts darüber, sondern über die Enthüllung der Höheren Welt, wie gesagt: „Deine Welt siehst Du im Leben“.

Es ist unklar, welche Verbindung zwischen der Enthüllung der Welt, den Geheimnissen des Universums und der Natur, dem ewigen Leben, das höher als der Tod ist, und dem existiert, dass wir vereinigt werden und gute Freunde werden, wie gute Kinder, wenn wir uns zu lieben beginnen?

Die Vereinigung scheint so einfach und trivial zu sein, als ob sie der Enthüllung der Höheren Welten, der Offenbarung der früher verborgenen riesigen Kräfte, der Durchdringung in die verborgenen Kräfte der Natur, dem Öffnen der riesigen Möglichkeiten des Menschen dienen kann.

Aber es geht darum, dass wir das Integralsystem öffnen, das die ganze unbelebte, pflanzliche, tierische Natur und die Menschheit verbindet.

Frage: Wenn ich mich zu den Menschen freundlich verhalten werde, werde ich alle Geheimnisse der Natur öffnen?

Antwort: Ja, aber nicht sofort und nicht im gewöhnlichen Verständnis des Guten. Versuche freundlich in jeder Situation zu sein, egal in welcher – natürlich kannst du das nicht. Und dann brauchst du neben dir andere Leute, die auch zu solcher Vereinigung streben und das allein nicht machen können.

Wir werden uns zwischen uns verbinden, einander zu helfen bemühend, wie gesagt: „So hilft  der Mensch dem Nächsten“. Im Endeffekt werden wir die Verbindung erreichen, die die gegenseitige Bürgschaft heißt, wenn jeder den Anderen unterstützt, damit er nicht fällt, und sich die ganze Zeit bemüht, eine gute Beziehung zwischen uns zu unterstützen.

So bauen wir ein Netz aus zehn bis 15 Menschen, die einander unterstützen und helfen, die besten, idealen Beziehung zu haben. Innerhalb dieses Netzes enthüllen wir die zweite, verborgene, höchste Kraft der Natur – die Kraft des Gebens, der Liebe, der Vereinigung. Es ist die Kraft, die jedem hilft, aus der eigenen Selbstsucht hinauszugehen und innerhalb der anderen zu leben.

Im Moment existiert diese Natur für uns nicht. Wenn wir eine solche Tendenz haben, enthüllen wir, dass es in der Natur die verborgene Kraft gibt, die der Schöpfer genannt wird.  Dank der guten Verbindung zwischen uns bekommen wir die Ewigkeit und die Vollkommenheit, das Leben, das höher als der Tod ist. Darin besteht eben die Wissenschaft der Kabbala.

Frage: Was bedeutet das ewige Leben?

Antwort: Es bedeutet, höher als die Zeit hinaufzusteigen.  Wir erreichen solch eine innere Empfindung der Verbindung zwischen allen Teilen der Schöpfung, sodass wir innerhalb ihr das endlose Leben fühlen.

Unser Leben wird doch nur deswegen zerstört, weil wir Egoisten sind. Wir empfangen und empfangen, bis wir nicht mehr fähig sind, zu empfangen, und deshalb sterben wir. Darin besteht das ganze Geheimnis des biologischen Lebens und des Todes.

Aber wenn wir über das nur Empfangen und nur Aneignen aufgestiegen sind,  hören wir auf, innerhalb des eigenen Körpers zu leben, sondern gehen aus ihm hinaus und beginnen, unkörperlich zu leben, und diese  Existenz ist ewig.

Aus der Radiosendung 103FM, 08.03.2015

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Ob das ewige Leben existiert?

bildFrage: Ob das ewige Leben existiert?

Antwort: Das ewige Leben existiert, aber nicht in unserem materiellen Körper. Der biologische Körper ist eine Maschine, die mehr als einige Hundert Jahre nicht existieren kann.

Die Wissenschaft kann das Leben unseres Körpers bis zu einigen Jahrhunderten fristen. Es ist jedoch unklar, wozu wir so lange leben müssen, außer nur für die Entwicklung unserer Seele. Aber wir sehen, dass die Menschen heute zwei- bis dreimal länger leben, als es vor zwei-drei-vierhundert Jahren war.

Das ewige Leben ist keine egoistische Existenz, sondern eine altruistische. Die Selbstsucht tötet sich doch selbst, und im Wunsch des Gebens können wir ewig existieren, da dieser nicht verschwindet. Er wird ständig erneuert, weil er sich mit anderen Menschen verbindet und  in ihnen lebt.

Wenn wir unsere Seele, das heißt die Liebe zum Nächsten entwickeln, geht der Mensch aus seiner engen Welt, die von Leiden und Problemen voll ist, in eine breite und ewige Welt.

Aus der Radiosendung 103FM, 01.02.2015

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Wenn Freude für alle aufkommt!

bildEs existiert ein besonderes Phänomen: der Einfluss der Umgebung. Wenn ich ein Problem bekomme, welches auch die Gesellschaft betrifft, dann wird das Problem mit allen geteilt, und ich fühle mich nicht alleine damit. Wenn ich an einer schweren Krankheit erkrankt bin, dann mache ich mir große Sorgen. Wenn es aber eine Epidemie ist und alle erkranken, dann ist es nicht so schlimm.

Das Leiden wird sofort mit der Gesellschaft geteilt, wo ich einer von vielen bin. Deswegen ist meine Angst nicht mehr so groß, sondern ich trage ein Millionstel. Dies geschieht unabhängig von meinem Wunsch, da ich mit den anderen in einem System verbunden bin. Also mein relativer Anteil an dem ganzen Leid ist nur ein Millionstel.

Das bedeutet nicht, dass mir kein Leid geschieht: es geschieht. Aber das Gefühl der Angst vor der Bedrohung wird mit allen Menschen geteilt.  Je stärker ich mit den anderen verbunden bin, desto weniger sorge ich mich um Unannehmlichkeiten.

Doch wenn  Freude aufkommt, wird sie nicht geringer; denn das Gefühl der Freude spüre ich mit all den anderen. Ein Unglück empfinde ich in meinem Inneren, aber Freude- von außen, zwischen uns. Denn die gute Kraft, die die ganze Welt erschaffen hat, wirkt auf alle und verringert sich nicht. Wenn die Freude kommt, freuen sich alle in vollen Zügen.

Es ist sogar umgekehrt, die allgemeine Freude vergrößert die Freude von jedem Einzelnen. Sagen wir mal, es kommt eine Nachricht über den Sieg im Krieg. Diese Freude teilt sich nicht durch eine Million und lässt mir ein Millionstel des Glücks. Ganz im Gegenteil, sie wird durch eine Million multipliziert, und ich empfinde Freude eine Million Mal mehr! Schließlich gehe ich auf die Straße und sehe, wie glücklich und überwältigt jeder ist, es ist ganz anders, wenn ich alleine zu Hause sitze.

Die Kraft der Einheit hat  einzigartige und wunderbare Fähigkeiten  Leid zu teilen und Freude sowie Glück zu vergrößern. Dies folgt aus der Quelle der Schöpfung, aus dem Urknall, aus der Kraft, die alles erschaffen hat.

Heute erkennen wir, dass die gesamte Natur ein System ist. Je stärker wir diese Kraft anziehen, desto mehr entsprechen wir den Gesetzen der Natur, und dadurch gewinnen wir nur.

Wenn wir mit Hilfe der integralen Erziehung lernen würden dies alles richtig zu nutzen, würden wir die Spitze des Glücks erreichen.

„New Life“, Folge Nr. 242, 17.10.2013

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