Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Die Liebe zu anderen durch die Eigenliebe begreifen

Frage: Sie sagen, dass man, um „seinen Nächsten wie sich selbst lieben zu können“, zunächst einmal sich selbst lieben muss. Was bedeutet das?

Antwort: Bevor du an der Liebe zu anderen arbeitest, musst du erst spüren, wie sehr du dich selbst liebst, ständig an dich denkst und keine Zugeständnisse gegenüber den anderen machst. Für dich geht es um deine Befriedigung, es soll dir gut gehen. Du bist überhaupt nicht in der Lage, an andere zu denken.

Wenn du das ausprobierst und merkst, wie egoistisch du bist, dann verstehst du, dass du nichts Anderes brauchst, als deine Einstellung auf andere zu übertragen.

Wer dieses Gefühl, dass er sich am meisten liebt, noch nicht hat, kann nicht mit der Arbeit an der Nächstenliebe beginnen. Er versteht nicht, was Liebe ist.

Die Liebe, aus Liebe zu sich selbst bedeutet, dass ich die ganze Zeit nur mit mir selbst beschäftigt bin – alles dreht sich um mich. Du sitzt zum Beispiel gerade in der bequemsten Position, dabei denkst du gleichzeitig darüber nach, wie du bald nach Hause kommst, dich auf das Sofa legst und deine Ruhe hast. „Wo sind meine Hausschuhe, wo ist mein Fernseher, wo ist mein Abendessen?“ Du suchst ständig nach Komfort. Du willst dich nur unterhalten, es dir gemütlich machen, dich in ein warmes Bett legen.

Man muss das sehr genau für sich erkennen, man kann das in einer Zehner-Gruppe tun.

Wenn du im Zehner danach strebst über andere nachzudenken, dann spürst du genau, wie sehr du dich selbst liebst. Du brauchst keine Freunde, niemanden. Du bist nicht in der Lage, an jemand anderen zu denken, außer an dich selbst.

Ausgehend von der Erkenntnis des Bösen kannst du darüber sprechen, wie du andere lieben solltest. Du hast ein Beispiel der Selbstliebe. Jetzt gehst du so vor, dass du andere genauso wie dich selbst behandelst. Das ist nicht leicht.

Aus dem Unterricht, 29.12.2019.

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Immer mit mir – Teil 48

 

Wir kommen uns noch näher

Deshalb sagte er zu mir: „Zieh um.“ Er hatte es vorher nicht erlaubt. Ich lebte in Rehovot und fuhr hin und her, nach Bnei-Brak und zurück. Ich übernachtete oft in der Trainingshalle, denn wenn wir abends zu einer Hochzeit oder anderen Veranstaltung gingen und um 11 Uhr nachts zurück kehrten, konnte ich erst gegen 12 Uhr nachts in Rehovot sein. Und zwei Stunden später musste ich aufstehen, um genau 3:00 Uhr im Unterricht zu sein. Es ergab keinen Sinn, nach Hause zu gehen, also schlief ich auf der Bank. So vergingen die Jahre. Meine Frau stimmte endlich zu. Sie sah, dass ich einen halben Tag unterwegs verbringe, dass ich körperlich erschöpft bin. Aber RABASH sagte immer wieder: „Es ist noch nicht an der Zeit.“

Er wollte, dass ich mich anstrenge. Als junger Mann arbeitete er hart an Autobahnen und beim Gebäudebau, und dabei studierte er nachts. Er hat in allem immer sein Bestes gegeben. Dasselbe verlangte er von mir auch.

Er wollte es vorher nicht, aber jetzt sagte er ja, er sagte: „die Zeit ist reif“.

Er hat nicht nur ja gesagt, er hat eine Wohnung, nicht weit von sich entfernt, in der Rav Amy 5 für mich gefunden. Ich verließ mein lukratives Geschäft, hab alles abgegeben, so dass keine Anker mehr blieben, verkaufte eine zweistöckige Penthouse-Wohnung in Rehovot und zog ein. Wenn ich mich jetzt an diese Entscheidung erinnere, meine Entscheidung war es nichts aus der Vergangenheit mitzunehmen, was meine Gedanken vom Ziel ablenken könnte.

Ich „brannte die Brücken nieder“, weil ich wusste, dass ich eine einzige Chance bekommen habe und ich kann sie nicht verpassen. In der Nähe der großen Kabbalisten zu sein, an ihm festzuhalten, sein Leben zu leben. Ich habe diese Entscheidung nie, nie und nimmer für eine Sekunde bereut. Schließlich erlaubte dies mir, noch näher an RABASH heranzukommen, so etwas kann man nicht für Geld kaufen. Ich kaufte ein Auto, um es ihm bequem zu machen: einen hohen Sitz, einen Platz, an dem man ein Buch aufstellen und ein Glas abstellen kann.

Er wusste, dass es alles für ihn war….. und verstand, warum ich es tat. Ich wollte, dass aus dieser Fusion mit ihm etwas von seiner großen Seele in meine kleine Baby-Seele tropfen konnte. Ich wollte so sehr zu geben erlernen, wie er. Ich beneidete ihn, fragte, flehte ihn an, mir zu helfen. Ich habe oft von diesem Bild geträumt: Wir sind bei ihm, wir beide in der ganzen Natur, in den Welten, innerlich eng verbunden, in Abgeschiedenheit, fernab von allen..

Aber ich war abgelenkt, und ich wollte von dem „unerwarteten“ Ereignis erzählen, das unser Leben auf den Kopf stellte.

 

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Fortsetzung folgt…

 

Was ist der Unterschied zwischen der Verbindung unter Frauen und den unter Männern?

Frage: Was bedeutet Verbindung und was ist der Unterschied zwischen der Verbindung von Frauen und Männern? In den letzten Jahrzehnten beschäftigen sich viele Frauen mit der Kabbala. In den vergangenen Generationen war das nicht der Fall.

Antwort: In der Tat begannen die Frauen nach der Kabbala zu streben, das ist der Ruf der Zeit. Wir begrüßen das. Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen dem Anspruch einer Frau und dem eines Mannes.

Einerseits wissen wir, dass es in den vergangenen Jahrhunderten große Kabbalistinnen gab, die sich auf einer sehr hohen Stufe der spirituellen Erkenntnis des Schöpfers befanden. Wie es heißt: „Und jeder wird Mich von klein bis groß offenbaren. Mein Haus wird das Haus für alle Völker der Welt genannt werden“. Mit anderen Worten, den Schöpfer zu erreichen und sich mit ihm zu vereinen, ist nicht nur die Pflicht des Mannes, sondern auch die Pflicht der Frau.

Frauen haben dafür eine etwas andere Plattform, denn das egoistische Verlangen der Frau ist mehr auf den Fortbestand des Lebens gerichtet, auf die Familie, deshalb ist ihr Verlangen fixierter, zielgerichteter, innerlich verankert. Folglich ist es für Frauen viel schwieriger, sich untereinander in einem Zehner zu verbinden. Daher bestehen wir nicht darauf.

Offen gesagt, wissen wir noch nicht, wie wir mit der Verbindung zwischen den Frauen arbeiten sollen. Wir haben gerade damit begonnen, dieses System zu betreten. Bei den Männern ist es mehr oder weniger klar. In den wenigen Jahren, in denen wir die „Aktion“ der Verbindung in den Männer-Zehnern durchgeführt haben, haben wir Erfahrungen gesammelt, und wir haben bereits einige ziemlich ernsthafte Entwicklungen verzeichnet. Bei den Frauen wissen wir noch nicht, wie wir vorgehen sollen. Das Hauptproblem ist, dass Frauen von Männern lernen. Vor Ort unterrichten wir nur Männer, die Frauen nehmen alles über einen virtuellen Kanal, über unsere Verbindungen wahr. Was sie dabei tun, wie sie sich verbinden, ist unklar.

Wenn Männer im Zehner zusammenarbeiten, gemeinsam studieren, gemeinsam verbreiten usw., ist eine direkte Verbindung zwischen den Freunden notwendig,

Ich denke, dass für Frauen das Studium und die Verbreitung besser passt. Die Verbindung in den Gruppen spielt für sie noch keine Rolle, im Gegenteil, es kann sie behindern.

Frage: Sind Frauenseminare zur Verbindung geeignet?

Antwort: Ja, nur nicht bei der Verbindung in den Zehnern. Wir sehen, dass hier solch negative Kräfte entstehen, die eine Frau in unserer Welt noch nicht überwinden kann. Es ist durchaus möglich, dass sie mit der Zeit Erfolg haben wird, denn unsere Welt bewegt sich auf größer werdende Spaltung, Zerstörung und Entstehung von negativen Eigenschaften zu. Darüber wird sie sich erheben müssen.

Frage: Ist es für eine Frau schwieriger, sich zu verbinden, da ihr Egoismus größer ist?

Antwort: Sie hat eine andere Form des Egoismus. Er richtet sich an sie selbst, ihre Familie, ihre Kinder und so weiter. Daher ist es für sie sehr schwierig, eine andere Frau so nah an sich heranzulassen. Es gibt Trennwände zwischen ihnen, die sie nicht überwinden können. Bei den Männern ist das fast nicht vorhanden.

Aus der TV-Sendung „ Grundlagen der Kabbala“,11.03.2019

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Immer mit mir – Teil 47

 

Vor dem Durchbruch

Jetzt werde ich, vielleicht über das wichtigste Ereignis im Leben von RABASH erzählen.

Ich war etwa zwei Jahre lang bei ihm. Plötzlich spürte ich deutlich, dass er traurig war. Unsere Gruppe war klein, sechs alte Leute und ein paar Jungs….. Es war, als würden wir in unserem eigenen Saft kochen, wir brauchten eine neue „Blutversorgung“. Aber niemand kam. Er sagte mir mehr als einmal, dass Baal HaSulam bereit war, mit den Felsen zu reden, solange jemand auf ihn hörte. Und nun vergingen Jahre, RABASH setzte seine Arbeit fort, na und?! Die gleichen sechs älteren Schüler und einige von uns, die jungen, dazu. Und das ist alles. Wird es wirklich so bleiben?

Dem Kabbalisten wird keine klare Definition gegeben, wann die Massen zum Studium kommen, nicht die älteren Menschen, sondern die Jugendlichen. Der Kabbalist definiert den Trend. Er weiß genau, dass es so sein wird, dass die Kabbala der Welt offenbart wird, aber wann?

Vielleicht, sehr bald, vielleicht sogar überhaupt nicht zu seinen Lebzeiten…

Besonders in dieser Zeit versuchte ich, ihn nicht allein zu lassen, weil ich verspürte, dass er mich braucht. Er zeigte mir mehrmals: „Es ist wichtig für mich zu wissen, dass du hier bist“. Oft, in Zeiten großer Versammlungen, Feiern, Hochzeiten, als Hunderte von Verwandten und Chassidim um ihn saßen, sah ich, wie er nach mir schaute, fand mich und beruhigte sich.

Ich wagte es sogar, ihn zu fragen, ob es das Richtige für mich wäre, das Gefühl zu haben, dass er sehen wollte, ob ich hier bin oder nicht.

Er sagte: „Ja, es ist wichtig für mich, dich zu sehen“, fügte er hinzu, „seit dem Krankenhaus ist es wichtig für mich, dass du bei mir bist.“

 

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Fortsetzung folgt…

 

„Weshalb sind wir am Leben?“ (Quora)

In Quora veröffentlicht: „Weshalb sind wir am Leben?“ (Quora)

Weshalb sind wir am Leben? Viele Menschen stellen sich diese Frage und dies führt sie dazu, ihr Leben auf die eine oder andere Weise zu ändern.

Ich habe mich sehr mit dieser Frage beschäftigt. Ich studierte Biokybernetik, die Systematik des menschlichen Körpers, und dachte, dass ich dadurch den Sinn des Lebens erlangen könnte. Dort fand ich jedoch keine Antwort. 

Erst viele Jahre später fand ich sie in der Weisheit der Kabbala.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens verstörte mich immer, weil ich, ohne die Antwort dafür zu wissen,  keine Vorstellung hatte, wofür das Leben lebenswert ist. Heute sehe ich, dass vor allem die jüngere Generation diese Frage spürt, auch wenn sie diese nicht mit genau denselben Worten stellt. Wenn wir keine Antwort auf diese Frage finden, fühlt sich unser Leben sinnlos an, und wir spüren viele negative Phänomene als Folge davon.

Um den Sinn des Lebens zu finden, müssen wir die Quelle finden, aus der das Leben entsteht und sich entwickelt.

Die Quelle des Lebens ist die höhere Kraft.

Wir können die höhere Kraft als “der Schöpfer”, “das höhere Licht”, “Natur” oder vieles mehr bezeichnen, aber letztlich existiert ein Ursprung des Lebens, und die Frage über den Sinn und den Zweck des Lebens ergibt sich daraus. Letztendlich existieren wir, um den Sinn unseres Lebens zu erreichen.

Wie wir den Sinn des Lebens erreichen, ist eine andere Frage.

Wie können wir die Quelle des Lebens erlangen?

Dies ist eine Frage, die sich speziell der Mensch stellt, aber nicht alle Arten von Formen und Organismen der unbelebten, pflanzlichen oder belebten Stufe der Natur. Außerdem stellen nicht alle Menschen diese Frage, und diejenigen, die es tun, stellen sie in unterschiedlicher Intensität.

Jede Generation verspürt ein zunehmendes Bedürfnis, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. Besonders in unserer Generation drückt sich diese Frage dadurch aus, dass sich immer mehr Menschen deprimiert, gestresst, einsam, und verängstigt fühlen und in Drogen und Extremismus verfallen und sich in allen möglichen anderen Problemen wiederfinden.

In unserer Ära ist die Weisheit der Kabbala in großem Maßstab aufgetaucht, um gerade die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. Sie bietet eine Methode, mit der wir uns selbst und die Gesellschaft transformieren können, um einen neuen Wirklichkeitssinn zu empfinden, der vollständig, miteinander verbunden und voller Güte und Glück ist.

Wenn wir eine klare Wahrnehmung und Empfindung der Kraft erlangen, die uns geschaffen hat und uns entwickelt, erlangen wir den Sinn des Lebens. Eine derartige neue Wahrnehmung gibt uns ein klares Verständnis dafür, warum wir erschaffen wurden. Indem wir die Quelle des Lebens erreichen, erlangen wir nichts geringeres als Ewigkeit und Vollkommenheit, während wir in dieser Welt leben.

Blitzantworten eines Kabbalisten vom 21.07.2019

Frage: Gibt es solange Gut und Böse, bis ich vollständig begriffen habe, dass alles vom Schöpfer kommt?

Antwort: Ja. Dann wird das Böse zum vollkommen Guten.

Frage: Wenn ein Mensch Kabbala studiert, versteht er, dass er dem Schöpfer entgegengesetzt ist und das Licht als Böse empfindet. Es hält und hilft ihm trotzdem etwas auf diesem Weg, was ist das?

Antwort: Der Sinn der Schöpfung zieht ihn nach vorne. Er muss wissen, warum er existiert, sonst hat das Leben keinen Sinn.

Frage: Wie kann ich, abgesehen von dem Gefühl, dass jeder mir etwas schuldig ist, das Gefühl haben, dass ich auch jedem etwas schulde? Was bin ich ihnen schuldig?

Antwort: Sie schulden allen Ihre gute Einstellung.

Frage: Gehören die Sefirot zu unserer Welt?

Antwort: Zu unserer Welt gehören keine Sefirot. Unsere Welt ist das, was Sie mit Ihren Sinnen wahrnehmen, nichts weiter.

Frage: Wir nehmen alles, was im Leben geschieht mit unseren Sinnesorganen wahr. Wie können wir das was wir wahrnehmen verändern? Können wir uns selbst oder die Welt ändern? Was können wir überhaupt beeinflussen?

Antwort: Wir können Veränderungen nur durch unsere Einstellung uns selbst und der Welt gegenüber, d.h. gegenüber dem Schöpfer herbeirufen. Nur auf diese Weise können wir uns selbst besser wahrnehmen. Es geht nicht anders.

Frage: Warum hat der Schöpfer so viele Religionen geschaffen, wenn Er der Einzige ist?

Antwort: Die Religionen, Glaubensrichtungen, verschiedene Ansätze und Philosophien wurden genau dafür geschaffen, dass sich der Mensch selbst reflektiert und so den richtigen Weg zum Schöpfer finden kann. Wir werden nur dadurch, dass vor uns so viele Wege liegen und wir uns nur einen davon aussuchen können, „ganzheitlich“.

Aus dem Unterricht, 21.07.2019.

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Immer mit mir – Teil 46

 

Stille

Plötzlich wurde RABASH ausgeschaltet. Ich sah von außen zu und wusste nicht, wie ein solcher „Blackout“ möglich war? Noch vor einigen Minuten rannte er, griff an, bemitleidete sich nicht – und plötzlich die Stille. Plötzlich war er ein Niemand und nichts.

Irgend eine Phase der Entwicklung wurde abgeschlossen, und er blieb stehen. Er wollte nichts lesen, hören oder sehen… Es konnte mehrere Stunden dauern.

Ich erinnere mich, als ich zu RABASH kam und ihn auf einem Stuhl mit dem Rücken zur Sonne reiten sah, so erstarrt. Ich hatte sogar Angst, und ich näherte mich ihm vorsichtig, und er sah zu mir auf und sagte: „Nun, nimm einen Stuhl“. Ich nahm einen Stuhl. „Setz dich“. Ich setzte mich genau wie er hin.

„Setzen wir uns hin“, sagt er.

Wir sitzen. Zehn Minuten, fünfzehn. Er ist still, ich bin still. Ich denke: „Und weiter?“ Aber ich stelle keine Fragen.

Das Rauchen hat uns gerettet. Man fängt an zu rauchen und es fühlt sich schon etwas anders an, man spielt mit einer Zigarette, man fängt an, ein- und auszuatmen. So saßen wir, rauchten und schwiegen, vielleicht eine Stunde. Ich erkannte, dass in solchen Zuständen das wichtigste ist zu warten und sich zu „verstecken“.

Ich beobachtete RABASH dabei. Schließlich geht es uns nicht um einen Körper oder eine Person, sondern um ein Verlangen. Es muss bis in die Tiefe seiner Tiefe, bis zur vollen Höhe abgebaut werden.

So kommst du dann in einen Zustand, in dem du dich auf der Ebene der unbelebten Materie befindest, verschmelze mit dem Boden, mit dem Stein, du liegst ausgestreckt, leer. Du wartest, du lauerst…

Solange es wie ein Steinspross ist, gibt es ein neues Verlangen. Und du kannst wieder atmen, aufstehen und den Angriff auf den Schöpfer fortsetzen.

So rauchten wir und von einer Zigarette eine anderen angezündet. Dann streckte er die Hand zum Nachttisch aus, nahm sein blaues Notizbuch heraus, öffnete es nach dem Zufallsprinzip und las: „Der Mensch hat kein Recht, sich von dieser Arbeit zu befreien. Sondern er  muss eine solche Forderung und ein solches Streben nach „Lishma“[1] erreichen, so das es ein Gebet wäre, denn ohne Gebet ist es unmöglich, es zu erreichen.“

 

[1]  „Lishma ist die Absicht um des Schöpfers willen….“ “ Shamati“ (das Gehörte), 2012, Artikel 20, S. 104, Lishma.

 

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Fortsetzung folgt…

 

Nach der Pandemie

Die Welt scheint gerade auf einer schmalen Brücke zu stehen. Wir brauchen uns nicht vor der Verabschiedung von der Vergangenheit zu fürchten. Wir sollten uns lieber darum sorgen wie wir uns der unausweichlichen Zukunft kompetent stellen können.

Die Menschen behaupten, wir könnten eines Tages alles wieder aufbauen, wenn nicht komplett alles zusammenbricht. Und ich sage: “Es wird sich nicht wieder erholen.” Aber ein Zusammenbruch ist auch gar nicht nötig. Wir haben jetzt nur die Aufgabe diese Krise mit minimalen Verlust zu überleben. Wir müssen unsere Nerven, Ressourcen sparen, andere unterstützen und uns einfach entspannen. Auf keinen Fall dürfen wir uns “trennen”. Außerdem müssen wir uns der aktuellen Lage stellen, um von den Folgen nicht überrascht zu werden.

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„Der Tod und ich“

Frage: Unser Gehirn weigert sich, die Unabwendbarkeit des Todes zu akzeptieren. Wenn es Informationen, die wir mit dem Tod in Verbindung bringen erhält, sagt uns etwas, dass diese Daten unzuverlässig sind. Wir können den Tod eines anderen Menschen vorhersagen, bei dem Eigenen liegen wir fast immer falsch.

Nach Ansicht von Experten ignoriert der Mensch unbewusst die Fakten und nimmt sich als jemanden wahr, der eine lange, wenn nicht ewige Existenz haben wird. Warum passiert das bei uns Menschen?

Antwort: Ein lebendes Geschöpf muss und kann nicht verstehen, dass es sterblich ist. Es muss so sein, da es sich vorwärts bewegt – einige Dinge werden dabei umgesetzt, andere bleiben zurück.

Frage: Kann die Erkenntnis, dass ich sterblich bin und davor Angst habe, für uns Menschen nützlich sein?

Antwort: Die Furcht vor dem Tod ist die Angst vor dem Nichtvorhandensein. Wie kann ich mir die Welt, in der ich nicht mehr existiere, vorstellen? Das ist eine schreckliche Ablehnung des Egoismus.

Was bedeutet schließlich die Welt? Die Welt bin ich – ich existiere, ich kenne sie, verstehe sie, fühle sie. Ich bin in ihr und ich bin in ihrer Mitte. Auf einmal geht es darum, dass ich verschwinden muss.

Was bleibt in der Welt? Schließlich fühlt man die Welt durch sich selbst. Wenn dieses „Ich“ nicht existiert, dann war es das! Beim Egoismus geht es nicht darum das die Welt ohne ihn existieren kann.

Hier gibt es nur einen Weg – den Menschen erklären, dass die Welt ewig, endlos und vollkommen ist. Sie ist völlig anders als wir sie wahrnehmen.

Dafür müssen wir uns auf die Stufe erheben, auf der wir die Eigenschaft des Gebens und der Liebe offenbaren. Dann werden wir die andere Welt sehen.

Frage: Wir werden uns also über unseren Egoismus erheben und uns davon trennen?

Antwort: Ja, wir werden die Welt als eine Eigenschaft erkennen, die dem Egoismus entgegengesetzt ist.

Uns sollte die Tatsache, dass wir eine bestimmte Eigenschaft haben und so geschaffen wurden, nicht einschränken. Wir müssen die Welt anders, vielseitig ansehen, dann werden wir in der Lage sein, uns und die Welt als eine Verbindung zu betrachten.

Frage: Sie behaupten: „Wenn ich mich über den Egoismus erhebe und zu den Eigenschaften der Liebe und des Gebens komme, ich die Welt als unendlich wahrnehmen kann. Werde ich dann ebenso unendlich?

Antwort: Ja.

Frage: Dann gibt es keinen Tod?

Antwort: In der Eigenschaft des Gebens gibt es keinen Tod.

Frage: Erlebt dann ein Mensch, dass er unendlich ist?

Antwort: Ja, die Kabbala erklärt es uns. Wir können es, wenn wir es wünschen.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 24.10.2019

 

Immer mit mir – Teil 45

 

RABASH und Kotsk

Deshalb hatte ich keinen Zweifel daran, dass RABASH aufrichtig spricht, dass er, wenn er früher geboren worden wäre, nach Kotsk gegangen wäre, zu Rabbi Menachem Mendel[1].

Diese Kabbala-Gruppe war genau das Richtige für ihn, für seinen zähen Charakter, seinem großen Herzen, seinen riesigen Schirm. Er hätte wie kein anderer in diese Gruppe passen können. Er lebt nur im Namen des Ziels und misst sich nur in Bezug darauf.

Kotzk war für ihn, eine waghalsige kabbalistische Gruppe, in der sich diejenigen versammelten, die den Schöpfer „stürmen“ wollten. Die lebten hungernd, als eine Gemeinde. Jeden Tag lebten sie wie den Letzten. Sie gingen hart miteinander um, um ihre angebliche Leichtfertigkeit, angebliche Verachtung der Spiritualität zu zeigen, um die Möglichkeit zu größerer Arbeit zu geben. Er war auf der Suche nach solchen waghalsigen Menschen.

Die Aussage ihres Lehrers Rabbi Menachem Mendel passte auch für RABASH: „Es gibt nichts einheitlicheres als ein gebrochenes Herz, es gibt keinen durchdringenderen Schrei als Stille“. RABASH wollte so leben. So lebte er auch. Aber manchmal herrschte Stille…

 

[1] Kotsk (polnisch Kock) – Eine Stadt in Polen, Teil des Lubelskie Bezirk. Seit 1829 war die berühmte chassidische Kabbalisten Gruppe unter der Leitung von Menachem-Mendel R. aus Kotsk in der Stadt tätig.

 

Fortsetzung folgt…

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