Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

“Leben” anstatt nur “vor sich hin leben”

In Medium am 18.05.2020 veröffentlicht. 

Können wir die Zeit vor der Pandemie „Leben“ nennen, oder war es nur ein Zwangslauf, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Diese Frage stellt sich jetzt, da wir gezwungen sind, rasch in einen neuen Zustand, in eine neue Realität überzugehen. Wir können das Beste aus unserem Neuanfang machen, wenn wir erkennen, dass es im Leben erfüllte Ziele gibt, Nicht mehr die Jagd nach vorübergehenden Modeerscheinungen und sinnlosen Ambitionen.

Ich erinnere mich an mich selbst als Kind, wie meine Eltern mich verwöhnten und mir alles gaben, was ich wollte oder brauchte. Plötzlich, ab einem bestimmten Alter, fingen sie an, mich unter Druck zu setzen und Selbstdisziplin in meinem Studium zu fordern, um sicherzustellen, dass ich dem gerecht werde, was von mir verlangt wurde. Ich verstand nicht, was vor sich ging. Wenn sie wollten, dass ich so erfolgreich bin, warum haben sie es dann nicht arrangiert? Warum lag plötzlich alles an mir? Ich erinnere mich, wie mich diese Frage beunruhigte.

Es dauerte eine Weile, bis ich mich damit abfand, dass mein Leben in zwei Abschnitte geteilt ist. Die erste ist die Kindheit, in der ich unter dem vollen Schutz meiner Eltern stand. Die zweite, das Erwachsenenalter, in der ich nun auf mich allein gestellt sein lernen musste, egal wie sehr meine Eltern mich liebten und das Beste für mich wollten. Ich muss meine Reife selbst erlangen.

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Immer mir mir – Teil 71

“Hotel für zwei”

In Tiberias übernachteten wir ein paar Mal in einem heruntergekommenen Hotel von Rebbe Yitzchak Kellers Schüler. Wir waren die einzigen Gäste dort. Die leeren Gänge entlang blies der Wind, es roch nach Gewürzen und Staub. Nachts klang Rebbes Brust-Stimme, sie breitete sich durch den hallenden Flur und flog in die offene Fenster, in die Nacht hinaus. Ich saß vor Rebbe wie ein Baby mit dem Vater. Und ich musste nicht so tun als ob, er wusste alles über mich – was mich antreibt, welche Gedanken, Impulse, Wünsche mich leiten. Manchmal zwang ich ihn, mir ein wenig über mich zu erzählen, und er offenbarte mir Eigenschaften meines Charakters, die ich mir selbst nicht einmal eingestehen konnte – wer ich wirklich bin. Ja, ich würde diese Eigenschaften in mir selbst nicht erkennen, würde nicht zu einem solchen Schluss kommen wie er.

Wir kamen  seit Wochen in dieses Hotel, und dann schlug Drori vor, dass wir bei ihm bleiben. Es war sein Haus, das für immer in meinem Herz eingeprägt wird. Dort wurden Wunder vollbracht, die Gebete erhoben, die die Welt auf den Kopf gestellt haben. Hier sah ich den wahren RABASH, erfüllt von einem Traum über den Schöpfers, der einem großen Ziel gewidmet ist – Ihn der Welt zu offenbaren.

 

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Fortsetzung folgt…

Ein neues Zuhause, wo Platz für alle ist

Zurzeit vollzieht die Natur eine gewaltige Veränderung mit uns, die die ganze Welt umfasst. Wir mögen sie mehr oder weniger verstehen, aber es besteht kein Zweifel daran, dass sich das Programm des Schöpfers, der globalen Natur vor uns entfaltet, die zum ersten Mal in der Geschichte ausnahmslos die gesamte Menschheit mit einbezieht.

Durch diese Aktion, die „Coronavirus“ genannt wird, will die Natur die gesamte Erdbevölkerung, die gesamte Menschheit in einer Gruppe organisieren.

Der Virus bereitet uns auf die Veränderungen vor, die zur Vereinigung führen, so dass jeder die höhere Kraft der Natur kennt, vom Kleinkind bis zum Erwachsenen, und alle Nationen sich in einem gemeinsamen „Haus des Gebets“ versammeln, d.h. alle haben sich in einem gemeinsamen Wunsch vereinigt, der „das Haus des Schöpfers“ genannt wird.

Die Wissenschaft der Kabbala hilft uns zu verstehen, wie wir diesen Prozess durchlaufen und wie wir uns darauf einstellen sollten, indem wir uns an ein neues Leben, an eine neue Herangehensweise anpassen. Gegenwärtig nehmen wir das Leben noch egoistisch und individuell wahr, aber der neue Ansatz erfordert, dass wir uns allmählich auf eine gemeinsame Wahrnehmung zubewegen: integral und gegenseitig, um den Unterschied zwischen uns und anderen nicht zu spüren.

Heute empfinden wir alle eine egoistische Welt um uns herum, eine egoistische Einstellung zum Leben. Und in der neuen Welt wird jeder den Anderen von innen heraus spüren, und dadurch wird sich unsere Wahrnehmung der Welt dramatisch verändern: anstatt der materiellen Welt werden wir die spirituelle Welt empfinden, die ewig, vollkommen und voller Licht ist.

Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Welt, am Eingang zu einem neuen Zustand, zu einer neuen Realität, die sich innerhalb der Verbindung zwischen uns offenbaren sollte, innerhalb von unseren Beziehungen, die frei von Egoismus sind. Die höhere Herrschaft fordert von uns, dass wir diese Tür öffnen und die neue Welt betreten, um die gesamte Menschheit zu einer neuen Existenz, zum Ziel der Schöpfung, zum Ziel unseres Lebens, zur höheren Kraft der Natur zu führen.

Aus dem Morgenunterricht vom 04.04.2020.

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Immer mit mir – Teil 70

Die Ehrfurcht

Ich war sehr besorgt vor der Reise, ich hatte Angst, etwas zu verpassen, als ob wir auf eine einsame Insel gehen würden und wir alles voraussehen müssen. Ich nahm Bettwäsche, Bücher, Kaffee, holte alle möglichen Lebensmittel, wusste, dass er einfachen Hering, Schwarzbrot, bestimmten Käse liebte….. Olga hat das Hähnchen gebraten, Frikos gemacht, Gemüse geschnitten.

Als wir endlich ins Auto stiegen, ich erinnere mich, dass ich RABASH fragte, warum ich so eine Ehrfurcht vor diesen Reise habe.

Er sagte, es sei eine gute Sache, dass nicht umsonst das erste Gebot Ehrfurcht wäre. Dass er vor seinem Vater das gleiche empfand, dass es der spirituellen Ehrfurcht ähnlich wäre.

Ich mache mir keine Sorgen um mich selbst, ich mache mir Sorgen darüber, ob ich mich wirklich über mich selbst erheben, mich annullieren, sehen kann, wie ich meinem Lehrer helfen kann…

„Ist dem nicht so?“ fragte er mich und antwortete sofort selber:“es spielt keine Rolle, dass in unserer Welt alles umgekehrt ist. Wir sollten versuchen, die ganze Zeit für andere zu leben. Es ist eine gute Ehrfurcht. Es bringt das Licht zum Vorschein.“ Ich habe versucht, ein Notizblock oder ein Tonbandgerät zu benutzen, welches ich ständig dabei hatte. Doch RABASH war auf unseren Reisen streng. Keine Aufnahmen, keine Rekorder!

 

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Fortsetzung folgt…

Die Zeit der Annäherung des Schöpfers

Frage: Heutzutage gibt es ein verstärktes Interesse an der Kabbala. Bedeutet dies, dass der Schöpfer uns näher gekommen ist?

Antwort: Natürlich. Es ist an der Zeit, dass sich der Schöpfer uns annähert.

Auf der einen Seite ist es kein gutes Gefühl, denn in uns gibt es Eigenschaften, die dem Egoismus entgegengesetzt sind.

Andererseits regt es uns an, nach der richtigen Zusammenfügung mit diesen neu entstandenen Eigenschaften zu suchen.

Die Natur offenbart sich auf einer neuen Stufe und wir müssen anfangen, richtig mit ihr umzugehen. Es ist bestimmt nicht einfach. Deshalb offenbart sich die Wissenschaft der Kabbala, die erklärt, was mit uns geschieht.

Aus dem Unterricht, 26.01.2020

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Immer mit mir – Teil 69

Zusammen!

Es ist Monate her, ich weis nicht mehr, unter welchen Umständen, wir fingen an mit RABASH über Tiberias zu sprechen. Und plötzlich sagte er zu mir: „Lass uns zusammen fahren“. Ich war verwirrt, nervös – ich konnte mir nichts größeres wünschen. Ich erinnere mich, dass ich die Nacht vor der Reise wach blieb und dachte darüber nach, wie es sein würde, was ich tun sollte, um Rebe nicht zu enttäuschen, was ich kochen sollte…

Das Kochen hat allerdings meine Frau übernommen. Olga spürte sofort Zuneigung zu RABASH, sobald sie ihn sah. Ihr Vater wurde zu Stalin Zeiten unterdrückt. Und jetzt erschien RABASH, und sie gab ihm all die Wärme ihres Herzens, die nicht für ihren Vater ausgegeben wurde.

Das kam am meisten in der Zubereitung von Speisen zum Ausdruck. RABASH hat schon oft gesagt, dass Olgas gekochtes Essen von allen anderen bevorzugt wird. Weil sie ihr Herz einbrachte. Besonders gut gefiel ihm die Suppe, die Olga nach seinem Rezept zubereitete. In die Suppe wurden mehrere Stücke Rindfleisch, Hühnerbein, Kartoffeln und Nudeln gelegt.

Die Suppe musste so dick sein, das der Löffel drin stecken bleibt. Ich brachte es noch heiß RABASH, weil wir in der Nähe wohnten. Er hat sie probiert, schloss die Augen, hielt inne und plötzlich gesagt: „Oh, gut!”. Dann setzte er sich hin und schrieb eine Nachricht an Olga.

Olga hat viele Notizen aufbewahrt. Er bedankte sich bei ihr auf diese Weise. Er hat  über jedes Gericht separat eine Aufzeichnung gemacht. „Hier füge bitte Salz, – schrieb er, – und hier Pfeffer hinzu, und dieses Gericht ist perfekt“.

RABASH hatte eine erstaunliche Eigenschaft, er schenkte jedem Aufmerksamkeit, er bemerkte alle und fühlte vor allem diejenigen, die Wärme ausstrahlen. Sie waren wie Engel für ihn, die Freude bringen. So eine war meine Frau Olga für ihn.

 

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Fortsetzung folgt…

Neues Leben 1213 – Coronavirus, zwischen Sorge und Hoffnung

Neues Leben 1213 – Coronavirus, zwischen Sorge und Hoffnung
Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi

Der Coronavirus ist gekommen, um uns zu zeigen, dass es unmöglich ist, in der egoistischen Gesellschaft, die wir aufgebaut haben, weiter zu existieren, und dass wir unser Verhalten ändern werden müssen. Dies sind Zeiten von Unsicherheit im Hinblick auf  Lebensunterhalt und der Angst vor Veränderungen. Die Natur will uns zu verstehen geben, dass wir im Gegensatz zur Integralität stehen, die in der gesamten Natur existiert. Wir müssen ein neues System von Beziehungen ohne Stress und Angst aufbauen. Die Natur führt uns in eine erleuchtete, entgegengesetzte Welt, die völlig gut, tolerant, ganzheitlich und liebevoll für die gesamte Menschheit ist.

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Aus KabTV´s „Neues Leben 1213 – Coronavirus, Zwischen Sorge und Hoffnung, 17.03.2020

Neues Leben 1212 – Coronavirus, eine globale Verantwortung

Neues Leben 1212 – Coronavirus, eine globale Verantwortung
Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Der Ausbruch des Coronavirus beeinträchtigt das gesamte biologische System; unsere gegenseitige schlechte Haltung ist die Ursache für diese Pandemie. Gegenwärtig zeigt uns die Natur, wer wir wirklich sind, wie sehr wir entgegengesetzt zu ihr handeln und treibt uns in Richtung Gleichgewicht. Wir alle sind Teile eines einzigen, integralen Systems, und müssen lernen, dementsprechend gut miteinander umzugehen. Das Gesetz der gegenseitigen Verantwortung verpflichtet uns zu wissen, wie wir mit dem gesamten System ausgewogen umgehen müssen. Wenn nicht, ist es besser, „zu sitzen und nichts zu tun“. Wir müssen die Denkmuster des globalen Systems verstehen und lernen, uns im Denken und Handeln gleichermaßen um alle zu kümmern. Wenn wir unsere gegenseitige Abhängigkeit spüren, werden wir zu einer schönen, ganzen und ewigen Welt aufsteigen.

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Aus KabTV´s „Neues Leben 1212 – Coronavirus, Eine globale Verantwortung“, 10.03.2020

Immer mit mir – Teil 68

Das Mahl

Das Mahl mit RABASH muss man besonders erwähnen.

 

Für ihn war es nicht nur Essen, Beisammensein mit den Freunden, sondern ein hoher spiritueller Prozess. Er hat uns die gleiche Einstellung zu dieser Handlung beigebracht. Unsere Mahlzeiten wurden in völliger Stille eingenommen. Wir durften nicht miteinander reden. Jeder musste sich innerlich konzentrieren und mit sich selbst sprechen. Es lag so viel Spannung in der Luft, dass jede Kleinigkeit zu seinem Mund mit Absicht begleitet werden musste. Wenn er sich entschieden hätte, sich nach dem Essen daran zu erinnern, was er gegessen hatte, wäre es für ihn sehr schwierig gewesen. Es war, als hätte das Essen keinen Geschmack, denn den Geschmack hat man nicht vom Essen bekommen, sondern vom Zustand selbst. So ein Mahl hatten wir damals in Tiberias gehabt. Jeder erinnert sich noch heute daran, wegen der besonderen inneren Kraft, die von Rebbe kam.

 

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Fortsetzung folgt…

Scham entwickelt den Menschen

Frage: Angenommen, ich werde zu einem Besuch eingeladen. Ich habe dem Gastgeber versprochen, mich mit ihm an einen Tisch zu setzen. Wie kann ich ihm sagen, dass ich auf die Bewirtung verzichten möchte?

Antwort: Das ist wirklich ein Problem. Man kommt in einen Zustand, in dem man einfach nichts vom Tisch nehmen kann. Es entwickelt sich die Eigenschaft der Scham.

Es ist keine irdische Scham, es ist ein riesiges Gefühl, das man nicht überwinden kann. Es fesselt und hindert einen daran, etwas vom Gastgeber anzunehmen.

Frage: Wie geht es mit der Scham weiter?

Antwort: Was als nächstes geschieht, werden wir noch studieren. Es ist aber die Scham, die uns führt und entwickelt.

Aus dem Unterricht, 16.02.2020

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