Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Immer mit mir – Teil 76

 

Attacken auf die Welt

In Tiberias studierten wir acht bis zehn Stunden lang. Es waren 8-10 Stunden Gebet. Wir studierten den 16. Teil der Lehre der Zehn Sephirot, die Tore der Absicht, die Briefe von Baal HaSulam und natürlich Artikel aus „Shamati“. Es ist etwas, das kaum jemals, mit jemandem während des Unterrichts gelernt wurde. Erst in den letzten Jahren hatte sich RABASH entschieden, dies in der Gruppe zu tun. Außerdem lasen wir „Geheime Schriftrolle“. Die die Kabbalisten sehr geheim geschrieben haben. Nur für sich selbst oder für diejenigen, die dies verstanden. Ich kann euch noch nicht darüber erzählen. Es ist etwas, das kaum, jemals mit allen während des Unterrichts gelernt wurde. Erst in den letzten Jahren hat sich RABASH entschieden, dies in der Gruppe zu tun. RABASH erklärte mir diese Texte. Er wählte die Teile, die der Seele nahe waren, die uns am nächsten stehende Wurzeln. Er fühlte sie. Es war ihm wichtig, dass ich hörte und nicht nur hörte. Er hat mich mit diesen Texten gereinigt. Von der ganzen Welt abgeschnitten, ohne Telefon, ohne Gespräche, wir saßen uns gegenüber, und ich versuchte, kein Wort zu verpassen. Er sprach, schüttelte gewöhnlich den Kopf, schloss die Augen….. und stoppte plötzlich, schwieg lange Zeit. Was hat er gehört? Was hat er sich dabei gedacht? Manchmal dachte ich, er würde mit Baal HaSulam reden und ihn hören. Vermutlich war es auch so.

Abends sind bin ich mit ihm ausgegangen. wir gingen langsam, er hielt gewöhnlich meine Hand. Wir gingen an Schaufenster, Cafés, Restaurants vorbei, zum See hinunter. Manchmal redeten wir miteinander, manchmal gingen wir schweigend, er dachte nach, ich rauchte Dabei fühlte ich mich immer, als hätte ich Angst, ihn aufzuhalten.

Als wir zurückkamen, machte ich das Bett, stellte Wasser auf seinen Tisch und brachte ihn ins Bett. Er musste unbedingt etwas aus Shamati lesen, bevor er ins Bett ging. Er las, schaltete das Licht aus und schlief sofort ein. Um einen neuen Angriff am Morgen zu starten.

 

 [# 246233]

Fortsetzung folgt…

Bürgschaft der Gänse

Bleibt zusammen.

Ein Gänseschwarm fliegt in perfekter V-Formation. Durch diese Formation entsteht, bei jedem Flügelschlag, ein starker Auftrieb. Und dieser Auftrieb wiederum ist jeder dahinter fliegenden Ganz nützlich. Diese Zusammenarbeit ermöglicht dem gesamten Schwarm eine 70% höhere Flugleistung. Dieses Beispiel zeigt uns, dass Partnerbeziehungen und Gruppenarbeit uns gegenseitig stärkt. Auf diese gemeinsame Kraft gestützt, ist die Wahrscheinlichkeit des Erfolges weitaus höher als bei Einzelarbeit.

Behaltet die Formation.

Sobald eine Gans den Schwarm verlässt, spürt sie sofort den Luftwiderstand und die Schwerkraft setzt ein. Dann kann sie sich nur mit enormen Kraftaufwand dem Schwarm wieder anschließen. Wenn ein gutes Team besteht, haltet es und arbeitet zusammen. Durch die Überwindung des Egoismus, ist der Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen größer als bei Einzelarbeit.

 Löst einander ab.

Auch ein Leitvogel ermüdet an der Spitze. Und um neue Kräfte zu sammeln, muss er ans Ende des Schwarms. Eine andere Gans nimmt seinen Platz ein. In einem Team soll die Belastung auf alle Mitglieder verteilt werden. Und die wichtigen Aufgaben sollten abwechselnd erledigt werden.

Kommuniziert miteinander 

Gänse schreien um sich gegenseitig anzufeuern. Genauso müssen auch wir miteinander sprechen, uns gegenseitig unterstützen, uns aufmuntern und uns über unsere Probleme austauschen. 

Lasst niemanden zurück.

Wenn die Kräfte einer Gans schwinden, verlassen mit ihr zwei Gänse den Schwarm. Sie bleiben bei ihr, bis sie sich erholt hat oder stirbt. Erst dann fliegen sie weiter. Oder sie schließen sich einer anderen Gruppe an, um den eigenen Schwarm einzuholen. Wenn wir den gesunden Verstand der Gans hätten, würden wir uns auch gegenseitig absichern. Die besten Teams setzten sich aus Menschen zusammen, die sich aufrichtig sympathisch sind und sich immer gegenseitig helfen, egal was passiert.

Der Schwache kann sich nur um sich selbst kümmern, der etwas Stärkere um die Familie, der noch Stärkere um die Freunde und die Gruppe und der Stärkste kann sich um die ganze Welt kümmern.Die meisten Menschen sind aber schwach und haben keine Kraft “die Seele frei baumeln zu lassen”. Sie sehen nur Schwäche in ihrem Umfeld und nehmen diese auf. 

Lebt viele Leben.

Unser Wachstum, Größe und Entwicklung hängen von der Umgebung ab, die wir uns erschaffen. Wenn wir ein Team aufbauen, dabei alle Herzen für ein großes Ziel entflammen und gemeinsam alle Schwierigkeiten, jeden Spott und Unverständnis überwinden, erreichen wir eine neue Stufe der Entwicklung. Wir werden kein kleines, langweiliges Leben leben, sondern viele glänzende und erfüllte. Alle Erfahrungen, Gefühle und Sehnsüchte der Freunde werden zu unseren. Dadurch leben wir viele Leben. Ein kleiner Mensch lebt ein langweiliges, graues Leben. Aber ein Mensch mit großem Herzen und großen Zielen, der Herzen anderer entflammen kann, lebt tausend Leben – die glänzendsten, interessantesten und die außergewöhnlichsten.

 [#98577]

Was ist in unserem Schicksal gleich?

Frage: Sie sagen, dass am Ende das Schicksal aller Menschen gut ausgehen wird. Aber jeder Mensch hat seine eigene Seelenwurzel, und der Weg dorthin ist absolut individuell. Wie können die Schicksale aller gleich sein?

Antwort: Es geht darum, dass die jeweilige Anstrengung eines jeden Menschen im Einklang mit seiner Seele stehen muss, mit allen Eigenschaften, die um die Seele herum entstehen, damit er ihr Potential, ihren Endzustand im allgemeinen System von „Adam“, verwirklichen kann. All dies ist gegenseitig so verbunden, dass keiner bevorzugt wird.

In der gemeinsamen Seele erreichen wir alle eine absolut vollständige Korrektur. Wer also mehr Egoismus hat, dem fällt die Korrektur schwerer, wer weniger hat – es scheint einfacher zu sein, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Es hängt alles von der Hilfe ab, die man bekommt.

Am Ende stellt sich heraus, dass alle absolut gleich sind. Wie bei der Struktur des menschlichen Organismus: wenn er vollkommen ist, dann hat keine Zelle Vorrang vor der anderen. Und wenn eine Zelle entnommen wird, dann wird die Perfektion des gesamten Organismus verletzt.

Daher macht es keinen Sinn, das Thema künftig anzusprechen. Denn im Endzustand sind alle gleich und vollkommen. Und damit jeder diese Perfektion anstreben kann, werden allen gleiche Bedingungen gegeben: je größer der Egoismus, desto größer sind die Anforderungen an seine Korrektur und je kleiner der Egoismus, desto weniger Ansprüche werden gestellt. Dennoch kann jeder eine vollständige Perfektion erreichen.

Aus dem russischen Unterricht, 08.03.2020.

[#263649]

Die Welt ins Gleichgewicht bringen

Frage: Welche praktische Bedeutung hat es, über das Gleichgewicht der gesamten Natur zu sprechen, wenn ich nicht einmal mich selbst beeinflussen kann, geschweige denn die gesamte Menschheit?

Antwort: Es ist notwendig zu lernen, sich selbst zu beeinflussen, die richtigen Wirkungen des höheren Lichtes, die positiven Kräfte der Natur hervorzurufen und auf diese Weise alle ihre negativen Zustände zu kompensieren.  Selbst ein einziger Mensch kann absolut alle Zustände kompensieren, Sie eingeschlossen, und grundsätzlich alle Menschen. Man darf also auf keinen Fall sagen, dass ich dazu nicht in der Lage bin. Das kann jeder von uns.

Man könnte natürlich sagen: „Es gibt Milliarden von Menschen auf der Welt. Selbst wenn ich etwas mache, wird es ein Milliardstel Teil sein, der nichts bewirkt“. Das ist nicht wahr! Ein Mensch ist in der Lage, die gesamte Menschheit zum Gleichgewicht zu bringen. Und er muss so handeln. In der Kabbala steht das in vielen Quellen.

Baal HaSulam schreibt im Besonderen im Artikel Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu  den Geschöpfen: „Also beeinflusst jede Korrektur, die von einem Menschen ausgeführt wird, die ganze Welt, führt zur Entwicklung der Welt und zur Verwirklichung des Gesetzes der Liebe und des Gebens, bis die Erde mit diesem Wissen erfüllt ist.

Und jede Verletzung, die von einem Menschen begangen wird, wirkt sich ebenfalls auf die ganze Welt aus und löst Kräfte aus, die die Welt zur Korrektur zwingen. Diese Kräfte werden von uns als Leid empfunden“. Somit ergibt es sich, dass jeder Mensch durch eine einzige Handlung die Harmonie der Welt entweder zerstört oder in Ordnung bringt. Deshalb dürfen wir auf keinen Fall den positiven Beitrag ignorieren, den jeder Einzelne zum Gleichgewicht der Welt leisten kann.

Nun befinden wir uns in einem besonderen Zustand, wir haben das riesige globale System soweit aus dem Gleichgewicht gebracht, dass es anfängt, Viren freizusetzen. Das heißt, es kann sich aus seinem unausgewogenen Zustand in keiner Weise mehr selbst ausgleichen, nur über die Freisetzung von schädlichen biologischen Mikrosystemen.

Deshalb müssen wir verstehen, dass uns nichts anderes übrigbleibt, als unsere Verantwortung ernsthaft wahrzunehmen, das System ins Gleichgewicht zu bringen.

Aus dem Unterricht von 15.03.2020

[#263182]

Immer mit mir – Teil 75

Der Herr über seinen Körper

So lebte er. Seit seiner Kindheit wurde er erzogen, seinen Körper wie einen Fremden zu behandeln. Deshalb zeigte er auf ihn und sagte: „Lasst ihn leiden!“, „Es!“.  Wenn er von dem Körper sprach, sprach er dabei immer von Egoismus. Er genoss die Tatsache, dass er sein Ego mit Füßen trat.

Es war keine Art von Masochismus, denn damit wurde er mit der Eigenschaft des Geben verschmolzen. Der Körper war wie ein Anhängsel an der Seele, der völlig von ihr abgetrennt ist. Er war der Herr von Körper und Seele und kontrollierte sowohl den Egoismus des Körpers als auch das höchste Ziel der Seele als zwei Linien. Er baute die dritte Linie auf ihrer Verbindung. Er sah sich selbst darin. So sollte ein Mensch leben, der die höhere Realität versteht. Ein Mensch, der sich ständig im Eingriff befindet. Er war so. Er hat die ganze Zeit angegriffen. Und es geschah vor meinen Augen in Tiberias.

 

[# 246157]

Fortsetzung folgt…

Was treibt uns voran

Aussage: Ein typischer Fehler von Kabbala-Anfängern, zumindest in den ersten Jahren, ist, dass man nach Wissen verlangt.

Antwort: Ja, er setzt auf Wissen, weil er in unserer Welt daran gewöhnt ist. Es ist eine natürliche, egoistische, verständliche Errungenschaft.

Frage: Er verlangt also die Empfindung des Schöpfers. Aber das ist falsch, wenn ich richtig verstehe?

Antwort: Kommt darauf an. Im Prinzip sollte er dem Schöpfer keine Befehle erteilen. Indem er voranschreitet, verliert er außerdem den Wunsch, den Schöpfer zu offenbaren. Dafür erwacht ein Wunsch in ihm, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen, sich mehr auf der Eigenschaft des Schöpfers zu konzentrieren, statt Ihn in seinem Egoismus zu spüren.

Frage: Wir sind in der Lage, unseren jetzigen Zustand zu erklären, ebenso wie den zukünftigen Zustand: wie wir uns empfinden werden, wenn der Schöpfer sich in uns manifestiert. Aber der eigentliche Übergang vom Zustand „X“ zum Zustand „X plus eins“ ist nicht klar. Wie geschieht das? Welche Maßnahmen sollten wir ergreifen? Ich kann es nicht auffangen.

Antwort: Es wird darüber gesagt: „Was der Verstand nicht tut, tut die Zeit“. Man muss systematisch lernen, die Kraft in die Gruppe und in die Verbreitung einsetzen, an sich selbst arbeiten – mit anderen Worten: „Was immer du tun kannst, tu es“.

Am Ende erregt man mit all diesen Handlungen das hohe Licht, und es bringt einen weiter. Es strahlt ständig seine Kraft auf uns aus, da es eine Eigenschaft des Gebens, der Liebe und der Annäherung ist, und diese Qualitäten werden in uns offenbart. Man beginnt, sie zu begehren und zu fühlen, dass sie nicht in einem selbst sind. In diesem Licht empfindet man das Gegenteil von ihm. Man nennt es „Erkenntnis des Bösen“.

Und aus dem Grund, dass du das Gegenteil siehst und das Böse in dir selbst spürst, willst du es loswerden, sogar durch deine egoistischen Eigenschaften. Und trotz deines Egoismus willst du dich von deinem Ego befreien. Du empfindest es als schädlich. Hier beginnt die Arbeit des Menschen an sich selbst und seine konsequente Entwicklung hin zur Eigenschaft des Gebens.

Aus dem TV-Programm „Die Grundlagen der Kabbala“, 01.04.2019.

[263329]

Wie verwandelt man Staub in Diamanten?

Der Mensch geht auf jeder Stufe durch einen unangenehmen Zustand, er fühlt sich wie im Staub, in der Dunkelheit, wenn das Spirituelle seinen Geschmack verliert und aufhört ihm zu leuchten. Er hat den Eindruck, dass der Schöpfer sich von ihm distanziert hat. Aber in Wirklichkeit ist das eine Einladung zum Vorankommen.

Ich muss aber gerade in diesem grauen, nebligen, gefühllosen Zustand die richtige Einstellung entwickeln. Die Naturkräfte verführen mich jetzt nicht mit Licht, sondern geben mir einen Zustand der Dämmerung: das ist weder Dunkelheit noch Licht, sondern ein gewisses Grau. Aber gerade in diesem Zustand bin ich in der Lage, den Schöpfer, die Kraft des Gebens, selbst anzuziehen und voranzukommen.

Die meisten Zustände, die ein Mensch durchläuft, sind derart grau: weder hell noch dunkel. Man muss sehr feinfühlig für sie sein, um in ihnen die Notwendigkeit der spirituellen Arbeit, die Größe des Schöpfers, das Gefühl und die Offenbarung der höheren Kraft zu erwecken.

Gerade wenn man darin keinen Geschmack findet, sondern nur den Geschmack von Asche, ist das ein Zeichen dafür, dass ich die Gelegenheit habe, mich aus dieser Gleichgültigkeit zu erheben und viel spirituelle Arbeit zu leisten.

Die Asche ist wie Sand, und wenn wir diese Sandkörner unter großem Druck zusammenpressen, erhalten wir einen Diamanten. Das ist der Unterschied zwischen Staub und einem Diamanten: die billigste Sache und die teuerste. So wird Ramsch zu einem Juwel, nur dank unseres Drucks, der Bemühung uns zu verbinden.

Jede Etappe beginnt mit einem Zustand der Asche, und wenn ich sie nicht ignoriere, sondern richtig, mit vollem Ernst damit umgehe, kann ich aus dem Staub in große Höhen aufsteigen, und aus Sand einen Diamanten machen.

In der materiellen Welt, d.h. in unserem Egoismus wird dieser Zustand wie Asche empfunden, aber in der spirituellen Welt, d.h. im Geben, ist nach der Meinung des Schöpfers, dies der wichtigste Zustand. Aus der Sicht des Schöpfers sind das Diamanten, aber in meinen Augen, aus meinem Verlangen zu genießen, wird er als einfacher Staub empfunden. Deshalb muss ich meine Freunde bitten, mir zu helfen, aus meinem Egoismus in Richtung Geben herauszukommen. Ich muss aus genau diesem Zustand meine Spiritualität aufbauen.

Versuche viel mehr dich in den Freunden zu befinden als in dir selbst, und du wirst fühlen, wie du aus der Asche auferstehst. Bete, bitte und weine, aber warte nicht darauf, dass der Zustand sich von selbst ändert. Der Sand wird sich nicht von alleine in Diamanten verwandeln.

Meine Ablehnung dagegen, meinen grauen Zustand als wertlos zu betrachten, ist genau dieser starke Druck, mit dem ich den Sand in einen Diamanten verwandle. Der Egoismus fühlt, dass dieser Zustand keine Wichtigkeit hat, wie bei der Asche. Ich fühle, dass ich hingefallen bin und auf dem Boden liege, aber ich bin mit diesem Gefühl nicht einverstanden, denn diese Realität gaukelt mir mein Verlangen nach Genuss vor.

Es ist sehr gut, dass der Egoismus sich jetzt im Staub befindet, ich möchte dagegen meinen Wunsch nach Geben, den Punkt, der aus diesem Staub zum Schöpfer emporstrebt, aus dem Staub in die Höhe erheben. Das wird als Glauben über dem Wissen bezeichnet.

Dann fühle ich, wie durch meinen Wunsch hinauszutreten, durch den Druck auf ihn, ich diese Asche in den allerteuersten Zustand verwandele, als ob ich Diamanten aus Sand herstellen würde. Der Werkstoff bleibt derselbe, aber der Druck verwandelt ihn zum größten Juwel.

Das Gefühl des Spirituellen in den egoistischen Verlangen wird „Asche“ genannt, das Gefühl des Spirituellen in dem Verlangen zu geben wird hingegen als „Diamant“ bezeichnet.

Aus dem Unterricht zum Thema „Glauben über dem Verstand“ von 22.04.2020

[#263605]

Immer mit mir – Teil 74

Lass ihn leiden!

Ich hatte ein paar Mal im Jahr Hautprobleme. Manchmal ging es mir dermaßen schlecht, dass ich nicht aufstehen konnte. Mein Freund Yaron, der Tischler, baute mir einen speziellen Reifen, der über mir angebracht wurde, und eine Decke wurde darauf gelegt, so dass sie den Körper nicht berührte. Ich lag da unter unheimlichen Qualen, mein Körper hörte auf zu atmen, meine Haut ging ab wie ein Film, den ich komplett abziehen konnte. Ich war völlig mit Furunkel überzogen, und die Lymphe strömte aus allen Poren, also wechselte ich meine ganze Körperhaut… Und so gingen wir in einer dieser Perioden mit RABASH durch den Park. Ich schaffte es, aus dem Bett zu steigen und litt natürlich unter der Kleidung, die mich berührte. Aber ich musste aufstehen, ich konnte nicht anders.

Es war im Winter, ich hatte Glück, einen kalten durchdringenden Wind zu haben, ich ging aufgeknöpft und setzte mich dem Wind aus. Und ich wollte, dass er noch kälter wird, noch mehr brennt… Ich ging mit geschlossenen Augen, ab und zu öffnet ich sie, um zu prüfen, wo RABASH ist… Plötzlich sehe ich, dass er anhält und mich ansieht.

Ich frage ihn, trotz großer Schmerzen – ich konnte meinen Mund kaum öffnen, als wäre es mit Harz beschmiert, ich fragte RABASH: „Was wird kommen, Rebe? Was wird kommen?!“ Und dann macht er einen Schritt zu mir, greift an meine Hand und sagt mit großem Schmerz: „Lass ihn leiden! Lass!“ (Er sprach vom Körper.)

Er stößt mit dem Finger in sich, als würde er sich schmerzhaft kneifen. Und seine Augen brennen dabei vor Freude: „Michael, du hast keine Ahnung, wie viel du gewinnst!..“

 

[# 246126]

Fortsetzung folgt… 

Wie schaffe ich es mich nicht zu verlieren?

Frage: Heute weiß ich was ich bin. Irgendwie ermöglicht mir das, mich in dieser Welt zu orientieren. Wenn ich Ihre Artikel studiere oder Ihre Videos anschaue, höre ich oft den Satz, dass das Erkennen des Schöpfers eine Verschmelzung mit ihm ist.

Dennoch spüre ich die innere Angst, dass ich nicht mehr da sein werde, wenn ich mich dem Schöpfer nähere und mit ihm verschmelze. Was ist diese Angst und was ist die Verschmelzung mit dem Schöpfer?

Antwort: Die Verschmelzung mit dem Schöpfer ist erreicht, wenn Ihr Egoismus nachlässt, an Bedeutung verliert. Es entsteht die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens, die wir Schöpfer nennen. Das Zurückgeben beginnt, sich über all Ihre anderen Qualitäten, Kräfte und Absichten durchzusetzen.

Mit anderen Worten, die Eigenschaft des Gebens, der Verbindung, die Liebe zu allem, was „über sich selbst hinausgeht“, ist das Mittel, das Sie dem Schöpfer näher bringt. Das ist eine spirituelle Eigenschaft. Wenn Sie anfangen zu spüren, dass sie sich bereits in Ihnen äußert, bedeutet das, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.

Frage: Verliere ich in diesem Ablauf nicht meine Individualität?

Antwort: Sie verlieren nichts, denn diese Eigenschaft, die Sie erwerben, wächst auch aus Ihrem Egoismus heraus, nur in der entgegengesetzten Richtung.

Aus dem Unterricht, 26.01.2020

 [#261003]

Immer mit mir – Teil 73

Die Ewigkeit in Tiberias

Also in Tiberias zogen wir in Drori’s altes einstöckiges Haus.

Die Zugänge waren mit Gras bewachsen, und wir arbeiteten uns den Weg hinunter zum Eingang. Es gab hier zwei Zimmer. In einem schlief RABASH, das andere gehörte mir. Alles war einfach, nichts unnötiges, aber ich würde diese beiden kleinen Zimmer und die Ewigkeit, die ich dort fühlte, nicht gegen die teuersten Apartments eintauschen. Wir kamen an, packten aus und ich bereitete das Essen vor. Wir aßen und fuhren sofort zu den heißen Quellen von “Khamei Tiberias”[1]. RABASH trat in ein riesiges Bad für eine halbe Stunde ein, kam unter heißes Wasser, er liebte Wärme, erwärmte sich 40 Minuten lang.  Ich konnte nicht einmal 20 Minuten aushalten. Dann legte er sich auf die Holzliege. Ich wickelte ihn von allen Seiten schön mit einem Laken und einer Decke ein…

Er liebte es, zu schwitzen, so dass alles aus ihm herauskommt. Er trank viel. Trank und schwitzte, trank und schwitzte. Er hatte von Natur aus ein Gefühl dafür, was gut für ihn war und was nicht. Es war keine Gewalt, es war sehr natürlich, als würde er mit der Natur sprechen, und alles, was ihn in Harmonie hielt, wurde von ihm angenommen. So war es zum Beispiel die Reinigung des Körpers, wenn der ganze Schmutz durch die Poren herauskam. Auch wenn es für uns normal war, Seife zu benutzen, er benutzte sie nie – er handelte nach der Natur, wusch sich nur mit Wasser.

Ich werde nicht alles beschreiben, was danach geschah, wie wir nach Hause fuhren, was wir aßen, ich erinnere mich daran in allen Einzelheiten, aber das Wesentliche ist, dass er alles mit einem Ziel machte – all die Kraft in den Lernprozess zu setzen. Und die Erholung in „Khamei Tiberias“, und der Schlaf, und das Essen – er aß doch nie zu viel! Alles war dafür gedacht, dass keine Minute von 8 bis 10 Stunden der Lernzeit verloren ging, verpasst wurde. In der Tat war er sehr hart zum Körper. Ich beobachtete ihn die ganze Zeit. Ich hatte mit dem Körper ganz andere Berechnungen…

[1] Thermalquellen (Badehäuser) „Khamey Tiberias“ befinden sich am Ufer des Kinneret-See in der Nähe der Stadt Tiberias.

 

 [# 246041]

Fortsetzung folgt…