Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Was tun, wenn nichts klar ist?

Eine Frage, die ich erhielt: In den Teilen des Unterrichtes, wo wir Sohar und die Lehre der Zehn Sfirot studieren, finde ich es sehr schwierig überhaupt etwas zu verstehen.

Was ist die richtige Herangehensweise an den Stoff, damit er uns trotzdem hilft die Verbindung zwischen uns zu verbessern?

Meine Antwort: Baal HaSulam und Rabasch haben Artikel, Briefe und andere ähnliche Werke geschrieben. Darüber hinaus schrieb Baal HaSulam den Kommentar zum Buch Sohar, „Die Lehre der zehn Sefirot“, „Einführung in die Weisheit der Kabbala“ und das Buch „Beit Schaar HaKawanot“. Das alles sind unsere Primärquellen von denen wir uns nähren.

Ich habe die Quellen so aufgeteilt, und hier ist der Grund dafür. Die Bücher, die oben aufgelistet sind benutzen wir wie ein Mittel um das Licht anzuziehen (Sgula). Wobei wir andere Werke nicht nur lesen um das Licht anzuziehen, sondern auch zum Zwecke des Verständnisses. Im ersten Fall spielt das Verständnis eine zweitrangige Rolle, im zweiten die Hauptrolle.

Im Buch Sohar kann man sich an fast nichts sich mit dem Verstand festhalten. Selten wird etwas erklärt oder ein Hinweis gegeben, aber im Großen und Ganzen brauchen wir das auch nicht. Im Endeffekt brauchen wir nicht mehr als eine Methode, die „Tora“ heißt, weil das Licht, das in ihr verborgen ist, zur Quelle zurückführt.

Deshalb ist es nicht wichtig wieviel du verstehst. Nicht derjenige lernt, der klug ist. Vom Verstand hängt hier nicht viel ab. Manche schreiben jedes Wort auf. Das ist gut wenn das euch hilft, sich mit der Quelle auf der Gefühlsebene zu verbinden. Aber wenn alles bei der Vernunft bleibt, lohnt es sich kaum.

Das ist keine Universität hier und durch bloßes Lernen, wirst du nichts erfahren, wenn du das Verlangen zu Geben nicht erlangst, die Verbindung mit den anderen und die Liebe. Nur das erlaubt dir den Stoff auch zu spüren – denn der Mensch ist ein Verlangen, ein Gefäß der Empfindungen.

Vernunft an sich ist machtlos, sie ist nur ein Mittel, das Verlangen auszurichten und zu stärken.

Aus einem Unterricht nach dem Artikel „Religion und ihr Ziel“, 15.11.2010

Der Verstärker auf dem Weg zum Schöpfer

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist von uns erforderlich, um den Höheren Zustand der Einigkeit zu erreichen, der im Sohar existiert?

Meine Antwort: Er kommt nach der Enttäuschung. Es spielt keine Rolle, wie viel ich euch jetzt erzähle, es wird sowieso nicht helfen, solange Sie kein dringendes Bedürfnis, kein Streben, oder keine lebenswichtige Notwendigkeit haben. Nur dann werdet ihr euch an die Gruppe wenden!

Wenn du weißt, dass du ein großes Problem, eine Gefahr für das Leben oder die Krankheit hast, dann suchst du die Hilfe. Und wenn du dich gut fühlst, und keine Probleme empfindest, dann siehst du nicht ein, dass du die Hilfe brauchst, denn du bist nicht beunruhigt.

Deshalb ist das Bedürfnis so wichtig. Dieses Bedürfnis wird uns entweder vom Schöpfer gegeben, der uns von hinten mit Hilfe der Leiden vorwärts anstößt, oder wir bauen selbst die feste Verbindung mit der Umgebung auf, und bemühen uns, daraus die Gegenreaktion zu bekommen.

Ich wähle die Umgebung, obwohl ich darin kein Bedürfnis habe, weil ich mich nach den Worten der Kabbalisten ausrichte. Sie sind weise, und ich höre ihnen zu.

Es bedeutet, dass der Schöpfer die Hand des Menschen auf das gute Schicksal legt und sagt: “ Das nimm dir!“ „Nimm es!“ Warum sollst du leiden?

Dann bekommen wir von der Gruppe den zusätzlichen Wunsch. So funktioniert es. Derjenige, der der Gruppe zuhört, sich an die Gruppe wendet, organisiert für sich den so genannten Verstärker des Wunsches, und kommt durch die Gruppe zum Schöpfer.

Im Endeffekt soll ihn die Gruppe zum Schöpfer ausrichten. Die Verbindung mit der Gruppe und unsere ganze Arbeit ist eine Vorbereitung des Wunsches/Kli. Dann kommen wir zum Schöpfer.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.11.2010

Wenn die Mauer zwischen uns fällt

Das Böse, das dich nicht in das Spirituelle eintreten lässt, offenbart sich dir wie eine Mauer, die vor dir steht. Und als Einzelner kannst du sie nicht durchbrechen – nur zusammen.

Dazu müssen wir uns zu einer Gruppe verbinden – die einzige freie Handlung, die auszuführen wir imstande sind. Und nachdem wir uns versammelt haben, müssen wir die Kraft des Schöpfers an uns ziehen und mit ihrer Hilfe die Mauer durchbrechen!

Ich stehe vor der gleichen egoistischen Kraft, aber nicht mehr allein, sondern als eine Mehrzahl von Punkten im Herzen, die sich miteinander verbunden haben und „kabbalistische Gruppe“ heißen.

Das ist eine riesige Kraft, die diese Mauer mit Leichtigkeit durchbrechen kann. Denn wenn wir uns verbinden, offenbaren wir innerhalb unserer Verbindung den Schöpfer, da wir uns nicht verbinden können, wenn wir den Schöpfer nicht heranziehen!

Ich wende mich mit einer Bitte an den Schöpfer, und er verbindet mich mit Anderen. Und der Andere wendet sich auch mit der gleichen Bitte an den Schöpfer und verbindet sich ebenfalls. Und so tragen wir in unsere Mitte die Kraft des Schöpfers, der uns verbindet, und mit der gleichen Kraft zerschlagen wir die Mauer!

Denn diese Mauer ist nicht irgendwo außerhalb – die ist zwischen uns! Und indem du an deiner Verbindung mit Anderen arbeitest, bereitest du dich im Grunde auf diesen Durchbruch vor.

Was bedeutet der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten? Sie verbanden sich untereinander mit solcher Kraft, dass die Mauer zusammenbrach – sie erhoben sich über ihrem Egoismus. Das heißt eben die Flucht aus Ägypten.

Es gibt keine äußeren Mauern. Die Mauer enthüllt sich, indem sie zeigt, dass wir uns nicht miteinander verbinden wollen – das ist gerade die Offenbarung der Mauer zwischen uns. Jetzt bringe den Schöpfer her, damit er sie bricht, und weiter braucht man nichts!

Das wichtigste ist es, weiterzumachen und nicht zu sehr den Klugen zu spielen. Unsere Hauptarbeit findet in der Verhüllung statt, unbewusst – das ist die Etappe der Vorbereitung.

Das Wichtigste ist daher, nach der Methodik zu arbeiten, auch wenn uns nicht alles klar ist, wie einem Kind nicht klar ist, wie es wächst. Die Mauer steht zwischen uns, und unsere einzige freie Handlung ist gegen sie ausgerichtet.

Und an dieser Verbindung kann der Mensch arbeiten, auch wenn er den Unterricht von Zuhause im Fernsehen verfolgt. Denn wir verbinden uns weder mit Fesseln noch mit Eisenketten – es ist keine physische Verbindung, sondern eine hinsichtlich des inneren Verlangens.

Ich kann mich also anschließen, auch wenn ich mich sehr weit vom Zentrum befinde, so als wäre ich darin. Die Entfernung bestimmt nichts – nur das Verlangen und die Zieltreue!

Dieselbe Mauer, die wir zwischen uns spüren, wird sich im Enteffekt in den Klebstoff verwandeln, der uns miteinander verbinden wird. Derselbe Pharao, der zwischen uns steht, wird sich in den Schöpfer verwandeln. Das bedeutet, dass wir vom Pharao fliehen und zur Offenbarung des Schöpfers gelangen.

Wir versetzen uns an keinen anderen Ort – wir arbeiten stets innerhalb der Gruppe, doch anstatt von Zerschlagung und Abstoßung offenbaren wir den verbindenden Klebstoff und die Einheit.

Das ist ein rein psychologisches Problem, das wir überspringen, und plötzlich wendet sich die ganze Schwere in die Kraft der Verbindung, der Todesengel – in den Engel der Heiligekeit, das Grab – in den Mutterschoß.

Das Freudenmarathon – die Arbeit an den Fehlern

Frage: Was tun, wenn es sehr bedrückt, dass man auf diesem Weg, wie in einem langen Marathon, immer wieder neue Fehler in sich entdeckt?

Antwort: Haltet das für Zeichen des Fortkommens!

„Schwarze Grube“ oder „ein Frosch im Milch“

Eine Frage, die ich erhielt: Seitdem der Kongress zu Ende ist, habe ich beim Lesen des Buches Sohar das Gefühl, als wäre ich in eine schwarze Grube gefallen. Was soll ich tun?

Meine Antwort: Versuch, daraus zu kommen! Wie ein Frosch, der in der Milch mit seinen Beinchen strampelt,  bis die Milch zum Quark wird, und er dann herausspringen kann.

So ist es. Es steht geschrieben: “Alles, was in deinen Kräften liegt, tue!

Aus einem Soharunterricht, 16.11.2010

Eine Mauer und ein Mauerbrecher für alle

Wenn sich uns auf unserem Weg spirituelle Erfüllungen enthüllen würden, wie von allen gefordert wird, würde das unser Verlangen nach der Spiritualität ersticken. Das ist das größte Hindernis auf dem Weg.

Deshalb wird mir eine Mauer enthüllt, die mir den Weg versperrt. Ich stehe vor der Mauer im Vorgefühl, dass mich dahinter etwas Außergewöhnliches erwartet.

Ich muss jedoch verstehen, dass, wenn diese Mauer mir enthüllt wurde, dann bedeutet es, dass ich bereits mit der eigenen Widerstandskraft bewaffnet bin, um das Weiterkommen nicht aufzugeben, sondern diese Mauer zu durchbrechen.

Und obwohl ich nicht gleich durchkommen kann und es einiger Schläge bedarf, bis ich sie zerstört habe, wird sie Risse bekommen und endlich fallen. Ich verfüge aber bereits über die notwendige Durchschlagskraft, über die Kraft der Attacke, sonst wäre mir diese Mauer nicht gezeigt worden.

Wenn uns nun die Mauer, die vor uns steht, sich in uns, in unseren Herzen befindet, enthüllt wurde, ist das ein Zeichen dafür, dass wir in der Lage sind, sie zu durchbrechen. Sonst wäre sie nicht enthüllt worden, denn „man lässt kein Hindernis vor einen Blinden bauen“. Ich habe geglaubt, dass wir bereit sind, sie zu überwinden, darum haben wir einen Schritt der Vereinigung entgegen gemacht.

Nun müssen wir uns nur durch das Studium und die ganze übrige Arbeit zusammenschließen und alle unsere Anstrengungen krümelweise zu einer gemeinsamen Durchschlagskraft vereinen, um möglicherweise wieder zu enthüllen, dass diese Kraft für den Durchbruch nicht reicht und wir uns noch mehr verbinden müssen.

Und so werden wir immer wieder immer mehr Kraft sammeln und den Druck erhöhen, bis die Mauer zusammenbricht. Das ist bereits die Abschlussphase des Auszugs aus Ägypten, ganz der Schluss – deshalb freut es mich sehr.


Das Problem ist, dass diese Mauer im Moment von jedem in sich selbst empfunden wird, wir müssen sie jedoch als eine gemeinsame Mauer empfinden, und im gleichen Maße werden wir auch die Kraft, mit der wir versuchen, diese Mauer zu durchbrechen, als gemeinsam empfinden. Gegenüber der Mauer wird nicht mehr ein einzelner Mensch, sondern eine Gruppe stehen.

Wie bei der Flucht aus Ägypten – eine gemeinsame Nacht, für alle ein Pharao, ein Unglück, gemeinsame Plagen für das Volk Israel, das sich wie ein Mensch mit einem Herzen verbunden hat.

Über keinen wird mehr im Einzelnen gesprochen, alle verbinden sich zusammen – und so muss sich die Gruppe empfinden. Und dann, obwohl die Mauer uns furchtbar hoch vorkommen wird, werden wir stärker als sie sein.

Weil, wenn ein Mensch sich mit einem anderen verbindet, enthüllen wir, dass zwischen ihnen der Schöpfer fehlt und ohne Ihn werden wir nicht auskommen! Er wird diese Durchschlagskraft sein, die die Mauer durchbricht.

Der Pharao selbst wird uns helfen, denn er selbst jagt das Volk Israel aus Ägypten, verfolgt sie dann und lenkt, wie es im Sohar steht. Der Mensch aber hat jeden Augenblick vor, zurückzukehren – doch der Pharao verjagt ihn aus Ägypten, er ist ein treuer Gehilfe des Schöpfers.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ vom 16.11.2010

Die Ein-Mann-Show

Eine Frage, die ich erhielt: Wo soll man die Kraft zum Vorankommen hernehmen? Denn mit der Zeit spüren wir einen immer größeren Widerstand und immer weniger Kraft…

Meine Antwort: Das ist wunderbar! Wenn du immer weniger Kraft spürst, bedeutet das Hilfe von oben, damit du nicht glaubst, dass du überhaupt etwas tun kannst.

Wenn du einen immer größeren Widerstand spürst, bedeutet das ebenfalls Hilfe von oben, damit du siehst, dass du niemals eine Möglichkeit haben wirst, alleine durchzukommen.

Das ist Hilfe! Der Pharao, der ägyptische Herrscher, das Ego, der böse Trieb ist der Gegensatz vom Schöpfer, Seine Kehrseite. Der Schöpfer erschafft absichtlich ein solches Abbild für dich.

Denn deine Natur, dein Egoismus ist der umgekehrte Abdruck des Schöpfers. Der Schöpfer bringt Sich in dich hinein und handelt auf diese Weise, um dich zu stoppen. Er macht alles! Es gibt nichts außer dem Schöpfer.

Wenn wir sagen, dass „es niemanden außer Ihm gibt“, bedeutet das nicht, dass ich existiere und gegenüber von mir jemand anderes existiert. Ich existiere ebenfalls nicht!

Denn alle Kräfte in mir, die sowohl dafür als auch dagegen wirken, sowohl böse als auch gut sind – das alles ist Er. Und wer bin ich? Ich bin der Punkt der Klärung, ich kläre nur, was dafür und was dagegen ist. Aus Seinen zwei Formen kläre ich, mit wem zusammen ich sein will.

Der Schöpfer ist ein Schauspieler, der in allen Rollen beschäftigt ist und sich abwechselnd mal in das Gute, mal in das Böse kleidet. So unterschiedlich spielst du auch mit einem kleinen Kind, damit es lernt, das Eine von dem Anderen zu trennen, und versteht, wer es sein sollte. Denn es wird das Gute nur im Maße seiner Erkenntnis des Bösen kennenlernen.

Deshalb, wenn du eine Schwere im Moment fühlst, macht das der Schöpfer. Wenn du spürst, dass du nicht in der Lage bist, etwas selbst zu tun, dann gibt Er dir dieses Gefühl. Wozu? – Damit du dich an Ihn wendest.

Wenn ich einem kleinen Kind beibringen möchte, dass es mich um Hilfe bitten soll, stelle ich es absichtlich so an, dass es ihm etwas nicht gelingt, damit es meine Hilfe braucht. Auf diese Weise verhalten wir uns in den Beziehungen untereinander.

Sagen wir mal, ich will, dass du mein Freund wirst, dass du mich schätzt. Dann unternehme ich irgendetwas hinter deinem Rücken, damit du spürst, dass du es zwar nicht willst, aber ohne eine Verbindung mit mir kein Erfolg haben wirst.

Plötzlich verstehst du, dass ich groß bin, dass du mich respektieren, mich bitten solltest, jetzt weißt du, dass ich groß bin und du von mir abhängst. Mir hast du ein solches Leben zu verdanken, dass du keine Wahl hast – du kommst zu mir und bittest mich.

So geht der Schöpfer mit uns um. Selbstverständlich wird Er nicht von der egoistischen Absicht getrieben, uns eine Lektion zu erteilen, sondern von dem Wunsch, uns etwas beizubringen und auf Sein Niveau, zum besten Zustand zu erheben, denn Er „ist gut und tut Gutes“.

Doch Er handelt genau auf eine solche Art und Weise, indem Er dir alle möglichen Leiden und Probleme, Unordnung und Verwirrung bereitet – ständig, in der Welt, in allen Lebensbereichen und in allen Welten – damit du letztendlich den Wunsch verspürst, zu Ihm zu kommen, Ihn um Hilfe zu bitten und dadurch Ihm näher zu kommen.

Dann wirst du wollen, genauso wie Er zu werden. Denn wenn du jemanden Großen, Weisen oder Mächtigen anschaust, willst du genauso wie Er werden. Dir genügt es nicht, einfach von Ihm zu empfangen – du willst Seinen Platz einnehmen. Genau das macht der Schöpfer mit uns.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 16.11.2010

Vorlesung im Auditorium „Kabbala für alle“, 17.11.10

Eine öffentliche Vorlesung ist in Auditorium “Kabbala für alle” zum Thema “Ziel der Schöpfung” stattgefunden.

Die Vorlesungen werden live auf unseren Fernesehkanäle YES-66 und HOT-66 (Israel), sowohl im Internet auf der Seite Kabbala TV, mit einer Synchronübersetzung auf Englisch, Deutsch, Russisch, Spanisch, Italienisch und Türkisch übertragen.

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Zwischen Malchut und Bina

Eine Frage, die ich erhielt: Betrifft die Bürgschaft, in irgendeiner Weise die Frauen?

Meine Antwort: Sowohl die Frauen, als auch die Männer sind verpflichtet, den Zustand der gegenseitigen Bürgschaft, unabhängig vom Geschlecht zu erreichen.

Wenn wir darüber sprechen, dass am Berg Sinai die Männer standen, die von Frauen umgeben wurden, dann spiegelt diese Tatsache die inneren spirituellen Eigenschaften, jedes einzelnen von uns, wider.

Die Frau verkörpert den Wunsch, den Genuss zu empfangen und der Mann ist ein Symbol der Überwindung („der Mann“ – hebräisch „Gewer“ kommt vom Wort „Itgabrut“ – die Überwindung) dieses Wunsches, das heißt – der Wunsch des Gebens.

Gerade diese Eigenschaft entdeckt vor sich, oder besser gesagt „in sich“ den Berg Sinai – „den Berg des Hasses“.

Aber die Vereinigung und die Bürgschaft betreffen uns alle. Die Frauen sollen sich auch bemühen, sich innerlich mit allen, zu verbinden. Während die Männer es äußerlich zeigen sollen, reicht der Frau eine innere Verbindung vollkommen.

Und, außerdem sind die Frauen verpflichtet, auf die Männer „den Druck“ auszuüben. Denn der Mann neigt in seiner Natur danach, der Frau, seiner Ehefrau zuzuhören. Für ihn ist seine Frau – wie die Mutter, denn er empfindet sie gerade so.

Denn der Prototyp des Mannes ist Seir Anpin, welcher sich zwischen zwei Frauen, Nukwas befindet: zwischen Мalchut und Bina. Seine Mutter ist Bina, und seine Frau – Malchut. Von Malchut bekommt er die Wünsche, und an Bina wendet er sich wegen der Füllung.

Mit anderen Wörtern, ohne Malchut kann er sich nicht an Bina wenden und wenn er sich an sie gewendet hat, dann bleibt ihm nichts übrig, außer Malchut alles zu geben, was er von Bina bekommen hat. So ist er geschaffen. Und deshalb ersetzt die Frau in seinem Unterbewusstsein in vieler Hinsicht die Mutter.
Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 12.11.2010

Nicht einfach nur wollen

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet, vom Licht nach den Korrekturen zu verlangen? Was bedeutet, sich an das Licht zu wenden?

Meine Antwort: Wir müssen verstehen, dass die Korrektur selbst nicht von uns abhängt. Wir sind das Verlangen zu genießen, und wenn wir etwas tun können, dann nur eins – die Handlung von oben hervorrufen.

Unsere ganze Arbeit ist die Erhebung von MaN, der Bitte nach der Korrektur, und die Arbeit selbst wird vom Schöpfer erledigt. Darum wird unser Weg als „Arbeit des Schöpfers“ bezeichnet.

Unsere ganzen Anstrengungen in der Gruppe und im Studium unternehmen wir, um einander von der Notwendigkeit einer gemeinsamen Bestrebung zu überzeugen, von der geschrieben steht: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind eins“.

Man darf keine Sekunde lang vergessen, dass wir um die Korrekturen bitten müssen. Alles wird nur mit Hilfe eines Gebets, einer Bitte, der Enthüllung des Mangels gegeben. Ich will nicht einfach etwas Abstraktes, ich will Kelim korrigieren, will Dir ähnlich werden, will groß werden.

Ein Kind, das zu den Erwachsenen aufschaut, will instinktiv groß werden. Das Gleiche will auch ich – doch ich will nicht einfach nur, sondern verlange danach. Denn die Kraft der Entwicklung kommt vom Schöpfer. Wenn wir uns nicht mit einer Bitte an Ihn wenden, werden wir nicht erwachsen.

Das Problem besteht darin, dass wir uns für handelnde Personen halten. Wir glauben, dass wir selbst dazu in der Lage sind, Handlungen zu vollziehen. In Wirklichkeit hängt nichts außer der Enthüllung des Verlangens von uns ab.

Wie soll ich es enthüllen? Durch die Verbindung mit den Anderen. Sie haben auch keine Kraft – dafür haben sie Verlangen, mehr brauche ich auch nicht.

Von den Freunden erhalte ich ein viel größeres Verlangen, als ich es ursprünglich hatte. Nachdem ich von diesem Verlangen durchdrungen wurde, strebe ich danach, mich mit ihnen zu verbinden, und erleide eine Niederlage. Genau jetzt kann ich mich an den Schöpfer wenden.

Während einer gemeinsamen Handlung auf dem Kongress haben wir festgestellt, dass wir nicht in der Lage sind, uns zu verbinden. So klar haben wir es noch nie gesehen. Vorne hat sich eine Mauer abgezeichnet, an der alle unsere Anstrengungen zerschellen.

Nun müssen wir uns nur an die Kraft des Lichts wenden, damit es diese Mauer zerbricht. Und wir können es wirklich anrufen.

Während des Studiums, besonders beim Lesen des Buches Sohar, müssen wir nach der Korrektur verlangen. Genau jetzt, in diesem Augenblick, kannst du darum bitten und eine Antwort erhalten.

Dein Ego hindert dich daran, du bist zu einem Stein erstarrt: „Wen soll ich noch bitten? Irgendwie ist da kein Schöpfer zu sehen“. Richtig – dann bitte Ihn, Sich zu enthüllen, damit dir klar wird, wie und wen du bitten sollst.

Wir sind Egoisten und werden selbst den Machsom nicht durchbrechen. Wenn der Egoismus sich wie eine Mauer erhebt, bitten wir den Schöpfer um die Kraft, uns darüber zu erheben.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 16.11.2010. Das Vorwort.

In der Mitte aller Kreise und am Ende der Linie

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet die innere Arbeit in der Gruppe zwischen den „Kreisen“ (Igulim) und der „geraden Linie“ (Yosher)?

Meine Antwort: Einst gab ich mich mit dem Erfolg in der materiellen Welt zufrieden, doch dann fehlte mir plötzlich etwas im Leben, und ich fing an, danach zu suchen, wo es mir besser gehen würde. Dank dieser Empfindung kam ich zur Wissenschaft der Kabbala. Wer hat mich dazu getrieben?

Meine Fragen sind „Verlangen nach der Erfüllung“ (Chissaron). Ich (mein „Punkt im Herzen) befand mich an irgendeiner Stelle des „Kreises“ und spürte plötzlich, dass es mir schlecht geht. Das heißt, es hat sich eine gewisse Spannung zwischen mir und meiner Umgebung, ein Unterschied, ein „Delta“ gebildet.

Und dieses Delta empfinde ich als böse, während mich die Frage quält: „Wozu existiere ich?“ – denn ich fühle mich unzufrieden und unausgewogen.

Aufgrund dieser Empfindung hat das umgebende Licht begonnen, auf mich einzuwirken und mich zu bewegen, denn das Gesetz der Natur ist die Erhaltung des Gleichgewichts. Genau zu diesem ausgewogenen Zustand treibt das umgebende Licht mich an.

Also habe ich angefangen, mich zu bewegen, bin am nächsten Zustand angelangt und habe begonnen, nach der Antwort, sagen wir mal, in der Mystik zu suchen, danach bin ich zu irgendeiner Philosophie übergegangen und letztendlich in der Mitte des Kreises – bei der Wissenschaft der Kabbala – angekommen.

Wer hat mich nun durch diesen ganzen Weg begleitet? – Das umgebende Licht! Ich befand mich immer darin, begriff es jedoch nicht immer. So durchlaufe ich den ersten, zweiten und dritten Zustand.

Im zweiten Zustand war ich zufriedener in Bezug auf das umgebende Licht, auf mir lastete ein kleinerer Druck als im ersten Zustand. Doch ich habe mich eine Weile dort drin aufgehalten, die Einwirkung des umgebenden Lichts erhalten und gespürt, dass dieser Zustand nicht besonders angenehm ist.

Das heißt, ich habe meine Empfindsamkeit dem Licht gegenüber gesteigert und angefangen, mich wieder schlecht zu fühlen. Wieder entstand ein Unterschied zwischen dem umgebenden Licht der einen und der anderen Stufe, und diese Kraft hat mich gezwungen, zum dritten Zustand überzugehen.

Dort habe ich mich für eine Weile gut gefühlt, doch wieder hat das umgebende Licht auf mich eingewirkt, hat meine Empfindsamkeit gesteigert, und es ging mir wieder schlecht! Ich habe wieder angefangen, zu suchen.

Auf diese Weise werde ich immer von dem umgebenden Licht vorangetrieben. Im Grunde genommen tue ich selber nichts – das Licht arbeitet an dem Verlangen – bis ich die Mitte erreiche.

In der Mitte ist ein vollkommen einzigartiges Mittel enthalten, genannt „Gruppe“. In diesem Punkt hören das umgebende Licht (U“L) und das innere Licht (I“L) vollkommen auf, auf mich einzuwirken.

Ich befinde mich im Mittelpunkt aller „Kreise-Igulim“, wo sie nicht wirken, sowie am Ende der „Linie-Yosher“, wo sie nicht wirkt. Was tun also?

Gerade hier musst du selbständig handeln – jetzt befindest du dich in dem Punkt deiner freien Wahl. Das Licht wirkt jetzt nicht, es wartet ab. In dem Maße, in dem es dir gelingt, dich mit Hilfe der Gruppe aus diesem Gleichgewichtszustand herauszuführen, in dem Maße beginnt auch das Licht, auf dich einzuwirken!

Ich schließe mich der Gruppe an, und das ganze zusätzliche Verlangen, das ich von ihr erhalten habe, hebt mich hoch! Das ist bereits ein Verlangen, das zur Linie gehört, denn ich habe es von der Gruppe erhalten.

Wenn mein Verlangen in die Linie eindringt, wirken wieder die Igulim auf mich ein (denn ich habe noch keinen Schirm und gehöre noch nicht zu „Yosher“), und ich empfinde wieder einen Unterschied zwischen mir und den Kreisen.

Deshalb wirkt das umgebende Licht auf mich ein – jedoch nicht das allgemeine Licht, sondern das Licht, das zur Linie gehört, denn ich habe mein Verlangen von der Gruppe, von der „Linie“ erhalten. Dieses umgebende Licht in der Linie will mich hochheben, damit wir mit ihm im Gleichgewicht sind.

Darin besteht auch „Sgula“, die wundersame Kraft der Tora – dieses Licht wirkt auf mich ein und hebt mich in diesem geraden „Röhrchen“ hoch.

Ich steige mit Hilfe von umgebenden Lichtern auf, doch dieses Licht beeinflusst mich in dem Maße, in dem ich meinen freien Willen in der Gruppe umsetze – in der Verbindung mit ihr und im gemeinsamen Studium.

Darin besteht unsere ganze Arbeit! Baal HaSulam erklärt sie im Buch „Beit Shaar HaKavanot“ – den Grundlagen aller unseren Absichten für die Erreichung des Gebens.

Aus diesem Grund kann man in der Linie nur mit Hilfe einer zusätzlichen Kraft aufsteigen, die wir von der Gruppe erhalten. Entsprechend dem Verlangen, welches wir von der Gruppe erhalten, dem Eindruck von der Wichtigkeit des Ziels, der Größe des Schöpfers und der Nichtigkeit des eigenen Egos, beginnt das umgebende Licht, auf uns einzuwirken.

Aus dem Unterricht nach „Beit Shaar HaKavanot“ vom 14.11.2010