Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Kabbalisten über Kabbala heute, T.5

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Möglichkeit der Befreiung

Unsere Generation ist die Generation des Messias (die Generation die sich aus dem Egoismus in die Eigenschaft des Gebens und der Nächstenliebe erhebt).

Deshalb wurden wir dessen gewürdigt, in unser Land zurückzukehren (um nicht von der fremden Macht abhängig zu sein und dies schaffen,einen Staat, in Form einer Gruppe, der zum Schöpfer Aufsteigenden) und der Enthüllung des Buches Sohar, was den Anfang der Prophezeiung gekennzeichnet: „Und die Erde erfüllt sich (das vom Schöpfer erschaffene Verlangen zu genießen) mit dem Wissen (Licht des Schöpfers)“, „Und sie werden einander nicht mehr lehren (durch religiöse Erzählungen), denn alle werden Mich kennen, von Kleinen bis zu Großen“.(vom Kleinen bis zum Großen oder von den Kleinen bis zu den Großen)

Aber wir wurden dieser Enthüllung gewürdigt nur in Form eines Geschenks des Schöpfers von oben, aber wir selbst haben ihn noch nicht empfangen (sind noch nicht bereit, eine Korrektur in Leben umzusetzen). Durch diese Enthüllung wurde uns nicht mehr als eine Möglichkeit gegeben, den spirituellen Aufstieg und die Korrektur der eigenen Natur mit der Absicht um des Schöpfers Willen zu beginnen, – und dann werden wir mit allem gewürdigt, was der Generation des Messias versprochen wurde, und was die vorigen Generationen noch nicht kannten: „vollkommene Erkenntnis“ (der Höheren Welt, des Schöpfers),  „völlige Erlösung“ (von egoistischer Natur).

Aus dem Artikel „Zum Abschluss des Buches Sohar“

Machsom ist eine psychologische Barriere

Es ist unmöglich, die spirituelle Erfüllung auf direktem Wege, so wie ein kleines Kind nach einem Spielzeug greift, zu erhalten. In einer solchen Form kann man nur dieses Leben in unserer Welt erhalten.

Du existierst auch jetzt in der Welt der Unendlichkeit, in einer grenzenlosen Realität, doch weil deine Existenzform das Greifen, das Empfangen, das Sich-Erfüllen auf egoistische Art und Weise beinhaltet, kannst du aus dieser ganzen unendlichen Welt nur einen winzigen Lichtfunken enthüllen und dich damit zu erfüllen, was als ein „dünnes Leuchten“ bezeichnet wird, welches dir die Empfindung dieser Welt gibt. Auf egoistische Art und Weise wirst du nicht mehr als das empfangen können!

Doch diese egoistische Erfüllung, die dir in Form von einem „dünnen Leuchten“ dieser Welt gestattet wird, ist dir absichtlich gegeben worden, damit du dich von diesem Moment, von dieser Stufe an für das Empfangen nach einer anderen Methode entwickeln kannst – außerhalb von dir, indem du dich selbst daran beteiligst, als dem Schöpfer ähnlich, entsprechend und gleich!

Von unserem ganzen riesigen Gefäß/Verlangen füllen wir lediglich einen winzigen Teil aus und nehmen ihn wie „diese Welt“ wahr. Auf direktem Wege kann man auch nichts Größeres empfangen! Das ganze restliche Verlangen kann nur in der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, „um des Gebens willen“ erfüllt werden.

Deshalb teilt der Schöpfer unser Wahrnehmungsgefäß in zwei Teile: diese Welt und die höhere Welt, und setzt zwischen ihnen eine Sperre – den „Machsom“ – ein. Das ist eine gewisse psychologische Barriere (Machsom), weil ich unter ihr, innerhalb von mir, in dieser Welt für mich empfange. Alles Andere kann ich ebenfalls empfangen, doch ich glaube, dass das andere, für mich außenstehende und fremde Menschen sind!

Du kannst das alles haben, unter der Bedingung, dass du dieses psychologische Wahrnehmungsproblem, wenn dir das alles als fremd vorkommt, überwindest. Du musst anfangen, es für deins zu halten, dich anzunähern und zu fühlen, dass alles, was sich außerhalb von dir befindet, in Wirklichkeit dir gehört. Und dann wirst du alles bekommen, alle Welten: Assija, Jezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon und letztendlich die Welt der Unendlichkeit!

Das größte Problem besteht darin, anzufangen, die Verlangen, die dir fremd vorkommen, als eigene wahrzunehmen. Und dann wird alles, was du in sie empfängst, zu deiner spirituellen Welt.

Dafür müssen wir nur das höhere Licht anziehen, welches uns zeigt, dass wir alle miteinander verbunden sind und innerhalb eines gemeinsamen Körpers existieren. Und erst wenn das höhere Licht mir auf diese Weise die Augen öffnet, beginne ich, die spirituelle Welt zu erkennen.

Alles wird einfach und klar sein, in mir bleibt kein Widerstand zurück, denn ich werde sehen, wie alle diese Teile wie die Organe eines gemeinsamen Körpers mit mir verbunden sind. Wir haben auch niemals getrennt voneinander existiert! Ich habe geglaubt, dass wir getrennt sind – doch getrennt sind nur unsere Körper! Und wenn man tiefer, ins Innere, schaut, enthüllt sich dort das System unserer gegenseitigen Verbindungen. Und all das vollbringt das höhere Licht!

Aus der 7. Kongresslektion vom 11.11.2010

Man braucht keine Angst zu haben

Eine Frage, die ich erhielt: Was lehrt die Wissenschaft der Kabbala darüber, wie ich mich dem gegenüber, was mein Leben bedroht, verhalten soll: Krieg, terroristische Anschläge, Raketengeschoße oder einfach ein Raubüberfall?

Meine Antwort: Solange wir noch nicht korrigiert sind, müssen wir in unserer dementsprechend ebenfalls unkorrigierten Welt leben, während wir uns selbst und dadurch die Welt korrigieren. Und solange muss sich jeder entsprechend dem, was in der Gesellschaft, in der Welt üblich ist, verhalten. Und dabei sich selbst korrigieren, sprich in sich selbst und in der Welt die Höhere Kraft, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe enthüllen. In dem Maße der Enthüllung werden unsere Hasser allmählich zu unseren Freunden, alles Schlechte verschwindet.

Doch solange müssen wir uns entsprechend unseren unkorrigierten Eigenschaften verhalten. Denn alle meine Hasser und Feinde sind das Böse, das in mir enthalten ist und sich in einer solchen Form äußert. Ich projiziere sie nach außen, darum existieren sie.

Doch wenn ich an ihrer Stelle die Kraft des Schöpfers, die hinter ihnen steht, sehe, werden sie plötzlich zu untrennbaren Teilen von mir. Deswegen sollte man keine Angst haben, man muss Korrekturen vornehmen.

Ich bin mir sicher, dass einem Menschen nichts Böses zustoßen kann, wenn er ständig darauf gerichtet ist, dass „es niemanden außer Ihm gibt“.

Aus der 7. Kongresslektion vom 11.11.2010

Das spirituelle Leben wahrnehmen

Jeder Kongress bedeutet Vereinigung von vielen Menschen: von Anfängern bis hin zu Fortgeschrittenen, die sehr unterschiedlich, aber durch ein gemeinsames Ziel vereint sind – den Sinn des Lebens zu enthüllen, zu erfahren, wo sich jener Ort befindet, zu dem wir gelangen müssen, jener Ort, für den es sich wirklich zu leben lohnt, um sein Leben nicht umsonst zu vergeuden.

Genau dazu ist die Wissenschaft der Kabbala bestimmt – uns an den wichtigsten und zentralsten Punkt, die Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen, zu bringen. Enthüllung bedeutet, dass wir hier, in diesem Leben, in dieser Welt, die Stufe, den Status des Schöpfers erreichen.

Um das zu tun, ist eine große Kraft nötig. Keiner von uns hat diese Kraft, sie existiert nur in der Verbindung zwischen uns. Und der Schöpfer hat es absichtlich so gemacht.

Weil ich, wenn ich Ihn erreichen will, die gleiche Natur wie Er haben muss. Sich Ihm anzunähern, bedeutet, immer mehr von Seinen Eigenschaften zu erlangen.

Denn ich nähere mich Ihm nicht physisch, sondern im Geiste an, und enthülle Ihn in meinen neuen Eigenschaften, die genauso wie Seine sind. Und wie kann ich diese Eigenschaften erlangen? – Mir wird gesagt, dass sie meiner Natur entgegengesetzt sind. Doch ich weiß nicht, was „entgegengesetzt“ bedeutet.

Ich kann höchstens verstehen, was „weiß“ anstelle von „schwarz“ bedeutet. Doch was bedeutet „entgegengesetzt“, wenn ich voll und ganz nur in einer Natur existiere?

Der Schöpfer hat die gesamte Wirklichkeit in zwei Teile aufgeteilt: ich und das, was sich außerhalb von mir befindet. Und entweder hasse ich das, was sich außerhalb von mir befindet, oder ich liebe es, aber nur, um es für meine Zwecke zu benutzen.

Auf dem Kongress wurde mir also die Möglichkeit gegeben, mich mit sehr vielen Menschen zu verbinden, die sich außerhalb von mir befinden. Wenn ich anfange, sie als einen Teil von mir wahrzunehmen, weil ich begreife, dass wir, falls wir uns verbinden, zu einem gemeinsamen Ziel gelangen, dann werden wir durch diese Verbindung die gleiche Eigenschaft wie der Schöpfer bilden, erschaffen, ja buchstäblich aufbauen. Das wird als korrigiertes spirituelles Gefäß bezeichnet.

Du und ich, wir beginnen uns zu verbinden, und jene Verbindung zwischen uns, die sich früher als Abstoßung, Hass, Verachtung, Neid, Macht des Einen über den Anderen usw. geäußert hat, verwandelt sich in Liebe und Vereinigung.

Und diese Vereinigung erreichen wir nicht in dir und nicht in mir, sondern zwischen uns! Diese Vereinigung wird zum Kli, in dem wir den Schöpfer wahrnehmen können: du und ich – wir beide zusammen!

In diesem Kli werden wir unser spirituelles Leben wahrnehmen. Es ist mit Blut zu vergleichen, das zwischen den Zellen und Organen unseres Körpers zirkuliert und sie mit Sauerstoff, dem Leben, versorgt.

Denn unser Körper lebt dank dieser Zirkulation, dank der Verbindung, die zwischen allen seinen Teilen existiert. Jedes Organ gibt an die anderen, denkt nicht an sich, sondern an die anderen.

So funktioniert unser Körper auf der tierischen Stufe. Und eine eben solche Verbindung müssen wir auf der Stufe „Mensch“ erreichen – bewusst, auf eigenen Wunsch.

Aus der 7. Kongresslektion vom 11.11.2010

Ein Marathon voller Freuden bedeutet eine fortlaufende Berichtigung

Eine Frage, die ich erhielt: Was soll man tun, wenn man auf diesem Weg immer wieder neue Mängel an sich entdeckt, wie in einem Dauermarathon?

Meine Antwort: Seht darin ein Zeichen der Entwicklung! Es gibt Verbrecher, die auf ihre Verbrechen stolz sind – wir sollten von ihnen lernen und darauf stolz sein, dass wir es geschafft haben, Mängel an uns zu entdecken, dass wir Verbrecher sind! Wenn ich anfange, mich auf diese Weise zu sehen, um dem Ziel näher zu kommen, dann sollte ich mich darauf freuen.

Man könnte es mit einem Wissenschaftler vergleichen, der sich selbst erforscht und ständig entdeckt, wie viel er noch nicht weiß und was für ein riesiges Arbeitsfeld vor ihm liegt. Und er freut sich, dass er eine Möglichkeit zum Vorankommen und einen Ort zum Arbeiten und zum Forschen hat. Man muss das als eine Laborarbeit an sich selbst betrachten.

Du arbeitest wie ein Wissenschaftler, der Entdeckungen macht und Korrekturen vornimmt, und bewegst dich der Unendlichkeit entgegen, ohne den Bestimmungsort zu kennen, und entdeckst ständig etwas Neues. Man muss an diesen Prozess schöpferisch, kreativ herangehen – du erschaffst neue Welten, indem du sie enthüllst und aus zerbrochenen Teilen zusammensetzt!

Du willst aber schnell ein bisschen verdienen und in Rente gehen?! Solche Menschen enthüllen nicht die Spiritualität, sie ist nicht für sie bestimmt… Wir müssen hartnäckig wie wahre Helden sein.

Ein Held ist nicht derjenige, der einen anderen schlägt, sondern derjenige, der sein eigenes Ego zerschlägt – gerade dadurch, dass er alle unangenehmen Zustände überwindet und dank ihnen eine Möglichkeit findet, sich spirituell zu entwickeln und zu einem Menschen zu werden.

Ich verstehe, dass das Angst einjagt – es steht geschrieben, dass Moses Angst vor dem Pharao hatte. Er ist aus Ägypten geflohen und hatte Angst, dorthin zurückzukehren, bis er die Stufe von Bina erreicht hat, bis der Schöpfer sich ihm im „brennenden Dornbusch“ offenbart hat.

Es ist klar, dass wir ebenfalls Angst haben. Doch wenn du dich in der Gruppe befindest, kann sich dir kein Übel enthüllen, welches du länger als einen Augenblick fürchten müsstest.

Im ersten Moment bekomme ich Angst, wenn ich irgendetwas Unangenehmes enthülle, was ich nicht erwartet habe, in mir zu enthüllen. Doch wenn ich mit der Umgebung verbunden bin, begreife ich bereits im nächsten Augenblick, dass das ein Sprungbrett ist, welches mir hilft, einen Sprung in Richtung Ziel zu machen.

Und wenn du es nicht als zielgerichtet betrachtest, sondern anfängst, in diesem Übel herumzuwühlen und dich selbst zu quälen, dann hast du keine Verbindung mit der äußeren Kraft, mit der Gruppe.

Dir kommt dieser Weg zu lang vor, wie ein Dauermarathon? Doch dafür ist dir dein ganzes Leben gegeben! Du befindest dich in dieser Welt, um deine Korrektur zu beginnen und sie abzuschließen.

Denk nicht, dass du alles in ein bis zwei Jahren beenden und anschließend in der spirituellen Rente herumsitzen und das Leuchten der Schechina genießen kannst.

Es steht in der Tat geschrieben, dass die Gerechten das Leuchten der Schechina genießen, das geschieht aber, weil sie sich ständig in der spirituellen Arbeit befinden, indem sie ein dermaßen gewaltiges Gegenlicht, das Licht Chassadim, erheben, dass die Schechina ununterbrochen auf ihre „Köpfe“, auf ihre Absichten scheint.

Sie arbeiten unaufhörlich. Es steht geschrieben, dass „die Gerechten weder in dieser noch in der zukünftigen Welt Ruhe haben werden“.

Wie kann es sich um Ruhe handeln, wenn du geben willst? Es gibt keine größere Strafe, als die Unmöglichkeit zu geben – vergleichbar mit den Leiden einer Mutter, die ihr Kind nicht füttern darf. Das Geben ist die größte Belohnung. Darum suche nicht nach Ruhe…

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ vom 16.11.2010

Die letzten Plagen des Pharao

Eine Frage, die ich erhielt: Nach dem Kongress habe ich eine gewisse Sperre – die Unfähigkeit, mich mit den Anderen zu verbinden und voranzukommen – empfunden. Vielleicht äußert sich die Enthüllung des Schöpfers auf diese Weise, und dieses Übel ist Seine Kehrseite?

Meine Antwort: Ja, der Pharao ist die Kehrseite des Schöpfers, die als „Hilfe gegen Ihn“ bezeichnet wird. Auf diese Weise hilft Er dir, und du darfst es nicht vergessen!

Wenn du dich schläfrig, niedergeschlagen fühlst, nicht in der Lage bist, auch nur die Hand zu bewegen, musst du daran denken, dass alle aufkommenden Probleme zielgerichtet sind, sie bringen dich zum Ziel! Du musst nur die Zähne zusammenbeißen und dagegen halten. Der Schöpfer ist derjenige, der dir ein Bein stellt. Er sagt: „Gehen wir zum Pharao, denn Ich habe sein Herz verbittert!“

Er selbst hat den Pharao noch grausamer gemacht und wird ihn mit jeder Plage immer unzugänglicher machen. Du kommst wie Moses zum Pharao, mit dem Schöpfer an der Hand, und kuckst von der Seite an, wie sie miteinander streiten. Was kannst du tun, wenn diese zwei Riesen – der gute und der böse – zusammenstoßen, und du stehst in der Mitte zwischen diesen beiden Naturkräften: der rechten und der linken.

Doch am Ende jeder Plage gibt der Pharao nach und willigt ein, dich aus dem Exil gehen zu lassen – das heißt, es eröffnet sich der Weg in die spirituelle Welt vor dir. Du willst ausziehen und merkst, wie der Pharao wieder an die Macht kommt, mit einer noch größeren Verbissenheit, und dir eine noch schwerere Arbeit und größere Probleme aufbürdet.

Und da vergessen wir, wie dieser ganze Prozess abläuft. Es ist sinnlos, gegen den eigenen Pharao zu kämpfen, und es lohnt sich nicht, mit den Freunden zu streiten. Wende dich an den Schöpfer! Denn Er gibt selbst zu, dass Er derjenige ist, der das Herz des Pharao verbittert hat. Er hat von Anfang an den Egoismus und die Tora als Mittel zu dessen Korrektur erschaffen. Wenn du ihn korrigieren willst, dann wende dich an den Schöpfer, und Er versorgt dich mit Waffen für diesen Kampf.

Solange du deinen Pharao nicht verbiegst, wirst du aus deinem Ägypten nicht ausziehen können! Das wird ständig in allen Gruppen vergessen, und es wird begonnen, miteinander zu streiten und einander zu richten. Das ist der Pharao, der sich zwischen uns drängt, damit wir uns in unseren gegenseitigen Beziehungen über den sich enthüllenden Egoismus erheben.

Am Anfang, wenn die Gruppe sich erst bildet, ist in ihr alles so wunderschön – man ist einfach gerührt, wie beim Hinschauen auf einen Säugling. Und dann beginnt dieser Säugling zu wachsen und seinen Charakter zu zeigen.

Wir müssen jedoch verstehen, dass hier alles richtig ist! So kommt unsere Natur zum Vorschein, und es werden noch große Probleme und schwere Schläge kommen. Genau das bedeutet die Enthüllung des Pharao.

Wie stark wir uns gegen ihn, gegen unseren gemeinsamen Egoismus verbinden, wird auch unseren Erfolg bestimmen. Und hier müssen wir zu allen Hilfsmitteln greifen: zum Schöpfer, zu den anderen Gruppen, zum Studium. Nur auf diesem Wege kommen wir voran!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 19.11.2010

Sei schlauer als dein Egoismus!

Versucht nicht, „Besserwisser“ oder „Helden“ zu sein und den Egoismus aus eigener Kraft zu bekämpfen – es gibt keine größere Dummheit! Wer kann seiner Natur widerstehen?! Ist das etwa möglich?

Unsere Arbeit besteht darin, uns über unser Ego zu erheben – die Kraft des Lichts zu nehmen und uns mit ihrer Hilfe über das Ego zu erheben, als ob es nicht existieren würde. Das bedeutet aber nicht, es zu unterdrücken und sorgenfrei mit dem Strom zu schwimmen – unser Egoismus bleibt, und wir begreifen, dass der Schöpfer derjenige ist, der uns eine so mächtige Schicht des Verlangens gibt. Wir wollen uns jedoch darüber erheben!

Ich vernichte es nicht, denn erheben kann ich mich nur darüber – im Moment ziehe ich es jedoch bei meiner Beziehung mit den Freunden nicht in Betracht. Selbst wenn jeder von ihnen mir als schrecklich hochmütig, ehrgeizig, machtgierig, unverschämt und neidisch vorkommt.

Das ist alles absolut unwichtig – ich weiß nur eins: „Liebe deckt alle Vergehen zu“! Du hast eine Pistole und ich ein Messer in der Hand – und wir umarmen uns und treffen alle Entscheidungen auf der Grundlage der Liebe.

Jeder denkt, dass er recht hat – doch alle annullieren sich. Liebe bedeutet, dass ich die Meinung von den Anderen akzeptiere und die Anderen die von mir, und auf diese Weise kommen wir zum gegenseitigen Einvernehmen und treffen Entscheidungen auf einer höheren Stufe!

Wir haben uns über unseren gemeinsamen Hass zu unserer gemeinsamen Liebe erhoben. Versucht es auf diese Weise in der Gruppe umzusetzen, und ihr werdet darin die dritte Komponente – den Schöpfer – spüren! Ihr werdet spüren, dass Er euch entweder fehlt oder bereits darin anwesend ist!

Das ist eine sehr praktische Arbeit, wie auch die ganze Kabbala: „Komme und siehe“ (Bo-Re), „Wir werden tun und wir werden hören“ – das sind alles absolut praktische Dinge, die wir jetzt umsetzen müssen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 19.11.2010

Tun oder Nicht – Tun ?

Eine Frage die ich erhielt : Was sind das für Gebote im Sohar, welche „verbieten“ und „befehlen“ ?

Meine Antwort : Die verbietenden Gebote haben die Bedeutung von „tue nicht“, was heisst, du sollst dich von der Verwendung eines konkreten Wunsches zu geniessen, abhalten.

Denn es geht um den egoistischen Wunsch, den der Mensch anstrebt um Genuss zu erlangen, welcher diesem Gebot jedoch entgegengesetzt ist. Und wenn es gegen den Wunsch auch keinen Genuss gibt, dann empfinde ich diesen Wunsch gar nicht, obwohl er sich in mir befindet.

Aber wir sprechen über die in uns erwachenden Wünsche, gegen welche die Lichter, die Genüsse, schon exsitieren. Wir sollen uns vor der Nutzung dieser Wünsche in jeglicher Weise abhalten, sie entfernen, „einfrieren“. Darüber sprechen die „verbietenden Gebote“.

Hierfür soll ich viele Kräfte einsetzen. Aber welche Kräfte? Denn „Nicht – Nutzung“ des Wunsches bedeutet ja nicht, das ich gänzlich davon absehe. In der materiellen Welt will ich den Wunsch verwenden, halte mich jedoch zurück, rühre ihn nicht an.

In der Spiritualität kann ich so etwas nicht machen.

Ich muss gegen meinen Wunsch einen höheren Wert, eine grössere Bedeutsamkeit finden, damit ich ihn nicht verwende. Denn die Versündigung in der Spiritualität definiert sich eben dadurch: ob ich den Wunsch verwenden will oder nicht.

Ich soll einen Zustand erreichen, worin ich einen Wunsch habe, den Genuss davon anstrebe, aber die Bedeutsamkeit des Systems der Werte hält mich davon ab ihn zu verwenden, weil ich den Schöpfer damit nicht zufriedenstelle, sondern mich sogar von Ihm entferne.

Somit gibt es einen Wunsch und gegen ihn – die Korrektur. An dieser Korrektur soll ich arbeiten, und mich nicht einfach nur einschränken, um den Wunsch nicht zu verwenden. Ich soll an meinem Wunsch arbeiten, über ihn einen Schirm stellen, d.h. die Bedeutsamkeit seiner „Nicht – Verwendung“ erhöhen.

Deshalb liegt unsere ganze Arbeit an den Wünschen, im System der Werte – inwiefern der Schöpfer und das Ziel wichtig sind, in meinen Augen, und ob die Ähnlichkeit der Eigenschaften angestrebt wird. Dann kann ich mich von der Nutzung der Wünsche abhalten, so funtionieren die „verbietenden Gebote“ eben. Dies ist die grosse Arbeit an jedem Wunsch – gegen ihn, die Bedeutsamkeit seiner „Nicht – Verwendung“ zu entwickeln. Dann übertrifft die Wichtigkeit des Schöpfers, in meinen Augen, die Nutzung des Wunsches und steht ihm entgegen. Das sind „verbietende Gebote“.

Danach folgt die fortgeschrittene Etappe, wenn ich die Wünsche schon dazu verwenden kann dem Schöpfer zu behagen. Ich nehme diese Wünsche, öffne sie, weil es über ihnen schon einige Schirme und die Einschränkung gibt um nicht mit ihnen zu arbeiten: der Schirm des Gebens für das Geben und der Schirm des Empfangens für das Geben.

So arbeite ich mit den Wünschen um dem Schöpfer Genuss zu bereiten, das sind die „befehlenden Gebote“.

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Dort, wo die Machtlosigkeit herrscht

Rabasch, „Dargot HaSulam“, Artikel 298, „Der Einschluss der Eigenschaft der Barmherzigkeit ins Gerüst“: „Während des Fallens, unter der Macht des Wunsches der Genüsse, hat der Mensch keine Freiheit der Wahl.

Wenn in ihm dagegen der Wunsch des Gebens erwacht, dann braucht er keine Wahl zu treffen. Somit besteht seine Freiheit in der Auswahl der Eigenschaft des Gerichtes, oder der Eigenschaft der Barmherzigkeit“.

Die Seele besteht aus zehn Sefirot. Von Keter bis zum oberen Drittel Tiferet herrscht Bina, der Wunsch des Gebens, und vom unteren Drittel Tiferet und weiter, herrscht Malchut, der Wunsch des Empfangens. Nur in der Mitte, im mittleren Drittel von Tiferet herrscht „die Machtlosigkeit“, eine Stelle die weder dem Geben, noch dem Empfangen gehört.

Manchmal kann sich der Mensch für keine Richtung entscheiden, seine Gedanken und Wünsche neigen weder zu einer noch zur anderen Seite. Es ist der Punkt der Wahl eben. Wir sind jedoch in diesem Moment in der Regel abgelenkt und denken über nichts Besonderes nach. So vergehen die Zeit und das Leben.

Wie kann ich diese Freiheit erlangen? Dazu muss man die Umgebung wählen, weil ich dann selbst entscheiden kann, wer über mich im neutralen Zustand herrscht.

Nachdem mein Punkt im Herzen erwacht, bringt man mich in die Gruppe. Hier soll ich die richtige Verbindung zwischen uns bilden, damit die Gruppe auf mich, und ich auf sie einwirken kann. Dann werde ich die Zustände der freien Wahl mit der Macht der Gruppe ausfüllen, die ich gewählt habe.

Unter der Macht der Gruppe baue ich das Kli, worin ich dann das Licht empfangen werde. Ich beuge meinen Kopf vor der Gruppe nieder und bekomme von ihr zwei Sachen:

1. Den großen Wunsch aller Punkte in den Herzen meiner Freunde.

2. Den Schirm (Massach), das Begreifen, dass es sich lohnt, für das Geben zu arbeiten.

Dann rufe ich mit Hilfe der Gruppe das Licht hervor, das zur Quelle zurückführt – das umgebende Licht (Or Makif), das mich korrigiert.

Das Potential für die freie Auswahl gibt es in uns immer. Je zielgerichteter wir die vorhandenen Mittel – den Lehrer, das Buch, die Gruppe, das Studium, die Verbreitung verwenden werden – desto mehr Möglichkeiten der freien Wahl werden wir bekommen.

Folglich werden wir die Eigenschaften des Gerichtes und der Barmherzigkeit selbständig vereinigen, und auf dem eigenen freien Wunsch die Kräfte Bina und Malchut – die rechte und die linke Linie kombinieren. Wir werden beginnen, uns selbst zu lenken, und die Stelle der Auswahl wird für uns zur mittleren Linie.

Wenn wir also möglichst schnell Bina und Malchut miteinander verknüpfen, dann erreichen wir das spirituelle Dasein und beginnen, auf den spirituellen Stufen hinaufzusteigen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 19.11.2010

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Bis zur Ewigkeit reicht nur der Augenblick…

Eine Frage, die ich erhielt: Wann erreichen wir die maximale Wirkung unserer Absicht, sich zu verbinden?

Meine Antwort: Ich sitze im Unterricht und bemühe mich, an unsere Vereinigung zu denken, um das Licht, das im Buch Sohar verborgen ist, an uns heranzuziehen, damit ich folglich empfinde, dass wir verbunden sind.

Kaum fühle ich mich mit allen verbunden, offenbare ich in diesem Netz sofort die spirituelle Welt.

Kaum fühle ich die Einigkeit zwischen uns, empfinde ich in dieser Einigkeit die Spiritualität! Es ist der Ausgang aus Ägypten. Mehr braucht man nicht! Und es ist so nahe.

Aber ich bin nicht fähig, mich lange in dieser Absicht, in diesem Streben aufzuhalten. Warum? Weil die anderen nicht daran denken! Ich brauche die Unterstützung der Umgebung.

Und die Umgebung denkt über alles Mögliche nach: der eine über seine Großmutter, die er bald besuchen wird, der andere über die Probleme in der Arbeit, der dritte ist sogar eingeschlafen usw. Jeder mit seinen eigenen Problemen. Und niemand denkt an die Vereinigung …

Deshalb kann ich entscheiden, dass ich jetzt an unsere Einigkeit denke, mich darum sorge und „diese wunderbare Eigenschaft“ (Sgula) fordere, damit ich offenbare, dass wir zusammen verbunden sind, uns in der Eigenschaft des Gebens befinden.

Ich will, dass die allgemeine Eigenschaft des Gebens, diese höhere Eigenschaft über mich herrscht! Aber außer dieser Entscheidung, kann ich nichts machen, weil ich keine Unterstützung von der Umgebung bekomme. Was macht man dann?

Hier fehlt es an den allgemeinen Bemühungen und der gegenseitigen Verpflichtung der Freunde, dass sich jeder bemüht, in dieser Absicht zu sein. Diese Verpflichtung zwischen uns heißt „die Bürgschaft“.

Und wenn wir nur daran denken, wie die Einigkeit zwischen uns offenbart wird, dann wird das Licht kommen und alles machen! Wir sind nicht fähig, uns zu verbinden. Aber wir sind fähig, daran zu denken.

Anderenfalls beeinflussen wir einander nicht, zeigen einander keine Größe, nicht die Wichtigkeit des Ziels.

Wir sollen nur an diesem Punkt arbeiten. Außerdem haben wir nichts. Alles befindet sich hier, vor uns, so nahe, und wir öffnen die Ewigkeit, die Vollkommenheit, die ganze Geisteswelt …

Nur unter der Bedingung, dass wir die Entscheidung treffen, dass sich jeder um den anderen kümmert, damit niemand diese Absicht vergisst.

Nur die Einigkeit ist notwendig! Damit das Licht uns verbindet, und sich in unserer Einigkeit der Schöpfer enthüllt! Wir werden Ihm geben, und Er wird uns geben. Alles geschieht in unserer Vereinigung. Dort werden wir die spirituelle Welt, den Schöpfer, die Unendlichkeit empfinden.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 19.11.2010

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