Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Kraft unserer Schwäche

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man möglichst schnell sich an den Schöpfer wenden, ohne Ihn dabei zu beurteilen?

Meine Antwort: Es ist dem Schöpfer unwichtig, ob du Ihn beschimpfst oder lobst, viel wichtiger für Ihn ist, dass du Ihn nicht vergisst.

Du sollst nicht vergessen, dass der Schöpfer existiert, dass er der Gute und der das Gute Schaffende ist, dass er die Ursache aller Ereignisse in unserem Leben ist.

Das heißt, was du auch nicht erhaeltst, ist zum Besten, aber nicht nur zum Besten: Das bringt dich näher zum Ziel. Auch wenn deine Empfindungen negativ sind, du bekommst und empfindest genau das, was du benötigst, um gerade von diesem Punkt aus sich auf das Ziel zuzubewegen.

Wie richte ich mich zum Ziel aus? Durch die Einschließung in die Gruppe. Wie verbinde ich mich mit der Gruppe? Mit allen Handlungen, die moeglich sind. Was ergibt sich daraus? Ich bekomme von der Gruppe stärkeres Verlangen.

Und hier werde ich spüren, dass ich nichts wert bin und mich nicht weiter entwickeln kann. Ein starkes Verlangen, das ich von der Gruppe bekommen habe, verursacht, scheinbar, eine umgekehrte Reaktion.

Wie kann das sein? Nehmen wir zum Beispiel eine Kampfeinheit aus zwanzig Menschen. Hier bekommt jeder Unterstützung von allen, und mit zwanzig mal vermehrten Kräften tritt die Gruppe an ihre Aufgaben heran.

Aber in einer kabbalistischen Gruppe ist alles anders. Anstatt meine Kräfte mit den Kräften meiner Freunde zu verstärken, fühle ich mich zwanzig mal schwächer, und das Ziel wird zwanzig mal wichtiger.

Wir denken, dass wir stärker werden, wenn wir uns in die Gruppe einschließen. In der Tat werden wir schwächer – aber zusaetzlich nehmen wir die Wichtigkeit des Zieles von den Freunden auf.

Jetzt schaue ich mir das Ziel an, als ob ich bezaubert waere, aber… ich sehe keine Möglichkeit, es zu erreichen. Genau im Gegensatz dazu, wie das in unserer Welt passiert.

Die Gruppe muss mich unterstützen, sie zeigt mir, dass gerade das ein wünschenswerter Zustand ist. Dazu müssen wir kommen, und der Schöpfer wird uns nicht erschlagen, nicht leblos auf dem Schlachtfeld liegen lassen.

Die Späher, die seinerzeit ins Land Israel geschickt wurden, gingen gerade in eine solche Falle. Alle Sünden des Volkes Israel, des Menschen, der sich auf dem Weg zum Schöpfer befindet, die in der Tora beschrieben sind, resultieren aus der Tatsache, dass die Menschen die in ihnen entstehenden Eindrücke über die Gruppe, über den Schöpfer, über den Weg und über das Ziel nicht korrekt aus der Sicht des Zieles einschätzen koennen.

Trotz des Zusammenbruchs, das Ziel bleibt wichtig und hoch in unseren Augen. Das ist die Zeit, wo man eben dank dieser Ermattung zu schreien beginnt: „Wo ist das Licht? Du hast es doch versprochen!“ Der Schöpfer liebt es, wenn wir etwas von ihm fordern, das wird zu: „Meine Söhne haben mich besiegt“. Dann bekommen wir die Kraft.

Gemeinsam mit Schwäche und Wichtigkeit des Zieles, muss die Gruppe jedem die Sicherheit geben, dass wir doch unser Ziel erreichen.

Aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 04.11.2010

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Die Waagschale: Belohnung und Bestrafung

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn es in dieser Welt keine Belohnung und keine Bestrafung gibt, wo existieren sie dann?

Meine Antwort: In unserer Welt gibt es Belohnung und Bestrafung, gute und schlechte Menschen, es gibt hier alles, was ihr seht und versteht.

Es steht geschrieben: „Die Welt verhält sich nach unabänderlichen Gesetzen“. Im Rahmen unserer Welt existieren in jeder Gesellschaft, in jedem Land und in jeder Zivilisation eigene Gesetze.

Wenn du in den Kindergarten, in die Schule, in eine Einrichtung für Erwachsene kommst, gibt es überall eigene Verhaltensregeln sowie Belohnung und Bestrafung für ihre Einhaltung. Und so, wo auch immer du hinkommst, gibt es an jedem Ort eine Sammlung von Gesetzen für eine Gruppe von Menschen, für eine Gesellschaft oder für ein Volk.

Doch wenn man von Gewinnen oder Verlusten eines Menschen in Bezug auf die spirituelle Welt spricht, dann haben seine irdischen Taten nichts mit der spirituellen Ebene zu tun.

Sie haben Einfluss auf die darauffolgenden Inkarnationen, jedoch nicht auf die Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen, auf die Enthüllung der spirituellen Welt, „deine Welt wirst du zu deinen Lebzeiten sehen“. Also hat der Mensch in dieser Hinsicht nichts bewirkt, wie die Tora erklärt.

Wir lernen, dass die einzige freie Handlung des Menschen in dieser Welt seine Anstrengung in Richtung Vereinigung in der Gruppe ist, alle anderen Handlungen gehören ihm nicht.

Abgerechnet wird mit uns nur gemäß dem, dass wir jedes Mal eine noch bessere Umgebung wählen, um das Schöpfungsziel zu erreichen.

Aus der 2. Kongresslektion vom 09.11.2010

Wovon beginnt der Sohar

Das Buch Sohar fordert von uns eine genaue Vorbereitung. Denn dies ist die mächtigste Lichtquelle, eine Kraft die unsere Natur ändern kann, wenn wir uns richtig auf die Arbeit damit vorbereiten.

Vor allem in unserem jetzigen Zustand muss unsere Ähnlichkeit mit dem höheren Licht, welches der Sohar auf uns zieht, maximal sein.

Dafür versuchen wir uns so sehr wie möglich den Autoren des Sohars anzugleichen, Rabbi Schimon Bar Jochai und seinen neun Schülern.

Diese berichten, dass sie selbst am Anfang der spirituellen Arbeit, plötzlich von einem gegenseitigen Hass überwältigt wurden.

Das Licht welches sie anziehen, leuchtet in ihren unkorrigierten Verlangen und trotz des Impulses nach Verbindung, entstand eine Abstoßung zwischen ihnen. Als sie sich vor dem Leuchten des Sohar stehen sahen, erkannten sie, dass sie diesem völlig entgegengesetzt waren.

Der Weg beginnt von der Enthüllung des Bösen an, und der Mensch muss das dies jedes Mal verspüren, da ansonsten sein erster Schritt schon falsch wäre.

Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen und die Tora als Gewürz zu dessen Korrektur, denn darin ist das Licht enthalten, welches zur Quelle zurück führt“.

Es handelt sich um drei Linien. Der bösen Trieb ist die linke Linie, die Tora als Gewürz ist die rechte Linie, und das Licht, welches zur Quelle zurück führt ist unsere korrigieret Seele, der Wunsch der linken Linie, der durch der Absicht der rechten Linie korrigiert wurde.

Der böse Trieb, unser Egoismus, kommt nicht von selbst, sondern nur unter der Einwirkung des Lichtes zum Vorschein. Dann wenden wir uns an die rechte Linie, die Tora, und das Licht, welches von oben kommt, und uns zur Quelle zurück bringt, zum Schöpfer, zu der mittleren Linie.

Mit der Enthüllung des Bösen beginnt jede Etappe der Annäherung an Schöpfer, vom Null bis zum Ende der Korrektur. Sogar die Gruppe von Rabbi Schimon musste die gleichen Phasen durchwandern.

Ohne unseren Hasser zu enthüllen, können wir die Kabbala nicht studieren und das Licht nicht anziehen. Mit all unseren Kräften versuchen wir uns zu vereinigen, und beginnen dadurch zu verspüren, wie taub unser Herz ist und wir einen faden Geschmack im Mund schmecken.

Aber das Ziel ist groß und das erzeugt eine Bedürfnis nach Licht, dass kommt und uns korrigiert. Wir lassen es nicht mehr in Ruhe, bis Er kommt und eine Verbindung zwischen Freunden einrichtet, damit wir ein gemeinsames Kli werden, in gegenseitiger Bürgschaft, wie ein Mensch mit einem Herzen, mit einem gemeinsamen Verlangen.

Dies fordere ich, und selbst wenn ich nicht genau verstehe, was das heißen soll, selbst wenn ich keinen winzigsten Impuls nach Vereinigung habe, trotzdem schreie ich mit allen gemeinsam.

So beginnen wir den Sohar zu lesen, aus dem Wunsch heraus uns zu verbinden. Dieser Zusammenschluss erlaubt uns das höhere Licht anzuziehen. Erst jeder persönlich, und dann durch das umgebende Licht (Or Makif) erreichen wir die Einheit.

In dieser Einheit erlangen wir die höhere Welt. Die spirituelle Stufe äußert sich in unserer gegenseitigen Verbindung.

Zuerst enthüllen wir den bösen Trieb zwischen uns (1), dann fordern wir das Licht, das uns verbindet (2). dann vollbringt das Licht seine Aufgaben und verbindet uns in der mittleren Linie, im gemeinsamen Verlangen (3).

Aus einem Unterricht über die Einleitung in das Buch Sohar, 14.11.2010

Der Schöpfer zu beiden Seiten der vordersten Linie

Wir sind enttäuscht, dass wir nicht in der Lage sind, unsere egoistische Schale (Klipa) zu durchbrechen und uns zu einem Kli zu vereinen.

Wir haben enthüllt, dass zwischen uns etwas liegt, was die Herzen in einem einzigen Verlangen nicht verschmelzen und uns die Körper und unsere Welt nicht vergessen lässt.

Im Endeffekt muss diese Schale uns zeigen, dass wir vor ihr hilflos sind. Ein riesiges Verlangen, das Ziel zu erreichen, und zugleich die Hilflosigkeit, es selbständig zu tun, werden uns keine andere Wahl lassen, als uns an den Schöpfer zu wenden.

Und bis dahin, solange wir nicht völlig von unseren Kräften enttäuscht werden und das Ziel leidenschaftlich erreichen wollen werden, vergessen wir Ihn.

Man kann überall Notizen darüber aushängen, dass man den Schöpfer um Hilfe bitten muss, und trotzdem werden wir kein Bedürfnis, kein Verlangen nach Ihm haben. Dieses Bedürfnis entsteht erstens, wenn wir mit all unseren Kräften wollen und zweitens in die spirituelle Welt nicht eintreten können.

Genau in diesem Moment beginnen wir die Tatsache zu erkennen und zu begreifen, dass uns nur der Schöpfer helfen wird.

Die erste wunderbare Enttäuschung haben wir auf dem Kongress erlebt. Das ist eine große Errungenschaft. Nun müssen wir lediglich verstehen, was wir erhalten haben, und während wir ständig darüber nachdenken, unsere Empfindung verstärken.

Der Gedanke verstärkt das Verlangen, verdeutlicht alle seine Komponenten, wodurch wir uns ohne neue Leiden weiterbewegen können, wir versuchen nur noch immer mehr den Zustand zu klären, in dem wir uns befunden haben. Das genügt.

Auf diese Weise werden wir die Forderung an den Schöpfer bilden können – denn es gibt niemanden außer Ihm, und nur Er wird uns helfen, dem Pharao zu widerstehen.

Außerdem werden wir verstehen, dass der Schöpfer in beide Richtungen handelt. Denn der Pharao ist derselbe Schöpfer, nur von der anderen Seite. In der Tora steht geschrieben: „Lass uns zum Pharao gehen, denn Ich habe sein Herz verhärtet“.

Der Schöpfer warnt im Voraus: „Ich stehe dir im Wege. Du willst durchbrechen? Wende dich mit einer Bitte an Mich, denn ich selbst habe es dir eingebrockt – und mit meiner Hilfe wirst du durchbrechen“.

Darüber steht geschrieben: „Meine Söhne haben Mich besiegt“. Es gibt niemanden außer dem Schöpfer, doch um das zu begreifen und nach der Hilfe von Ihm zu verlangen, brauchen wir gemeinsame Anstrengungen, die auf das gleiche Ziel gerichtet sind: wie man zusammen mit dem Schöpfer dem Pharao die Stirn bietet und geboren wird.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 12.11.2010

Die Leiden meines Pharaos

Auf dem Kongress haben wir etwas Riesiges, etwas Teures erworben, wir haben nämlich zum ersten Mal entdeckt, dass ein Pharao in uns sitzt. Ein Pharao, der uns hasst, den wir los werden müssen, vor dem wir auch fliehen wollen, Ägypten verlassen…aber wir sind dazu nicht in der Lage.

Wir hätten nie entdecken können, dass wir verpflichtet sind vor ihm zu fliehen. Wir dachten, dass wir die Spiritualität in unserem Egoismus „Ägypten“ entdecken könnten. Aber wir haben nicht geglaubt, das eben genau dieses „Ägypten“ genannt wird. Jetzt beginnen wir zu verstehen, das wir die Pflicht haben, uns loszureissen.

Unser Egoismus, der Pharao, hat einen Schlag bekommen, die Enttäuschung versetzte ihm einen Schlag. Und wir nehmen wahr, dass wir uns von dem Verlangen, in welchem wir Enttäuschung und Bitterkeit empfinden, losreissen müssen.

Wenn wir nicht auf alles, bis zum Ende hin, bereit wären, hätten wir diese Enttäuschung gar nicht spüren können. Wir würden auch nicht bemerken, dass uns tatsächlich etwas stoppt. In der Spiritualität gibt es keine Mitte. Man muss bis zum Ende gehen.

Darum haben wir ein neues Empfinden bekommen. Diese Bitterkeit, die Kraft der Leiden die wir jetzt fühlen : ich habe doch so viele Kräfte investiert, hatte doch so grosse Hoffnung, aber – nichts ist geschehen…

Das ist mein Pharao, der einen Schlag bekam und jetzt leidet.

Aber der Pharao muss diese Schläge spüren, sonst werden wir nicht vor ihm fliehen können. Denn wir fliehen nur vor dem Schlechten. Wenn ich mein egoistisches Verlangen, meine Natur, als böse erkenne, dann, nur dann, werde ich wirklich davor fliehen wollen. Wahrscheinlich muss ich noch mehrere solcher Schläge einstecken, bis ich mich schliesslich entscheiden kann zu fliehen.

Ich muss, sprichwörtlich, „aus meiner Haut springen“, aus meinem Körper austreten. Das sind also die „Zehn Ägyptischen Plagen“, die Schläge, die der Pharao erhält.

Und eben dies haben wir erreicht, weil wir doch eine Verbindung miteinander haben. Denn das Eine offenbart sich immer gegenüber dem Anderen, wie geschrieben steht : „In Deinem Licht sehen wir das Licht“

Dank der Verbindung, dank unserer Vorbereitung, wurden wir uns unserer egoistischen Natur bewusst. Das ist eine enorme Leistung!
Gemeinsam mit uns, waren auch Millionen von Menschen anwesend, die virtuell am Kongress teilgenommen haben. Und auch alle diese Menschen haben mit uns gemeinsam dieselben Zustände durchlebt.

Aus dem Programm „Wochenabschnitt“, 12.11.2010

Ich möchte den Machsom überqueren!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir den Machsom ueberqueren, machen wir das gemeinsam oder jeder zu seiner Zeit?

Meine Antwort: Machsom ist eine potentielle Grenze. Wenn ich anstrebe, mich mit meinen Freunden zu verbinden und von der Trennung zwischen uns zu einer groesseren Verbindung kommen moechte, wenn ich mit all meiner Kraft diese Trennung vernichten moechte, aber dazu nicht in der Lage bin, rufe ich den Schoepfer zu Hilfe und ueberquere den Machsom.

Mit anderen Worten, mein Ego bleibt mir, abe ich erhebe mich darueber. Auf vorigen Etappen wollte ich das nicht wirklich und war mit seiner Existenz einverstanden.

So war es vor dem Machsom. Nach dem Machsom existieren zwei Verbindungsformen: Geben um des Gebens willen – Stufe von Bina, und Empfangen um des Gebens willen – Stufen Chochma und Keter.

Wo kann ich den Machsom umsetzen? Ich setze ihn in der Verbindung zwischen uns um. Und hier bin ich nicht von unseren äußeren Handlungen oder Sympathieäußerungen abhängig. Hier ist nur die innere Arbeit notwendig.

Ich bin verpflichtet, sich in unseren Wünschen zu verbinden, damit alle unsere Funken des Gebens sich zusammenschliessen. Sobald dies passiert, überquere ich den Machsom.

Aber alle unsere egoistischen Eigenschaften bleiben. Denn wir haben unser Ego noch nicht korrigiert, sondern haben uns darüber erhoben, in dem Versuch, unsere leidenschaftlichen Verlangen nach Spiritualität oder nach der Eigenschaft des Gebens zu vereinigen.

Und wenn unsere Funken des Gebens sind miteinander verbunden haben, ist das schon ein fertiges Gefäß für das Licht Chassadim, denn solch ein Gefäß hat die Eigenschaft Chafez Chessed (sich über dem Egoismus befinden). Dann beginnt der Mensch, das überall herrschende höhere Licht zu empfinden.

Unter dem Machsom erfuellt das gleiche höhere Licht die ganze Realität, aber wir empfinden es nicht. Und sobald sich unsere Punkte im Herzen zu verbinden beginnen, spüre ich in dieser Verbindung, in dieser Dichte, in der Kompression zwischen ihnen das alles erfüllende Licht. Und sie haben es schon entdeckt, sind zum Detektor des Lichtes geworden.

Wir befinden uns in dem gleichen Zustand. Wir müssen nicht zu anderen Galaxien, oder in höhere Dimensionen fliegen.

Das Licht befindet sich zwischen uns, und es fehlt uns nur an der Empfindsamkeit ihm gegenüber, an dem Sinnesorgan. Und je mehr wir uns einander mit unseren Herzen annähern, desto mehr enthüllen wir das Licht, das sich zwischen uns befindet. Wir kommen dazu im gegenseitigen Geben und wünschen uns, dass dies passiert…

Aus der zweiten Kongresslektion, 09.11.2010

Das Ende des Filmes im dunklen Saal

Unsere ganze Arbeit ist auf die Enthüllung des Schöpfers gerichtet. An Seiner Anwesenheit mangelt es uns. Außer Ihm gibt es nichts in der Realität.

Der Schöpfer ist eine allumfassende Kraft, in der wir uns befinden, obwohl wir sie nicht empfinden. Unser egoistischer Wunsch unterscheidet den Schöpfer nicht, weil er nicht auf der gleichen Welle eingestellt ist, und nicht über dieselbe Eigenschaft verfügt.

Deshalb arbeiten wir gerade an unserem Wunsch, den man verändern muss, um den Schöpfer entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften (Chok Ischtawut Hazura) zu öffnen.

Wir sehen, hören, tasten und riechen alles innerhalb des eigenen Wunsches. Wenn wir ihn verändern würden, dann könnten wir den Umfang der Empfindungen ausdehnen. Aber es bedeutet nicht, dass wir die Sensibilität unserer Sinnesorgane, mit Hilfe der zusätzlichen Geräte verstärken werden: sei es die Ortungsgeräte, die Radioapparate, die Teleskopien oder die Mikroskope.

Nein, wir erhöhen nicht die Aufnahmefähigkeit des egoistischen Wunsches, sondern verändern sein Wesen, schalten ihn von der inneren Wahrnehmung auf die äußerliche um, geben ihm die Fähigkeit, das zu empfangen, was sich draußen befindet.

Der auf diese Weise umgeformte Wunsch wird aus fünf körperlichen (irdischen) Sinnesorganen (Empfindungen): aus der Sehkraft, dem Gehör, dem Geruch, dem Geschmack, dem Tastsinn – in fünf geistige Sinnesorgane – Sfirot: in Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin und Malchut ausgedehnt. Jetzt hat der Wunsch eine andere Form: er bekommt nicht mehr, sondern gibt – und in dieser Absicht des Gebens, nehmen wir die Höhere Realität wahr.

Obwohl diese uns nicht bekannt ist, sind die Veränderungen trotzdem möglich. Das erzählen uns die Menschen, die es getan und das ganz neue Leben gefunden haben.

Im Augenblick leben wir daher in der Realität der fünf Sinnesorgane, im Weltbild, das vom egoistischen Wunsch dargestellt wird. Aber wenn wir die Absicht der Wahrnehmung umschalten, dann werden wir die äußerliche Realität in der Eigenschaft des Gebens wahrnehmen – zusätzlich zur vorhandenen Eigenschaft des Empfangens.

Es ist eben diese neue Welt, die uns in fünf neuen Empfindungen geöffnet wird. Darin gibt es eigene Farben und Laute, Vernunft und Bewegungen der Seele – alles, was es hier gibt, und um vieles reicher, klarer, vollkommener. Es sind unsere irdischen Wurzeln.

Dann sollen wir das erreichen, wozu wir auch kommen wollen. Denn unser egoistischer Wunsch, welcher nach dem Prinzip der Absorption gilt, ist schon erschöpft. Darin kommt die Verzweiflung deutlicher zum Vorschein: wir verlieren das Interesse für „dieses Kino“, das wir schon gesehen und bewertet haben. Der Film dieses Lebens interessiert uns nicht mehr, füllt uns nicht mehr aus.

Die ganze Menschheit kommt noch zu dieser Erkenntnis. Die nach innen gerichtete Wahrnehmung liefert die vorige Freude nicht, wir haben ihren Vorrat verbraucht und sollen uns jetzt nach der Wahrnehmung ausrichten, die nach draußen gewandt ist.

Wenn wir also den Wunsch verändern, ihn von innen nach außen umorientieren, dann werden wir die veränderte Welt – die Welt des Gebens erreichen. „Olam afuch raiti„.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 12.11.2010

Im Ozean der Liebe

Eine Frage, die ich erhielt: Bei der Kongresseröffnung, als Vertreter aller Länder mit den Flaggen auf die Bühne kamen, habe ich vor Freude geweint. Ich habe mich mit allen verbunden gefühlt, habe Verlangen von anderen Menschen, ihre Fürsorge und Liebe gespürt.

Was war das: eine psychologische Empfindung oder bereits eine spirituelle?

Meine Antwort: Das war eine wunderbare, gute, herzliche Ergriffenheit, jedoch noch keine spirituelle Empfindung. Eine spirituelle Empfindung ist die Erkenntnis der Wurzel: woher alles kommt und warum, wo wir uns befinden.

Diese Empfindung muss uns zu einem Zustand bringen, wo wir uns im Ozean einer gewissen Kraft befinden, die uns über der Zeit und dem Raum verbindet, uns unterstützt.

Dann verliert der Mensch die Empfindung des Körpers. Er bezieht sich noch auf den Körper, hält ihn jedoch für eine tiefere Stufe als er selbst. Dann spüren wir, dass wir der gleichen Kraft angehören, in ihr mit eingeschlossen sind und in ihr aufgehen.

Das, was ihr bei der Kongresseröffnung gespürt habt, ist die Stufe vor der spirituellen Wahrnehmung. Wollen wir hoffen, dass wir sie sehr bald erreichen werden.

Aus der 4. Kongresslektion vom 10.11.2010

Wer wird mir helfen?

Eine Frage, die ich erhielt: Mich verwirrt das Prinzip der spirituellen Arbeit „Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“, weil es dem anderem Prinzip – „Es gibt niemanden außer Ihm“ und der Vereinigung mit der Gruppe widerspricht …

Meine Antwort: Wir sagen: „Wenn ich mir nicht helfen werde, dann wird mir niemand helfen, den Schöpfer zu enthüllen“ – weil man damit den Wunsch meint, den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens zu enthüllen.

Niemand kann mir darin helfen. Ich kann tausende Bücher lesen und tausende Vorlesungen anhören, aber schließlich ist die Entwicklung des Wunsches meine innere Arbeit.

Und nur dann, wenn ich das spirituelle Leben (in der Eigenschaft des Gebens) erreichen möchte, werde ich es anstelle dieses Lebens (in der Eigenschaft des Erhaltens) offenbaren.

Wir sollen von niemandem die Hilfe warten! Ich bin verpflichtet, einen solch starken Wunsch zu erreichen, worin „der Tod besser, als ein solches Leben ist!“. Denn dieses Leben ist in Wirklichkeit kein Leben ist. Ich bin verpflichtet, die Spiritualität zu erreichen!

Folglich gilt hier nur das Prinzip „Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“. Denn der Schöpfer wird niemals auf diese Bedingung verzichten, Er wird uns nie gewaltsam den Wunsch aufdringen. Er gibt uns die Füllung (Genuss), und nicht den Wunsch. Es gibt keine Gewalt in der spirituellen Entwicklung.

Aber kaum das Prinzip „Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“ zur Vollendung kommt, das heißt ich begreife, dass alles nur von mir abhängt, decke ich sofort auf, das ich es nicht erreichen kann.

Ich hasse den Egoismus und ich fürchte ihn, wie Mosche, den Pharao fürchtet. Folglich begreift man die Aussage „Sie haben infolge dieser Arbeit geschrieen“, weil sie sich von der Macht der Selbstsucht befreien wollten, worin ihnen niemand helfen konnte.

Wenn wir zwei diese Empfindungen, die Abwesenheit der Hilfe von innen und von außen erreichen, dann erlangen wir den Zustand „der letzten Geburtswehen“.

Dann bricht die Verzweiflung aus der Tiefe des Herzens und die Höhere Kraft, das Licht (GAR de Chochma) werden geöffnet, die den Menschen in der spirituellen Stufe gebärt. Danach kommt schon das Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm “ zur Geltung.

Deshalb gibt es zuerst die Etappe “ Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“, und dann die Etappe „Es gibt niemanden außer Ihm“. Somit kann ich das Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm“ erst dann enthüllen, wenn ich das Prinzip “ Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“ vollständig begriffen habe.

Aus dem 4. Kongressunterricht, 10.11.2010

Kabbalisten über Kabbala heute, T.2

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.
Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].
Der Beweis, dass unsere Generation sich schon in der Zeitperiode der Messias befindet.

Wer weiß besser als ich, dass ich es überhaupt nicht wert bin, auch nur ein Bote zu sein und ein Autor, um solche Geheimnisse zu enthüllen und noch weniger, sie gründlich zu verstehen. Und warum hat mir der Schöpfer das angetan? Nur, weil die Generation es wert ist, weil es die letzte Generation ist, die genau an der Schwelle der kompletten Enthüllung steht. Und aus diesem Grund lohnt es sich, anzufangen, die Stimme des Horns des Messias zu hören, welches die Enthüllung der Geheimnisse ist, wie erklärt wurde.
Baal HaSulam. Horn des Messias

Ich bin froh, in einer solchen Generation erschaffen worden zu sein, in der es bereits erlaubt ist, die Wissenschaft der Kabbala zu veröffentlichen. Und wenn ihr mich fragen werdet, warum ich wüsste, dass es erlaubt sei, werde ich euch antworten: Weil mir die Erlaubnis zu enthüllen gewährt wurde; das heißt, so wie bis zur Gegenwart keinem einzigen Weisen jene Wege offenbart wurden, mit deren Hilfe man öffentlich mit dem ganzen Volk studieren könnte, und den Charakter eines jeden Wortes erklären könnte …

Das ist es, was mir der Schöpfer in vollem Maße schenkte. Wie es bei uns üblich ist, hängt es nicht von der Genialität des Weisen selbst ab, sondern vom Zustand, in dem sich eine Generation befindet, … und daher sagte ich, dass mein ganzer Verdienst in der Enthüllung meiner Generation liegt.
Baal HaSulam. Die Lehre der Kabbala und deren Wesen