Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Alles wird sich zum Besseren wenden, wenn man sich nur erhebt

Eine Frage, die ich erhielt: Der Schöpfer ist verborgen, und an Seiner Stelle habe ich die Gruppe. Wie kann ich nur das Geben in ihr sehen?

Meine Antwort: In der Gruppe gibt es immer Hindernisse, und gerade mit deren Hilfe können wir wunderbar die Angleichung an den Schöpfer üben.

Alles Negative muss man genau nach Bestimmung gebrauchen, um es ins Positive umzuwandeln.

Alles wird sich zum Besseren wenden, man muss nur richtig vorgehen, indem man sich nicht von den Geschehnissen distanziert, sondern eine korrekte Haltung ihnen gegenüber aufbaut.

„Die Wendung zum Besseren“ bedeutet nicht, dass wir uns im Voraus mit dem Unvermeidlichen abfinden sollten, wie es üblich ist. Nein, über dem Hindernis, über dem erhaltenen Beispiel muss ich in erster Linie den Endpunkt, den korrigierten Zustand erkennen.

Dann werde ich eine Methode finden, das Falsche in das Richtige zu verwandeln – mich selbst, wie ich jetzt bin, das Hindernis, das mit den Freunden, mit dem Schöpfer oder sogar mit den persönlichen Umständen verbunden ist, und das Schöpfungsziel zusammen zu bringen.

Ich werde herausfinden, wie ich jeden Aspekt – Verlangen, Absicht, Gedanken, Ereignisse – nicht nur korrigieren, ihn nicht einfach rechtfertigen und auf den Schöpfer beziehen, sondern auch an die Verbindung mit Ihm anschließen kann.

Ich werde verstehen, inwiefern ich mein Verlangen und meine Denkweise in Bezug auf den gegebenen Fall umstellen, inwieweit ich deren Wahrnehmung verändern muss, um letztendlich zu erkennen, dass der Schöpfer mir Gutes getan hat.

Und als Anzeichen dafür dient die Freude – ich freue mich, dass der Schöpfer mir die Möglichkeit geboten hat, Ihm noch ein wenig näher zu kommen. Auf diese Weise kommen unsere Anstrengungen allmählich zu einem großen Vermögen zusammen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 28.11.2010. Das Vorwort.

Beschneidung für die spanische Seele

Eine Frage, die ich aus Sevilla, Spanien erhielt: Muss man sich auf der physischen Ebene beschneiden lassen, um die gleiche innere spirituelle Absicht zu spüren, und schränkt es einen Menschen in der Spiritualität ein, wenn er die entsprechenden materiellen Handlungen nicht ausführt?

Meine Antwort: Ich habe bereits so oft wiederholt, dass durch physische Handlungen nichts in der Spiritualität bestimmt wird. Alle Klärungen und alle Korrekturen werden in den Beziehungen zwischen den Menschen realisiert.

Es gibt lediglich zwei Korrekturen:

1) „Geben um zu geben“ oder „Was dir verhasst ist, tue deinem Nächsten nicht an“.

2) „Empfangen um zu geben“ oder „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Durch die erste Korrektur erreichen wir die Eigenschaft von Bina, die Eigenschaft des Gebens („Chafez Chessed“), und durch die zweite Korrektur erreichen wir die Eigenschaft von Keter, die Eigenschaft des Schöpfers. Das sind zwei Korrekturabschnitte, von denen die gesamte Tora berichtet.

Entsprechend diesen Korrekturen gibt es 613 „Ratschläge und Anweisungen der Tora“ („Ejtin“ und „Pkudin“) – das sind alles Handlungen zur Korrektur des Verlangens. Und wenn die Rede von einer Beschneidung (Brit Mila) ist, dann ist die Korrektur des Verlangens gemeint, das Verbot, es weiter als die Sefira Jessod zu benutzen, die der Korrektur unterzogen wird.

Und keine physische Operation wird dem Menschen helfen, zu einem Heiligen/einem Gebenden zu werden. Wir müssen an die inneren/spirituellen Korrekturen denken. Jeder Mensch kann aber entsprechend der Herkunft seine Traditionen pflegen.

Beim Beschreiben einer korrigierten Gesellschaft der Zukunft in dem Artikel „Die letzte Generation“ schreibt Baal HaSulam, dass jeder in seiner Religion bleiben darf – das beeinträchtigt nicht die spirituelle Erkenntnis.

Obwohl die Traditionen des Judentums sich von allen anderen Traditionen dadurch unterscheiden, dass sie die wahren spirituellen Gesetze widerspiegeln, hilft deren äußeres Befolgen auf keinen Fall, die Seele zu korrigieren. Das ist nur ein Brauch, den zu befolgen es in dieser Welt üblich ist – als Kultur eines Volkes.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar haKavanot“ vom 28.11.2010

Die Wiederholbarkeit des Versuchs ist ein Kriterium für die Wahrheit

Eine Frage, die ich erhielt: Können wir frei entscheiden, welchen Glauben wir wählen?

Meine Antwort: Wir können nur in einem frei entscheiden, und das bezieht sich nicht auf den Glauben.

Es ist klar, dass wir nichts, was unserer Natur zuwider ist, sondern das, was uns passt, wählen würden – also haben wir hier keine freie Wahl.

Wir müssen nicht den Glauben wählen, sondern die Enthüllung erreichen, die Wahrheit enthüllen, und nicht aus abstrakten Theorien jene wählen, die mir am besten gefällt!

Wenn andere Menschen in dieser Welt über andere Fakten verfügen, dann ist mein Wissen kein Fakt mehr. Woher wissen die Kabbalisten, die die spirituelle Enthüllung erreicht haben, dass das, was sie enthüllt haben, wahr und richtig ist? – Weil sie alle die gleichen Erscheinungen durch eigene Erfahrung enthüllen.

Jeder, der eine bestimmte Stufe oder die Korrektur irgendeiner Kraft erreicht, enthüllt die gleichen Erscheinungen. Er erfährt die gleiche innere Erfüllung, die sich Seele nennt, wie auch alle Anderen, die den gleichen Zustand erreicht haben.

Sowohl der Weg als auch die Erkenntnis und das Verständnis sind für alle gleich, jeder kommt zum gleichen Ergebnis. Deshalb wird das von den Kabbalisten als Fakten bezeichnet, genauso wie die Fakten unserer Welt.

In unserer Welt führe ich eine Untersuchung durch, bekomme ein Ergebnis, gebe einen wissenschaftlichen Artikel mit Erklärungen zu den Ergebnissen heraus und biete allen an, sie auf die Richtigkeit zu überprüfen. Und wenn man meine Ergebnisse überprüft und sich von deren Richtigkeit überzeugt, wird das zu einem anerkannten Fakt.

Es gibt kein absolutes Wissen, das nach keinen Beweisen verlangt, alles existiert nur entsprechend den realen Empfindungen, in denen ich Fakten ergründe.

Natürlich ist das ein relatives Wissen, welches in Bezug auf meine irdischen Eigenschaften ergründet wird. Jedoch ergründen alle die gleichen Fakten, darum werden sie als wissenschaftliches Gesetz bezeichnet. Auf diese Weise haben wir alle physikalischen Gesetze entdeckt.

Sie alle wurden unter den Bedingungen, die uns auf dieser Erde umgeben, bestimmt. Wenn wir aber auf ein anderes Planet gelangen würden, könnten dort ganz andere Gesetze herrschen – wer weiß?

Denn ich überprüfe die Gesetze in Bezug auf den gleichen Menschen, der mit mir zusammen auf dieser Erde lebt.

Laut Einsteins Theorie wirken beim Fliegen mit Lichtgeschwindigkeit ganz andere Gesetze: die Entfernung schrumpft, die Zeit wird beschleunigt, die Formen verbiegen sich – was gerade ist, wird krumm und die Verkrümmungen werden im Gegenteil gerade…

Deshalb legen wir fest, dass wir uns mit einer irdischen Natur beschäftigen, die auf jeden Menschen anwendbar ist. Die gleiche Herangehensweise verwenden wir in der Spiritualität. Das zeugt von der Authentizität der Kabbala als Wissenschaft – wenn wir zu irgendwelchen Schlussfolgerungen gelangen, wissen wir, dass sie auf uns anwendbar sind.

Rabash schreibt, dass, wenn ein Engel und ich sich gleichzeitig einen Tisch anschauen würden, wir unterschiedliche Sachen sehen würden. Deshalb wirken alle Schlussfolgerungen in Bezug auf den erkennenden Menschen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 28.11.2010

Der Schrei in der Wüste

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet MaN zu erheben?
Meine Antwort: MaN heißt, die Bitte dem Schöpfer ähnlich zu werden. Sie entsteht, wenn der Mensch sich so hilflos fühlt, als ob er sich in der Wüste befände.

Er ist nackt und er hat nichts, er ist kraftlos und die anderen können ihm nicht helfen. Er versteht, dass er nicht die geringste Möglichkeit hat, das Geben und die Liebe zu erreichen.

Er kommt sich wie ausgetrocknet vor und von „Löwen“, Verlangen, die ihn „auffressen“, umgeben. Sein Leben ist in Gefahr und er kann nicht aus diesem Zustand zum Geben herausfinden.

Die ganze Welt liegt vor seinen Füßen, außer dem Geben und der Nächstenliebe, der Liebe zum Schöpfer. Womit sein Egoismus sich auch beschäftigen mag, wenn darüber nicht die Eigenschaften des Gebens und der Liebe herrschen, ist der Mensch in der Wüste verloren.

In dieser Wüste, in der Wüste des Egoismus wird sein spiritueller Ruf so stark, dass er schreit, und dieser Schrei erreicht das Ziel.

Aus einem Sohar-Unterricht. Vorwort, 28.11.2010

Der Mensch wird durch die Absicht bestimmt

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist die Absicht in mir und warum ist sie so wichtig, wenn der Verstand und die Gefühle bei der spirituellen Entwicklung nicht berücksichtigt werden?

Meine Antwort: Die Absicht ist der Mensch in mir, sie bestimmt, was ich von all dem, was ich in mir habe, will. Alles, was mich ausfüllt: Gefühle, Verstand, Hoffnungen, Phantasien, Träume, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – das alles vermische ich und kläre, was ich von all dem haben will.

In diesem Gemisch verstehe ich nichts, alles ist durcheinander: heute so, morgen anders. Doch was ich will, nennt sich Absicht. Das heißt, ich schaue jetzt über mein Leben und alles, was ich habe, und entscheide, was mir am Wichtigsten ist.

Es gibt einen solchen Punkt, in dem ich etwas entscheiden kann: entweder mich wieder in diesen „Cocktail“ zu stürzen, den ich zusammengemixt habe, und alles vergessen, also zum normalen Leben zurückkehren.

Oder ich erhebe mich darüber und will aus all diesem Gemisch nur das herausfiltern, was mir für das Vorankommen, für das zukünftige Leben nützt. Das ist das, was ich entscheiden muss, und darum ist die Absicht der ganze Mensch.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 25.11.2010

Durch alle Welten – ohne Grenzen Korrektur

Eine Frage, die iche erhielt: Wenn ich die Wünsche von den anderen an mich anschließe, dehne ich mich innerlich aus, fühle aber immer noch nur das Geschehene in mir? Gibt es einen Punkt, in dem ich empfinde, was außer mir wirklich existiert?

Meine Antwort: Natürlich! Und wie! Du empfindest das viel stärker als du dich hier jetzt, in dieser Welt fühlst.

Stelle dir vor, dass du Geschehnisse, die tausend Kilometer von dir entfernt sind, genauso sehen würdest, als ob sie nur einen Meter von dir entfernt wären. Es gibt keinen Unterschied, es gibt keine Entfernung!

Und genauso, wie du die äußerliche Form des Objektes siehst, so würdest du es ganz durch sehen, all das, was darin geschieht, alle Gründe und Folgen.

Das wird als „Begreifen“ bezeichnet. Im Geistigen ist ja nichts weder vom Raum, noch von der Tiefe des Begreifens beschränkt. Von dir sind weder die Gründe, noch die Folgen der Erscheinungen verborgen, die du in allen Schnitten und Eigenschaften beobachtest.

Und deswegen heißt das „Begreifen“ – die endgültige und die größte Wahrnehmung und das Verständnis. Es ist sogar unmöglich das mit unserer Welt zu vergleichen. In unserer Welt haben wir ja kein Begreifen, bzw. wir schauen nur in uns selbst.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 26.11.2010

Eine Gerade die aus vielen Punkten besteht

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich den Weg schon einmal gewählt habe und mich über den Egoismus erhoben habe, bleibe ich die ganze Zeit frei oder muss ich immer neu wählen?

Meine Antwort: Um das Ziel der Schöpfung zu erreichen, müssen wir den Zustand „Israel (zum Schöpfer strebend), Tora (das Licht der Korrektur) und der Schöpfer sind ein Ganzes“ erreichen, – diesen Zustand in all unseren Eigenschaften und Wünschen enthüllen.

Deshalb, in jeden Moment unserer Entwicklung müssen wir uns auf die Vereinigung mit dem Schöpfer einrichten – und darin liegt unsere freie Wahl. Und alle diese Punkte der Verschmelzung bauen eine Linie auf und wir kommen zum Endziel.

Also, es reicht nicht die Wahl einmal zu machen, um danach alles was du willst machen zu können. Du hast gewählt unter den Bedingungen, die dir jetzt offenbart wurden – das nächste Mal bist du schon ganz wo anders, eine neue Schöpfung, eine neue Welt X und von innen und von außen.

Denn die ganze Zeit enthüllst du in dir ein neues Verlangen zu empfangen, stärkeres, mit neuen Eigenschaften. Und du musst wieder und wieder all diese Bedingungen aussortieren, den Punkt der freien Wahl enthüllen, sich entscheiden was du wählst und damit weiter gehen.

Also in jedem Punkt des Weges hast du eine Klärungsarbeit, um sich „vom Bösen zu entfernen und das Gute zu wählen“, und eine vollkommene Umsetzung von diesem.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Freier Willen“, 26.11.2010

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Ein Gedanke

Wir müssen uns ständig in einem Gedanken aufhalten – über die Vereinigung zwischen uns. Denn wir lernen alles von der Natur, in der Kabbala gibt es nichts künstliches.

Kabbalisten sind wie Wissenschaftler, Physiker der höheren Welt, sie haben ihre Gesetze entdeckt und erklären uns was dort mit uns passiert.

Und sie erzählen, dass wir in der spiritueller Welt alle miteinander verbunden sind, nicht durch unsere materiellen Körper, sondern durch innere Verbindungen. Und in dieser materiellen Welt hat jeder von uns nur einen kleinen Funken dieser Verbindung – ein kleines Verlangen zum Spirituellen.

Aber dieses Verlangen zum Spirituellen bei jedem ist in seinem Ego versteckt. Deshalb heißt es „Ein Punkt im Herzen“ – der von allen Seiten mit einem schwarzen, egoistischen Herz umgeben ist, und aus diesem Grund spüre ich nicht, dass mein Funken sich mit deinem und mit seinem und mit ihrem Funken verbinden möchte!

Aber wenn wir in der spiritueller Welt, von einer spirituellen Stufe darauf schauen könnten, würden wir sehen, dass all unsere Funken miteinander verbunden sind und zusammen ein gemeinsames Gefäß / Verlangen bilden.

Auf einer noch höheren Stufe sind diese Funken noch stärker verbunden, deshalb sind sie dort statt mit dem Licht Nefesch mit dem Licht Ruach erfüllt. Und noch höher sind sie noch stärker verbunden, deshalb erkennen sie das Licht Neschama usw.

Also existiert nichts außer der Verbindung von diesen Funken, die schon jetzt in uns vorhanden sind! Gerade an sie wendet sich die Wissenschaft der Kabbala.

Das ist das einzige woran ich denken muss – wie wir unsere Wünsche zur Spiritualität miteinander verbinden können. Wenn das uns auch nur in solch einem unbedeutendem Maß gelingt, erreichen wir die Offenbarung des Schöpfers an seine Geschöpfe.

Versteht nur, dass die aus Ägypten fliehenden nicht besser als wir waren! Das ist eine Flucht vom Egoismus, vom Pharao, in der Dunkelheit, wenn man nichts sieht und nichts weiß, mit Frauen, Kindern, Greisen und Sklaven, und wer noch alles dabei war.

Das ist genau unser Zustand, deshalb gibt es keinen Menschen, der dazu nicht in der Lage wäre – und es ist wirklich möglich das zu tun.

Alles hängt nur von unserer Anstrengungen ab. Denn die einzige freie Handlung, zu der wir fähig sind, ist sich von der Umgebung beindrucken zu lassen.

Wenn wir uns alle ineinander einschließen wollen, und der Einfluss der Umgebung, für den ich selbst verantwortlich bin, den nur ich erwecken kann, und nicht der Schöpfer oder irgendein höheres Programm, von allen erhalten wollen, dann wars das! „Wir werden tun und wir werden hören!“

Aus dem ersten Kongressunterricht, 09.11.2010

Die Zeit zum Zerbrechen und die Zeit zum Zusammensetzen der Einheit

Die Schöpfung muss sich an den Schöpfer in den Eigenschaften angleichen, zu Seiner Stufe aufsteigen, damit sie beide auf der Stufe der Ewigkeit und Vollkommenheit stehen.

Dafür gibt der Schöpfer der Schöpfung einen zerbrochenen Zustand. Genauso wie wir einem Kind die Lego-Steine geben, damit es beim deren Zusammensetzen die Stufe des Erfinders dieses Spiels erreichen kann.

Unsere Geschichte hat in der Welt der Unendlichkeit begonnen, wo der Schöpfer uns als eine gemeinsame Seele, ein gemeinsames Verlangen, erschaffen hat. Dann hat er sie zerbrochen, und wir müssen dieses zerbrochene Verlangen, das sich von seinen Teilen egoistisch abstößt, zu einem gemeinsamen Verlangen, der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer bringen.

Der Schöpfer selbst ist der Gebende. Einerseits hat Er das Verlangen zu empfangen, welches Ihm entgegengesetzt ist, erschaffen, andererseits bietet Er ihm die Möglichkeit, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen. Dann wird es zum Verlangen zu empfangen, um zu geben, wodurch sich die Schöpfung genau an den Schöpfer angleicht.

Die Schöpfung selbst muss diese Korrektur, die Absicht zu geben, erlangen – dann wird sie den ganzen Aufbau der Welt verstehen. Das ist der Grund, warum wir aus der Welt der Unendlichkeit, aus dem Zustand der Vollkommenheit und der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer in unsere Welt hinabgestiegen sind.

Das kann mit dem Zerteilen eines Bildes in einzelne Mosaiksteinchen verglichen werden, die sich vermischen und in eine völlige Unordnung geraten, die dem ursprünglichen Zustand entgegengesetzt ist. So gelangen wir zum untersten Punkt, in diese Welt.

In der Unendlichkeit war das Verlangen vereint, in allen seinen Teilen stimmig und handelte wie ein Ganzes. Nun wurde dieses System in unendlich viele Teile zerbrochen, die verwirrt und in der Dunkelheit versunken sind, die Geschehnisse nicht begreifen und sich voneinander absondern. Die Rede ist von uns in dieser Welt.

Von hier müssen wir wieder aufsteigen und die Vollkommenheit der Unendlichkeit erlangen, unser „Lego“ zusammensetzen, so dass sich alle Seelen wieder zu einer Seele vereinen. Diese Arbeit nennt sich die „Arbeit des Schöpfers“, denn dadurch werden wir Ihm, der globalen, integralen Naturkraft, ähnlich.

Wir durchlaufen eine schrittweise egoistische Entwicklung in unserer Welt, bis wir das Stadium der Entwicklung des Menschen in uns erreicht haben. Und hier beginnt die Natur, Druck auf uns auszuüben, damit wir uns an die Vereinigung machen und die „Mosaik“ zusammensetzen können. Es kommt zu einer Phase der bewussten Teilnahme am Prozess, zur Vorbereitung auf den Aufstieg zurück zur Unendlichkeit.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 08.09.2010

Das harmonische Miteinander…

Eine Frage, die ich erhielt: In welcher Arbeitsphase erreicht der Mensch die Freiheit des Willens?

Meine Antwort: Nur nach der Erlangung der Seele, nach der spirituellen Enthüllung.

Der spirituelle Parzuf ist in zwei Hälften aufgeteilt: die obere – Keter, Chochma, Bina, Chessed, Gwura, das obere Drittel von Tiferet, und die untere – das untere Drittel von Tiferet, Nezach, Hod, Jessod, Malchut, und dazwischen das mittlere Drittel von Tiferet.

Der obere Teil sind Verlangen zu geben, das untere Teil sind Verlangen zu empfangen. Was ist aber die Mitte, der mittlere Teil von Tiferet? – Er gehört weder zum Empfangen noch zum Geben, und genau hier liegt die freie Wahl: was wirst du damit tun?

Doch wie Buridans Esel kannst du dich weder für die eine Seite noch für die andere entscheiden, zerreißt dich in zwei Hälften und bist nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, solange wir nicht enthüllt haben, dass es hier eine Möglichkeit gibt, diese zwei Hälften zu vereinen – damit die obere und die untere Hälfte in der dritten, mittleren Linie zusammenarbeiten!

Ich vereine diese zwei Kräfte: die Kraft des Gebens und die Kraft des Empfangens, und sie beginnen, mich zu lenken. Das nennt sich „Empfangen um zu geben“, wenn diese zwei Kräfte harmonisch miteinander arbeiten.

Darin besteht das ganze Wesen der Wissenschaft der Kabbala und darum heißt sie „Kabbala“ (Empfangen), denn sie lehrt, wie man diese zwei Kräfte, das Empfangen und das Geben, in welcher Form erhält, damit sie einander ergänzen. Und dadurch baust du deine Unabhängigkeit, die wahre Freiheit auf.

Du bist vom Schöpfer unabhängig und Ihm gleichzeitig ähnlich! Du nimmst ein Beispiel an Ihm, bleibst jedoch vollkommen selbständig. Du hast nichts Anderes, woran du ein Beispiel nehmen könntest, denn du erhältst diese zwei Kräfte zwingend. Doch wie du sie annimmst und dich ihnen angleichst, darin bist du vollkommen frei.

Hier, in der Mitte zwischen zwei Kräften, in dem mittleren Drittel von Tiferet ist unsere Seele enthalten, die wir aufbauen.

Die feie Wahl beginnt mit der Enthüllung des Schöpfers. Es steht geschrieben: „Wer gestorben ist, der ist frei“ – das bedeutet, dass, wenn das egoistische Verlangen stirbt, sich zwei Kräfte, das Empfangen und das Geben, gegenüber stehen und du dich zwischen ihnen befindest – und dann bist du frei. Denn du kannst mit diesen zwei Kräften gleichermaßen arbeiten.

Und obwohl du glaubst, dass du zwischen ihnen beiden stehst und nicht weißt, wohin du gehen sollst – das Verlangen zu empfangen einerseits und das Verlangen zu geben andererseits -, doch nur unter der Bedingung, dass die Eine die Andere tötet, gelangst du in einen neutralen Zustand und kannst frei sein.

Und im Moment befinden wir uns allein unter der Macht des Verlangens zu empfangen, wir haben kein Verlangen zu geben. Deshalb, solange wir das Verlangen zu geben nicht erlangt haben, sind wir wie von der Natur gesteuerte Tiere, und wenn wir es bekommen, werden wir frei – und zwar nur, um uns an den Schöpfer anzugleichen und aus uns einen Menschen (Adam) zu erschaffen, d.h. Ihm „ähnlich“ zu werden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

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