Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Neuer Himmel und neue Erde

In dem Artikel „Körper und Seele“ erklärt Baal HaSulam, dass wir in einer einheitlichen Welt leben, aber für jeden teilt sie sich in zwei Teile: in eine offene und eine verhüllte.

Im Laufe der Geschichte haben wir unsere Welt besser kennengelernt: neue Kontinente entdeckt, unbelebte Natur erforscht, Flora und Fauna, das Weltall. Die Wirklichkeit öffnete sich vor uns immer mehr.

Die Kabbalisten behaupten, dass dies noch keine Grenze ist. Wir brauchen nur eine neue Richtung. Mit dem Geben im Visier wird sich der Frequenzbereich unserer Eigenschaften und Empfindungen weiten, und dann beginnen wir, die Realität wahrzunehmen, die wir jetzt noch nicht sehen können.

Heute erwacht in vielen ein neuer innerer Impuls, ein Bedürfnis, die versteckte Realität zu enthüllen.

Früher hat der Egoismus den Menschen die ganze Zeit zur Erforschung unserer Welt angeregt, um darin neue Genüsse, eine Fülle mannigfaltiger Formen zu finden. Jetzt, wo wir andere Möglichkeiten ausgeschöpft haben, wollen wir die verhüllte Realität zur Erscheinung bringen.

Um uns hierbei zu helfen, haben Kabbalisten Bücher geschrieben. Das grundlegendste Buch, mit dessen Hilfe wir unsere Empfindungen auflösen  und das Versteckte finden können, ist das Buch Sohar.

Wenn wir das Buch Sohar lesen, sollen wir weniger auf den Inhalt des Textes achten; denn wir verstehen noch nicht so richtig, wovon hier die Rede ist. Vielmehr sollen wir danach streben, was dieses Buch uns geben kann.

Der Sohar bringt uns die Enthüllung vom „neuen Himmel und neuer Erde“. „Die Erde“  ist das Verlangen, „der Himmel“ ist die Stufe von Bina, vom Geben, auf welcher wir die Durchführbarkeit des Gebens sehen werden.

Deshalb: im Unterricht denken wir daran, wie wir die Wahrnehmung erweitern, die Augen öffnen und in unsere Empfindungen den noch verdeckten Teil der einheitlichen Welt hineinlassen können.

Aus einem Sohar-Unterricht. Vorwort, 30.11.2010

Der Schöpfer empfindet keine Finsternis

Der Schöpfer wirkt auf uns nur mittels des Lichtes. Das Licht wirkt auf die Wünsche/Kelim, welche je nach ihrem Zustand, besser oder schlechter empfinden, eben entsprechend ihrer Gleichheit mit dem Licht. Hier gilt das Gesetz von der Ähnlichkeit der Eigenschaften.

Wenn ich dem Licht ähnlicher bin, fühle ich mich besser. Je schlechter ich mich fühle, bzw. je mehr ich leide, desto mehr Unterschied ist zwischen mir und dem Licht. Aber, dies ist die Handlung des Höheren Lichtes.

Die Finsternis die ich empfinde, ist auch Licht, welches auf mich einwirkt. Nur wird es infolge der Ungleichheit der Eigenschaften in Form von Finsternis empfunden. Anstelle von Licht „Or“ fühle ich Dunkelheit „Orta“.

Der Schöpfer jedoch empfindet keine Finsternis. Wenn Er mit ein wenig mehr Licht auf uns einwirkt, fühlen wir uns sofort schlechter. Weil wir in diesem Licht einen grösseren egoistischen Wunsch offenbaren, wonach Dunkelheit eintritt.

Somit steht unser Wunsch dem Licht entgegen. Mit anderen Worten, mit Hilfe des Lichtes offenbare ich die riesigen Wünsche, denen gegenüber sich die grossen Genüsse an einer vor mir verborgenen Stelle befinden, aber dennoch fühle ich mich schlecht.

Dies kann sich sowohl mit gesundheitlichen Problemen, als auch im Mangel an unterschiedlichen Dingen zum Leben, an schlechter Stimmung oder innerer Unruhe bis hin zur Unlust zu leben überhaupt, ausprägen. Aber alles das, ist ein Ergebnis von der Einwirkung des Lichtes !

Wenn das Licht zu den vorbereiteten Wünschen/Kelim kommt, dann wird es in Form von Genuss empfunden, weil es sie ausfüllt. Sind die Kelim allerdings noch nicht bereit, dann wird Leiden empfunden.

Aus dem Unterricht über einen Brief von Baal HaSulam

Virtualität ist kein Hindernis

Eine Frage, die ich aus dem englischsprachigen Blog erhielt: Ich besuche regelmäßig die kabbalistische Internetseite, lese den Blog, Fragen-Antworten durch, schaue mir Videos an. Im realen Leben habe ich keine Freunde außer meinem Mann. Mit Menschen, die Kabbala studieren, habe ich nur virtuell Kontakt. Kann ich mich auf diese Weise der Gruppe anschließen?

Meine Antwort: Die wahre Grundlage der menschlichen Kommunikation ist in Wirklichkeit auch nicht physisch, sondern „virtuell“: die Menschen vereinen sich immer um ein gemeinsames Ziel herum. Je mehr sie vom Ziel ergriffen werden, desto stärker ist ihre Einheit. Wir sehen das sogar in unserer Welt.

Für diejenigen, die das verstehen, ist die „Virtualität“ der menschlichen Kommunikation in unserer Gemeinschaft, in den Gruppen, viele von denen weit voneinander entfernt lebende Menschen verbinden, nicht nur nicht störend, sondern im Gegenteil hilfreich für die Klärung von Kommunikationszielen, für das Bestreben danach, dieses Ziel stärker werden zu lassen, damit es möglichst viele Menschen erfasst. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

„Den Fisch“ wirst du nie mühelos fangen können

Jedem Menschen kommt es so vor, als ob der Schöpfer ihn im Vergleich zu den anderen Menschen bevorzugen würde.

Es ist für jeden eigen. Denn jeder empfindet, dass er von der besonderen / eigenen Höheren Wurzel stammt.

Und da er in den Anderen diese Wurzel nicht empfindet, scheint es ihm so zu sein, dass er – einzigartig ist. So funktioniert die Kraft des Zerbrechens eben.

Aber es gibt auch was Gutes daran, man muss diese Empfindung der Besonderheit nur richtig verwenden können.

Mit anderen Wörtern, statt sich als den Sohn des Königs zu empfinden, der im Palast geboren ist, muss der Mensch mittels eigener Bemühungen die Stufe „des Sohns“ („Ben“) erreichen. Dass ist die größte und die schwierigste Arbeit.

Der Mensch soll auf seine „Einzigartigkeit“ verzichten, die er sich selbst erdacht hat, sich von allen Ausreden und den Hoffnungen verabschieden, als ob für ihn alles sowieso vorbestimmt wäre, und verstehen, dass „ohne Anstrengungen nichts gefunden wird“.

Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam, 26.11.2010

„Es ist schwierig, Gott zu sein“

Eine Frage, die ich erhielt: Das Vorhaben der Schöpfung ist grandios, und ich bin dieser kleine einfache Mensch, hat mein Gedanke auch eine Bedeutung?

Meine Antwort: Du weißt einfach nicht, wer du bist, weshalb du auch denkst, dass du klein bist und niemanden beeinflussen kannst.

Aber wenn du beginnen wirst, die spirituelle Treppe hinaufzusteigen, dann wirst du sofort entdecken, dass du eine Möglichkeit hast, das ganze Vorhaben der Schöpfung anstelle des Schöpfers zu übernehmen, und sich gegenüber dem ganzen Geschöpf so zu verhalten, als ob du Er wärst.

Sieben Milliarden Menschen, die unendliche Anzahl der Sterne und der kosmischen Objekte, Flora und Fauna und der eine Schöpfer! Du willst an Seiner Stelle sein und sich zu allen genauso wie Er zu verhalten? Bitte! Wenn du bereit bist, Ihn zu ersetzen, dann hast du diese Möglichkeit. Das heißt eben mit Ihm zu verschmelzen, Ihm gleich zu werden. Das heißt es, ein Mensch zu werden.

Deshalb sagen wir, dass der Schöpfer sich mit dem Guten und der Liebe zu den Geschöpfen verhält, und wenn ich wie Er sein möchte, dann soll ich mich genauso wie Er gegenüber den Geschöpfen verhalten.

Deshalb existiert das Gesetz – „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Wenn ich mich gegenüber meinem Nächsten mit der Liebe verhalte, dann gleiche ich mich an den Schöpfer an, befinde mich in der Verschmelzung mit Ihm. Dann erfülle ich dieselbe Handlung, die Er bezüglich der anderen Menschen erfüllt.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 21.10.2010

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Entferne deinen Schatten

Wir sollen uns jeden Augenblick bewußt sein, dass es Jemanden gibt, der über uns die Handlungen ausführt.

Du gerätst jetzt in Bewegung und fragst und willst etwas. Wer ruft in dir diese Wünsche und solche Handlungen hervor? Genau das mußt Du das offenbaren.

Indem du allmählich die einheitliche Kraft enthüllst, die in der ganzen Schöpfung gilt, veränderst du die Instrumente deiner Wahrnehmung: deine Empfindungen und deine Vernunft. Du wirst sensibler, kannst besser das Geschehende feststellen und unterscheiden, verstehst besser die Handlungen des Schöpfers.

Plötzlich siehst du eine riesige Welt, die viel breiter, tiefer und komplizierter in allen ihren Aspekten ist. Das alles wird bezüglich deiner Wahrnehmung anders. Später wirst du verstehen, dass du dich selbst veränderst, wobei von außen alles unveränderlich bleibt.

Folglich wirst du offenbaren, dass du nur den Schöpfer siehst. Weil es niemanden und nichts, außer Ihm gibt. Und das, was deine Welt betrifft, ist in Wirklichkeit dein Schatten. Es dauert so lange, bis du den Zustand erreichst und bis dieser Schatten verschwindet.

Mit anderen Worten, um die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erreichen, muss man durch viele Veränderungen gehen. In deiner Wahrnehmung heißen diese Veränderungen „die Welten“: Аsija, Jezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon und die Welt der Unendlichkeit. Das sind die Stufen deiner Wahrnehmung der Realität, welche dir in einer immer wahrhafteren Art vorgestellt wird.

Was hat sich dann verändert? Nur deine Wahrnehmung. Du veränderst deine Sinnesorgane und siehst, wie dir der Schöpfer allmählich geöffnet wird, wie das Weltbild einen immer deutlicheren Charakter erwirbt, wahrhaftiger, beständiger und ewiger wird.

Alles hängt nur von dem Ort ab, aus dem heraus du die Welt, bezüglich des Lichtes der Unendlichkeit beobachtest.

Im Endeffekt beginnst du, zu verstehen, dass der Schatten, den du sahst, alle diese Verhüllungen, die Welten nur für deinen Nutzen erschaffen wurden.

Wenigstens sahst du irgendwelche Konturen, eine gewisse Zeichnung, die du entfernen musst, d.h. dem Schöpfer innerhalb dieses Schattens ähnlich zu werden, damit er veschwindet.

Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam, 26.11.2010

Beeile dich, solange der Fernseher nicht abgeschaltet wird!!

Frage: Wenn es kein Leben nach dem Tod gibt’s, warum schreibt der Sohar, dass nach dem Tod die Seele in den Himmel aufsteigt, und die Engel sie zum höheren Gericht führen uws.?..

Antwort: Der Sohar sagt überhaupt nichts über den materiellen Körper aus! Er sagt etwas über den Tod des Egos, und dann fangen die höheren Kräfte an zu wirken, welche „Engel“ heißen.

Sie nehmen mein Verlangen des Genusses von beiten Seiten: der Rechten- und der Linken Linie, und heben es „auf den Flügel“ (Schirmen) hoch auf den1-sten, 2-ten, 3-ten „Himmel“, so wie die verschiedenen Ebenen der Bina heißen, wo ich beginne, mehr und mehr, die Eigenschaften des Gebens zu bekommen.

So heben mich die „Engel“ in den „Himmel“ – zur allgemeinen Eigenschaft von Bina, und dort decke ich auf, dass sich dahinter noch ein Schloss des Schöpfers befindet. Bina schließt in sich die Eigenschaften von Malchut ein, das nehmende Verlagen innerhalb der Gebenden und dank dessen, decke ich den Schöpfer auf.

Aber ist es mit meiner materiellen Welt und den physischen Sinnesorganen verbunden, mit dem Leben und dem Tod disees lebenden Körpers? Es scheint mir nur, dass dies existiert – in Wirklichkeit gibt es dies nicht!

Existiert denn überhaupt etwas real hinter dem Bild auf dem Bildschrim des Computers? Dies sind nur elektronische Signale, Kräfte, Vektoren, welche dir solch ein Bild zeichnen. Und genauso wird dir dieses dreidimensionale Bild gezeichnet, welches du als diese Welt empfindest.

Es gibt sogar schon solche Lasergeräte, welche die dreidimensionale Darstellung in der Luft erzeugen, als ob uns lebende Menschen umgeben, welche miteinander reden.

Vollkommene Illusion der Empfindung – unmöglich mit der Hand zu berühren, weil alles „in die Luft gezeichnet“ ist. Aber es scheint sehr „Wirklich“, wie die Illusion unserer Welt.

Genau so sehen wir unsere Welt – und sie existiert nicht! Und welches Leben nach dem Tod sollte es hier geben? – Der Fernseher wurde ausgeschaltet und das wars… – wenn du kein Verlangen gehabt hast „während des Lebens“ die höhere Welt aufzudecken. Denn dafür wird der Tod des Körpers nicht gefordert – es gibt keine Verbindung des Einen mit dem Anderen.

Aus dem Unterricht der Lektion „ der Körper und die Seele“, 25.11.2010

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Der Verstand oder der Wunsch – wer ist der Anführer?

Eine Frage, die ich erhielt: Ist es richtig den eigenen Zustand mit Hilfe des Verstandes zu klären: Warum ich mich gerade in solch einem Zustand befinde, woher er gekommen ist, was ich damit mache?

Meine Antwort: Mit dem Verstand kann man nichts klären, weil der Wunsch dem Verstand vorausgeht.

Denke nicht, dass der Verstand unabhängig vom Wunsch existiert, dass du mittels des Verstandes, den Zustand/Wunsch misst. Die Vernunft wird also vom Wunsch gelenkt.

Manchmal sagt dir die Vernunft das Eine, und manchmal – das Andere, immer deinem Wunsch entsprechend. Wie kannst du dich dann auf die Schlussfolgerungen des Verstandes verlassen?

Wie entwickelt sich in uns, eigendlich die Vernunft? Infolge dessen, dass ich die ganze Zeit etwas machen will, etwas erreichen und bekommen will – habe ich meinen Verstand aufgebaut. Die Vernunft ist also ein Erwerb.

Aber wenn das Licht kommt, dann ermöglicht es uns, hinaufzusteigen: d.h. wir werden weder durch die Vernunft, noch durch den Wunsch gelenkt. Das Licht beginnt, über uns zu herrschen, erhebt uns, gibt uns die Kraft.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar haKawanot“, 29.11.2010

Das Röntgenbild meines „Egos“

Wir glauben, dass wir uns in einer Welt befinden, die lebt und existiert, dass sie beständig und alles in ihr ziemlich stabil ist. Wir lassen noch nicht einmal die Vorstellung zu, dass alles Sichtbare und Wahrnehmbare unbeständig und relativ ist.

Die Menschheit war immer der Meinung, dass die Welt tatsächlich existiert und der Mensch in ihr lebt. Diese Meinung wurde dadurch bestärkt, dass die Menschen alles, was sie umgibt, unseren Planeten, die Sterne und die Galaxien gesehen haben.

Und obwohl der Mensch zur Welt kommt, lebt und stirbt, bleibt das alles an der gleichen Stelle weiter bestehen, trotz der Folge der Zeiten. Das heißt, alles, was uns umgibt, existiert außerhalb von uns. Dies wurde von den Menschen jahrtausendelang angenommen.

Doch nun kommt die Wissenschaft der Kabbala und zerstört vollkommen das Fundament, auf dem unsere Wahrnehmung gegründet war, und lässt keinen Stein auf dem anderen. In erster Linie erklärt sie, dass alles, was wir vor uns sehen, sich nicht außerhalb, sondern innerhalb von uns, in unserem Verlangen befindet.

Wenn also diejenigen, die ich vor mir sehe, sich in meinem Kopf befinden, befinde ich mich selbst auch dort. Die Kabbala behauptet, dass das richtig ist und die ganze Wahrnehmung der Realität, die wir im Moment haben, trügerisch ist.

Uns wird erklärt, dass es so ist, als ob es im Hinterkopf einen Projektor geben würde, der alles Wahrnehmbare in Bildern, die scheinbar vor mir ablaufen, wiedergibt. Auf diese Weise würde ich sowohl meinen Körper als auch alles, was außerhalb von ihm geschieht, sehen.

Die Kabbalisten erklären es uns mit absoluter Ernsthaftigkeit und betonen, dass gerade dadurch, dass ich Dinge innerhalb von mir spüre und außerhalb von mir sehe, ich eine besondere Erkenntnis – die Enthüllung des Schöpfers – erlangen kann.

Ich sehe, dass sich alles um mich herum jeden Augenblick verändert und bewegt wird. Dies geschieht entsprechend der Veränderung meiner Eigenschaften und bedeutet, dass ich selbst meine Realität erschaffe.

Die Wissenschaft der Kabbala erzählt uns, dass außer dem Punkt, der als „Ich“ bezeichnet wird, alles Andere das höhere Licht, das Licht der Unendlichkeit, in dem ich mich befinde, ist. Dieses Licht hat eine Eigenschaft: das Geben und die Liebe. Und vor dem Hintergrund dieses Lichts erkenne ich meine Eigenschaften, die ihm entgegengesetzt sind.

Ich glaube, dass außerhalb von mir eine große Welt existiert, in der sich alles bewegt, doch all das wird von meinem Verlangen, meinem Ego, von dessen verschiedenen Eigenschaften projiziert, die mein inneres Bild wie auf einem Röntgenbild zeigen.

Kann ich die Realität verändern? – Ja, ich kann, unter der Bedingung, dass ich mich selbst verändere. Und das ist bereits eine sehr ernsthafte Sache. Das heißt, ich habe in meinem Leben eine Familie, einen Job, die große Welt, und obwohl ich sehe und spüre, wie beständig ich selbst und alles um mich herum ist, liegt es dennoch in meiner Hand, das zu verändern.

Denn wenn ich anfange, mich selbst zu verändern, verändere ich die Welt, weil der Mensch eine kleine Welt ist und alles sich in ihm befindet, außerhalb von ihm ist nur das unveränderbare Licht der Welt der Unendlichkeit.

Also hängt alles vom Menschen ab, und meine Wahrnehmung der Realität hängt allein von mir und von keinem Anderen ab.

Aus dem Vortrag im Auditorium „Kabbala für alle“ vom 23.11.2010

Grad der Reinheit in der spirituellen Arbeit

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet ein Mangel in der spirituellen Arbeit, der bewirkt, dass sich die „unreinen Kräften“ (egoistischen Absichten) an seine Stelle anklammern?

Meine Antwort: Das heißt, wenn ich in meiner spirituellen Arbeit die egoistische Absichten (unreine Kräften) in mir erscheinen und existieren lasse, will ich die spirituelle Daten, Kräfte oder Einsichten egoistisch benutzen.

Dies bringt mich von meinem Ziel ab. Der Grad meiner Achtsamkeit, solche Kräfte nicht zu benutzen, wird „Maß der Reinheit“ in der spirituellen Arbeit genannt.

Es ist nicht so schlimm, wenn ich mich in meinen Absichten irre, allerdings eine Handlung mit einer bewussten Absicht „zu geben um des Empfangens willen“ oder „zu empfangen um des Gebens willen“ heißt unrein. Und der Grad der Reinheit in der Arbeit wird durch die sorgfältige Analyse bestimmt, durch welche ich feststellen muss, dass ich vom Spirituellen für das Materielle nichts stehle.

Es ist besonderes wichtig, in allem, was sich auf das Spirituelle bezieht, kein materielles (egoistisches) Gewinn erzielen zu wollen. Das wird sehr streng geprüft..

Aus einem Unterricht über „Bejt Schaar HaKawanot“, 28.11.2010