Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wozu auf die Schläge warten?

Wenn du durch das Böse das erreichst, wonach du dich leidenschaftlich gesehnt hast, bedankst du dich für das Böse genauso wie für das Gute. Selbstverständlich ist das nicht der Weg des Lichtes, doch so ist die Wirklichkeit.

Wir müssen nur mit Hilfe des Lichts vorankommen, wie geschrieben steht: „In Deinem Licht werden wir das Licht sehen“.

Warum soll ich nicht das Böse noch bevor es zu mir kommt erkennen? Warum nicht den Schlägen vorauseilen? Das ist doch möglich!

Wenn ich mich der Gruppe anschließe, bekomm ich die Erkenntnis des Bösen von meinen Freunden. Nicht das Licht, das von oben kommt, enthüllt mir dieses Übel, sondern ich entdecke/erkenne es selbst.

Indem ich versuche, mich mit ihnen zu verbinden, erkenne ich, wie wenig ich dazu in der Lage bin, ich spüre meine vollkommene Nutzlosigkeit, erhalte jedoch von ihnen zugleich die Wichtigkeit des Ziels, schreie zum Schöpfer um Hilfe – und komme so voran.

Nachdem ich das Umgebende Licht empfangen habe, wende ich mich wieder an die Gruppe, spüre wieder eine Abstoßung ihr gegenüber – und wende mich wieder an den Schöpfer. Von Ihm kommt das Licht, das zur Quelle zurückführt.

Der Schöpfer bringt mich näher zu Sich, hält mich fest. Ich fange an, mehr zu fühlen, zu verstehen, zu erkennen, und komme so voran. Und dann wiederholt sich alles.

Das ist eine unaufhörliche, ununterbrochene Handlung, die mit einer unendlich hohen Frequenz wiederholt wird! Du musst dich ständig darin befinden!

Dabei findet sowohl deine Bitte an den Schöpfer als auch deine Bitte an die Gruppe und das Empfangen des Umgebenden Lichtes automatisch statt, alles läuft eins nach dem Anderen. Du „drückst nur das Gaspedal durch“, um dich in die richtige Richtung zu bewegen. Und wie sich alle diese „Zahnräder im Getriebe“ drehen, interessiert dich nicht.

Wozu also auf die Schläge warten?

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.12.2010

Mein Beitrag

Eine Frage, die ich erhielt: Was kann ich der Gruppe während des Studiums geben?

Meine Antwort: Deine Teilnahme, die Bestrebung zum Ziel, die so stark, wie möglich sind. Es ist die Kraft der Bürgschaft eben, die wir in der Gruppe festigen.

Und besonders – während des Studiums, wenn wir uns vereinigen und das Licht heranziehen, das zur Quelle zurückführt.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 07.12.2010

Wie man Feinde in Freunde verwandelt

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man sich die „unreinen Kräfte“/Klipot vorstellen?

Meine Antwort: Stell dir vor, dass es „liebe“ Menschen, die dich immer loben und dir Geschenke machen, und „böse“ Menschen, die dich immer bestrafen und dir alle möglichen Unannehmlichkeiten bereiten, gibt.

Nun fragt sich, wer von ihnen dir wirklich Gutes tut und wer dir schadet? Alles hängt davon ab, welches Ziel du damit erreichen willst.

Diejenigen, die dich schlagen, enthüllen dir die Wahrheit, indem sie dir zeigen, dass es in dir Eigenschaften gibt, die ihnen verhasst sind. Damit zeigen sie dir die Quelle des Übels, den Grund des Hasses dir gegenüber auf. Wenn du diesen Grund korrigierst, wirst du plötzlich sehen, wie diese feindlichen Kräfte zu deinen Freunden werden!

Was meinst du also, waren sie von Anfang an gut oder böse? – Anscheinend gut!

Und diejenigen, die dir immer Geschenke gemacht und dich immer gelobt haben, haben dich nichts in dir korrigieren lassen. Sie haben lediglich deinen Egoismus befriedigt – also sind sie deine Feinde. Ist das nicht so?

Es ist klar, dass jeder nur „liebe“ Menschen um sich herum haben will, die ihn loben, doch diese lieben Menschen schaden der Welt!

Im Buch Sohar steht geschrieben, dass „ihre ganze Barmherzigkeit egoistisch, für sich selbst, ist“.

Wir müssen die Klipot lieben, den Pharao schätzen! Alle unsere Hasser zeigen uns unsere unkorrigierten Stellen an. Und wenn wir Korrekturen sehen, die wir mit ihrer Hilfe vollbringen können, müssen wir ihnen dankbar sein.

Unsere gesamte Arbeit liegt darin, uns selbst großzuziehen und zu erziehen, bedeutet das Klären von Eigenschaften, die korrigiert werden können, und das Wachstum, das dadurch möglich wird.

Der Hass gegenüber den Klipot bedeutet Kindheit (Zustand des Kleinseins/“Katnut“)! Man muss deren Quelle sehen, denn das höhere Licht kommt durch sie hindurch, durch unsere unkorrigierten Verlangen, und zeigt uns diese Fehler von der Seite, in Form von fremden, unreinen Kräften, Klipot, auf. Das nennt sich „sichtbares Laster“.

Doch im Grunde genommen, schaue ich mich selbst im Spiegel an und sehe mein Gesicht, das mir nicht gefällt! Wem soll ich also die Schuld geben, dem Spiegel oder mir selbst? Klipa ist unser Spiegel. Alle Laster, die sie uns zeigt, befinden sich in unserem Inneren (wie auch die ganze Welt, die wir um uns herum sehen).

Alle Katastrophen und Probleme, mit denen wir konfrontiert werden, von den kleinsten bis zu den größten, sind Projektionen unserer inneren Eigenschaften.

Aus diesem Grund geht es unmöglich ohne Klipot! Wir könnten nichts erreichen, wir würden nichts fühlen, nichts erkennen. Womit würden wir unsere Korrektur beginnen, wenn nicht mit Klipot?

Es ist unmöglich, einen Fehler zu korrigieren, ohne seine Ursache enthüllt zu haben. Und die Rolle von Klipot ist es, uns unsere Fehler aufzuzeigen. Das ist das Nötigste für uns! Wir wissen, dass man die Frucht nur durch die Schale erreicht.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar haKawanot“ vom 06.12.2010

Sie werden es sehen und kein anderer …

Eine Frage, die ich erhielt: Sie erklärten uns, dass der Text, den wir im TES und im Buch Sohar lesen, die Kräfte der Verbindung zwischen uns beschreibt. Könnten Sie ein Beispiel für eine solche Verbindung geben?

Meine Antwort: Wenn du dich in der Spiritualität aufhalten würdest, dann würdest du in der Praxis alles enthüllen, worüber im Buch geschrieben ist. Du würdest die Kräfte der Verbindung zwischen uns, ihre Macht, ihren Charakter öffnen: wie sie funktionieren und sie uns in das Netz verbinden.

Du würdest am Netz dieser Kräfte, an deren Arbeit – am Leuchten der Schechina teilnehmen. Du würdest sehen, inwiefern man daran aktiv teilnehmen kann, wie viel man ergänzen kann. Während des Lesens des Textes, würdest du immer mehr begreifen, wie dieses Netz aufgebaut ist.

Aber wenn du dich nicht im spirituellen Begreifen befindest, dann ist es unmöglich, an dich etwas weiterzugeben. Wie Baal HaSulam in seinem Gedicht schreibt: „Das, was Ihre Augen sehen werden, werden nur Sie sehen, und kein anderer“.

Solange du die Spiritualität noch nicht empfindest, sollst du diese Texte mit der Hoffnung lesen, dass sie dir einst geöffnet wird. Denn wir lesen die kabbalistischen Texte in der Eigenschaft „Segula“ (in der Eigenschaft des Wunders), und nicht in Form der Tatsachen.

Angenommen ich wäre blind und hätte vom Physik-Lehrer über die Gesetze der Optik gehört, wie der Lichtstrahl in mehrere Farben gespalten wird. Ich hätte ihm einfach zugehört, ohne dabei zu verstehen, woran es sich in Wirklichkeit handelt, d.h. nur darüber, dass solche Erscheinungen existieren.

So kann ich lebenslang lernen, und nicht verstehen, worum es sich handelt. Aber wenn ich die besonderen Bemühungen mache und beginne, diese Erscheinungen zu empfinden, dann werden sie zu meinem Leben: „Schmecken sie und überzeugen sie sich, wie gut der Schöpfer ist“. Man muss versuchen, diese Lichter zu bekommen, um deren Geschmack empfinden zu können.

Die wahre Wissenschaft der Kabbala beginnt erst nachdem wir diese Empfindungen haben.

Aus dem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 6.12.2010

Der Wegweiser zum Schöpfer

Eine Frage, die ich erhielt: Gibt es außer einer allgemeinen Bestrebung während des Lesens der kabbalistischen Texte, eine bestimmte Absicht für jedes Wort?

Meine Antwort: Wenn du im spirituellen Begreifen sein wirst, dann wirst du sowohl eine allgemeine Beziehung zum Text, als auch eine einzelne Beziehung zu jedem Wort haben.

Du wirst empfinden, was jedes Wort genau darstellt. Du wirst es leben. Du wirst den Autor begleiten, dieselben Handlungen erfüllen und erkennen, dass deine Handlungen die gleichen sind, wie die des Autors.

Das kabbalistische Buch ist ein Buch der Anleitungen! Du wirst genau seine Hinweise erfüllen, und die beschriebenen Ergebnisse prüfen können – und so kommst du voran, korrigierst deine Seele.

Mit jeder neuen Handlung wirst du den riesigen Genuss bekommen, weil du darin den Schöpfer enthüllen wirst! In jeder Handlung wirst du noch eine Dimension Seiner Beziehung, Seiner Eigenschaft offenbaren. Du wirst also die Handlungen in der Ähnlichkeit mit Ihm begehen, weil Er in dir den Wunsch zu genießen geschaffen hat.

Es ist gesagt: „Aus Deinen Handlungen werde ich Dich erkennen“. Somit ist jede deine Handlung ein ergreifender Genuss!

Aus dem Unterricht nach „Der Lehre der Zehn Sfirot“ „, 06.12.2010

Die dunklen Kräfte sind die Helfer des Schöpfers

Die „Klipot“ (die dunklen Kräfte, „die Schale“) sind das besondere System, das uns nicht erlaubt die Wünsche anzurühren, welche wir noch nicht korrigieren (nicht überwinden) können. Als ob die Klipot Wache stehen würden, wie es gesagt ist: „Die Klipa/Schale schützt die Frucht“.

Wir hassen Klipot und denken, dass es die bösen Kräfte sind – doch in Wirklichkeit, sind sie sogar sehr nützlich. Sie retten uns, beschränken uns, stoßen und schrecken uns ab! Sie bauen vor uns allerlei Hindernisse, die wir nur dann überwinden können, wenn wir dessen würdig werden, was sich hinter dem Hindernis befindet.

Stellen Sie sich vor, was gewesen wäre, wenn ein kleines Kind alles machen könnte, was es will – wie sehr hätte es anderen geschadet. Doch die Natur gibt ihm diese Möglichkeit nicht.

Deshalb gibt es drei dunkle Klipot in den Welten BYА, die gegenüber SaТ de Bina, SA und Malchut stehen: „Der stürmische Wind“ (Ruach seara), „Die große Wolke“ (Anan gadol) und „Das brennende Feuer“ (Esch mitlakachat). Wenn du durch diese hindurch gehst, dann erreichst du die Welt Azilut!

Diese dunklen Klipot beschützen die Heiligkeit. Wir müssen die Klipa überwinden, stärker als sie werden, dann können wir die Heiligkeit empfinden. Und davor muss man sich mit den dunklen Kräften abfinden, solange wir nicht bereit sind…

Deshalb spielt das System der dunklen Kräfte, Klipot, eine ungewöhnlich wichtige Rolle, es ist im Grunde genommen ein Schutzmechanismus. Wir müssen lernen, alles von der Seite des Schöpfers zu betrachten, der nichts vergeblich geschaffen hat.

Aus dem Unterricht über „Bejt Schaar haKawanot“, 6.12.2010

Kabbalisten über das Buch Sohar, T.1

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Rabbi Schimon Bar Yochai und seine Gruppe

Raschbi (der Autor vom Buch Sohar) und seine Generation (die letzte Generation vor der Tempelzerstörung), haben vollständig alle 125 Stufen (Korrektur von unserer Welt bis zu der Welt der Unendlichkeit) erkannt, obwohl es noch vor dem Kommen des Messias (Korrekturperiode, die sich nur jetzt weiterentwickelt, nach 2000 Jahren ) war.

Von ihm und seinen Schülern steht geschrieben: „Der Weise ist einem Propheten vorzuziehen“ (weil der Prophet sagt nur das, was in der Natur liegt, der Weg der Leiden, und der Weise schlägt den Weg der Korrektur vor).

Daher wird im Sohar vielmals gesagt, dass es keine Generation geben wird, die der Generation von Raschbi (in der Höhe der spirituellen Erkenntnis) gleichen wird, bis zur Generation des Messias (von unserer Generation und weiter).

Daher hat sein großes Buch auf diese Welt solch einen starken Eindruck gemacht (es ist in der ganzen Welt bekannt, wie ein besonderes Buch der Geheimnisse der Welten), denn die Geheimnisse der Tora (der höheren Lenkung und ihr Ziel), die darin eingeschlossen sind (in der Form, die sich dem Menschen nach dem Ausmaß seiner Korrektur ändert), umfassen die Höhe aller 125 Stufen.

Baal HaSulam. Artikel zum Abschluss des Buches Sohar

Der Mensch ruft entweder die Erhöhung oder das Fallen der Welt hervor

Die Teile des vom Schöpfer geschaffenen Wunsches, welche fähig sind zur Spiritualität hin aufzuwachen, heißen Israel. Alle übrigen Teile heißen „die Völker der Welt“.

Solche Teile gibt es innerhalb jedes Menschen, seinem Wunsch entsprechend. Die Wissenschaft der Kabbala interessiert sich nicht für die Körper, sondern nur für die Wünsche des Menschen.

Und der Mensch, in welchem der Wunsch zur Spiritualität erscheint, heisst Israel. Wenn dieser Wunsch allerdings wieder erlischt, und sich zwischen anderen egoistischen Wünschen verbirgt, dann kehrt er sofort zu „den Völkern der Welt“ zurück. Und das betrifft jeden von uns.

Der egoistische Wunsch, der als „die Völker der Welt“ bezeichnet wird, teilt sich in zwei Teile : „die Gerechten der Welt“ und „die Schädlinge“, wobei die einen dem Nächsten schaden wollen und die anderen das Erwünschte eben nicht auf Kosten der fremden Menschen erreichen.

So werden alle Wünsche auf vier Gruppen verteilt :

* die egoistischen Wünsche, die „die Völker der Welt“ genannt werden : schädlich oder unschädlich
* die Wünsche die zum Geben hin geneigt sind, welche „Israel“ genannt werden : auf das Geben gerichtet oder nicht

Wen der Mensch sich mit der Kabbala beschäftigt, dann legt er die ganze Welt auf die Waagschale des Guten, weil er durch sein Studium das Höhere Licht heranzieht, wodurch sich die egoistische Welt verbessert. Aber wenn er sich nur mit der gewöhnlichen Tora (der offenen Tora) beschäftigt, d.h. nur mit der der physischen Ausführung der Gebote, dann verstärkt er die Leiden in der Welt (er legt die Welt auf die Waagschale der Schuld).

Ein Zwischenzustand existiert nicht. Deshalb ist jeder Mensch, der mit der Tora verbunden ist auch verpflichtet zum Studium der Kabbala überzugehen. Andernfalls schadet er der Welt.

Darüber erzählt uns das Buch Sohar, wobei Baal HaSulam nur seine Worte erklärt.

Das gesamte System ist so aufgebaut, dass wenn sich Menschen mit einer materiellen Erfüllung der Gebote, ohne Studium

der Kabbala, beschäftigen, dann werden alle übrigen Teile der Seelen die sich nicht mit der spirituellen Arbeit beschäftigen, stärker, und bekommen auch mehr Möglichkeiten ihr Ego zu realisieren.

Das heisst, diese Menschen die sich nur mit der materiellen Erfüllung beschäftigen, rufen alles Böse hervor, das in drei anderen Teilen der Seelen später geöffnet wird.

Und die Seelen, die sich zu den drei unteren Teilen verhalten, verfügen über keine Freiheit des Willens : entweder gut oder schlecht zu sein. Die Wahl liegt ausschliesslich in den Händen der Menschen die sich mit der Tora beschäftigen, sie können die Welt zum Guten oder zum Übel neigen. Und die oberste Gruppe, die welche sich mit der „inneren Tora“ mit Kabbala beschäftigt, hat auch nicht sehr viel Auswahl, wenn sie alles macht was von ihr abhängt !

Die ganze Wahl haben nur die Menschen, die sich ausschliesslich mit der „äusseren Tora“ beschäftigen, sie stellen den problematischten Teil dar. Alles hängt davon ab, wann auch sie beginnen sich mit der Kabbala zu beschäftigen.

Diejenigen, die sich damit beschäftigen könnten und es nicht tun, schaden der Welt. Aber diejenigen, die sich mit der Kabbala beschäftigen, es jedoch nicht mit ganzer Kraft tun, bringen entweder einen grösseren oder einen kleineren Nutzen. Darin liegt jedoch ein grosser Unterschied.

Wenn alle Menschen, in denen es irgendwelche Verbindungen zur Spiritualtät gibt, sich auch nur in einem kleinen Masse mit der Kabbala beschäftigten, dann gäbe es in der Welt kein Übel ! Weder die Krisen, noch andere Probleme. Darin liegt der Schlüssel zum Erfolg,

man müsste weder im Banksystem noch in der Ökologie etwas korrigieren. Nichts anderes wird uns helfen.

Somit sollen sich die Menschen, die sich mit der Tora beschäftigen, auf die „innere Tora“ konzentrieren, dann wird die ganze Welt zum Guten kommen und alle Menschen werden den Wunsch verspüren nur noch die guten Taten auszuüben.
Diese Schlussfolgerung macht das Buch Sohar und die Kabbalisten der nachfolgenden Generationen

Aus einem Unterricht über einen Artikel „Einführung in das Buch Sohar“

Geben bedeutet, Verlangen der Anderen zu erfüllen

Eine Frage, die ich erhielt: Ich kann verstehen, wie man in der materiellen Welt gibt (man kann den Menschen freiwillig helfen), doch ich verstehe nicht, wie man in der Spiritualität geben kann.

Meine Antwort: Und ich verstehe im Gegenteil nicht, wie du in der materiellen Welt geben kannst. Denn alle deine Handlungen führst du aus, weil es dir dabei gut geht, und das gilt nicht als Geben.

In der spirituellen Welt ist der Gebende derjenige, der sich über alle egoistischen Berechnungen, über sein Ego, über die eigenen Verlangen erhebt, dann erlangt er eine neue Kraft, die er nicht hat. Und mit deren Hilfe kann man dann ohne eine rückläufige Verbindung zum eigenen Verlangen geben.

Heute basieren alle deine Handlungen des Gebens jedoch auf egoistischen Berechnungen: wir müssen die Welt und die Umwelt retten, wir müssen den Kranken helfen, weil es dir Schmerzen bereitet, ihre Leiden mit anzusehen, oder weil dir, wenn du morgen, Gott bewahre, krank wirst, auch geholfen werden kann. Doch das kann man nicht als Geben bezeichnen, das ist eine ganz normale egoistische Berechnung.

Wir sind von Natur aus aus einem solchen Material erschaffen, welches wie ein Motor „Kraftstoff“ benötigt. Du willst, dass ich gebe oder etwas tue, dann musst du mich mit „Kraftstoff“ versorgen, sonst werde ich keine einzige Bewegung ausführen können.

In unserem Leben kennzeichnen solche Handlungen den Menschen als gebend, gütig, gutherzig. Doch bei einer spirituellen Überprüfung stehen wir alle als Egoisten da. Alles, was ich in unserer Welt mit meinem Verlangen zu genießen tue, sind Handlungen, die darauf gerichtet sind, mich selbst zu erfüllen. Und dann nehme ich die Welt und mich selbst so wahr, wie wir sie alle wahrnehmen.

Und in der spirituellen Welt enthülle ich, wie ich an die Anderen geben kann, d.h. beginnen kann, die Verlangen der Anderen wie meine eigenen wahrzunehmen. Ich arbeite, um ihre Verlangen zu erfüllen, und ich fühle alles, was sich außerhalb von mir befindet. Während ich im Moment alles, was in mich eindringt, fühle, fühle ich in der spirituellen Welt alles, was sich außerhalb von mir, in den Verlangen der Anderen befindet. Dies ist aber nur möglich, wenn das höhere Licht die Eigenschaft des Gebens in mir erschafft!

Deshalb ist das Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ eine Bedingung bzw. eine Formel für die Wahrnehmung von all dem, was sich außen befindet, sprich für die spirituelle Wahrnehmung.

Die materielle Welt und die spirituelle Welt sind einfach zwei Arten der Wahrnehmung der Realität: entweder das Einsaugen in sich hinein oder der Austritt nach außen durch das Geben.

Aus dem Vortrag im Auditorium „Kabbala für alle“ vom 30.11.2010

Die Schale schützt die Frucht

Es steht geschrieben, dass „die Schale (Klipa) die Frucht schützt“. Diese „dunklen Kräfte“/ Klipa umgeben das Kli/ die Frucht von allen Seiten und schützen sie vor der Außenwelt.

Aber es ist deshalb unverständlich, weil im Bild des Universums, unsere Welt von den höheren Welten umgeben ist, so dass es fraglich ist, wovor die Hülle uns eigentlich beschützt?

Sie beschützt uns von beiden Seiten: sowohl vom höheren Licht, das wir noch nicht bekommen können, als auch von uns selbst, damit wir nicht nach außen heraustreten.

Aber wenn der Mensch, der sich in dieser Welt befindet, solchen Wunsch erreicht, der diese Schale locht und dadurch in die höhere Welt hinausgeht – dann bitte! Klipa bewacht mich und gibt mir solchen Widerstand, gegen den ich die ausreichende Kraft ansammeln kann, um in der höheren Welt standzuhalten und darin zu leben.

Und andererseits beschützt sie mich vor der viel zu starken Einwirkung der höheren Welt, damit ich diese nicht empfinde, weil sie mir sonst schaden kann.

Somit ist die Nahrung des Höheren, ein Gift für den Unteren. Für Ihn ist es das Licht des Gebens, dem ich sofort entlaufen werde, weil es mir so verhasst sein wird. Ich kann ihm nicht widerstehen, dieses Licht werde ich in Form der furchtbaren Finsternis empfinden.

Sie erinnern sich an die Finsternis und die Abtrennung, die sie am ersten Tag des Kongresses empfunden haben? Was war es denn? – Nur die kleine Berührung des Lichtes des Gebens. Uns wurde ein wenig Licht geöffnet und wir haben es wie etwas Abstoßendes, Dunkles, Kaltes empfunden, und haben entschieden: „Nein, alles Andere, nur das nicht!“

Aber warum?! Weil Er – der Gebende ist, und ich – der Bekommende bin. Der Pharao steht gegenüber dem Schöpfer, und in Ägypten gibt es das ganze Licht, das von uns wie die ägyptische Finsternis empfunden wird

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar a-Kawanot“, 05.12.2010