Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Schechina zwischen uns offenbaren

Der Sohar offenbart uns die Schechina, die Verbindung zwischen uns, in allerlei Formen und Gestalten. Diese Verbindung wird anhand verschiedener Sprachen und unterschiedlicher Situationen beschrieben.

Wenn wir uns wünschen, uns diesem Zustand, über welchen wir lesen, anzugleichen, ohne das Verständnis worüber wir lesen und worum es sich eigentlich handelt, dann bedeutet dies, dass wir uns wünschen, in Erkenntnis dessen zu sein, was wir studieren. Wir streben danach, in diesem Netz, in einer gemeinsamen Seele, worin der Sohar offenbart wird, in der Versammlung der Seelen, die nach dem Schöpfer streben, in der heiligen Schechina zu,sein. Unter „Heilig“ versteht man, dass dieses Netz sich auf dem Niveau des gegenseitigen Gebens, in der gegenseitigen Bürgschaft befindet.

Wenn wir den Sohar mit der Absicht lesen, den Schein der Schechina zwischen uns zu offenbaren, dann wird das Licht zu uns herangezogen, das zur Quelle des Guten, zum Schöpfer, zurückführt. Dieses Licht wird aus denselben Zuständen herangezogen, die sich hinter den Wörtern des Sohars verhüllen. Und wir wollen uns demselben Netz in der richtigen Verbindung zwischen uns annähern.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 30.08.2011

Ihr fragtet? – Ich antworte…

Eine Frage aus dem englischen Blog: In Anbetracht der Leiden und der Schläge, die auf die Welt zukommen, wann werden wir als Gruppe beginnen, uns physisch auf die globale Massenkrise vorzubereiten? Ist es nicht höchste Zeit, über den Kauf von gemeinsamen Grundstücken nachzudenken, wo wir als kabbalistische Gemeinde von den selbst erzeugten Lebensmitteln leben?

Meine Antwort: Wir dürfen uns nicht von der Welt abkapseln, sogar im Gegenteil, wir müssen mit der Welt verbunden sein, um sie zur Korrektur zu führen. Außerdem benötigen wir für das richtige Ansiedeln die Tatsache, dass die Mehrheit von uns die Eigenschaft des Gebens und der Liebe erworben hat, sonst werden wir Kibbuze, Kolchosen und nicht die Gesellschaft der Zukunft, eine kabbalistische Gemeinde, bauen.

Zwei Pole, die sich im einem Visier verbinden

Frage: Was ist „die Wahrheit und der Glaube“?

Meine Antwort: Die Wahrheit ist eine gerechte Belohnung und Strafe, wenn ich für meine Arbeit eine gerechte Entlohnung erhalte.

Wir sehen jedoch, dass unser Leben nicht immer auf solchem Prinzip basiert. Derjenige, der viel arbeitet, verdient nicht unbedingt mehr als die anderen. Wenn es anders gewesen wäre, dann wäre die Welt verhältnismäßig gerade.

Um uns aus dieser egoistischen „Geradheit“ herauszuziehen, spielt der Schöpfer mit uns und verwirrt uns sehr. Deshalb sehen wir, dass die gerechte, wahrhafte Belohnung nicht immer gilt und es einen Ort für den Glauben gibt, das heißt, für die Hoffnung auf den Erfolg, auf die Höhere Hilfe, welche über meinem Verstand liegt.

Der Glaube zerschlägt das Prinzip der gerechten Wahrheit. Deshalb werden die Menschen in dieser Welt so verwirrt und hoffen auf das Wunder und den Segen, auf die zauberhafte Heilung. Und auf dem spirituellen Weg existiert dieselbe Verwirrung: einerseits wird alles im Maß der Bemühungen gegeben, und andererseits hängt alles vom Erfolg ab.

Und der Mensch soll daran arbeiten, dass diese zwei Prinzipien ineinander verschmelzen, wie es geschrieben ist: „Deine gesamte Nachkommenschaft wird von Isaak stammen, aber bringe sie zum Opfer“. Das heißt, du wirst einerseits sehen, wie Isaak deine „Enkel gebärt“, die neue Generationen bis zum Ende der Korrektur, und andererseits wird gefordert, die Nachkommenschaft zu vernichten. Wie ist es möglich?

Es ist für uns heute unverständlich, aber darin besteht das erste Prinzip des Eintritts in die spirituelle Welt, das Abraham erklärt wurde. Der Mensch korrigiert seine Sehkraft und wird zum ersten Mal fähig, zwei Gegenteile zu vereinen.

Das bedeutet, dass er auf die erste spirituelle Stufe steigt und das Höhere Prinzip versteht, nach dem sich zwei Gegenteile zu einem Ganzen verbinden. Und jetzt begreift er, dass er ab sofort gleichzeitig mit dem Verstand sowie mit dem Glauben über dem Verstand, mit dem Hass, arbeiten soll, da die Liebe alle Sünden zudeckt.

Wenn der Mensch beginnt, dieses Prinzip zu begreifen und es bei seiner Arbeit berücksichtigt, sogar ohne irgendeine Realisation, dann stößt er auf keine schweren Hindernisse mehr, die ihn nicht vorankommen lassen. Er fühlt, dass genau diese Hindernisse ihm helfen, und er sieht in allen diesen Gegenteilen eine Möglichkeit, hinaufzusteigen. Folglich beginnt sein Aufstieg.

Und umgekehrt: „Der Stolz demütigt den Menschen“. Wenn er diese Bedingung nicht berücksichtigt und nicht gewillt ist, zwei Gegenteile zu einem Ganzen zu verbinden, dann sieht er ein riesiges Hindernis vor sich. Und deshalb verlässt er seinen Weg.

Deshalb ist es so wichtig, sich direkt an die Welt der Unendlichkeit zu richten und zu begreifen, dass die Differenz zwischen dieser Welt und der Welt der Zukunft in unserer Fähigkeit liegt, zwei Pole zu einer Einheit zu verbinden. Sie gibt uns die Richtung an, wie im Visier.

Dieses Prinzip äußert sich unterschiedlich: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind einheitlich“, der Aufstieg und der Abstieg sollen sich zu einem Ganzen verbinden, die Gruppe und ich sollen gemeinsam arbeiten, damit ich sie während des Aufstiegs ausfülle und von ihr die Kraft während des Abstieges bekomme, das heißt, sie soll zum „Regler“ meines Stromes werden.

Daraus entsteht die folgende Beziehung zu dieser Welt: du sollst keine Eigenschaft, weder in dir selbst noch in der Welt, zerstören. Sie alle müssen korrigiert werden, um über die Korrektur hinaufzusteigen und sich mit dem Schöpfer verbinden zu können.

Wir können in unserer Welt kein gutes Leben und keine gerechte Gesellschaft aufbauen, wenn wir uns untereinander nicht gleichmäßig verbinden. Das heißt, jeder wird nach seinen Möglichkeiten für das Wohl der Gesellschaft arbeiten und von ihr nur das Notwendige bekommen.

Es ist aber unmöglich, diese Bedingung einzuhalten, wenn wir die Verschmelzung mit dem Schöpfer nicht
anstreben. Die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, die unsere entgegengesetzten Eigenschaften verbindet, ist Voraussetzung für den einheitlichen, unendlich vollkommenen Zustand.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 23.08.2011

Sich bis zu einem gewissen Punkt einschränken

Frage: Was meinen wir mit „Einheit“, wenn wir die Welt ansprechen?

Meine Antwort: Sich entsprechend der Ausssage „Gegenseitige Bürgschaft“ zu verbinden bedeutet, wie ein Mensch mit einem Herzen zu sein. Wir gehen durch zwei Phasen, um Herzen zu einem zu vereinen, alle Verlangen in einem Verlangen zu einigen, so wie es vorher war, vor dem Zerbrechen der Kelim.

In der ersten Phase neutralisieren wir den Willen um des Empfangens willen und verwirklichen dabei die Bedingung von Chafez Chessed, die lautet: „Tue keinem anderen an, was dir selbst verhaßt ist“. Aufgrund dessen urteile ich über niemanden mehr, wie gut oder schlecht er ist, inwieweit ich ihn ausnutzen, kontrollieren oder betrügen kann.

Ich ersuche auch keinen Vorteil mehr von der Welt, ich will einfach nichts mehr. Sobald ich die gesamte Größe und Tücke meines Übels erkannt habe, welches mich dazu bringt, anderen immer zu schaden, sehne ich mich danach, den Einsatz meiner Verlangen maximal klein zu halten. Ich möchte nur Dinge, ohne die ich nicht auskommen kann, das Allernotwendigste, und hoffe, dass ich dann die Eigenschaft des Gebens erreiche.

Ich möchte ein Punkt werden, wie Malchut, die in Bina eingeschlossen ist. Nur ein Punkt. Es ist, als ob ich nicht existiere. Mein „ich“ ist in Bina eingeschlossen und ihr ergeben, wie ein Samentropfen im Mutterleib.

Ab jetzt bin ich nur ein Tropfen, der nicht aus eigener Kraft existiert, sondern wegen des Oberen.

Dies ist die erste Phase, in der unsere Herzen noch nicht vereint sind, doch stoßen sie sich auch noch nicht gegenseitig ab. In der nächsten Phase nähern sie sich, wie geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Von ganzem Herzen (ich habe kein anderes Werkzeug) untersuche ich das Herz meines Freundes und sehe, wieweit ich ihn erfüllen und von ihm empfangen kann. Mein Herz arbeitet vollkommen darauf hin, seinem Herzen zu dienen und es zu erfüllen, und er behandelt mich ebenso. Dies ist die Einheit, die wir erreichen, wenn wir das Prinzip von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ durchführen, und dabei wie ein Mensch mit einem Herzen werden.

Auszug aus dem 5. Teil der Täglichen Kabbala Lektion, 27-7-2011, Der Friede.

Die komplizierte Einfachheit des Kreises

„Die geraden Sefirot“ (Yoscher) und „die runden Sfirot“ (Igulim) unterliegen den entgegen gesetzten Gesetzen: unter den geraden Sefirot ist die innerste am wichtigsten, und unter den runden ist die äußerlichste am wichtigsten. Und dieses Gegenteil in den Eigenschaften der runden Sefirot verwirrt uns sehr.

Wir verstehen das Empfangen und das Geben erst dann, wenn das Empfangen dem Geben entgegengesetzt ist, so wie es in den geraden Sefirot ist. Aber die runden Sefirot haben mit dem Empfangen und dem Geben nichts Gemeinsam, sie haben keinen Schirm, es sind die Verlangen, die vor der Beschränkung, sowie vor dem Schirm existierten.

Und deshalb werden wir in dieser Welt so verwirrt, weil wir darin zwei Arten der Einwirkungen unterstehen: seitens der Kreise und seitens der Geraden.

Seitens der Geraden ist alles klar und einfach: es gibt die obere Spitze und die untere, wobei unten das Böse, das Empfangen, und oben das Gute, das Geben ist. Unabhängig davon, in welchem Punkt der Linie ich mich befinde, kann ich messen: über welche Kraft ich verfüge (wie viel „Kilogramme“, welchen Schirm), welches Licht ich habe (wie viel „Liter“ oder “ Lumen“).

Deshalb habe ich in der geraden Linie keine Fragen: ich stieg auf irgendeine Höhe hinauf und habe sie gemessen. Hier gilt die einfache spirituelle Physik, und alle Berechnungen sind in meinen Händen. Es gibt die Kraft, den Schirm, die Deckung, und das Verlangen: wie viel man bezahlt hat, soviel hat man bekommen. Alles ist klar.

Aber „in den Kreisen“ weiß ich nicht, was zu machen ist, nichts ist klar… Es gibt weder Unten, noch Oben, kein Links und Rechts, es gibt keine Unterschiede, nach denen ich meinen Zustand bewerten kann.

„Die runden Bereiche“ befinden sich dort, wo ich noch nicht geboren wurde, lange bevor ich begann, zu verstehen. Als ob ich mich im Mutterleib befinde würde, und dort „die runde“ Lenkung gelte, und ich mich ganz aufheben würde: mir wird alles gegeben, alle Abfälle weggenommen, so dass ich nichts selbst entscheide.

Wenn man aber beginnt, von mir etwas zu fordern, auf mich zu drücken, damit ich selbst um mein Leben kämpfe, dann fängt schon „die gerade“ Lenkung an.

Und heute wird uns in der Welt die zweite Lenkung, eine runde Lenkung offenbart. Und wir wissen nicht, was damit zu machen ist. Die Welt wird plötzlich global, integral, alle Menschen sind miteinander verbunden, und ich soll sie alle berücksichtigen, und ich denke: „Warum eigentlich?!“

Ich soll alle berücksichtigen, als ob sie sich in meinen Wunsch, in mein Gefäß einreihen würden, welcher rund ist. Dies ist eine ganz andere Art der Lenkung, weshalb bei uns ein Problem entsteht. Denn diese Lenkung ist allem entgegengesetzt, was wir früher kannten.

Und es handelt sich darum, dass uns „die runden Wünsche“ offenbart werden, die Wünsche der wahrhaftigen zukünftigen Welt. Und deshalb sind wir heute nicht fähig, das Leben in dieser Welt einzurichten, worin die neue höhere Lenkung offenbart wird.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sfirot“ „, 22.08.2011

Zerbreche die Götzen in dir

Unsere Arbeit besteht darin, uns genau vorzustellen, was die höhere Kraft bedeutet. Und auf diesem Wege müssen wir vieles klarstellen. Zuerst stellt sich der Mensch die höhere Kraft als eine Vielzahl von verschiedenen Kräften, göttlichen Gestalten vor; er vergöttlicht verschiedene Naturerscheinungen, die er um sich herum beobachtet.

Er schreibt ihnen menschliche Eigenschaften zu, denn er hat kein anderes Vorbild; er teilt verschiedenen Gestalten göttliche Kräfte zu, was als Götzendienst bezeichnet wird.

Diese Phase unserer Entwicklung ist notwendig, weil wir in unserem egoistischen Verlangen mit einer umgekehrten Realitätswahrnehmung, Empfindung und Analyse existieren. Auf diese Weise klären wir die höheren Eigenschaften, bis wir zur richtigen Sichtweise gelangen.

Ein Beispiel dafür ist der Stammvater Abraham, der zunächst Götzenbilder verkaufte. Im Grunde genommen erzählt seine Geschichte von uns allen. Wir alle beginnen unseren Weg damit, dass wir verschiedene Naturkräfte anbeten, die wir für gut oder böse bzw. teilweise gut und teilweise böse halten. Wir beziehen das auf irgendwelche Menschen, die Umgebung, das blinde Schicksal, verschiedene Zufälle.

Mit derartigen Klärungen sind alle unsere Lebenskreisläufe gefüllt, bis in uns der Punkt im Herzen erwacht. Aber auch mit dem Punkt im Herzen müssen wir noch viele Begriffe klären, die uns der ersten Wahrnehmung der Spiritualität näher bringen.

Noch ist uns unklar, was die spirituelle Realität bedeutet und wer der Schöpfer ist. Und auf dem Weg zu dieser Klärung sind wir dem Einfluss der Umgebung ausgesetzt, die uns vom Weg abbringen und durcheinanderbringen kann; denn noch nehmen wir den Schöpfer nicht wahr und können uns an Ihm nicht festhalten.

Doch letztendlich erreichen wir einen Zustand, in dem alle unsere zahlreichen Auf- und Abstiege und unser ganzes Durcheinander auf irgendeine Weise geklärt, angehäuft und zusammengetragen werden, und wir teilen die Realität in zwei Teile: ich selbst, der Wahrnehmende, und das, was ich wahrnehme. Es gibt nichts anderes!

Und ich kann mich selbst entweder im Egoismus, sprich im Empfangen, oder im Geben wahrnehmen – etwas Drittes ist nicht gegeben. Wenn ich mich im Egoismus befinde, beziehe ich alles nur auf mich selbst und auf meine Welt – dadurch wird mein Zustand bestimmt. Und wenn ich mich in der Eigenschaft des Gebens befinde, dann erfüllt diese mich, was als Schöpfer (Bo-Re) – „komme und siehe“ – bezeichnet wird.

Genau zwischen diesen beiden Eigenschaften befinde ich mich ständig in Klärungen. Schließlich gelange ich zu dem Schluss, dass alles vom Schöpfer kommt, der mit mir spielt, indem Er sich mir mal enthüllt mal sich wieder vor mir verhüllt. Auf diese Weise lässt Er mich Übungen machen, damit ich in meinem Inneren immer feinere und genauere Definitionen dessen aufbaue, was Er ist!

Im Grunde genommen besteht genau darin unsere Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 22.08.2011

Die Warnung im Flüsterton

Wenn ich fähig bin, ein Wort oder eine schwache Andeutung des Schöpfers, die ich verstanden habe bis zur Empfindung des riesigen Leidens auszudehnen, weil ich das Gegenteil von Ihm bin und Angst vor noch größeren Schmerzen habe, dann werde ich schon vorsichtig sein, um die Konfrontation mit Ihm zu vermeiden. Man soll das sogar aus den egoistischen Motiven, für sich selbst machen.

Wenn ich alle diese Zustände für die Erreichung des Gebens benutze und Seine Andeutung, diese weiche Vorwarnung, als eine Art der Erinnerung an die Stelle meines Mangels betrachte, dann kann ich sie in den Aufstieg verwandeln. Die Frage besteht nur darin, um wie viel Angst ich Seine leichte Warnung ergänzen kann, um mein Verlangen sofort ans Gebens zu richten.

Somit hängt alles von meinem Zustand ab. Möglicherweise bin ich sofort bereit meine Kräfte für die Korrektur zu verwenden: mich mit Anderen zu verbinden, zu lernen, das Licht heranzuziehen, das zur Quelle zurückführt, als ob ich schon furchtbar gelitten hätte. Oder vielleicht denke ich, dass alles in Ordnung ist: wenn mir etwas nicht gelingt, dann bin ich wahrscheinlich müde oder krank, so dass ich mich anstelle der Korrektur, mit anderen Problemen beschäftige.

Dadurch verliere ich Zeit und ziehe noch größere Leiden zu mir heran, weil ich nicht bereit bin, anhand der leichten Andeutung aufzuwachen. Folglich leide ich doppelt, sowohl an dem Zeitverlust, als auch an den schmerzhafteren Schlägen. Es dauert so lange, bis sich die Situation so weit verschlechtert, dass ich einfach gezwungen bin, mich von der Stelle zu rühren. Aber wie viel Zeit wurde umsonst verloren und wie stark leide ich! Wie lange muss ich jetzt an mir arbeiten, um aus diesem Zustand herauszukommen!

Und jedes Mal ist mein Zustand niedriger, entfernter von der Spiritualität. Deshalb ist hier die Arbeit seitens der Umgebung notwendig, damit wir ineinander die Sensibilität, die Feinfühligkeit zu den Aufrufen erwecken, die wir jeden Tag, jeden Augenblick hören. Du bist verpflichtet, zu hören, wie sich der Schöpfer an dich wendet, wie Er dich die ganze Zeit warnt, dich erweckt, dir etwas ins Ohr flüstert!

Du sollst Ihm ständig lauschen, dann wird sich in dir die Aufnahmefähigkeit zu Seiner Sprache entwickeln, dazu, wie Er in dir arbeitet und dich anregt, was mit dem Ausspruch „auf der Dicke des Haares“ gemeint ist. Es ist nichts anderes notwendig!

Aber der Gerechte nimmt sogar solche feine Andeutung (so fein, wie ein Haar) sehr ernst wahr, und gibt ihr die große Bedeutung an. Insofern hängt alles nur von unserer Sensibilität ab.

Die Vernunft zu vergrößern bedeutet, die Sensibilität zu vergrößern, um mehr und tiefer wahrzunehmen. Denn wir fühlen die spirituelle Welt gerade deshalb nicht, weil sie für uns zu fein ist, als ob sie unseren groben Organen der Empfindung entwischen würde. Und mit Hilfe von solchen Übungen beginnen wir die spirituelle Realität einzufangen und zu empfinden.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 21.08.2011

Was wird aus uns werden?

Vom Anfangszustand, in dem alle Seelen noch zusammen waren (Σ), sind wir in die Welt des Zerbrechens übergegangen und fielen dann in unsere Welt. Ferner, nach der Entwicklung des Egoismus und der gegenseitigen Durchdringung aller seiner Teile, erreichten wir einen Wendepunkt (1995); von da an müssen wir unser Ego korrigieren, um zu unserem ursprünglichen Zustand zurückzukehren.

Allerdings, während der erste Zustand mit Hilfe des Lichts, des Schöpfers, erschaffen wurde, erschaffen wir den Endzustand selbst. Hier liegt ein großer Unterschied – denn wir werden dem Licht, dem Schöpfer, ähnlich. Genau darin besteht das Schöpfungsziel.

Wir werden ohne Selbstwahrnehmung geboren, wie ein Samentropfen in der Gebärmutter, der noch nichts darstellt. Danach durchlaufen wir eine Vorbereitungsphase, gewinnen an der Kraft des Guten (+) und an der Kraft des Bösen (-), und dank dieser Kräfte können wir uns auf dem spirituellen Weg entwickeln.

Jeder führt seinen eigenen inneren Krieg, und zusammen führen wir Kriege in der Gesellschaft, in der Menschheit, bis wir die Wahrheit enthüllen, indem wir uns in der mittleren Linie bewegen. Dabei ergeben das Plus und das Minus ein Ganzes in uns. Das Minus sind die Kräfte unseres Egoismus und das Plus sind die Kräfte des Lichts in uns. So schreiten wir voran.

Diese harte Arbeit müssen wir bewusst führen. Im Grunde genommen ist es das Wichtigste, was wir tun müssen. Denn wir müssen zu unserem ursprünglichen Zustand zurückkehren, ihn tief in unserem Inneren enthüllen. Dafür werden wir weiser, empfindsamer und entwickelter.

Aus dem heutigen laufenden Zustand heraus beginnen wir, tief in uns hineinzutauchen: in die Welten von Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon – und erfassen letztendlich die Welt der Unendlichkeit (∞). Das Wichtigste, was wir erreichen, ist die Erkenntnis des Bösen in uns.

Denn wir ergründen alles innerhalb unseres Egos. Indem wir es ins Geben verwandeln, tauchen wir immer tiefer ein und enthüllen höhere Welten in ihm, bis es ganz, die ganze Malchut der Welt der Unendlichkeit, die wir im ursprünglichen Zustand hatten, sich durch die Absicht zu geben verwandelt.

So gelangen wir durch den zweiten Zustand, der unseren ganzen Weg mit einschließt, zum dritten.

Nach Baal HaSulam ermöglicht uns die kabbalistische Methodik, das Böse – den Egoismus – in uns selbst zu enthüllen. Indem wir es korrigieren, dringen wir immer tiefer ein und dort, in ihm, offenbaren wir alle Welten, die ganze spirituelle Realität. Denn abgesehen vom Verlangen zu empfangen hat der Schöpfer nichts mehr erschaffen. Durch das Zerbrechen hat dieses Verlangen eine egoistische Form angenommen, und nun müssen wir es zum Geben korrigieren.

Heute nehmen wir uns selbst in einer erbärmlichen, dunklen, begrenzten Realität wahr. Man kann sie nur wahrnehmen, wenn man dem Licht entgegengesetzt ist. Wir sind wie ein Samentropfen, der nicht die geringste Ahnung hat, was aus ihm wird.

Wenn wir jedoch das Licht anziehen, damit es uns entwickelt und unser Verlangen zu empfangen zum Geben verändert, erkennen wir es, wir erkennen den Schöpfer entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, bis unser Verlangen und das Licht einander ähnlich werden.

Aus der dritten Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.2011

Machen wir uns an die Arbeit

Wir müssen heute noch die erste Version unserer „Deklaration der Absichten“ zusammenstellen, in der wir verschiedene Wissenschaftler zitieren, die moderne Krankheit der Menschheit beschreiben und über die Korrektur erzählen.

Noch vor 5-7 Jahren, als ich über die Krise sprach, war keiner damit einverstanden. Bis vor kurzem lachten die Menschen über diese „Spekulationen“. Vor einem Jahr „wurde beschlossen“, dass die Krise zu Ende sei, doch es hat sich sehr schnell herausgestellt, dass dem nicht so ist: Der Zusammenbruch geht weiter, und selbst Amerika setzt zum Sinkflug an.

Aus diesem Grund müssen wir ein klares Bekenntnis unseres Glaubens vorbereiten, um zu zeigen, dass das Wesen der Krankheit das menschliche Ego und deren Heilung die Einheit und die Bürgschaft sind. Die Natur selbst tritt in der heutigen integralen Realität zum Vorschein und fordert von uns, zusammen, in einem gemeinsamen Verlangen zu sein.

Wir müssen unsere Schritte auf diesem Weg klar definieren: Wir bauen die richtige Gesellschaft auf, beginnend mit einer kleinen Organisation, die sich immer mehr erweitert und zu einem riesigen internationalen Bund wird, einem sehr facettenreichen und doch fest verwachsenen. So werden wir uns von der Krankheit erholen.

Ich bitte alle unsere Freunde: Wenn Ihr Informationen, Ideen habt und wenn Ihr diese Botschaft durch Texte, Videos, Lieder, Bilder etc. zum Ausdruck bringen könnt, dann sendet diese bitte an uns, damit wir die vereinte Kraft der Bürgschaft für die Erschaffung der Methode nutzen können.

Aus Liebe zur Menschheit müssen wir mit aller Kraft versuchen, ihr ein Heilmittel zur Verfügung zu stellen, solange die Krankheit noch keine akute Form angenommen hat. Wir alle müssen hart arbeiten, um die Menschen an das Verständnis der aktuellen Geschehnisse heranzuführen.

Aus der dritten Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.2011

Wie groß soll der Pharao werden?

Frage: Wie soll man sich vor Fehlern bewahren, wenn man schon im Voraus weiß, dass man sich von seinen Gefühlen am Gängelband führen lässt und Böses tut? Doch andererseits – müssen wir fallen, um wachsen zu können?

Meine Antwort: In der Tat: „Tausendmal wird der Gerechte fallen und wieder aufstehen“. Nur aus Erfahrung von vielen Stürzen und Enttäuschungen, Bitterkeit und Fehlentscheidungen, für die wir zahlen müssen, gelangen wir schließlich zur einer endgültigen Schlussfolgerung und begreifen, dass wir uns über unsere eigene egoistische Natur erheben müssen. Im Endeffekt erkennen wir, dass wir im Inneren des Egoismus niemals in der Lage sein werden, Verstand und Gefühle miteinander zu verbinden.

Dieses Bild sehen wir heute in der Welt, in allen Ländern. Mit dem Verstand begreift jeder, dass wir in eine schreckliche Krise eintauchen – und dennoch können wir uns selbst nicht stoppen. Das Ego treibt den Menschen voran. Das egoistische Gefühl ist stärker als die Vernunft, und deswegen handelt der Mensch weiterhin entsprechend seinem Ego.

Er kann nichts dagegen tun. Wir mögen uns noch so oft an die Welt wenden und sie warnen, sie wird es nicht hören. Wir tun dies jedoch nur, um allen zu zeigen, dass eine Methode der Korrektur (die Kabbala) existiert. Und wenn sich der Mensch dann angesichts der Tatsachen praktisch davon überzeugt, dass an jeder Ecke die Probleme lauern: in der Wirtschaft, in der Erziehung und in allem anderen – wird er daraus erkennen, dass die Kabbala über die Korrektur spricht. Das Gleiche kann man einfach so tausendmal wiederholen, und der Mensch wird dem kein Gehör schenken.

Die Welt wird diese Entscheidung nicht akzeptieren, bis sie schließlich verzweifelt und begreift, dass ihr Verstand und ihr Gefühl zwei Pole sind, die sich nie verbinden lassen und immer wieder neue Fehler machen werden. Bis dahin wird nichts helfen. Der einzige Weg ist, sich über den materiellen Verstand und die Gefühle zu erheben – im Interesse des spirituellen Ziels. Und dort – in der mittleren Linie – wirst du deinen Verstand mit dem Herzen verbinden können und wirst dann Erfolg haben. Denn sie werden gemeinsam, in einem Gespann arbeiten. Das Herz wird es verstehen!

Und in dieser Welt gibt es so etwas nicht, und wir müssen immer zwischen dem Herzen und dem Verstand, dem Verständnis wählen – eins von beiden!

Jeden Tag werden immer mehr in die Krise hineingezogen. Heute beginnt eine neue Spirale der Krise, und bald wird das spürbar. Ein Schlag, noch ein Schlag und noch einer – und letztendlich wird der Mensch es begreifen. Der gleiche Pharao – unser Verlangen zu genießen, unser Ego – bringt uns auf diese Art und Weise dem Schöpfer näher, zwingt uns zu verstehen, dass wir uns vor ihm verstecken müssen.

Der Pharao weiß quasi selbst, dass die Söhne Israels am Ende vor ihm flüchten werden. Warum sollte er sich also diesen Schlägen aussetzen? Er ist aber so beschaffen, dass er sich selbst zu diesen Schlägen bringt. Der Mensch leidet, und ihm bleibt keine andere Wahl, als vor dieser bösen Macht zu fliehen.

Der Pharao ist eine umgekehrte Widerspiegelung des Schöpfers in uns. Die Frage ist nur, wie groß er werden soll, damit wir uns zu einer Flucht vor ihm entschließen. Das hängt bereits von der Verbreitung der Kabbala, vom Verständnis, von unserer Verbindung in der Gruppe ab.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 08.08.2011