Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

„Den bösen Blick“ in den Segen umwandeln

Der Unterschied zwischen dem „guten Blick“ und dem „bösen“, zwischen dem Segen und dem Fluch, besteht darin, dass die Offenbarung ohne meine Bemühungen, ohne das geeignete spirituelle Gefäß erfolgt. Oder – ich bereite das Gefäß, mein Verlangen, für die Enthüllung vor.

Wenn die Offenbarung ohne mein fertiges Verlangen, ohne das passende Kli erfolgt, dann empfinde ich die Finsternis, die Verhüllung des Höheren. Wenn aber mein Verlangen zuerst enthüllt wird, dann spüre ich darin später das Licht, die Offenbarung. Es gibt keinen anderen Unterschied zwischen dem Fluch und dem Segen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 30.08.2011

Wir leben in einer Welt, die noch nicht existiert!

Alle höheren Welten, das Zerbrechen und der Abstieg von oben nach unten bis zu dieser Welt, und dann die Entwicklung in dieser Welt bis zu unserer Zeit, das alles darf man noch nicht als die Schöpfung bezeichnen! Erst jetzt, wenn wir endlich beginnen, selbst etwas zu offenbaren und zu unserer vorherigen Entwicklung aktiv beizutragen, dann kann man sagen, dass wir uns dem Anfang der Schöpfung annähern. Jene Stufen, die wir jetzt beginnen zu realisieren, verwandeln sich in eine reale Wirklichkeit.

Und alles, was davor war, die vier Stadien des direkten Lichtes, Malchut der Welt der Unendlichkeit, die ganze Ausbreitung der Welten bis zu unserer Welt, die Geburt unseres Universums, der Erdkugel und der Menschheit mit ihrer ganzen Geschichte bis zum heutigen Tag, das alles gleicht dem Korn, innerhalb dessen das ganze Programm, der ganze Prozess im Potential eingeschlossen ist. Denn keiner von uns hat seine Freiheit des Willens realisiert! Es gibt noch keine Schöpfung! Denn keiner hat bis jetzt etwas aus eigenem Wunsch gemacht, keiner hat seinen freien Willen realisiert – in der Entfernung vom Schöpfer.

Nur ab heute und weiter fängt dieser besondere Prozess an. Und davor kam alles von Oben. Und wenn irgendwelche Handlungen, wie die Schirme, die Berechnungen, beschrieben werden, dann geschieht das alles im Hinblick auf die Zukunft. Außerdem erzählen darüber die Menschen, die es von unten nach oben begriffen haben. Von oben nach unten realisiert sich das höhere Programm, da gibt es keinen freien Willen, das ist alles.

Auszug aus dem Unterricht nach „Talmud Eser HaSefirot“, 01.09.2011

Die kleine verlorene Welt

Frage: Was ist nötig, um sich mit den Verlangen der anderen verbinden zu können? Reicht ein bloßer Wunsch aus?

Meine Antwort: Es bedarf praktischer Handlungen für die Erklärung, damit jeder wenigstens versteht, warum es ihm schlecht geht. Es ist damit zu vergleichen, wie wir mit kleinen Kindern umgehen. Wenn ein Kind sich gestoßen hat und weint, muss ihm als erstes erklärt werden, was der Grund dafür ist, damit es nächstes Mal vorsichtiger ist.

Und danach wird erklärt, wie das Geschehene korrigiert werden kann und wie aufgrund der Erfahrung infolge dieser Fehler Erfolg erzielt werden kann.

Heute befindet sich die ganze Welt in einer solchen besonderen Situation, in der das höhere Kraftfeld – die Verbindung zwischen uns allen – offenbart wird. Und die Menschheit ist nicht dazu bereit, sie entspricht nicht dessen Eigenschaften. Aus diesem Grund ruft das sich uns offenbarende Netz das Gefühl des Zerbrechens, des Zusammenbruchs, der Krise hervor, nichts gelingt uns, nichts ist klar, alles ist verschwommen, verworren.

Und genauso wie für ein kleines verlorenes Kind muss in erster Linie erklärt werden, worin der Grund der Geschehnisse und der ganze Prozess besteht. Die einen werden früher begreifen, die anderen später, und im Großen und Ganzen wird das als Erkenntnis des Bösen bezeichnet – die erste Etappe der Korrektur. Dem Menschen wird gesagt: Schau mal an, warum es dir schlecht geht!

Und nun lasst uns schauen, was wir tun können, damit es uns gut geht. Wenn du in dem gleichen Zustand wie jetzt bleibst und keine Anstrengungen unternimmst, um dich in Übereinstimmung mit diesem Netz, das sich uns offenbart, zu bringen, wird es dir nicht gelingen, zu einem guten Leben zu gelangen.

Und hier enthüllt sich die Methode, die Wissenschaft der Kabbala, die dem Menschen erklärt, was der Grund für das Böse ist und wie man ihm entkommen kann. Allmählich beginnen wir zu verstehen, dass das von der richtigen und guten Verbindung zwischen allen Menschen abhängt – von der sogenannten gegenseitigen Bürgschaft, weil wir auf diese Weise uns selbst in Übereinstimmung mit diesem Netz bringen.

Je besser wir dazu passen, desto besser werden wir uns fühlen. Zumindest werden wir uns allmählich von einem schlechten Befinden auf ein gutes zubewegen.

Und wenn wir noch weiter vorankommen, werden wir uns möglicherweise dermaßen gut auf die Enthüllung dieses Netzes im Voraus vorbereiten, dass wir uns von einem Erfolg zum nächsten bewegen werden. Alles hängt von unserer Vorbereitung ab.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 30.08.2011

Du wirst staunen, was das für eine Gruppe ist

Frage: Was soll ich tun, wenn ich fühle, dass ich nicht genug an die Gruppe gebe, als ob mir die Kräfte ausgegangen sind?

Meine Antwort: Die Kräfte gehen tatsächlich aus, und mit jedem Augenblick werden sie immer weniger. Und es ist noch gut, dass der Mensch spürt, dass die Kräfte ausgehen! Für gewöhnlich erkennen wir das noch nicht einmal, sondern beruhigen uns einfach und schlafen ein, wir verlieren das Verlangen. Und der Grund dafür ist, dass wir uns keine Gedanken um unser Erwachen machen. Wir müssen einander helfen – nur so können wir erwachen!

Derjenige, der nicht in die anderen investiert, damit sie sich um ihn kümmern, wird keine Kraft erhalten. Und es ist unwichtig, auf welchem Niveau sich diese Umgebung befindet und was sie tut – das Wichtigste ist, dass du selbst anfängst zu handeln und in sie zu investieren, dann wirst du das Ergebnis sehen. Du wirst noch nicht einmal glauben können, wie viel diese Gruppe und die Freunde dir geben können! Alles hängt vom Beitrag des Menschen und von seiner Empfindsamkeit ab.

Und wenn er in die Gruppe investiert, wird er plötzlich feststellen, dass sie ebenfalls erwacht sind  ist und in Bezug auf ihn handelt. Selbst wenn er das früher nicht bemerkt hat, erkennt er das jetzt, dank seinem Beitrag, und das wird bereits als gegenseitige Bürgschaft bezeichnet.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 04.09.2011

Die Massenmedien sind eine falsch-ergründete Angelegenheit

Frage: Jeder Mensch sieht durchschnittlich mehrere Stunden am Tag fern. Moderne Programme, Filme und Shows werben buchstäblich für Gewalt und Mord. Wie ist das, wir wollen auf der einen Seite die richtigen Werte in der Gesellschaft verbreiten, während wir auf der anderen Seite die Gehirne der Menschen von frühster Kindheit mit Bildschirm-Gewalt vergiften?

Meine Antwort: Wie man sehen kann, sind die Menschen vergiftet, während die Regierungen ihr eigenes Ding machen. Und das gleiche passiert auf der ganzen Welt, außer in Ländern mit autoritären Regierungen, wie der Iran und Venezuela.

Überall kennen die Medien als Ganzes und das Fernsehen im Speziellen keine Grenzen. Diese Vergiftung ist kein Unfall und sie wird weiterhin geschehen, bis die Menschen ihre Ausrichtung in Richtung des Ziels zeigen. Erst dann werden sie die Stärke haben, dieses Problem zu lösen. Das Problem ist, dass die modernen Kommunikationskanäle das Schlechte in unseren Leben enthüllen und dadurch auf das Ziel ausrichten. Wenn man also einfach beginnt, die „zu-nichts-gut“ Medien beseitigt, wie würden die Menschen ihr Böses entdecken?

Wir haben es mit zwei Gegensätzen in einem Phänomen zu tun. In Wirklichkeit benutzt der Schöpfer dieses Böse um uns in Richtung des Guten zu lenken, aber zum wirklich Guten und nicht die gefälschte Idylle der guten Medien, die gute Jungen und Mädchen hervorbringen. Das ist nicht der Sinn. Von unserem Standpunkt aus müssen wir die Korrektur erreichen. Und unsere Korrektur liegt in der Liebe der anderen wie uns selbst und der Liebe gegenüber dem Schöpfer. Das ist der einzige Weg unser Ziel zu erreichen. Einfach nur die „gute“ Art des Fernsehens zu sehen, wird uns nicht helfen. Mehr dazu in dem Baal HaSulam Artikel „Die zukünftige Gesellschaft „.

Die Schechina zwischen uns offenbaren

Der Sohar offenbart uns die Schechina, die Verbindung zwischen uns, in allerlei Formen und Gestalten. Diese Verbindung wird anhand verschiedener Sprachen und unterschiedlicher Situationen beschrieben.

Wenn wir uns wünschen, uns diesem Zustand, über welchen wir lesen, anzugleichen, ohne das Verständnis worüber wir lesen und worum es sich eigentlich handelt, dann bedeutet dies, dass wir uns wünschen, in Erkenntnis dessen zu sein, was wir studieren. Wir streben danach, in diesem Netz, in einer gemeinsamen Seele, worin der Sohar offenbart wird, in der Versammlung der Seelen, die nach dem Schöpfer streben, in der heiligen Schechina zu,sein. Unter „Heilig“ versteht man, dass dieses Netz sich auf dem Niveau des gegenseitigen Gebens, in der gegenseitigen Bürgschaft befindet.

Wenn wir den Sohar mit der Absicht lesen, den Schein der Schechina zwischen uns zu offenbaren, dann wird das Licht zu uns herangezogen, das zur Quelle des Guten, zum Schöpfer, zurückführt. Dieses Licht wird aus denselben Zuständen herangezogen, die sich hinter den Wörtern des Sohars verhüllen. Und wir wollen uns demselben Netz in der richtigen Verbindung zwischen uns annähern.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 30.08.2011

Ihr fragtet? – Ich antworte…

Eine Frage aus dem englischen Blog: In Anbetracht der Leiden und der Schläge, die auf die Welt zukommen, wann werden wir als Gruppe beginnen, uns physisch auf die globale Massenkrise vorzubereiten? Ist es nicht höchste Zeit, über den Kauf von gemeinsamen Grundstücken nachzudenken, wo wir als kabbalistische Gemeinde von den selbst erzeugten Lebensmitteln leben?

Meine Antwort: Wir dürfen uns nicht von der Welt abkapseln, sogar im Gegenteil, wir müssen mit der Welt verbunden sein, um sie zur Korrektur zu führen. Außerdem benötigen wir für das richtige Ansiedeln die Tatsache, dass die Mehrheit von uns die Eigenschaft des Gebens und der Liebe erworben hat, sonst werden wir Kibbuze, Kolchosen und nicht die Gesellschaft der Zukunft, eine kabbalistische Gemeinde, bauen.

Zwei Pole, die sich im einem Visier verbinden

Frage: Was ist „die Wahrheit und der Glaube“?

Meine Antwort: Die Wahrheit ist eine gerechte Belohnung und Strafe, wenn ich für meine Arbeit eine gerechte Entlohnung erhalte.

Wir sehen jedoch, dass unser Leben nicht immer auf solchem Prinzip basiert. Derjenige, der viel arbeitet, verdient nicht unbedingt mehr als die anderen. Wenn es anders gewesen wäre, dann wäre die Welt verhältnismäßig gerade.

Um uns aus dieser egoistischen „Geradheit“ herauszuziehen, spielt der Schöpfer mit uns und verwirrt uns sehr. Deshalb sehen wir, dass die gerechte, wahrhafte Belohnung nicht immer gilt und es einen Ort für den Glauben gibt, das heißt, für die Hoffnung auf den Erfolg, auf die Höhere Hilfe, welche über meinem Verstand liegt.

Der Glaube zerschlägt das Prinzip der gerechten Wahrheit. Deshalb werden die Menschen in dieser Welt so verwirrt und hoffen auf das Wunder und den Segen, auf die zauberhafte Heilung. Und auf dem spirituellen Weg existiert dieselbe Verwirrung: einerseits wird alles im Maß der Bemühungen gegeben, und andererseits hängt alles vom Erfolg ab.

Und der Mensch soll daran arbeiten, dass diese zwei Prinzipien ineinander verschmelzen, wie es geschrieben ist: „Deine gesamte Nachkommenschaft wird von Isaak stammen, aber bringe sie zum Opfer“. Das heißt, du wirst einerseits sehen, wie Isaak deine „Enkel gebärt“, die neue Generationen bis zum Ende der Korrektur, und andererseits wird gefordert, die Nachkommenschaft zu vernichten. Wie ist es möglich?

Es ist für uns heute unverständlich, aber darin besteht das erste Prinzip des Eintritts in die spirituelle Welt, das Abraham erklärt wurde. Der Mensch korrigiert seine Sehkraft und wird zum ersten Mal fähig, zwei Gegenteile zu vereinen.

Das bedeutet, dass er auf die erste spirituelle Stufe steigt und das Höhere Prinzip versteht, nach dem sich zwei Gegenteile zu einem Ganzen verbinden. Und jetzt begreift er, dass er ab sofort gleichzeitig mit dem Verstand sowie mit dem Glauben über dem Verstand, mit dem Hass, arbeiten soll, da die Liebe alle Sünden zudeckt.

Wenn der Mensch beginnt, dieses Prinzip zu begreifen und es bei seiner Arbeit berücksichtigt, sogar ohne irgendeine Realisation, dann stößt er auf keine schweren Hindernisse mehr, die ihn nicht vorankommen lassen. Er fühlt, dass genau diese Hindernisse ihm helfen, und er sieht in allen diesen Gegenteilen eine Möglichkeit, hinaufzusteigen. Folglich beginnt sein Aufstieg.

Und umgekehrt: „Der Stolz demütigt den Menschen“. Wenn er diese Bedingung nicht berücksichtigt und nicht gewillt ist, zwei Gegenteile zu einem Ganzen zu verbinden, dann sieht er ein riesiges Hindernis vor sich. Und deshalb verlässt er seinen Weg.

Deshalb ist es so wichtig, sich direkt an die Welt der Unendlichkeit zu richten und zu begreifen, dass die Differenz zwischen dieser Welt und der Welt der Zukunft in unserer Fähigkeit liegt, zwei Pole zu einer Einheit zu verbinden. Sie gibt uns die Richtung an, wie im Visier.

Dieses Prinzip äußert sich unterschiedlich: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind einheitlich“, der Aufstieg und der Abstieg sollen sich zu einem Ganzen verbinden, die Gruppe und ich sollen gemeinsam arbeiten, damit ich sie während des Aufstiegs ausfülle und von ihr die Kraft während des Abstieges bekomme, das heißt, sie soll zum „Regler“ meines Stromes werden.

Daraus entsteht die folgende Beziehung zu dieser Welt: du sollst keine Eigenschaft, weder in dir selbst noch in der Welt, zerstören. Sie alle müssen korrigiert werden, um über die Korrektur hinaufzusteigen und sich mit dem Schöpfer verbinden zu können.

Wir können in unserer Welt kein gutes Leben und keine gerechte Gesellschaft aufbauen, wenn wir uns untereinander nicht gleichmäßig verbinden. Das heißt, jeder wird nach seinen Möglichkeiten für das Wohl der Gesellschaft arbeiten und von ihr nur das Notwendige bekommen.

Es ist aber unmöglich, diese Bedingung einzuhalten, wenn wir die Verschmelzung mit dem Schöpfer nicht
anstreben. Die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, die unsere entgegengesetzten Eigenschaften verbindet, ist Voraussetzung für den einheitlichen, unendlich vollkommenen Zustand.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 23.08.2011

Sich bis zu einem gewissen Punkt einschränken

Frage: Was meinen wir mit „Einheit“, wenn wir die Welt ansprechen?

Meine Antwort: Sich entsprechend der Ausssage „Gegenseitige Bürgschaft“ zu verbinden bedeutet, wie ein Mensch mit einem Herzen zu sein. Wir gehen durch zwei Phasen, um Herzen zu einem zu vereinen, alle Verlangen in einem Verlangen zu einigen, so wie es vorher war, vor dem Zerbrechen der Kelim.

In der ersten Phase neutralisieren wir den Willen um des Empfangens willen und verwirklichen dabei die Bedingung von Chafez Chessed, die lautet: „Tue keinem anderen an, was dir selbst verhaßt ist“. Aufgrund dessen urteile ich über niemanden mehr, wie gut oder schlecht er ist, inwieweit ich ihn ausnutzen, kontrollieren oder betrügen kann.

Ich ersuche auch keinen Vorteil mehr von der Welt, ich will einfach nichts mehr. Sobald ich die gesamte Größe und Tücke meines Übels erkannt habe, welches mich dazu bringt, anderen immer zu schaden, sehne ich mich danach, den Einsatz meiner Verlangen maximal klein zu halten. Ich möchte nur Dinge, ohne die ich nicht auskommen kann, das Allernotwendigste, und hoffe, dass ich dann die Eigenschaft des Gebens erreiche.

Ich möchte ein Punkt werden, wie Malchut, die in Bina eingeschlossen ist. Nur ein Punkt. Es ist, als ob ich nicht existiere. Mein „ich“ ist in Bina eingeschlossen und ihr ergeben, wie ein Samentropfen im Mutterleib.

Ab jetzt bin ich nur ein Tropfen, der nicht aus eigener Kraft existiert, sondern wegen des Oberen.

Dies ist die erste Phase, in der unsere Herzen noch nicht vereint sind, doch stoßen sie sich auch noch nicht gegenseitig ab. In der nächsten Phase nähern sie sich, wie geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Von ganzem Herzen (ich habe kein anderes Werkzeug) untersuche ich das Herz meines Freundes und sehe, wieweit ich ihn erfüllen und von ihm empfangen kann. Mein Herz arbeitet vollkommen darauf hin, seinem Herzen zu dienen und es zu erfüllen, und er behandelt mich ebenso. Dies ist die Einheit, die wir erreichen, wenn wir das Prinzip von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ durchführen, und dabei wie ein Mensch mit einem Herzen werden.

Auszug aus dem 5. Teil der Täglichen Kabbala Lektion, 27-7-2011, Der Friede.

Die komplizierte Einfachheit des Kreises

„Die geraden Sefirot“ (Yoscher) und „die runden Sfirot“ (Igulim) unterliegen den entgegen gesetzten Gesetzen: unter den geraden Sefirot ist die innerste am wichtigsten, und unter den runden ist die äußerlichste am wichtigsten. Und dieses Gegenteil in den Eigenschaften der runden Sefirot verwirrt uns sehr.

Wir verstehen das Empfangen und das Geben erst dann, wenn das Empfangen dem Geben entgegengesetzt ist, so wie es in den geraden Sefirot ist. Aber die runden Sefirot haben mit dem Empfangen und dem Geben nichts Gemeinsam, sie haben keinen Schirm, es sind die Verlangen, die vor der Beschränkung, sowie vor dem Schirm existierten.

Und deshalb werden wir in dieser Welt so verwirrt, weil wir darin zwei Arten der Einwirkungen unterstehen: seitens der Kreise und seitens der Geraden.

Seitens der Geraden ist alles klar und einfach: es gibt die obere Spitze und die untere, wobei unten das Böse, das Empfangen, und oben das Gute, das Geben ist. Unabhängig davon, in welchem Punkt der Linie ich mich befinde, kann ich messen: über welche Kraft ich verfüge (wie viel „Kilogramme“, welchen Schirm), welches Licht ich habe (wie viel „Liter“ oder “ Lumen“).

Deshalb habe ich in der geraden Linie keine Fragen: ich stieg auf irgendeine Höhe hinauf und habe sie gemessen. Hier gilt die einfache spirituelle Physik, und alle Berechnungen sind in meinen Händen. Es gibt die Kraft, den Schirm, die Deckung, und das Verlangen: wie viel man bezahlt hat, soviel hat man bekommen. Alles ist klar.

Aber „in den Kreisen“ weiß ich nicht, was zu machen ist, nichts ist klar… Es gibt weder Unten, noch Oben, kein Links und Rechts, es gibt keine Unterschiede, nach denen ich meinen Zustand bewerten kann.

„Die runden Bereiche“ befinden sich dort, wo ich noch nicht geboren wurde, lange bevor ich begann, zu verstehen. Als ob ich mich im Mutterleib befinde würde, und dort „die runde“ Lenkung gelte, und ich mich ganz aufheben würde: mir wird alles gegeben, alle Abfälle weggenommen, so dass ich nichts selbst entscheide.

Wenn man aber beginnt, von mir etwas zu fordern, auf mich zu drücken, damit ich selbst um mein Leben kämpfe, dann fängt schon „die gerade“ Lenkung an.

Und heute wird uns in der Welt die zweite Lenkung, eine runde Lenkung offenbart. Und wir wissen nicht, was damit zu machen ist. Die Welt wird plötzlich global, integral, alle Menschen sind miteinander verbunden, und ich soll sie alle berücksichtigen, und ich denke: „Warum eigentlich?!“

Ich soll alle berücksichtigen, als ob sie sich in meinen Wunsch, in mein Gefäß einreihen würden, welcher rund ist. Dies ist eine ganz andere Art der Lenkung, weshalb bei uns ein Problem entsteht. Denn diese Lenkung ist allem entgegengesetzt, was wir früher kannten.

Und es handelt sich darum, dass uns „die runden Wünsche“ offenbart werden, die Wünsche der wahrhaftigen zukünftigen Welt. Und deshalb sind wir heute nicht fähig, das Leben in dieser Welt einzurichten, worin die neue höhere Lenkung offenbart wird.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sfirot“ „, 22.08.2011