Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die komplizierte Einfachheit des Kreises

„Die geraden Sefirot“ (Yoscher) und „die runden Sfirot“ (Igulim) unterliegen den entgegen gesetzten Gesetzen: unter den geraden Sefirot ist die innerste am wichtigsten, und unter den runden ist die äußerlichste am wichtigsten. Und dieses Gegenteil in den Eigenschaften der runden Sefirot verwirrt uns sehr.

Wir verstehen das Empfangen und das Geben erst dann, wenn das Empfangen dem Geben entgegengesetzt ist, so wie es in den geraden Sefirot ist. Aber die runden Sefirot haben mit dem Empfangen und dem Geben nichts Gemeinsam, sie haben keinen Schirm, es sind die Verlangen, die vor der Beschränkung, sowie vor dem Schirm existierten.

Und deshalb werden wir in dieser Welt so verwirrt, weil wir darin zwei Arten der Einwirkungen unterstehen: seitens der Kreise und seitens der Geraden.

Seitens der Geraden ist alles klar und einfach: es gibt die obere Spitze und die untere, wobei unten das Böse, das Empfangen, und oben das Gute, das Geben ist. Unabhängig davon, in welchem Punkt der Linie ich mich befinde, kann ich messen: über welche Kraft ich verfüge (wie viel „Kilogramme“, welchen Schirm), welches Licht ich habe (wie viel „Liter“ oder “ Lumen“).

Deshalb habe ich in der geraden Linie keine Fragen: ich stieg auf irgendeine Höhe hinauf und habe sie gemessen. Hier gilt die einfache spirituelle Physik, und alle Berechnungen sind in meinen Händen. Es gibt die Kraft, den Schirm, die Deckung, und das Verlangen: wie viel man bezahlt hat, soviel hat man bekommen. Alles ist klar.

Aber „in den Kreisen“ weiß ich nicht, was zu machen ist, nichts ist klar… Es gibt weder Unten, noch Oben, kein Links und Rechts, es gibt keine Unterschiede, nach denen ich meinen Zustand bewerten kann.

„Die runden Bereiche“ befinden sich dort, wo ich noch nicht geboren wurde, lange bevor ich begann, zu verstehen. Als ob ich mich im Mutterleib befinde würde, und dort „die runde“ Lenkung gelte, und ich mich ganz aufheben würde: mir wird alles gegeben, alle Abfälle weggenommen, so dass ich nichts selbst entscheide.

Wenn man aber beginnt, von mir etwas zu fordern, auf mich zu drücken, damit ich selbst um mein Leben kämpfe, dann fängt schon „die gerade“ Lenkung an.

Und heute wird uns in der Welt die zweite Lenkung, eine runde Lenkung offenbart. Und wir wissen nicht, was damit zu machen ist. Die Welt wird plötzlich global, integral, alle Menschen sind miteinander verbunden, und ich soll sie alle berücksichtigen, und ich denke: „Warum eigentlich?!“

Ich soll alle berücksichtigen, als ob sie sich in meinen Wunsch, in mein Gefäß einreihen würden, welcher rund ist. Dies ist eine ganz andere Art der Lenkung, weshalb bei uns ein Problem entsteht. Denn diese Lenkung ist allem entgegengesetzt, was wir früher kannten.

Und es handelt sich darum, dass uns „die runden Wünsche“ offenbart werden, die Wünsche der wahrhaftigen zukünftigen Welt. Und deshalb sind wir heute nicht fähig, das Leben in dieser Welt einzurichten, worin die neue höhere Lenkung offenbart wird.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sfirot“ „, 22.08.2011

Zerbreche die Götzen in dir

Unsere Arbeit besteht darin, uns genau vorzustellen, was die höhere Kraft bedeutet. Und auf diesem Wege müssen wir vieles klarstellen. Zuerst stellt sich der Mensch die höhere Kraft als eine Vielzahl von verschiedenen Kräften, göttlichen Gestalten vor; er vergöttlicht verschiedene Naturerscheinungen, die er um sich herum beobachtet.

Er schreibt ihnen menschliche Eigenschaften zu, denn er hat kein anderes Vorbild; er teilt verschiedenen Gestalten göttliche Kräfte zu, was als Götzendienst bezeichnet wird.

Diese Phase unserer Entwicklung ist notwendig, weil wir in unserem egoistischen Verlangen mit einer umgekehrten Realitätswahrnehmung, Empfindung und Analyse existieren. Auf diese Weise klären wir die höheren Eigenschaften, bis wir zur richtigen Sichtweise gelangen.

Ein Beispiel dafür ist der Stammvater Abraham, der zunächst Götzenbilder verkaufte. Im Grunde genommen erzählt seine Geschichte von uns allen. Wir alle beginnen unseren Weg damit, dass wir verschiedene Naturkräfte anbeten, die wir für gut oder böse bzw. teilweise gut und teilweise böse halten. Wir beziehen das auf irgendwelche Menschen, die Umgebung, das blinde Schicksal, verschiedene Zufälle.

Mit derartigen Klärungen sind alle unsere Lebenskreisläufe gefüllt, bis in uns der Punkt im Herzen erwacht. Aber auch mit dem Punkt im Herzen müssen wir noch viele Begriffe klären, die uns der ersten Wahrnehmung der Spiritualität näher bringen.

Noch ist uns unklar, was die spirituelle Realität bedeutet und wer der Schöpfer ist. Und auf dem Weg zu dieser Klärung sind wir dem Einfluss der Umgebung ausgesetzt, die uns vom Weg abbringen und durcheinanderbringen kann; denn noch nehmen wir den Schöpfer nicht wahr und können uns an Ihm nicht festhalten.

Doch letztendlich erreichen wir einen Zustand, in dem alle unsere zahlreichen Auf- und Abstiege und unser ganzes Durcheinander auf irgendeine Weise geklärt, angehäuft und zusammengetragen werden, und wir teilen die Realität in zwei Teile: ich selbst, der Wahrnehmende, und das, was ich wahrnehme. Es gibt nichts anderes!

Und ich kann mich selbst entweder im Egoismus, sprich im Empfangen, oder im Geben wahrnehmen – etwas Drittes ist nicht gegeben. Wenn ich mich im Egoismus befinde, beziehe ich alles nur auf mich selbst und auf meine Welt – dadurch wird mein Zustand bestimmt. Und wenn ich mich in der Eigenschaft des Gebens befinde, dann erfüllt diese mich, was als Schöpfer (Bo-Re) – „komme und siehe“ – bezeichnet wird.

Genau zwischen diesen beiden Eigenschaften befinde ich mich ständig in Klärungen. Schließlich gelange ich zu dem Schluss, dass alles vom Schöpfer kommt, der mit mir spielt, indem Er sich mir mal enthüllt mal sich wieder vor mir verhüllt. Auf diese Weise lässt Er mich Übungen machen, damit ich in meinem Inneren immer feinere und genauere Definitionen dessen aufbaue, was Er ist!

Im Grunde genommen besteht genau darin unsere Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 22.08.2011

Die Warnung im Flüsterton

Wenn ich fähig bin, ein Wort oder eine schwache Andeutung des Schöpfers, die ich verstanden habe bis zur Empfindung des riesigen Leidens auszudehnen, weil ich das Gegenteil von Ihm bin und Angst vor noch größeren Schmerzen habe, dann werde ich schon vorsichtig sein, um die Konfrontation mit Ihm zu vermeiden. Man soll das sogar aus den egoistischen Motiven, für sich selbst machen.

Wenn ich alle diese Zustände für die Erreichung des Gebens benutze und Seine Andeutung, diese weiche Vorwarnung, als eine Art der Erinnerung an die Stelle meines Mangels betrachte, dann kann ich sie in den Aufstieg verwandeln. Die Frage besteht nur darin, um wie viel Angst ich Seine leichte Warnung ergänzen kann, um mein Verlangen sofort ans Gebens zu richten.

Somit hängt alles von meinem Zustand ab. Möglicherweise bin ich sofort bereit meine Kräfte für die Korrektur zu verwenden: mich mit Anderen zu verbinden, zu lernen, das Licht heranzuziehen, das zur Quelle zurückführt, als ob ich schon furchtbar gelitten hätte. Oder vielleicht denke ich, dass alles in Ordnung ist: wenn mir etwas nicht gelingt, dann bin ich wahrscheinlich müde oder krank, so dass ich mich anstelle der Korrektur, mit anderen Problemen beschäftige.

Dadurch verliere ich Zeit und ziehe noch größere Leiden zu mir heran, weil ich nicht bereit bin, anhand der leichten Andeutung aufzuwachen. Folglich leide ich doppelt, sowohl an dem Zeitverlust, als auch an den schmerzhafteren Schlägen. Es dauert so lange, bis sich die Situation so weit verschlechtert, dass ich einfach gezwungen bin, mich von der Stelle zu rühren. Aber wie viel Zeit wurde umsonst verloren und wie stark leide ich! Wie lange muss ich jetzt an mir arbeiten, um aus diesem Zustand herauszukommen!

Und jedes Mal ist mein Zustand niedriger, entfernter von der Spiritualität. Deshalb ist hier die Arbeit seitens der Umgebung notwendig, damit wir ineinander die Sensibilität, die Feinfühligkeit zu den Aufrufen erwecken, die wir jeden Tag, jeden Augenblick hören. Du bist verpflichtet, zu hören, wie sich der Schöpfer an dich wendet, wie Er dich die ganze Zeit warnt, dich erweckt, dir etwas ins Ohr flüstert!

Du sollst Ihm ständig lauschen, dann wird sich in dir die Aufnahmefähigkeit zu Seiner Sprache entwickeln, dazu, wie Er in dir arbeitet und dich anregt, was mit dem Ausspruch „auf der Dicke des Haares“ gemeint ist. Es ist nichts anderes notwendig!

Aber der Gerechte nimmt sogar solche feine Andeutung (so fein, wie ein Haar) sehr ernst wahr, und gibt ihr die große Bedeutung an. Insofern hängt alles nur von unserer Sensibilität ab.

Die Vernunft zu vergrößern bedeutet, die Sensibilität zu vergrößern, um mehr und tiefer wahrzunehmen. Denn wir fühlen die spirituelle Welt gerade deshalb nicht, weil sie für uns zu fein ist, als ob sie unseren groben Organen der Empfindung entwischen würde. Und mit Hilfe von solchen Übungen beginnen wir die spirituelle Realität einzufangen und zu empfinden.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 21.08.2011

Was wird aus uns werden?

Vom Anfangszustand, in dem alle Seelen noch zusammen waren (Σ), sind wir in die Welt des Zerbrechens übergegangen und fielen dann in unsere Welt. Ferner, nach der Entwicklung des Egoismus und der gegenseitigen Durchdringung aller seiner Teile, erreichten wir einen Wendepunkt (1995); von da an müssen wir unser Ego korrigieren, um zu unserem ursprünglichen Zustand zurückzukehren.

Allerdings, während der erste Zustand mit Hilfe des Lichts, des Schöpfers, erschaffen wurde, erschaffen wir den Endzustand selbst. Hier liegt ein großer Unterschied – denn wir werden dem Licht, dem Schöpfer, ähnlich. Genau darin besteht das Schöpfungsziel.

Wir werden ohne Selbstwahrnehmung geboren, wie ein Samentropfen in der Gebärmutter, der noch nichts darstellt. Danach durchlaufen wir eine Vorbereitungsphase, gewinnen an der Kraft des Guten (+) und an der Kraft des Bösen (-), und dank dieser Kräfte können wir uns auf dem spirituellen Weg entwickeln.

Jeder führt seinen eigenen inneren Krieg, und zusammen führen wir Kriege in der Gesellschaft, in der Menschheit, bis wir die Wahrheit enthüllen, indem wir uns in der mittleren Linie bewegen. Dabei ergeben das Plus und das Minus ein Ganzes in uns. Das Minus sind die Kräfte unseres Egoismus und das Plus sind die Kräfte des Lichts in uns. So schreiten wir voran.

Diese harte Arbeit müssen wir bewusst führen. Im Grunde genommen ist es das Wichtigste, was wir tun müssen. Denn wir müssen zu unserem ursprünglichen Zustand zurückkehren, ihn tief in unserem Inneren enthüllen. Dafür werden wir weiser, empfindsamer und entwickelter.

Aus dem heutigen laufenden Zustand heraus beginnen wir, tief in uns hineinzutauchen: in die Welten von Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon – und erfassen letztendlich die Welt der Unendlichkeit (∞). Das Wichtigste, was wir erreichen, ist die Erkenntnis des Bösen in uns.

Denn wir ergründen alles innerhalb unseres Egos. Indem wir es ins Geben verwandeln, tauchen wir immer tiefer ein und enthüllen höhere Welten in ihm, bis es ganz, die ganze Malchut der Welt der Unendlichkeit, die wir im ursprünglichen Zustand hatten, sich durch die Absicht zu geben verwandelt.

So gelangen wir durch den zweiten Zustand, der unseren ganzen Weg mit einschließt, zum dritten.

Nach Baal HaSulam ermöglicht uns die kabbalistische Methodik, das Böse – den Egoismus – in uns selbst zu enthüllen. Indem wir es korrigieren, dringen wir immer tiefer ein und dort, in ihm, offenbaren wir alle Welten, die ganze spirituelle Realität. Denn abgesehen vom Verlangen zu empfangen hat der Schöpfer nichts mehr erschaffen. Durch das Zerbrechen hat dieses Verlangen eine egoistische Form angenommen, und nun müssen wir es zum Geben korrigieren.

Heute nehmen wir uns selbst in einer erbärmlichen, dunklen, begrenzten Realität wahr. Man kann sie nur wahrnehmen, wenn man dem Licht entgegengesetzt ist. Wir sind wie ein Samentropfen, der nicht die geringste Ahnung hat, was aus ihm wird.

Wenn wir jedoch das Licht anziehen, damit es uns entwickelt und unser Verlangen zu empfangen zum Geben verändert, erkennen wir es, wir erkennen den Schöpfer entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, bis unser Verlangen und das Licht einander ähnlich werden.

Aus der dritten Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.2011

Machen wir uns an die Arbeit

Wir müssen heute noch die erste Version unserer „Deklaration der Absichten“ zusammenstellen, in der wir verschiedene Wissenschaftler zitieren, die moderne Krankheit der Menschheit beschreiben und über die Korrektur erzählen.

Noch vor 5-7 Jahren, als ich über die Krise sprach, war keiner damit einverstanden. Bis vor kurzem lachten die Menschen über diese „Spekulationen“. Vor einem Jahr „wurde beschlossen“, dass die Krise zu Ende sei, doch es hat sich sehr schnell herausgestellt, dass dem nicht so ist: Der Zusammenbruch geht weiter, und selbst Amerika setzt zum Sinkflug an.

Aus diesem Grund müssen wir ein klares Bekenntnis unseres Glaubens vorbereiten, um zu zeigen, dass das Wesen der Krankheit das menschliche Ego und deren Heilung die Einheit und die Bürgschaft sind. Die Natur selbst tritt in der heutigen integralen Realität zum Vorschein und fordert von uns, zusammen, in einem gemeinsamen Verlangen zu sein.

Wir müssen unsere Schritte auf diesem Weg klar definieren: Wir bauen die richtige Gesellschaft auf, beginnend mit einer kleinen Organisation, die sich immer mehr erweitert und zu einem riesigen internationalen Bund wird, einem sehr facettenreichen und doch fest verwachsenen. So werden wir uns von der Krankheit erholen.

Ich bitte alle unsere Freunde: Wenn Ihr Informationen, Ideen habt und wenn Ihr diese Botschaft durch Texte, Videos, Lieder, Bilder etc. zum Ausdruck bringen könnt, dann sendet diese bitte an uns, damit wir die vereinte Kraft der Bürgschaft für die Erschaffung der Methode nutzen können.

Aus Liebe zur Menschheit müssen wir mit aller Kraft versuchen, ihr ein Heilmittel zur Verfügung zu stellen, solange die Krankheit noch keine akute Form angenommen hat. Wir alle müssen hart arbeiten, um die Menschen an das Verständnis der aktuellen Geschehnisse heranzuführen.

Aus der dritten Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.2011

Wie groß soll der Pharao werden?

Frage: Wie soll man sich vor Fehlern bewahren, wenn man schon im Voraus weiß, dass man sich von seinen Gefühlen am Gängelband führen lässt und Böses tut? Doch andererseits – müssen wir fallen, um wachsen zu können?

Meine Antwort: In der Tat: „Tausendmal wird der Gerechte fallen und wieder aufstehen“. Nur aus Erfahrung von vielen Stürzen und Enttäuschungen, Bitterkeit und Fehlentscheidungen, für die wir zahlen müssen, gelangen wir schließlich zur einer endgültigen Schlussfolgerung und begreifen, dass wir uns über unsere eigene egoistische Natur erheben müssen. Im Endeffekt erkennen wir, dass wir im Inneren des Egoismus niemals in der Lage sein werden, Verstand und Gefühle miteinander zu verbinden.

Dieses Bild sehen wir heute in der Welt, in allen Ländern. Mit dem Verstand begreift jeder, dass wir in eine schreckliche Krise eintauchen – und dennoch können wir uns selbst nicht stoppen. Das Ego treibt den Menschen voran. Das egoistische Gefühl ist stärker als die Vernunft, und deswegen handelt der Mensch weiterhin entsprechend seinem Ego.

Er kann nichts dagegen tun. Wir mögen uns noch so oft an die Welt wenden und sie warnen, sie wird es nicht hören. Wir tun dies jedoch nur, um allen zu zeigen, dass eine Methode der Korrektur (die Kabbala) existiert. Und wenn sich der Mensch dann angesichts der Tatsachen praktisch davon überzeugt, dass an jeder Ecke die Probleme lauern: in der Wirtschaft, in der Erziehung und in allem anderen – wird er daraus erkennen, dass die Kabbala über die Korrektur spricht. Das Gleiche kann man einfach so tausendmal wiederholen, und der Mensch wird dem kein Gehör schenken.

Die Welt wird diese Entscheidung nicht akzeptieren, bis sie schließlich verzweifelt und begreift, dass ihr Verstand und ihr Gefühl zwei Pole sind, die sich nie verbinden lassen und immer wieder neue Fehler machen werden. Bis dahin wird nichts helfen. Der einzige Weg ist, sich über den materiellen Verstand und die Gefühle zu erheben – im Interesse des spirituellen Ziels. Und dort – in der mittleren Linie – wirst du deinen Verstand mit dem Herzen verbinden können und wirst dann Erfolg haben. Denn sie werden gemeinsam, in einem Gespann arbeiten. Das Herz wird es verstehen!

Und in dieser Welt gibt es so etwas nicht, und wir müssen immer zwischen dem Herzen und dem Verstand, dem Verständnis wählen – eins von beiden!

Jeden Tag werden immer mehr in die Krise hineingezogen. Heute beginnt eine neue Spirale der Krise, und bald wird das spürbar. Ein Schlag, noch ein Schlag und noch einer – und letztendlich wird der Mensch es begreifen. Der gleiche Pharao – unser Verlangen zu genießen, unser Ego – bringt uns auf diese Art und Weise dem Schöpfer näher, zwingt uns zu verstehen, dass wir uns vor ihm verstecken müssen.

Der Pharao weiß quasi selbst, dass die Söhne Israels am Ende vor ihm flüchten werden. Warum sollte er sich also diesen Schlägen aussetzen? Er ist aber so beschaffen, dass er sich selbst zu diesen Schlägen bringt. Der Mensch leidet, und ihm bleibt keine andere Wahl, als vor dieser bösen Macht zu fliehen.

Der Pharao ist eine umgekehrte Widerspiegelung des Schöpfers in uns. Die Frage ist nur, wie groß er werden soll, damit wir uns zu einer Flucht vor ihm entschließen. Das hängt bereits von der Verbreitung der Kabbala, vom Verständnis, von unserer Verbindung in der Gruppe ab.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 08.08.2011

Der Natur zuvorkommen

Unsere Aufgabe besteht aus zwei Teilen: einerseits müssen wir an uns selbst arbeiten, andererseits müssen wir dem Rest der Menschheit helfen. Sie spürt bereits die Krisenerscheinungen, und in der nächsten Phase müssen wir uns mit ihr vereinigen, um gemeinsam den Weg fortzusetzen.

Dabei werden wir natürlich die allgemeine Bewegung anführen, weil die Menschen einfach nicht wissen, wie man zum Ziel gelangt. Wir müssen zur „Zugkraft“ werden – zu jenem Teil der Menschheit, der sie vorwärts bringt.

Um die Menschen anzuführen, müssen wir uns in erster Linie um uns selbst kümmern. Es ist jedoch wichtig, daran zu denken, dass wir die spirituelle Erweckung nicht bekommen hätten, wenn wir nicht die ganze Welt korrigieren und sie anführen müssten. Und das wird uns heute nicht gelingen, wenn wir nur an unseren eigenen Aufstieg denken werden. Wir müssen an alle Menschen denken, uns um die ganze Welt kümmern, um sie zur globalen Vereinigung, zu einer gemeinsamen Seele zu bringen, zurück zum Ursprung. Für diese Aufgabe wurden wir erweckt, und so sollte auch unsere Ausgangsabsicht sein.

Wie können wir uns aber selbst entwickeln und zugleich den richtigen Kurs an die ganze Welt weitergeben? Die allgemeine Regel unserer Arbeit besteht darin, dass es eine einzige Kraft gibt, genannt „Licht“ oder „Schöpfer“, die die Welt beherrscht und beeinflusst. Sie bestimmt und lenkt alles. Um uns bewusst in ihre Tätigkeit einbetten zu lassen, müssen wir wollen, dass sie unsere Entwicklung beschleunigt. Ohne diesen Wunsch wird sie sich nach dem ursprünglichen Programm in uns entwickeln – mithilfe von starken negativen Impulsen, die ganze Massen bewegen.

Und darum besteht unsere ganze Arbeit darin, der Forderung nach der beschleunigten Vorwärtsbewegung Kraft zu verleihen, die die negativen Erscheinungen des ursprünglichen Programms der Natur überholt. Um dies zu tun, müssen wir stets begreifen, dass wir vor einer einzigen Kraft stehen, die auf uns einwirkt. Und wir müssen sie zu einer intensiveren, beschleunigten und effektiveren Einwirkung vorantreiben, wir müssen sie buchstäblich in die richtige Richtung „ziehen“.

Genauso zieht der kleine Junge seine Mutter an der Hand. Wenn er sie aber in die falsche Richtung zieht, wird es nicht funktionieren; sie werden nicht nach seinem Wunsch ins Kino gehen, wenn er in den Kindergarten muss. So müssen auch wir immer danach streben, uns in die richtige Richtung fortzubewegen und uns wünschen, diese einzige Kraft zu finden, außer der es nichts gibt. Ich möchte sie studieren, herausfinden, wie sie funktioniert, in welche Richtung sie geht. Und deshalb bestehe ich darauf, dass sie sich mir offenbart, denn dann werden ihre Handlungen für mich klar sein.

Das alles weiß ich und verlange deshalb von ihr, die Geschwindigkeit meiner Entwicklung zu beschleunigen Jedes Mal „ziehe“ ich sie in die richtige Richtung, als würde ich meine Mutter mit einem noch stärkeren Wunsch und Eifer in den Kindergarten ziehen, als sie selbst hat.

Aus der 1. Lektion des Kongresses in Deutschland, 05.08.2011

Der kurz entschlossene Sprung

Frage: Zu seiner Zeit hat Baal HaSulam vergeblich versucht, das Volk vor Gefahren zu warnen. Er verstand jedoch, was tatsächlich geschah. Warum ließ er die Hände nicht in diese Sackgasse fallen?

Meine Antwort: Es ist keine Sackgasse. Der Erfolg liegt in unseren Händen, und wir haben keinen anderen Ausweg. Wir müssen aktiv werden, besonders heute, in einer Welt, die sich in der Krise befindet. Jetzt handelt es sich nicht nur um das Überleben des Volkes Israel; der Kollaps nähert sich überall.

Es hat sich eine eigenartige Situation gebildet: alle verstehen, dass die Lage schlecht ist, aber niemand hat eine Lösung. Es sind keine Konflikte der Starken und der Schwachen, der Reichen und der Armen. Im Gegenteil – wir sind auf das globale Problem gestoßen, das sich in einigen Monaten in radikalster Weise zeigen wird.

Unter diesen Umständen müssen wir uns stärker denn je verbinden. Natürlich kommen auf uns schwere Zeiten zu. Es gleicht dem Übergang „des Endlichen Meeres“: solange du nicht ins Wasser springst, wirst du auch keinen Erfolg haben. Aber du hast alle notwendigen Bedingungen, um erfolgreich zu springen. Der Sprung über den Machsom ist problematisch und erfordert einen unbekümmerten Sprung. Aber du erreichst heute einen solchen Zustand, in dem du fähig wirst, diesen Sprung zu machen.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „Das Volk“, 14.08.2011

Keine Liebe ohne Hass

Wenn es sich um die spirituellen Begriffe handelt, dann geht der Hass der Liebe voran.

So, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Anfang geschaffen und zusätzlich die Tora für seine Korrektur gegeben, weil das in ihr verborgene Licht zur Quelle des Guten zurückführt.

Die gute Quelle ist die Liebe. Aber sie kann nicht offenbart werden, wenn nicht zuerst das Böse, der Hass und die Abneigung enthüllt werden. Es gibt kein Ende ohne den Anfang. Man muss sich daran gewöhnen, dass die Liebe und der Hass immer in gegenseitiger Wechselwirkung stehen.

Deshalb finden wir in der Gesellschaft sowohl den Hass als auch die Liebe, und wir verstehen, dass dass das eine ohne das andere unmöglich ist. Wir sind keine schönen Engel, die auf dem unbelebten Niveau konserviert sind, sondern Menschen mit ihrer gesamten grausamen Selbstsucht.

Sofern du danach streben wirst, die anderen zu lieben, insoweit wirst du nur noch den größeren Hass empfinden. Nur dann wirst du mit dem Auszug aus Ägypten und der Ankunft am Berg Sinaj ausgezeichnet werden. Der Berg des Hasses, „der Berg Sinaj“  ist ein Ergebnis unserer ganzen vorhergehenden Arbeit.

Der Turm zu Babel war nur der Anfang, dort wurde noch nichts offenbart. Und deshalb werden 20 Generationen der ersten Kabbalisten, von Adam HaRishon bis zum Abraham, die Stammväter genannt. Es war nur die Anfangsvorbereitung, denn dort wurde kein so großes Verlangen empfunden.

Das erste Mal wurde das Verlangen in Babylon empfunden, und von da aus nimmt die Wissenschaft der Kabbala ihren Anfang. Dort gab es einen kleinen Berg des Hasses, „den Turm zu Babel“, über den man sich erheben konnte. Dort wird die Kabbala, die Wissenschaft über die Vereinigung, geboren. Von da aus stammen die Menschen, die eine Kraft haben, sich über den eigenen Egoismus zu erheben. Auf diese Weise überwiegt die ganze Zeit die Liebe den Hass.

Deshalb ist es nicht tragisch, dass heute der Hass in unserer Welt geöffnet wird. Man muss nur der Krankheit mit dem richtigen Medikament vorbeugen, so dass wir nicht zu lange warten sollen, bis die Schläge uns zur Entwicklung vorantreiben. Den Hass muss man mit dem Verständnis bewusst offenbaren, damit wir ihn richtig verwenden können und uns sicher sind, dass wir es wirklich tun.

Auszug aus dem Unterricht zum Tag der Liebe „Tu Be-Aw“, 15.08.2011

Die Zeit ist gekommen!

Freunde, zum ersten Mal in der Geschichte haben wir uns der wahren Umsetzung der Wissenschaft der Kabbala, der Bestimmung des Menschen und der Korrektur, die die Schöpfung durchlaufen muss, genähert! Das alles liegt nun in unseren Händen, und wir müssen es tun, obwohl es vielleicht sehr schwer oder sogar unmöglich zu sein scheint.

Selbst wenn in uns noch die Angst wohnt, dass wir dazu nicht in der Lage sind, dass wir das nicht können, selbst wenn wir uns unsicher fühlen, lässt sich daran nichts ändern – die Zeit ist gekommen! Die Realität zwingt uns zu handeln. Vor uns enthüllt sich der Ort des Zerbrechens, und wir müssen die Korrektur vornehmen.

Und obwohl wir es gewohnt sind, zu glauben, dass die Kabbala das Studium von irgendwelchen Texten Absichten und Handlungen beinhaltet, die keine sichtbaren Resultate bringen, sondern tief im Inneren, in den Gemütsbewegungen und Empfindungen eines Menschen zum Vorschein kommen, sind wir heute dennoch an einem Punkt angelangt, an dem es sich ebenfalls im Material bemerkbar macht. Das heißt, alles, was wir studieren, und alles, was wir versuchen, in der Absicht umzusetzen, müssen wir deutlich sehen, wie es die Materie beeinflusst und sich in der Welt, in einem neuen Gleichgewicht der Kräfte, im Prozess, der in der Welt stattfindet, materialisiert.

Wir sind an der praktischen Kabbala angelangt! Und wir können unmöglich unsere Mission abbrechen und weglaufen. Wenn wir das, was uns auferlegt wurde, nicht tun, erwarten uns und die ganze Welt dramatische Ereignisse.

Denn jene Kraft, die gekommen ist, um uns beim Vorankommen zu helfen, wird im dem Fall, wenn wir sie nicht richtig nutzen, ihre Einwirkung fortsetzen. Wenn wir jedoch die Gelegenheit verpassen, sie richtig, auf wünschenswerte Art und Weise zu nutzen, wird sie uns selbst entgegen unserem Wunsch und in einer sehr unliebsamen Form benutzen.

Ob wir wollen oder nicht, diese Kraft enthüllt sich heute und muss in uns zum Vorschein kommen. Wir können sie in einen anti-egoistischen Schirm und das reflektierte Licht, in das Maß der Ähnlichkeit mit dem Geben des Schöpfers umwandeln – was kann es besseres geben! Und wenn wir dies nicht tun, wird die gleiche Kraft, die wir nicht in den Schirm und die Absicht, in das reflektierte Licht und das Geben, in das Licht und die Güte umgewandelt haben, in einer umgekehrten Form in uns zu wirken beginnen.

Darum schreibt Baal HaSulam, dass wir eine Zeitung herausgeben sollen und anfangen sollen, zu handeln, damit alle erfahren, welche Aufgabe vor uns steht, und sie erfüllen können.

Auszug aus dem Unterricht über die Zeitung „Die Nation“, 16.08.2011