Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Kongress in Vilnius, 23.03.2012, Lektion 2

Lektion 2

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Kongress in Vilnius, 23.03.2012 Lektion 1

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Der erfolgreiche Mensch

Frage: Welche Kriterien zeichnen einen erfolgreichen Menschen in der Zukunft aus? In der gegenwärtigen Gesellschaft sind es das Vorhandensein eines gut gefüllten Bankkontos, eines Wagens, der Wohnung – welche Werte sind für die Integralgesellschaft wichtig?

Meine Antwort: In der Integralgesellschaft wird der Mensch der Zukunft entsprechend seiner Zusammenwirkung mit anderen Menschen erfüllt.

Es wird weiterhin eine absolut normale Befriedigung seiner physiologischen Bedürfnissen geben: Nahrung, Sex, und Familie. Mehr wird er auch nicht brauchen, weil die gesamte darüber hinausgehende Füllung infolge der gegenseitigen Integralverbindung geschehen wird.

Ein erfolgreicher Mensch ist derjenige, der sich mit anderen erfolgreich verbindet und darin die Füllung findet. Diese Füllung ist spirituell. Sie offenbart ihm ganz neue Verlangen, neue Instrumente, mit denen er seine Existenz als ewig und vollkommen empfinden kann.

Ich denke nicht, dass in der Gesellschaft solche Erfolgssymbole wie der Wagen, die Wohnung usw. bestehen bleiben werden. Die kommende Krise wird nicht schnell vorbei sein. Man sollte nicht hoffen, dass sie plötzlich verschwindet und alles wieder in Ordnung sein wird. Diese Krise wird uns zwingen, das System unserer Werte zu verändern, und wir werden allmählich auf alles verzichten, was für unsere gegenseitige Integralentwicklung nicht notwendig ist. So wird es sein.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 05.02.2012

Du wirst uns nicht biegen können

Frage: Wie kann ein Mensch an der Vereinigung teilnehmen, wenn er auf dem Kongress in Litauen nicht physisch anwesend sein wird?

Meine Antwort: Eigentlich spielt der Ort bezüglich seiner Anwesenheit keine Rolle. Wenn ein Mensch aufgrund von Umständen, die er nicht beeinflussen kann, nicht kommt, dann hat man ihm solche Bedingungen von oben geschickt. Wenn er vor seinem PC-Bildschirm sitzt und alles tut, was in seinen Kräften steht, dann wird er hundertprozentig mit den Freunden vereint sein.

Und außerdem sollten wir verstehen, dass das Licht zu uns in Gewänder gekleidet kommt, so dass wir die Schwierigkeiten, in die es uns bringt, gegen eigene Härte eintauschen sollen. Von mir werden Hartnäckigkeit, Bemühen und Verlangen gefordert: ich überwinde die Schwierigkeiten, die von oben gesandt werden, mittels der eigenen Härte. Ich strebe weiterhin nach der Vereinigung. Darin besteht eben unsere Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 14.03.2012

Die Nötigung zur Liebe

Frage: Was mache ich mit dem Hass gegenüber den Freunden, der auf dem spirituellen Weg offenbart wird?

Meine Antwort: Nimm dir als Vorbild die Autoren des Buches Sohar. Als sie sich versammelten, um „sich mit der Tora“ zu beschäftigen und den Schöpfer zu enthüllen, wurde ihnen zuerst ihr gegenseitiger Hass offenbart. Dies war das Ergebnis der Vorbereitung auf die Vereinigung. Jedesmal wurde ihnen ein neuer Zustand, ein neues Verlangen zu empfangen, eine neue Reshimo – „das informative Gen“ offenbart, und alle empfanden das Gleiche: „Ich hasse alle und ich liebe nur mich, ich wünsche alles für mich“.

Genau das ist die richtige Vorbereitung, die Offenbarung der neuen Bedingungen, die ich jetzt korrigieren soll. Vor allem habe ich den Mangel offenbart und fange mit der Korrektur an. Für die Korrektur brauche ich das Licht der Tora. Denn es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen und die Tora als das Mittel zur Korrektur“. Wenn der böse Anfang enthüllt ist, dann kann ich mich mit dem Wunsch nach Hilfe an die Tora wenden.

Wenn das Böse nicht offenbart wird, dann brauchst du die Tora nicht. In diesem Fall studierst du nicht die Methodik der Korrektur, sondern bloß die Theorie. Die „Tora“ ist das Licht, das zur Quelle zurückführt, welches du aus den Werken der Kabbalisten schöpfst – aber nur in dem Maß, in dem du in dir das Böse enthüllst und darunter leidest. Du strebst nach der Eigenschaft des Gebens, aber das enthüllte Übel behindert dich darin. Es bringt dir keine Leiden oder Misserfolge in diesem Leben, sondern das ganze Problem besteht darin, dass es dich die Eigenschaft des Gebens nicht erreichen lässt.

Folglich ist die Vorbereitung auf den Unterricht sehr wichtig; darüber schreibt Baal HaSulam im 17. Paragrafen des Vorworts zur Lehre der Zehn Sefirot. Gerade so muss man das Studium beginnen. Und überall, wo die Menschen lernen, kannst du prüfen: ob sie zur Enthüllung des bösen Anfangs kommen? Damit ist die innere spirituelle Arbeit gemeint und keine angeblich „offenherzigen“ Geständnisse.

Der Mensch entdeckt das Böse nicht in Bezug auf die Nachbarn, Kollegen oder Familienangehörigen, sondern in Bezug auf seine Freunde – wenn er sie hasst, anstatt sie zu lieben. Von ganzem Herzen und mit aller Kraft versucht er, mit ihnen vereinigt zu werden, und kann es nicht, dabei fühlt er, wie ihm alleine der Gedanke daran abscheulich und verhasst ist.

Es gibt keine stärkere Abtrennung und Abneigung, denn du wirst zur Liebe gezwungen. Es stehen uns wirklich schwere Empfindungen bevor. Erst dann beschäftigst du dich mit der Tora, also mit der Methodik der Korrektur.

Auszug aus der Lektion nach dem Vorwort zur Lehre von Zehn Sefirot“, 13.03.2012

Die Gruppe, als die Garantie für den Erfolg

Die Wissenschaftler denken immer noch, dass der Intellekt unseren Erfolg und unsere Entwicklung garantiert. Der Individualismus des Gelehrten wird höher eingeschätzt als alle anderen Qualitäten. Genies sind schon seit 500 Jahren in Mode!

Aber die weisen Individualisten sind nicht in der Lage, die Menschheit zu motivieren, die Zivilisation weiterzuentwickeln – besonders in der heutigen Zeit, in der die Welt global und abgeschlossen geworden ist und wir uns mitten in einem Netzwerk untereinander verknüpfter Spezialisten wiederfinden.

Heutzutage, wo die Welt mehr und mehr integral wird, entdecken wir, die Individualisten, die Egoisten, die Klugscheißer dementsprechend plötzlich, dass wir nicht verstehen, wie sie aufgebaut ist, und nicht fähig sind, sie zu bewirtschaften. Dafür brauchen wir unseren vereinten, kollektiven Verstand, der nicht auf Wettbewerb beruht, sondern auf Entgegenkommen, auf der korrekt ausgeführten Arbeit in unserem analogen Netzwerk der Verbindung der gesamten Menschheit.

Die alten Fehler der Menschheit korrigieren

Frage: Gestern haben wir die Wiederholung aller sieben Lektionen des Wüstenkongresses abgeschlossen. Könnten Sie das Fazit ziehen und unseren nächsten Schritt bestimmen?

Meine Antwort: Als Nächstes beginnen wir ab der kommenden Woche im letzten Unterrichtsteil an den Artikeln über die Gruppe von Baal HaSulam und Rabash zu arbeiten, um sie so zu adaptieren, dass sie dem modernen Leser näher sind. Ich hoffe, dass es uns ermöglichen wird, uns besser in sie hineinzufühlen und sie besser umzusetzen sowie zu klären, welche Ausdrucksform am besten ist.

Denn hier können viele Fehler begangen werden, und das ist genau das, was die Menschen mit der Wissenschaft der Kabbala gemacht haben. Das ist die älteste Wissenschaft, vor der es gar keine Wissenschaften in der Welt gab. Aus deren Zerbrechen, d.h. deren falschem Verständnis, ist alles hervorgegangen, was heute in der Menschheit existiert. Das zeigt sich absolut in allem: in der Bildung, in der Kultur, in der Familie, in der Wirtschaft, in der Staatsordnung, in der ganzen Welt.

Denn die Kabbala erzählt von den Naturerscheinungen, von den Handlungen des Schöpfers, und unser Unverständnis dessen hat unsere falsche, egoistische Entwicklung zur Folge. Wollen wir hoffen, dass es uns gelingt, alle diese Fragen gründlich zu klären, und es uns hilft, voranzukommen. Dann werden wir den Punkt, zu dem wir auf dem Kongress aufgestiegen sind, weiter entwickeln können.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser ha Sefirot, 08.03.2012

Die eigene Grenze entdecken

Um ein Höchstmaß an Verzweiflung zu erreichen, ist Hilfe von oben notwendig. Wir selbst sind dazu einfach unfähig. Es ist eine großartige Sache, die eigenen Grenzen zu empfinden: hier gibt es mich, und ab hier schon nicht mehr. Nur der Schöpfer kann dieses Zeichen, dieses Maß, die Grenze zwischen Ihm und dem Menschen vorgeben.

Wir überlegen uns allerlei Handlungen und Tricks, so lange, bis wir eines Tages diese größte Verzweiflung erlangen, und in diesem Zustand ein Zeichen von oben sehen. Baal HaSulam schreibt, dass es für den Menschen keinen schöneren Augenblick gibt, als den, in dem er an seinen eigenen Kräften verzweifelt. Dieser Zustand kommt zu ihm vom Schöpfer, und mehr als diesen Zustand kann man nicht erreichen.

Unsere kleinen Bemühungen sammeln sich an wie Geld in einer Spardose, und schließlich bekommen wir einmalig unser Ergebnis in der Form der Offenbarung des höheren Lichtes. Aber es ist nicht irgendeine Spardose, (in die wir einzahlen,) denn alle Anstrengungen werden in einem gemeinsamen Gefäß gesammelt (dem Kli), und das Ergebnis kommt vom Schöpfer. Wann das geschehen wird, weiß niemand. Und deshalb geschieht der Auszug aus Ägypten in Hast und in Finsternis.

Wenn wir uns bemühen, die Einheit zu erreichen und beginnen, daran zusammen zu arbeiten, dann werden plötzlich Verzweiflung, Kraftlosigkeit und Abneigung enthüllt werden. Diese Verzweiflung führt uns zu der Bitte, dass wir Hilfe von oben für unsere Vereinigung brauchen. Und wir schreien hinauf. Nach diesem Schrei wird die Hilfe vom Höheren kommen.

Es ist unmöglich, dem Schöpfer nahezukommen, wenn wir nicht innerlich verzweifeln, und uns dann gemeinsam bemühen. Denn der Schöpfer ist eine Kraft, die gerade in einer gemeinsamen Bemühung offenbart wird, also in der Zusammenarbeit. Der einzelne Mensch hat keinen Schöpfer. Das höhere Licht kann sich nur in einem bis zu einer bestimmten Stufe korrigierten Gefäß befinden und der einzelne Mensch ist ein abgetrennter Teil des Ganzen.

Auszug aus der 6. Lektion des Arava- Kongresses, 25.02.2012

Der Machsom ist nur in deinem Herzen

Arava-Kongress. Lektion 3

Frage: Alle, die sich auf unserem Kongress versammelt haben, und die ganze Weltgruppe sind in Wirklichkeit innerhalb meiner Wahrnehmung vorgestellt. Sie alle wollen nur dasselbe, nämlich den Schöpfer enthüllen. Wieso sträube ich mich dann mit Händen und Füßen dagegen?! Wenn sie alle Teile von mir sind, dann habe ich diesen Machsom doch selbst gezeichnet. Ich will den Machsom durchbrechen, aber er existiert doch nicht wirklich?

Meine Antwort: Diese Bariere – Machsom, existiert nur in deinem Herzen. Es ist nur eine psychologische Barriere. Ich bin verpflichtet, meine Blickrichtung umzukehren und nicht mich, sondern die Freunde zu sehen. Diese Umkehrung, diese Inversion, die ich durchzuführen verpflichtet bin, und dennoch unfähig bin zu erzeugen, wird „Machsom“ genannt.

Aber wenn wir uns gemeinsam bemühen, und beginnen, uns auf diese Weise der Gruppe gegenüber zu verhalten, sie wichtiger als uns selbst zu nehmen und ihr zu gestatten, ins Herz einzugehen, dann hilft dieser gemeinsame Gedanke. So wie gesagt ist: „Der Mensch wird seinem Nächsten helfen“, und das gibt jedem die Kraft, es zu verwirklichen.

Rabasch schreibt, dass jeder von uns nur eine sehr kleine Kraft des Strebens nach Spiritualität, nach diesem Umbruch hat, aber zusammen sind wir fähig, ihn zu vollbringen. Da jeder von uns die Kraft von allen bekommt.

Lasst uns diese gemeinsamen Anstrengungen unternehmen, jeder einzelne und alle zusammen, hier auf dem Kongress und in der gesamten, weltweiten Gruppe. Und gewiß werden wir vorankommen! Es gibt hier kein unüberwindliches Hindernis. Es ist unsere einzige freie Handlung. Der Schöpfer erwartet sie von uns. Die Welt erwartet das von uns, obwohl sie es noch nicht versteht.

Es gibt hier nichts zu tun, außer dass jeder sich in alle einschließen soll oder es allen ermöglichen soll, in sein Herz einzugehen. Wenn wir zusammen daran denken werden, dann werden wir erkennen, was sich ergeben wird. Wir sind gekommen, um den Übergang über den Machsom zu verwirklichen. Lasst uns uns darum bemühen! Hier und jetzt!

Auszug aus der 3. Lektion des Arava-Kongresses, 24.02.2012

Das Erwachen der Welt

Die Welt wartet unbewusst auf Veränderungen. Sie weiß noch nichts von der Korrektur, die sie so sehr braucht. Deshalb sollten wir uns so schnell wie möglich auf die Rolle eines Lotsen vorbereiten.

Heute ist deutlich geworden, dass die Regierungen ihre leitende Funktion verlieren. Die Entwicklung der Welt nach den materiellen Gesetzen ist abgeschlossen. Die zwei Welten haben sich einander so angenähert, dass die spirituelle „Induktion“ auf uns von oben einwirkt, wobei es noch nicht ganz zu spüren ist. Von der Menschheit wird heute ein richtiges Erwachen gefordert – und das ist eure Aufgabe. Aber dazu müsst ihr vereinigt werden. Bei dem Schrei um Hilfe kann ich euch nicht helfen. Wenn ihr gemeinsam mit den Freunden nach Verbindung strebt, euch wieder und wieder darum bemüht, dann werdet ihr euch auf die richtige Bitte, auf den richtigen Schrei einstimmen können. Das Wichtigste hierbei ist, verknüpft zu werden, damit alle eure Verlangen ineinander fließen können. Da kann ich nichts für euch tun, denn hier geht es um Verlangen, die sich gegenseitig beeinflussen und voneinander abhängig sind.

Auszug aus der 6. Lektion des Arava-Kongresses, 25.02.2012