Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wünsche'

Was kann man tun, wenn man innerlich ausbrennt?

Bemerkung: Ich habe ganz normal gelebt, ganz normal gearbeitet, war voll bei der Arbeit, und plötzlich wurde alles leer, alles wurde sinnlos. Es gibt Arbeit, es gibt einen Job, es gibt Geld, aber ich sehe keinen Sinn darin.

Antwort: Das ist ganz normal. Das ist menschliches Wachstum. Das ist die schrittweise Entwicklung des Menschen.

Der Egoismus wird nicht erfüllt. Er ist immer noch derselbe Egoismus, unsere Grundlage. Früher wurde er erfüllt, er genoss die Arbeit, die Ehre, den Ruhm, das Wissen, das Geld, die Möglichkeit, all das irgendwie zu verwirklichen, und heute ist das nicht mehr der Fall. Ihm ist die Meinung der anderen egal, ihm ist der Aufstieg auf irgendeiner Leiter nicht mehr wichtig.

Man kann sagen, dass es eine Art Müdigkeit gibt, so wie bei jedem Metall, jedem Material. So ist es auch hier.

Bemerkung: Das nennt man „Burnout”, es gibt sogar einen Begriff dafür.

Antwort: Burnout. Es ist ein guter Ausdruck, ja.

Der Egoismus hat auf eine andere Arbeitsweise umgeschaltet. Es reicht ihm nicht mehr, dass er alles bekommt – das, was früher Zufriedenheit, Erfüllung, Eitelkeit hervorgerufen hat und so weiter. Heute reicht es nicht mehr. Was soll man tun? Ich weiß nicht, wofür ich etwas tun soll, wofür ich leben und arbeiten soll. Ich weiß es nicht! Das interessiert mich überhaupt nicht.

Es gibt einfach keine Befriedigung, keine Erfüllung, keine Sättigung. Wofür lohnt es sich zu arbeiten oder sogar zu leben? Nein. Das war’s. Gib mir eine Tablette und Schluss. Die Menschen werden bald soweit sein!

Bemerkung: Ja, ich habe das Gefühl, dass sie so weit sind, das ist sicher.

Antwort: Warum nicht? Das ist die Befreiung von Leiden. Ich möchte alles vergessen und einfach einschlafen.

Frage: Gib uns jetzt eine Tablette. Ihr habt uns jetzt, sagen wir mal, in diese Sackgasse geführt. Ich habe sogar genau gespürt, dass es so kommen wird, ich war mir fast sicher, dass es so kommen wird. Was soll ein Mensch in einer solchen Situation unternehmen?  Sie behaupten die ganze Zeit, dass es einen universellen Aufschrei geben wird.

Antwort: Ja, aber dieser Schrei ist das Bewusstsein des wahren Verlangens, den Sinn des Lebens zu verstehen. Das heißt, wofür brauche ich das alles? So sehr, dass sogar Kinder, das Wichtigste für einen Menschen, besonders für eine Frau, keine Freude mehr bereiten.

Und alles ist da, absolut alles ist da, aber ich kann nicht einmal mechanisch meine Arbeit machen, etwas für sie tun. Na ja, was soll’s! Das ist echte Verzweiflung über die Unerfülltheit des egoistischen Klis.

Frage: Wann kommt denn nun die Erlösung?

Antwort: Die Erlösung von diesem Zustand kommt, wenn ein riesiger Aufschrei zum Himmel aufsteigt und die Menschheit danach versteht, wozu sie eigentlich existiert. Nicht vorher.

Erst dann, wenn sich ein echtes Bedürfnis nach dem Verständnis des Sinns des Lebens zeigt. Wir werden es erleben!

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman”

 

 

Gebt mir eure Wünsche!

Frage: Wie verbinden wir uns miteinander?

Antwort: Ich habe den Wunsch, etwas Erhabenes zu erreichen – in die höhere Welt zum Schöpfer aufzusteigen, zur Wurzel meiner Seele, zu etwas Unbekanntem.

Ursprünglich ist in jedem Menschen dieses Streben angelegt – das Streben, seine Wurzel, den Sinn seines Lebens zu erkennen. Es liegt in jedem von uns, doch bei dem einen zeigt es sich jetzt, bei einem anderen zeigte es sich in einer früheren Inkarnation, und bei einem dritten wird es sich in der nächsten zeigen.

Meine Wurzel befindet sich im Schöpfer. Von dort bin ich in diese Welt herabgestiegen. Und jetzt streben wir beide wieder nach oben. In jedem von uns ist diese Wurzel der Seele, der Punkt im Herzen, erwacht.

Weder du noch ich können mit unseren einzelnen Punkten etwas erreichen. Aber wir werden es schaffen, wenn wir sie verbinden – wenn du meinen Punkt mit deinem vereinst und ich deinen mit meinem.

Wie? Dafür müssen wir uns bemühen, unsere Herzen zu verbinden. Die eigentliche Einheit wird von oben kommen – durch das Licht, das zur Quelle zurückführt –, doch dafür musst du von allen, die hier sind, ihre spirituellen Wünsche erwerben.

Du erwirbst sie durch deine Bitte. Das Verlangen bewegt alles, denn es ist der Stoff der Schöpfung. Ich will, ich sehne mich danach, dass ihre zum Schöpfer gerichteten Wünsche zu meinen werden. Ich möchte, dass in mir ein einziges großes Verlangen entsteht, das aus all den individuellen Wünschen besteht.

Fang an, darüber nachzudenken, und du wirst sehen, wie dich das den Menschen näherbringt – nicht so sehr körperlich, sondern innerlich: Du wirst beginnen zu fühlen, was in ihren Herzen ist, und dein eigenes spirituelles Verlangen wird sich aus einem Punkt in eine Sphäre, in eine „Kugel“, in ein „Gefäß“ verwandeln.

Und in diesem gemeinsamen Verlangen wirst du den spirituellen Strom, das spirituelle Leben, spüren.

Darum fordere: „Ich will eure Wünsche! Braucht ihr meine? Ich bin bereit, bitte. Lasst uns nur eine Gruppe bilden, in der jeder sein Herz mit den Herzen der Freunde verbinden will.“

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Aus der 1. Lektion des Kongresses in der Arava

Wie kann man das Gebet aus dem Herzen erwecken?

Frage: Wie kann man erreichen, dass die Worte des Gebets ein wahres Gebet aus dem Herzen erwecken – idealerweise aus einem gemeinsamen Herzen?

Antwort: Das ist tatsächlich eine tiefgehende Frage.

Jeder von uns hat scheinbar einen gewissen Chissaron (Mangel). Doch was fehlt uns, damit sich unsere persönlichen Empfindungen des Exils, also der Trennung vom Schöpfer, zu einem gemeinsamen Verlangen vereinen?  Das ist eine sehr schwierige Frage.

Was bedeutet es, wenn es in einer Gruppe Wünsche gibt, die sie nicht erfüllen kann? Solche Wünsche verbinden sich mit den Mängeln anderer Gruppen. So entsteht ein umfassenderes, vollkommeneres Verlangen, und auf ein solches wird der Schöpfer mit Sicherheit antworten.

Mehr kann man dazu nicht sagen. Das alles wird im Herzen empfunden. Unsere Worte jedoch löschen buchstäblich unsere Empfindungen aus, das Fundament dieser Worte, sodass das Gesagte leblos bleibt.

Das Problem ist: Du hast deine Worte vorbereitet, vielleicht sogar tief darüber nachgedacht – aber wenn du sie aussprichst, spürst du ihre Leere. Leer! Ohne etwas Echtes, das den Schöpfer berühren oder erschüttern könnte.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Zuerst fordern und bitten.“

 

Zum Fest der Liebe

Frage: Der 15. Aw gilt laut jüdischer Tradition als Fest der Liebe. Die Menschen suchen ihr ganzes Leben lang nach Liebe. Man kann sagen, dass sie das begehrteste Gut ist. Es ist nicht leicht, sie zu finden und doch gibt der Mensch nicht auf und setzt seine Suche fort.

Selbst nach einer Enttäuschung, verlieren sie nicht die Hoffnung, von vorne anzufangen und eine neue Liebe zu finden. Man sagt, dass Liebe ein Wunder sei. Was macht die Liebe so anziehend, dass wir für sie zu allem bereit sind?

Antwort: Die Menschen suchen nach Liebe und können sie in dieser Welt nicht finden. Denn Liebe ist das Ergebnis der Verbindung unseres Verlangens, unserer Basis und seiner Erfüllung. In der Kabbala wird das Verlangen als Gefäß bezeichnet und das Licht als Füllung, denn die Schöpfung ist das Verlangen und der Schöpfer ist die Füllung.

Wir müssen diesen Zustand vollständig begreifen, damit unser Verlangen mit dem höheren Licht erfüllt wird und sich auf der Stufe der Höheren Kraft erhebt, indem es sich quantitativ und vor allem qualitativ entwickelt. Deshalb jagen wir ständig der Liebe hinterher.

Um zu verstehen, was Liebe wirklich ist, müssen wir auf die spirituelle Wurzel schauen, denn ohne sie können wir nicht verstehen was geschieht. Es gibt ein wichtiges Phänomen in unserem Leben das alle erfasst, denn niemand kann sich von der Liebe befreien und gleichzeitig weiß niemand, was sie wirklich ist.

Es wurden unzählige Romane und Bücher geschrieben, viele Filme gedreht, die ganze Menschheit dreht sich nur um das Thema Liebe, aber niemand weiß, was sie ist. Das liegt daran, weil die Liebe aus einer höheren Quelle stammt – vom Schöpfer, der die niedere Kraft, also die Schöpfung, erschaffen hat, damit diese sich dem Schöpfer annähert und sie in Liebe vereint.

Was könnte schöner sein! Das ist eine sehr bewegende Geschichte: Die höhere Kraft hat uns alle erschaffen, damit wir uns ihr nähern, uns umarmen und in Liebe verbinden. Wir verstehen aber nicht, was diese Liebe ist, denn sie muss wahrhaftig sein. 

Alle träumen von wahrer Liebe, besonders Frauen. Frauen spüren ein größeres Bedürfnis nach Liebe, aber auch sie wissen nicht, was sie wirklich ist.

Wahre Liebe bedeutet, dass man den anderen liebt und nicht sich selbst! Man erfüllt seinen Partner und man wird nicht durch ihn erfüllt. Es geht also überhaupt nicht um Sexualität, sondern darum, dass man alle Wünsche des anderen erfassen möchte und sich daran erfreut, ihn zu erfüllen. Das ist Liebe.

Eine solche Liebe kann völlig unabhängig von der Beziehung zwischen Mann und Frau sein. In der Kabbala werden der Gebende als „männlich“ und die Empfangende als „weiblich“ bezeichnet, unabhängig vom biologischen Geschlecht. Dieses Prinzip ist spirituell und geht über körperliche Unterschiede hinaus.

Um wahre Liebe zu erfahren, muss man sich über seinen Egoismus erheben. Man liebt nicht, weil es als angenehm oder schön erscheint, nicht wegen des Aussehens oder den Eigenschaften des anderen.

Man achtet weder auf ein schönes Gesicht, Beine, Haare, noch auf äußere oder innere Eigenschaften der Frau. Man sucht danach, wie man sie erfüllen kann, indem man sich über jede egoistische Einstellung ihr gegenüber erhebt.

In diesem Sinn kann auch ein Mann das Objekt spiritueller Liebe sein. Die Kabbala spricht von der Liebe zu Freunden, einer Verbindung, die weder körperlich noch intim ist, sondern auf gegenseitigem Geben beruht. Liebe bedeutet, dass jeder bereit ist, sein inneres Verlangen zu offenbaren, damit es vom anderen erfüllt werden kann und umgekehrt. So entsteht eine gegenseitige, bedingungslose Verbindung, die man als Verschmelzung bezeichnet.

Man spürt die innersten Wünsche seines Nächsten und bemüht sich, sie zu erfüllen, während er dasselbe für mich tut. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand Mann oder Frau ist, diese Art von Liebe ist rein spirituell und unabhängig von Körper oder Geschlecht.

In einer solchen Liebe kann es nicht einen geben der liebt und einen anderen der geliebt wird. Jeder ist gleichzeitig Gebender und Empfangender.

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Aus dem 601. Gespräch über das neue Leben

 

Funken, die die Dunkelheit erhellen

Warum sollten wir auf dem Weg zur Heiligkeit, zur Offenbarung des Schöpfers, zur Anhaftung, zur Korrektur der gesamten Schöpfung, uns an unreine Wünsche, Klipot, nähren? Wozu sind sie notwendig? Wir müssen verstehen, dass der Schöpfer das Zerbrechen bewusst vorgenommen hat, um egoistische Wünsche und Wünsche des Gebens zu vermischen.

Während wir daran arbeiten, zu klären, was Unreinheit (Klipot) bedeutet und was Heiligkeit bedeutet und wie wir Heiligkeit aus den Klipot hervorbringen können, wachsen wir dadurch und erlangen Verstand, Sensibilität und Verständnis dafür, was der Schöpfer erschaffen hat: warum Er die Schöpfung schuf, die aus Licht und Dunkelheit, aus dem Wunsch zu genießen und dem Wunsch zu geben gewoben ist und wie wir das eine vom anderen trennen können.

Unser ganzes Leben ist eine Suche, Enttäuschungen, und Schwierigkeiten. All das, damit wir aus all diesen Reibungen zwischen Nehmen und Geben, zwischen Licht und Dunkelheit Funken gewinnen können. Einfach nur Licht oder nur Dunkelheit können uns nicht helfen, sondern nur wenn wir sie miteinander kollidieren lassen, als würden wir einen Stein gegen einen anderen schlagen und Funken sprühen lassen.

Genau diese Funken erfüllen uns und führen zu so hohen Erkenntnissen über die Materie hinaus, dass wir darin den Schöpfer zu erkennen beginnen. In der Schöpfung gibt es keine Möglichkeit, den Schöpfer direkt zu erfassen, Ihn zu verstehen und zu fühlen.

Doch gerade durch diese Reibung, die die Funken erzeugt, welche die Dunkelheit erhellen, können wir beginnen, den Weg zu verstehen, den der Schöpfer für uns vorbereitet hat. Wir durchlaufen viele schwierige Zustände und plötzlich blitzt in völliger Dunkelheit des Unverständnisses eine Erkenntnis auf, dann noch eine und noch eine, die es uns ermöglicht den Schöpfer zu erkennen.

Nachdem wir mehrere solcher Funken entzündet haben, spüren wir bereits, wie wir den Schöpfer und Seine Handlungen kennenlernen müssen.

(289112)

Aus dem Unterricht zum Artikel Nr. 36 aus dem Buch „Shamati“

 

Basierend auf Absicht

Frage: Womit beginnt die Entwicklung von unserem gegenwärtigen Zustand?

Antwort: Wir müssen unsere Handlungen nicht verändern, sondern ihnen vielmehr die richtige Absicht geben. Das ist der grundlegende Unterschied.

Der Mensch begeht weder gute noch schlechte Taten, alle seine Verlangen bleiben bestehen und müssen erfüllt werden. So wie es vor der ersten Einschränkung, als Malchut noch erfüllt war, gewesen war, so wird es auch am Ende der Korrektur sein. Durch die erste Einschränkung wird jedes Verlangen, mit der Absicht zu geben, erbaut.

Das heißt, der Mensch sollte sich nicht auf seine Handlungen konzentrieren. Der Schwerpunkt liegt auf der inneren Verbindung mit dem Schöpfer. Man lehrt den Menschen nicht, was er tun soll, sondern wie er die Verbindung mit dem Schöpfer herstellen kann. Wenn er den Wunsch verspürt, eine Verbindung zum Schöpfer herzustellen, dann ist die Verschmelzung mit Ihm sein Endziel. Er muss einen Weg für diese Verbindung finden – das ist das sogenannte „Ende des Seils“. 

Genau das lernt der Mensch: Wie man das „Ende des Seils“ ergreift, wie man kontinuierlich an diesem Seil der Absichten aufsteigt. 

Das Erklimmen dieses „Seils“ der Absicht wird als das Erklimmen der spirituellen Leiter von Welt zu Welt bezeichnet, bis man hundert Prozent Absicht, hundert Prozent Verbindung erreicht.

Was die Wünsche des Menschen betrifft, so wird sich die Art seiner Handlungen entsprechend seiner Absicht ändern, doch die Handlungen selbst bleiben unverändert. Er wird weiterhin essen, trinken, Nachkommen zeugen, arbeiten – alles wird so bleiben. 

Ausschließlich durch die innere Absicht wird der Mensch seine Handlungen auf natürliche Weise anpassen. Er braucht sich nicht einzuschränken. Dies wird dadurch geschehen, dass seine innere Welt eine andere Beziehung zwischen Gedanken und Handlungen herstellen und sie filtern wird, aber nur auf der Grundlage seiner inneren Entwicklung, ohne jegliche äußere Unterdrückung von unserer oder einer anderen Seite.

Wir sehen, wie nutzlos Unterdrückung ist. Was kann die Polizei tun? Was können alle Gefängnisse der Welt erreichen? Nichts! Erziehung kann nur auf einem persönlichen Vorbild beruhen. Das Ziel ist es, dem Menschen eine Verbindung zur Höheren Kraft zu vermitteln, von der er alles erhält. Dadurch wird sich der Mensch letztlich verändern.

Es ist unmöglich, den Menschen mit anderen Mitteln zu verändern. Wir haben in der Geschichte alle möglichen Methoden gesehen und keine hat funktioniert – keine! Man hat im Universum überhaupt nichts zu tun, außer seine Absicht zu verändern.

[344677]

Aus der Lektion zum Artikel „Bürgschaft“

 

„Heiliges Volk“ und „Königreich der Priester“

Kommentar: Im Artikel von Baal HaSulam “Bürgschaft”, P.27 steht geschrieben: Die wahre Belohnung ist es, mit Ihm zu verschmelzen, was das Ziel der Schöpfung ist. Genau diese Belohnung wird in den Worten „ein heiliges Volk“ ausgedrückt, denn durch das Verschmelzen mit Ihm werden wir geheiligt, da es heißt: „Ihr sollt heilig sein, denn ich, der Ewige, euer Gott bin heilig“ (Levitikus 19,2).

Wir sehen, dass die Worte „Königreich der Priester“ jede Art von Arbeit ausdrückt, die auf „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ beruht.

Es gibt eine Korrektur, und es gibt das, was durch sie erreicht wird. „Königreich der Priester“ und „Heiliges Volk“ sind zwei Stufen. „Königreich der Priester“ bedeutet, die Eigenschaften des Gebens zu erlangen: Bina, Guf, Emuna (GE).

Es wird gesagt, dass die „Priester“ keine Verbindung zur “Erde” haben. Das bedeutet, wir befassen uns nicht mit Wünschen, wir korrigieren sie nicht, sondern wir erwerben auf dem Hintergrund aller Wünsche die Absicht um des Gebens willen– wir geben um des Geben willen. Das ist es, was man das „Königreich der Priester“ nennt. Alles ist nur für den Schöpfer. Wir erwerben die gleichen Eigenschaften, die in Bina vorhanden sind, also die Eigenschaften des Schöpfers.

Was bedeutet „Heiliges Volk“? „Das Volk“ – sind diejenigen, die Kelim empfangen; wir beginnen bereits, sie um des Geben willen zu benutzen.

Der Zustand „des heiligen Volkes“, bedeutet nach Rabbi Schimon auch, dass der Mensch allen Völkern der Welt dient (außer den Völkern der Welt in ihm), d.h. man arbeitet um des Geben willens mit allen empfangenden Gefäßen. Das nennt man, ein „Licht für die Völker“ zu sein.

[344593]

Aus der Lektion zum Artikel „Bürgschaft.“

 

Das multidimensionale „Lego“ der Schöpfung

Der Schöpfer erschuf ein einziges Verlangen, das sich ursprünglich in völliger Einheit mit dem es erschaffenden Licht befand – in einer Verschmelzung, die durch die Kraft des Lichts aufrechterhalten wurde.
Dies ist der allererste Zustand – und aus Sicht des Schöpfers bereits ein absolut vollkommener. Doch die Schöpfung empfindet ihn nicht! Schließlich ist dies ein vom Schöpfer geschaffener Zustand, dem das Bewusstsein der Schöpfung fehlt. Im Grunde gibt es hier noch gar kein Geschöpf – es existiert lediglich etwas, das erschaffen wurde und durch die Kraft, die es erschuf, existiert.

Deshalb muss das Geschöpf einen langen Weg zurücklegen, um zum Bewusstsein seiner selbst zu gelangen – und auf diesem Weg gibt es mehrere Etappen. Anfangs existiert es scheinbar gar nicht, als wäre es „aus dem Nichts erschaffen“ (Jesh mi Ajn). Doch am Ende dieses Weges soll das Geschöpf zu „etwas, das aus Etwas hervorgeht“ werden (Jesh mi Jesh) – wie der Schöpfer selbst.

Diesen Unterschied, vom Jesh mi Ajn zum Jesh mi Jesh, überwindet das Geschöpf allmählich, durch seine stufenweise Entwicklung, bis es schließlich eine zweite Natur erlangt – die Natur des Schöpfers.
Doch dafür muss es ständig eigenständig handeln, um sich selbst zu begreifen: Was ist das Geschöpf – Jesh mi Ajn, und was ist der Schöpfer – Jesh mi Jesh, und worin besteht der Unterschied zwischen beiden?

Es muss ständig diese beiden Zustände klären, sich mit ihnen einverstanden oder nicht einverstanden erklären – also zum Ausdruck bringen, was es will, nachdem es die Wahlfreiheit erhalten hat.
So nähert sich das Geschöpf immer mehr der Form des Schöpfers an und übernimmt sie nicht deshalb, weil sie angenehmer oder vorteilhafter ist – also nicht entsprechend seinem natürlichen, egoistischen Streben – sondern weil es tatsächlich die Eigenschaften des Schöpfers erwirbt, die Eigenschaften reines Gebens.

Jegliche Erkenntnis ist nur durch Ähnlichkeit der Eigenschaften möglich. Andernfalls ist es unmöglich, den Schöpfer oder irgendeine Seiner Eigenschaften zu begreifen oder zu verstehen, wenn man nicht selbst über diese Eigenschaft verfügt. Damit das Geschöpf den Schöpfer in seiner ganzen Fülle begreifen und ihm gleich werden kann, teilt der Schöpfer jenen Zustand, in dem Er sich mit der Schöpfung in Einheit befindet, in viele Teile auf – in aufeinanderfolgende Zustände, verschiedene Wünsche und Gedanken.

Man kann sich das vorstellen wie ein „Lego“ oder ein „Puzzle“, aber nicht flach oder dreidimensional, sondern mit einer unendlichen Anzahl von Dimensionen. Und jedes einzelne Teil dieses Legos besitzt unendlich viele Seiten, über die es mit allen anderen verbunden ist – so dass kein einziger Teil etwas Eigenes hat, sondern sein oberer Teil immer zum Höheren gehört und sein unterer Teil zum Niedrigerem darunter.

Sie sind alle so miteinander verbunden, dass keiner etwas Eigenes hat – außer einem einzigen zentralen Punkt: dem Punkt auf dem „Tabur“ (Nabel). Genau dort entscheidet jeder für sich, wie er sich mit seinem Verständnis und seiner Erkenntnis einbringen kann, um an dieser Verbindung, in die er nicht freiwillig geraten ist, teilzuhaben und all seine Kraft und seinen Willen dafür einzusetzen, diese Verbindung aufrechtzuerhalten!

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Der Nutzen des gemeinsamen Lesens von Artikeln

Frage: Wie können wir lernen, das Verlangen unserer Freunde nach Spiritualität richtig aufzunehmen?

Antwort: Versucht, euch mit ihnen zu verbinden, sodass ihre Fragen zu euren eigenen werden und ihre Wünsche und Sehnsüchte zu euren. Es ist wie bei einer Mutter, die die Wünsche ihres Kindes so stark in sich aufnimmt, dass sie zum Mittelpunkt ihres Lebens werden – sie lebt für ihn.

Frage: Im Prinzip geschieht diese Art der Aufnahme sogar auf körperlicher Ebene, wenn wir uns zu unseren Treffen versammeln. Wenn jemand etwas mit anderen teilt, ist es, als würde er sich selbst eine Antwort geben. Funktioniert das auch auf der Ebene des Denkens, wenn ein Mensch seine Gedanken durch einen anderen verarbeitet?

Antwort: Natürlich, absolut. Das geschieht, sobald ein Mensch beginnt, etwas anderen zu erklären oder auch nur für sich selbst aufzuschreiben – ohne sich direkt mit jemand anderem zu verbinden.

Frage: Ist das der Grund, warum Sie sagen, wir sollten alle Artikel Ihres Lehrers Rabash verinnerlichen?

Antwort: Das ist etwas völlig anderes. Wenn du die Artikel von Rabash verinnerlichst, verbindest du dich mit dem Autor – also mit einer Stufe, die weit über deiner eigenen liegt.

Frage: Was geschieht, wenn Menschen diese Artikel gemeinsam lesen und diskutieren?

Antwort: Durch das gemeinsame Studium investieren die Menschen auch ineinander. Dadurch entsteht eine gewaltige Gelegenheit – ein breites, gemeinsames Gefäß, in dem sie erfassen können, was Rabash tatsächlich sagen wollte. Denn ihre kleinen individuellen Verstände verbinden sich und vervielfachen sich dadurch um ein Vielfaches.

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Aus KabTVs „Ich bekam einen Anruf. Rabashs Artikel“ 

Die Einsamkeit hält uns in Ägypten zurück

Frage: Was hält einen Menschen am meisten in Ägypten zurück?

Antwort: Der Mensch vergisst, dass das Spirituelle nur innerhalb der Verbindung empfangen wird. Ansonsten wird seine Arbeit zu der der Ägypter. Wenn man alleine arbeitet, wird man als Sklave des Pharaos bezeichnet.

Man muss sich immer durch die Gruppe überprüfen, denn man hat kein anderes Bezugssystem. Man hat uns zerbrochene Gefäße und Wünsche gegeben, die unter uns verteilt sind, denn jeder ist in allem einbezogen. Deshalb versteht man nicht, was geschieht. Man muss beginnen, sich in der Gruppe zu organisieren, um sie in die Form eines spirituellen Parzufs zu bringen.

Diese Form sollte so beschaffen sein, dass die höchste Kraft, der Schöpfer, in diesem Gefäß offenbart wird. Darin besteht die Arbeit: Zehn Sefirot zu bilden, nicht neun oder elf – zehn, nicht mehr und nicht weniger. Jedes Geschöpf besteht aus zehn Sefirot.

Man muss seinen Platz in diesem Parzuf finden – jene, die sich im Geben miteinander verbinden wollen. Das entspricht dem Galgalta we Ejnaim, dem „Israel“. Die anderen sind ACHaP, die sich uns anschließen und uns helfen. Wie kann man wachsen? Man wächst mithilfe von ACHaP. Je größer die ACHaP ist, desto größer kann unser Teil von GE über ihm sein. Also bauen wir Awiut (Dicke, Verlangen) auch in GE auf und beginnen danach, mit der wahren ACHaP zu arbeiten.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash