Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wünsche'

Die Kunst, sich zu annullieren

Frage: Wie kann ich prüfen, inwieweit ich mich annulliere?

Meine Antwort: Die Selbstannullierung kann innerlich und äußerlich sein. Und ich muss mich selbst überprüfen, ob ich meinen Egoismus nur äußerlich annullieren kann, d.h. ob ich bereit bin, dem anderen entgegen zukommen, zu helfen, das zu tun, was er sagt, obwohl ich es anders machen würde.

Das wird als äußere Selbstannullierung bezeichnet, wenn ich mein inneres Verlangen, meinen eigenen Verstand und die Sicht der Situation stoppe und zurückhalte und das tue, was der andere sagt – wie ein treuer Diener, der die Wünsche seines Herrn erfüllt. Obwohl er es selbst anders, vielleicht sogar hundertmal besser machen würde, annulliert er sein Verlangen vor dem Verlangen des Herrn. Diese Selbstannullierung betrifft jedoch nur die Handlung selbst – er führt einfach den Befehl aus, wie beim Militär.

Es gibt jedoch eine noch höhere Stufe, wenn du dich auch innerlich, im Verstand, annullierst und den fremden Verstand höher als deinen eigenen annimmst. Das heißt, du hältst seine Gedanken und Entscheidungen für besser und richtiger als deine eigenen. Und das – nachdem du sie überprüft und deine Berechnungen mit seinen verglichen und gesehen hast, dass er unrecht hat und viel schlimmer in seinen Berechnungen und Vorhaben ist, als du es bist. Doch du nimmst seine Entscheidungen an, weil sie für dich am wichtigsten sind. Du schätzt ihn mehr als dich selbst und wählst bewusst seine Entscheidungen.

Denn du verstehst, dass du deine Berechnungen in deinem Egoismus durchgeführt hast. Deshalb entscheidest du nach all dem, dass er wichtiger ist, und nimmst seine Entscheidungen durch den Glauben über dem Verstand an. Von nun an dienen seine Verlangen, Berechnungen und Handlungen als Beispiel für dich, und du schließt dich ihnen mit Herz und Seele an.

Du hast keine Beweise dafür, keine Unterstützung, doch du machst es so, weil, nachdem du dich auf diese Weise an die Gruppe, an den Freund, an den Lehrer angeheftet hast, du ein Verlangen erhältst, an dem du um des Gebens willen arbeiten kannst. Du wirst bereits sowohl über das Verlangen zu geben als auch über die Handlung und über den Gedanken verfügen.

Doch das alles bezieht sich nicht auf unsere Verbreitungsarbeit – sie muss ein für alle Mal vollkommen von der Arbeit in der Gruppe getrennt werden. Verbreitung ist mit der Arbeit in einem Betrieb zu vergleichen und hat nichts mit der inneren Arbeit zu tun.

Als ich an der Seite meines Lehrers Rabash war, habe ich ihm oft Ratschläge gegeben, die das normale Leben betrafen: wohin und wie wir fahren sollten. In einem solchen Fall unterhalten wir uns wie zwei normale Menschen, die eine einfache, alltägliche Handlung besprechen. Wenn aber die Rede von der Selbstannullierung ist, dann ist die Anordnung auf den spirituellen Stufen und die Einstellung dieser gegenüber gemeint.

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Leben und Tod, Teil 7

Werden Sie ein Mensch

Frage: Die Kabbalisten sagen: „ Die Aufgabe des Menschen besteht darin zu existieren. Sie haben kein  Gefühl für das Leben und den Tod. Wenn dieses Gefühl vorhanden ist, bedeutet es, dass die Person noch nicht über ihr tierisches Niveau hinausgewachsen ist, sie ist noch nicht Mensch geworden. Ein Mensch ist derjenige, der ewig existiert und sich als solcher fühlt. Wie ist das möglich?

Antwort: Wenn der Mensch diese Welt nicht niedriger als sich selbst wahrnimmt, dann ist er auf einer höheren Stufe. Er nutzt die ganze Welt, aber nur um sich zum Spirituellen hinzubewegen.

Wenn wir in unsere Vereinigung die gemeinsame, gegenseitige Kraft des Guten und der Liebe, die „ Schöpfer“ genannt wird offenbaren, dann ist die spirituelle Welt unsere Verbindung.

Frage: Was ist die Stufe „ Mensch“?

Antwort: Der Mensch ist Adam, was von dem Wort “Adomae“, „dem Schöpfer ähnlich sein“ abstammt. Er ist in der Eigenschaft des Gebens und der Liebe wie der Schöpfer. In dieser Hinsicht ist es möglich, darüber zu sprechen, wer von uns, wie viel Mensch ist.

Frage: Verstehe ich richtig, dass ein Mensch, der eine gewisse spirituelle Stufe erreicht hat stirbt und dann in einem Körper wiedergeboren werden muss?

Antwort:  Wir sprechen über Wünsche und Absichten, nicht über den Körper.

Frage: Nehmen wir an, ein Kabbalist stirbt, wird wiedergeboren und durchläuft mehrere Entwicklungen. Die erste Stufe ist, wie bei jedem anderen Menschen auch, eine unbewusste Entwicklung. In ein paar Jahrzehnten wird er schnell zum Kabbalisten, dann hilft er anderen. Ist das richtig?

Antwort:  Sehr primitiv. Schließlich gibt es einen „Ibur Nashamot“, eine Trennung, eine gegenseitige Verschmelzung der Seelen. Es ist eine Bewegung, Verbindung und deshalb kann man nicht sagen, dass all dies geschieht. Alles ist viel komplizierter, weil es sich um ein einziges System handelt.

Sobald wir uns von der Erde (von unserer Welt) lösen, betreten wir sofort die Höhere Welt. Und dort gibt es ganz andere Zustände. Es existiert keine Trennung zwischen den Seelen, so wie in unserer Welt, in der sie sozusagen durch einen Körper getrennt sind. Wenn unser Körper, d.h. der irdische Egoismus, nicht existiert, ist die Verknüpfung zwischen den Eigenschaften des Gebens und der Liebe völlig anders.

Fortsetzung folgt….

Aus der TV Sendung „ Grundlagen der Kabbala“ 14.01.2019

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Leben und Tod, Teil 4

Angst vor dem Tod und anderen psychologischen Verwandlungen

 Frage: In unserer Welt lebt jemand und jemand stirbt. Warum findet dieser Prozess statt?

Antwort: In unserer Welt geschieht alles in Übereinstimmung zur Höheren Welt. Wenn in der spirituellen Welt Wünsche und Absichten zusammenkommen und in ihnen die Eigenschaft des Gebens entsteht, wird dies Leben genannt.

Wenn diese Wünsche zersplittern, sich nicht miteinander verbinden können um die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zu erlangen, wird diese Trennung als Tod bezeichnet.

Frage: Gibt es in der Kabbala besondere Bestattungsrituale?

Antwort: Nein. Absolut nicht!  Die Kabbala hat nichts mit unseren Körper zu tun. Sie ist der Meinung, dass der Körper nur ein Tier ist und spricht deshalb nicht über ihn.

Frage: Warum gibt es die Angst vor dem Tod?

Antwort: Die Angst vor dem Tod existiert, da der Mensch nicht weiß, was danach kommt. Der Mensch glaubt, dass er weiter existieren wird.

Frage: Ich möchte die Frage klären: Warum lässt uns der Schöpfer den Tod fürchten? Können sie sich eine Realität vorstellen, in welcher der Mensch keine Angst vor dem Tod hat….

Antwort: Gott bewahre. Dann hätte er nie Ergebnisse in seinem Leben erzielt, er hätte einfach nur existiert. Seit unserer Jugend treibt uns die Angst vor dem Tod dazu an, den Sinn des Lebens zu begreifen: etwas zu erreichen, vorwärts zu kommen und zu enthüllen.

Frage: Was können Sie über den klinischen Tod sagen? Viele Menschen, die einen solchen erlebt haben, hatten die gleichen Erfahrungen: Sie sehen Licht, einen Tunnel und fühlen sich außerhalb ihres Körpers.

Antwort: Ich habe das auch erlebt und es selbst gespürt. Es gibt alle möglichen psychologischen Metamorphosen, die wir im Zustand des klinischen Todes erleben. Sie haben nichts mit spirituellen Zuständen zu tun.

Frage: Kann man sagen, dass der tragische Tod eine Strafe für bestimmte Sünden ist? Denkt die Kabbala so darüber?

Antwort: Nein. Wir können verschiedene Situationen und die Konsequenzen daraus, nicht unserem Verstand zuschreiben.

Ein Mensch sollte sich immer in einem Zustand des freien Willens, der Wahlfreiheit fühlen: warum existiere ich, wofür lebe ich, wie steige ich auf, um wirklich etwas Nützliches in meinem Leben zu tun.

Fortsetzung folgt….

Aus dem TV Programm „Grundlagen der Kabbala“ 14.01.2019

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Warum sollten wir die Ältesten respektieren?

Warum sollten wir die Ältesten respektieren?“ – ein Artikel von Michael Laitman, erschienen in Quora. 

Menschen wie z.B. Wissenschaftler suchen nach dem Wissen über unser Dasein und die ganze Welt. Ihre Wünsche sind stärker ausgeprägt und mit zunehmendem Alter werden sie in ihrer Erfahrung reicher.

Wenn Wissenschaftler ein hohes Alter erreicht haben, hören sie nicht einfach mit ihrer Forschungsarbeit auf; gehen in Rente und entspannen sich für den Rest ihres Lebens.

Im Gegenteil! – Sie verbrachten einen Großteil ihres Lebens damit, Wissen und Erfahrungen zu sammeln. Je älter sie werden, umso mehr verfeinern sie ihre wissenschaftliche Arbeit.

Es gibt kein Altern in der Suche nach Wissenschaft, Wissen und Weisheit.

Ältere Menschen bilden die gesellschaftliche Schicht, die über ein großes Reservoir an Weisheit und Erfahrung verfügt. 

Aus diesem Grund sollten wir ihnen mit großem Respekt begegnen, weil wir sie dringend brauchen. Wir alle können vom Reichtum ihrer Weisheit und Erfahrung sehr profitieren.

Was würde passieren, wenn sie alle verschwinden würden? Die Auswirkungen können wir zwar nicht spüren, aber die Welt würde eine immense Menge an Reichtum und Tiefe verlieren.

Heute ist es üblich 90 Jahre und noch länger zu leben. Als ich jünger war, galten über 60 jährige bereits als alt, wobei 70 Jahre der Höhepunkt war. 

Leider hat die Gesellschaft noch nicht erkannt, wie sie die Menschen in dieser Altersgruppe am besten nutzen kann. Es ist eines der aktuellsten Probleme unserer Welt und ein Zeichen dafür, dass wir nicht erkennen können was die Natur uns gegeben hat.

Wir stellen uns unsere letzten Jahre so vor, dass wir uns vom Alltag trennen: in Rente gehen, Möglichkeiten suchen uns zu entspannen und das Leben bis zu unserem Tod genießen. 

Dieses Vorgehen trennt uns von der vitalisierenden Quelle und wir vergessen, dass wir ein Teil der Gesellschaft sind. Zahlreiche Studien zeigen die physiologischen und psychologischen Vorteile der zwischenmenschlichen Beziehungen auf. Darüber hinaus wird der Tod nicht durch das Alter verursacht, sondern durch den Verlust der Beteiligung der Menschen am Leben.

Deshalb sollten wir in erster Linie verstehen, was den Senioren am meisten fehlt, nämlich sich ausdrücken zu können. Damit sie sich ausdrücken können, müssten wir außerdem Konzepte entwickeln, die ihren Beitrag in der Gesellschaft ermöglichen.

In Israel gibt es derzeit ein experimentelles Projekt, um ältere Menschen und Kinder gemeinsam zu fördern. Pro Tag verbringen 80-jährige 2 bis 3 Stunden mit 4-jährigen Kindern und ich unterstütze eine solche Initiative. Im Allgemeinen können die Kinder in der Struktur einer Familie, die drei Generationen umfasst: Großeltern, Eltern und Kinder, von den Großeltern eine stärkere emotionale Verbindung als von den Eltern erhalten, eine, die entspannter und herzlicher ist. Dadurch können sie lernen und erhalten eine ganz besondere Fürsorge.

Die Senioren wiederum bekommen viele Möglichkeiten sich auszudrücken, indem sie ihre Lebenserfahrungen mit den Kindern teilen können. 

Wir sollten also die Ältesten für ihren Reichtum an Weisheit und Erfahrung respektieren, anstatt sie von der Gesellschaft zu trennen und sie „verkümmern“ lassen. Weiteres sollten wir nach Möglichkeiten suchen, ihnen Selbstverwirklichung zu ermöglichen, indem sie als Teil der Gesellschaft einen Beitrag leisten können.

Bild von Damián Aldeta Fuentes auf Pixabay

Lass das Herz zum Schöpfer klopfen

Frage: Wie kann ich an die Korrektur denken, die uns das Buch Sohar bringt, wenn ich negative Emotionen, so wie Hass, empfinde?

Meine Antwort: Das Gebet ist das, was das Herz fühlt. Wenn es jetzt mit Hass erfüllt ist, ist das mein Gebet: „Ich will ihn zunichte machen“.

Um die Kraft, die sich im Buch Sohar, in dem gemeinsamen Lesen des Buches,verbirgt korrekt anwenden zu können, muss ich zuerst mein Herz darauf vorbereiten. So das mein Herz dasselbe wie der Schöpfer wünscht.

In der Tat der Schöpfer antwortet auf jedes Gebet, auf jeden Wunsch unseres Herzens. Deshalb ist unsere Welt so schlecht!

Aber, anderseits, es steht doch geschrieben, dass er nur auf das Gebet antwortet, das durch die „Tore der Träne“ kommt. Antwortet er nun wirklich auf jedes Gebet, sei es die flüchtige Laune eines Kindes oder üble Machenschaften eines Bösewichtes?

Ja, sagen die Kabbalisten, die das System unserer Beziehungen mit dem Schöpfer entdeckt haben. Ein Dieb, der eine Beute gefunden hat oder ein Räuber, der einen Verbrechen geplant hat, und bereit zu töten ist, sie wollen auch ihr Ziel erreichen und ihr Gebet wird auch angenommen. Denn es geht um das Verlangen von Malchut der Welt Azilut. Und alles was sich unterhalb von ihr befindet, einschließlich unserer Welt, gehört zu ihr.

Warum sagen wir dann, das ein Verlangen erhebt sich manchmal zur Welt Azilut, aber manchmal auch nicht? Es liegt daran, dass zwei Arten von Wünsche existieren:

– Manche sind in die gleiche Richtung gerichtet, wie der Willen des Schöpfers. Da vereinigen sie sich mit dem höheren Verlangen und werden wie eine Fülle von Oben wahrgenommen.

– Die anderen entsprechen nicht dem Willen des Schöpfers. Sie rufen auch eine Antwort von oben, wie die positive Wünschen, aber werden von den negativen Verlangen negativ wahrgenommen, wie eine negative Reaktion.

Sie korrigiert den Menschen, indem sie ihn durch den langen und schwierigen Weg der Leiden führt, statt den kurzen und leichten Weg, wenn seine Wünsche und die Wünsche des Schöpfers miteinander übereinstimmen.

Deshalb sollen wir uns auf das richtige Gebet vorbereiten. Und mit diesem Gebet sich zum Sohar wenden. Denn der Mensch kann nicht auf dem Unterricht ohne jegliche Wünsche anwesend sein.

So oder so er will etwas und wenn sein Verlangen, vorher vorbereitet wurde und in die richtige Richtung gerichtet, dann, beim Lesen vom Sohar schreitet er schnell und leicht voran. 

Und außerdem müssen wir daran denken, dass wir uns in der Gruppe befinden und mit ihrer Hilfe, unseres Gebets verstärken. Also wenn die Gedanken des Menschen nicht zum Ziel gerichtet sind, befindet er sich in einer Konfrontation mit der Gruppe und empfindet noch stärker die scheinbar negative Reaktion von oben.

Also, unsere ganze Arbeit besteht in der Vorbereitung auf den Unterricht, im Lesen vom Sohar und anderen kabbalistischen Bücher. Und wenn wir uns schon im Unterricht befinden, ist es schwierig etwas zu ändern. Denn das Herz des Menschen ist schon auf irgendwelche Wünsche eingestimmt.

Deshalb ist es äußerst wichtig mit welchen Gedanken ich schlafen gehe, wie bereite ich mich auf den Unterricht morgen. Diese Minuten spielen eine entscheidende Rolle. Man muss auch die physische Vorbereitung nicht vergessen, damit der Körper nicht im Schlaf versinkt.

Rabasch schreibt in seinem Artikel 36 aus Dargot HaSulam: Es steht geschrieben: „Das Gebet Hörender“. Warum das Gebet im Singular? Hört der Schöpfer nicht alle Gebete? Es handelt sich darum, dass wir nur ein Gebet hochheben sollen: um die Schechina aus dem Staub zu erheben.

Ein Gebet um die Schechina aus dem Staub zu erheben bedeutet ein Verlangen den Schöpfer bzw. die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zum Nächsten in mir, zu offenbaren, zu wollen, sich darin dem Schöpfer anzugleichen. Und wenn wir alle unsere Kräfte nur auf eines richten, klopfen wir an die Tore, die sich unbedingt öffnen werden.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 7.12.2010

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Der Schöpfer ist unsere innerste Verwirklichung

Der Schöpfer ist unsere korrigierte Eigenschaft. Der Schöpfer wird innerhalb des Geschöpfs enthüllt, deshalb wird er im Hebräischen „Bo-re“ genannt („komm und sieh“).

Man muss einen korrigierten Zustand, das eigene korrigierte Selbst erreichen und kann dann die korrigierten Eigenschaften sehen und diese „den Schöpfer“ nennen. Den Schöpfer enthüllt man nur in sich selbst, innerhalb der eigenen korrigierten Gefäße der Wahrnehmung. Außerhalb von einem selbst fühlt man nichts.

Die gesamte Wirklichkeit, alles, was existiert nehmen wir in uns selbst wahr, in unseren Wahrnehmungen. Deshalb steht im Buch des Sohar, dass alle Welten und alles was diese ausmacht, den Schöpfer eingeschlossen, im Menschen existieren. Das liegt daran, dass sie im Inneren eines Menschen gefühlt werden. Alles scheint außerhalb von uns zu existieren. Diese Illusion wird uns mit Absicht gegeben, damit wir durch den Gegensatz des „Außen“ und „Innen“ die Fähigkeit erlangen, die Welt, uns selbst und den Schöpfer sowohl von Außen als auch von Innen zu sehen. Wir werden dann in der Lage sein, die Schöpfung so zu fühlen, wie er es tut: vor der Schöpfung, im Prozess des geschaffen Werdens und in den zukünftigen „höheren Zuständen“.

Die spirituelle Wahrnehmung basiert darauf, dass man in sich die Wünsche der Anderen fühlt, die man sich dadurch zu eigen macht, dass man ihnen geben und sie lieben möchte. Auf diese Weise wächst das eigene Verlangen und in dem Maße, wie man sich mit den anderen Verlangen verbindet, enthüllt man eine größere und ausgedehntere Wirklichkeit.

In unserer Welt enthüllen wir die Welt der Assiya, wo jeder Mensch in seinem eigenen egoistischen Wunsch von den anderen abgetrennt ist. Wenn man jedoch beginnt sich mit der Gruppe zu verbinden, die dem eigenen Wunsch nach dem Schöpfer ähnlich ist, dann wird man im selben Maße, wie man sich mit ihrem Wunsch verbindet die Welt von Yetzira enthüllen.

Indem man sich mit dem Umfeld zu einem einzigen Verlangen verbindet, entdeckt man die Eigenschaft des Gebens, die man erlangt hat und diese wird der Schöpfer genannt. Die Erscheinungen, die man in den eigenen korrigierten Wünschen aufdeckt, werden das innere Licht und ihre innerste Quelle wird der Schöpfer genannt.

Danach wird ein noch größerer egoistischer Wille in einem selbst aufgedeckt und indem man versucht sich über diesen egoistischen Wunsch hinweg mit der Gruppe zu verbinden, erreicht man die Welt von Bria.

So entdecken wir alle fünf Welten. Baal HaSulam schreibt in der „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“, dass alle Welten im Inneren einer Person existieren. Die Wissenschaft der Kabbala ist die Enthüllung des Schöpfers an die Geschöpfe und zwar innerhalb des Geschöpfes, innerhalb seiner korrigierten Wünsche (Sinne). Durch die Aufdeckung der Eigenschaft des Gebens erreichen wir auch ihre Quelle, ihren Erschaffer. Diese innerste Verwirklichung wird der Schöpfer genannt.

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Was ist der Unterschied zwischen Kabbala und Philosophie?

Frage: Wikipedia sagt: „Kabbala und Philosophie sind zwei Systeme des Wissens über die Welt und den Menschen, die auf der gleichen Frage basieren – der Frage nach dem Sinn der Existenz.

Was die Ursprünge der Philosophie betrifft, so schrieb der deutsche Philologe und Humanist Johann Reichlin (15. bis 16. Jahrhundert): „Mein Lehrer Pythagoras ist der Vater der Philosophie, er hat seine Lehren nicht von den Griechen, sondern von den Juden übernommen, deshalb sollte man ihn als Kabbalisten bezeichnen. Er war der Erste, der das unbekannte Wort „Kabbala“,  seinen Zeitgenossen mit dem Wort „Philosophie“ ins Griechische übersetzte.

Heißt das, die Griechen haben von der Kabbala gelernt?

Antwort: Die Griechen lernten von den Kabbalisten bereits in der Zeit der jüdischen Propheten.

Damals waren die Völker miteinander in Kontakt und die Juden akzeptierten alle, die lernen wollten: Wer lernen will, ist willkommen! Wie im alten Babylon: Es gab diejenigen, die sich Abraham anschließen wollten und jene, die es nicht wollten, es aber auch später noch tun durften. Die Kabbala war offen für alle.

Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen der Kabbala und der Philosophie? Berücksichtigt die Kabbala, im Vergleich zur Philosophie keine abstrakten, spekulative Argumente gegenüber der Seele und zu Gott?

Antwort: Ja, denn die Philosophie hat kein geeignetes Werkzeug, um auf den Menschen zu zugehen, in ihm „zu bohren“, seine Wünsche in all seinen Abstufungen zu studieren und seine Absichten zu untersuchen: um meinetwillen, um der anderen willen, was ist der Unterschied.

Die Philosophie studiert nicht, wie man aus sich heraustreten kann, wie man seine Wünsche steigert und senkt, wie man im Auf- und Abstieg arbeitet etc. Das heißt, die Kabbala ist eine vollständige Wissenschaft, eine gewaltige innere spirituelle Psychologie.

Frage: Können wir sagen, dass Philosophen Menschen sind, die zwar von der Kabbala heraus studiert haben, aber kein Verständnis für den Schöpfer erlangt haben, d.h. keinen Bildschirm erworben haben, sondern auf der Stufe des Wissens geblieben sind und daher diese Wissenschaft zur Philosophie entwickelt haben?

Antwort: Natürlich. Da sie nicht in der Lage waren, die Höhere Welt und den Schöpfer zu begreifen, entwickelten sie sich, aus ihren Schlussfolgerungen heraus, in Richtung des logischen Denkens. 

Deshalb ist Philosophie keine Wissenschaft. Heute werden nur noch die Menschen Philosophen, die ihr Leben im vergeblichen Denken verbringen wollen.

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 13.12.2018

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Die Absichten des Menschen stellen ihn dar

Bemerkung: Das Thema der wissenschaftlichen Kabbala beschäftigt sich mit dem innersten Teil des Menschen – der Absicht. Das untersucht keine andere Wissenschaft. 

Die Psychologie untersucht zum Beispiel nur Gefühle, Emotionen, menschliche Reaktionen und Wünsche.

Antwort: Nicht nur das. Die Psychologie untersucht auch die Absicht. Sie zählt aber zu keiner Wissenschaft, da es in unserer Welt keine klaren Möglichkeiten gibt, um psychologische Parameter des Menschen zu messen, zu wiegen, zu vergleichen usw.

Die Kabbala, die Wissenschaft der Absicht, gibt uns ein Werkzeug für eine vollkommen andere Herangehensweise. Gewöhnlich wird ein Mensch anhand seiner Handlungen und Ergebnisse bewertet. Im Unterschied dazu beurteilt die Kabbala einen Menschen anhand seiner Absichten. Ich kann schließlich in unserer Welt etwas Böses mit einer guten Absicht tun und umgekehrt können böse Absichten manchmal gute Taten bewirken.

Wichtig ist, die Absichten des Menschen zu offenbaren, da es den Mensch darstellt. Seine Handlungen und Wünsche hingegen hängen nicht von ihm ab, sie entstehen in ihm, wie seine körperliche Entwicklung.

 

Aus dem TV Programm“ Die Grundlagen der Kabbala“ 13.12.2018

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Was bedeutet der Tod? Wie kann man den Tod nicht fürchten?


Frage: Was ist der Tod und wie kann man aufhören, davor Angst zu haben?

Antwort: Wenn sich jemand mit der tierischen Stufe (dem Körper) identifiziert, fürchtet er den Tod, da er dies als Ende der Existenz seines „Ich“ ansieht. Sollte er allerdings bereits begonnen haben, sich mit der Seele zu identifizieren, d.h., dass er im Allgemeinen beginnt, sich selbst in seinem inneren Leben wahrzunehmen, er sein ‚Ich‘ als jenseits seiner tierischen Stufe (dem Körper) empfindet, er sich selbst durch den Punkt im Herzen wahrnimmt, sich mit den Punkten anderer verbindet und beginnt in anderen zu leben, dann erlangt er einen Zustand der Zuversicht (selbstverständlich unter dem Einfluss von Or Makif). Er weiß, wenn sein physischer Körper stirbt, hat er bereits einen neuen, spirituellen Körper erworben! Und im Augenblick des Todes nimmt er seinen physischen Körper so wahr, als würde er ihn „ausziehen“ wie ein Hemd und trennt sich von ihm. Allgemein ist dies ein psychologisches Problem. Das kommt daher, weil man das Gefühl hat, in seinem Körper zu leben – in seinen Wünschen. Die Hauptlösung liegt in der Interaktion mit der Gruppe. Denn wenn Sie beginnen, die Verlangen anderer (seiner Nächsten) anstelle der eigenen zu empfinden, erlangen Sie einen ewigen Körper oder Verlangen, die sich außerhalb von Ihnen befinden.

 

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Die spirituelle Bedeutung von “Diebstahl”


Frage: Baal HaSulam schrieb, dass die Völker der Welt die Weisheit von den Kabbalisten „gestohlen“ hätten. Was bedeutet das?

Antwort: „Stehlen“ bedeutet, den egoistischen Wunsch eines anderen zu nutzen. Es steht geschrieben, dass Adam HaRishon vom Schöpfer stahl, was bedeutet, dass er das Licht Chochma empfangen wollte, ohne sich in das Licht Chassadim zu kleiden. Zu stehlen bedeutet, für sich selbst zu empfangen, ohne die Absicht des Gebens.

In der Vergangenheit, also vor Zerstörung des Zweiten Tempels, verhüllten die Juden die Weisheit der Kabbala nicht. Sei teilten sie bereitwillig mit den Völkern der Welt, wodurch alle irdischen Wissenschaften, die sich mit der Erforschung der Natur befassten (die verhüllte Form des Schöpfers), entstanden: so zum Beispiel die Philosophie (ein System, welches den egoistischen Verstand nutzt, um Vermutungen über den Schöpfer anzustellen, der jedoch vor dem Verstand verhüllt ist). Rav Kook beschrieb genauso wie Johann Reuchlin, der ein großer Philosoph des 16. Jahrhunderts war, die kabbalistischen Wurzeln der Philosophie.

Wann wurde die Kabbala verhüllt? Es geschah, nachdem das Volk Israel von seiner hohen Stufe der Nächstenliebe auf die Stufe des grundlosen Hasses herab fiel. Dies führte in der Folge zur Zerstörung des Zweiten Tempels. Rashbi, der Autor des Buches Sohar war diesbezüglich sehr besorgt, denn von diesem Punkt an musste die Kabbala in einer für die Menschheit verhüllten Form weitergegeben werden und dies würde bis zum 20. Jahrhundert so bleiben. Ab dieser Zeit aber würde sie der gesamten Welt offenbart werden, um allen Menschen zu Gute zu kommen.

Vor der Zerstörung des Zweiten Tempels war es nicht nötig, über Kabbala zu schreiben, denn die Menschen fühlten den Schöpfer noch und die Wissenschaft der Kabbala war einfach ihr Mittel, sich darüber auszutauschen. Wäre die Kabbala nicht „gestohlen“ worden, hätte sich die Menschheit nicht entwickeln können. Für diese Entwicklung musste die Menschheit einen Funken jenes Lichtes enthalten, der sie belebt und aufrechterhält. Es ist also dieser Funke, der die egoistischen Wünsche der Menschen von einer Generation zur nächsten entwickelte und den Fortschritt in Technologie, Kultur, Bildung und anderen sozialen Einrichtungen gewährleistete.

Heutzutage haben wir alles, was dieser Funke an Licht uns gab, verwirklicht. Das Ego wuchs zu einer vereinten Struktur bzw. zu einem System heran. Es zeigte sich, dass die Menschheit durch das Zusammenfließen aller egoistischen Wünsche nicht mehr weiter wachsen sondern nur mehr absteigen kann. Dies findet Ausdruck in der globalen Krise, in allen Bereichen, in die sich der Mensch vertiefte – Kultur, Erziehung, Wissenschaft, Handel und Wirtschaft.

Von diesem Punkt an können wir die Weisheit der Kabbala dazu nutzen, um uns und unsere Beteiligung am globalen System zu korrigieren, solange, bis wir vollkommene Harmonie erreichen werden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Es braucht nur einen Funken des Höheren Lichtes, um die Welt zu korrigieren
Blog-post: Die Physik des Höheren Lichtes
 
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