Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wünsche'

Alles zum Wohle des Nächsten tun

Frage: In vielen Originalquellen steht geschrieben, dass der Schöpfer die Eigenschaft des Gebens ist. Kann ich davon ausgehen, dass den Schöpfer zu lieben bedeutet, die Eigenschaft des Gebens zu lieben?

Antwort: Ja: Bis zu einem gewissen Grad, ja. Diese Eigenschaft kann nur in Bezug auf andere Menschen gezeigt werden. Deswegen heißt es auch: „Von der Liebe zum Nächsten zur Liebe zum Schöpfer“.

Im Prinzip gibt es keinen Unterschied, ob man den Schöpfer, einen Menschen oder die gesamte Menschheit liebt. Aber es ist viel anschaulicher, wenn man eine große Menge von Menschen nimmt und sich selbst so verändert, dass man sie mit absoluter Güte behandelt. Den Nächsten zu lieben bedeutet, das zu tun, was für ihn gut ist.

Frage: Und wer entscheidet, was für ihn gut ist?

Antwort: Um das zu verstehen, muss man sich ein wenig über sich selbst erheben. Dafür muss man anfangen, die Weisheit der Kabbala zu studieren und daraus Wissen zu schöpfen, was man braucht, um wirklich voranzukommen: wie man gütiger und besser wird und wie man den anderen helfen kann, der Offenbarung des Schöpfers anzunähern. Dies alles ist deine Aufgabe.

Frage: Sie sagen oft, dass man seinen Nächsten lieben muss, um den Schöpfer lieben zu können. Bedeutet es, seinen Nächsten zu lieben, ihm zu helfen, den Schöpfer zu offenbaren, und nicht, dass ich Hunderte von seinen Wünschen erfüllen muss?

Antwort: Natürlich nicht. Man muss nur einen Wunsch befriedigen – den Schöpfer zu offenbaren, und man muss alles tun, um dies zu erreichen. Das schließt alles ein.

Es macht keinen Sinn, andere Wünsche des Menschen zu erfüllen außer denen, die für die Existenz notwendig sind, denn unsere Hauptaufgabe ist es, den Schöpfer zu offenbaren.

Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände“ von 14.12.21.

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Wie wir Konflikte in unseren Beziehungen bewältigen können- eine Lösung die tatsächlich funktioniert (und keiner will)

Jede Beziehung geht durch Krisen. Sie mögen unangenehm sein, sind aber unvermeidlich. Die Bewältigung von Konflikten stellt eine Notwendigkeit dar, ohne die keine Beziehung Bestand haben kann. Jeder Konflikt, den wir meistern, stärkt die Beziehung. Das Problem besteht darin, dass wir Konflikten lieber ausweichen, weil sie uns entweder unangenehm sind, oder auch Angst machen. Wenn wir lernen, Konflikte als unausweichlich zu akzeptieren, können wir unsere Verbindung mittels der Überwindung derselben auf eine höhere Stufe erheben. Konflikte werden uns dann nicht mehr ängstigen, im Gegenteil, wir werden sie als Gelegenheit begreifen unsere Beziehung zu vertiefen.

Der Ursprung von Konflikten liegt in einander entgegengesetzten Interessen der jeweiligen Partner begründet. Ich will etwas und mein Partner etwas anderes, möglicherweise sogar das genaue Gegenteil von dem was ich will. Dies gilt für jede Art von Beziehung- egal, ob es sich um einen Partner, ein Haustier oder aber nur um irgendein Gerät oder eine Maschine handelt (denk an die Flüche mit denen du dein Auto überschüttest, wenn es an einem kalten Morgen nicht anspringt).

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Warum haben manche Menschen Gewaltausbrüche?

Ausbrüche gibt es nicht nur bei manchen Menschen, sondern auch auf der unbelebten, der pflanzlichen und der tierischen Ebene der Natur. Es gibt verschiedene Fälle, in denen die Spannung ausbricht, um zu einem ausgeglichenen Zustand zu führen.

Zum Beispiel entstehen Vulkanausbrüche, nachdem sich unter der Erde viel Spannung aufgebaut hat und ein Zustand erreicht ist, in dem es unmöglich ist, die innere Spannung weiter zu halten. Die äußere Hülle kann die innere Spannung nicht mehr festhalten, und wir sehen dann, wie vulkanische Lava und Asche aus der Erde hervorbricht.

So funktioniert es in der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur, aber auch im menschlichen Dasein. Der Mensch hat mehr Gründe für Ausbrüche als der Rest der Natur, weil er in einem komplexen Netz sozialer Interaktionen lebt. Im Allgemeinen leben wir in einem geschlossenen System, das uns ständig mit allen möglichen Problemen und Schmerzen belastet, und wenn die Spannung unserer ständig wachsenden Sehnsüchte auf ein entsprechendes Maß an Spannung in unseren sozialen Beziehungen trifft, dann entsteht ein zunehmender Impuls zum Ausbruch, sei es auf persönlicher Ebene in der Familie, sei es auf gesellschaftlicher Ebene bei öffentlichen Ausbrüchen oder sogar auf nationaler Ebene, wenn bestimmte staatliche oder nichtstaatliche Akteure Gewalt entfesseln.

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Die Wahrnehmung der Welt verändern

Frage: In unserer Welt sehen wir nicht mit unseren Augen, sondern mit unserem Gehirn. Die Augen nehmen Licht auf und leiten es über die Sehnerven an das Gehirn weiter, das dann alle Bilder für uns zeichnet. Das ist zumindest die Meinung der Wissenschaftler. Wie funktioniert das im Spirituellen?

Antwort: Im Spirituellen funktioniert es nicht im Gehirn sondern in unseren Verlangen. Die Wünsche sind praktisch über den ganzen physischen Körper verteilt und werden von unseren Sinnen (hören, sehen, schmecken, riechen, tasten) gesteuert.

Darüber hinaus können sich Wünsche entwickeln, sie sind vom Menschen abhängig und können kontrolliert werden. Auf diese Weise können wir uns selbst und andere beeinflussen.

In unserer Welt nehmen wir Informationen über unsere Augen auf, sie gelangen ins Gehirn hinter dem eine egozentrische Wahrnehmung der Welt steht. Deshalb sehen wir nur Bilder, die unsere egoistischen Wünsche hinterlassen.

Die spirituelle Welt ist die Welt der umgekehrten, altruistischen Wünsche. Dort erhält man ein ganz anderes Bild- im reflektierten Licht, d.h. in dem Maß in dem wir im Gegenteil zu unserem Egoismus sein können. Das verändert das Bild der Wahrnehmung völlig.

Frage: Wird man, solange man in einem physischen Körper lebt, selbst wenn man eine altruistische Sicht der Welt erwirbt, weiterhin alles mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen?

Antwort: Ja, das Spirituelle ist eine zusätzliche Empfindung zum Materiellen.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 10.09.2021

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Depression in Covid-Zeiten (Quora)

Wir bestehen aus mehreren Wünschen und wenn diese Wünsche erfüllt sind, fühlen wir uns glücklich. Werden sie teilweise erfüllt, empfinden wir teilweise Unzufriedenheit, es ist ein Zustand, in dem wir leben und an den wir uns gewöhnt haben. 

Wir versuchen, diese Unzufriedenheit auf vielfältige Weise zu neutralisieren, sei es durch Medikamente und Drogen bis hin zu allen möglichen Unterhaltungen und Lebenszielen. So gelingt es uns, uns einigermaßen über Wasser zu halten.

Es gibt bestimmte Depressionszustände, in denen wir eine tiefe, dunkle Leere spüren, und in dem Moment keine Erfüllung spüren und auch in der Zukunft kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Das ist in der Tat sehr schwierig.

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Der Segen vor und nach den Mahlzeiten

Frage: Welche Bedeutung haben die Segenssprüche vor und nach den Mahlzeiten?

Antwort: Jede Aufnahme von Nahrung sollte von Segenswünschen begleitet sein, denn alles kommt vom Schöpfer. Alles kommt von Oben auf den Menschen herab. Bevor man also etwas isst oder trinkt, sollte man dem Schöpfer entsprechend danken. Erst dann sollte man mit dem Essen beginnen.

Bemerkung: Viele Menschen segnen ihr Essen vor und nach den Mahlzeiten. Das gilt als Volkstradition.

Antwort: Ja, aber im Prinzip ist es ein Dank dafür, dass wir beim Essen sitzen und jetzt unsere Wünsche erfüllen und unseren Hunger stillen. So danken wir dem Schöpfer, von dem alles kommt- die Sonne, das Wasser und alles andere, mit dem wir uns füllen, beleben und im Leben erhalten.

Frage: Wenn man den Schöpfer als Natur betrachtet, was bedeutet es dann, der Natur zu danken?

Antwort: Das bedeutet, dass man in sich eine richtige Einstellung zur Natur bildet, sich nicht als Herr über alles was in der Natur ist, sondern nur als Empfänger betrachtet. Es ist wichtig zu verstehen, dass man nicht der Meister ist.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen den Segnungen vor und nach dem Essen?

Antwort: Vor der Mahlzeit bedankt man sich dafür, dass man diese Speise erhält, danach dankt man dafür, dass man gesättigt ist und nun weiterleben kann.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 09.07.2021

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Wünsche und Berechnungen

Frage: Der Bildschirm ist eine Kraft, die es mir erlaubt, Berechnungen nicht um meiner selbst willen durchzuführen.  Werden solche Berechnungen für alle Wünsche gemacht, die in einer Person auftauchen, oder nur für besondere Wünsche?

Antwort: Im Grunde genommen für alle, aber nur je nachdem wie viel Kraft ich habe, um sie zu beherrschen.

Frage: Es gibt Grundbedürfnisse, die zum menschlichen Körper gehören. Sollten Berechnungen auch für diese Bedürfnisse durchgeführt werden?

Antwort: Ein Mensch sollte bei allen Wünschen, die er als Quelle des Vergnügens empfindet, ein Zimzum (Einschränkung) machen. Damit hört er auf, dieses Vergnügen in sich aufzunehmen und erhebt sich darüber.

Die Grundbedürfnisse sind die üblichen Wünsche nach Nahrung, Sex, Familie und Sicherheit. Es ist nicht schwer, mit ihnen zu arbeiten. Es ist viel schwieriger, sich mit spirituellen Wünschen zu arbeiten.

Aus dem Fernsehprogramm „Spirituelle Zustände“, 20.08.2021

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Nach dem Willen des Schöpfers

Frage: Handelt der Mensch nach seinem eigenen Willen oder nach dem Willen des Schöpfers?

Antwort: Der Mensch handelt immer nach dem Willen des Schöpfers! Er hat keinen eigenen freien Willen. Es geht nur darum, sich von der Illusion zu befreien, dass wir angeblich frei sind und aus eigenem Antrieb handeln. Nein, wir alle führen die Handlungen des Schöpfers aus. Absolut alle!

Wenn wir das akzeptieren, uns in der richtigen wechselseitigen Beziehung befinden, dann führt uns das zur Enthüllung des Schöpfers. In dem Maße, in dem man das ausführen will, was er aufträgt, tut man es. Es ist ratsam, Handlungen und Wünsche mit Seinen Wünschen in Übereinstimmung zu bringen. Wenn man nicht danach handelt, dann fühlt man sich schlecht. All unsere Leiden und Probleme entstehen nur, da wir Seinen Willen nicht bewusst, sondern unwillkürlich befolgen.

Baal HaSulam spricht sehr viel darüber. Gleich zu Beginn des ersten Artikels in „Shamati“ schreibt er, dass es niemanden außer Ihm gibt, das heißt, es gibt keine andere Kraft als die Macht des Schöpfers. Wenn der Mensch seine Macht, für seine Kraft hält, kommt aus einem Zustand der Verhüllung.

Diese Verhüllung müssen wir loswerden. Sie verschwindet in dem Maße, in dem ich bereit bin, das zu tun, was der Schöpfer mir aufträgt. Wenn ich mich bereit erkläre, alle seine Kontrollsignale umzusetzen, dann enthülle ich, was ich vorher nicht verstehen wollte.

In Handlungen können wir dem Schöpfer niemals widersprechen, wohl aber in Gedanken, in den Absichten. Wir müssen demnach ausschließlich die Absicht korrigieren.

Aus der Videokonferenz mit dem MAK Kongress.

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Adams Sündenfall- Bruch eines gemeinsamen Wunsches

Aussage: Das Zerbrechen von Gefäßen (Wünschen) ist im Grunde ein kabbalistischer Begriff. Viele, die den Pentateuch (die Bibel) gelesen haben, verstehen seine bildliche Sprache.

Antwort: Im Allgemeinen ist es nicht schwer zu verstehen. Wenn meine Verlangen zum Wohl und zum Nutzen anderer ist, dann gilt es als vollkommen, als perfekt. Aber wenn es um meiner selbst willen (und in der Regel gegen andere) gerichtet ist, wird es als zerbrochen bezeichnet.

Frage: Ist der Sündenfall Adams das Zerbrechen von Gefäßen?

Antwort: Es geht genau darum, dass alle Verlangen, die im Prototyp des Menschen Adam, vorhanden waren, praktisch Verlangen sind, die noch nicht in unseren Proteinkörper gekleidet sind und nur auf das Geben abzielen. Durch bestimmte Handlungen hat es sich in ein Verlangen zu empfangen verwandelt. Das ist das Zerbrechen von Adam.

Adam ist ein System, das einen einzigen Wunsch darstellte, als es sich plötzlich anfühlte, als bestünde es aus vielen Elementen, zerbrach es. Das heißt, jedes Verlangen, das ein gemeinsames Verlangen darstellte, wollte um seiner selbst willen empfangen. Darin besteht der Sündenfall, das Zerbrechen von Adam.

Frage: Kann man sagen, dass der Begriff „der Sündenfall “ die Sprache der Sinne ist und „das Zerbrechen der Gefäße“ eine kabbalistischen Fachsprache?

Antwort: Ja, natürlich. Es ist dasselbe, nur in einer anderen Sprache erklärt.

Aussage: Die Kabbalisten entnahmen alle kabbalistischen Begriffe aus der Natur, damit man keine materiellen Assoziationen hat. Denn wenn ich mir den Sündenfall von Adam vorstelle – den Baum, den Apfel usw. – lenkt mich das von dem wahren Bild das alles in meinem Verlangen liegt, ab.

Antwort: Heute glaubt natürlich niemand mehr an diese Gleichnisse. Das ist alles völlig unrealistisch.

In der Tat erklären Kabbalisten mit solchen Geschichten die innersten, komplexesten Gesetze und Zusammenhänge der Natur.

Aus dem Fernsehprogramm „Spirituelle Zustände“, 23.07.2021

(285664)

Wenn sich die Wünsche ändern, ändert sich auch unser Gehirn

Der menschliche Körper unterscheidet sich nicht grundlegend von dem anderer Säugetiere und schon gar nicht von dem der Affen. Dennoch haben sich die Hominiden, die Affenart, aus der der Homo sapiens hervorging, immer weiter entwickelt, bis zu dem Punkt, an dem wir aus der Nahrungskette herausgetreten sind und nicht nur die absolute Vorherrschaft über alle Lebewesen, sondern über den gesamten Planeten erlangt haben. Was war anders an den Hominiden, das ihnen die Vorherrschaft verschaffte? Die Natur flößte ihnen sich entwickelnde Verlangen ein. Diese sind die Ursache für die ständige Entwicklung des Menschen.

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