Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Sackgasse, Schöpfer und der Sinn des Lebens

In der Natur gibt’s keine Sackgassen. Die Sackgassen, die sie uns in den Weg stellt, sind nur dazu da, damit wir hochspringen, diese Hürde überwinden und uns weiterentwickeln.

Sackgassen gibt’s nur auf unserer Ebene, wie Stufen. Wie klettert ein kleines Kind die Stufen einer Treppe hinauf? Es krabbelt mühsam auf allen Vieren und so weiter. Deswegen werden uns diese Enttäuschungen, Höhen und Tiefen gegeben. Wir wachsen mit deren Hilfe.

Frage: Heißt das, dass das Wachstum eines Menschen darin besteht, diese Sackgassen zu überwinden, aber sie dabei wahrzunehmen? Ist das richtig?

Antwort: Wahrnehmen? Er kann nicht einmal aufstehen, er krabbelt auf allen Vieren!

Frage: Heißt das, dass ich zu einem Gefühl einer Sackgasse vor mir kommen muss?

Antwort: Ja. Du musst verstehen, dass es Hindernisse vor dir gibt – das sind nämlich die Stufen einer Leiter des Aufstieges.

Frage: Wohin gehe ich denn? Hier ist die Leiter. Wohin gehe ich von Sackgasse zu Sackgasse?

Antwort: Du gehst, um den Sinn des Lebens zu verstehen, um den Sinn des Lebens zu begreifen.

Frage: Worin besteht er? Ich steige doch zu etwas hinauf. Wohin steige ich von Sackgasse zu Sackgasse hinauf?

Antwort: Ich steige hinauf, damit diese Stufen des Aufstiegs in mir solche Wünsche, Eigenschaften und Qualitäten hervorbringen, in denen ich den Sinn des Lebens offenbaren kann. Und den gibt es! Ich sehe ihn aber nicht, ich fühle ihn nicht, ich kann ihn weder anfassen, noch wahrnehmen.

Und als Ergebnis dieser Aufstiege, wenn ich wie ein kleines Kind auf allen Vieren von Stufe zu Stufe krieche und versuche, mich hochzuziehen, entwickle ich in mir Verstand und Gefühle, um den Sinn dieses Aufstiegs zu begreifen.

Und auf einmal verstehe ich, dass dieser Sinn zwischen den Stufen liegt.

Frage: Gibt es ein Ende dieser Stufen?

Antwort: Es ist irgendwo ganz weit weg, fast nicht greifbar. Wozu auch? Ich fange an zu fühlen, dass dies nämlich das Leben ist.

Das ist nämlich das Leben, wenn du auf jeder Stufe Enttäuschungen hast, die Notwendigkeit, Kraft zu finden, die Notwendigkeit, ein genaues Ziel, einen Vorsatz zu finden. Sonst hast du keine Kraft: wofür, warum, was wirst du als das richtige Ziel, als die richtige Entscheidung betrachten oder nicht. Und so weiter.

Das heißt, im Ergebnis des Aufstiegs von diesen Stufen, wirst du dich als wachsend und schöpferisch wahrnehmen.

Frage: Was treibt mich jedoch an? Ist das der Wunsch, diese Sackgasse zu überwinden oder mich an etwas oder Jemanden anzunähern?

Antwort: Nein, du willst gar nicht mehr so sehr eine bestimmte Endstufe erreichen. Du fängst an, Freude daran zu empfinden, dass du sie durchläufst. Zwischen den Stufen fängst du an, die Weisheit, die Klarheit dieser Stufen zu fühlen.

Frage: Werde ich anfangen, diese Lenkung zu fühlen?

Antwort: Das nennt man „mi maasecha ikarnucha“ – „aus deinen Taten erkenne ich dich“, dass du aus den Stufen selbst, aus der Art und Weise, wie sie für dich geschaffen wurden, und gleichzeitig, wie du geschaffen wurdest, um dich über sie zu erheben, aus all dem beginnst du, den Schöpfer dieser Stufen zu erkennen. Und das ist das Wichtigste.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

Welches Gefäß eignet sich für das Licht?

Der Schöpfer erfüllt alles, Er ist überall. Wir befinden uns im Ozean des höheren Lichts, der höheren Kraft, die gut ist und alles durchdringt. Doch wir können sie nur in dem Maße spüren, wie wir ein geeignetes Kli, ein Gefäß, dafür haben. Denn man kann nicht mit einem Sack, der für Mehl gedacht ist, Wasser schöpfen. Was für ein Kli ist also geeignet, um den Schöpfer zu spüren, die höhere Kraft wahrzunehmen und sie sogar zu messen?

Dieses spirituelle Gefäß ist die Furcht. Stattdessen bringen wir jedoch ein Kli, das völlig ungeeignet ist für die Offenbarung des Schöpfers, und deshalb leben wir in Dunkelheit. Das einzige Problem liegt im Gefäß, denn der Schöpfer erfüllt die gesamte Realität. Es gibt nichts außer dem Schöpfer – Er ist die gemeinsame Kraft der Natur.

Die ganze Freude des Schöpfers besteht darin, sich den Geschöpfen zu offenbaren, denn nur so kann Er ihnen Genuss schenken. Im Moment wirkt Er im Verborgenen auf uns ein, was Ihm jedoch keine Freude bereitet. Deshalb wollen wir den Schöpfer offenbaren und von Ihm erfüllt werden – um Ihm Freude zu bereiten. Das bedeutet: Wir sehnen uns nicht danach, das höhere Licht in uns selbst zu empfangen, sondern wir möchten dem Schöpfer die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen.

Wir wollen unsere Liebe zum Schöpfer ausdrücken, damit Er Seine Liebe zu den Geschöpfen offenbaren kann. All das geschieht durch die gegenseitige Kraft des Gebens – durch das reflektierte Licht von Seiten der Geschöpfe und durch das direkte Licht von Seiten des Schöpfers.

Deshalb müssen wir ein Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers aufbauen, das „Furcht vor dem Schöpfer“ genannt wird. Das heißt, wir fürchten, Ihm nicht die Bedingungen geben zu können, um uns zu erfüllen.

Wir möchten uns dem Schöpfer hingeben, damit Er uns erfüllt, sich an uns erfreut und mit uns macht, was Er will. Deshalb beschränken wir zuerst unser Ego, den Willen, Genuss für uns selbst zu empfangen, und geben uns dann dem Schöpfer hin – im Glauben über dem Verstand. In dem Maße wird der Schöpfer unser Kli korrigieren und es füllen können.

Der Schöpfer weiß, wie Er uns in ein Gefäß verwandeln kann, das für Sein Licht geeignet ist. Das ist überhaupt nicht einfach, denn es gibt viele verschiedene Lichter, für die jeweils unterschiedliche Gefäße nötig sind – so wie man für Wasser, Mehl und Getreide jeweils andere Behälter braucht. Für jede Füllung gibt es ein geeignetes Gefäß, und wir selbst sind nicht in der Lage, es zu erschaffen; nur der Schöpfer kann das. Doch Er wird es in dem Maße tun, wie wir uns selbst annullieren.

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Aus dem täglichen Unterricht zum Artikel vom Baal HaSulam, Shamati 38, „Die Furcht vor dem Schöpfer ist sein Schatz“.

Wenn kein Verlangen besteht

Frage: Ist es gut oder schlecht, wenn der Mensch ohne ein Verlangen durch Überwindung lernt?  

Antwort: Es ist gut. Das bedeutet, dass das Ziel erhabener ist, als das eigene, kleine, egoistische Verlangen. Das heißt, man setzt Kräfte ein, um das Ziel zu erreichen. Wenn man ohne Überwindung lernt, stellt sich die Frage, wo die eigene Anstrengung bleibt. Noch problematischer ist es, wenn man Freude beim Lernen empfindet.

Am besten ist es, wenn kein Wunsch besteht und man wie tot die Gruppe darum bittet, irgendeine Gelegenheit zu bekommen, um die Bedeutung des Ziels zu erkennen. Indem man sich vor den Freunden annulliert und alles für sie tut, um die Wichtigkeit des Ziels zu erfahren, wird man durch ihre Inspiration motiviert, in der Früh zum Unterricht zu kommen- das ist das Beste.  

Frage: Bedeutet das, wenn ein Schüler zu Ihnen kommt und sagt: „Was soll ich tun? Ich kann nicht mehr, wie soll ich weiterleben?“ – Ist das der beste Zustand?

Antwort: Ja. Dann sage ich ihm: „Herzlichen Glückwunsch! „Du erkennst, dass du nur ein Tier bist, das nach tierischer Befriedigung strebt und nichts anderes.” 

Frage: Bedeutet das, dass das Lernen mit Freude nur die Anfangsphase ist, wenn man noch nichts erreicht hat?  

Antwort: Das Wichtigste ist die Verbindung mit der Gruppe, mit den Freunden. Denn dadurch empfängt man von ihnen ein zusätzliches Verlangen und steigt höher auf.

Frage: Und wenn man die erste spirituelle Stufe – den Machsom – überschritten hat, ändert sich dann die Wahrnehmung seiner Ablehnung?

Antwort: Wenn der Mensch den Machsom überschritten hat, wirken auf ihn ganz andere Kräfte, andere Berechnungen.  

Frage: Es ist also so, dass vor der endgültigen Korrektur immer eine Art Hinterlist gegen die eigene Natur stattfindet?  

Antwort: Ja, genau. Sonst kann der Mensch, wenn er nicht immer weiter seinen Egoismus offenbart und ihn gleichzeitig korrigiert, um darüber aufzusteigen, nicht vorankommen.

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Aus der Fernsehsendung „Mein Telefon klingelte. Wenn kein Verlangen besteht“

 

Das Fest Schawuot naht

„Und siehe, das Schawuot-Fest naht – die Zeit der Gabe unserer Tora. Das bedeutet, dass der Schöpfer sich im Herzen des Menschen kleidet, das heißt, dass sich die Tora im Herzen jedes Einzelnen aus dem Volk Israel kleidet.“ Rabash, Brief 52

Die Tora kleidet sich ins Herz des Menschen, das heißt, der Mensch spürt in diesen Tagen eine Verbindung mit dem Schöpfer, wie er sie an keinem anderen Tag, zu keiner anderen Zeit, gespürt hat. In diesen Tagen nähert sich der Schöpfer Seinem Volk, und alle empfinden, dass dies ein Feiertag ist.

Und wenn wir diesen Feiertag nicht empfinden, dann sollten wir unser Herz öffnen und in es hineinlassen, was in diesen Tagen erfassbar ist – um zu spüren, dass der Schöpfer innerhalb Seines Volkes weilt. Wenn das Fest nur schwach empfunden wird, sollte man überprüfen, was uns in der Vorbereitung darauf fehlt – also in der Bereitschaft, die Tora zu empfangen.

Wenn die Tora sich ins Herz kleidet und der Mensch das Licht der Tora im Herzen spürt, beginnt er, die Tora entsprechend diesem „Kleid“ auszuführen. Das heißt, der Wille des Schöpfers tritt ins Herz des Menschen ein, und nun verpflichtet ihn das Herz selbst, die Tora mit Liebe und Freude zu erfüllen.

Wenn wir uns an allen Tagen von Pessach bis Schawuot auf den Empfang der Tora vorbereiten, dann werden wir an diesem Feiertag bereit sein, sie zu empfangen. Anfänglich ist das Herz des Menschen egoistisch, doch es verändert sich durch die Zustände, die man durchläuft, und nähert sich schließlich dem an, was der Schöpfer von ihm verlangt. Und das bedeutet, dass sich die Tora im Herzen des Menschen kleidet.

Ein Zeichen dafür, dass der Mensch bereit ist, die Tora zu empfangen, ist seine Zustimmung, sein Herz zu öffnen und all das Licht, das zu ihm kommt, in sich aufzunehmen – um zu empfinden, dass der Schöpfer in seinem Herzen Wohnung genommen hat.

Es heißt, dass als das Volk sich am Fuße des Berges Sinai versammelte, der Schöpfer ihnen eine Bedingung stellte: Entweder ihr empfangt die Tora, oder dies wird euer Grab. Das heißt, es wird eine Bedingung gestellt: Entweder man haftet sich an den Schöpfer an – oder man verbleibt in Trennung. Die Zeit der Wahl ist gekommen. Und wir wählen die Einheit, die Verbindung – und durch diese Entscheidung beginnt das Fest!

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Aus dem Unterricht über den Artikel „Die Gabe der Tora“, 01.06.2025

Aus dem Antrieb der Liebe

Wenn der Mensch sich daran gewöhnt hat, für das Geben zu arbeiten, wird er würdig, dem Schöpfer Freude zu bereiten, und die Arbeit selbst macht ihm Freude und gibt ihm Lebenskraft. Und dieses wird als Genuss betrachtet, der ebenfalls speziell für den Schöpfer ist. (Baal HaSulam, Shamati 20 “LiShma”)

Im Zustand von LiShma, also wenn er um dem Schöpfer zu geben arbeitet, empfindet der Mensch uneigennützige Liebe zum Schöpfer. Diese Eigenschaft erhält er anstelle der Liebe zu sich selbst. Er denkt nur noch darüber nach, wie er dem Schöpfer Freude bereiten kann.

Frage: Um die Eigenschaft von LiShma zu erlangen, muss ich mich dann jedes Mal anstrengen und an den Schöpfer denken – oder kommt dieses Empfinden ganz natürlich zu mir, so wie die Liebe zu mir selbst?

Antwort: Nein, du musst dich ständig anstrengen, damit diese Eigenschaft in dir bleibt. Und dann wirst du aus dem Antrieb der Liebe heraus handeln – ganz ohne Anstrengung.

In dem Maße, in dem du dem Schöpfer wirklich mit Liebe begegnest, wirst du beginnen, Ihn zu fühlen – Sein Verlangen, Seine Bewegung zu dir.

Frage: Wenn wir versuchen, alles mit Liebe zu bedecken, zum Beispiel während eines Kongresses – können wir dann alle gemeinsam zu LiShma gelangen?

Antwort: Ja, das können wir. Die Kräfte des Schöpfers kennen keine Grenzen – Er kann es allen zugleich geben.

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Aus dem Unterricht zu einem Artikel aus dem Buch Shamati

Was ist der Unterschied zwischen Ehrfurcht und dem Wunsch zu geben?

Frage: Rabash schreibt, dass Ehrfurcht vor dem Schöpfer entsteht, wenn der Mensch fürchtet, Ihm keinen Genuss bereiten zu können. Was ist der Unterschied zwischen der Ehrfurcht vor dem Schöpfer und dem Wunsch zu geben?

Antwort: Der Wunsch zu geben ist etwas, was ich bereits habe und das ich nutzen kann.

Es ist unklar, woher dieser Wunsch stammt, denn es existiert kein solcher Wunsch in unserer Welt. Wenn wir jemandem etwas geben, ist das ein verstecktes Empfangen, kein Geben. Ein Beispiel dafür ist eine Mutter, die sich um ihr Kind kümmert: in Wahrheit gibt sie ihm nichts, denn das Glücke, welches sie durch das Kind empfindet, ist so groß, dass sie bereit ist, alles für das Kind zu tun. In der spirituellen Welt verhält es sich anders.

In der spirituellen Welt empfangen wir durch den Einfluss des höheren Lichts, das wahre Geben und beginnen, Freude am Geben zu empfinden, indem wir über uns selbst hinauswachsen. Zunächst ist dieses Geben egoistisch: Es tut mir gut, mich über mich selbst zu erheben, Freude zu empfinden und unbewusst für  das Wohl anderer zu arbeiten – aber ich strebe nach dem Geben.

Das ist noch kein Ausweg aus dem Egoismus, sondern eine Zwischenstufe, in der ich beginne, das Geben zu schätzen, da es bestimmte Vorteile bringt.

Frage: Die nächste Stufe ist die Ehrfurcht. Wenn ich Ehrfurcht vor dem Schöpfer habe, wenn ich den Wunsch habe, ihm zu geben, warum ist das dann nicht die endgültige Stufe?

Antwort: Es ist noch kein vollwertiges Verlangen, denn es ist eine Absicht. Diese Absicht muss sich mit dem Wunsch verbinden und dann verwirklicht werden. Ehrfurcht allein reicht hier nicht aus, es ist notwendig, eine klare Absicht zu offenbaren, die in Verbindung mit der Ehrfurcht vor dem Schöpfer steht und mit der man arbeiten kann.

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Aus der Fernsehsendung „Die letzte Generation“

Wenn du nicht empfangen kannst, wirst du nichts zu geben haben


Bina enthält das gesamte Licht von Chochma, jedoch nur, um darüber dem Licht Chassadim den Vorzug zu geben. Mit anderen Worten, sie bevorzugt das Geben gegenüber der Erfüllung. Was bedeutet das?

Das ist, wenn ich nichts anderes will, als zu schenken! Jemand gibt mir eine Million Dollar, aber ich weigere mich, diese anzunehmen. Sie können mir 100 Millionen oder eine Milliarde anbieten, jedoch immer noch werde ich mich weigern. Das nennt man Chassadim: Das Geben gegenüber dem Empfangen vorzuziehen.

Es ist unmöglich, das Geben zu messen, es hat keine Grenzen. Man kann nur etwas messen, wenn es sich innerhalb der Verlangen des Empfangens befindet. Wenn ich eine Milliarde Dollar empfangen könnte und ich möchte dieses Geld auch, ziehe aber das Geben vor, dann ist dies das Maß meines Verlangens zu geben. Wenn ich jedoch kein Verlangen zu empfangen habe, dann besitze ich nichts, mit dem ich das Verlangen zu geben messen könnte.

Diese beiden gegensätzlichen Verlangen müssen sich vereinigen: Ich benötige ein großes Verlangen und eine Empfindung einer großen Freude, dass ich empfangen kann und gleichzeitig brauche ich einen Schirm (Massach) über dem Verlangen zu empfangen. Auf diese Art werde ich das Geben über alles andere stellen. Aber unter welchen Umständen können wir diese Korrektur erlangen?

Nur das Licht – Or Makif – kann uns diese Korrektur gewähren. Wenn ich das Licht Chassadim bevorzuge und das Licht Chochma zurückweise, dann messe ich dementsprechend die Höhe des Lichts Chassadim, obwohl es sich nach außen ausbreitet. Das Licht Chochma andererseits breitet sich vertikal aus, von Oben nach unten.

Bina hat in und aus sich selbst keine Höhe. Wenn du geben willst, schreite voran. Du solltest dich nicht darum kümmern, wie viel und an wen du schenkst. Jedoch die Höhe des Gebens wird am Verlangen zu empfangen gemessen, welches gegensätzlich zum Geben ist und von diesem bezwungen werden kann.

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Sich nicht von der Offenbarung des Egoismus entmutigen lassen

Kommentar: Wir haben eine Gruppe, eine Gesellschaft, eine Atmosphäre, in der um uns herum Gedanken schweben, dass unsere ganze Entwicklung aus der Offenbarung eines immer grösser werdenden Egoismus resultiert. Wenn sich dieser Egoismus in uns offenbart, sollten wir uns nicht entmutigen lassen und nicht zurückfallen, sondern diese Offenbarung mit Freude annehmen.

Hier kann man erkennen, in welchem Zustand sich der Mensch befindet, denn er durchläuft mehrere Etappen.

Die erste Etappe besteht darin, dass der Mensch Angst vor seinen negativen Eigenschaften hat. Er versucht ihnen zu entkommen, sich abzuwenden, die Augen zu schließen, sie nicht zu spüren! Dann fängt er an, sie als gegeben hinzunehmen, als etwas, das sein muss, als eine Notwendigkeit für sein Vorankommen.

In der letzten Phase beginnt der Mensch, diese Offenbarung als Geschenk zu empfinden, wenn der Schöpfer ihm sein wahres Übel offenbart, das Er in ihm geschaffen hat.

Dann geht es dem Menschen gut, denn er erkennt, dass der Schöpfer mit ihm arbeitet. Der Schöpfer weckt in ihm diese negativen Eigenschaften und auch ganz andere, die ihm Unbehagen bereiten! Du bist also schlimm, die ihm Unbehagen bereiten. Er sieht sich dann in einem Zustand, in dem er sich schlechter als ein Tier empfindet, als weniger wertvoll als andere- das ist die Wahrheit.

Dies wurde vom Schöpfer geschaffen, damit der Mensch aus diesem Zustand heraus sich mit der Bitte um Korrektur an Ihn wenden kann. Es heißt: „Ich habe das Böse geschaffen und das Licht zur Korrektur gegeben.“ Der Mensch existiert in der Mitte zwischen diesen beiden Eigenschaften, der Dunkelheit und dem Licht und bittet darum, dass das Böse offenbart wird. Auf dieses Böse zieht er das Licht an, so wird das erneut offenbarte Übel wieder sichtbar und er zieht erneut das Licht an. So bewegt sich der Mensch nach Vorne- mit dem linken und dem rechten Fuß, immer weiter.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Arbeit im Verborgenen“

Vertiefung der Verbindung mit dem Schöpfer

Frage: In der Vergangenheit studierten die Menschen die kabbalistischen Texte meist alleine. In unserer Zeit gibt es die Möglichkeit, die ganze Zeit im Unterricht, im Zoom mit Freunden, mit dem Lehrer zusammen zu sein, so dass wenig Zeit für das eigenständige Studieren bleibt. Vielleicht liegt der Grund für unsere langsame spirituelle Entwicklung darin, dass wir nicht genug selbstständig arbeiten?

Antwort: Ich glaube nicht, dass das der Grund ist. Mir scheint, dass wir uns nicht tief genug mit unserem Verstand und unseren Gefühlen in unsere Verbindung mit dem Schöpfer vertiefen.

Frage: In unserer Zeit werden uns alle Bedingungen für den Fortschritt gegeben, gleichzeitig fügt der Schöpfer Egoismus hinzu und die äußeren Bedingungen in der Welt verschlechtern sich. Wo ist der Punkt des Gleichgewichts zu finden?

Antwort: Ich denke das der Schöpfer uns absolut alles gibt, aber wir erfüllen seine Anforderungen nicht gewissenhaft genug aus,darum wird uns die höhere Welt nicht offenbart.

Wir müssen mehr miteinander verbunden sein, wie ein Mensch mit einem Herzen und versuchen, aus unserer Vereinigung die Verbindung mit dem Schöpfer anzustreben. Dann werden wir spüren, wie lange Er darauf gewartet hat und mit welcher Freude Er uns empfängt.

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Aus dem Unterricht am Gedenktag von Baal HaSulam, 13.10.2024

Das Licht der Freude

Und nun kann er [aus der] Zeit der vergangenen Arbeit fortsetzen, wo er stets dem Schöpfer dankte und Ihn pries, dafür dass Er ihn jedes Mal annäherte. Und darüber fühlte er Freude. Die einst von ihm empfundene Freude kann er nun an Sukkot fortsetzen. (Baal HaSulam. Shamati. 96. Der Abfall des Dreschbodens und des Weinkellers in der spirituellen Arbeit)

Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen der Freude in einer ständigen und einer vorübergehenden Behausung?

Antwort: Es ist ein großer Unterschied, denn in einer festen Behausung ist eine Kraft am Werk, während in einer vorübergehenden Behausung, z. B. in einer Sukka, diese Kraft viel geringer ist.

Deshalb muss der Mensch sich mehr anstrengen, damit auch in der Sukka das leuchtet, was in der ständigen Behausung erstrahlt.

Frage: Ist das Streben, zu der Freude zurückzukehren, die in der ständigen Behausung herrscht, nicht eine Selbstgefälligkeit? Wenn ja, wie kann man dem widerstehen?

Antwort: Das kann sein. Wie kann man dem widerstehen? – Indem man nicht allen Arten von Schwächen nachgibt.

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Aus einer Lektion über den Brief von Rabash, 18.10.2024