Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Freude'

Das Spiegelbild deiner Seele

Frage: Wie kann ich voller Freude arbeiten, wenn um mich herum so schreckliche Dinge geschehen? Und auch innerlich ist nicht alles in Ordnung. Kurz gesagt: Außen und innen herrscht Chaos.

Antwort: Freude ist das Ergebnis der Offenbarung des Schöpfers. Dass Er sich in einer so offensichtlichen und klaren Form offenbart, ist ein Zeichen dafür, dass der Schöpfer uns die Möglichkeit gibt, diesen Zustand zu korrigieren.

Wenn du diese Situation nicht mit dem Schöpfer in Verbindung bringst, kannst du dich natürlich nicht freuen. Du hast keinen Grund dazu. Doch sobald du diesen Zustand mit Ihm in Verbindung bringst, entstehen in dir zwei Arten von Freude: Du kannst dich freuen, da du weißt, dass man sich um dich kümmert, dass man dich nicht vergisst: „Das heißt, alles hat seinen Grund, und ich kann mich ein wenig entspannen, ausruhen. Es ist, als hätte ich meine Wunden mit etwas Lebensspendendem gesalbt, und es ist mir leichter geworden. Der Schöpfer existiert, und ich arbeite nicht umsonst.“

Aber das ist eine trügerische Freude. Indem du dich auf diese Weise freust, hast du lediglich dein Verlangen nach Empfangen versüßt (bestochen). Damit hast du keine nützliche Arbeit geleistet, du bist spirituell nicht vorangekommen.

Die zweite Art von Freude ist, wenn du durch diese Zustände den Schöpfer offenbaren, Kontakt mit Ihm herstellen und eine Korrektur vornehmen kannst.

Ich werde das näher erläutern: Der Zustand, den wir erfahren, sei er äußerlich oder innerlich, kommt von oben. Tatsächlich ist es nicht der Zustand selbst, der von oben kommt, sondern das Licht, das in mein Kli scheint.

Mein Kli, mein Verlangen nach empfangen ist mit Wunden und eitrigen Geschwüren übersät und das Licht leuchtet auf sie. Ich sehe all diese Wunden nur in ihrer äußeren Form, nur in ihrer äußeren Manifestation: die Feindseligkeit der Araber, Kriege, Krankheiten, Ungerechtigkeit. Ich spüre diese Wunden nicht in meiner Seele. Das höhere Licht, das auf sie leuchtet, zeigt mir, dass ich von innen her völlig verfault bin. Du kannst all diese äußeren Erscheinungsformen (Krankheiten, Leiden, Feinde) mit dem Schöpfer in Verbindung bringen, aber du musst erkennen, dass all dies ein Spiegelbild deiner Seele ist. All dies geschieht in deinem Inneren, in deiner Seele.

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Aus einem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, vom 23.06.2026.

 

Das Licht der Freude

Kommentar: Wir haben Grund zur Freude! Denn wir nähern uns dem Zustand, an dem wir uns über das egoistische Verlangen erheben und uns mit dem Verlangen zu geben verbinden können- mit dem Schöpfer. Wir empfangen dann das gesamte Höhere Licht, das uns mit wahrer Freude erfüllt.

So sind wir geschaffen. Wer daher wahre Freude erlangen möchte, muss sich mit seinen Freunden und mit dem Schöpfer verbinden. Von dort empfängt er das Licht der Freude, das sein Inneres erfüllt.

Alles hängt davon ab, welche Wünsche wir erfüllen, es gibt materielle und spirituelle Freude. Alles hängt davon ab, welche Wünsche wir erfüllen. Materielle Freude entsteht, wenn wir unsere egoistischen Wünsche nach Genuss befriedigen. Spirituelle Freude hingegen entsteht, wenn wir die Wünsche des Gebens offenbaren und erfüllen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Arten von Verlangen ist wie der zwischen Himmel und Erde. 

Wenn wir spirituellen Genuss empfangen, fühlen wir uns über Zeit, Raum und Bewegung stehend. Zeit, Ort, Bewegung und Veränderung verlieren ihre gewohnte Bedeutung.

Wir erheben uns über die Materie, über unsere materielle Welt und über unser materielles Selbst. Das verleiht uns große Kraft, auf unserem Weg dem Schöpfer immer weiter entgegenzukommen.

Hoffen wir, dass es uns allen gelingt, eine solche spirituelle Freude zu erlangen.

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Aus dem Unterricht: „Wir vermehren die Freude. Tag der Einheit zu Purim“

 

Geld allein macht nicht glücklich

Anmerkung: Im Rahmen langjähriger Studien haben Wissenschaftler aus Großbritannien herausgefunden, dass ein hohes Einkommen einen Menschen nicht glücklich macht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Personality and Social Psychology Bulletin“ veröffentlicht.

Antwort: Auch wenn die Menschen wissen, dass „Geld alleine nicht glücklich macht“, wollen sie dennoch Geld. Wenn du einen Menschen von heute fragst, was er lieber hätte, Geld oder Glück, denke ich, er würde antworten: „Geld. Mit Geld kann ich mir dann auch Glück kaufen.“

Der Egoismus, der sich derzeit in der gesamten Menschheit offenbart, braucht außer Geld nichts. Früher waren die Menschen nicht so egoistisch. In ihnen entstanden auch andere Bestrebungen, ihr Egoismus verlangte keine so allumfassende Erfüllung.

Anmerkung: Sie widerlegen also gewissermaßen diese Studie, in der es heißt, dass Menschen Familie, Kinder und Freunde als Glück betrachten.

Antwort: Sie sind zu diesem Fazit gekommen, nachdem sie sehr gründlich geprüft hatten, ob man alles mit Geld kaufen kann, und festgestellt haben, dass das nicht funktioniert.

Aber wir haben unsere absolute Entwicklung noch nicht vollendet. Wir befinden uns in der letzten Phase, die noch nicht abgeschlossen ist. Die Menschheit erkennt bereits, dass Geld kein Glück bringt und dass Glück letztendlich wichtiger ist als Geld.

Aber andererseits: Wenn das Glücksgefühl nicht auf einer materiellen Grundlage beruht, dann ist dieses Gefühl unecht. Das ist genauso, als würdest du dir eine Droge spritzen: „Ich bin glücklich“. „Was ist los?! Warum, wie, was?!“ – „Glücklich“.

Du hast eine Art Spritze bekommen und wirst von einer Welle der Wonne überflutet. Du spürst kein Leid und keine Leere mehr, musst nach nichts streben und nichts unternehmen. Du kannst nicht einmal das Leiden und die Wünsche anderer Menschen verstehen. Du kannst mit niemandem verbunden sein! Du stehst einfach wie ein Idiot mitten in der Welt und dir geht es gut.

Frage: Heißt das also, dass Glück die Entwicklung aufhält?

Antwort: Natürlich! Hätten die großen Künstler, Schriftsteller und Musiker nicht gelitten, wären sie nicht innerlich unglücklich gewesen – egal, ob sie ein Stück Brot hatten oder nicht – unglücklich in ihrer inneren Suche, in ihren Leiden, hätten sie dann überhaupt etwas geschaffen?! Niemals! Glück liegt also nicht in der Definition, die wir ihm sofort zuschreiben.

Glück kann man nur im Gegensatz zum Unglück empfinden, nur im Gegensatz zur Suche, zum Leiden, wenn du strebst und erreichst, strebst und erreichst! Aber wenn du strebst und erst später erreichst, was du gestrebt hast, ist das kein Glück!

Glück umfasst sowohl das Leiden als auch die Freude darüber. Dieser Zustand wird nur in der Kabbala erreicht, wenn die Leere nicht gefüllt wird, sondern wenn sich über ihr eine Füllung aufbaut. Sowohl die Leere als auch die Füllung existieren dauerhaft! Nehmen wir an, ich sehne mich nach etwas und empfinde durch dieses Verlangen Freude und Erfüllung.

Glück ist, wenn wir es richtig definieren, kabbalistisch gesehen, in seiner wahren Form, gleichzeitig ein Zustand absoluten Unglücks und absoluten Glücks, eine Leere und eine Fülle, die sich gegenseitig nicht annullieren.

Dann brauchst du das wirklich nicht mit Geld oder Ähnlichem zu ersetzen, denn deine Leere wird gefüllt und bleibt dabei doch eine Leere. Zum Beispiel isst du etwas und sehnst dich trotzdem die ganze Zeit danach, du trinkst etwas und sehnst dich die ganze Zeit danach, du siehst etwas und sehnst dich die ganze Zeit danach. Das heißt, die Genüsse hören nicht auf, sondern nehmen nur immer weiter zu – und in demselben Maße nimmt die Leere ebenfalls zu!

Das ist die Wissenschaft der Kabbala! Die Wissenschaft, das wahre Glück zu erlangen. Dabei führt dich das Gefühl des ständigen Glücks zum Gefühl der Ewigkeit!

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Ein Kabbalist fühlt das selbe Vergnügen wie der Schöpfer


Ich erhielt Fragen über die Freuden, die ein Kabbalist und der Schöpfer fühlt:

Frage: Erreicht ein Kabbalist jemals die Stufe, wo er fühlt, dass er dem Schöpfer Vergnügen schenkt?

Meine Antwort: Ja.

Frage: Wie drückt sich dieses Gefühl aus?

Meine Antwort: Als Einheit mit dem Schöpfer und Seiner Empfindung.

Frage: Was sind die Anzeichen, die einen Kabbalisten wissen lassen, dass der Schöpfer wirklich Vergnügen aus seinen Handlungen empfängt?

Meine Antwort: Gegenseitige Freude – ihre Gefühle werden in einem Kli ausgedrückt.

Frage: Ein Kabbalist empfängt Freude aus den Geschenken des Schöpfers und indem er das tut, schenkt er dem Schöpfer Vergnügen. Aber kann sich ein Kabbalist sicher sein, dass der Schöpfer das wirklich genießt?

Meine Antwort: Er weiß das, weil sie sich in einem Ganzen vereinigen.

Frage: Empfängt ein Kabbalist Freude aus den kleinen, materiellen Dingen im Leben?
Meine Antwort: Ein Kabbalist fühlt trotzdem die Vergnügen unserer Welt. Mehr noch, er empfindet diese Dinge sogar noch intensiver als es normale Menschen tun.

Frage: Das spirituelle Ziel ist die Einheit der Seelen. Wenn ein Mensch die spirituelle Welt betritt, beginnt er die Verlangen und Gedanken der anderen Seelen zu fühlen. Unterscheidet er trotzdem was „seins“ ist und was „eines anderen“ ist, oder verliert er das Gefühl für Individualität?

Meine Antwort: Er verliert es nicht. Selbst wenn er jeden fühlt, fühlt er sich selbst durch sie, wie eine Zelle, die für den ganzen Körper arbeitet.

Frage: Sie sagten, dass große Kabbalisten einen großen Egoismus haben, aber sie wissen ihn zu kontrollieren. Wie kontrollieren sie ihren Egoismus?
Meine Antwort: Durch Licht, das von oben kommt; durch den Schöpfer – wie ein Kind, das durch einen Erwachsenen lernt.

Aus dem täglichen Morgenunterricht. 

Glück für einen Kabbalisten

Frage: Was bedeutet das Glück eines Kabbalisten, und woraus schöpft er seine größte Freude?

Antwort: Glück bedeutet für einen Kabbalisten die Möglichkeit, andere zu erfüllen und durch sie dem Schöpfer zu geben. Dem Schöpfer zu geben – ebenso wie von Ihm zu empfangen – ist nicht unmittelbar möglich, sondern nur über einen vermittelnden „Puffer“: die Gruppe, und im erweiterten Sinn die gesamte Menschheit.

Die größte Freude empfindet er genau in einer solchen Handlung – wenn er durch die Gruppe dem Schöpfer geben kann und Ihn in ihr entdeckt; wenn er erkennt, wie das eine in das andere übergeht, wie die Gruppe zu einem verbindenden Glied zwischen ihm und dem Schöpfer wird und sie sich alle gemeinsam – zu dritt – in dieser Gruppe, in dieser gemeinsamen Masse, begegnen.

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Aus einer Unterrichtsstunde auf Russisch

 

Zeichne in dir ein Bild des Schöpfers

Frage: Wenn wir den Schöpfer nicht spüren, wie können wir dann Seine Eigenschaften erlangen und Ihm ähnlich werden?

Antwort: Der Mensch empfindet nichts außerhalb seiner selbst, außerhalb seines eigenen Körpers – sei es nun der Schöpfer, ein Freund oder die Gruppe. Deshalb müssen wir zunächst an unserer Fähigkeit arbeiten, dem Nächsten zu geben, um ihn zu lieben wie uns selbst. Wenn man es schafft dem Nächsten zu geben wird man auch in der Lage sein, dem Schöpfer zu geben.

Wenn man jedoch bereit ist, nur für den Schöpfer zu arbeiten, nicht aber für seinen Nächsten, ist das ein Zeichen dafür, dass man nicht wirklich bereit ist, für den Schöpfer zu arbeiten. Denn man führt noch keine selbstständige Berechnung „außerhalb seines eigenen Interesses“ durch – man bleibt in sich selbst und möchte das Ergebnis seiner Arbeit, die Belohnung, empfangen.

Das heißt: Die gesamte Arbeit bezieht sich nur auf die Gruppe, in der wir den Ort für die Offenbarung des Schöpfers schaffen.

Wir empfangen kein Licht von außen – wir füllen uns mit unserer eigenen Hingabe! Der Mensch „erzeugt“ diese Eigenschaft in sich, mithilfe der Kraft, die zu ihm kommt und ihm die Möglichkeit verleiht, im Geben zu sein. Gerade in dieser Hingabe empfindet man die Kraft des Schöpfers, die sich in einem kleidet. Das bildet die wahre Erfüllung.

Niemals werden wir etwas „außerhalb von uns“ enthüllen – selbst wenn gesagt wird, dass wir „aus uns heraustreten“ und uns mit anderen verbinden. All das findet in unserer Wahrnehmung statt: es erscheint uns lediglich so, als würden wir uns über uns selbst erheben.

Es heißt, dass Malchut der Welt Azilut „das Bild des Schöpfers“ genannt wird.

Es heißt ebenfalls, dass wir dem Schöpfer Freude bereiten sollen – durch alle Zustände, die wir von Ihm erhalten. Doch was bedeutet es, Zustände von Ihm zu empfangen, wenn sie doch von dem in uns erwachten Verlangen abhängen. Sind sie größer oder kleiner, je nachdem, wie wir unser egoistisches Verlangen überwinden und korrigieren? Wie hängt dies mit dem Schöpfer zusammen, der sich niemals verändert?

Was kann der Mensch Ihm überhaupt geben? Es gibt niemanden, dem wir etwas geben könnten, niemanden, der unsere Arbeit empfängt.

Letztlich enthüllen wir, dass wir einzig unsere Eigenschaften korrigieren und niemals aus ihnen heraustreten. Die Eigenschaft des Gebens ist eine reine, makellose Eigenschaft – man kann nicht „für ihren Vorteil“ arbeiten. Man kann sie nur als besondere, erhabene Eigenschaft wertschätzen, entsprechend der eigenen ehrfürchtigen Haltung gegenüber dem Licht und dem Nächsten, die uns das Gefühl der Größe von Hingabe und Liebe vermitteln.

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Aus einem Unterricht zum Artikel aus dem Buch “Shamati“




Ständige Kontrolle

Frage: Wenn wir verstehen, dass wir etwas tun, um in den Augen der Geschöpfe Gnade zu finden, warum sollten wir uns dann für solche Handlungen schämen? Wie sollte man richtig reagieren, wenn man sich dabei ertappt?

Antwort: Das Gefühl der Scham entsteht in der Regel dann, wenn man nicht auf das Ziel der Schöpfung ausgerichtet ist.

Deshalb muss man sich ständig selbst prüfen: Gehe ich wirklich auf das Ziel zu? Handle ich so, dass ich dem Schöpfer Freude bereite?

Frage: Was bereitet dem Schöpfer die größte Freude? Was können wir Ihm geben, wenn wir alles von Ihm erhalten?

Antwort: Liebe und Verbindung – das Verlangen, sie zu erreichen, um dem Schöpfer Raum zu geben, sich zwischen uns zu offenbaren.

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Aus dem Unterricht zum Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

Spirituelle Übung

Bemüht euch, euch mit Freude an den Schöpfer zu wenden. Denn wir leben in einer von Ihm geschaffenen Welt, und wir haben tatsächlich jemanden, an den wir uns wenden können. Dazu ist es notwendig, sich ein wenig über das eigene Ego zu erheben, das unaufhörlich fordert und verlangt. Gerade das ist es, was uns in einen Zustand von Traurigkeit und Unzufriedenheit versetzt.

Hört auf, euch beim Schöpfer zu beklagen, dass Er euch keine Erfüllung gibt. Im Gegenteil, allein die Möglichkeit, sich an Ihn wenden zu können, ist bereits ein Grund zur Freude. Und wenn wir lernen, uns über diese Verbindung zu freuen, dann beginnen wir gerade in dieser Freude vom Schöpfer zu empfangen – denn die Freude wird zum Kli (Gefäß), das Er füllen kann. Das ist nicht bloße Psychologie, sondern eine tiefe spirituelle Praxis, die ständiger Arbeit bedarf.

Der Schöpfer gibt uns diese Übung, damit wir unsere innere Ausrichtung von uns selbst weg – hin zu Ihm – verändern. Anstatt in uns selbst zu versinken und traurig darüber zu sein, dass unser Ego nicht erfüllt wird, sollten wir uns in Freude an den Schöpfer wenden. Genau das wird dann zu unserem spirituellen Kli.

Es braucht oft viele Jahre, bis der Mensch dieses Prinzip wirklich versteht. Doch sobald er es hört und beginnt, es umzusetzen, wird er sich sofort weiterentwickeln. Versucht, euch den ganzen Tag über mit Freude an den Schöpfer zu wenden.

Jeder erlebt Zustände der Traurigkeit und Zweifel, die sich über mehrere Jahre hinziehen können. Doch in dem Moment, in dem der Mensch erkennt, dass er sich an den Schöpfer wendet, und dass er allein schon deshalb in Freude sein soll, weil er vor der höchsten Kraft steht, beginnt eine neue Etappe in seinem Leben. Er tritt in Kontakt mit dem Schöpfer.

Der Mensch spürt diesen Kontakt vielleicht noch nicht, so wie ein Embryo im Mutterleib sich selbst nicht wahrnimmt. Dennoch befindet man sich bereits im Zustand eines spirituellen Embryos. Und wenn er sich in Freude halten kann, ungeachtet dessen, was mit ihm geschieht, bedeutet das, dass er sich über sein Ego erhebt und die Grenze der Einschränkung überschreitet.

Sich mit dem Wunsch an den Schöpfer zu wenden, Ihn zu erfreuen – und nicht darüber nachzudenken, was in einem selbst geschieht, sondern an den Schöpfer zu denken, der außerhalb von einem ist – das ist die entscheidende innere Umkehr, die wir vollziehen müssen. Das ist der Eintritt, die Schwelle zur spirituellen Welt.

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Aus einem Gespräch während einer Mahlzeit



Sackgasse, Schöpfer und der Sinn des Lebens

In der Natur gibt’s keine Sackgassen. Die Sackgassen, die sie uns in den Weg stellt, sind nur dazu da, damit wir hochspringen, diese Hürde überwinden und uns weiterentwickeln.

Sackgassen gibt’s nur auf unserer Ebene, wie Stufen. Wie klettert ein kleines Kind die Stufen einer Treppe hinauf? Es krabbelt mühsam auf allen Vieren und so weiter. Deswegen werden uns diese Enttäuschungen, Höhen und Tiefen gegeben. Wir wachsen mit deren Hilfe.

Frage: Heißt das, dass das Wachstum eines Menschen darin besteht, diese Sackgassen zu überwinden, aber sie dabei wahrzunehmen? Ist das richtig?

Antwort: Wahrnehmen? Er kann nicht einmal aufstehen, er krabbelt auf allen Vieren!

Frage: Heißt das, dass ich zu einem Gefühl einer Sackgasse vor mir kommen muss?

Antwort: Ja. Du musst verstehen, dass es Hindernisse vor dir gibt – das sind nämlich die Stufen einer Leiter des Aufstieges.

Frage: Wohin gehe ich denn? Hier ist die Leiter. Wohin gehe ich von Sackgasse zu Sackgasse?

Antwort: Du gehst, um den Sinn des Lebens zu verstehen, um den Sinn des Lebens zu begreifen.

Frage: Worin besteht er? Ich steige doch zu etwas hinauf. Wohin steige ich von Sackgasse zu Sackgasse hinauf?

Antwort: Ich steige hinauf, damit diese Stufen des Aufstiegs in mir solche Wünsche, Eigenschaften und Qualitäten hervorbringen, in denen ich den Sinn des Lebens offenbaren kann. Und den gibt es! Ich sehe ihn aber nicht, ich fühle ihn nicht, ich kann ihn weder anfassen, noch wahrnehmen.

Und als Ergebnis dieser Aufstiege, wenn ich wie ein kleines Kind auf allen Vieren von Stufe zu Stufe krieche und versuche, mich hochzuziehen, entwickle ich in mir Verstand und Gefühle, um den Sinn dieses Aufstiegs zu begreifen.

Und auf einmal verstehe ich, dass dieser Sinn zwischen den Stufen liegt.

Frage: Gibt es ein Ende dieser Stufen?

Antwort: Es ist irgendwo ganz weit weg, fast nicht greifbar. Wozu auch? Ich fange an zu fühlen, dass dies nämlich das Leben ist.

Das ist nämlich das Leben, wenn du auf jeder Stufe Enttäuschungen hast, die Notwendigkeit, Kraft zu finden, die Notwendigkeit, ein genaues Ziel, einen Vorsatz zu finden. Sonst hast du keine Kraft: wofür, warum, was wirst du als das richtige Ziel, als die richtige Entscheidung betrachten oder nicht. Und so weiter.

Das heißt, im Ergebnis des Aufstiegs von diesen Stufen, wirst du dich als wachsend und schöpferisch wahrnehmen.

Frage: Was treibt mich jedoch an? Ist das der Wunsch, diese Sackgasse zu überwinden oder mich an etwas oder Jemanden anzunähern?

Antwort: Nein, du willst gar nicht mehr so sehr eine bestimmte Endstufe erreichen. Du fängst an, Freude daran zu empfinden, dass du sie durchläufst. Zwischen den Stufen fängst du an, die Weisheit, die Klarheit dieser Stufen zu fühlen.

Frage: Werde ich anfangen, diese Lenkung zu fühlen?

Antwort: Das nennt man „mi maasecha ikarnucha“ – „aus deinen Taten erkenne ich dich“, dass du aus den Stufen selbst, aus der Art und Weise, wie sie für dich geschaffen wurden, und gleichzeitig, wie du geschaffen wurdest, um dich über sie zu erheben, aus all dem beginnst du, den Schöpfer dieser Stufen zu erkennen. Und das ist das Wichtigste.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

Welches Gefäß eignet sich für das Licht?

Der Schöpfer erfüllt alles, Er ist überall. Wir befinden uns im Ozean des höheren Lichts, der höheren Kraft, die gut ist und alles durchdringt. Doch wir können sie nur in dem Maße spüren, wie wir ein geeignetes Kli, ein Gefäß, dafür haben. Denn man kann nicht mit einem Sack, der für Mehl gedacht ist, Wasser schöpfen. Was für ein Kli ist also geeignet, um den Schöpfer zu spüren, die höhere Kraft wahrzunehmen und sie sogar zu messen?

Dieses spirituelle Gefäß ist die Furcht. Stattdessen bringen wir jedoch ein Kli, das völlig ungeeignet ist für die Offenbarung des Schöpfers, und deshalb leben wir in Dunkelheit. Das einzige Problem liegt im Gefäß, denn der Schöpfer erfüllt die gesamte Realität. Es gibt nichts außer dem Schöpfer – Er ist die gemeinsame Kraft der Natur.

Die ganze Freude des Schöpfers besteht darin, sich den Geschöpfen zu offenbaren, denn nur so kann Er ihnen Genuss schenken. Im Moment wirkt Er im Verborgenen auf uns ein, was Ihm jedoch keine Freude bereitet. Deshalb wollen wir den Schöpfer offenbaren und von Ihm erfüllt werden – um Ihm Freude zu bereiten. Das bedeutet: Wir sehnen uns nicht danach, das höhere Licht in uns selbst zu empfangen, sondern wir möchten dem Schöpfer die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen.

Wir wollen unsere Liebe zum Schöpfer ausdrücken, damit Er Seine Liebe zu den Geschöpfen offenbaren kann. All das geschieht durch die gegenseitige Kraft des Gebens – durch das reflektierte Licht von Seiten der Geschöpfe und durch das direkte Licht von Seiten des Schöpfers.

Deshalb müssen wir ein Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers aufbauen, das „Furcht vor dem Schöpfer“ genannt wird. Das heißt, wir fürchten, Ihm nicht die Bedingungen geben zu können, um uns zu erfüllen.

Wir möchten uns dem Schöpfer hingeben, damit Er uns erfüllt, sich an uns erfreut und mit uns macht, was Er will. Deshalb beschränken wir zuerst unser Ego, den Willen, Genuss für uns selbst zu empfangen, und geben uns dann dem Schöpfer hin – im Glauben über dem Verstand. In dem Maße wird der Schöpfer unser Kli korrigieren und es füllen können.

Der Schöpfer weiß, wie Er uns in ein Gefäß verwandeln kann, das für Sein Licht geeignet ist. Das ist überhaupt nicht einfach, denn es gibt viele verschiedene Lichter, für die jeweils unterschiedliche Gefäße nötig sind – so wie man für Wasser, Mehl und Getreide jeweils andere Behälter braucht. Für jede Füllung gibt es ein geeignetes Gefäß, und wir selbst sind nicht in der Lage, es zu erschaffen; nur der Schöpfer kann das. Doch Er wird es in dem Maße tun, wie wir uns selbst annullieren.

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Aus dem täglichen Unterricht zum Artikel vom Baal HaSulam, Shamati 38, „Die Furcht vor dem Schöpfer ist sein Schatz“.