Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Leid zwingt uns zur Vereinigung!

Eine Frage, die ich erhielt: Sie haben gesagt, dass in unserer Generation der Egoismus so angewachsen ist, dass es notwendig war, die gemeinsame Seele in sieben Milliarden Teile zu zerbrechen, um leichter korrigiert werden zu können. Aber wie ist es dann möglich, dass ein Krieg einen großen Teil der Bevölkerung beseitigen kann? Gemäß dem zuvor Gesagten, kann doch ein einzelner Überlebender nicht den Egoismus von vielen Seelen übernehmen?

Meine Antwort: Aufgrund der empfundenen Leiden ist eine kleine Anzahl von Seelen in der Lage, größere Anstrengungen zu unternehmen. Außerdem sind Menschen, wenn sie leiden, eher bereit, sich zu vereinigen. Deshalb gibt es in Zeiten des Leidens keine Notwendigkeit für eine größere Anzahl von Seelen, und deshalb sterben die Menschen. Wir verwechseln jedoch die Ursache mit den Folgen…

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Eine Attacke auf den Machsom ist geboren werden in die spirituelle Welt

Eine Frage, die ich erhielt: Sie sprachen etliche Male von dem Konzept einer „Attacke“. Wen oder was attackieren wir? Können wir diese Stufe hier und jetzt erreichen, speziell auf diesem Kongress? Und wie können wir einander dabei helfen?

Meine Antwort: Tatsache ist, dass die spirituelle Welt durch eine Attacke erreicht wird, wenn dem Druck von Oben sofort von unten Druck erfolgt. Der Übergang in die spirituelle Welt geschieht wie die Geburt eines Kindes. Wenn sich der Fötus entwickelt, dreht er sich mit dem Kopf nach unten und wird geboren.

Sich umzudrehen bedeutet, dass der Mensch seine Auffassung oder Vorstellung von sich selbst und der Welt völlig ändert. Was noch wichtiger ist, als den Ort zu wechseln. Sich auf den Kopf zu stellen bedeutet, dass ein Mensch seine Werte ändert. Sobald ein Menschdazu bereit ist, findet seine spirituelle Geburt statt. Mit anderen Worten muss von diesem Menschen (dem Fötus) und der Mutter (dem Schöpfer) Druck ausgehen.

Durch unsere Versuche, der Höheren Stufe gleich zu werden und die richtige Verbindung zwischen den Freunden zu finden, ziehen wir Druck von Oben auf uns, so wie Geburtswehen (Tsirey Lida). Im Hebräischen stammt das Wort „Kontraktion“ (Tsar, Tsirei) vom Wort „eng“ (Tsar) und „Leiden“ (Tsarot). Das bedeutet, dass die Kontraktionen der Geburt einen solch engen Zustand erschaffen, dass wir durch den Machsom „herausgestoßen“ werden, hinein in die spirituelle Welt.

Der Machsom ist dieser enge Ort, durch den ein Mensch geboren wird. Deshalb sollten wir keine Angst vor diesem „engen“ Zustand und dem Leiden haben. Wir sollten uns einfach auf den Kopf stellen und geboren werden.

(Aus den Lektionen am Eurasischen Kongress 23.10.09)

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Das Erreichen der kritischen Masse an einem Kongress ist nötig, um Einheit zu verwirklichen

Wir müssen versuchen, einen solchen Zustand der Einheit über allen Widersprüchen und Unterschieden zwischen uns zu erschaffen, sodass eine gemeinsame entscheidende Anstrengung entsteht und das Licht heranzieht. Das ist wie eine Kernreaktion, wo sich zwei Teile durch eine Explosion trotz der entgegengesetzten Kräfte verbinden und eine Kettenreaktion der Verbindung auslöst. In unserem Fall führt die Verbindung zwischen uns zur Enthüllung des Höheren Lichtes, das als Eigenschaft des Gebens enthüllt wird und dem Gefühl, dass wir Leben auf einer höheren Ebene erlangt haben.

Eine neue Wirklichkeit wird in dem Maße wahrgenommen, in dem wir ihr gleichen. Wenn wir versuchen, unsere Herzen und unseren Verstand auf unsere Gleichheit mit der spirituellen Welt einzustimmen, werden wir allmählich beginnen, sie zu spüren und unsere gemeinsame Anstrengung wird offenbar.

In die spirituelle Welt hinüberzugehen ist wie Geburtswehen. Wenn mächtige Kräfte einen Menschen vor und zurück bewegen, wird er zurückgestoßen und entscheidet, sein egoistisches Bild zurückzuweisen. Wenn er nicht verzweifelt und mit der Entscheidung fortfährt, werden die Kontraktionen mit seiner Geburt enden.

(Aus den Lektionen am Eurasischen Kongress 23.10.09)

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Wie man wirklich den Schöpfer schmeckt

Eine Frage, die ich erhielt: In einem Ihrer Unterrichte sprachen Sie in einem Beispiel von einem Baby, dass alles in seinen Mund nimmt, die Welt durch den Geschmack empfindet. Ich erinnerte mich an den Satz: „Schmecke und siehe, wie gut der Schöpfer ist.“ Doch wie kann ich Ihn schmecken?

Meine Antwort: Etwas zu schmecken bedeutet nicht, dass man versucht und es dann zurückweist. Der Satz spricht von der Tatsache, dass man nur sicher sein kann, dass Er (die Eigenschaft des Gebens) gut und erstrebenswert ist, wenn man den Schöpfer schmeckt. Man wird das durch „probieren“ wissen, das heißt, indem man es in sich selbst spürt. Das ist es, was die Kabbalisten meinten, als sie sagten, dass man es zuerst probieren muss, wie beim Kauf eines Sonderangebots, wo man dann ablehnt zu zahlen.

In der Spiritualität jedoch muss man zuerst zahlen und dann, wenn man es erst mal gekauft und seine Zähne hinein gegraben hat, wird man wirklich wissen, was darin ist. Denn man ist in Übereinstimmung mit dem Geben, anstatt mit dem Empfangen und man findet nichts besser als das!

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Über dem Machsom werden wir gemeinsam das Licht enthüllen


Wenn wir genau von da aus beginnen, was in der gesamten Schöpfung zerbrochen wurde – der Verbindung zwischen ihren Teilen (uns, der Seelen), dann werden wir durch die Wiederherstellung dieser Verbindung die Eigenschaft des Gebens spüren – das Licht, den Schöpfer. Wir wurden voneinander getrennt erschaffen, um uns die Möglichkeit zu geben, das Konzept der Einheit, der Verbindung zu entdecken und schließlich die Ewigkeit und Vollkommenheit im Innern des weißen Höheren Lichtes, dem Schöpfer, zu erlangen. Es braucht nur eine kleine Anstrengung, um dieses zu versuchen, aber diese Anstrengung muss in die richtige Richtung gehen.

Die Bedingung der Wiedervereinigung des zerbrochenen Geschöpfes zu einem Ganzen ist nicht schwer zu realisieren, wenn man weiß, wo man seine schwachen Anstrengungen einsetzen muss. Wenn man den Schalthebel hat, kann man die Erde auf den Kopf stellen. Unser Problem ist, dass wir unsere Gedanken und Verlangen zerstreuen und nicht wissen, wie man sie in eine einzige Richtung bündelt.

Der Erfolg liegt nicht darin, wie hoch die Stärke der Anstrengung ist, sondern darin, alle diese kleinen Anstrengungen zu vereinen. Wenn sie sich vereinen, wird die gemeinsame Anstrengung auf die Eigenschaft des Gebens, auf den Schöpfer ausgerichtet. Das ist genug, um in die Höhere Welt geboren zu werden.

Deshalb sollte unser einziges Streben sein, unsere Verlangen zu einem Ganzen zu vereinen. Dann werden wir innerhalb des gemeinsamen Verlangens die höhere Eigenschaft enthüllen – den Schöpfer.

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Zusammen werden wir aufsteigen zu neuen spirituellen Graden


Eine Frage die ich [Anm.: vor dem Kongress in der Türkei] erhielt: Der Eurasische Kabbala Kongress in der Türkei beginnt. Was können wir Spezielles von Freunden erwarten, die wir einmal im Jahr oder das erste Mal im Leben sehen?
Meine Antwort: Ich kam gerade zurück aus den Vereinigten Staaten, vom Nordamerikanischen Kongress in Buffalo. Zusätzlich zu den Langzeit-Studenten waren Leute dort, die ich noch nie gesehen habe.

Ich erhielt eine große Inspiration von ihnen! Diese Leute leben weit weg von einander und sind sehr unterschiedlich in ihrer Natur und in ihren Lebensansichten. Aber zur gleichen Zeit, wuchsen wir trotz unserer Unterschiede zusammen. Das ist das Wichtigste.

Die Unterschiede unter uns sind wie ein Widerstand in einer elektrischen Kette. Es gibt dich und mich und den Widerstand zwischen uns, aber wir bauen eine Verbindung zwischen uns über diesem Hass auf.

Je unterschiedlicher und distanziert wir voneinander sind, desto mehr scheitern wir daran, einander zu verstehen. Aber wir streben trotzdem danach, uns im Inneren zu verbinden, um das gegenseitige Geben und die Höhere Welt in uns zu enthüllen.

1400 Leute nehmen am Eurasia Kongress teil. Sie sind von Frankreich, Japan, Island, Ozeanien, etc.

Deshalb werden wir den Schöpfer innerhalb dieser Verbindung enthüllen wenn wir über unsere Differenzen hinauswachsen und uns in Liebe zueinander verbinden. Besonders zusammen mit Leuten, die ich nicht oft sehe, die in ihren Gewohnheiten, Sichten, und der Mentalität weit von mir entfernt sind.

Ich hoffe, dass die Einheit die wir am Kongress in der Türkei erreichen werden, uns einen großen Schub nach vorne geben wird.
(Aus der täglichen Lektion 10.11.09)

Kabbala Akademie



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Eine Violine spielt die Melodie des Schöpfers


Wir glauben nicht, dass unser gesamtes Leben nur von einem einzigen Verlauf abhängt. Der Schöpfer verwirrt uns, als ob die Welt keinen Ursprung oder kein Ziel hätte, damit wir aus Verzweiflung aufgrund dieses Fehlens uns an der Enthüllung der Kabbala erfreuen, was die Methode der Enthüllung des Schöpfers ist.

Damit wir den Schöpfer enthüllen können, müssen wir alles, was geschieht, nur Ihm allein zuschreiben und unsere Eigenschaften korrigieren, damit wir Ihm gleich werden.
Wenn ich anstrebe hinter allem, was mir widerfährt, nur Ihn allein zu sehen und nichts anderes – die Schläge und Freuden- dann beginne ich aus dieser Verwirrung ein Verbindungssystem von Verlangen und Gedanken aufzubauen, die denen des Schöpfers ähnlich sind.
Ausser diesem sehe ich nur Güte in all Seinen unterschiedlichen und widersprüchlichen Handlungen. Wenn ich den Kabbalisten glaube, dass sie den Schöpfer als einzige und gütige Quelle wahrnehmen, dann strebe ich danach, meine Eigenschaften auf solche Art und Weise zu korrigieren, dass ich Ihn genauso wahrnehmen werde.
Wenn ich mich wie eine Violine einstimme, die nach ihrem Einstimmen beginnt, die richtige Melodie zu spielen, dann werde ich den Schöpfer spüren und Er und ich werden zusammen auf mir spielen. Wir zerfliessen in eine Melodie und in ein Instrument.

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Die Form des Verlangens


Alles findet innerhalb des Verlangens nach Genuss statt, das vom Schöpfer erschaffen wurde. Dieses Verlangen macht während seiner Entwicklung bestimmte Veränderungen durch. Anfänglich stimmen wir dem zu, und es gibt keine Konflikte. Eigentlich ist jede Art von Konflikt überhaupt unmöglich, denn man entfernt sich nie von diesem Verlangen, sondern handelt nach seinen Befehlen. Man ist sich noch nicht bewusst, dass dieses Verlangen eigentlich nicht das eigene ist und über einen bestimmt.

Dennoch muss man in sich diese beiden Aspekte als separat ansehen: das Verlangen und den Menschen.
Dann jedoch wacht in ihm der Punkt des Schöpfers auf, der sich auf das Geben richtet, und dann beginnt man sein Verlangen als fremd zu empfinden. Man beginnt zwischen 1. dem Verlangen und 2. Sich selbst, dem Punkt im Herzen, zu unterscheiden.

Wenn man sich bemüht, seine Verlangen zu ändern, dann distanziert man sich immer mehr von ihnen und fängt an, sich wie deren Sklave zu fühlen. Unabhängig davon, ob sie Genuss oder Schmerz bringen, versteht man langsam, dass man diese Verlangen geschickt bekommt. Die Wirklichkeit scheint aus drei Komponenten zu bestehen: 1. dem Schöpfer, 2. den Verlangen, die Er sendet und 3. mir selbst.

Die Weisheit der Kabbala erklärt den Freien Willen , wie man mit ihm den Einfluss der Gruppe und das Höhere Licht (Or Makif) verwenden kann, um die Wichtigkeit des Zieles über die Interessen des Körpers und materiellen Lebens stellt und wie man seine Verlangen ändert, um das Ziel zu erreichen.

So entwickelt man seine Gleichheit zum Schöpfer (geben).

Aus der Morgenlektion vom 10. Oktober 2009

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Wenn alle Grenzen verschwinden


Wenn wir in die spirituelle Welt gelangen, dann werden wir die spirituellen Parameter (Zeit, Raum, sich selbst und das Leben) auf die gleiche Weise spüren, wie wir sie in dieser Welt spüren.

Lange vor Einstein und der modernen Physik schrieb Rambam im 11. Jahrhundert, dass unsere gesamte materielle Welt unterhalb der Lichtgeschwindigkeit liegt, d.h. der irdischen Zeitmessung unterliegt und unterhalb der spirituellen Zeit.

Heute kann man ohne Schwierigkeiten über Raum, Zeit und Bewegung als zeitliche Variablen (Größen) sprechen, die in Beziehung zu dem Beobachter stehen und sich sogar rückwärts bewegen können. Objektiv gesehen gibt es keine Zeit, Bewegung und Raum da diese nur Eindrücke unserer Verlangen sind. Wenn unser Verlangen durch Empfangen begrenzt ist, dann nehmen wir uns innerhalb der Grenzen unserer Welt wahr.

Wenn unser Verlangen, ohne sich in sich selbst zu verlieren, unbegrenzt ist und nach außen hin gebend handelt, dann verlieren diese Parameter ihre Begrenzungen und es gibt keine Wahrnehmungseinschränkungen. Dies bedeutet, dass es keine Zeit, keine Bewegung und keinen Raum gibt.
(Aus der Morgenlektion vom 19. Oktober 2009)

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Die Physik des Sechsten Sinnes


Eine Frage, die ich erhielt: Um Spiritualität zu spüren, muss der sechste Sinn entwickelt werden, der nicht dem physischen Körper angehört. Wie funktioniert das?

Meine Antwort: Alles, was wir fühlen, wird von unseren Sinnen wahrgenomen, im Gehirn zu elektrischen und chemischen Prozessen umgewandelt, mit dem was in der Erinnerung existiert, verglichen und dem Bewusstsein als vorgeformtes Bild oder Konzept vorgelegt.

Meine Auffassung besteht aus zwei Komponenten, dem Ich und dem, was ich wahrnehme. Außerdem geschieht alles im Verlangen, denn das Verlangen ist immerhin die Materie in dieser Welt.

Das Verlangen selbst existiert nicht in den Körperzellen. Ich messe nur seine Reaktion auf meine Verlangen und Absichten innerhalb meines Körpers. Ich kann die elektrischen und chemischen Prozesse im Körper messen, doch damit messe ich nur die Reaktion des Körpers auf diese Weise und nicht was im Verlangen geschieht.

Es gibt nichts, womit ich das Verlangen selbst messen oder fühlen kann. Nehmen wir an, ich koste ein Getränk. Ich kann es schmecken, riechen und geniessen. Wir können unterschiedliche Reaktionen des Körpers auf dieses Getränk feststellen, doch ist dies immer das Messen der Reaktion und nicht des Verlangens.

Darum ist jedes Verlangen, sowohl in den spirituellen, als auch in den materiellen Welten, gedacht. Das Verlangen an sich, egoistisch oder altruistisch, existiert nicht in der Materie.

Aus der Ersten Lektion vom Amerikanischen Kongress 16. Oktober 2009

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