Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Alles Neue muss ganz von vorne beginnen


Um von einer Form zu einer anderen zu gehen, muss man zuerst vollständig mit dem Gebrauch der früheren Verlangen aufhören. Nur anschließend kann man entscheiden, wie man sie auf eine neue Weise anwendet. Rabash gibt das Beispiel eines Alkoholikers, der zuerst völlig mit dem Trinken aufhören muss, um dann später imstande sein zu können, eine neue Norm für sich zu bestimmen.

In der Spiritualität wird jede neue Stufe von Null an erbaut. Rabbi Shimon, der Autor des Buches Sohar, fiel in den Zustand des „Shimon vom Markt“ ab, bevor er endgültig zur höchsten Stufe, den korrigierten Zustand, aufstieg. Es gibt ein Gesetz, das besagt: „Die Höhe eines Aufstiegs entspricht der Tiefe des Abstiegs“. Wir werden niemals Erfolg erzielen, es sei denn, wir nehmen diese Einstellung in Richtung der Spiritualität an.

Deshalb kann man nicht all das Gepäck der Vergangenheit mit sich schleppen. Wir müssen immer alles vollständig löschen und dann von Grund auf eine neue Einstellung bilden. Wenn wir alles von der Vergangenheit beibehalten, wird es nicht neu und nicht erfolgreich werden.

In unserer Welt ist dies nicht offensichtlich und deshalb scheint es so, als wäre es möglich, etwas Neues auf einem alten Fundament aufzubauen. Dasselbe Gesetz wirkt jedoch auch in unseren physikalischen Angelegenheiten und wir machen weiterhin Fehler, ohne zu wissen warum. Das ist so, da alles von der Stufe Null beginnen muss, aus einer neuen Einstellung heraus. Es muss einen völligen Bruch mit allem, was vorher war, geben.Wenn wir dieses Prinzip nicht in der Spiritualität verinnerlichen, dann wird die Zeit ohne Sinn verrinnen.

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Was ist Liebe?


Liebe ist das Bestreben, die Verlangen eines anderen Menschen zu erfüllen. Doch um das zu tun, muss ich zuerst verstehen, was ihre oder seine Verlangen sind. Wenn wir die gleichen Gewohnheiten, Denkweisen und Wahrnehmungen in der Realität haben, dann verstehe ich die Verlangen der anderen und weiß, wie ich sie erfüllen kann. Anders ausgedrückt, kann ich meine Liebe ausdrücken.

Es spielt keine Rolle, ob meine Liebe physisch oder spirituell ist. Der Schlüssel ist, dass ich das Verlangen eines anderen Menschen erfülle. Doch was soll ich tun, wenn ich sein oder ihr Verlangen nicht verstehe? Dann brauche ich Verlangen, die einigermaßen den Verlangen meiner Lieben ähnlich sind.

In der Kabbala  wird das „Gleichheit der Form“. Zweifellos hat jeder von uns verschiedene Verlangen, doch damit ich dich verstehen kann, sollte die Art deines Verlangens dem meinen gleichen. Das wird es mir ermöglichen, ein inneres Modell zu erschaffen, das deinem Verlangen gleicht und dieses Modell zu formen, damit ich weiß, wie und was ich dir geben kann. Indem ich mir dein Verlangen in meinem Innern vorstelle, verstehe ich, wie es wäre, wenn ich die gleiche Erfüllung bekommen würde. Da ich weiß, dass du das gleiche möchtest, kann ich dein Verlangen befriedigen.



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Die Anatomie der Seele


Nehmen wir an, wir lesen ein Buch über die Funktion unseres physischen Körpers. Es erklärt, wie unser Gehirn, unser Herz, unsere Leber und andere Organe arbeiten, wie sie Substanzen austauschen, was geschieht, wenn wir fühlen oder etwas essen, wie unser Blut und andere Flüssigkeiten zirkulieren, wie elektrische Signale weitergegeben werden. Es beschreibt im Wesentlichen, wie unsere Physiologie funktioniert.

Indem wir einem Unterricht in menschlicher Anatomie und Physiologie zuhören, lernen wir etwas über die Teile des Körpers und wie alle Komponenten eines einzigen Körpers miteinander handeln, jedes an seinem eigenen Platz gemäß seiner Funktion. Das Resultat ist die Empfindung des Lebens. Gleichermaßen beschreibt der Sohar die Physiologie des Körpers einer Seele (Kli), seine Organisation, seine inneren Verbindungen und seine Funktionalität. Indem wir ihn lesen und uns beim Studium anstrengen, fangen wir allmählich an, unsere Seele zu enthüllen, in der wir die Enthüllung der gesamten Welt und des Schöpfers erlangen.

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Eine Lektion über die Physiologie der Seele


Wir müssen tief in unser Inneres eintauchen und versuchen, die Prozesse zu fühlen, die aus dem Innersten unserer Seelen im Sohar beschrieben werden. Ich weiß nicht, wo sich all diese Verlangen und Eigenschaften in mir befinden. Ich möchte nur empfinden, was das Buch Sohar mir von den Prozessen erzählt, die gerade in mir stattfinden.

Es spielt keine Rolle, dass ich nicht verstehe, welcher Art Prozesse das sind oder dass alles auf spirituellen Stufen stattfindet, die vor mir verborgen sind. Ich will sie aufdecken, weil das alles hier und jetzt in mir geschieht. Ich will spüren, wo sich diese Eigenschaften befinden, wo diese Prozesse stattfinden und wie all diese Teile in mir arbeiten.



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Wo in meinem Innern befindet sich der Sohar?


Eine Frage, die ich erhielt: Soll ich versuchen, beim Lesen des Buches Sohar die Bedeutung eines jeden Wortes zu verstehen?

Meine Antwort: Wir sollten mit der Geschichte, mit der Strömung schwimmen. Wir lesen etwas darüber, was innerhalb unserer Seele geschieht, genauso wie wir ein Buch über die Physiologie des menschlichen Körpers lesen würden. Es sagt uns etwas über den Metabolismus des Körpers, den verschiedenen Organen, wie sie einander beeinflussen, welche elektrische und chemische Reaktionen und Prozesse ablaufen und so weiter.

Nun, ein spiritueller Organismus ist die exakte Kopie eines physischen. Der Unterschied besteht darin, dass wir uns mit unseren physischen Körpern nicht der Tausenden von Systemen darin bewusst sind, wobei sie uns enthüllt werden, wenn wir unsere Seele studieren. Deshalb ist die innere Suche beim Lesen des Buches Sohar die Hauptsache – wo befindet sich das alles in meinem Innern?

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Das Buch Sohar kann man nur verstehen, indem man sich verbindet

Wenn wir das Buch Sohar studieren, müssen wir uns bewusst sein, dass es von einer Gruppe Kabbalisten geschrieben wurde und deshalb kann es auch nur innerhalb einer Gruppe verstanden werden. Um dieses Buch zu verstehen, müssen wir uns zuerst vereinen, die Verbindung unter uns finden und versuchen, diese Verbindungen mit Hilfe dieses Buches zu enthüllen. Wir werden dieses Buch nur innerhalb der Verbindung zwischen uns enthüllen können.

Alles wovon das Buch Sohar spricht, befindet sich zwischen den Seelen, zwischen uns. Wenn wir danach verlangen, einander zu geben, werden diese Verlangen zu unserer Seele und in ihrem Innern, innerhalb der Verbindung unter den Seelen, werden wir den Schöpfer enthüllen, das Licht, das uns miteinander verbindet.

Das Buch Sohar spricht davon, wie wir das Höhere Licht enthüllen können: Es wird innerhalb der Absicht des Gebens und der Liebe enthüllt. Deshalb ist die Vorbereitung und Beschäftigung mit dem Buch Sohar das Gleiche, als wenn wir uns darauf vorbereiten, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, der Gedanke der Einheit, gegenseitige Bürgschaft und „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zu erwerben. Wir bereiten uns darauf vor, diesen Zustand zu erlangen, um das Licht des Gebens und der Liebe zu enthüllen. Das ist es, das der Sohar uns hilft, zu erreichen.

Das ist genau der Grund, aus dem die Kabbala in unserer Zeit enthüllt wurde: um der Menschheit zu helfen, diese Eigenschaft zu erwerben. Doch das wird nur in dem Maße geschehen, wie wir realisieren, dass dies notwendig ist.

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Die Weisheit, die ein Mensch braucht

Der Sohar: Die Weisheit, die ein Mensch (ausnahmslos jeder Mensch) braucht, ist das Wissen und die Erkenntnis der Geheimnisse des Schöpfers, zu erlangen, wer er ist, wie er geboren wurde, woher er kommt, wohin er geht, wie er sich selbst korrigieren kann und was ihn erwartet, wenn er am Hof des Herrschers der Welt ankommt.

Wir müssen Erkenntnis erlangen, wie geschrieben steht „und Adam erkannte Eva“. Erkenntnis wird erlangt, wenn man sich mit dem Schöpfer vereint, durch die Vereinigung der zwei einzigen Dinge, die existieren. Daher wird Erlangung oder Erkenntnis erlangt, wenn sich das Licht von Chochma in das Licht von Chassadim einkleidet – in unsere korrigierten Verlangen (Kelim). Das ist die wahre Vereinigung.

Wenn ein spiritueller Parzuf Licht in seinem Innern empfängt, wird dieses Licht das Licht der Erkenntnis genannt. Das ist sowohl Weisheit, als auch Barmherzigkeit, das Licht von Chochma und das Licht von Bina, das Licht des Empfangens und das Licht des Gebens vereinigt.

Wenn ich meine Seele in Malchut einschließen möchte – die Summe aller Seelen – das einzige erschaffene Geschöpf, als die Seele von Adam bekannt, dann macht mich mein Verlangen, mit allen zusammen sein zu wollen, zu einem Teil von Malchut. Malchut wiederum erhebt dieses Verlangen zur Stufe von Daat (Erkenntnis) und dann geben mir Aba ve Ima (Vater und Mutter, Chochma und Bina) diese Erkenntnis. Auf diese Weise funktioniert der Höhere Mechanismus.

(Aus einem Unterricht über das Buch Sohar, Kapitel „Die Weisheit, die ein Mensch braucht“)



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Lasst uns nicht von den Toren der Höheren Welt verbannt sein

Der Sohar: Jeder Mensch, der zu dieser Welt geht, ohne die Geheimnisse der Tora erlangt zu haben, auch wenn man ihm viele guten Taten zurechnet, ist verbannt von den Toren der Höheren Welt.

„Diese Welt“ ist das, was wir gegenwärtig spüren und „die kommende Welt“ (Olam HaBa) ist unser nächster Zustand. Alles wird in dem Maße unseres Verlangens enthüllt. Unser Verlangen kann entweder auf natürliche Weise mit Hilfe der Reshimot verändert werden, was es noch egoistischer macht oder es kann durch unsere Arbeit mit der Gruppe und dem Umgebenden Licht korrigiert werden.

Wenn ich mich selbst nicht korrigiere, werden alle Tore zur spirituellen Welt für mich verschlossen bleiben. Ich kann die spirituelle Welt nicht spüren, wenn ich meine Verlangen und Kelim nicht dafür vorbereite, ohne den Egoismus zu Geben zu korrigieren. Denn so kann ich die Tore öffnen!

Jeder Mensch, der zu dieser Welt geht, ohne die Geheimnisse der Tora erlangt zu haben (was nur durch das Studium der Kabbala möglich ist, um Licht in seine korrigierten Verlangen zu empfangen), auch wenn man ihm viele guten Taten zurechnet (die Art, wie die Menschen in dieser Welt denken), ist verbannt von den Toren der Höheren Welt (d.h. dieser Mensch hat keine Möglichkeit, die ewige Welt zu spüren und zu betreten).

Auf dem spirituellen Pfad geschieht das bei jedem Schritt des Weges, wenn wir von einem Zustand zum nächsten gehen. Man kann nur durch die Enthüllung von Geheimnissen, dem was einem jetzt verborgen ist, voranschreiten. Alles geschieht innerhalb unseres Verlangens. Unser jetziges Verlangen und unsere jetzige Empfindung heißt „diese Welt“ und ein mehr korrigiertes Verlangen und die mehr korrigierte Empfindung heißt „die kommende Welt“.

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Warum wollen wir Eltern sein?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum möchte der Höhere dem Niedrigeren geben, wenn er sich im Zustand von Chafez Chessed befindet, also nichts für sich selbst möchte?

Meine Antwort: Es ist nicht so, dass der Höhere dem Niedrigeren geben möchte, sondern die Reshimot (Informations-Gene) des Niedrigeren erwecken den Höheren. Auch in unserer Welt zeugen wir keine Kinder, weil wir aus eigenem Antrieb Eltern werden wollen. Vielmehr erwecken die Reshimot jener, die geboren werden müssen, unser Verlangen Eltern zu werden. Mithilfe eines Reshimo erweckt eine zukünftige Person, die von dir geboren werden soll, in dir den Gedanken, sie auf die Welt bringen zu wollen.



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Was verbirgt sich hinter dem Schirm dieser Realität?

Eine Frage, die ich erhielt: Ich verstehe, dass der Sohar nicht über unsere Welt spricht. Doch wie kann man die Verlangen in unserem täglichen Leben nutzen, die darin beschrieben werden?

Meine Antwort: Der Sohar spricht ebenfalls über unsere Welt. Nur dass du dir die Welt in Form von irdischen Bildern vorstellst, wie Bilder auf einem Computerschirm, während der Sohar über die Kräfte spricht, welche dieses Bild in dir erschaffen. Während man den Sohar liest, beginnt man allmählich, sich selbst und die Welt als Projektion der Höheren Kräfte (oder Eigenschaften) zu verstehen.

Die Verbindung zwischen dem Bild und den Kräften zu sehen, die dieses Bild wiedergeben, ermöglicht dir, den Schöpfer dieses Bildes, Seinen Plan und Ihn selbst zu verstehen. Du gelangst dahin, Ihn aus dir selbst heraus zu verstehen, weil du zur Vereinigung mit Ihm gelangst.

Außerdem solltest du sogar in deinem täglichen Leben versuchen, über das Gleiche nachzudenken und auf diese Weise wirst du Schritt für Schritt eine ununterbrochene, klare Verbindung zwischen dieser Welt oder Wirklichkeit und ihrem Erschaffer, dem Schöpfer, erwerben.



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