Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Wie erlangen wir die Weisheit der Kabbala?

Frage: Ein Mensch kann durch seinen Intellekt auf logische Weise in den regulären Wissenschaften alles erreichen. Die Weisheit der Kabbala sagt uns, dass ein Mensch alles über seine Empfindungen erreichen soll, ohne sich Bildnisse zu schaffen. Wie können wir zu Beginn des Studiums die Weisheit der Kabbala begreifen? Wie können wir die Zeichnungen, Definitionen, Informationen erlernen, sie als normale Wissenschaft begreifen und logische Verbindungen in unserem Verstand herstellen?

Meine Antwort: Im Abschnitt 155 der „Einführung zum Studium der Zehn Sefirot“ wird gesagt, dass Kabbalisten ihre Bücher so schrieben, dass während sie diese vorlasen, die Studenten erweckt wurden und dabei das gewisse Licht auf sie überging.

Sie müssen nichts verstehen, sie sind auch gar nicht in der Lage, etwas zu verstehen, da sie noch nichts enthüllt haben. Weil sie das höhere Licht anziehen, beginnen sie langsam, sich zu verändern. Diese Änderung baute in ihnen verschiedene Kenntnisse auf. Wie Zellen in einer Honigwabe, zehn Reihen hoch, zehn Reihen darüber, zehn Reihen runter, nur im N-dimensionalem Raum. Das macht 620 Honigwaben für jede Empfindung.

Dies ist ein sehr ernstzunehmendes, sehr interessantes System der Psychologie der menschlichen Seele, also des wahren Erkennens, das Seele genannt wird. So gelangt der Mensch zum Verständnis seiner Wurzel und findet heraus: „Woher komme ich?“, „Wer bin ich?“, „Wer hat mich erschaffen?“

Auf diese Weise verdeutlicht er, wie er während des Studiums handeln und den Plan der Schöpfung erforschen kann, in welchen er eingebunden ist. Wohin wird er geführt? Wird er in der Lage sein, dies auf beste Weise umzusetzen? Kann er seine Entwicklung beschleunigen, den Endpunkt verändern und so weiter? Studium und Forschung der Zukunft werden hier einen Platz einnehmen. Wenn ein Mensch die Kette der Veränderungen in sich versteht, dann wird er ein Kabbalist.

Aus dem russischen Kabbalaunterricht vom 28/2/16

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Das Ziel des Lebens

Frage: Kann man sagen, dass der Unterschied zwischen der spirituellen und der materiellen Welt das bewusste bzw. unbewusste Dasein ist? Sogar die Wissenschafter in unserer Welt sprechen davon, dass wir unbewusst existieren.

Meine Antwort: Es ist in der Tat so, dass wir absolut unbewusst leben und überhaupt nicht verstehen, wer wir sind, was wir sind und wofür wir existieren. Alle unsere Organe, Zellen, alles, was uns umgibt und sich vor uns abspielt, nehmen wir nicht wirklich wahr. Deswegen haben wir keine Möglichkeit etwas zu verändern, denn es gibt keinerlei Willensfreiheit; alles ist vorbestimmt und wir durchleben einfach verschiedene Zustände.

Warum ist das so? Damit wir irgendwann in unserem Leben zur Enttäuschung gelangen. Und zur Erkenntnis, dass wir uns leer fühlen. Dies führt uns aber  letztendlich zur Frage nach dem Sinn unseres Lebens. Dieser liegt nur darin, dass wir die Möglichkeit wahrnehmen, uns bewusst über diese materielle Welt zu erheben und eine andere, spirituelle Dimension kennen lernen.

Frage: Was heißt bewusst? In unserer Welt erwachen in mir ständig Wünsche, die ich nur unter großem Aufwand und Stress stillen kann. Und was ist in der spirituellen Welt? Muss ich die Wünsche und Verlangen dafür selber erfinden?

Meine Antwort: Irgendwann wirst du es satt haben, deine Verlangen zu befriedigen; du wirst aufhören, dich mit ihnen zu identifizieren. Das ist zwar kein angenehmes Gefühl, du willst aber nicht mehr, dass es dich dominiert und du sehnst dich diesbezüglich nach mehr Freiheit.

Dann fängst du an zu überlegen: „Wie kann ich mich über das alles erheben? Wieso renne ich ständig den Vergnügen hinterher und verkaufe mich buchstäblich dafür? Ist das tatsächlich alles, was mein Leben mir bietet? Alles ist vergänglich, Sekunde um Sekunde, Genuss um Genuss.

Frage: Was gibt es als Alternative in der spirituellen Welt?

Meine Antwort: Du durchschaust den Sinn von allem, was existiert. Diese Offenbarung erfüllt uns mit spiritueller Harmonie, Wahrheit und Ziel. All das gibt es in der materiellen Welt nicht. In der spirituellen Welt offenbarst du den Sinn des ganzen Geschehens. Du erzeugst in dir einen Zustand von Vollkommenheit, Harmonie, Gleichgewicht und Ewigkeit.

Aus dem Unterricht vom 21.02.2016

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C.G. Jung: Über die große Gefahr

Kommentar: In einem der letzten Interviews der BBC mit dem Psychiater Carl Gustav Jung sagte dieser: „Wir brauchen mehr Einsicht über die menschliche Natur, da die einzige Gefahr die existiert, vom Mensch selbst ausgeht – er ist die größte Gefahr. Und wir sind sind uns dessen leider nicht bewusst. Wir wissen nichts über den Menschen – viel zu wenig.“

Meine Antwort: Die menschliche Psyche ist die Ursache von allem, das uns in der Zukunft erwartet. Ich bin mir sicher, dass wir, nachdem wir in der Vergangenheit von mechanischen zu elektronischen, dann von elektronischen Maschinen zu Computern und zuletzt von den Computersystemen zu dreidimensionalen Technologien wechselten, nun allmählich feststellen, dass es nicht das ist, wofür wir uns engagieren sollten. All das ist äußerlich und grob. Wir sollten uns mit unserem eigenen System beschäftigen – dem inneren verborgenen Wesen im Menschen. In uns stecken alle Geheimnisse der Natur. Die Welt ist im Mensch dargestellt und wiedergegeben.

Wir sehen das in zahlreichen Studien, die speziell für Astronauten durchgeführt wurden. Es gibt eine große Menge an Daten bezüglich der Änderung im psychischen Verhalten des Menschen im All bzw. nachdem er zur Erde zurückkommt, welchen aber jegliche wissenschaftliche Basis fehlt.

Doch es gibt allmählich zuverlässigere Daten darüber, wie sich Gehör und Sehvermögen eines Menschen völlig verändern, sobald sich seine Voraussetzungen ändern. Er kann eine Sandkiste mit Kinder aus 300 Kilometer Entfernung sehen und er kann plötzlich hören, was sein Freund neben ihm denkt. Wir müssen also den Menschen studieren, der alle Geheimnisse der Natur in sich trägt.

Sich den unteren Stufen der Natur zu widmen – tierisch, pflanzlich und menschlich – ist eine unnatürliche Richtung in der Entwicklung der Wissenschaften. Die Wissenschaft muss nach „Höherem“ streben. Über dem Menschen gibt es aber nur die Seele, die ein Mensch für sich erreichen kann. Aus seiner Mentalität und aus seiner Psyche heraus findet er den Weg zu seiner nächsten Stufe.

Die Weisheit der Kabbala ist die höchste Psychologie. Sie erzählt uns, aus welchen Stufen der Mensch aufgebaut ist, welche er weiter entwickeln muss und wie er jenseits seiner Empfindungen dieser Welt in die Höhere Welt aufsteigen kann. Beide Welten erbaut sich der Mensch selber. Das ist das Problem. Es hat nichts mit Kriegen zu tun. Das Spiel mit Waffen, Panzern und Flugzeugen sind nur Kinderspiele. Wir müssen das beenden, da die Menschheit nach mehr streben soll, nach mehr Intelligenz und Wichtigkeit.

Ich hoffe, es kommt zu einem Durchbruch in die richtige Richtung, sodass wir den Gedanken an einen dritten Weltkrieg verwerfen. Kriege lösen nichts, auch keine Krisen. Lasst uns mit dem Erhabensten – der menschlichen Seele – beschäftigen.

Von Kab TV“ Neues von Michael Laitman

12/4/16

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Komm und besitze das Land

Tora, Deuteronium 1,7: Nun wendet euch dem Bergland der Amoriter zu, brecht auf und zieht hinauf! Zieht aus gegen alle seine Bewohner in der Araba, auf dem Gebirge, in der Schefela, im Negeb und an der Meeresküste! Zieht in das Land der Kanaaniter und in das Gebiet des Libanon, bis an den großen Strom, den Eufrat! Dtn 1,8: Hiermit liefere ich euch das Land aus. Zieht hinein und nehmt es in Besitz, das Land, von dem ihr wisst: Der Herr hat euren Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen und später ihren Nachkommen zu geben.

Die Stufe Moses, die einen Menschen darauf vorbereitet, die Höhere Welt zu betreten, hat sich selbst aufgebraucht. Deshalb sagt der Schöpfer: „Jetzt ist vor dir ein Wunsch, den du heiligen musst, um zur Liebe und gegenseitigen Verbindung zwischen allen aufzusteigen“. Das schließt das Land Israel selbst ein, das Land hinter dem Jordan, Libanon, Syrien, hinauf nach Babylon und zu dem Fluss Euphrat.

Diese sogenannten „Länder“ haben keinen Bezug zu unserer Welt. In der spirituellen Welt sind damit Wünsche gemeint, die notwendig für die Korrektur sind und um auf die Stufe der vollkommenen Einheit zu gelangen. Aus diesem Grund gehören sie alle dem Land Israel an, was bedeutet, dass sie direkt zum Schöpfer gerichtet sind. Das hat für die Länder der Welt keine Gültigkeit. Deshalb bewegen sich alle anderen menschlichen Wünsche noch nicht zur Korrektur hin.

Aus KabTV’ “Geheimnisse des Ewigen Buches” 12/30/15

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Der unglückliche Weise

Frage: Das Wissen ist die höchste Stufe, die die ganze Realität erfassen lässt. Gerade so dachte Ecclesiastes im gleichnamigen Buch des Königs Salomo. Er kam jedoch zum Schluss, dass „ein Mensch, der sein Wissen multipliziert, auch seine Trauer vertieft“, und „der Weise stirbt genauso wie der Dumme“. Warum haben ihm die Weisheit und das Wissen nicht das erwünschte Glück gebracht?

Meine Antwort: Die Weisheit und das Wissen sind nur Mittel für das Glück. Unser ganzes Leben besteht einzig aus dem Verlangen, glücklich zu sein. Man will schließlich sein Leben genießen. Ich kann das auf allerlei Dinge, Ereignisse, Erscheinung beziehen, letztendlich will ich genießen. Unter dem Genuss verstehe ich die Erfüllung des Lebens, weil ich nichts anderes besitze. Deshalb will ich mein Leben als angenehm empfinden. Was bedeutet, dass ein Mensch lebt? Er verfügt über einen bestimmten Geist, der ihn entweder erdrückt oder erfreut. Er will, dass dieser Geist mit Lebenskraft erfüllt ist. Dafür muss der Mensch sich immer wieder erneuern. Wenn er deshalb Reichtum, Macht, Wissen oder Familie, Sex und Essen verlangt, tut er das nur mit dem Ziel, den Zustand zu genießen.

Gäbe es keinen Genuss am Essen, würde der Mensch notgedrungen essen, nur um seinen Körper am Leben zu erhalten – wie ein Kranker die Medizin nimmt. Fände der Mensch kein Vergnügen an Sex, wäre das Fortleben der Menschheit bedroht; der Mensch wäre unglücklich und ließe sich medizinisch behandeln. Gäbe es keine Freude in der Familie, würde man aufhören zusammen zu leben. Das Gleiche betrifft den Reichtum. Wir streben danach, weil wir hoffen, dadurch Unabhängigkeit und Sicherheit zu erlangen. Wir sehen aber auch, dass alles plötzlich verschwinden kann. Auch die Macht ist heute nicht so beständig und absolut, wie es früher zur Zeit der Monarchen war.

Du erlangst die Weisheit und siehst, was passiert. Was erkennst du? Wenn du alle Quellen des Genusses analysierst, erkennst du, dass es darin keinen echten Genuss gibt, nicht einmal in der Weisheit selbst. Was hast du nach der Erkenntnis der ganzen Schöpfung erreicht? Alles funktioniert und alles ist doch leer. Du fühlst dich in einer Sackgasse und stehst mit dem Rücken zur Wand, kannst dich nicht mehr bewegen. Wenn du ein Weiser geworden bist und die Folgen deiner Handlung erkennst, dann begehst du sie nicht mehr. Du hast nichts mehr zu tun.

Heute sprechen wir von der Wissenschaft als Offenbarung der ganzen Welt. Das bedeutet, dass du nicht nur ein Gelehrter bist, der sich mit Mücken oder elektronischen Teilen beschäftigt, sondern du wirst zum großen Philosophen – zu einem Weisen. Und das ist eine ganz andere Weisheit.

Auszug aus dem 187. Gespräch über das neue Leben, 23.05.2013



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Die Zeit zwischen Leben und Tod

Frage: Wie soll man richtig mit dem Tod eines nahstehenden Menschen umgehen? Er war unter uns, und plötzlich ist er weg.

Meine Antwort: Nichts verschwindet aus dieser Welt; wir nehmen den Menschen nur einfach nicht mehr wahr. Doch die Kräfte bleiben.

Frage: Können wir uns mit diesen Kräften verbinden?

Meine Antwort: Es ist uns Menschen nicht gegeben. Nur in dem Maße, wie wir unsere Handlungen verbessern, helfen wir den fortgegangenen Seelen, sich richtig auf die neue Bestimmung vorzubereiten. Bei der nächsten Reinkarnation in materielle Körper werden sie sich richtig verhalten und somit der Korrektur viel näher sein.

Alle Seelen müssen die  Korrektur im Laufe des Lebens erreichen. Und wenn ein Mensch stirbt, dann wird ihm im nächsten Leben diese Möglichkeit gegeben. Die Seelen durchlaufen ihre Zyklen sowohl in einem Körper, als auch außerhalb.

Frage: Wenn ich einen nahstehenden Menschen verloren habe und weiter lebe, wie kann ich am besten mit dem Verlust und dem Schmerz umgehen?

Meine Antwort: Es ist notwendig, alle Anstrengungen zu unternehmen, die Welt zu korrigieren und die Nächstenliebe zu erreichen, wie es die Tora von uns verlangt. Dann wird die Liebe alle Sünden bedecken. Und damit  können wir allen Menschen helfen, die uns nahstanden. Auf die gleiche Weise wie wir einander in diesem Leben helfen, genauso helfen unsere Seelen einander. Wir sind alle mit einander verbunden.

Frage: Aber er ist doch gestorben?

Meine Antwort: Gestorben ist nur sein Körper. Was hat der Körper damit zu tun? Unsere Seelen sind verbunden, und wir gehören alle zur Seele von Adam Harishon. Sobald wir es schaffen, einander wirklich zu fühlen, werden wir auch die verstorbenen Seelen fühlen.

Frage: Und werden wir sie erkennen können?

Meine Antwort: Ja, aber nicht so, wir wie uns es vorstellen.

Frage: Was mache ich denn mit dem Schmerz?

Meine Antwort: Am besten für das Andenken an die Verstorbenen ist es, sich zu korrigieren und zur Nächstenliebe zu gelangen. Nichts anderes wird helfen, weder Geld noch andere Kräfte oder Handlungen; nur die Güte gegenüber unseren Mitmenschen und die Absicht, sie alle zu verbinden und sogar lieben zu lernen, zählen. Man korrigiert sich selbst, um gut zu anderen sein zu können, andernfalls ist diese Hilfe egoistisch. Und dies ist nur durch das Studium der Weisheit der Kabbala möglich. Dann nehmen wir die Verstorbenen wie Kräfte wahr. Denn wir alle sind Kräfte.

Alles hängt von der Wahrnehmung der Wirklichkeit ab und wie wir einander sehen. Jetzt denken wir nur, dass wir das wahre Bild erkennen. Wir könnten die Seelen tatsächlich sehen, aber momentan leben wir im Körperlichen und darum nehmen wir den Verstorbenen nicht mehr wahr. Der Körper verschwindet, weil wir nichts anderes als Körper wahrnehmen. Die Seele ist die Kraft des Gebens und der Liebe, die im Menschen verhüllt und kaum wirksam ist, weil man sie weder realisiert hat noch sie wachsen ließ. Entwickelt man die Fähigkeit, die Seelen wahrzunehmen, wird man es erkennen!

Frage: Was muss ich tun, um mich zu entwickeln?

Meine Antwort: Entwickle deinen Wunsch zu geben und die Menschen um dich herum zu lieben. Und dann wirst du alles sehen können, was dir jetzt noch verborgen ist.

Frage: Können uns die Verstorbenen uns sehen?

Meine Antwort: Das kann man nicht erklären. Die Wahrnehmung durch die Eigenschaft des Gebens unterscheidet sich grundlegend von der Wahrnehmung durch die Eigenschaft des Empfangens. Die Tora lehrt uns den Nächsten zu lieben, denn das ist die einzige Möglichkeit für ein gutes Leben. Probiere es aus und du wirst allmählich verstehen, was zwischen Leben und Tod passiert. Es steht geschrieben: „Die Liebe bedeckt alle Sünden“. Das bedeutet, dass wir jenseits aller verdorbenen Beziehungen zu einander eine Brücke aus Liebe erbauen müssen. Dann erst werden wir zur vollkommen Wahrnehmung der Realität gelangen.

Unser Schmerz um die Verstorbenen wird verschwinden und wir werden unser Leben aus einer reiferen Perspektive betrachten. Wir werden das Leben nicht mehr nur als eine kurze Periode von 70 Jahren sehen, sondern als ewig und vollkommen. Das Beste, das man in Gedenken an die Verstorbenen machen kann, ist die Weisheit der Kabbala zu studieren. Damit können wir das Prinzip von Körper und Seele wirklich verstehen.

„Neues Leben“, Folge Nr. 726

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Wie lange braucht es, bis man ein Kabbalist wird?

Frage: Es dauert ziemlich lange, bis man ein bestimmtes Wissenschaftsgebiet versteht. Da die Weisheit der Kabbala auch eine Wissenschaft ist, wie lange dauert es, um die richtige Wahrnehmung der Realität zu erreichen?

Meine Antwort: Man muss etwa zwanzig Jahre ernsthaft studieren, um ein echter Wissenschafter der Kabbala zu werden. Vielleicht dauert es auch nicht so lange, aber ich möchte den Menschen keine falschen Hoffnungen oder Illusionen machen. Wenn jemand wirklich studieren möchte, dann muss er sich der Weisheit der Kabbala wie ein Wissenschafter annähern. Schließlich studiert man sie nicht, um eine Dissertation zu schreiben, eine Medaille zu bekommen oder um mit seinem Doktortitel anzugeben.

Frage: Für einen akademischen Grad dauert das Studium fünf Jahre, weitere fünf Jahre, um eine Dissertation zu schreiben, und weitere fünf Jahre für den Doktortitel. Dann besteht eventuell die Chance, dass der Mensch einen Nobelpreis bekommt.

Meine Antwort: Gewöhnliche Wissenschafter lassen sich von der Gesellschaft animieren, aber das Studium der Weisheit der Kabbala ist etwas anderes. Ein Mensch, der zwanzig Jahre oder sogar sein ganzes Leben dem Studium der Weisheit der Kabbala widmet, weiß schließlich, wofür er lebt.

Aus der russischen Kabbalalektion 2/28/16

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Kampf der Geschlechter – Teil 4

Spirituelles Nest

Frage: Heute bekommen  Mann und Frau einen Genuss, wenn sie über einander herrschen und sich gegenseitig dominieren. Wie können wir denn unsere Gleichheit genießen und uns gegenseitig ergänzen?

Meine Antwort: Nur dann, wenn wir einander ergänzen, kommen wir auch zum wahrhaftigen sexuellen Genuss. Wenn sich die Partner über die tierischen, sexuellen Genüsse stellen und sich auf der korrigierten spirituellen Stufe verbinden, dann verwandeln sie sich in einen spirituellen Mann und eine spirituelle Frau, die einander ergänzen, um die Höhere Kraft zwischen sich zu offenbaren und ein ewiges Leben zu erlangen.

Diese Lebenskraft offenbart sich zwischen den Zweien in dem Maße, in dem sie bereit sind, die Korrektur vorzunehmen: „Mann und Frau, die Shechina zwischen ihnen“. So bauen sie die höhere Welt auf und existieren darin, und sie existiert in ihnen.

Frage: Was müsste eine Frau machen, damit sie sich dem Mann gleichgestellt fühlt und es möglich wird, einander zu ergänzen?

Meine Antwort: Die Frau sollte dem Mann helfen, und der Mann sollte der Frau helfen, sich tatsächlich gleich zu fühlen: Gleich in Bezug auf die Korrektur und die Verschmelzung mit der Höheren Kraft. Wir werden nie in einem anderen Sinne gleich sein. Nur durch die Offenbarung des Schöpfer zwischen ihnen, wenn sich alle Verlangen von Mann und Frau gegenseitig ergänzen, erlangen sie den vollkommenen Zustand, den “Garten Eden“.

Um dies zu erreichen, muss man an einander denken und einander helfen, das richtige spirituelle Verhalten zu erreichen. Wobei eine Frau hierbei eine viel wichtigere Mission als ein Mann hat. Schließlich soll sie ihm zeigen, was sie von ihm erwartet, und zwar, dass die Offenbarung des Schöpfers für ihn viel wichtiger sein muss als über seine Frau zu herrschen, sei es im Spirituellen, Materiellen oder Sexuellen.

Eine Frau möchte sich an den spirituellen Mann anhaften. Und ein Mann sollte eine entsprechende Erziehung bekommen, in der er die Wichtigkeit des Schöpfers erkennt. Und weil er nicht im Stande ist, das Ziel ohne die Frau zu erreichen, braucht er sie, ihre innere Kraft und ihre Unterstützung.

Er braucht eine Frau, die ihn unterstützt und gemeinsam mit ihm ein spirituelles Nest aufbaut – nicht für die körperliche Verschmelzung, sondern für die spirituelle. Die spirituelle Verbindung zwischen Mann und Frau nennt man Verschmelzung, wo jeder sich einbringt, um das Ziel zu erreichen.

Es geht nicht um die Macht des einen über den anderen, sondern um eine besondere gegenseitige Ergänzung jenseits des eigenen und des gemeinsamen Egoismus. Der gemeinsame Egoismus bringt eine körperliche Verschmelzung, als würde man zu einem Körper werden. Aber das ist nur die physische Verbindung. Sie wollen sich jedoch spirituell verbinden. Wenn ein Mann und eine Frau so einen Zustand erreichen, gelangen sie tatsächlich zu einem vollkommenen Leben.

„Neues Leben“, Folge Nr. 708

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Man muss Altruist werden

Kommentar: Nur Wenigen in dieser Welt gelingt es, gemäß dem alten Prinzip der Nächstenliebe „Füge deinem Nächsten nicht das zu, was dir selbst verhasst ist“ (Shabbat 31a) zu leben. Leonardo Christov-Moore und Marco Lacoboni, Wissenschafter der Universität von Kalifornien, kamen zu dem Ergebnis, dass es eine Methode gibt, welche die Menschen weniger egoistisch sein lässt und ihnen die Erfahrung ‚uneigennütziger zu werden’ vermittelt. Dieses Ergebnis wurde nach vielen Studien herausgefunden, deren Ergebnisse zeigten, das es möglich wäre, einem Menschen einen Impfstoff zu injizieren, um ihn zu sozialerem Verhalten anzuregen.

Meine Antwort: Ich würde es anders sagen. Ein Mensch ist in erster Linie ein hoch entwickeltes Tier. Es ist möglich, ihm besondere Handlungen beizubringen, damit er sein Haus „nicht verschmutzt“. Für diesen Zweck ist es wichtig, ihn richtig auszubilden und ihm das Konzept genau zu vermitteln. Dadurch versteht er, dass er für manche Handlungen bestraft und für andere belohnt wird. Wir erfahren Schmerz als Strafe und Freude als Belohnung. Dies erzeugt elektrische Impulse, die uns durchströmen und verschiedene Aminosäuren bilden.

So wird es möglich, ein Gerät zu erfinden, das ein Signal mit einer besonderen Frequenz sendet. Der Mensch, der diesen Sensor bekommt, wird entsprechend seiner guten oder schlechten Handlungen Freude oder Schmerz empfinden. Auf diese Weise wäre es möglich, einen Menschen in einen „Pavlov’schen Hund“ zu verwandeln.

Wenn wir mit der Ausbildung gemäß der Weisheit der Kabbala begännen, käme jedoch ein anderer Blickwinkel ins Spiel. Die Kabbala schlägt vor, dass ein Mensch die Stufe des „Geräts“ erreicht, welches ihn belohnt oder bestraft. Zugleich muss er begreifen, woraus er besteht und wie er sich zum höchsten Zustand, in dem er keine Bestrafung sondern nur immense Belohnung erhält, entwickeln kann.

Der Mensch wird dann verstehen, dass dieser erhabene Zustand nur möglich wird, wenn er mit anderen stark verbunden ist und eine organische Einheit mit ihnen bildet. In anderen Worten müssen wir uns zu einem Zustand verhelfen, bei dem die positiven Impulse, die in der Natur vorkommen, uns immer ausfüllen. Die negativen Impulse haben die Aufgabe, von uns schrittweise den „Abfall“ zu entfernen. Es ist der übrig gebliebene Müll von unseren „guten“ Anstrengungen. Zurück bleibt ein Zustand, welcher mit allem Wundervollem und Ewigen erfüllt werden könnte.

Es liegt an uns, mit der höheren Natur verbunden zu sein – aber weder mit Hilfe von Sensoren, noch mit Menschen, die diese Sensoren steuern.

Von Kab TV „Neues  von Michael Laitman 28/3/16

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Fehler vermeiden

Frage: Macht ein Mensch, der sich in der Spiritualität engagiert, keine Fehler? Ist er vernünftiger und ist das, was er tut, weiser und bewusster?

Meine Antwort: Ein spiritueller Mensch ist jemand, der die spirituellen Eigenschaften in sich entwickelt und daher voran schreitet. Es gibt keine Fehler in der Bewegung eines spirituellen Menschen, da er konstant Lenkung, Instruktionen und Hilfe erhält. Die Geschwindigkeit seines Fortschritts hängt von ihm ab.

Wenn ein Mensch sich ernsthaft ausrichtet, um seinen spirituellen Fortschritt zu beschleunigen, wird sein Weg einfacher, angenehmer und kürzer. Wenn er es nicht schafft, wird er umherirren, viele Schwierigkeiten durchmachen und nur langsam vorankommen.

Selbst gewöhnliche Menschen schreiten in unserer Welt „richtig“ voran; obwohl sie sich nicht dessen bewusst sind, stehen sie unter dem Einfluss der Schläge, die uns die Natur gibt. Genau das macht den Unterschied zum selbständigem Fortschritt aus.

Aus dem russischen Kabbala-Unterricht, 2/21/16

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