Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Eine Brücke über dem Abgrund des Egoismus

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich mich von allem, was ich weiß, lossagen, und das Licht des Unterrichtes wie ein weißer Bildschirm annehmen, lernen wie ein Kind?

Meine Antwort: Es steht geschrieben, dass ein Kind zu lehren ist, wie auf einem weißen Blatt zu schreiben. So beginnen wir unseren Weg.

Der Mensch muss sich immer vorstellen, dass sein Verlangen sich vor einem „Feld“ von anderen Wünschen befindet, die ihm als Fremde vorkommen. Und all diese Wünsche muss er zu einem einzelnen Verlangen sammeln.

Das heißt nicht, dass sich alle in einer Gemeinsamkeit auflösen. Nein, jedes Verlangen wird von alleine existieren, und die Verbindungen zwischen ihnen schaffen eine Ganzheit und Harmonie, solche, wie zwischen Organen in einem Körper.

Im Anfangszustand, in der Unendlichkeit, vor der Zerbrechung, waren wir alle wie ein einziger Körper. Und dann hat er sich in einzele Teile zerbrochen, da das Ego sich in ihm enthüllt hat.

Eigenes Ego müssen wir aufbewahren, aber wir müssen dieses auch korrigieren. Was heißt dies?

Jedes Teilchen empfindet sich von den anderen getrennt und distanziert sich von den anderen.

Jetzt sollen wir von der einer Seite unsere Persönlichkeit und Individualität behalten, von der anderer Seiten, über diesem sollen wir eine solche Verbindung enthüllen, als ob es gar kein Ego existieren würde. Ich annulliere es nicht, arbeite mit ihm zusammen, um den Bruch überbrücken zu können.

Als Ergebnis, der Abgrund bleibt unten und über ihm baue ich eine Brücke zu allen anderen Teilen. Dann kommt zu uns das Licht NaRaNCHaJ, anstatt des minimalen Lichtes Nefesch de Nefesch, das wir in unserem ersten Zustand hatten.

Der Schöpfer hat uns als einen Samentropfen erschaffen und dann, wenn wir uns korrigieren und zu Ihm zurückkehren, nutzen wir das ganze Material unseres Egos und wachsen, um dem Schöpfer gleich zu werden.

Denn die Mächtigkeit des Egoismus entspricht genau der Mächtigkeit des Schöpfers. Das ist eine „Hilfe gegen Ihm“, die Rückseite des Schöpfers. Wir wandeln sie in die vordere Seite um, indem wir den uns trennende Egoismus korrigieren.

Jeder fühlt sich einig, einzeln und einzigartig, jeder benutz seine Einzigartigkeit anderen zum Dienste, für die Verbindung und für das Geben.

Dank diesem bekomme ich eine Verbindung, das 620 mal mächtiger als mein Egoismus ist und enthülle das Licht NaRaNChaJ.

Aus einem Sohar-Unterricht. Vorwort, 23.11.2010

Du darfst dir keinen Abstieg erlauben

Ich sehe, dass viele, die eine große Begeisterung auf dem Kongress erlebt haben, nun müde und niedergeschlagen sind.

Doch warum hatten alle dort eine solche Hochstimmung? Weil wir unter einem starken Einfluss der Umgebung standen. Was hindert uns daran, uns auch jetzt so zu fühlen?

Nun müssen wir selbst arbeiten, um eine starke Umgebung für uns zu schaffen. Auf dem Kongress lief das von alleine, dank einer riesigen Wirkungskraft einer solchen Masse von Menschen, die sich so lange auf diese ersehnten Augenblicke – auf drei Kongresstage – vorbereitet haben.

Unsere Vorbereitung sowie eine große Hilfe von oben (Itaruta de Leela) haben ihren Teil dazu beigetragen.

Doch nun muss jeder von uns persönlich und alle gemeinsam die gleichen Anstrengungen unternehmen, dann werden wir spüren, dass wir mit der gleichen gewaltigen Kraft wie auf dem Kongress vorankommen! Wir werden riesige Sprünge unterwegs machen können, sonst werden wir um ein Jahr, wenn nicht um Jahre, das verschieben, was wir in einer Woche erreichen können.

Wenn der Mensch einen Abstieg spürt, dann ist es ein Zeichen dafür, dass er nicht mit der Umgebung verbunden ist und nicht genügend ihre Einwirkung auf sich hervorruft! Und die Umgebung selbst sorgt ungenügend für die allgemeine Begeisterung, damit sie nicht kleiner als auf dem vergangenen Kongress ist.

Wozu müssen wir überhaupt absteigen?! Wir müssen ständig im Aufstieg bleiben, wir sind dazu in der Lage! Und wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, dass wir diese besondere Stimmung verloren haben.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 23.11.2010

Die Erlösung kommt in einem Augenblick

Begreife, dass du nicht abgestiegen, sondern zur nächsten Stufe aufgestiegen bist und ein neues Verlangen bekommen hast, gerade weil du davor so gut gearbeitet hast!

Jetzt müssen wir nur unsere Kräfte vereinen, um diese Finsternis, diese scheinbare Grenze („Machsom“) in das Licht zu verwandeln! Und du wirst eine noch größere Begeisterung als auf dem Kongress erleben.

Wir haben dort einen gewissen ersten Eindruck bekommen, nun müssen wir ihn in einer klaren praktischen Form umsetzen. Ebenjene Mauer, den „Machsom“ zwischen uns, den wir ein wenig gespürt haben, müssen wir nun systematisch zerstören – immer und immer wieder auf die gleiche Stelle einschlagen, und nach einigen Schlägen wird die Mauer zusammenbrechen.

Dies geschieht plötzlich, „in einem Augenblick“ (wie über das Kommen der Erlösung des Schöpfers geschrieben steht). Plötzlich kommt die Enthüllung – die Anstrengungen werden immer mehr angesammelt und plötzlich, in einer furchtbaren Hektik, eröffnet sich der Fluchtweg.

Doch nun müssen wir das alles tun, wir aber denken nur daran, wie schön es auf dem Kongress war, ganz anders als da, wo ich jetzt bin…  Doch gerade jetzt müssen wir arbeiten, es ist genau die richtige Zeit zum Arbeiten!

Während des Kongresses haben wir nicht gearbeitet, das war bereits das Ergebnis unserer früheren Ansammlungen, in dem sich alle Anstrengungen, Hoffnungen, ausgegebenen Mittel, Nerven vereint haben. Und wieder ist die Zeit zum Arbeiten gekommen!

Und die Arbeit ist immer die gleiche – unser Egoismus, das Verlangen zu genießen, wächst ständig und zeigt sich in allen möglichen Formen. Und du musst ihn erkennen, verstehen, dass das die „Hilfe gegen ihn“ ist, dass dir das absichtlich, aus großer Liebe gegeben wird.

Der Schöpfer spielt mit dir wie mit einem kleinen Kind, das absichtlich vor kleinere Hindernisse gestellt wird, damit es lernt, sie zu überwinden, und groß wird. Auf diese Weise kommen wir voran.

Doch während das Kind über ein natürliches Instinkt verfügt, welches es zur Entwicklung vorantreibt, und es niemals stillsitzt, sondern versucht, etwas zu überwinden, zu machen, zu verstehen, zu empfinden, kaputt zu machen, musst du selbst an deinem Verlangen arbeiten.

Stell dir vor, was mit einem gleichgültigen, gelangweilten Kind passiert, das selbst zum Spielen zu faul ist und im Unterricht schlaftrunken, mit geschlossenen Augen wie du sitzt. Wird es sich etwa entwickeln und erwachsen werden?

Das ist genau das, was mit dir jetzt geschieht. Doch der Schöpfer wird von Seinem Programm nicht ablassen, Er muss dich zu Seiner Höhe erheben, bis du Ihm gleich bist. Was soll man nun mit dir machen, wenn du die Augen schließt? – Also ist Er gezwungen, dich so lange zu schlagen, bis du aufwachst…

Wenn du jedoch selbst und nicht auf dem Weg der Leiden voranschreiten willst, gibt es ein einfaches Gesetz: „Es kommt derjenige voran, der jedes Mal eine bessere Umgebung wählt“!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 23.11.2010

Der Nutzen der gegenseitigen Durchdringung

Baal HaSulam, Shamati, Artikel 33, „Bezüglich der Lose von Jom Kippur und bei Haman“ 

Es steht geschrieben: „Wenn er würdig wurde, wurde er zu einem Gerechten – und bekommt seinen Teil und den Teil vom anderen im Paradies. Wenn er ein Vergehen begangen hat, wurde er zu einem Sünder – und bekommt seinen Teil und den Teil vom anderen in der Hölle“ (Talmud, Hagiga, 15:1)

Diese Aussage spricht davon, dass der Mensch in sich das Schlechte der ganzen Welt aufnimmt. Deshalb wurde diese Welt mit so vielen Menschen erschaffen und jeder darin hat seine Gedanken und Ansichten. Und alle befinden sich in einer Welt zusammen, eigens dafür, dass jeder alle Gedanken des anderen übernimmt.

Dank der Tatsache, dass der Mensch zur höheren Welt strebt, wird ihm diese gegenseitige Durchdringung [von allen Menschen] nützlich sein. Denn wenn der Mensch zum Schöpfer zurückkehren möchte, muss er nicht nur sich selbst, sondern die ganze Welt auf die Seite des Verdienstes (des Freispruchs) neigen, da er selbst die egoistischen Gedanken und Ansichten der ganzen Welt übernommen hat.

Darin liegt der Sinn der Worte „Wenn er ein Vergehen begangen hat, wurde er zu einem Sünder – und bekommt seinen Teil und den Teil vom anderen in der Hölle“. Als er also noch ein Sünder war, hatte er auch seinen Anteil von [egoistischen] Gedanken gehabt. Und in der Hölle schließt er in sich den egoistischen Teil der anderen Menschen mit ein, d.h. er übernimmt die egoistische Ansichten aller Menschen in der Welt.

Wenn er aber zu einem Gerechten wurde und „würdig wurde“, also wenn er zum Schöpfer zurückkehrte, indem er sich und die ganze Welt auf die Seite des Verdienstes neigte, dann bekommt er seinen Teil und den Teil der anderen im Paradies.

Er wurde daher verpflichtet, das höhere Licht auch für Korrektur der egoistischen Gedanken aller Menschen in der Welt anzuziehen, denn er hat diese übernommen und muss sie auch (auf der Waagschale) auf die Seite des Verdienstes neigen. Und das geschieht durch das Anziehen des höheren Lichtes.

Und obwohl die anderen Menschen selbst dieses Licht, das er für sie angezogen hat, nicht empfangen können, weil sie keine vorbereitete Kelim dafür haben, zieht er dennoch das Licht auch für sie mit an.

Deshalb brauchen wir so eine große Welt mit so vielen Menschen, damit sich jeder in die anderen einschließen kann. Daraus folgt, dass jeder einzelner Mensch mit Gedanken und Wünschen der ganzen Welt „durchdrungen“ wird. Deshalb heißt der Mensch eine „kleine Welt“.

Bloß keine Idole!

Eine Frage, die ich erhielt: Während des Lesens des Buches Sohar, versuchen wir uns etwas vorzustellen, was wir noch nicht wahrnehmen können: Die gemeinsame Seele, Adam HaRischon, die Vereinigung.

Bedeutet das nicht, dass wir den Verbot der Tora überschreiten – „mach dir kein Bildnis“?

Meine Antwort: Nein. Ich stelle mir ja nicht, etwas aus Gestalten unserer Welt, etwas materielles vor. Ich möchte meine Verbindung zu den anderen spüren.

Ja, diese Verbindung malt sich in meinem begrenzten Vorstellungsvermögen in Form von gewöhnlichen Gestalten und Beziehungen. Aber es handelt sich um ein Gefühl, um ein Verlangen, nicht um materielle Bilder.

Sei es auch egoistisch, aber wir versuchen uns doch an die spirituelle Form näherzubringen. Der Mensch baut sich auf, aus dem vorhandenen Material.

Hauptsache ist es – eigene Verbindung zu den anderen entdecken zu wollen. sie existiert, sie ist nur vor mir verborgen. Ich taste sie im Dunkeln, im Nebel und warte darauf, dass der Sohar den Schleier, der meine Empfindungen bedeckt auseinanderweht und das wahre Bild darin zeigt.

Dieses Bild werde ich nicht mit Augen sehen, sondern mit dem Herzen und dann werde ich tatsächlich alles spüren, wovon das Buch Sohar erzählt. jetzt weiß ich noch nicht wie das wird, in jedem Fall in Form von gegenseitigen Verbindungen.

Denn es existiert nichts, außer Arten der Verbindung zwischen Teilen des spirituellen Verlangens, das man „Seele“ nennt. Zwischen diesen Teilen fließt das Licht NaRaNCHaJ, das als Ganzes der Schöpfer selbst ist.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Vorwort, 23.11.2010

Von einem Tier zu einem Menschen

Wenn man die Wissenschaft der Kabbala studiert, muss man verstehen, dass wir uns auf der tierischen Stufe befinden, wie geschrieben steht: „Alle sind wie Tiere“. Es gibt in uns eine unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe. Und die menschliche Stufe, die wir in uns aufbauen müssen, ist die Stufe der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer.

Noch weiß ich nicht, wer der Schöpfer ist, weil ich keine Eigenschaft besitze, die Ihm ähnlich wäre und durch die ich Ihn erkennen würde und mir vorstellen könnte, wer Er ist.

Aus diesem Grund gelte ich erst einmal als tierische Stufe. Denn wodurch unterscheide ich mich von einem Tier? – Lediglich durch eine etwas größere egoistische Entwicklung. Doch die Stufe „Mensch“ bedeutet „dem Schöpfer ähnlich“ („Mensch“ – „Adam“ stammt von „ähnlich“ – „adame“).

Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens, die Kraft des Gebens, und ich bin voll und ganz der Empfangende. Deshalb habe ich nichts von Ihm, außer einem kleinen „Funken von oben“, der von Geburt an in jedem Menschen enthalten ist. Wenn er erwacht, beginne ich, eine gewisse undefinierbare Unruhe, das Verlangen nach etwas, was höher als meine tierische Stufe ist, zu empfinden.

Dann komme ich in eine Gruppe von Menschen, die Kabbala studieren, und höre, dass es eine solche Möglichkeit gibt, zu einem Menschen, der dem Schöpfer ähnlich ist, zu werden.

Diese Veränderung, die wir in uns vollbringen können, ist sehr essentiell. Stellt euch den Unterschied zwischen einem Tier und einem Menschen in unserer Welt vor. Wie komplizierter doch des Leben eines Menschen im Vergleich zu dem eines Tieres, sagen wir mal einer Katze, ist!

Außer den allgemeinen tierischen Bedürfnissen nach Essen, Schlafen und Fortpflanzung verfügt der Mensch über Erziehung, Kultur, Allgemeinwissen. Und eine Katze weiß nichts von all dem.

Um jedoch etwas dem Schöpfer Ähnliches in uns entwickeln zu können, brauchen wir Verstand, Empfindung und Kräfte, die wir nicht haben. Denn der Unterschied zwischen einem Tier und einem Menschen in unserer Welt ist lediglich eine kleine Differenz in der Entwicklung zweier egoistischer Wesen, während ich und der Schöpfer zwei einander entgegengesetzte Formen sind und ich keine Ahnung habe, was ich noch brauche, um genauso wie Er zu werden. Ich kann mir noch nicht einmal vorstellen, wie es ist, Ihm ähnlich zu sein, mich über Zeit, Bewegung, Raum, über unsere gesamte Realität zu erheben.

Also müssten wir hier bestimmte Kräfte, Verständnis, Verstand und Empfindungen erlangen, die wir nicht haben. Noch existiere ich wie ein Tier. Es gibt in mir jedoch einen „Funken von oben“, und ich kann ihn auf eine solche Art und Weise entwickeln, dass ich plötzlich alle möglichen neuen Eigenschaften, einen neuen Verstand und neue Empfindungen darin enthülle, die bereits zur Stufe des Schöpfers bzw. des Menschen in mir gehören. Dieser Funke wird mit Hilfe des höheren Lichts entwickelt.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 08.10.2010

Von mir hängt die Welt ab

Eine Frage, die ich erhielt: Wie viele Menschen sollen sich gleichzeitig in der Absicht befinden, damit sich die spirituelle Verbindung eröffnet?
Meine Antwort: Ich alleine. Wenn ich den eigenen Wunsch, sich mit den anderen zu verbinden aufdecke, dann stelle ich fest, dass sie schon alle verbunden sind. Aber es scheint mir, dass sie sich nicht in der Einheit befinden, damit ich an ihnen arbeiten kann, und sie – an mir. Aber das ist alles – nur verhältnismäßig zu mir.

Solange ich nicht korrigiert bin, decke ich in ihnen meine Verdorbenheit auf, – und arbeite an ihnen, damit sie mich beeinflussen und mich stärken. Aufgrund ihrer Unterstützung, korrigiere ich mich – und dann sehe ich, dass sie sich auch mehr korrigieren. Denn „jeder urteilt die anderen mit der Menge seiner Fehler“.

Es kommt heraus, dass ich mich nur über meine Korrektur sorgen sollte. Und was ist mit den anderen? Wenn ich sehe, das die Welt zerbrochen ist, – muss ich sie korrigieren. Es bedeutet, das ich mich selber korrigiere.

In dem Fall, wenn ich mich zu den anderen mit der Absicht des Gebens verhalte, sehe ich sie nicht im zerbrochenen Zustand, ich sehe die Shechina in ihnen, die Eröffnung des Schöpfers, der die ganze Welt füllt.

Aus dem Unterricht über das Buch Sohar, 21.11.2010

Der Eintritt in die spirituelle Welt

Eine Frage, die ich erhielt: Was soll man tun, wenn die Absicht während des Lesens des Buches Sohar nachlässt, weil der Verstand versucht, den Text zu verstehen?

Meine Antwort: Wir dürfen das nicht in Betracht ziehen. Die Absicht muss während des Unterrichts immer stärker werden, weil die Freunde alle zusammen daran denken müssen. Und wenn jeder von ihnen die Absicht aufrechterhält, dann kann es nicht sein, dass jemand herausfällt.

Hier ordnen wir uns wirklich in ein spirituelles Netz der Verbindung zwischen uns ein und nicht in ein materielles.

Wenn ich die Absicht habe, mich mit „Israel (die nach dem Schöpfer streben), die Tora (das Licht) und der Schöpfer sind eins“ zu verbinden, damit ich, der Schöpfer und die Gruppe ein Ganzes sind und nur das Licht, welches die gesamte Wirklichkeit ausfüllt, enthüllen, wenn wir alle danach streben, dass dieser Zustand enthüllt wird und das Licht ihn uns durch das Lesen des Buches Sohar enthüllen muss, dann wird diese Absicht immer mehr in uns „brennen“.

Und wenn ich spüre, dass meine Absicht schwach ist, hänge ich dabei zu 100% von allen Anderen ab.

Hier arbeiten wir wahrhaft in einem spirituellen Netz. Dadurch treten wir in die spirituelle Welt ein und handeln darin – soweit wir in der Lage sind, die Absicht zu halten und „Israel, die Tora und den Schöpfer“ zu verbinden.

Wir handeln damit bereits in der spirituellen Welt und müssen es nur für uns enthüllen. Darum fordern wir vom Licht, es uns zu enthüllen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 22.11.2010

Kabbalisten über „Kabbala heute“, T.6


Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.
Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Möglichkeit der Befreiung

Ungeachtet der Tatsache, dass der Schöpfer unseres Land (unseres Verlangen) aus der Macht anderer Völker befreite und es uns gab (gab uns die Möglichkeit die Korrektur unseres Egoismus anzufangen), haben wir es damit einher noch nicht in Empfang genommen (korrigieren unserer Egoismus nicht) und genießen es (die Enthüllung des Schöpfers) nicht.

Doch durch diese Schenkung gab uns der Schöpfer eine Möglichkeit der Erlösung (von der Empfindung dieser Welt), d.h. uns zu reinigen (von Egoismus und gegenseitigem Hass) und die Korrektur unserer Natur zu beginnen, um die Eigenschaften des Schöpfers (gegenseitigen Gebens  und Liebe) zu erlangen.

Und dann wird der Tempel (gemeinsames Verlangen) wieder erbaut werden, und wir werden dieses Land (korrigiertes Verlangen) zu unserer Verfügung (um des Gebens willen) erhalten. Dann werden wir die Freude der Erlösung (Erfüllung mit dem höheren Licht) empfinden und verspüren.

Baal HaSulam. Aus dem Artikel zum Abschluss des Buches Sohar

Über die kulturellen Unterschiede

Eine Frage, die ich erhielt: Ich bin ein Musleme und studiere Kabbala einige Monate lang. Kann ich weiterhin die Gesetze meiner Religion beachten und die Seele korrigieren?

Meine Antwort: Die Kabbala entstand vor dem Judaismus, Christentum und Islam. Die Tora erzählt uns, wie Abraham „die Geschenke“ an die Söhne der Konkubinen gegeben hat und sie in Richtung Osten schickte, womit der Anfang von den östlichen Lehren gelegt wurde. Alles stammt aus einer Quelle.
Der allgemeine Wunsch teilt sich in eine Menge der Einzelteile, wobei jeder Teil seinen eigenen Weg der Korrektur geht. Einige können ihn sofort beschreiten – sie haben die Gruppe gebildet, die Abraham aus Babel herausgeführt hat.

Alle übrigen Teile wurden in der Welt zerstreut, und jeder kommt auf eigene Art voran, den eigenen Eigenschaften entsprechend.

Die Mittel ihres Aufstiegs sind verschiedene Religionen, Glauben und Kulturen. Dabei bereitet es keine Probleme, gleichzeitig in der eigenen Konfession zu bleiben und den spirituellen Weg zu gehen. Baal HaSulam schreibt in seinen Werken über die letzte Generation:

„Die religiöse Form des Lebens aller Völker soll ihre Vertreter zum Geben verpflichten, nach dem Prinzip „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Dies ist die allgemeingültige Religion für alle Völker.
Somit kann jedes Volk seiner Religion und Tradition folgen, und es ist nicht nötig, sich in die Religion des anderen Volkes einzumischen“.

Mit anderen Worten, man muss sich nicht in die Beschaffenheit der Völker und deren Kulturen einmischen. Lass sie in Ruhe, denn die Menschen brauchen das. Dieser „Territorium“ hat nichts mit der Spiritualität zu tun. Je nach dem Aufstieg verwandelt er sich für den Menschen in die kulturelle Plattform, in die Tradition, die ihn weiterhin nicht stört.

Wenn ich über meine Natur aufsteigen will, um mit allem vereinigt zu werden, dann erscheinen sogar die Wechselbeziehungen der Religionen in einem anderen Licht. Als Mosleme verstehe ich plötzlich, dass ich zum Ziel sogar mit dem Christen zusammen gehen kann.
Denn was kann uns daran hindern? Jeder hat sich an die häusliche Küche gewöhnt, die niemand wegimmt. Wie Baal HaSulam schreibt, kann jeder in der eigenen Religion bleiben, und hier hat niemand das Recht, sich darin einzumischen, weil das nichts mit dem spirituellen Weg zu tun hat.

Im Endeffekt stellen die Religionen die Kultur in unserer Welt dar, die Tradition, die von vornherein der Natur verschiedener Teile, die Malchut entspricht, sowie mit der Wurzel der Seele übereinstimmt.

…Vor kurzem, lasen wir den Wochenabschnitt der Bibel über Abraham, der nach der Verordnung des Schöpfers, seinen einzigen Sohn Izchak aufopfern sollte, aber im letzten Moment, auch nach der Verordnung des Schöpfers, das Zicklein geopfert hat.
Das Opfer – hebräisch „Kurban“, kommt vom Wort „Karov“ – die Annäherung (die rechte Linie Abraham opfert seine Selbstsucht, Kurban, seine linke Linie Izchak auf, und nähert sich dem Schöpfer an – Karov).

Und wir hören, wie die Moslems den Feiertag Kurban feiern, weil Ibrahim, nach dem Willen Allahs, anstelle Ismael den Bock aufgeopfert hat. Allah kommt vom Wort Alla, Elion, der Höhere.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 21.11.2010