Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Spiritueller Dekoder

Eine Frage: Kann ich meine Einbildungskraft verwenden, um die Zukunft in einem korrigierten Zustand abzubilden?
Meine Antwort: Das hängt davon ab, was wir bezüglich uns selbst zum zukünftigen Zustand vorstellen. Um es mechanisch zu porträtieren, machen wir Zeichnungen.

Es ist möglich, alle Bedingungen des zukünftigen Grades in eine Tabelle zu stellen, alle technischen Einzelheiten dieser Zustände aufzulisten: Wünsche, Schirme, Niveaus von Aviut, Eingang und Ausgang von Lichtern, der Umgebung und den Inneren Lichtern, der Aufteilung der Grade in eine Menge von inneren und äußerlichen Systemen in der Zweiten Einschränkung.

Aber, schließlich, kommen wir zu demselben spirituellen, durch Kabbalisten aufgenommenen Scharfsinn, um einander die technischen Details zu beschreiben, die ausgeführt werden müssen, um zu fühlen, was sie mitteilen möchten. Nimm an, dass ich dir ein Blatt voll mit Musiknoten gebe; d. h. ich teile dir einige Daten mit. Kannst du irgendetwas damit anfangen? Nein. Du musst es zuerst als Außeninformation wahrnehmen und dann der inneren Kopie ausführen. Wenn Sie Musik lesen, werden Sie im Stande sein, sie zu singen, und dann werden Sie wissen, was ich vorhatte, dadurch mitzuteilen.

Kabbalisten tun genau dasselbe, indem sie dir technische Daten weitergeben. Trage sie in deiner Seele aus, und du wirst alles erhalten, was sie beabsichtigt hatten. Genau dann wirst du wissen, worüber sie sprechen.

Die Übertragung der Information durch das Internet arbeitet auf dem selben Weg. Ich male ein Bild auf dem Computerschirm oder importiere Fotos von einer Kamera, speichere die Bilder in einem besonderen Format, und sende dir diese Information über einen Kommunikationskanal. Du erhälst diese technischen Daten und verwendest einen Decoder, um sie noch einmal als Bild auf deinen Bildschirm zu übertragen.

Das ist auch, wie Kabbalisten in Kontakt miteinander bleiben. Sie haben ein spirituelles Bild erreicht, nahmen es auf und gaben es an uns weiter, außer dass wir den Decoder vermissen“, um diese Information in dasselbe Bild zu verwandeln. Wir lesen darüber, aber haben keinen Möglichkeit uns vorzustellen, worüber sie sprechen. Für uns erscheint dies alles wie Fantasie.

Wir sind außer Stande, die Bedeutung von einigen der vier durch Kabbalisten verwendeten Sprachen zu entziffern und zu extrahieren, um zu uns die sprirituelle Welt (die Sprachen von Tanach, Halacha, Hagaddah, und Kabbalah) zu beschreiben. Aber was ist es, was Kabbalisten uns erzählen? Verwenden Sie diese Texte wie ein „wunderbares Heilmittel“ (Segula). Was ist Segula? Wenn du Enthüllung erreichen und irgendwie verstehen willst, dass die Enthüllung nur in der Eigenschaft des Gebens möglich ist, wirst du dich und die ganze Welt in Liebe und im Geben zueinander, in der gegenseitigen Garantie, wie ein Mann mit einem Herzen sehen.

Wenn du nach diesem Bild strebst, wirst du beginnen, näher an der richtigen Entzifferung dieser Texte zu sein. Es wird dich beeinflussen, und schließlich wird derselbe spirituelle „Dekoder“ in dir offenbart. Deshalb lesen wir das Buch Sohar.

Das effektivste Mittel zum Vorankommen

Das Buch Sohar wirkt auf den Menschen auf eine besondere Art und Weise: es genügt ihm, zu lesen, zu hören, zu wünschen, (auch nur virtuell) mit der Gruppe verbunden zu sein – und all das sogar in einem kleinen Ausmaß, soweit es ihm das Leben erlaubt, sich für dieses Buch Zeit zu nehmen – und schon beginnt der Sohar in ihm das spirituelle Wahrnehmungsorgan zu entwickeln. Und in diesem Ausmaß beginnt der Mensch, Veränderungen, Entwicklungsetappen wahrzunehmen.

Man muss das Buch Sohar einfach lesen. Es wäre gut, Auszüge daraus in einem Taschenformat herauszugeben, damit man es überall mitnehmen und lesen könnte. Denn es gibt kein effektiveres Mittel für das Vorankommen eines Menschen als dieses Buch.

Das Buch der Psalmen hilft nicht dabei, spirituell voranzukommen. Die gesamte Menschheit liest es bereits seit Jahrtausenden. Die Menschen lassen sich damit nur vertrösten.

Das setzt auf keinen Fall das Buch der Psalmen, das von der Stufe der vollständigen Malchut geschrieben wurde, herab. Denn König David steht für die Malchut, für die ganze Schöpfung. Wie auch alle anderen „heiligen“ Bücher, die von denjenigen geschrieben wurden, die den Schöpfer erkennen, trägt es Sein Licht in sich.

Doch das Licht, das zur Quelle zurückführt und in uns die Eigenschaft der Liebe erschafft, ist für uns am nächsten und am effektivsten beim Lesen des Buches Sohar, wie Baal HaSulam in der „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot“ erklärt.

Im Buch Sohar ist das Licht am stärksten. Natürlich soll das Lesen des Sohar mit dem Studium der Artikel von Baal HaSulam und Rabash und der Lehre von den zehn Sefirot verbunden werden. Doch das Buch Sohar muss  jede freie Minute eines Menschen füllen.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 30.12.2010

Die Welt unserer Absichten

Die gesamte Weisheit der Kabbala spricht ausschließlich über die Handlungen des Gebens, die man innerhalb unserer gemeinsamen Verbindung ausführen kann. Ausgenommen unsere Welt besteht die ganze Wirklichkeit aus dem Geben. Die Welt vor uns besteht aus der entgegengesetzten Eigenschaft, wobei jeder soviel wie möglich für sich selbst empfängt. In dieser Neigung, uns mit „Konsum zu überschütten“, erleben wir unsere physische Wirklichkeit.

Stellen Sie sich winzig kleine Wünsche auf einer flachen Oberfläche verstreut vor. Wenn jeder von ihnen die Absicht hat, durch Ausnutzung der anderen maximalen Vorteil zu erzielen, erschaffen sie eine Verbindung, die als „diese Welt“ bezeichnet wird, mit all ihren materiellen Erscheinungen. Hier werden die Menschen durch Hierarchie miteinander verbunden, heiraten, haben Kinder, verbinden sich und all dies geschieht dadurch, dass sie mit ihrer Absicht Genuss aus den anderen ziehen. Und so leben sie.

Genau das nennen wir unsere Welt, auf all ihren Stufen: unbelebter, vegetativer, belebter und sprechender (menschlicher). Die anderen sehen wir als nah oder fern, sind von ihnen mehr oder weniger abhängig, und all dies geschieht nach unserer Absicht, Genuss zu spüren.

Mit der Absicht, jedmöglichen Genuss zu erleben, erschaffen wir die Wirklichkeit selbst. Sollte jemand jedoch wünschen: „ich möchte mich zu den anderen nur mit der Absicht zu geben verhalten, nicht um zu empfangen“, dann wird er in der gleichen Welt seine neue Einstellung als spirituelle Welt empfangen. Dies wird als „ich sah eine umgekehrte Welt“ beschrieben.

Alles wird von der Absicht bestimmt. Wenn man von der Absicht „für mich“ zur Absicht „zu geben“ wechselt, dann bedeutet das den Machsom zu überqueren. Den Machsom, die Grenze, die uns von der Spiritualität trennt.
Innerhalb dieser Absicht zu geben gibt es 125 Stufen, bis wir die perfekte Absicht, das absolute Geben erreichen.

Die Wirklichkeit, die wir genau jetzt wahrnehmen mit der Absicht sie für uns auszunutzen, ist nur eingebildet. Sie wurde uns ausschließlich gegeben, damit wir sie als Sprungbrett zur wahren Wahrnehmung der Wirklichkeit benutzen.
Diese egoistische Einstellung anderen gegenüber empfingen wir zu dem Zweck, dass wir auf ihr basierend bei uns anfangen und dann später den Übergang zur Eigenschaft des Gebens machen, und wenn wir die 125 spirituellen Stufen erklettern, untersuchen wir weiter die Verbindung unter uns, d.h. die Stufen der spirituellen Leiter heraufklettern. Nur unsere Absicht bestimmt, was wir empfinden, diese oder die obere Welt

Aus einem Sohar Unterricht. Das Vorwort, 28.12.2010

Dort, hinter den Wolken …

Wir lesen den Sohar mit dem Kommentar „Sulam“, wo sich der Text der Primärquelle des Buches „Der Sohar“ in der Sprache des Talmuds und der Kommentar von Baal HaSulam in der Sprache der Kabbala miteinander wie die Fäden in einem Leinentuch vereinen.

Wir empfangen den fertigen Text, in welchem diese zwei Sprachen miteinander vermischt werden. Aber wenn du ihn liest oder ihm zuhörst, dann erscheinen vor dir zwei Bilder, zwei Schirme, wie auf dem Computer – ein äußerer und ein innerer Schirm

Auf dem äußeren Schirm liest du den Text in der Sprache des Talmuds, und auf dem inneren handelt es sich um die spirituellen Eigenschaften und Handlungen in den Begriffen der Kabbala. Allmählich beginnen diese zwei Schirme sich miteinander zu verbinden. Es hilft dir, die Betrachtung des äußerlichen Weltbildes deiner inneren Betrachtung anzunähern. Du liest den Sohar, und er hilft dir allmählich die äußerliche Realität in deinem Inneren wahrzunehmen. Langsam beginnt die Wirkung, und du beginnst plötzlich immer mehr, dich genauso zur Welt zu verhalten. Als ob man durch die gewisse Wolke zur wahrhaften Realität, zur echten Wahrnehmung der Wirklichkeit übergehen würde. Und der Sohar begleitet dich.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 30.12.2010

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Kabbalisten zu Tora und Geboten, T. 17

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

Die Tora entwickelt im Menschen die Empfindung des Begreifens des Übels

Was soll aber der Mensch tun, um Liebe zum Schöpfer zu erreichen? Dazu ist uns „Segula“ gegeben (ein Wundermittel) – die Beschäftigung mit Tora und den Geboten (mit Kabbala), weil das Licht darin den Menschen zum Schöpfer zurückführt. Denn in der Tora gibt es ein Licht, welches dem Menschen die Möglichkeit gibt, die Gefahr der Entfernung vom Schöpfer zu verspüren.

Und wenn die Absicht des Menschen darin besteht, das Licht der Tora zu erkennen, entsteht in ihm allmählich der Hass zur Entfernung vom Schöpfer. Er beginnt, den Grund wahrzunehmen, der in seiner Seele Trennung und Entfernung vom Schöpfer hervorruft. (Nur der innere Teil der Tora, die Kabbala, kann das korrigierende Licht heranziehen, wonach der Mensch sich als Egoist empfinden wird, und sich zur Korrektur bereit erklärt).

Baal HaSulam. Shamati. Artikel 34, „Der Vorteil des Landes liegt in allem“.

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Sohar: Die Erzählung über Hass und Liebe

Frage: Wenn ich im Unterricht sitze, den Sohar lese, und mich mit allen zusammen anstrenge, dann heißt es doch „die Aufopferung des Wunsches“?

Meine Antwort: Nein. Woher soll ich wissen, wie Sie lesen? Vielleicht genießen Sie einfach , was der Sohar Ihnen auf solch leichte, schöneund aufregende Sprache erklärt.

Aber warum beunruhigt er uns, was möchte er erklären? Der Sohar erklärt uns, dass man solche Zustände erleben wird, wenn man die Verbindung erreichen will!

Was schreiben die Autoren des Sohar? – „Wir versammeln uns trotz des gegenseitigen Hasses und des vollkommenen Bruches. Dann beginnen wir uns um unsere Verbindung zu bemühen“.

Damals hatten sie kein Buch Sohar, sie wollten es selbst schreiben. Und was schreiben sie genau? Sie beginnen miteinander zu arbeiten und danach zu suchen: „Wie man einander näher kommt? Was zu machen ist, damit irgendwelche Nähe entsteht?“

Sie schreiben darüber, wie die Verbindung zwischen uns, das gemeinsame Netz, zu offenbaren ist. Welche Beziehungen gibt es in diesem Zusammenhang, welche Etappen? Welche Kräfte existieren in uns: der Neid, die Leidenschaft, der Hass, das Streben nach Ehre, die rechte, linke, mittlere Linie?

Wenn wir sie korrigieren, darauf die Beschränkung und den Schirm machen, dann steigen wir über unseren Wunsch, zu genießen hinauf. Wie erreichen wir etwas? Wie verzichtet man auf etwas, wie handelt man so oder anders …?“

Dann beginnen sie, das Buch Sohar zu schreiben, ihre Zustände in der gegenseitigen Verbindung zu erklären. Bis sie solch hohe Stufen erreichen, dass jeder von ihnen um das Zehnfache höher ist als vorher: von den Einsen – zu den Dutzenden, dann zu den Hunderten, Tausenden und Zehntausenden (Ribo).

Sie sehen, welche Niveaus sie erreichen?! Es ist die Macht der Vereinigung zwischen ihnen. Und darüber schreiben sie.

Wenn du dich im selben Zustand vorstellen willst, dann wird das Geschriebne auf dich einwirken, damit du dich ebenso mit den anderen verbinden kannst und dieselben Zustände öffnest – bis du einst solchen Zustand erreichen wirst, wo das vollkommene Kli/Wunsch mit dem unendlichen Licht ausgefüllt ist.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 27.12.2010

Die innere Gruppe

In Wirklichkeit soll nicht die Gruppe auf dich einwirken, sondern du selbst sollst sich in sie einreihen.

Wenn wir darüber sprechen, dass die Gruppe den Menschen beeinflussen soll, dann wollen wir jeden zum Geben an die Gruppe anregen.

Die Antworteinwirkung der Gruppe kann stark oder schwach sein, aber das spielt für den Menschen keine Rolle.

Denn wir befinden uns in der Verbindung, im Zusammenwirken mit der inneren, und nicht mit der äußerlichen Gruppe. Das äußerliche Verhalten der Freunde spielt keine bedeutende Rolle.

Hier hängt alles davon ab, inwiefern ich mich in sie einreihe, inwiefern ich mich bemühe, ihre innere Bestrebung zu empfinden, die weder von mir noch von ihnen abhängt, weil sie die spirituelle Realität, die Einheit zwischen uns auf der Stufe der Unendlichkeit ist.

Deshalb wirkt die Gruppe auf dich in dem Maß ein, in welchem du dich in sie einreihst und ihren Einfluss, ihre Kraft des Gebens bekommen willst.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch, 27.12.2010

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In jedem Augenblick – der neue Himmel und die neue Erde!

Frage: Kann man sagen, dass die Erneuerung ein Zeichen des Aufstiegs des Menschen ist? Und wenn er nicht erneuert wird, dann kommt er nicht voran?

Meine Antwort: Natürlich! Der neue Himmel ist die Stufe Bina, das Geben, die neue Erde ist ein Wunsch/Malchut und das neue Himmelsgewölbe ist der neue Bildschirm. Daran richtet sich der Mensch eben.

Denn wir können die Bemühung nicht messen. Wir bewerten uns nur nach der Geschwindigkeit der Erneuerung von Reschimot (der informativen Gene).

Es ist geschrieben, dass Nukwa (Malchut der Welt Azilut) in jedem Augenblick zur Jungfer, zum neuen Wunsch/Kli wird. Sie bestimmt die Geschwindigkeit deines Aufstiegs eben.

Jedes Mal wird ein neues Reschimo geöffnet, der neue Kli/Wunsch – und du sollst beginnen, ihn zu korrigieren und vorankommen.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 27.12.2010

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Komplizierte Arbeit nach einem einfachen Prinzip

Eine Frage, die ich erhielt: Alle fragen, was genau wir tun müssen, damit der Schöpfer uns korrigiert. Wir würden gerne eine einfache und verständliche Antwort darauf bekommen!

Meine Antwort: Alle wollen eine verständliche Antwort bekommen: „Sag uns konkret, was wir tun müssen, ohne diese ganzen komplizierten Sachen!“ – um wie ein Roboter am Fließband zu arbeiten, irgendeinen Knopf zu drücken und an nichts zu denken. Doch so wird es nicht gehen!

Du wirst dich selbst bemühen und „alles, was in deiner Kraft liegt“, tun müssen. Denn unser spirituelles Gefäß (Kli) ist unwahrscheinlich kompliziert und enthält 613 (Tariag) Verlangen, zehn Sefirot, drei Linien, 22 Buchstaben, viele charakteristische Merkmale und sehr unterschiedliche Komponenten.

Aus diesem Grund reicht hier irgendeine einfache Handlung nicht aus: man muss studieren (in einer physischen Gruppe oder virtuell, übers Internet/Fernsehen), an den Freundesversammlungen und Kongressen teilnehmen. Ich befinde mich unter den Splittern einer zerbrochenen Seele und muss mit ihnen Verbindungen wiederherstellen, um das Zerbrechen zu korrigieren!

Um die spirituelle Welt, den Schöpfer, wahrnehmen zu können, muss ich mich mit allen anderen Seelen verbinden, und nur in unserer Verbindung werde ich die Spiritualität spüren. Denn die Spiritualität gibt es nirgendwo anders als in diesem uns verbindenden Netz.

Nur wenn ich den gemeinsamen Körper der Seele wiederherstelle und er richtig zu arbeiten beginnt, werde ich in seinem Inneren das Licht, das ihn ausfüllt und von einer Stelle zur anderen überfließt, wahrnehmen.

Ich werde spüren, dass es in diesem Körper einen Lebensstrom gibt und dass in ihm besondere Handlungen, Energieaustausch stattfinden. Genau das nennt sich spirituelles Leben!

Und es ist in der Tat eine einfache Aufgabe: es gibt mich/den Egoisten/meinen Punkt im Herzen – und ihn muss ich mit den anderen, eben solchen Punkten verbinden. Doch aus diesem einfachen Prinzip gehen Tausende von notwendigen Handlungen hervor: gemeinsames Studium, Vorbereitung und Teilnahme an Kongressen, Arbeit in der Küche… Alles zusammen nennt sich das „Arbeit in der Gruppe“.

Doch wozu brauche ich diese ganze Arbeit? – Um Verbindung und Liebe zwischen uns zu enthüllen! Ausgehend von diesem einfachen Prinzip, wirst du alles Andere ableiten können, was mehr oder weniger mit dem Ziel zu tun hat. Doch das spirituelle Leben existiert nur in der Verbindung zwischen den Seelen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“ vom 24.12.2010

 

Finde alle Gestalten in Dir

Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Anfang geschaffen“. Im wöchentlichen Kapitel „Wajeschlach“ ist die Gestalt von Ejsaw  eine  besondere Interpretation des bösen Anfangs. In anderen Kapiteln wird er als Pharao, Bilak, Bilam und anderen Bösewichten erscheinen; aber – das wird immer mein böser Anfang sein; außer mir existiert er nicht.

Er wird mir nur von verschiedenen Sichtwinkeln beschrieben, und es werden verschiedene Eigenschaften betont, mit  denen ich jedes Mal auf anderem Niveau arbeiten soll.

Als Gegengewicht wird mir erklärt, mit Hilfe welcher Kräfte ich arbeiten soll, und es wird gezeigt, wie mein  erstes Treffen mit diesem bösen Anfang zum vollen Misserfolg führt.

Wenn er sich enthüllt, unterwerfe ich mich ihm sofort  und weiß nicht mehr, was ich tun soll! Danach beginne ich, mich allmählich von ihm zu befreien und abzutrennen. Ich verringere ihn und beginne, ihn ein wenig zu führen.Ich schneide einen Teil von ihm ab und korrigiere ihn, danach noch einen Teil; und so gehen wir von einer Schicht zur anderen über bis zum Ende der Korrektur, bis wir die ganze Selbstsucht korrigieren.

Die Tora erzählt uns immer, wie der Mensch sich selbst korrigiert; und jetzt wird es dir gar nicht mehr so schwer fallen, sie zu lesen.

Der Mensch ist eine kleine Welt, und alles existiert sicher in dir; du sollst dich nur bemühen zu finden, wo sich in dir Bejt-El, Schchem, Balak, Dina – alle Helden dieser Erzählung -befinden, und außerdem auch all das Unbelebte, das Pflanzliche und das Tierische. Das sind ja die Eigenschaften deiner Seele, nur auf einem niedrigeren Niveau.

Die Tora kann keinesfalls als literarisches Werk angesehen werden. Es steht geschrieben: „Erschaffe dir keine Erscheinung, erschaffe dir keine Gestalt“.
 
Aus dem Programm „Das Wochenabschnitt“, 18.11.2010

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