Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Artikel in der Zeitung „Lietuvos rytas“ („Litauischer Morgen“)


Im Vorfeld meines Besuches in Litauen

hat die größte litauische Zeitung „Lietuvos rytas“

(Auflage 130000)

einen Artikel über die Kabbala auf der Grundlage eines Interviews, das ich einem Journalisten der Zeitung gegeben habe, veröffentlicht.

Die Beschleunigung der Zeit

Das Studium des Buches Sohar hilft uns, die Zeit zu beschleunigen. Wenn ich mich im Laufe von, sagen wir, fünf bis zehn Jahren entwickeln soll, dann kann das Studium des Sohars in mir diese Veränderungen sogar durch einige wenige Lektionen hervorrufen.

Es ist eben der Unterschied zwischen dem tierischen und dem menschlichen Niveau, die fast unmöglich zu vergleichen sind. Ein Tier wird nie in der Lage sein, eine dem menschlichen Niveau ähnliche Handlung auszuführen. Es ist der qualitative Unterschied in der Entwicklung der Schöpfung.

Wenn wir den Sohar lesen und nicht daran denken, wie uns das Licht beeinflussen kann, ist es möglich, dass unsere Entwicklung nur sehr langsam voran kommt. Wenn wir den Sohar ohne Absicht lesen, dann kann diese Handlung sogar eine negative Wirkung haben. Das Studium des Sohar ruft in uns sehr starke Veränderungen hervor.

Aber wenn wir das Studium um die richtige Absicht ergänzen, dann bringt das Licht, das zur Quelle zurückführt, zusätzlichen Schwung in die Entwicklung auf unserem Weg von der Selbstsucht zur Nächstenliebe. Nur dann können wir einen Zustand der Einsicht erreichen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 01.02.2012

Die höhere Wurzel der Buchstaben

Frage: Welche höhere Wurzel haben die schwarzen Buchstaben? Woher kommt ihre Kraft?

Meine Antwort: Aus dem Punkt des Buchstabens „Jud“.

Im Gedicht von Ari steht geschrieben:

Wisse, dass vor der Schöpfung
nur das eine höhere Licht existierte,
Welches einfach und unbegrenzt war
Und das gesamte Universum erfüllte…

…seine Kreaturen durch Seinen Willen geschaffen wurden….

Hier wird bereits das Verlangen zu genießen offenbart, welches dem Licht entgegen gesetzt ist.

Das Licht ist das Geben und die Liebe. Und plötzlich beginnt innerhalb des Gebens und der Liebe, etwas Schwarzes, etwas dem Geben und der Liebe Fremdes zu entstehen. Eigentlich ist dieser winzige Tropfen, der dem Licht ungleich ist, sich aber dennoch darin bildet, die wahre Schöpfung. Es gibt keine andere Schöpfung. Alles Übrige hat sich später daraus entwickelt. Das ganze Übrige basiert darauf, dass dieser minimale, winzige Unterschied zum Licht, sich auf Kosten des Lichts zu entwickeln beginnt. Dieser Punkt beginnt, sich selbst zu empfinden, und sich seiner Gegensätzlichkeit dem Licht gegenüber bewusst zu werden.

Später sprechen wir über die vier Stadien der Verbreitung des Lichts, über die Unendlichkeit, über die Einschränkungen und die weitere Entwicklung des Geschöpfes. Aber in Wirklichkeit ändert sich nichts: es bleibt derselbe winzige Unterschied zum Licht. Das einzige, was darin wächst, ist seine Empfindung, inwiefern er dem Licht entgegengesetzt ist. Aber in Wirklichkeit ist sein Unterschied zum Licht sehr gering.

Deshalb hat der Schöpfer nur den Punkt des Buchstabens Jud geschaffen und alles Übrige entwickelt sich innerhalb dieses Punktes. Er ist die Wurzel aller Buchstaben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 01.02.2012

Das Gebet des Bettlers

Frage: Was ist „das Gebet des Bettlers“, welches niemals ohne Antwort bleibt?

Meine Antwort: „Das Gebet des Bettlers“ ist die Bitte eines Menschen, der versteht, dass ihm jetzt außer dem Schöpfer, niemand mehr helfen kann. Er fühlt, dass er keine Rechte und keine Verdienste hat, keine gute Taten vorweisen kann, keine Unterstützung hat, dass er quasi ganz „nackt“ ist. Und sogar die Selbstsucht hat inzwischen aufgehört, ihn zu unterstützen. Ein solcher Zustand heißt das vollkommene Elend.

In diesem Fall kann die Hilfe nur durch die Gruppe vom Schöpfer kommen. Und die Hilfe, um welche der Mensch bittet, ist das Gebet eines Bettlers um das Notwendigste, nur um die Rettung seiner Seele Willen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 30.01.2012

Der geheime Code zum Schließfach des Herzens

Wenn wir uns dem Studium des Buches Sohar widmen, dann soll jeder sein Herz öffnen. Mit welcher Parole kann jeder sein Herz öffnen? Welcher Code muss in den „Tresor“, in dem sein Herz verschlossen ist, eingegeben werden, damit es sich vor dem Lesen des Buches Sohar öffnen kann?

Als Weise werden in der Kabbala die „Weisen des Herzens“ bezeichnet, weil sie auf diese Weise das Herz – das heißt die Verlangen bearbeiten, um das Licht „Chochma“ empfangen zu können.

Deshalb müssen wir nachdenken, womit wir das Herz öffnen können, sonst werden wir das Licht „Chochma“ nicht empfangen. Wie können wir unsere Verlangen vorbereiten, damit sie dem Licht zugänglich werden?

Der „Sohar“ ist wie ein Zauberbuch, in das Du eintreten kannst. Es ist kein Roman, den du liest und Dir Helden in deiner Einbildung vorstellst. Wenn du den Sohar liest, dann sollst du dir nicht vorstellen „als ob“ sondern in dieses Buch eintreten und darin wirklich leben. Du gehst hinein und bleibst darin, es gibt keinen Zustand, in welchem du vor dem Lesen des Sohars warst. Du bist durch das Lesen in dieses Buch eingetreten, bleibst dort und kommst nur dadurch voran.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 26.01.2012

Zum Unterricht mit der Bitte um das Leben

Frage: Wenn wir uns auf den Unterricht den ganzen Tag vorbereiten, so wie man es für königliche Audienzen tut, auf denen man nur eine Bitte aussprechen darf – wie wird dann die morgige Unterrichtsstunde aussehen?

Meine Antwort: Ihr werdet ein sehr großes Licht empfangen. Ihr werdet empfinden, wie viel es euch geben will. Ihr werdet beginnen, im Lernstoff das spirituelle System zu empfinden, das uns beeinflusst. Die trockenen Zeilen des Textes werden aufleben, sowie an Tiefe und Durchsichtigkeit gewinnen. Ihr werdet in jedem Detail eine innere Bedeutung sehen. Es wird sich erweisen, dass unsere ganze Welt (der Aspekt, den wir von der Realität wahrnehmen) so flach wie ein Bild an der Wand ist. Und hinter diesem Bild werden wir plötzlich eine neue Dimension erkennen, das System, das dieses Bild bewegt und seine Fragmente bildet. Ihr werdet die Wichtigkeit des Ziels neu entdecken und beginnen, im Licht dieser Wichtigkeit euer Leben zu führen.

Einstweilen jedoch verachten wir das Ziel, lehnen es unbewusst ab und es ist mit Gewissheit noch fern von uns.

Es ist sicher, dass wir uns vorwärts bewegen und dafür sorgen müssen, dass wir die Wichtigkeit des Zieles begreifen. Selbst jetzt kommen wir voran, müssen jedoch immer noch in die linke Linie übergehen, in der die kritische Analyse stattfindet. Jeden Tag sollen wir unsere Bemühungen um Einheit verstärken.

Außerdem müssen wir unseren Freunden in der ganzen Welt dankbar sein. Denn sie sind in der Verbreitung sehr aktiv. Wir sollten sie in dieser Arbeit unterstützen, weil sie uns allen hilft.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zur „Lehre der Zehn Sefirot“, 24.01.2012

Wie kann ich zum Schöpfer durchdringen?

Frage: Was bedeutet der Ausdruck, die Bitte „durch die Gruppe“ oder „durch die Vereinigung“ zu leiten?

Meine Antwort: „Durch die Gruppe“ bedeutet, dass ich meinen Wunsch durch das Integralsystem leite. Und wenn er diesem Integralsystem angepasst werden kann, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass sich mein Wunsch dem Wunsch des Schöpfers angleicht. Es ist gesagt: „Mache deinen Wunsch wie Seinen“.

Auch wenn ich das nicht durchführen kann, wende ich mich dennoch an die Gruppe und bitte sie um die Kraft der Korrektur. Das bedeutet nicht, dass ich meinen Wunsch durch die Gruppe zum Schöpfer leite, damit Er auf ihn reagiert, und ihn mit der Kraft des Gebens ausfüllt, sondern ich tue das, damit ich selbst in Wirklichkeit geben kann.

Ich wende mich an die Gruppe und sehe, inwiefern ich die anderen hasse und nicht wünsche, mit ihnen vereinigt zu werden. Ich sehe auch, wie ich sie innerlich abstoße. Gerade infolge all dieser Klärungen, im Antagonismus und den Zusammenstößen mit den Freunden erhebe ich meine Bitte: „Korrigiere meine Beziehungen! Ich warte darauf! Ich will mich mit anderen verbinden!“. Dann ist diese Bitte ein schönes Gebet.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 25.01.2012

Die Bitte, die keiner Antwort bedarf

Frage: Es ist schwer, jedesmal alle Kräfte auf die Bitte um Korrektur auszurichten und dann mit „leeren Händen“ weiterzugehen. Wie kann man eine Enttäuschung auf diesem Weg vermeiden?

Meine Antwort: Worum bittest du? Um die Formulierung einer wahrhaften Bitte oder um etwas anderes? Denn außer dieser Bitte ist nichts erforderlich. Wenn ich um etwas bitte, dann soll ich lediglich die ganze Zeit über prüfen, ob meine Bitte die beste und richtigste Bitte ist, und ob sie genau auf das Ziel ausgerichtet ist. Wozu braucht man noch etwas anderes? Denn jede Antwort darauf wäre schon eine Erfüllung, die ich eigentlich nicht wünschen soll.

Wonach sollst du streben?

– Ich strebe nach der Vereinigung, nach der Einheit, nach dem Geben, um dadurch dem Schöpfer Genuss zu bereiten!

– Also bitte! Machst du es genauso?

– Ich will nur wissen, ob es für Ihn angenehm ist oder nicht …

Wenn du schon vorher wüßtest, dass du auf diese Art dem Schöpfer Genuss bereitest, dann würdest du aus dieser Erkenntnis im selben Moment einen sehr großen Genuss ziehen – also für dich selbst empfangen (statt zu geben).

Durch diese Zustände zu gehen, wenn du nichts empfängst und trotzdem weitergehst, hilft dir, den Schirm zu bauen, mit dessen Hilfe du vom Schöpfer die Antwort bekommen wirst, dass du Ihm einen Genuss bereitest. Und diese Erfüllung wird nicht in deine empfangenden Verlangen eingehen, sondern auf einer höheren Ebene erfolgen.

Wenn du jetzt schon die Gegenreaktion bekommen würdest, dann würde allein dadurch dein Verlangen in enormem Ausmaß befriedigt. Angenommen, du hättest einen Brief an eine wichtige Person geschrieben, und sie hätte ihn nicht nur bekommen, sondern auch darauf geantwortet: „Habe deinen Brief bekommen“. Es würde dir bereits genügen, alleine dadurch wärst du schon glücklich.

Deshalb wird es keine Gegenreaktion seitens des Schöpfers geben, solange du vor Schaden durch einem derartigen Genuss nicht geschützt bist.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 25.01.2012

Wie wunderbar ist es, dass man nichts stehlen kann

Denken Sie nur daran, wie sehr uns schon geholfen wurde! Wir wollen vom Schöpfer empfangen, um Ihm dadurch Genuß zu bereiten, und jemand hat bereits dafür gesorgt, dass wir nichts empfangen werden, solange wir Ihm nicht tatsächlich Genuss bereiten wollen.

Das ist schon eine unschätzbare Hilfe. Wenn wir von Ihm nicht für Sein Wohl und Sein Vergnügen empfangen könnten, sondern nur, um selbstsüchtig zu genießen, dann würden wir über eine solche egoistische Nutzung niemals hinauswachsen können.

Deshalb wurde eine Beschränkung eingeführt, durch die ich absolut sicher sein kann, dass ich niemals auf eigennützige Weise vom Schöpfer empfangen und genießen werde. Wie wunderbar ist es, dass jemand für mich dieses Naturgesetz festsetzt hat, das unmöglich verletzt werden kann.

Ich kann nur unter der Bedingung genießen, dass ich für das Geben an den Schöpfer genießen will, um Ihm dadurch Genuss zu bereiten, wodurch wir zu gleichwertigen Partnern werden. Diese Bedingung ermöglicht mir, das Ziel zu erreichen, und schützt mich vor dem Verbrechen, egoistisch zu empfangen. Solange ich für das Geben nicht empfangen kann, werde ich schlicht in der Dunkelheit bleiben. Wie wunderbar ist das…

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.01.2012

Die Quantisierung des Lichts und der Absicht

Frage: Können wir gerade jetzt irgendwelche Handlungen des Gebens begehen?

Meine Antwort: Es ist in jedem beliebigen Augenblick unter der Bedingung deines Austieges auf die Höhe solch einer Handlung möglich. Aber wir nähern uns dieser Höhe allmählich: Anfangs bin ich lediglich bereit, an den anderen 1 % zu geben, später 2 %, dann 3 % usw., bis 100 % des Gebens erreicht werden.

Und wenn ich bereit bin, an die Anderen nur 1 % zu geben, dann bedeutet das, dass ich zu 99 % etwas Selbstsüchtiges will! Und wenn ich an sie 2 % gebe, dann bleiben 98 % meins! So steige ich allmählich zum Geben „Lischma“ hinauf. Es ist die Zeit der Vorbereitung, die so lange dauert, bis meine Absicht zu 100 % gebend wird. Und diese hundert Prozent meiner Absicht erstrecken sich nur auf ein Gramm des Genusses, auf eine Portion, auf ein Quant des Lichts.

Und später vergrößere ich meine Absicht, damit sie für zwei Portionen des Lichts reicht, für drei Portionen … Bis ich auf das Empfangen des ganzen hereinkommenden Lichts verzichten kann, das heißt den Schirm der Bina (Das Geben für das Geben) aufbaue.

Und nachdem eine solche Stufe erreicht ist, kann ich sogar damit beginnen, für das Geben zu empfangen, also den entsprechenden Schirm dazuentwickeln.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.01.2012