Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Korrektur durch die Rechtfertigung

Frage: Wie können wir die Heilige Seele von der unreinen Seele unterscheiden, die der Schöpfer uns in jedem Zustand gibt?

Antwort: In jedem Zustand befinde ich mich zur Hälfte in der Heiligkeit und zur Hälfte in den Klipot und kann daher zwischen beiden Zuständen wählen. Das heißt, ich habe über meine eigene Entscheidung die freie Wahl, in welchem der beiden Zustände ich mich befinden möchte.

An meinen Zuständen oder an den Informationsgenen (Reschimot), wie auch am Licht selbst, kann ich nichts ändern. Ich kann nur meine Einstellung zum aktuellen Zustand ändern.

Mit den Kräften der Klipot und der Heiligkeit selbst arbeite ich nicht. Alles hängt davon ab, welcher Seite ich zuneige: der Seite des Gebens oder der des Empfangens. Wir werden Partner des Schöpfers, um Ihn zu rechtfertigen.

Das genügt, denn durch die Rechtfertigung werden mir die Augen geöffnet, und zwar in dem Maß, in dem ich mich richtig auf den Schöpfer ausrichte und darüber die Art und Weise, die Tiefe und den Zweck Seiner Handlungen erkenne. Dies wird als Offenbarung des Schöpfers bezeichnet.

Die Enthüllung des Schöpfers gibt mir die Kraft, Ihn über alle aktuellen, vergangenen und zukünftigen Zustände zu rechtfertigen, sodass ich ein unvollständiger Gerechter genannt werden kann. Und genau so muss ich den Schöpfer in Bezug auf alle Geschöpfe, alle Teile des zerbrochenen Gefäßes, rechtfertigen. Dann werde ich ein vollkommener Gerechter genannt.

Das Ende der Korrektur (Gmar Tuikun) – dies ist die letzte Rechtfertigung des Schöpfers für alle Seine Handlungen an jedem einzelnen Geschöpf.

Frage: Warum kann ein Mensch nicht das Ende der Korrektur erreichen, wenn er diesen Punkt der Rechtfertigung des Schöpfers zum allerersten Mal erreicht hat?

Antwort: Weil mir jede Menge solcher Punkte auf dem Weg begegnen. Ich muss sie alle einer nach dem anderen durchschreiten, um auf diese Weise den Schöpfer zu erkennen. Rechtfertigen bedeutet, dass ich bereit bin und in der Lage, alle Ursachen, Handlungen und Wirkungen verstehen und fühlen zu können, und zwar in der Weise, wie das Licht auf das Verlangen einwirkt. Durch die Handlungen des Schöpfers enthülle ich Ihn und erkenne, wie vollkommen Er ist – vollkommen wie Seine Handlungen. [133386]

 Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash. 23/04/14

Spiele mit dem Pharao

Frage: Wie erlangt man die Kraft des Glaubens?

Antwort: Den Glauben empfindet man entsprechend der Bitte. Die Bitte soll maximal an die Kraft des Glaubens angenäht sein. Das heißt, ich soll klären: wofür ich den Glauben brauche, wie formuliere ich in mir diese Forderung? Mit meiner Forderung soll ich die Kraft des Glaubens an mich heranziehen, um zu erzwingen, dass sie in mir offenbar wird.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass es unmöglich ist, die Kraft des Glaubens zu verlangen, ohne sie gefunden zu haben. Eine ausweglose Lage – das eine verneint das andere. Wenn ich es jedoch in meinem materiellen Zustand künstlich vorspiele, dass ich die Kraft des Glaubens und die altruistischen Handlungen brauche, dann leuchtet mir diese Kraft von weitem zu.

Sie kommt noch nicht zu mir, da ich darin kein wahres Bedürfnis verspüre. Ich spiele sie vor „als ob ich sie hätte“, und dieses „als ob“ zieht das Licht, das zur Quelle zurückführt und mich korrigiert, zu mir heran.

Nach solchen Übungen ziehe ich jedes Mal immer mehr umgebendes Licht heran und beginne, mir die Eigenschaft des Gebens an zueignen. Ich beginne sogar in der Dunkelheit zu unterscheiden, welche Handlungen mehr und welche weniger gebend sind. Ich lerne, mich in der Finsternis zu orientieren, sogar mit dem Pharao zu arbeiten, mit ihm zu spielen.

Im Laufe dieses Spieles leuchtet mir die Kraft des Glaubens immer mehr entgegen, aber nur unter der Bedingung, dass ich mich bemühe, ihr gleich zu werden, ich ziehe sie heran, sauge sie in mir auf und ändere mich. Diese Periode der Verhüllung heißt die Arbeit „lo lischma“, wonach man zu „lischma“ kommt.

Wir brauchen die Kraft des Glaubens. Dazu müssen wir die physischen Handlungen erfüllen, da wir noch nichts in der Spiritualität machen können, da wir die Kraft des Gebens noch nicht besitzen. Deshalb spielen wir es vor: in der Gruppe, bei der Verbreitung, wir bilden spirituelle Systeme nach, so wie Kinder die die Erwachsenen nachahmen.

In den Kindern und sogar in den Jungtieren ist der natürliche Instinkt zu solchem Spiel vorprogrammiert, wir haben ihn nicht, und sollen deshalb absichtlich spielen. Auch Kinder ziehen das Licht, das zur Quelle zurückführt heran und entwickeln sich dadurch. Die Entwicklung jedes beliebigen Wesens erfolgt nach diesem Prinzip.

Darin besteht der Unterschied zwischen dem unbelebten Material und dem höheren ausbaufähigen Niveau: dem pflanzlichen, tierischen und menschlichen Niveau. Sie besitzen die Fähigkeit, die nächste Stufe vorzuspielen, und das Licht, das zur Quelle zurückführt, an sich heranzuziehen.

Darin besteht das Wesen des Spieles, mit dessen Hilfe die Pflanzen, die Tiere und die Menschen wachsen und sich entwickeln. Innerhalb ihrer Zellen existiert ein Mechanismus, der die erwachsene Form vorspielt und danach strebt, diese zu erreichen. Diese Form streben wir auch in der Gruppe an. Aus diesem Grund zieht die Pflanze oder das Tier das zusätzliche Licht an sich heran und wächst dadurch. Überall gilt dieses Prinzip.

Wir müssen diese Form bewusst erlangen, in der Natur passiert es spontan und natürlich. Jede Kreatur: Pflanze, Tier, Mensch – sie alle ziehen das umgebende Licht heran. Bei den Menschen ist das am meisten sichtbar: sie versuchen ständig, etwas Neues zu bauen, neue Spitzenwerte zu erreichen. Die neuen Reshimot von der nächsten Stufe werden auf diese Weise offenbart und wir ziehen das Licht heran, das uns zur Quelle zurückführt.

Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen, dass die Arbeit nicht auf die Enthüllung gerichtet sein soll, sondern darauf das umgebende Licht heranzuziehen und die Stärke des Glaubens zu festigen. Man sollte weniger über eigene schlechte Gedanken, Wünsche, Eigenschaften nachdenken, da „der Mensch sich dort befindet, wo seine Gedanken sind“. Wir sollten nur darüber nachdenken, wie man die Handlungen „simuliert“, die dem Licht gleichen. Folglich wird das Licht auf uns einwirken. [133224]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash 22/04/14

Ort der Opfergabe

Frage: Wo gibt es, im Stadium der Umschaltung der fünf Sinnesorgane dieser Welt, auf die fünf Organe der Empfindung der Spiritualität, einen Ort für „die Opfergabe“?

Antwort: Zunächst besitzt der Mensch nichts. Die Opfergaben beginnen mit dem Auszug aus Ägypten, wenn der Schöpfer quasi darüber spricht, welche Opfer dar zu bringen sind: das Zelt des Vermächtnisses zu bauen usw..

Wenn der Mensch über das Begreifen verfügt, dann sagt man ihm: „Dieses Verlangen ist in dem Maß, und dieses – in dem anderen Maß egoistisch. Von hier aus muss man so viel abschneiden“. Das heißt, man zeigt dem Menschen, in welchem Maß und in welcher Übereinstimmung er mit den übrigen Verlangen, jedes Verlangen für das Geben benutzen kann.

Wenn der Mensch sinnlich und klar von einer Welt in die andere übergeht, dann wird zuerst eine Entfremdung in dieser Welt empfunden. Sie ist teilweise schon bei Menschen sichtbar, die das Studium der Kabbala beginnen.

Später entsteht das deutliche Streben zum folgenden Zustand, zur Offenbarung des Schöpfers. Der Mensch versteht nur noch nicht, wer der Schöpfer ist, was die Eigenschaft des Gebens und der Liebe bedeutet, was er aufopfern soll, um den Schöpfer zu offenbaren.

Natürlich braucht er die Gruppe, um sich richtig zu entwickeln, um in sich den Neid, die Eifersucht, die Bestrebung zum Schöpfer zu gelangen, entdecken kann. Er soll spüren, dass er nicht alleine ist.Er begeht die Beschränkung und richtet sich auf jeder Stufe auf und jedes Mal entstehen die Probleme, die ihn angeblich nach hinten ziehen: Faulheit, Gleichgültigkeit, Ausreden. Anschließend macht er einen Sprung, leidet während der ägyptischen Plagen, zieht aus Ägypten aus, kommt zum Roten Meer, in die Wüste usw..

Das Wichtigste ist, dass er erst dann die Instruktion und den Hinweis, was er tun soll, bekommtl. Er bekommt nicht sofort den Hinweis, wie die Opfergabe zu realisieren ist.

Zunächst erreichen wir die Wichtigkeit der Loslösung von dieser Welt, in der nur unser vergänglicher Körper existiert. Wir gehen mit unseren Verlangen, Absichten und Erwartungen ins Begreifen der Höheren Welt, der Eigenschaft des Gebens und der gegenseitigen Verbindung ein.

Wir wünschen uns, wie ernste Forscher zu offenbaren, wie die unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Niveaus der Natur untereinander verbunden sind, wo sich die Kräfte befinden, die zwischen ihnen existieren.

Das alles offenbaren wir allmählich, in zwei Etappen. Auf der ersten Etappe wünschen wir nichts für uns, wir versuchen, von der Eigenschaft des Empfangens abgerissen zu sein, und erlangen auf diese Weise die so genannte Eigenschaft „Chassadim“ (Barmherzigkeit).

Auf der zweiten Etappe steigen wir vollständig auf die Stufe der Barmherzigkeit, die Stufe Bina, auf und erlangen die Korrektur, nach der sich alle unsere Verlangen in der vollen Abschaltung vom Erhalten und den Füllungen befinden. Anschließend beginnen wir die selben Wünsche in die Eigenschaften des Gebens und der Liebe umzuwandeln. Hier erscheint der Ort für die Opfergabe. Das heißt wir sollen klären, wie jedes unserer Verlangen zu korrigieren ist: unbelebtes, pflanzliches, tierisches und menschliches. [133260]

Auszug aus dem TV-Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 20/11/13

Niemand hält uns in Ägypten!

Aus dem Artikel „Und es geschah während jener vielen Tage“ („Shamati“ N°159): Es ist so, dass ihnen die Arbeit für Ägypten tatsächlich gut gefiel. Und das ist der Sinn von „Und sie vermischten sich mit den Nationen und lernten von deren Taten.“

Wir wollen Ägypten nicht verlassen. Wir führen den Krieg  mit unserem inneren Pharao.

„Das heißt, wenn also das Volk Israel unter der Herrschaft irgendeines Volkes steht, herrscht dieses Volk über sie und sie sind nicht in der Lage, aus dessen Herrschaft zu entkommen. Dann hätten sie bereits genügend Geschmack an dieser Arbeit gekostet und hätten nicht mehr erlöst werden können.“

Der Egoismus beherrscht das Herz und den Verstand des Menschen. Auch wenn alle Grenzen offen sind, will er sich nicht aus dieser Sklaverei befreien. Er ist dem Pharao treu ergeben, sogar mehr noch als die meisten Ägypter selbst. Unter der Macht der Selbstsucht bindet uns das Verlangen zu geben sogar noch enger an ihn, als das Verlangen zu empfangen.

Wir wollen Ägypten nicht verlassen und arbeiten hingebungsvoll für den Pharao. Der Egoismus hält uns gefangen, denn wir sind hervorragende und loyale Arbeiter. Also, die Kraft, welche für die zukünftige spirituelle Arbeit – für das Verlangen zu geben – benötigt wird, arbeitet jetzt mit Hingabe für die Selbstsucht.

Niemand hält uns in Ägypten fest, wir wollen selbst nicht weg. Wir genießen unser Leben mit  allen spirituellen Ereignissen mehr, als ein normaler Mensch sein irdisches Leben. [133050]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch „Shamati“, 18/04/14

Lebendige Kopie der Höheren Welt

Der Mensch muss die egoistische Natur unserer Welt verstehen und durch sie die folgende Welt erkennen, weil sich eben eine Sphäre innerhalb der anderen befindet. Wenn ich durch jeden beliebigen Gegenstand unserer Welt seine Wurzel in der Höheren Welt erkenne, dann kann ich auch unsere Welt auf dieselbe Weise (vgl. die Kraft von Bezalel ) aufbauen.

In Zukunft werden wir beide Welten gegenüberstellen müssen. Darin besteht das letzte Stadium unserer Korrekturarbeit, wenn unsere ganze Welt in Ähnlichkeit zur Höheren Welt umgewandelt wird.

Dann werden alle Gegenstände, Eigenschaften der Menschen und alles, was sie umgibt, untereinander gerade in solcher Form, in solcher Art verbunden sein. Und alle Handlungen und Beziehungen zwischen ihnen werden genauso aufgebaut sein, wie die folgende Sphäre –  die Höhere Welt .

Wenn ich etwas gebe, sage oder mit der unbelebten, pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Natur in Interaktion trete, dann geschehen in der Außenwelt, in den äußerlichen spirituellen Eigenschaften vergleichbare Handlungen und Veränderungen.

Das heißt, wir müssen uns in völlige Ähnlichkeit mit dem Schöpfer bringen. Die äußere Welt und ihre Handlungen ist der Schöpfer, und wir sollen aus unserer Welt eine lebendige Kopie machen, in der alle unsere Eigenschaften, Verlangen und Handlungen der äußeren Welt entsprechen werden. Und so auch zwischen uns allen. Das ist eben die vollkommene Verschmelzung unserer Welt mit dem Schöpfer mittels der Korrektur der Menschen.

Dies ist ein unvermeidlicher Zustand, den die ganze Welt erlangen wird. Dann wird sich unsere Welt mit der Höheren Welt verbinden, und das gesamte System der Welten wird verschwinden, da es in die Welt der Unendlichkeit übergeht.

Natürlich könnte man argumentieren, dass die Menschen dabei vermeintlich zu Sklaven, Robotern des Schöpfers werden. Jedoch vollzieht sich ihre Korrektur zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer allmählich, je nach der inneren Arbeit, und deshalb gleichen sie sich Ihm infolge der willenstarken Bemühungen, nach dem Begreifen und der Verschmelzung an, weil sie diese höhere, vollkommene Bedingung der Existenz der Natur verstehen. [132875]

Auszug aus dem TV-Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 13/11/13

Wir bauen zwischen uns ein spirituelles Parzuf auf

Frage: Was bedeutet es, zwischen uns ein spirituelles Parzuf aufzubauen?

Antwort: Zwischen uns ein spirituelles Parzuf aufzubauen bedeutet, dass wir uns im absoluten, vollständigen Geben verbinden wollen.

Jener Teil aus allen unseren Verlangen, der in der Lage ist, sich zu verbinden, heißt „Toch“ (Oberkörper) des Parzuf.

Die Absichten zum Geben, zur Erschaffung eines Ortes für die Offenbarung des Schöpfers, um Ihm dadurch Genuss zu bereiten innerhalb dieses Parzuf, heißen „Rosh“ (Kopf) des Parzuf.

Wenn ihr ernsthaft beginnt, euch in der richtigen Form zu verbinden, dann werdet ihr das Bedürfnis danach, dem Schöpfer zu geben, empfinden, und es wird auch die Bedingungen dafür geben. [132926]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 16/04/14

Tägliches Gebet über die Gabe des Lebens

Stellt euch den Zustand der Menschen vor, die durch die Sinaiwüste wandern: die verwüstete, unfruchtbare Erde – vollständige Abhängigkeit vom MaN, tägliche Gebete. Erst wenn du richtig betest, dann wirst du etwas bekommen.

Wenn wir doch in solch einem Zustand wären! Der Zustand in der Wüste bedeutet, dass ich jetzt bei jedem Atemzug vom Sauerstoff, dem Brot und Wasser vom Höheren abhänge. Und nicht nur das Brotstück –, ich werde all das von oben bekommen, worum ich bitte, denn man kann innerhalb des MaN jeden beliebigen Geschmack empfinden. Ich werde ihn meinen Gefäßen entsprechend fühlen und werde darin nichts empfinden, wozu ich kein Verlangen verspüre.

Wir werden alles entsprechend unserem Verlangen erhalten: wünschst du ein Steak – so wirst du es bekommen, wolltest du Schaschlik – so wird dir auch das Schaschlik gewährt, war es ein Salat – so wirst du auch den Salat empfangen. Alles ist genau berechnet, denn entsprechend dem Verlangen wird auch das Licht angezogen.

Aber wenn du kein МaN erhebst, wenn du den Schöpfer nicht bittest, dann kannst du nichts empfangen. Dann wirst du sterben, weil es dir an Luft, an Wasser und an Brot mangeln wird – dann gibt es nichts. Es ist möglich, alles von oben zu bekommen, aber wenn du dein МaN nicht erhebst, „wird diese Infusion von dir abgehängt“, du hörst auf zu existieren – und stirbst.

Dies ist der Zustand in der Wüste – und während wir darin verweilen, lernen wir. Dieser Zustand ist sehr ergiebig und besitzt eine Menge innerer Kostbarkeiten. [132770]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 14/04/14

Ich bin nicht hier, sondern dort

Frage: Ist das Wehklagen nach der Arbeit in Ägypten nicht meine persönliche Verzweiflung, sondern unser allgemeines Problem?

Antwort: Ich beginne mich selbst, als einen integralen Menschen zu betrachten. Ich bin nicht mehr „ich selbst“, sondern “mein Ich” befindet sich in der Vereinigung mit anderen, in gegenseitigem Einschluss.

Ich treffe die Entscheidung, dass “mein ich” nun durch meine Verbindung mit der Gruppe bestimmt wird. Ich befinde mich nicht hier, innerhalb meines Körpers, sondern dort – innerhalb der Gruppe. [132185]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 02/04/14

Kritischer Moment der Trennung

Wenn wir das Verlangen nach Spiritualität in uns haben, wenn wir das Ziel der Schöpfung erreichen wollen, bedeutet dies, dass der schwarze Punkt, ein Teil der Malchut, in uns erwacht ist. Nun ist dieser schwarze Punkt von allen Seiten mit Verlangen zu empfangen umgeben.

Wenn wir es schaffen, diesen schwarzen Punkt über dem Egoismus zu erheben, sodass der Punkt oben ist  und das Ego unten bleibt, dann geht es um das Streben nach dem Schöpfer, trotz der Tatsache, dass es uns immer wieder in die entgegengesetzte Richtung zieht. Dann entsteht zwischen diesem Punkt und dem Ego eine Trennung. Diese Trennung nennt man Einschränkung.

Wenn wir alle unsere Punkte verbinden, dann entsteht ein großer schwarzer Punkt. Der ist schwarz, weil er sich in der Dunkelheit befindet – er strebt nach dem Schöpfer, weiß  aber nicht, wie man Ihn erreichen kann. Oben befinden sich alle unsere Punkte, die verbunden sind und unten bleibt unser großer Egoismus, der uns nach unten zieht.

Und wenn wir ein bestimmtes Maß unserer Anstrengungen – die dem Egoismus entgegengesetzt sind – erreicht haben, entsteht, unter dem Einfluss des Höheren Lichts eine gewisse Spannung, ein kritischer Moment, und wir trennen uns vom Egoismus und machen die erste Einschränkung (Zimzum Alef). Dies bedeutet “Auszug aus Ägypten” – die Trennung vom egoistischen Verlangen. [132400]

Auszug aus dem Gespräch über die Wichtigkeit der Verbreitung, 10/04/14

Das Wichtigste ist das Leben nach der Operation

Frage: Wie kann man sich, damit man auf keinen Fall wegläuft, an die Aufstiege und Abstiege, die jedes Mal anders sind, gewöhnen?

Antwort: Wenn der Mensch jeden Tag am Unterricht teilnimmt, sich mit der Verbreitung beschäftigt, dann ist er mit seinen Freunden verbunden, diese Konstanz ist das, was er braucht.

Es gibt solche Zustände, in denen der Mensch vollständig  getrennt ist,  er scheint im Unterricht körperlich anwesend zu sein, und irgendwie trotzdem auch nicht. Er fühlt sich sogar bei der Arbeit verloren.

Die Gewohnheit ist sehr wichtig, man muss solche Verpflichtungen, die dich halten werden auf sich nehmen. Wer ernsthaft wachsen möchte, sollte jemanden heiraten, der die gleichen Interessen hat und weiterhin die Verbindung mit der Gruppe stärken. All dies stärkt und hält den Menschen und verhindert das Weglaufen.

Am Wichtigsten ist, weiter zu machen. Das Höhere Licht beschert uns alle möglichen Zustände, wir müssen geduldig sein und abwarten, bis alle vorbeiziehen. Wir sollten versuchen, sie im Maße des Möglichen zu beschleunigen, denn diese Beschleunigung ändert unsere Einstellung zu diesen Zuständen – Ich sehe schon den gleichen Zustand in einem anderen Licht, gehe damit anders um, das ist wünschenswert.

Es ähnelt dem, als ich einmal in den Operationssaal lief, mich auf den OP-Tisch legte, um mich so schnell wie möglich operieren zu lassen, da es mir nach einem Autounfall sehr schlecht ging.

Normalerweise wird der Patient auf einer Trage- einer Bahre in den Operationssaal auf den Operationstisch gebracht. Ich kam selbst, da ich diese Operation kaum abwarten konnte. Ich hatte wegen Blutungen in der Lunge die Schwierigkeiten zu atmen.

Wir müssen diesen Weg dorthin fühlen – das ist das Verlangen zur Spiritualität. Es spielt keine Rolle, was mit uns geschieht, wichtig ist das Leben danach!

Wir werden dann alle diese Zustände, die wir durchmachen, von außen betrachten. Wir werden zu Beobachtern. Wir verstehen diese Zustände besser, können sie bessser erkennen, untersuchen, erforschen. Langsam beginnen wir unser Verlangen zu empfangen, als einen Ort für die Arbeit zu sehen, um zu entscheiden, was wir damit machen. [132308]

Auszug aus dem Unterricht aus dem Buch „Shamati“ 09.04.2014