Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Ständiges Licht

„Ein immerwährendes Feuer soll auf dem Altar brennen; es soll nicht ausgehen.“ Das ist die Tora, welche „Feuer“ genannt wird. Darüber wurde gesagt: „‚Ist Mein Wort nicht wie Feuer?‘ verkündet der Herr“ das heißt es sollte immer auf dem Altar scheinen, auf Malchut. [Buch Sohar mit dem Kommentar Sulam. Kapitel „Zaw“, Punkt 50]

Das Leuchten der ersten neun Sefirot des Parzuf wird vom direkten und reflektierten Licht gewährleistet. Malchut soll sie, wie die Kerze, ständig „prägen“.

Wenn man den Docht und das Öl nehmen würde, dann könnten diese nicht getrennt voneinander brennen. Aber wenn wir sie miteinander verbinden, dann wird das Öl, welches der Docht aufsaugt, verbrennen.

Dieser Zustand verkörpert die Eigenschaft der zehn Sefirot. Neun Sefirot sind ein Docht, die Absicht des Gebens verschiedener Art. Und das brennende Material, obwohl es an und für sich niemals brennen würde, symbolisiert Malchut.

Deshalb gewährleistet die richtige Vereinigung der Malchut, welche die ersten neun Sefirot prägt, in ihnen das ständige Licht. [134094]

Auszug aus dem TV-Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 27/11/13

Die Mahlzeit ist der Punkt der Annäherung zwischen den Menschen

Die Mahlzeit ist ein zentraler Punkt unseres Zusammensein. Sie ist in der Menschheit vorprogrammiert und unterscheidet uns von den Tieren, entsprechend der Kultur ihrer Durchführung.

Die Mahlzeit ist eine Handlung, die unserem Organismus am nächsten ist. Das Kind ist mit der Mutter durch die Nabelschnur verbunden, wodurch es die Nahrung bekommt. Wenn die erwachsenen Menschen zusammen am Tisch sitzen und essen, dann ist es ein Zeichen des Vertrauens und der Annäherung zwischen ihnen.

Unsere Mahlzeit ist sehr spezifisch, weil wir uns gerade in solchem Zustand der Annäherung befinden. Es sind aber noch keine kabbalistischen Mahlzeiten, sondern ein Mittelding zwischen dem, was wir wollen, und dem was wir können.

Während der Mahlzeit deuten wir nicht auf die innere Arbeit des Menschen hin, sondern geben ihm die Füllung: Fragen, Antworten, Lieder, Lechaims. Das heißt, wir füllen ihn aus, gestatten ihm nicht, er selbst zu sein.

In Wirklichkeit soll der Mensch bei unserem Mahl in sich und sehr wenig bei den anderen sein. Es ist mehr die innere Kommunikation.

Frage: Welche spirituelle Wurzel hat die Mahlzeit?

Antwort: Das Erhalten des Lichtes Chochma. Und seitens des Kli/Gefäß soll die Bereitschaft zur Eigenschaft Chessed (zum Geben) sein. Nur beim Vorhandensein des Licht Chassadim empfindet das Kli/Gefäß den spirituellen Hunger, da es die Möglichkeit ergreift das Licht Chochma zu empfangen und dieses nicht kommt. Gerade In diesem Maß wird das Licht Chochma verstanden und offenbart, es geschieht die Absorption – Taamim (Geschmäcke). [133493]

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Fragen und Antworten“, 17/04/14

Beschränkung und Schirm

Frage: Wie kann ich die Zeit verkürzen? Soll ich  auf eigenes Verlangen hin,  verzichten zu genießen, um dann in einem halben Jahr das Geben zu erreichen?

Antwort: Ich soll auf das eigene Verlangen nicht verzichten, sondern erkennen, dass es mir schadet. Wenn ich allerdings auf die Selbstsucht verzichten soll, dann nicht deshalb, weil sie mich leiden lässt.

Wenn ich das Rauchen aufgebe, weil das Rauchen meiner Gesundheit schadet, dann bedeutet es doch nicht, dass ich durch diese Handlung das Geben erreiche und in die spirituelle Welt hinausgehe.

Wenn ich etwas aufgebe, um die Schläge zu vermeiden, dann ist das kein Geben und kein spiritueller Aufstieg. Es ist falsch, von den Schlägen wegzulaufen. Man muss verstehen, dass die Schläge die Barmherzigkeit seitens des Schöpfers symbolisieren und versuchen diese auch so zu empfinden.

Meine Handlungen sollen nicht aus dem Verlangen zu genießen stammen, das sich gut oder schlecht anfühlt, sondern aus dem Verlangen zu geben, welches für den Schöpfer als gut oder schlecht empfunden werden will. Auf diese Weise soll ich bewerten, und einen „Schirm“ bilden.

Der Schirm bedeutet, dass ich nur auf den Schöpfer gerichtet bin, auf mich selbst verzichte, als ob es mich gar nicht gäbe! Ich schaue nur in Seine Richtung. Die Beschränkung bedeutet,  dass man von diesem Moment an und weiter, auf eigene Verlangen, Berechnungen, Gedanken verzichtet und das alles nur für das Geben für den Schöpfer benutzt.

Er ist – das Ziel. Alle Seine Eigenschaften und Verlangen sind mein Gefäß. Ich verwende mein Egoismus nur um Ihn auszufüllen. Das heißt, ich benutze alles was ich besitze, aber bewerte das Schlechte oder das Gute nur bezüglich zum Schöpfer.

Er ist der Wichtigste. Zuerst fühle ich Seine Wünsche, Füllungen, Bedürfnisse, Probleme. Folglich betrachte ich „mich selbst“ und versuche herauszufinden, wie ich Ihn ergänzen kann. Wie die Mutter, die auf die natürliche instinktive Weise ihrem Kleinkind ergeben ist. [133457]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 23/04/14

Kabbalistische Mahlzeit

Rambam, der große Kabbalist des XII. Jahrhunderts, Philosoph, Arzt und Astronom, hat einige medizinische Werke dem Essen und der Nahrungaufnahme gewidmet. Insbesondere schrieb er, dass man die Nahrung sorgfältig kauen soll, um Genuss zu empfangen  und dem Schöpfer dafür zu danken, anderenfalls wird sie schaden.

In der spirituellen Welt ist die Nahrung das Höhere Licht, das wir für das Geben empfangen sollen, d.h. für den Genuss und nicht weil wir satt werden wollen und keinen andere Wahl haben.

Es wird (auch von Nicht- Kabbalisten) gesagt, dass man die Nahrung 72 Mal („ain-bet“) zerkauen soll. Vom spirituellen Blickwinkel zerkauen die Zähne das Licht Chochma, sie teilen das Verlangen auf eine Vielzahl von Teilchen auf, damit man es mit dem Licht Chassadim vermischen kann. In der materiellen Welt spiegelt sich das darin wider, dass beim Kauen die Vermischung der Nahrung mit dem Speichel geschieht.

Man muss schweigend essen, im Kreis der Freunde oder der Familie (am besten nicht alleine) und die Dankbarkeit in jedem Moment fühlen.

So war es bei meinem Lehrer Rabash. Die Mahlzeit verlief  schweigsam, niemand sagte ein Wort. Sogar die Bewegungen waren sehr vorsichtig, um die anderen nicht in ihren inneren Gedanken zu stören.

Wir sind mit unserer jetzigen Erziehung daran gewöhnt, beim Mittagessen miteinander zu sprechen. Die Menschen essen im Café, im Restaurant, um dort mit einander zu kommunizieren, usw. Bei uns hingegen ist alles ganz anders, alle schweigen in innerer Arbeit,  in Bezug auf die andere Menschen beiiTisch. Deshalb schreibt Rambam, dass man schweigend essen soll, im Kreis der Freunde oder Familie, die Dankbarkeit in jedem Moment fühlend.

Ich hoffe, dass wir schließlich auch solche Mahlzeiten durchführen werden. [133446]

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Fragen und Antworten“, 17/04/14

Unser Erfolg besteht – in der Hilfe des Schöpfers

Frage: Bevor ich, mit der Selbstsucht zu arbeiten beginne, soll ich den Prozess der Integralerziehung starten. Was wird geschehen, wenn ich versuche, ohne diesen Prozess für das Geben zu arbeiten?

Antwort: Es ist unmöglich. Du bist nicht in der Lage, es zu realisieren.

Vom Menschen wird nur die Bestrebung nach vorne gefordert. Er offenbart, dass er nichts selbst tun kann, er ist nicht frei. Die Veränderungen geschehen nur mit der Heranziehung des Höheren Lichts, nur nach der Verbindung mit dem Schöpfer. Diese Möglichkeit ist ihm nicht deshalb gegeben, um ein Held zu werden, um sich zu überwinden, um die Schöpfung zu erobern, oder um das ganze Universum zu besitzen.

Im Gegenteil, das ist alles nur deshalb notwendig, um das Bedürfnis in der Hilfe des Schöpfers zu empfinden und um sich an Ihn festkleben zu können. Das Endziel der Schöpfung ist die Verschmelzung, die Vereinigung des Menschen mit dem Schöpfer, wenn er sich in dem Schöpfer vollständig einkleidet, und der Schöpfer ihn ausfüllt.

Deshalb wirst du hier nichts durch den persönlichen Sieg erreichen. Unser Sieg besteht eben darin, dass wir uns nicht ablenken lassen und ständig um Seine Teilnahme, um Seine Lösung bitten. Deshalb heißt diese Arbeit „die Arbeit des Schöpfers“ (awodat a-Schem).

Das alles muss man den Menschen konsequent erklären. [133304]

Auszug aus dem TV-Programms „Geheimnisse des ewigen Buches“, 20/11/13

Die Selbstsucht für das Geben opfern

Frage: Opfergaben sind infolge der Eingängen in Ägypten seitens Abraham, Isaak und Jakob bekannt geworden.

Antwort: Opfergaben waren auch in Ägypten, jedoch ganz anderer Art, gewissermaßen üblich. Zum Beispiel, wurde Abraham befohlen: „Opfere Isaak“.

Nach dem Auszug aus Ägypten wurden direkte Anweisungen gegeben, wie: den Schöpfer zu erlangen, das Zelt des Vermächtnisses aufzubauen, die Cohens einzustellen usw.. Hier  gab es schon die Bewegung des Volkes, die in Ägypten noch nicht vorhanden war.

Deshalb kann man verstehen, mit welchem Hass die Ägypter die Opfergaben, welche die Juden aufbrachten, die Tiere zu erstechen, wahrgenommen wurden.  Die Selbstsucht erkennt, wie sie zerstört wird, aufgeopfert wird, um die ihr verhassteste Eigenschaft – die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zu erlangen.

Die Selbstsucht kann keine Opferung aushalten, kann aber nichts dagegen tun, daher leistet sie Widerstand.

Frage: Jetzt hat man in einigen Ländern die koschere Abschlachtung der Tiere verboten.

Antwort: Wir wurden schon mehrmals damit konfrontiert. Die gewöhnliche normale Selbstsucht versteht jedoch nicht, dass die koschere Opfergabe, sogar auf dem irdischen Niveau – die menschlichste und schonendste ist, da in diesem Fall das Tier nicht spürt, das es stirbt. In Wirklichkeit verkörpert sie die Korrektur. [133325]

Auszug aus dem TV-Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 20/11/13

Wer lenkt die Marionette?

Frage: Wenn der Mensch feststellt, dass er sich vollständig in der Macht egoistischen Verlangens befindet und eine Marionette ist, die keine Wahlfreiheit hat, was soll er dann damit anfangen?

Antwort: Dir wird offenbart, dass deine Hände und Beine gebunden sind, und du keine Wahl hast. Sogar deinen Blick kannst du nicht frei von einer Stelle auf eine andere richten.

Du hast keine Freiheit der Bewegung: weder in den Gedanken, noch im Verlangen. Alle deine Zellen, alle Vorgänge im Körper, das Gehirn und das Herz befinden sich vollständig in der Macht der fremden Kraft. Nur ein Gedanke, in dem du dir der Sklaverei bewusst wirst, kommt absichtlich zu dir, damit du in die Freiheit hinaustreten kannst, wenn du dafür bereit bist.

Dazu musst du diese Macht aber erst aus eigenem Verlangen wahrnehmen, denn darin liegt der Unterschied des Pharaos zum Schöpfer. Deshalb organisiert der Schöpfer dein Studium, damit du erkennst, dass alle Verlangen, die dir gegeben werden, schlecht sind –  bis du ihnen zustimmst. Und kaum hast du ihnen zugestimmt, verwandeln sie sich in gute Verlangen. Auf diese Weise entkommst du der Sklaverei und trittst hinaus in die Freiheit.

Alles hängt davon ab, wie du die höhere Lenkung wahrnimmst: als die Macht des Pharaos oder die des Schöpfers? [133390]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Brief von Rabash, 18/04/13

Im Leerlauf

Frage: Was verändert sich, wenn wir den Machsom überschritten haben? Wenn ich z.B. kein Geld habe, erhalte ich danach plötzlich welches?

Antwort: Nein, nach dem Überschreiten des Machsom verändert sich nichts – mit Ausnahme der Herrschenden Macht über dir. Du nimmst alles an, was kommt, das bedeutet: Du erhebst dich zum Verlangen des Gebens. Und dann wird deine Welt in die spirituelle Welt verwandelt.

Frage: Warum schreibt dann Baal HaSulam, dass es über dem Machsom ein viel besseres Leben gibt, Kranke gesund werden und Arme reich?

Antwort: Baal HaSulam schreibt darüber im Artikel „Verhüllung und Enthüllung des Schöpfers“. Das geschieht, weil ich es durch meine veränderten Eigenschaften so sehe. Es verändert sich also nichts, nur meine Wahrnehmung.

Ich setze meine Brille ab, schaue mich um und sehe alles furchtbar langweilig, verschwommen. Dann setze ich die Brille wieder auf und sehe viele Schönheiten, eine wunderbare Welt um mich herum. Ich korrigiere nur mich selbst, und durch meine neue korrigierte Wahrnehmung begreife ich plötzlich, dass ich mich mit Malchut in der Unendlichkeit befinde.

Diese materielle Welt existiert nicht – es ist alles absolut vollkommen. Und vorher, gab es diese vollkommene Welt nicht? Natürlich gab es sie, doch ich habe sie nicht wahrgenommen. In mir existiert die ganze Welt.

Aber sie bleibt uns bis zur Endkorrektur erhalten, mit all ihren Geschäften und der Notwendigkeit, sich das tägliches Brot zu verdienen. Denn es ist obendrein unmöglich, die letzte höhere Stufe ohne die Existenz dieser Welt zu korrigieren. Dafür ist ein kompletter Parzuf erforderlich, von Anfang bis Ende.

Danach verschwindet diese Welt: das gesamte integrale System wird korrigiert, somit auch die Wahrnehmung für das Materielle. Wir verlieren bereits ihre Aviut.

Diese Welt, die sich außerhalb der Spiritualität und der Wahrheit befindet, ist dafür da, damit wir uns, durch unsere freie Wahl darüber erheben und die spirituelle Leiter hinaufsteigen können. Diese illusorische Welt hilft uns zu erkennen, wie man aus dem Leerlauf in den Vorwärtsgang umschaltet, um zur Spiritualität zu gelangen. [133394]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Brief von Rabash, 18/04/14

„Wer aber auf den Schöpfer hofft, den wird die Güte umfangen“

Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen. Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. (Psalm №32)

Wenn der Mensch sein Gefäß öffnet, dann beginnt er darin zu empfinden, dass alles für ihn von oben schon vorbereitet ist: im Voraus und in Barmherzigkeit. Das Einzige, was dem Menschen fehlt, ist die Abtrennung vom Verlangen zu genießen, d.h. diese Abtrennung dort zu bewirken, wo es allein möglich ist. Dafür ist auch die Vorbereitung von oben schon durchgeführt.

Folglich wird der Mensch die Verschmelzung mit dem Schöpfer erreichen, wie es gesagt wird: „Wer aber auf den Schöpfer hofft, den wird die Güte umfangen“. [133540]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 25/04/14

Aktuellste Aufgabe

Frage: Das Wort „Erziehung“ wird beim Menschen mit der Erziehung von Kindern, mit der Schule assoziiert. Wir sprechen allerdings über die Erziehung des Menschen jedes beliebigen Alters.

Antwort: Das Thema Erziehung ist für den Menschen lebenslang aktuell.

Die Erziehung – ist unsere Hauptaufgabe, die darauf bezogen ist, dass der Mensch lernt, sich mit Hilfe des Höheren Lichts umzuerziehen. Erst dann kann er seine ganze Selbstsucht allmählich aufgeben, ja sie opfern. Sie wird somit seine Opfergabe.

Zunächst soll der Mensch selbst lernen, dann aber andere Menschen anhand des eigenen Beispiels lehren, wie man an das Licht der Korrektur angeschlossen wird. Denn wir werden einander niemals selbst korrigieren können. Nur das Höhere Licht kann die Korrektur durchführen. Die ganze Kraft der Gruppe besteht darin, dass sie jedem ein gutes Beispiel gibt. [133322]

Auszug aus dem TV-Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 20/11/13