Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Renaissance der Liebe

Eine große Zahl von Büchern ist über die Liebe geschrieben worden, viele Filme wurden gedreht, viel Forschung betrieben. Die Liebe aber, bleibt ein Rätsel. Und es ist zunehmend schwieriger, eine funktionierende Beziehung zum anderen Geschlecht aufzubauen.

Selbst wenn ein Funke zwischen zwei Menschen überspringt, beginnen die Liebenden nach einiger Zeit an der Wahrheit und Stärke ihrer Gefühle zu zweifeln.

In der Natur ist alles viel einfacher. Tiere bilden zu einem gegebenen Zeitpunkt Paare, indem sie anhand klarer Zeichen einen Partner nach einem einzigen Kriterium auswählen: gesunden und überlebensfähigen Nachwuchs. Dafür am besten geeignet ist, wer stärker, jünger oder höher im Rang ist. Die Natur lässt hier keinen Raum für Fehler.  

Bei den Menschen ist das viel verwirrender und problematischer. Einerseits sind wir in der Lage, uns über den tierischen Algorithmus zu erheben, andererseits können wir aber auch tiefer fallen, weil wir nicht einmal in der Lage sind, unsere Beziehung auch nur auf dem Niveau von Tieren aufrechtzuerhalten. Tiere machen keine Fehler. Wir hingegen irren zunehmend, je weiter wir uns entwickeln.

Daher ist es von Vorteil, zu verstehen, wie wir uns über das tierische Niveau erheben können. 

Wozu hat die Natur das so eingerichtet? Denn es ist ein starker Instinkt: das sexuelle Bedürfnis folgt unmittelbar dem Bedürfnis nach Nahrung. Ohne Nahrung kann ein Mensch nicht leben. Ist Nahrung vorhanden, eilt er sofort los, um einen Partner und Sex zu finden.

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Wie man Ängste loswird

 

Wir warten auf das Ende der Coronavirus-Pandemie, anstatt jetzt aus ihr zu lernen. Das Ergebnis kann verheerender sein, als die Pandemie selbst.

Je länger das Coronavirus unter uns weilt, desto stärker sind seine Auswirkungen auf die verschiedenen Lebensbereiche. Nicht nur Gesundheit und Wirtschaft leiden, auch unsere geistige und psychische Verfassung wird in Mitleidenschaft gezogen. Angstsyndrome betreffen heute nicht nur traditionell gefährdete Gruppen, sondern auch größere Bevölkerungsschichten, darunter Kinder und Jugendliche.

Beängstigende und panische Gedanken, wie die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren, die Angst vor dem Tod, Druck aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Umstände: all dies betrifft Millionen von Menschen in unterschiedlichem Maße und beeinträchtigt ihren Alltag.

Das Unbekannte ist immer beunruhigend und beängstigend. Es ist eines der Hauptfaktoren für psychische Probleme. Wenn man nicht weiß, was der Morgen bringt, hat man das Gefühl, eingesperrt zu sein, weiß nicht, wohin man gehen und was man tun soll. Unsicherheit führt zu Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit und Stillstand.

Noch schlimmer ist, dass wir uns dieses Gefühl gegenseitig vermitteln. Es ist wie ein Virus, das sich in der Gesellschaft ausbreitet. Schließlich sind alle Menschen in diesem einen System verbunden, das in der Kabbala Adam haRishon heißt. Was ich in mir selbst finde, kommt irgendwie von den anderen und wird weiter übertragen. Bewusst und unbewusst infizieren sich die Menschen ständig gegenseitig mit Negativität.

Das ist das Paradoxon der modernen egoistischen Gesellschaft: die untrennbaren Teile des Ganzen fühlen sich in ihr getrennt, allein und verloren. Wir leiden unter der Dissoziation, ziehen sie jedoch weiter der Verbindung vor. [Rest des Beitrags lesen →]

Immer mit mir -Teil 96

Er ging und er blieb

Was kam danach…

Die Beerdigung fand am selben Tag, Freitag, statt. In der religiösen Zeitung „Amodia“ erschien eine Meldung:

 

„Am 15. September 1991 ausgangs des Rosh Ha-Shana fühlte [RABASH] sich schlecht und wurde sofort ins Krankenhaus „Beylinson“ gebracht. Anhängerschaft und Verehrer beteten für seine Genesung, doch am Freitag, um 7 Uhr morgens, gab er dem Schöpfer seine Seele zurück. Seine Söhne Rabbi Shmuel und Rabbi Yehezkel und sein Vertrauter Michael Laitman standen an seinem Bett.“

RABASH wurde nahe Baal HaSulam[1] (70) beerdigt. Diejenigen, die man informieren konnte, sammelten sich dort. Ich stand beiseite. Näherte mich dem Grab nicht. Dort hatten die Verwandten das Sagen. Dann gab es eine Shiva. Die Leute kamen, gingen, es gab viele Tränen, viele Worte.

Da stieg mein Blutdruck, mir war schwindelig, und ich wusste nicht, was das soll. Man hat mir Blutdruck gemessen: 180/110. Die innere Spannung war enorm, was soll ich sagen.

Aber ich erinnere mich trotzdem sehr deutlich, dass es keine Angst gab, keine Panik. Das heißt, zwei Teile des Gehirns funktionierten. In einem war natürlich das Gefühl, dass er körperlich weg ist. In dem anderen gab es ein vollständiges Verständnis dafür, dass eine neue Periode beginnt.

Und das, obwohl ich seit 12 Jahren bei RABASH voll und ganz beschäftigt war. Von morgens bis abends war ich mit ihm, wenn nicht physisch, dann in Gedanken. „Man muss RABASH-Käse kaufen, ihm ist der Käse ausgegangen; man muss ihn zum Arzt bringen, er fing an, schlechter zu schlafen; Olga hat für ihn das Essen gekocht, wir müssen das unbedingt vor dem Mittagessen bringen… Ich muss mit ihm darüber reden, bloß nicht vergessen….“ Er wurde zu meinem zweiten „ich“. Ohne RABASH konnte ich mir mein Leben nicht vorstellen.

 

[1] „Als Rebbe starb, wusste man auch nicht, wo man ihn begraben sollte. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen kaufte er keinen Platz auf einem Friedhof. Damals wurden die Plätze bei Baal HaSulam für 5.000 Dollar oder mehr verkauft. Es gab Leute, die sie vor langer Zeit gekauft hatten. Und Rebbe dachte überhaupt nicht darüber nach. Weil es nichts mit dem Ziel zu tun hatte. Also existierte es für ihn auch nicht.“ (Aus Michael Laitman Blog).

 

[# 247201]

Fortsetzung folgt…

Die spirituelle Rolle der Frau, Teil 3

Den Kelch zum Guten wenden

Rabash, Dargot HaSulam, Punkt 274, „Insbesondere durch einen Mann und eine Frau“: Auch wenn jemand nur die Kraft des Empfangens ohne Funken des Gebens hat, kann er sich nicht mehr dafür entscheiden, das Schlechte abzulehnen und das Gute zu wählen, da er dann nicht die Kraft hat, sich für die Seite des Verdienstes zu entscheiden.

Das Wichtigste ist die Eigenschaft des Gebens. Wir müssen sie so weit wie möglich entwickeln und die weibliche Eigenschaft des Empfangens dementsprechend so nutzen, dass wir stets die Möglichkeit haben, die Eigenschaft des Gebens über die Eigenschaft des Empfangens zu erheben. Dann können wir die Handlung des Empfangens um zu Geben umsetzen. 

Wenn also beide Kräfte, die Kraft des Empfangens und die Kraft der Gebens (und das ist die beste Option) ausgeglichen sind hat eine von ihnen, Raum für Arbeit und Mühe, um sich durch die Anstrengung zu überwinden und sich für die Seite des Verdienstes zu entscheiden. Diese Handlung, bei der sich ein Mensch für die Seite des Verdienstes entschieden hat, wird zu diesem Zeitpunkt „Neugeborenes“ genannt, was bedeutet, dass der Schöpfer den Geist des Lebens in diese Handlung legt.

Dabei geht es nicht um individuelle Körper, sondern um einen Menschen, denn in jedem von uns gibt es sowohl weibliche als auch männliche Teile. Wenn sie in richtiger Wechselwirkung stehen. Wenn ein Mensch, der an sich selbst arbeitet, einen solchen Einfluss des Höheren Lichtes verursacht, dass alle seine Verlangen, die er zu empfangen wünscht, in der Absicht zu geben stehen, so handelt er bereits richtig. Er wird korrigiert.

 

[263217]

Immer mit mir – Teil 95

So ging er

Am nächsten Tag, aus irgendeinem Grund, blieb ich länger beim Unterricht. Dann ging ich nach Hause, nahm die Haferflocken, die Olga für ihn kochte, (er fragte mit Milch, ohne Zucker)… Bis ich ankam, bis ich zu ihm kam, war es schon halb sieben. Ich erinnere mich deutlich, ich sah die Uhrzeiger an, als wären sie gefroren.

Er lag am Fenster, wie ein Kind zusammengerollt, und ich wusste alles auf einmal, bin zu ihm gelaufen, hörte seinen Atem… Er erstickte. Und niemand kümmerte sich darum! Niemand hat den Alarm ausgelöst, niemand hat die Ärzte gerufen! Es lagen nur alte Leute herum, sie hörten nicht, dass Rebbe erstickte. Er lag ruhig da, er stöhnte nicht. Ich rief ihn: „Rabbi! Rabbi!”

Er antwortete nicht. Ich rannte den Ärzten hinterher.

Der Arzt sah ihn an, und verstand die Lage. Man hat einen Defibrillator mitgebracht. Sie versuchten, das Herz zu starten. Die Ärzte arbeiteten wahrscheinlich zwei Stunden lang daran. Ich wollte im Zimmer bleiben, aber sie brachten mich in den Flur hinaus.

Ich stand im Flur und konnte den Raum durch das Fenster sehen. Ich habe sie arbeiten sehen. Sie haben sich wirklich so sehr bemüht, wie sie konnten… Sie haben ihm die intravenöse Spritzen gegeben… Und ich stand da und erkannte, dass der nahe stehende Mensch der Welt vor meinen Augen sterben würde, es gab keinen anderen und wird es nicht  mehr geben.

Aber ich war nicht in Panik. Er hat mich auf seinen Tod vorbereitet…

So starb er, ohne aufzuwachen.

Der Arzt kam heraus, er war verschwitzt, so ein stark gebauter junger Mann, und sagte mir: „Das war’s.“ Ich nickte. Ich erinnere mich vage an meine weiteren Handlungen.

Ich rief Olga an, danach Feiga, Miller. Sie kamen schnell, auch die Söhne von RABASH kamen. Viele unserer Leute versammelten sich, der ganze Korridor war voll von Studenten und Verwandten. Ich rauchte eine Zigarette nach der anderen.

RABASH wurde in die Leichenhalle gebracht. Der Arzt gab mir seine Uhr. Das ist alles.

 

[# 247183]

Fortsetzung folgt…

Die spirituelle Rolle der Frau, Teil 2

Die Verschmelzung von männlichen und weiblichen Elementen.

Rabash, Dargot HaSulam, Punkt 274, „Insbesondere durch einen Mann und eine Frau“: Ein Neugeborenes entsteht ausschließlich durch einen Mann und eine Frau. Weder von einem Mann noch von einer Frau allein kann es Nachkommen geben. In der Ethik gilt der männliche Teil als „die Kraft des Gebens“ und der weibliche Teil als „die Kraft des Empfangens“. Sprösslinge sind Wohltaten, in denen der Atem des Lebens steckt.

Das männliche Prinzip ist die Absicht zu Geben, und der weibliche Teil ist das Verlangen zu Empfangen. Wenn sie miteinander verbunden sind, erfolgt ihre richtige Vereinigung. Dabei stellt sich heraus, dass, wenn das Verlangen zu Empfangen und über ihm die Absicht zu Geben zusammenwirken, sie den Schöpfer in sich selbst offenbaren können, d.h. die beste, höchste Handlung in unserer Welt hervorbringen können, die der Schöpfung unterliegt.

Kein Mann und keine Frau können dies getrennt voneinander tun. Nur in der richtigen Kombination von männlichem Geben und weiblichem Empfangen können sie das Empfangen um zu Geben verwirklichen, d.h. sich dem Schöpfer angleichen. Ansonsten ist keiner von ihnen vollkommen.

Frage: Nach welchen Grundsätzen erfolgt die richtige Kombination der weiblichen und männlichen Elemente?

Meine Antwort: Im Verständnis der Kabbala befinden sich beide Teile in jedem von uns. Demnach muss jeder so vorgehen, dass das Verlangen zu empfangen vollständig unter der Absicht des Gebens (zum Nutzen des Gebens) steht. Genau dann erhält man die richtige Wechselbeziehung.

Wir müssen verstehen, dass es hier nicht um eine Frau und einen Mann, sondern um das richtige Zusammenspiel dieser Prinzipien in einem Menschen geht.

Wenn wir auf der anderen Seite von der Familie sprechen, von der richtigen Beziehung zwischen Mann und Frau, dann geht es um ihr klares Verständnis ihrer Eigenschaften.

Werden die Eigenschaften einer Frau und die Eigenschaften eines Mannes so kombiniert, bringen sie wirklich spirituelle Früchte hervor. Jedes Mal gebären sie den nächsten Zustand, und dies wird die Geburt ihres Kindes genannt.

 

[263058]

Immer mit mir – Teil 94

“Ich bin in meinem Volk”

Ich verließ ihn seit zwei Tagen nicht mehr. Ich badete ihn, zog ihm den Pyjama an, wickelte ihn in eine Decke und saß die ganze Zeit daneben. Es waren 6-8 Leute im Gemeinschaftsraum, alte Leute wie er. Einer von ihnen stöhnte ständig, also beschloss ich, darauf zu bestehen, dass RABASH in einen separaten Raum verlegt wird. Und Rebbe sagt mir: „Nicht, Michael, be toch ami anochi öshevet.[1]

Geh ruhig, ich werde jetzt schlafen, ich fühle mich, als würde ich jetzt einschlafen, geh. Komm morgen früh zu mir, ich will rechtzeitig Tefillin anlegen.“

Er nimmt meine Hand und sagt: „Und das ist für dich, das Notizbuch „Shamati“, – und gibt mir sein blaues Notizbuch, von dem er sich nie getrennt hat, legt es einfach in meine Hand – nimm es für dich und arbeite daran…. Jetzt geh schon.“

Und ich ging.

Ich sah mich um, bevor ich den Raum verließ, und er hob die Hand, um sich zu verabschieden.

Also ging ich aus. Ich dachte auch: „Warum hat er mir sein Notizbuch gegeben? Warum hat er es mir gerade jetzt gegeben? Was meint er damit?!“

Ich dachte darüber nach, aber ich wusste nicht, dass er sich so von mir verabschiedet hat. Er gab mir das Kostbarste, was er je in seinem Leben getragen hatte: Notizen von seinem Vater, von denen er sich nie getrennt hatte.

Jetzt, da ich darüber nachdenke, wundere ich mich und frage mich, warum ich nicht geblieben bin, warum ich mit ihm einverstanden war, wie er es geschafft hat, mich „einschläfern zu lassen“. Aber immer wieder verstehe ich, dass ich nichts tun konnte, dass alles in den Händen des Höchsten war, und alles, was getan wurde, wurde von Ihm getan, und wir sind Nichts vor Ihm, Nichts!

 

[1] „Ich bleibe in meinem Volk“ – in denen, die sich zu einem Ganzen vereinen, um in dieser Einheit des Schöpfers – das Licht, die Liebe und Hingabe zu offenbaren.

 

[# 247174]

Fortsetzung folgt…

 

Der Stolz eines Narren

Zuallererst müssen wir verstehen warum wir leiden. Der Grund dafür ist die Trennung die in meinem Verlangen zu Empfangen geschah. Seit diesem Zerbruch kümmert sich das Verlangen nur um sich selbst. In Wirklichkeit gibt es keine andere mir feindlich gesinnte Kraft, als mein eigenes Ego.

Diese hindert mich daran das Leben zu genießen und ist die Ursache aller Leiden dieser Welt. Diese Tatsache offenbart sich heute langsam der gesamten Menschheit.

Wenn ich in einer Gruppe an der Verbindung richtig arbeite entdecke ich, dass ich keine Verbindung herstellen will. Das zeigt mir, dass „der Schöpfer den bösen Anfang schuf“, und ich erkenne, dass „der Schöpfer all das getan hat“. 

Es ist zwar nicht einfach, aber ich muss alles mit Ihm in Verbindung bringen. Er gibt mir dieses Leid. Auch wenn es mir grausam erscheint, soll es mir nur zeigen wie sehr ich von Ihm abhängig bin. Es ist, als würde Er sagen: „Komm zu Mir, verbeuge dich und wenn du Mich bittest, werde Ich es für dich korrigieren. Wenn du es aber nicht tust, wirst du immer mehr Leid bekommen, bis du keine andere Wahl hast“.

Unser egoistisches Verlangen ist mehr als unser Ego oder unser Stolz. Andernfalls könnten wir uns nicht beugen und wären verloren. Mit der Zeit wächst dieses egoistische Verlangen auf der unbelebten, belebten und tierischen Stufe. Gleichzeitig verliert es durch die Schläge immer mehr an Bedeutung. Darin besteht die Erlösung. Ich bin mit meinen Verlangen bis zur äußersten Grenze gelangt. Dann kommt ein Schlag und ich schwebe nicht mehr so hoch. Ich werde etwas bescheidener. Danach folgt ein neuer und ich beuge mich noch etwas tiefer. So lerne ich Schlag für Schlag dazu und beginne mich zu fragen wer mich schlägt und wer über mir steht. 

Danach reduziere ich meine Wünsche so sehr und fühle mich demütig, unglücklich und gebeutelt, wie ein Tier. Das Verlangen zu empfangen ist das Wesen der Schöpfung. Alles andere sind nur ihre Ergänzungen, die sich aus der Ähnlichkeit der Eigenschaften des Schöpfers oder dem Fehlen dieser Ähnlichkeit ergeben. 

Unser Stolz verschwindet und nur das tierische Verlangen bleibt. Wenn ich diesen Zustand erreiche, bin ich bereit, meinen Kopf zu beugen und zu bitten. Von diesem dummen Stolz, der vorher in mir war, bleibt nichts mehr übrig.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Bin ich klug genug zu verstehen, dass ich in Wirklichkeit ein Tier bin und mein ganzes stolzes Ego eine Illusion? Und werde ich mich im Vorfeld beugen und den Schöpfer um Korrektur zu bitten? 

Wenn Er, auf meinen Wunsch hin, die Macht über mich übernimmt, geschieht die Korrektur. Und diese Bitte ist das Gebet. Ein anderes existiert nicht.

Das erfordert allerdings sehr viel Kraft und hier bin ich auf die Hilfe meiner Freunde angewiesen. Wenn ich mich ein klein wenig vor ihnen beuge, werden sie mir die Kraft geben, um mich vor dem Schöpfer beugen zu können. Auf diese Weise beschleunige ich die Zeit und auch die Schläge bleiben aus. An ihre Stelle tritt der Verstand und bringt mich so voran. 

Rabash schreibt: Wenn du aus dir selbst eine Null (0) machst und aus der Gruppe eine 1, wirst du zur “10”. Wenn du aus dir zwei Nullen machst, wirst du zur “100”. Das bedeutet, du erhältst 100 Mal mehr Kraft. Das heißt, je kleiner man sich macht, desto mehr Kraft gibt die Gruppe für den Weg zum Schöpfer.

Das erspart sehr viel Zeit, Stufen und Leid, sogar ganze Lebensabschnitte und die schwierigsten Probleme. Darin liegt die ganze Arbeit. 

Aus dem Unterricht „Die Lehre der zehn Sefirot“, 07.11.2011

[#60048]

Die spirituelle Rolle der Frau, Teil 1

Für die Korrektur des weiblichen Teils

In einem seiner Artikel schreibt Rabash: „Wer ist eine geeignete Ehefrau? Jene, die die Verlangen ihres Mannes erfüllt“.

„Im allgemeinen wird ein Individuum als Frau, Nukwa, bezeichnet, wenn es Licht vom Meister erhält. Der Schöpfer schenkt Seinen Geschöpfen Genuss. Wann wird jemand als eine beglückende Ehefrau bezeichnet? Wenn sie Verlangen erfüllt, d.h. wenn sie für alles, was sie erfreut, eine Absicht zur Erfüllung der Verlangen des Meisters entwickelt, ohne irgendein Verlangen für sich selbst zu haben.

Wenn ein gewöhnlicher Mensch diese Passage liest, könnte er die Kabbalisten mit mittelalterlichen Sklavenhaltern verwechseln. Wenn man jedoch die Kabbala studiert, beginnt man zu verstehen, dass sich dies auf unser Verlangen bezieht, das als „Frau“ bezeichnet wird. In der Kabbala wird das Verlangen zu Empfangen als weibliches Verlangen und das Verlangen zu Geben als männliches Verlangen bezeichnet.

Das hat nichts mit dem Geschlecht oder den geschlechtsspezifischen Definitionen in unserer Welt zu tun. Damit meinen wir keineswegs Frauen oder Männer, wir wollen lediglich sagen, dass sich die weiblichen spirituellen Wurzeln nicht nur von den männlichen unterscheiden, sondern sogar wichtiger sind. Denn alles, was in der Welt im Zusammenhang mit der Korrektur getan wird, geschieht im Interesse der Korrektur des weiblichen Teils.

[263004]

Immer mit mir – Teil 93

Die letzten Tage

Eines Tages, während des Unterrichts, kam Miller zu mir und flüsterte: „Hast du es gesehen?“ Und er zeigte auf Rav. Rebbe saß am Tisch und zitterte.

„Weißt du, es ist nicht das erste Mal“, sagte er. Ich antwortete: „Ich habe es nicht gesehen! Wie das?!“ Jetzt hatte ich Angst, ich dachte sofort: Es sollte etwas damit gemacht werden! Es waren bereits Herzattacken. Ich denke, dass es ein Herzinfarkt war! Er hatte schon einen Herzinfarkt erlitten und sagte niemandem etwas. Er hat das absichtlich nicht gesagt.

Ich habe sofort einen Arzt angerufen, den ich kenne. Er brachte einen Kardiographen mit und wir machten ein Kardiogramm. Der Arzt sagte mir: „Ich denke, wir sollten sofort ins Krankenhaus. Mit ihm passiert etwas Schlimmes. Ich werde sogar mit euch fahren.“

So fuhren wir  ins Beylinson Hospital. Ich wusste, dass RABASH ein starkes Herz hatte, dass er aber sich so in Minuten, in einer Stunde erholen konnte, wusste ich nicht. Ich wusste nicht, dass es möglich ist!

Rabbi bekam noch mal die Kardiogramm, bereits im Krankenhaus… Alles ist in Ordnung. Das Kardiogramm zeigt: ein vollkommen gesundes Herz, einen gleichmäßigen Puls, Füllung – alles wie bei einem Kind. Sie wollten uns nach Hause schicken, aber ich bestand darauf, und wir wurden zuerst auf die Herz Station verlegt.Später auf die allgemeine Station. Man dachte, es wäre ein gewöhnlicher Fall, nichts Dringendes.

Die Ärzte behandelten es einfach. Für sie war es kein großer Kabbalist, der letzte Kabbalist seiner Generation. Für sie war es ein 85 Jahre alter Mann, geboren 1906, der bereits schon so lange gelebt hatte…

 

[# 247013]

Fortsetzung folgt…