Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Der Aufstieg auf dem guten Wege

Frage: Sind überhaupt irgendwelche eigene Bemühungen möglich, wenn es doch „Niemanden außer Ihn gibt“ und alles von Oben vorbestimmt ist?

Meine Antwort: Du bekommst von Oben nur die Möglichkeit, innerlich zu arbeiten, und folglich hast du die freie Auswahl, wie sie in jedem Augenblick zu realisieren ist, ob du die Handlungen aus eigener Kraft begehst oder mittels der Kräfte, welche dir von Oben gesandt sind. Nur darin besteht deine Wahl.

Angenommen, ich befinde mich in einem Zustand (1) und soll in den anderen Zustand (2) übergehen. Der Unterschied des zweiten Zustandes zum ersten Zustand besteht darin, dass ich (meine Eigenschaften) besser sein werde. Dazu kann ich auf zwei Wegen kommen: entweder mittels der Leiden oder mittels des Lichtes, das zum Guten zurückführt, mittels des umgebenden Lichtes (Or“Choser). Zwischen diesen beiden Wegen liegt eben meine freie Wahl.

Was bedeutet es für mich? Wenn ich den zweiten Zustand mittels des Lichtes erlange, dann werde ich auf die Höhe der Differenz zwischen meinem Ego und den Eigenschaften des Gebens hinaufsteigen. Somit erhebe ich den Ausgangspunkt und das Ziel auf die neue Höhe und kann folglich noch höher hinaufsteigen.

Wenn ich allerdings meine freie Wahl nicht realisiere, dann werde ich kein Gefäß vorbereiten. Der Aufstieg mittels der Leiden bereitet kein Gefäß vor. Das Einzige, was ich infolge der Leiden begreife, ist das eigene Böse. Nur dank dem Licht kann ich das Gute erreichen.

Den selben Zustand, den ich erreicht habe, kann ich von zwei Seiten empfinden: als den guten oder als den schlechten Zustand. So komme ich jedes Mal voran.

Jetzt haben wir den bestimmten Zustand unserer Entwicklung erreicht: wir haben uns entwickelt, aber diese Entwicklung scheint uns schlecht zu sein. Vom Gesichtspunkt der Selbstsucht empfinde ich die Leere. Aber ich kann meinen Zustand vom Gesichtspunkt des Gebens anschauen, so dass ich darin den Nutzen für meinen Aufstieg empfinden werde.

Alles hängt davon ab, worauf du hinschaust: auf die volle Hälfte des Glases oder auf die leere. Ebenso muss man sich selbst betrachten. Das heißt, wir kommen ständig voran, aber wichtig sind die Klärungen, die gemacht werden, das Verständnis, das erreicht wird. Möglicherweise sah ich nur das Gute oder litt die ganze Zeit daran, dass es mir schlecht, schlecht, schlecht ging… Bis dieses Böse eine solche Grenze erreichte, dass ich es nicht mehr ertragen konnte, wodurch ich gezwungen war, einen Schritt vorwärts zu machen und auf dem guten Weg voranzukommen.

Und außerdem brauchen der Weg des Lichtes und der Weg der Leiden unterschiedliche Zeit. Der Weg der Leiden ist um vieles länger und schmerzhafter als der Weg des Lichtes. Der Weg des Lichtes ist viel kürzer, das heißt, wir gewinnen die Zeit.

Und das Wichtigste, was wir auf diesem Weg begreifen, ist die Klärung der Unterschiede zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen dem Licht und der Dunkelheit, zwischen mir und dem Schöpfer, zwischen mir und meinem Nächsten. Diese inneren Klärungen ermöglichen mir die Enthüllung der spirituellen Welt. Ich soll fühlen, wo ich mich befinde.

Ich befinde mich schon jetzt am Ende der Korrektur. Um mich herum ändert sich nichts, denn nur ich soll mich verändern. Ich muss in mir die spirituellen Begriffe, die Instrumente der Wahrnehmung, aufbauen. Ich befinde mich in der Ewigkeit, in der Vollkommenheit, im Paradiesischen Garten, im Ozean des Guten – warum sehe und empfinde ich es nicht? Ich empfinde nur die Müdigkeit, die Kraftlosigkeit, die Gleichgültigkeit, anstatt diese Vollkommenheit zu empfinden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 15.06.2012

Vortrag in Miami: „Was ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Heilung?“

Am 21.06.2012 um 6:30 PM

findet

mein öffentlicher Vortrag in Miami

zum Thema „Was ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Heilung?statt.

Vortragsort:

Teatro Abanico, 3138 Commodore Plaza. Miami, Florida 33133

Bei Fragen bitte an diese Adresse schreiben.

Hier könnt Ihr euch registrieren und zusätzliche Informationen bekommen.

Eintritt frei.

Der Kollaps der Wirtschaftspyramide

Wenn die Gesellschaft harmonischer und freundlicher wird, setzen wir eine Menge Ressourcen frei. Wenn die Leute anfangen, alles angemessen zu behandeln und Ordnung zu halten, brauchen wir nicht länger eine Armee von Wächtern, Reinigungspersonal oder Mechanikern zur Reperatur. Eine beträchtliche Anzahl nicht benötigter Jobs verschwinden.

Derzeit wickelt die Menschheit die Produktion unnötiger Dinge ab. Nur die wirklich erforderlichen Dinge wie Essen, Kleidung, alles, was eine Person in unserer Welt benötigt, wird bleiben, aber innerhalb vernünftiger Grenzen. Die Wirtschaft des vernünftigen Konsums bewegt sich sowieso in diese Richtung. Also wird es eine riesige Armee arbeitsloser Leute geben. In jedem Fall werden wir die Bevölkerung irgendwie stabilisieren und zu Harmonie und Einheit bringen müssen. Wir haben keine Wahl und es gibt keine andere Methode.

Derzeit ist die gesamte Weltwirtschaft auf die „Pyramide“ gebaut, auf ein Netzwerk von Konsum, und wenn die Leute aufhören, zu kaufen, dass bricht alles zusammen. Das ist die Pyramide.

Heute stehen wir nicht vor einer Krise, sondern stehen vielmehr vor einem Kollaps, weil die Pyramide doch fallen wird. Und was dann?

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 20.05.2012

Schock der Zukunft

Meinung (E.Toffler): Die Menschheit kann daran zu Grunde gehen, dass der psychische Druck zu groß wird. Im 21. Jahrhundert werden Millionen Menschen dem Druck der Ereignisse ausgesetzt. Dabei besteht das Problem der Menschheit nicht darin, sich auf den Wandel einzustellen. Die Veränderung ist ein langer Prozess, bei dem die Zukunft unser Leben durchdringt.

Der Schock der Zukunft, der zerstörende Stress und Desorientierung werden durch eine zu rasche Veränderung verursacht. Dies ist eine echte Krankheit, von der schon viele Menschen betroffen sind – Tendenz steigend. Das ist die Krankheit der Veränderung, des Wandels. Wir wissen wenig über die Anpassungsfähigkeit, wie der Mensch mit diesen Problemen fertig werden kann.

Psychologen und Politiker sind durch irrationalen Widerstand der Veränderung verwirrt, welchen der Einzelne und die Gruppen zeigen. Wir erforschen, wohin uns die Veränderungen führen, nicht jedoch deren Geschwindigkeit.

Die Anpassung beinhaltet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Geschwindigkeit der äußerlichen Veränderungen und der begrenzten Geschwindigkeit der menschlichen Reaktion. Andernfalls kommt es zum „Schock der Zukunft“. Um den raschen Wandel zu bewältigen, sind wir verpflichtet, unsere Haltung gegenüber der Zukunft zu ändern.

Das Ende der Beständigkeit. Im 21. Jahrhundert werden sich Millionen von psychisch gesunden Menschen im Konflikt mit der Zukunft befinden – alles kommt zu schnell. Die Veränderungen haben einen beispiellosen Einfluss auf die Gesellschaft, durchdringen unser Leben, zerstören den Seelenfrieden und führen zu psychischen Erkrankungen – „Schock der Zukunft“.

Die Stärke der Beschleunigung. Viele von uns haben das Gefühl, dass alles schneller geworden ist, schneller als wir mit Veränderungen Schritt halten können, und die geraten außer Kontrolle. Also sind Millionen von Menschen wie Schlafwandler, sie wandern durchs Leben, als ob sich nichts geändert hat und sich nie ändern wird; sie versuchen, sich von Veränderungen fernzuhalten, als ob diese ignoriert werden könnten. Bis zum 21. Jahrhundert war der soziale Wandel so langsam, dass dies während des menschlichen Lebens unbemerkt blieb.

Eine Masse an Situationen. Die Beschleunigung des Wandels ist auch ein psychologischer Faktor. Die Erhöhung der Geschwindigkeit der Veränderung zerstört das innere Gleichgewicht und führt zur Veränderung des Lebensgefühls. Die äußerliche Beschleunigung verwandelt sich in eine Beschleunigung im Inneren.

Zwei in allen Punkten ähnliche Situationen sind nicht gleich, wenn eine länger als die andere dauert. Wenn man den ‘Trauermarsch‘ zu schnell spielt, verwandelt sich dieser in eine fröhliche Melodie. Die Situation, die in der Zeit gedehnt wird, hat eine andere Bedeutung und einen anderen Sinn als eine unerwartete Situation. Die Beschleunigung des Wandels verkürzt die Dauer bzw. die Länge der Situationen; dies ist die Ursache für die Veränderungen in der menschlichen Psyche.

Während wir versuchen, uns auf eine Situation zu konzentrieren, fließen andere Situationen an uns vorbei, erschweren die Wahrnehmung des Lebens und die Entscheidungen, welche wir bewältigen müssen. Als Ergebnis verspüren wir eine erstickende Kompliziertheit des modernen Lebens.

Die Beschleunigung von Situationen erfordert mehr Konzentration, mehr Aufmerksamkeit, um von einer Situation zur anderen umzuschalten. Alles bewegt sich wirklich schneller – rund um uns und durch uns.

Die Beschleunigung des Wandels in der Gesellschaft erhöht die Schwierigkeit der Überwindung der Probleme des Lebens, verändert das Gleichgewicht zwischen den Bekannten, zwischen vergangenen und neuen Situationen, auf welche die vorherige persönliche Erfahrung nicht mehr angewandt werden kann, was eine Explosion verursacht.

Mein Kommentar: Um zu überleben, um den Schock der Zukunft zu verhindern, muss der Mensch anpassungsfähig für die neue Welt werden, ihren Grund, die Entwicklung und den Sinn und Zweck kennen, Vergänglichkeit der Sachen, Ereignisse und die Welt verstehen. Alles das kann ihm nur die neue integrale Erziehung geben.

Mehrere Reinkarnationen in einem Körper

Frage: Was wird als Kreislauf des Lebens bezeichnet?

Meine Antwort: Ich befinde mich innerhalb des Verlangens zu genießen, und darin wird mir ein zerbrochenes Reshimo offenbart, das heißt, ich empfinde, dass meine Verbindung mit der Umgebung und meine Verbindung mit dem Schöpfer zerbrochen sind. Und deshalb bemühe ich mich, mich mit der Umgebung zu verbinden, um ein passendes Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers, des Lichtes, vorzubereiten.

Angenommen, ich habe innerlich gearbeitet, ich habe gebetet, habe trotz meinem egoistischen Verlangen gehandelt, und erreichte dadurch die Einwirkung des Lichtes, das meine Verbindung mit den benachbarten zerbrochenen Verlangen korrigiert hat, so dass wir uns verbunden haben und die noch größere Ähnlichkeit mit dem Licht erreichten.

Jetzt hat sich das von mir korrigierte Gefäß mit dem Licht Nefesh angefüllt. Auf diese Weise habe ich das zerbrochene und von mir enthüllte Verlangen realisiert. Somit habe ich ein Leben gelebt und die Korrektur durchgeführt.

Dann wird mir die nächste Stufe offenbart. Das vorige Verlangen stirbt, da ich es nicht mehr brauche. Das Licht verlässt den vorigen spirituellen Parzuf und das folgende höhere Reshimo wird offenbart. Das heißt, es ist noch mehr zerbrochen! Aber aufgrund meiner Erfahrung des vorigen Lebens weiss ich schon, wie ich es zu korrigieren habe. Deshalb komme ich voran und setze meine Korrektur fort.

Ich soll die Verlangen verbinden, die noch mehr zerbrochen sind und einander widersprechen. Außerdem soll ich das Licht um die Verbindung bitten. So vergeht ein Kreislauf des Lebens hinter dem anderen, bis ich die vollkommene Korrektur erreiche. Die zerbrochenen Reshimot wachen nicht mehr auf, weil ich das gesamte Zerbrechen korrigiert habe, das heißt, ich ging durch alle lebenswichtigen Kreisläufe durch.

Diese Kreisläufe sind mit unserem materiellen Körper, der gleich einem Tier existiert, auf keine Weise verbunden. Außerdem bedeutet unser Leben den Aufstieg des Verlangens zu genießen.

Im Gegensatz zu der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur sind wir solche einzigartige Individuen, in denen sich das Verlangen zu genießen ständig entwickelt und im Endeffekt eine Sackgasse erreicht, in welcher wir uns heutzutage befinden. Folglich verstehen wir das Leben und unseren Weg nicht mehr. Die Leiden zwingen uns, über den Sinn des Lebens, sein Ziel, seine Wurzel zu fragen.

Das heißt, in diesem Verlangen, das sich auf den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Niveaus der Entwicklung befindet, ist ein Keim des neuen Strebens vorprogrammiert, das uns beginnen läßt, danach zu fragen, was auf der höheren Stufe passiert.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 08.06.2012

Die Matrjoschka baut sich von innen auf

Baal HaSulam, „Bürgschaft“: Die Weisen haben einmal die Bürgschaft mit zwei Menschen verglichen, die in einem Boot saßen. Einer begann unter sich ein Loch in den Boden des Bootes zu bohren und auf die Frage des Anderen, warum er das mache, antwortete er: „Was kümmert dich das? Ich bohre doch ein Loch unter mir und nicht unter dir?“. Daraufhin sagte der Zweite: „Du Narr! Wir werden gemeinsam untergehen.“

„Diejenigen, die die Last von den Schultern abwerfen, sind von der Eigenliebe durchdrungen und bauen somit einen eisernen Zaun um sich herum auf, welcher für diejenigen, die die Tora beachten, es unmöglich macht, zur gebührenden Erfüllung der Tora und ihrer Gebote im genannten Maße heranzutreten: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, – das was man die Treppe nennt, welche zur Verschmelzung mit dem Schöpfer führt. Und wie hatten die Weisen mit diesem Beispiel recht, als sie sagten: „Du Narr! Denn wir werden gemeinsam untergehen“.

Das ist ein sehr anschauliches Beispiel: es spielt keine Rolle, wo das Loch ist – auf jeden Fall werde ich ertrinken und so schließlich sterben alle. Und deshalb müssen wir uns um alle Teilnehmer kümmern und diese Sorge sollte in erster Linie im Inneren, in mir, zum Ausdruck kommen, wenn ich mich um eigene Wünsche kümmere, als auch von Innen nach Außen, wenn ich um die Gruppe und die Welt Sorge trage.

Der Mensch ist eine kleine Welt. Am Ende schließt meine innere Struktur die Struktur der Gruppe und die Struktur der Welt ein. Würde ich wissen, wie man sich richtig und sorgfältig um korrigierte und nicht korrigierte eigene Wünsche kümmert, dann würde ich alle äußerlichen Wünsche der Gruppe und der Welt insgesamt behüten. Das wird als „Sich selbst und die ganze Welt vor der Schale der Verdienste verneigen“ genannt.

Man kann es am Beispiel der Matrjoschka zeigen: mein Inneres, ich, die Gruppe und dann die Welt. Und alles das stelle ich mir vor: mein Ego ist in „Schichten“ unterteilt, von inneren zu äußeren Schichten. Aber in Wirklichkeit ist die Rede von einer einzigen Struktur, einem einzigen System. Und deswegen trage ich Verantwortung für alle: wenn ich auf mich selbst acht gebe, behüte ich damit eigentlich die ganze Welt.
Somit wird die Korrektur von Innen ausgeführt.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Bürgschaft“, 03.06.2012

Lassen Sie keine weißen Flecken auf der Leinwand der Korrektur

Frage: Wenn die Korrektur mit den Menschen anfängt, die über den Punkt im Herzen verfügen, warum wenden wir uns schon jetzt an die Menschheit?

Meine Antwort: Wir handeln parallel „auf zwei Fronten“, weil die Kategorien „Israel“ und „Völker“, die über keinen Punkt im Herzen verfügen, uns die notwendigen Verlangen geben werden, dank denen wir verstehen werden, wie man sich zu korrigieren hat, um mit ihnen übereinstimmen zu können.

Ebenso ist das Ehepaar ohne Kinder noch nicht ein Paar, keine wahre Familie. Denn niemand verbindet die Eheleute miteinander. Eigentlich sind sie selbst noch die ‘Kinder‘, obwohl sie verheiratet sind. Gerade die eigenen Sprösslinge zwingen die ‘Kinder‘, erwachsen zu werden, machen sie zu den Eltern.

Uns betrifft es ebenso: wenn wir die Arbeit des Verbindungsgliedes, das zwischen dem Schöpfer und „den Völkern der Welt“ liegt, nicht übernehmen, dann können wir zu keinem „Israel“ werden. Nur die Ausführung dieser Aufgabe richtet uns direkt zum Schöpfer (YasharEl). Und deshalb soll man das ganze Bild erkennen, um die Selbstkorrektur zu beginnen. Denn die vollendete Handlung soll im ursprünglichen Gedanken vorhanden sein – schon jetzt brauchen wir das ganze Programm.

Baal HaSulam fuhr in den 30er Jahren nach Polen, um zu prüfen, ob man zur Korrektur die lokalen Arbeiter erwecken kann, als ob auf der Erde durch Israel alles schon vorbereitet wurde und es nur an den Polen mangelte.

Das Bild soll möglichst ganzheitlich sein. Wir werden nicht verstehen, wie wir uns zu korrigieren haben, wenn wir das Volk in Israel und in der Welt nicht an uns anbinden. Ebenso erziehen und verändern „die Kinder“ ihre Eltern. Die Verbindung mit ihnen, wenn später deine Fürsorge benötigt wird, baut dich auf, führt vor, welche innere Ordnung du schaffen sollst.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“ „, 05.06.2012

Die Wurzeln des Hasses der Völker

Frage: Warum widersteht die Menschheit jenem Teil, der ans Geben gerichtet ist?

Meine Antwort: Es ist ein sehr klarer Widerstand. Denn in diesem Teil des allgemeinen Verlangens gibt es den Punkt des Lichtes (•). Demzufolge entsteht zwischen dem Verlangen und dem Licht der große Bruch (Δ), der den Hass hervorruft.

Hier werden die Tiefmechanismen aktiv, die auf der Höhe der inneren Kräfte der Natur funktionieren, dort, wo die Lichter und die Gefäße zusammenwirken. Und solange wir die anderen Verlangen nicht korrigieren, damit sie sich dem Licht auch angleichen, werden dieser Hass, dieser Antisemitismus bleiben. Und sie werden außerdem noch wachsen, um uns zu den Korrekturen anzustoßen.

Frage: Also ist der Hass der Völker dazu vorbestimmt, dass ich über dem Verstand arbeitete?

Meine Antwort: Wenn du diesen Hass als einen Grund für die Flucht von den Leiden betrachtest, dann wird er zum sehr groben Reizerreger. Wenn du ihn aber mit der Dankbarkeit, wie die Antriebskraft zur Handlung annimmst, dann wirst du die guten Ergebnisse ernten. Alles hängt von der Wahrnehmung ab.

Aber wie dem auch sei, du hast keine Anlässe für die Kritik gegenüber den Völkern für ihre antisemitischen Stimmungen. Im Gegenteil – die Korrektur kann nur von deiner Seite erfolgen: sie wird angemessen sein, wenn du den Antisemitismus nicht zu beseitigen versuchst, sondern ihn für die Korrektur der Welt anwendest, damit der Schöpfer in allen seinen Teilen offenbart werden kann.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“ „, 04.06.2012

Protestaktionen der Occupy-Bewegung in Frankfurt

Meldung: („The Wall Street Journal“, USA): In Frankfurt haben ca. 20 Tausend Menschen an den Protestaktionen der Occupy-Bewegung teilgenommen, wobei sie gegen die harten Sparmaßnahmen in Europa, die dominierende Stellung der Banken und gegen das, was die Demonstranten als den „wilden Kapitalismus“ bezeichnet haben, demonstriert haben.

Im letzten Jahr gingen Tausende Menschen auf die Straßen, um an den Protestaktionen der weltweiten Occupy-Bewegung teilzunehmen. Doch aufgrund dessen, dass die deutsche Wirtschaft relativ stabil und die Arbeitslosenrate unwahrscheinlich niedrig ist, verliefen diese Protestaktionen im Sande. Doch die langanhaltende Schuldenkrise in Europa entfacht immer wieder neue Demonstrationen.

Deutschland, die größte Wirtschaftsmacht Europas, wollte keine harten Sparmaßnahmen bei sich einführen, unter denen aktuell südeuropäische Länder wie Griechenland, Portugal und Spanien leiden. Doch ausgerechnet Deutschland bestand auf den radikalen Ausgabenkürzungen in ganz Europa, um Haushaltsdefizite kontrollieren zu können.

Mein Kommentar: Die Sparmaßnahmen widersprechen der modernen Wirtschaft der Konsumgesellschaft, die nur auf der Vergrößerung und Ausbreitung und nicht auf dem vernünftigen Konsum basiert. Da die Gesellschaft aber genauso wie die Welt global verbunden worden ist, wird Deutschland eine Bumerang-Reaktion von allen EU-Ländern bekommen. Es kommt die Zeit, in der keiner für sich allein stark sein kann, sondern nur durch die Verbindung mit den anderen zu einem gemeinsamen System. Die Welt verwandelt sich von einer linearen, individuellen, egoistischen, digitalen zu einer runden, integralen, altruistischen, analogen.

Gefesselt von der gemeinsamen Verbindung

Frage: Wie kann man zu einem Spezialisten in der integralen Erziehung werden? Was ist das?

Meine Antwort: Ein Spezialist in der integralen Erziehung ist zunächst derjenige, der die Evolution, die wir in Form der egoistischen Entwicklung des Menschen und der Menschheit erlebt haben, versteht.

Von Generation zu Generation entwickelten wir uns so lange, bis unsere gewöhnliche menschliche Selbstsucht ihre Entwicklung beendete.

Die Evolution des Egoismus hat sich in allem gezeigt, d.h. wir empfinden jetzt immer größere Vereinigung, Integrität, Globalität in allen materiellen Handlungen, die absolute gegenseitige Abhängigkeit, die die meisten von uns als unerwünscht empfinden. Wenn irgendwelche Korporationen um die Erde hantieren und zusammen in ihren Geschäften kooperieren, dann verstehen sie sicherlich, welchen Gewinn sie davon haben. Und die Menschheit, der Staat, die Regierung, allerlei Organisationen sowie ein beliebiger Mensch in der Welt beginnt plötzlich, sich als gebunden sowie mit allem verbunden zu empfinden.

Um mich heute mit allem Notwendigen zu versorgen – woran ich mich im Prinzip gewöhnt habe, da ich mich bis zu diesem Niveau entwickelt habe und was für mich die normale Existenzform darstellt -, soll ich als der gewöhnliche Bürger eines Landes, einer Stadt, einer Region, mit der ganzen Welt verbunden sein und mich davon abhängig fühlen.

Angenommen China liefert in alle Länder besondere Elemente, die seltenen Metalle. Aber was werden wir dann machen, wenn das Land sie nicht mehr liefern wird? Wir werden weder Computer noch Telefone haben – nichts. Wenn die Entwicklung der Ölvorkommen, allerlei chemischer Materialien usw. aufhören wird – was wird uns dann übrig bleiben? Das heißt, die Welt wurde auf die Sektoren geteilt, die so zusammengebunden sind, dass es heute schon unmöglich ist, sich eine normale Existenz ohne eine richtige Integralarbeit der ganzen Welt vorzustellen.

Milliarden von Menschen leben in Städten in einer von ihnen künstlich geschaffenen Gesellschaft, wobei diese sehr einfach zu zerstören ist – es genügt, buchstäblich einige wenige Beziehungen zu brechen, und die Menschen werden nicht mehr in den von ihnen aufgebauten Steindschungeln existieren können.

Der Zustand, in dem wir uns befinden, ist im Allgemeinen vielen Menschen klar, sogar den einfachsten Menschen; denn es fällt uns leicht zu erklären, woher wir alles bekommen und wohin wir liefern. Und von dieser gegenseitigen Abhängigkeit, die in der Epoche der Naturalwirtschaft zuerst in der Familie, später in den Städten und dann innerhalb des Staates entstand, kann sich heute niemand abkapseln, und sie zwingt uns, anders zu denken.

Auszug aus dem Gespräch über die Integralerziehung, 20.05.2012