Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Nachbarn, lasst uns in Freundschaft leben!

Europäischer Kongress, Lektion 2

Frage: In Europa gibt es viele Völker und Kulturen,  die sich isoliert, sich getrennt fühlen. Wie können wir ein europäisches Kli/Gefäß ohne jegliche Barrieren aufbauen?

Meine  Antwort: Es spielt keine Rolle, welche Unterschiede zwischen den Mentalitäten und Kulturen existieren, da wir uns über diese erheben. Man muss verstehen, dass diese Unterschiede aus dem Spirituellen stammen und ihren Ursprung im antiken Babylon haben. Das wurde absichtlich so vorbereitet. Daraus resultieren alle Sprachen und Völker, deshalb müssen wir dagegen nicht vorgehen, sondern uns darüber erheben.

Die Sprache ist ein Problem, aber im Prinzip gibt es außer der Sprache keine anderen Probleme in der Kommunikation. Heute regeln wir sogar die Sprachbarriere: einerseits wird Englisch mehr und mehr zur Weltsprache, andererseits gibt es weltweit verschiedene Übersetzer. Ich denke nicht, dass es ein Problem darstellt. Außer den Sprachen spielt alles weitere keine Rolle. In Bezug auf die Sprachen müssen wir arbeiten, wir müssen drüber stehen, uns darüber erheben, aber nur bis zu dem Moment, wo wir beginnen die Gemeinschaft zu fühlen. Könnt Ihr euch vorstellen, was  Herz oder Verstand bedeutet? Ihr erreicht eine andere Ebene der Kommunikation, wo weder eine Sprache noch sonst etwas vonnöten ist. Ihr fühlt euch gegenseitig, da die Information von einem zum anderen wortlos fließt.

Ihr funktioniert auf Basis eines einheitlichen neuen Programms, das über allen Differenzen existiert. Dorthin müssen wir gelangen. Deswegen ist das auch in Europa extra vorgegeben:  vielfältig, widersprüchlich, über Hunderte von Jahren haben sich komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen bei allen Völkern und Kulturen etabliert. Es bedarf sogar keiner Klärung, denn das einzige, was wir tun sollen: uns alle zusammen einfach darüber zu erheben!. Aber wenn ihr darauf achtet, welche Sprache jemand spricht, welche Charaktereigenschaften ihm eigen sind, oder welche Ansichten, Gewohnheiten er hat, dann kommt Ihr nie zur einen Meinung! Genau das ist das Problem.

Warum haben die Menschen in Europa Angst sich zu verbinden? Weil sie befürchten, dass es noch schlimmer wird: Wenn wir uns annähern, was passiert dann? Es ist ja so: wenn die Nachbarn weit entfernt voneinander leben, dann kann ihnen nichts passieren, alles ist in Ordnung, sobald sie aber eine Wand trennt, beginnen die Probleme. So ist es auch in Europa: Die Probleme treten zwischen benachbarten Ländern auf. Aber wenn zwei Länder durch ein drittes voneinander getrennt sind, dann gibt es so gut wie keine Probleme! Gerade deshalb fürchten sie sich einander anzunähern, sich zu verbinden, weil sich dadurch eventuell auch die Probleme vergrößern. Doch wir bieten eine Verbindung über all diesen Problemen des Alltags an. Denn eben dann wird es auch keine Probleme mehr geben: genau das lehrt uns die Methode der Integralen Erziehung.

Auszug aus der 2. Lektion des Europäischen Kongresses, 22.03.2013

Die Söhne Israels haben infolge der Arbeit gestöhnt

Frage: Was bedeutet die Aussage: „…und die Söhne Israels haben infolge der Arbeit gestöhnt“?

Meine Antwort: Das bedeutet, wir erheben die Hände und schreien: „Hilf uns! Wir sind nicht fähig, dem Pharao zu entfliehen, d.h. von der Selbstsucht zum neuen Leben fortzulaufen“.

Warum können wir nicht? Wofür ist dieses Spiel organisiert? – Um die höhere Kraft zu offenbaren! Wenn wir eine Möglichkeit hätten, aus Ägypten selbst auszuziehen, dann hätten wir keine Probleme. Aber in diesem Fall werden wir die höhere Kraft, die Kraft des Gebens und der Liebe nicht real offenbaren. Sie soll uns ausfüllen, von uns enthüllt und empfunden werden. Beim Auszug aus Ägypten wird sie zuerst wie etwas Verlockendes offenbart – und zwar in Form einer Wolke oder der Feuersäule. Aber dann offenbaren wir sie tatsächlich.

Auszug aus dem Programm „Die Kabbalisten schreiben. Der Ausgang aus Ägypten“, 04.03.2013

Der feste Griff des Pharaos

Frage: Laufen wir heute von der Selbstsucht weg oder tauchen wir darin ein?

Meine Antwort: Sowohl das Eine, als auch das Andere. Der Pharao, unsere Selbstsucht, steigert sich ständig – so wie geschrieben steht: „Ich (der Schöpfer) habe sein Herz erbittert“. Einerseits, sagt der Schöpfer zu Moses: „Lass uns zum Pharao gehen“. Andererseits, wird der Pharao mit jedem Schlag stärker. Je mehr der Mensch im Geben gefestigt wird, indem er die Vereinigung und ein weniger egoistisches Leben anstrebt, desto stärker wird seine Selbstsucht, die ihn festhält und ihm nicht gestattet, davon wegzulaufen. Das dauert so lange, bis dieser Kampf seinen Gipfel – „die zehnte Todesstrafe“ erreicht hat.

Diesen Prozess, der als „Auszug aus Ägypten“ bezeichnet wird, sollen wir heute durchleben. Dafür wurde uns die Tora gegeben, die darüber erzählt und erklärt, wie er zu verwirklichen ist. Wir sind somit heute verpflichtet, diesen Auszug zu realisieren.

Auszug aus dem Programm „Die Kabbalisten schreiben. Der Ausgang aus Ägypten“, 04.03.2013

Hunger in Europa – wie zu Zeiten des Krieges

Die Fakten: (Yves Daccord, der Generaldirektor des Internationalen Kommitees des Roten Kreuzes, IKRK) Die Wirtschaftskrise macht sich in Europa immer deutlicher bemerkbar, Millionen von Europäern droht Hunger… immer mehr Menschen wenden sich wegen  Lebensmittelhilfen an die Abteilungen des Roten Kreuzes und an andere karitative Organisationen, um nicht hungern zu müssen.

Es ist keine Rede von Massenhunger in Deutschland, den Ländern der Beneluxstaaten oder  Skandinavien, aber in Ländern wie Spanien, Griechenland, Italien und Rumänien ist es ein alarmierendes Thema. Armut überzieht den Kontinent! Das Internationale Rote Kreuz hat im Jahre 2012  an hungernde Spanier mehr als 33000 Tonnen Lebensmittelhilfe verteilt.

In Italien nimmt die Anzahl der Obdachlosen und in Griechenland die Zahl der Selbstmorde schnell zu. Die Anzahl der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, ist um 40 % gestiegen. Armut breitet sich unter jenen Schichten der Bevölkerung aus, die vor der Krise als Mittelklasse galten. Sogar die Belgier sind gezwungen, sich an Lebensmittelhilfen zu wenden.

Mein Kommentar: Und inzwischen werden laut Angaben desselben Roten Kreuzes mehr Lebensmittel weggeworfen als verwendet. D.h. das Problem besteht nicht darin, dass es ungenügend Nahrungsmittel gibt. Das Problem besteht darin, dass den Bedürftigen keine richtige Aufmerksamkeit gewidmet wird. Diese Situation kann nur durch die Korrektur der Menschen behoben werden.

Die Wurzel aller Vertreibungen

Frage: Warum sagen wir: „Erinnere dich an den Auszug aus Ägypten“, wenn es sich dabei um den Feiertag Pessach handelt? Es gab doch auch andere Vertreibungen: aus Babylon, Griechenland, Rom. Warum sollen wir uns gerade an den Auszug aus Ägypten erinnern. Wo liegt der Sinn darin?

Meine Antwort: Die Vertreibung aus Ägypten ist die Wurzel aller Vertreibungen. Alle übrigen Vertreibungen bauen quasi darauf auf. Diese Vertreibung ist die schwierigste, sie ist grundlegend. Der Mensch steigt über seine Selbstsucht auf und ist sich zum ersten Mal bewusst, was die spirituelle Welt, was die Eigenschaft des Gebens bedeutet anstatt der Eigenschaft des Empfangens, mit welcher wir geboren werden und in welcher wir existieren.

Wir nehmen die Welt durch die Gefühle wahr, wollen ständig genießen und eigennützig existieren. Die Umwandlung in den Sinnesorganen erfolgt dann, wenn ich beginne „meine Selbstsucht zu annullieren“, mich mit der Welt gleichzusetzen, an andere zu geben, mich außerhalb des Körpers zu empfinden, damit mein Herz sich nur dort aufhält. Das alles heißt Auszug aus Ägypten. Alle übrigen Vertreibungen geschehen bereits außerhalb von mir.

Auszug aus dem Programm „Die Kabbalisten schreiben. Der Auszug aus Ägypten“, 04.03.2013

Die Besonderheit unserer Zeit

Auszug aus dem Gespräch während einer Mahlzeit vor dem Kongressanfang in Deutschland

Frage: In letzter Zeit sehen wir in Europa und in der Welt eine sich steigernde Konfrontation zwei entgegengesetzter Kräfte. Ist das vielleicht die Vorbedingung dafür, dass wir eine Möglichkeit für die richtige Bewegung vorwärts gefunden haben?

Meine Antwort: Die Wissenschaft der Kabbala spricht zusammen mit anderen Wissenschaften darüber, dass alles in der Welt aus zwei entgegengesetzten Kräften besteht: Plus-Minus, Norden-Süden, Druck-Entspannung, Wärme-Kälte usw..

Das alles stammt aus zwei grundlegend entgegengesetzten Kräften – dem Empfangen und dem Geben. Die Vollkommenheit, das Leben besteht aus diesen zwei Kräften, welche eine dritte Kraft bilden – die mittlere Linie, wo sich im Prinzip alles Existierende befindet. Wir sehen das am Beispiel lebendiger Organismen, an Pflanzen und Tieren. Bis zu unserer Zeit entwickelten wir uns gleich den Tieren, d.h. instinktiv, unter der Lenkung der mittleren Linie.

Aber jetzt erreichen wir die nächste Ebene der Lenkung, und wenn in uns diese zwei entgegengesetzten Kräfte entstehen, dann sollen wir sie selbst harmonisieren. Darin besteht eben die Besonderheit unserer Zeit, unserer Entwicklung.

Deshalb sollen wir die Welt in Harmonie anstreben, und zu dieser Harmonie sollen wir selbst beitragen, d.h. in uns zwei entgegengesetzte Kräfte richtig kombinieren: die Kraft des Empfangens (Avijut) und die Eigenschaft des Gebens (Schirm). So müssen wir eben handeln.

Auszug aus dem Gespräch während einer Mahlzeit vor dem Kongressanfang in Deutschland, 21.03.2013

Europa ist vom Streik erfasst

In den Nachrichten: Viele europäische Städte sind von  Protestaktionen und Streiks erfasst. Die Arbeiter des Stahlgiessunternehmens Arcelor Mittal haben die Autobahnen gesperrt, die das Land Belgien mit den Ländern Holland und Deutschland verbinden. Sie fordern eine neue Lösung bezüglich der Kürzung  von 1300 Arbeitsplätzen eines Betriebes in Lièges.

Die Mitarbeiter des Maschinenbaukonzerns PSA Peugeot Citroen besetzten das Stabsquartier der Gewerkschaftsvereinigung der Stahlgiessindustrie in Paris, sie sind von den Plänen der Direktion, einen der Betriebe der Gesellschaft zu schließen, empört. Die Arbeit des Unternehmens wurde während acht Wochen aufgrund des Streiks von 300 Menschen lahmgelegt. Im Flughafen Köln/Bonn streiken die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Dies führte zur Annulierung hunderter Flüge. Die Teilnehmer der Protestaktion fordern eine dreißigprozentige Gehaltserhöhung.

Der größte Madrider Flughafen “Barachas” wurde ebenfalls lahmgelegt. Die Mitarbeiter der Fluggesellschaft „Iberia“ haben sich gegen die Kürzung von 20 % der Arbeitsplätze und die Kürzung der Gehälter aufgelehnt. Die Schäden der Flugtransportmittel betrugen im vorigen Jahr 923 Mio. Euro.

Sogar die Akropolis hat den Streik erklärt. Die Touristen sind enttäuscht, aber sie versuchen durchzuhalten.

Mein Kommentar: Die Krise wird nicht in der Überproduktion von Waren oder Dienstleistungen sichtbar, sondern in der “Überproduktion von Menschen”. Wir sehen eine Welt, wo alles Automaten und Drucker erledigen, dadurch  entsteht für die Menschen tatsächlich eine Arbeitslosigkeit. Alles wird sich langsam, aber ständig weiter entwickeln. Es ist die Krise des Überflusses an Waren und Menschen.

Die Kabbala hat diesen Zustand der Welt vor sehr langer Zeit beschrieben und bietet folgendes an: alle Produktionen und Dienstleistungen bis auf das Lebensnotwendigste zu reduzieren. Alle Menschen, die für die lebensnotwendigen Produktionen und Dienstleistungen nicht benötigt werden, soll man von der Arbeit befreien und alle müssen sich an obligatorischen Volksuniversitäten, an denen die integrale Ausbildung angeboten wird, einschreiben. Nach dem Studium soll man ein Stipendium erhalten (wie ein Gehalt, das für geleistete Arbeiten angerechnet wird). Man soll Seminare zur integralen Wechselwirkung abhalten, das System der Welt und ihre Entwicklung erklären, schreiben, zeichnen, singen und unterrichten.

Die EU auf dem Kreuzweg

In den Nachrichten: Der Gipfel der Europäischen Union findet vor dem Hintergrund des Kampfes der europäischen Länder gegen die Arbeitslosigkeit und die Rezession statt. Die Forderungen eines Kurswechsels in der EU werden immer lauter. Viele führende Politiker in Europa erfasst die Verzweiflung.

Seit Beginn der Krise 2008 führt die Europäische Union die Politik der harten Einsparung durch, aber man kann keine ernsten Veränderungen zum Besseren beobachten. Die Zahl der Länder, die Hilfe brauchen, ist gewachsen. In Griechenland steigt die Popularität der Rechten, in Italien fehlt die Regierung, auf Zypern wurden die Banken zerstört, in Spanien ist eine verlorene Generation gewachsen, Frankreich, Belgien und die Niederlande müssen ihre Staatskosten kürzen.

Die Hauptfrage: Wie lange wird die Bevölkerung der EU-Länder noch bereit sein, die jetzige Politik der Regierungen zu unterstützen?

Mein Kommentar: Das geht zu Ende, wenn die Leiter der Staaten verstehen werden, dass man die Korrektur der Gesellschaft mit der Korrektur des Menschen austauschen muss – aber es wird schon zu spät sein…

Europa, Arbeitslosigkeit und Instabilität

Meinung (D.Fridman, Politologe): Die weltweite Finanzkrise 2008 ist zu einer weltweiten Krise der Arbeitslosigkeit geworden und wird nun zu einer politischen Krise Europas, Chinas und den USA. Das Problem der Arbeitslosigkeit wird ein Schlüsselproblem für das Finanzsystem. Das Regime der strengen Einsparung führt dazu, dass es immer weniger Geld zum Kauf von Waren und  Dienstleistungen gibt. Aber die Arbeitslosigkeit steigert sich, die Verschiebung im ganzen politischen System ist möglich.

Die Wurzeln des europäischen Faschismus verbergen sich in den großen Wirtschaftsmisserfolgen – und heute verliert die Mittelklasse Ihre Einkünfte, hängt herab, entwickeln sich bestimmte Gesetzmäßigkeiten – die politischen Parteien erscheinen, die im Namen der Arbeitslosen auftreten. Test für Europa wird keine Staatsschuld sein, sondern, ob sie die alten Gewohnheiten, die es in der Arbeitslosigkeit gibt, vermeiden kann.

Mein Kommentar: Kabbala sagt voraus, dass die Welt nur zwei Wege hat: zur Vereinigung oder zum Faschismus. Beide Wege werden zum Endziel unserer Entwicklung – zur Menschheit, wie dem einheitlichen Ganzen führen. Aber der Weg des Faschismus ist der Weg der Leiden, die uns auch zur Notwendigkeit der Vereinigung bringen. Der erste Weg – die Nutzung der Methodik der Integralerziehung – führt gerade zur Vereinigung. Alles hängt vom Erfolg im Vertrieb der Methodik der Integralerziehung ab.

Facebook ist nicht mehr cool

Meinung: The Verge schreibt darüber, warum Facebook nicht mehr cool ist. Facebook verliert das junge Publikum zugunsten anderer Onlineservices wie Instagram. Facebook gefällt nicht mehr. Die Benutzer sind von der Notwendigkeit, ständig vor allen die Besonderheiten ihres Lebens hervorzuheben, ermüdet; sie sind ermüdet zu prahlen, sind ermüdet alle Einzelheiten eines fremden Lebens zu erfahren, die Teenager sind weniger besorgt, cool zu scheinen, das Publikum will sich das Leben mit den Freunden und nicht mit allen andern teilen, und in Facebook hast du immer den allgemeinen Kommentar.

Das junge Publikum wird auf andere Services umgeleitet (Tumblr, Snapchat, Instagram) – in denen man sich nur ausgesuchten Personen mitteilt. Die jungen Benutzer haben plötzlich verstanden, dass sie sich mit unbekannten Menschen austauschen, aber sie wollen schon etwas anderes, was es in Facebook nicht gibt.

Mein Kommentar: Heute ändern sich die Wünsche der Menschen, besonders die der Jugendlichen sehr schnell, deshalb werden wir zukünftig eine Sucht nach größerer innerer Annäherung, nach Zielen, nach dem Sinn sehen. Das ist keine Folge unserer Erziehung, es gibt keine, sondern die Folge der natürlichen, instinktiven Entwicklung der Wünsche der Menschen. Die neuen Wünsche werden die neuen Bedürfnisse hervorrufen – und werden uns zur Notwendigkeit bringen, den Sinn im Umgang mit anderen anstelle einer Abtrennung von ihnen zu finden.