Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Gleichgültiges Mitleid

Frage: Ich bin heute mit der Schöpfung unzufrieden. Was kann diesen Eindruck ändern?

Kommentar: Das Licht.

Antwort: Das Licht. Wenn das Licht mich ausfüllen wird, dann wird die angenehme Empfindung alle übrigen Probleme verwischen: „Eigentlich interessieren sie mich nicht. Auch wenn die ganze Welt brennen würde. Ja, sie leidet. Ja, sie liegt im Sterben. Es stimmt alles – aber was geht mich das an?“

Ich bin so lange gleichgültig, so lange ich die Verbindung zwischen den Leiden der Welt und dem eigenen Zustand nicht erkenne. Wenn es mir persönlich gut geht, dann ist der Schöpfer in meinen Augen gut und schafft das Gute. Was den Schmerz der anderen Menschen betrifft, so hängt seine Bedeutung davon ab, ob ich fähig bin, die Welt zu fühlen.

Wenn z. B. meine Feinde leiden, dann ist der Schöpfer für mich Vollkommenheit. Anders gesagt, bewerte ich Seine Güte nicht nach den Empfindungen der anderen, sondern nur nach meinen eigenen. Folglich ergibt sich, dass die Nöte der Feinde mich erfreuen: „Sie haben es verdient! Gib ihnen noch ein bisschen mehr davon!“ Das ist mein Kriterium für die Eigenschaft des Schöpfers – kein objektives Kriterium, sondern ein subjektives – durch persönliche Gefühle und das innere Bild entstanden.

Frage: Aber warum leidet der einfache Mensch dennoch, wenn er den Schmerz anderer betrachtet?

Kommentar: Weil er fürchtet, dass ihr Schmerz ihn auch betreffen könnte.

Antwort: Das stimmt. Er fürchtet um sich selbst. Daher lautet die Schlussfolgerung: Wenn ich keinen egoistischen Wunsch hätte, dann würde ich die Leiden meines Nächsten nicht empfinden, da mich ein ähnliches Schicksal nicht erschrecken würde. Somit hilft uns der egoistische Wunsch, den Schmerz zu teilen – das heißt, er gilt trotz dem eigenen Wesen. Mich interessieren die anderen nicht, solange ihre Missgeschicke mich selbst nicht bedrohen, ich entwickele höchstens ein Mitgefühl.

Andererseits ist mir klar: Wenn ich der Verbindung mit ihnen entgehen und mich über die Menschheit erheben werde, dann werde ich gegenüber ihren Leiden gleichgültig sein: „Schließlich ist der Schöpfer mein Vater. Er soll mich zu sich nehmen. Dort werden wir zusammen sein, ohne über die andere Menschen nachzudenken))“ Ohne egoistisches Verlangen werde ich auch keine Bedrohung seitens eines möglichen Leidens empfinden. Ich könnte mit dem Schöpfer einen Vertrag schließen: „Ich erfülle alle Deine Gebote, alles, was du sagen wirst, und wir werden uns ständig in der Verbindung befinden“. In diesem Fall werden mich die Qualen der Welt gar nicht interessieren.

Je stärker mein Wunsch ist und je fester meine Verbindung mit dem Schöpfer ist, desto weiter weg komme ich von dieser Welt. Ich fühle nicht, was mit den Menschen passiert: Sie leiden, und ich bin hart und gleichgültig ihnen gegenüber. Was ist zu tun, um die Leiden meines Nächsten zu empfinden? Dazu muss ich mich vom Schöpfer entfernen und wie die anderen empfinden, dass ich nun von allerlei Umständen abhängig bin, über die ich nicht herrschen kann.Deshalb tauchen wir in die Krise ein, um die Abhängigkeit von unbekannten Kräften zu empfinden. Aus demselben Grund zerfällt die Religion. Denn anders kann der Mensch kein Mitgefühl zeigen, er fühlt keine Abhängigkeit von den anderen Menschen. Der Egoismus gegenüber dem Schöpfer ohne die Nächstenliebe (Liebe zum Schöpfer ohne Liebe zu den Geschöpfen) unterstützt meine Überzeugung, dass alles in Ordnung ist, dass ich alles richtig mache. Und die anderen sind mir egal.

Wenn ich die Verbindung mit dem Schöpfer in der Empfindung verliere, dann bin ich mehr von den anderen abhängig und gezwungen, die Verbindung mit ihnen – und dadurch mit Ihm zu erlangen. Denn wir alle setzen uns der Gefahr aus, spüren bereits allerlei Bedrohungen seitens der Umwelt, des Finanzsystems oder des geistigen Mangels. Der Mensch offenbart die ganze Unbeständigkeit seines Zustandes, seine ganze Abhängigkeit vom Schöpfer. Deshalb schiebt uns die heutige Sachlage zur Korrektur hin. [119208]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“, 28/10/13

Die Familie der neuen Ära

Frage: Was ist Familie vom Gesichtspunkt der Methode der integralen Erziehung und Bildung?

Antwort: Die Familie beinhaltet die Zusammenarbeit zweier Menschen, die ein gemeinsames Ziel haben, das sich außerhalb befindet. Die Eheleute bilden untereinander diesen Zustand, und wollen darin eintauchen, um tatsächlich ein integrales Ganzes zu erlangen. Dieses allgemeine Ganze, das auf einem Zusammenschluss von Menschen basiert, ist eben die Familie. Die gewöhnliche Zusammenarbeit, die Verbindung zweier Menschen auf der Stufe des gemeinsamen Haushalts darf man noch nicht die Familie nennen, weil sie sich darin nicht verbinden, sich gegenseitig nicht annullieren, kein gemeinsames Ganzes bilden und nichts Neues erschaffen. Auf dem physiologischen Niveau gilt als Familie Vater, Mutter und Kind. Das Kind ist etwas Neues,, das aus den Eltern stammt. Deshalb besteht die Familie aus beiden Eheleuten und dem dritten Bestandteil, den sie gemeinsam bilden.


Frage: Wenn es in dieser Familie den dritten, das Kind noch nicht gibt, kann man sie dann als Familie bezeichnen?

Antwort: Es handelt sich gar nicht um ein “materielles” Kind. Wenn die Eheleute keine verbindende Einheit teilen, dann gibt es eben keine Familie. Die dritte Komponente ist daher ihr Bündnis, ihr spirituelles Kind, für das sie leben. Es unterstützt und erwärmt sie, erhebt sie auf das nächste Niveau. Sie beginnen zu fühlen, dass sie dank dieser dritten Komponente eine ganz andere Existenz erlangen. Deshalb wird die Familie der neuen Gesellschaft nicht durch die Befriedigung der einzelnen Familienmitglieder auf dem materiellen Niveau der physiologischen Bedürfnisse existieren, sondern um einander die spirituelle Füllung zu geben. Ohne richtige Beziehungen in der Familie können wir auf das nächste Niveau der Menschheit nicht aufsteigen.


Frage: Vor wem oder wovor muss man sich in der Familie annullieren?

Antwort: Es ist nicht die bloße Annullierung, sondern das Verständnis, dass die Verbindung jenseits unserer persönlichen egoistischen natürlichen Eigenschaften und Anlagen liegen soll, weil diese gerade für unseren Aufstieg geschaffen sind. Deshalb sind die Eheleute die Partner, die einander in diesem Prozess helfen. [118725]

Auszug aus dem TV- Programm „Durch die Zeit“, 21.09.2013

Die Realisierung des universellen Problems

Frage: Die Ursache von Zusammenstößen und Konflikten zwischen verheirateten Paaren ist die Kollision zwischen ihren egoistischen Charakteristiken. Wie notwendig ist es, dass sie die Mechanismen dieser Charakteristiken erkennen und den Grund  verstehen, warum sie Konflikte haben und die Fähigkeit sich darüber zu erheben.

Antwort: Menschen müssen die Mechanismen der Interaktion von egoistischen Charakteren wissen, diese studieren und kontrollieren. Da Menschen nicht nur Interpreten sind, müssen sie ihren nächsten Zustand selbst kreieren. Deshalb ist das integrale Lernen ein seriöses Studium, das nicht nur Erziehung beinhaltet sondern auch Training. Wir erzählen ihnen über die Evolution der Familie: Warum sie eine Notwendigkeit für sie ist – warum sie geteilt ist in zwei Unternehmen – in zwei entgegengesetzten Streitkräfte – warum diese Objekte zusammen verbunden sind, wie sie dem eigenen Ego und dem des anderen trotzen können – und so weiter.

Hier arbeiten wir an einem universellen Problem im Fall von zwei jungen Menschen: Was zieht sie zueinander hin? Es sind die Hormone. Aber wenn du dich dem achtsam annäherst, wird sicherlich ein großes Problem der Kosmogonie gelöst. Ein Aufstieg auf die nächste Stufe der gesamten Menschheit, durch ein ganz normales Pärchen. Und dies hängt nur von ihrer Bewusstheit darüber ab, was sie zusammenfügen kann

Sie kommen speziell zu uns – da in diesem Moment die Natur alle Arten von Konflikten in ihnen bereitet – und wir müssen ihnen eine neue Bedeutung ihrer Existenz geben. Deswegen sieh dir das sehr seriös an: Letztendlich werden sie die nächste Stufe in sich erschaffen. Wie gesagt wird, „Ein Mann und eine Frau- die Shechina zwischen ihnen“, der nächste Level der Natur.

Und dann werden sie die ganze Zeit aufsteigen. Wenn wir einen Standard für sie etablieren und sie unterstützen, bekommt das Konzept der Familie eine komplett neue Bedeutung. Wenn sich eine öffentliche Meinung in der Gesellschaft bildet, die sie auf solche Weise verbinden lässt, wird sie das zu etwas verpflichten und unterstützen – es werden komplett unterschiedliche Beziehungen zwischen den Menschen entstehen.

Was ist das, das sie zusammenhält? Zuerst sind es die Hormone und nach einiger Zeit ist es die gegenseitige Verpflichtung. Wohingegen in der integralen Gesellschaft es für sie möglich ist, ein höheres Ziel zu erreichen – sie werden sich nicht länger trennen können. Sie werden sich mit anderen Augen betrachten und alles auf einer völlig neuen Stufe wahrnehmen: alles – das Heim, Sex und Unterhaltung – da sie beginnen, eine völlig neue Füllung zu bekommen.

Ich möchte dies nicht aus der Sicht der normalen Psychologie erklären, sondern aus der Sicht der egoistischen Psychologie, die sehr einfach alles auf den Punkt bringt – zur Quelle, dem Ego, das überwunden werden muss, ohne es zu zerstören; wir benötigen es sogar dafür, die nächste Stufe zu erreichen. Die reguläre Psychologie gibt einem Menschen eine „Substanz“, wohingegen integrale Erziehung und Information ihm die Möglichkeit geben, dieses Ego zum Aufstieg zu nutzen, ohne es zu vernichten. Auf diese Weise kann dieser Mensch spirituell wachsen. Und wenn er Spiritualität erfährt, kreiert er eine neue Gesellschaft, eine neue Gemeinschaft und ein neues Land. (118867)

Von Kab TV „Über die Zeit“ 9/21/13

Ohne Inneres Feuer gibt es keinen Erfolg

ravsdFrage: Wie kann man die Effizienz eines jeden Experten in integraler Erziehung für die maximale Verbreitung erhöhen?

Antwort: Die allerwichtigste Sache für den Menschen ist Anerkennung, Lob, Respekt und Mitgefühl der Gemeinschaft, in der er arbeitet. Im Prinzip wollen wir das Gleiche in jenen Institutionen oder Unternehmen, in welchen wir integrale Erziehung verbreiten und erklären. Wenn wir eine Gemeinschaft erreichen, bauen wir ein Netzwerk, so dass Menschen verbunden sind. Sie werden verstehen, wie sehr sie die Gemeinschaft inspirieren und ihr Auftrieb geben können – es wird viel komfortabler und einfacher für sie zu arbeiten – in dem Maß, wie sie sich selbst und die Atmosphäre in der sie existieren, verbessern können – werden sie sich freuen und sich glücklich damit fühlen. Wir brauchen diesen künstlichen Zustand, bis er ganz natürlich von selbst aus unserer inneren Verbindung entsteht.

Deshalb ist es notwendig, einen Verantwortlichen zu ernennen – als einen Initiator – der an alle Dinge bis ins letzte Detail denkt und der laufend am konstanten Aufstieg der Mitglieder der Gemeinschaft interessiert sein muss. Er muss spezielles Material auswählen und organisiert telefonische Treffen zwischen ihnen zur gegenseitigen Unterstützung über den Tag; es könnte sein, dass er einigen einen Clip senden möchte – es ist eine kurze Pause für 5 Minuten für ein freundliches Essen möglich – zur Stärkung der Einheit. Wir, die in der Verbreitung involviert sind, müssen verstehen, dass wir ohne inneres Feuer nichts an andere vermitteln können. Ein Mensch mit einer schlechten Laune, in einem persönlichen Abstieg, kann nicht arbeiten gehen. Deshalb benötigt er während dieser Abstiege die Gemeinschaft.

Es ist notwendig ihn zu erheben – zu seinen Füßen zu stehen – ihn zu ermuntern, ihn zu beleben. Und nur dann wird er mit innerer Energie erfüllt. Mit einer speziellen Atmosphäre der Verbindung kann er arbeiten gehen – unterstützend tätig sein – andererseits würde er die ganze Arbeit ruinieren.

Wir praktizieren das vor jedem Treffen mit einem Menschen, einer Gruppe von Menschen – sogar mit einem großen Publikum. Wir praktizieren und realisieren die permanente Verbindung zwischen uns. Bevor wir ein Studium beginnen, benötigen wir zuerst die Verbindung, um eine gemeinsame Motivation zu erreichen, ein Gefühl des Schutzes – der Sicherheit – ein Gefühl eines erhöhten Zustands. Wenn wir zu einer Gruppe von Menschen kommen, müssen wir das Gewicht unserer Erkenntnis demonstrieren, damit die Gemeinschaft denkt, wir würden auf einem höheren Level als der Rest stehen.

Nun verstehen wir, dass dies eine psychologische Arbeit ist – die Hauptsache ist jedoch, auf dem richtigen Weg voranzugehen. Es ist notwendig, dass hier eine Innere Explosion stattfindet, eine Art Feuer der Herzlichkeit zwischen uns. Wenn wir eine gemeinsame Aktion machen, müssen die Menschen fühlen, dass hier nicht drei Personen vor ihnen stehen, sondern eine einzige Einheit. Wir beginnen, mit der Gemeinschaft mit sechs Händen zu sprechen, wie ein Körper. Das ist es, wozu wir Euch verpflichten.

Deshalb dürfen wir keine Bewegung ohne das Gefühl der Verbindung und Einheit machen. Selbst wenn wir heute zuerst ein Team in einer Fabrik besuchen und danach in ein Büro zur Verbreitung gehen, benötigen wir es, um uns wieder zwischen beiden Events aufzuladen. (118059)

Aus Kab TV’s “Durch die Zeit” 9/17/13

Fragen über die Folgerichtigkeit der höheren Lenkung [117318]

Gibt es einen Unterschied darin, wie die höhere Kraft jenen Teil im Menschen lenkt, der „Israel“ heißt und jenem Teil, der „die Völker der Welt“ heißt? Wie wirkt dieselbe höhere Kraft auf diese zwei Teile? Es handelt sich nicht nur um „Plus“ und „Minus“, sondern um komplizierte, vielschichtige Handlungen in ihrer direkten und indirekten Form.

Es muss nicht sein, dass ich in meiner Selbstsucht, mit der ich zu den Völkern der Welt gehöre, Schläge empfinde, und nachdem ich zu Israel werde, mich gut fühle. Genau das Gegenteil ist der Fall und gewöhnlich geschieht alles anders.

Denn dort, wo ich mich im Teil Israel befinde, muss man mich auf noch höhere Stufen erheben. Und dafür muss ich Schwierigkeiten und Probleme in meinem Teil Israel empfinden. Bekäme ich dort Unterstützung, so würde ich den Vorteil egoistisch empfinden und könnte niemals wachsen. Damit in mir der Teil Israel wächst muss ich einen größeren Druck empfinden. Gerade deshalb muss der “Krieg des Gog gegen Magog” bzw. die Anstrengung vor der Ankunft des Messias ungewöhnlich mächtig und stark sein, ohne eine Analogie in der Geschichte zu haben.

Und der Teil der Völker der Welt in mir muss im Gegenteil genießen. Er soll nicht leiden. Wenn er genießt, dann bin ich die ganze Zeit verwirrt, weil ich nicht weiß, auf wessen Seite die Wahrheit ist – wie die Stadt Shoschan, die Hauptstadt des Babylonischen Reichs, deren Bewohner nicht wussten, wer gerade Recht hat: Mordechei oder Haman?

Somit ist die Lenkung seitens des Schöpfers jeder beliebigen Logik entgegengesetzt. Und deshalb hört der Philosoph, der in uns lebt, nicht auf, ihr zu widersprechen. Sogar Rabbi Shimon setzt fort, zu fragen. Auf seinem Niveau gibt es keinen Philosophen mehr, denn dieser würde längst nicht mehr erfassen, worum es sich handelt. Solche Fragen kann nur ein Mensch formulieren, der sich in der spirituellen Arbeit befindet.

Bezüglich des Philosophen ist alles einfach: Er rechnet mit dem Vorteil in der Tasche, im Bauch, in der Vernunft – arbeitet in dem Verlangen zu empfangen. Hier entstehen jedoch andere Fragen: Wie arbeitet die höhere Lenkung am Menschen, der sich schon im Prozess der spirituellen Entwicklung befindet? Folglich erkennt man, dass die höhere Lenkung ganz entgegengesetzt in Bezug auf die Verlangen handelt: Sowohl bezüglich der empfangenden als auch der gebenden Verlangen, bezüglich der Völker der Welt im Menschen und Israel in ihm. Sie ist so „irrational“, dass uns dieses Gegenteil nicht bewusst ist. Wir wollen die ganze Zeit über diese Erscheinungen direkt richten, weil unsere Verlangen noch nicht korrigiert sind.

Ich fühle, dass ich in meinen gebenden Verlangen keine Erfolge erzielt habe und in den empfangenden Wünschen läuft alles gut. Ich empfinde so, weil ich mich auf der nicht korrigierten Stufe befinde und deshalb denke, dass die egoistischen Verlangen über die Verlangen des Gebens herrschen sollen. In den gebenden Verlangen fühle ich mich winzig und schlecht, und in den empfangenden Verlangen leuchtet der Gewinn.

So handelt der “Richter”, der in mir lebt, weil er „danach richtet, was seine Augen sehen“. Und nur wenn in mir der Punkt im Herzen erwacht, welchen ich an die Umgebung anbinde und dadurch meine Freiheit der Wahl realisiere, werde ich in den neuen Werten des Gebens gefestigt und kann mich in meine Verlangen, Absichten und Gedanken vertiefen, um diese in der richtigen Form zu klären. Solche Arbeit findet immer statt.

Auszug aus dem Unterricht „Vorwort zum Buch Sohar“, 18.08.2013

Den Schöpfer kann man weder verstehen noch messen [117146]

Im Buch Sohar steht geschrieben: „Unter allen Weisen der Völker gibt es niemanden wie dich“. Es handelt sich dabei um Eigenschaften innerhalb eines Menschen. Cohen (Priester), Lewi, Israel – werden „Juden“ weil sie zur Einheit (Jehud) streben, welche im Hebräischen die selbe Wurzel haben. Wissenschafter oder Philosophen streben dasselbe an, doch es ist reine Theorie ohne jegliches Verlangen danach, sich zu ändern oder zu korrigieren.

Das ist nur Arbeit im Verstand und nicht im Herz. Aber wir müssen das Herz, das heißt die Verlangen des Menschen korrigieren. „Die Philosophen“ wollen dasselbe mit dem Verstand erreichen und werden deshalb verwirrt; sie beschäftigen sich mit „Götzendienst“ und erzeugen in ihren Köpfen allerlei Phantasien.

Alle Eigenschaften außer Israel (die direkt zum Schöpfer gerichtet ist) heißen „Völker der Welt“, da sie nicht danach streben, mit dem Schöpfer verbunden zu sein, um Ihn zu erfreuen. Die Völker der Welt werden auf 70 Völker und Israel auf 12 Stämme und noch eine Menge andere Teile unterteilt; das bedeutet, diese Teilung nimmt kein Ende. Dabei schließt jeder von uns alle anderen ein. Dies ist die Folge des Zerbrechens der Gefäße und dient uns als Vorbereitung.

Wenn wir deshalb im Buch Sohar über einen Philosophen oder Gerechten lesen, müssen wir diese auf Eigenschaften in uns beziehen. Die gesamte Tora schreibt über einen Menschen, der in sich die ganze Welt einschließt. Die Frage besteht darin, ob dieser Mensch dazu als etwas erschaffen wurde, das den Schöpfer aufgrund der ihm gegebenen, inneren Gefäße begreift: Seinem Verlangens zu empfangen und die Weisheit seines Verstandes.

Natürlich, nicht! Die Erweiterung unserer Verlangen, durch die wir den Schöpfer erfassen und nicht über Ihn philosophieren, wie es die Weisen aus den „Völkern der Welt“ tun, geschieht nur mit Hilfe der höheren Kraft, die uns den Schirm und das reflektierte Licht vermittelt. Das ist eine ganz andere Erweiterung der Gefäße verglichen mit jenen, die wir durch Weisheit vergrößern.

Wenn ein Mensch eine Wissenschaft logisch studiert dann wachsen nur sein Verstand und seine intellektuellen Fähigkeiten. Dabei werden aber seine Gefäße der Wahrnehmung für das Höhere System, das göttliche System, nicht besser. Er erforscht nicht die Kräfte, die ihn lenken und kann den Schöpfer nicht begreifen. Man kann den Schöpfer nur nach dem Erwerb Seiner Eigenschaften begreifen. Und wenn ein Mensch seine Eigenschaften nicht ändert, dann befindet er sich unter der Macht des Verlangens zu empfangen; und der Verstand, welcher der Sklave des Verlangen zu empfangen ist und ihm dient, versucht stets, es zu befriedigen.

So arbeiten wir in dieser Welt und man kann nichts dagegen tun. Solange keine Hilfe von oben kommt, die unsere Gefäße der Wahrnehmung ausdehnt, und wir auch keine neuen Verlangen des Gebens bekommen, werden wir den Schöpfer nicht erfassen. Wir werden nicht die geringste Vorstellung davon haben, was die spirituelle Welt ist.

Auszug aus dem Unterricht „Vorwort zum Buch Sohar“, 18.08.2013

Das Schlachtfeld bin ich selbst [117042]

Rabash, Brief 36: Der Feiertag Sukkot löst alle Fragen, selbst die schwierigsten. Denn die Laubhütte (Sukka) ist ein Schatten des Glaubens, der über den Sonnenschein, d.h. über das Wissen herrschen soll. „Sein Schatten soll mehr sein als sein Licht.“ Wir müssen uns sehr anstrengen, um den Schatten zu erkennen und zu sagen, das es der Schatten der Heiligkeit ist, da der gesamte Schatten vom Himmel herrührt und nicht von der Sitra Achra. Der Schatten dient dem Menschen als der Ort, an dem er den Glauben erlangen kann.

Das Wichtigste ist zu erkennen, dass die Kraft der Gruppe unserem Ego entgegengesetzt ist. Wäre dem nicht so, fiele der Mensch tief in sein Ego und seine egoistischen Gedanken und hätte keine Hoffnung auf Erfolg.

Man muss die ganze Zeit an den richtigen Gedanken festhalten, um sich oben im richtigen Erwachen zu halten, sich an die richtige Kraft klammern und in die richtige Richtung gehen. Das geht nur mit Hilfe der Gruppe und ihrer unaufhörlichen Unterstützung. Es gibt keinen anderen Weg und wir müssen dafür Sorge tragen.

Denn man ist immer noch die ganze Zeit nur mit sich selbst beschäftigt. Doch wenn man die Bemühungen der Freunde nicht missachtet und wenn sie einen positiv beeinflussen, dann wacht man auf und erhebt sich über sein Ego.

Es ein problematischer Moment: Man kann den Schatten nur dann erschaffen, wenn man den Einfluss der Umgebung wichtiger nimmt als die eigene Natur.

Dieser Kampf ist unvermeidlich und man muss immer daran denken, wer darin wohl siegen wird. Man muss sich selbst als Schlachtfeld zwischen Heiligkeit und Sitra Achra betrachten.

Wie kann ich mir versprechen, dass die Gruppe wichtiger ist als meine egoistischen Eigenschaften, Verlangen und Gedanken? Wie kann ich mich dauerhaft dem mächtigen und richtigen Einfluss der Freunde aussetzen? Wenn mir das gelingt, dann habe ich eine positive Zukunft.

Je mehr wir also mit allen Kräften an der Verbindung arbeiten, umso größer ist unser Erfolg.

Frage: Was bestimmt den Ausgang dieses Kampfes außer Glück? Denn ich sehe, dass ich ständig vernichtende Niederlagen einstecke.

Meine Antwort: Du wirst immer verlieren. Man kann nur unter einer Bedingung vorankommen: Sich darum kümmern, dass andere nicht fallen, dass die Freunde nicht ihrer Natur nachgeben. Dein Einfluss auf sie soll stärker sein als sie. Beeinflusse und beeindrucke sie also durch Inspiration und die Wichtigkeit des Ziels.

Eine Mutter denkt ebenfalls ständig an ihre Kinder, unabhängig davon, was sie tut und wo sie sich gerade aufhält. Daher müssen wir an der gegenseitigen Fürsorge arbeiten. Wir sitzen alle im selben Boot und werden sinken, wenn jemand ein Loch hineinbohrt.

Alles liegt in unseren Händen und nur wir können es erfüllen. Möglicherweise werden uns Schläge dabei helfen, zu verstehen, was es bedeutet, tatsächlich im selben Boot zu sitzen.

Frage: Ich spüre ständig, dass ich ausschließlich mit mir selbst beschäftigt bin und nicht an die Gruppe denke. Wie kann ich mich von der Illusion befreien, dass ich selbst etwas bewirken kann?

Meine Antwort: Du musst es weiter versuchen. Dich um dich selbst zu kümmern wird nicht helfen, aber du wirst zumindest erkennen, dass es ohne gegenseitige Unterstützung nicht geht. Wir brauchen ein großes gemeinsames Gefäß, das all unsere Freunde in Israel und in der Welt einschließt – und wir müssen uns natürlich auch mehr anstrengen.

Natürlich werden uns auf dem Weg Hindernisse begegnen, die sich als „Hilfe gegen dich“ enthüllen. Doch du wirst dann zweimal darüber nachdenken, was zu tun ist.

Schließlich muss man Folgendes verstehen: Wenn man sich nicht verbinden will, dann bekommt man zusätzliche Hindernisse, die dich in Stücke reißen, dich in andere Richtungen drängen oder dich mit verschiedensten Problemen konfrontieren. Und das einzige Hilfreiche ist, wenn du über all diese Hindernisse die Verbindung stellst. Das ist die Antwort auf alle zukünftigen, externen Probleme, die deswegen kommen werden, damit wir die richtige Vereinigung erlangen.

Frage: Aber auf die Hindernisse zu warten, ist doch der Weg des Leides?

Meine Antwort: Wenn du sie sowohl auf dem materiellen als auch auf dem spirituellen Niveau überwindest, dann wird alles in Ordnung kommen.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Sukkot“, 18.09.2013

Keine richtige Reform, Herr Präsident! [115722]

Die Forschung: Heute verlässt jeder fünfte Schüler die Oberstufe der Schulen in den USA, jeder zweite geht nicht aufs Kollege. Obama begann, das Ausbildungssystem zu reformieren, aber die Reform ist an dem Widerstand von unten zerbrochen.

Dann begann man mit der Reform der Vorschule. Aber nur drei von zehn Kindern besuchen den Kindergarten: Viele Eltern können sich das nicht leisten. Dann sagte Obama, dass 100% der Kinder eine Vorschulausbildung haben sollten und gab dafür 1,3 Mrd. Dollar aus, in 10 Jahren – 75 Mrd…

Aber die Hauptveränderungen werden in der Mittelschule mit der Einführung von Standards passieren, obwohl 34 von 50 Staaten diese Forderungen als viel zu hoch ansehen. Die Reform gründet sich vollständig auf die Ergebnisse der Prüfungstests und für Kreativität bleibt keine Zeit  übrig. Es ist viel bequemer, einen Onlinekurs anzuschalten und, während die Schüler die Videovorlesungen gucken, die gestrigen Kontrollarbeiten zu prüfen.

Aber die Ausbildung ist doch ein emotionaler Prozess des Kontaktes zwischen dem Schüler und dem Pädagogen. Die Kinder brauchen das individuelle Herangehen, verschiedene Gegenstände, die in gleicher Weise die linke und rechte Gehirnhälfte ansprechen, und nicht nur Mathematik und Naturwissenschaften. Heute nutzen die Schulen standardmäßige Algorithmen in der Ausbildung, aber dies befriedigt nicht die Neugierde, die den Schülern eigen ist.

Darüber hinaus hängen die von oben erlassenen Standards wie ein Damoklesschwert über den Pädagogen. Alle müssen jetzt in bestimmten Zeitintervallen eine Eignungsprüfung ablegen: die Sonderkommissionen analysieren, wie die Schüler  mit dem Programm dieses oder jenes Lehrers zurechtkommen. Und wenn es im Vergleich zum Vorjahr keinen Fortschritt bei den Prüfungen gibt, dann wird ein solcher Lehrer für das kommende Lehrjahr nicht zugelassen. Wenn Erfolge vorhanden sind, wird der Pädagoge Boni bekommen.

Mein Kommentar: Alles ist als kapitalistisches System aufgebaut. Die Ausbildung soll informell sein und die Sinne des Kindes entwickeln, mit vielen Besprechungen, Besuchen von Betrieben, Museen, Krankenhäusern, und Banken – und dann gibt es Besprechungen, wo sie waren und was es dort gab.

Man muss die Integralerziehung und -ausbildung einführen. Aber zuerst sollte man die Lehrer und Erzieher darauf vorbereiten. Früher oder später muss man sowieso eine derartige Ausbildung einführen, unsere Entwicklung führt uns doch zur integralen Welt. Das Land, das diese Methodik anwendet, – wird alle anderen Länder weit hinter sich lassen…

Duty-Free Zone in der Mitte Tiferet

Frage: Warum braucht der Schöpfer das Übergangsglied – Israel zwischen Ihm und Seinem Geschöpf?

Meine Antwort: Das eigentliche Material ist Malchut, das Verlangen zu genießen und nichts mehr. Dieses Verlangen kann nur auf die angenehme oder unangenehme Einwirkung reagieren, und das auf die vorgegebene und direkte Weise. Es kann keine Erneuerung in der Natur hervorrufen.

Wenn ich ein mechanisches, elektrisches System aufgebaut habe, das auf meine Einwirkungen reagiert, dann heißt es noch lange nicht, dass ich ein neues Geschöpf erschaffen habe. Denn dieses System ist entsprechend meinem Vorhaben, meinem Gefühl, meiner Vernunft und Beziehung aufgebaut. Wenn ich alles richtig aufgebaut habe, wenn ich – sein Schöpfer bin und dieses System vollständig in meinen Händen ist, dann ist es nur ein Teil von mir und darin gibt es nichts Neues. So wollte ich, und so habe ich auch getan.

Deshalb heißen die unbelebte, pflanzliche, tierische Natur und die Menschen, die eine äußerst materielle Existenz führen, nicht die Schöpfung, weil sie von oben direkt gelenkt werden. Wenn man sie “gestochen” hat – dann schreien sie: „Oh!“, hat man sie geschmeichelt – sie genießen: „Ah…“. Und außerdem können sie nichts tun – entweder das Leiden, oder den Genuss empfinden.

Die Reaktion auf das Leiden oder den Genuss ist offensichtlich und ist bezüglich jederman im Voraus vorherbestimmt. Aber wo gibt es hier das wahre Geschöpf?

In jedem Geschöpf gibt es einen Teil vom Schöpfer, weshalb in seinem Inneren schon eine gewisse Opposition, ein Widerspruch, ein Bruch, eine Differenz (delta) zwischen den Eigenschaften des Schöpfers und der Schöpfung sichtbar wird. Wenn wir mit diesen zwei Teilen richtig arbeiten können, dann entsteht dazwischen eine Stelle der Freiheit des Willens – ein besonderer Raum, in welchem wir vom Schöpfer und vom Seinem geschaffenen Material nicht abhängen, sich auf der Grenze zwischen ihnen befinden.

Dieses Niemandsland heißt „das mittlere Drittel Tiferet“. Gerade dieser Raum ist das wahre Geschöpf. Wir müssen solch einen Zustand erreichen, und wir verstehen schon, wo wir ihn suchen können, wie man sich darauf einstellen kann. Irgendwo in der Mitte, zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf (es geht hier aber nicht um das wahre Geschöpf, sondern um das Material der Schöpfung), gibt es einen solchen Zustand, der beide diese Gegenteile beinhaltet und zur gleichen Zeit von keinem von ihnen abhängt.

Für uns ist es unverständlich, wie so etwas existieren kann, aber allmählich erreichen wir solch einen Zustand. Indem wir mit dem breiten Publikum arbeiten, arbeiten wir mit dem Material der Schöpfung. Und der Schöpfer ist jene Kraft, mit deren Hilfe wir die Handlung erfüllen wollen. Deshalb entstehen infolge solcher Handlungen aus uns „die Geschöpfe“. Es gab so etwas in der Geschichte niemals, dieser Prozess beginnt erst heutzutage. Erst dann können wir die Menschen, die Söhne Adams heißen – die dem Schöpfer „ähnlich “ (dome) sind – werden.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 26.08.2013

Hör zu, wie die Steine ​​schreien

Es gibt Menschen, die den starken Wunsch haben, mit dem Funken im Herzen den Schöpfer  zu enthüllen. Und wenn sie Opfer bringen, um diesen Funken zwischen ihnen mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurück führt, zu verbinden, lebt auch das Licht in ihnen. Auch wenn sie versuchen, sich mit jemandem, der kein Verlangen zum Schöpfer hat, zu verbinden, dann können sie auch das Leben dieses Menschen mit dem Licht erfüllen, welches sie durch die Arbeit miteinander erhalten haben.

Das heißt, zuerst arbeiten wir in der Gruppe, wo wir durch die Verbindung das Licht zwischen uns sammeln, akkumulieren. Und dann können wir uns an die breite Öffentlichkeit wenden, die nicht nach der Offenbarung des Schöpfers sucht, und können als Leim fungieren, welcher alle miteinander verbindet, und wir können dorthin ein wenig Licht, welches wir erhalten haben, zurückgeben. Und von ihnen können wir den Wunsch zur Verbindung und die Korrektur erhalten.

Sie erkennen selbst nicht, dass diese Wünsche auf die Verbindung und die Korrektur gerichtet sind, und nehmen sie als eigenes Versagen und als Probleme dieser Welt wahr. Aber in Wirklichkeit sind das die gleichen ewigen Fragen des Daseins und der Probleme damit, weil alles davon abhängt, ob du in der Nähe oder vom Licht des Schöpfers weiter entfernt bist. In jedem Problem, in jedem Schrei, der in dieser Welt vorkommt, auch in toten Steinen, in der Pflanze oder im Tier, müssen wir in der Lage sein, das Gebet zu hören.

Jede Art der Schöpfung braucht nur die Offenbarung des Schöpfers. Aber wir können uns mit der Absicht nähern, aus eigenem freien Willen, und deshalb müssen wir die Verantwortung für alle Arten der Schöpfung übernehmen und für die Verbindung sorgen. Auf diese Weise erfüllen wir den Wunsch des Schöpfers.

Je mehr diejenigen, die Israel „Yashar-El“ (die direkt zum Schöpfer streben) genannt werden, ihre Arbeit mit immer größerer Hingabe und Selbstverleugnung erledigen, desto schneller korrigiert sich die ganze Welt. Umgekehrt, wenn sie bis zuletzt die ihnen übertragenen Arbeiten ignorieren, leidet die ganze Welt, und dieses Leid kehrt schließlich nach Israel zurück, damit die Korrektur beschleunigt wird.

Deswegen sind diese Probleme nicht als Strafe zu interpretieren. Alle Belohnungen und Bestrafungen sind nur dazu da, den Wunsch des Schöpfers zu erfüllen oder nicht. Darin liegt die Kraft der ganzen Belohnung und Bestrafung.

Auszug aus der Unterrichtsvorbereitung vom 20.08.2013