In einer Gruppe von Gleichgesinnten.
Frage: Wenn der Schöpfer als Quelle der Leiden empfunden wird, ist es schwer nach Ihm zu streben. Sind meine Bemühungen egoistisch, wenn sie darauf ausgerichtet sind den Schöpfer als gut und Gutes tuend zu fühlen?
Antwort: Wir müssen das lösen. Durch die Zustände, die wir in der Gruppe schaffen möchten, legen wir den Grundstein zu Seiner Offenbarung.
In dem Maße, in dem wir die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, der Verbindung über unserem Ego erlangen, erschaffen wir die Bedingungen, d.h. das Kli (Gefäß), in welchem wir den Schöpfer begreifen.
Der Schöpfer enthüllt sich in dem von uns aufgebauten Kli, in dem Maß unserer Ähnlichkeit mit seiner Eigenschaft der Liebe und des Gebens.
(242047)
Frage: Offenbart sich der Schöpfer im Feld der guten Gefühle? Oder ist der Schöpfer selbst ein gutes Gefühl?
Antwort: Der Schöpfer ist alles, alles was in allen Welten, im gesamten Universum in mir ist. Er bestimmt alles außer deiner Willensfreiheit – ein kleiner Parameter, den du selbst definierst.
Frage: Ist der Weg des Leidens das Verlangen des Schöpfers?
Antwort: Das Verlangen des Schöpfers ist das Erreichen der mittleren Linie – Ihm absolut ähnlich zu werden, da sein Zustand am vollkommensten ist.
Frage: Beim Verstoß gegen welche Gesetze in der Spiritualität wird ein Mensch unvermeidlich leiden?
Antwort: Indem er die Gesetze der Verbindung in einer Gruppe verletzt.
Frage: Wenn ein Mensch zur Ewigkeit und Vollkommenheit gelangt ist, hat er dann einen Punkt erreicht, an dem es nicht nötig ist Schmerz und Leid zu empfinden?
Antwort: Ja
Frage: Ich versuche mir ständig vorzustellen, dass alles vom Schöpfer kommt, er gut zu mir ist und ich seine liebevolle Gegenwart spüren möchte. Ich spüre dann die Dankbarkeit und freue mich in der Gruppe mitzumachen. Ist der Wunsch, die Güte des Schöpfers zu spüren egoistisch?
Antwort: Nein, es ist das Richtige. Der Mensch soll nach guten Gefühlen streben.
Frage: Wir hatten eine gute und liebevolle Beziehung in unserer Familie. Meinem Ehemann wurde viel Geld angeboten und er änderte sofort den Weg. Seine Aggressionen wurden auf die Familie, die Kinder übertragen. Ich möchte den Weg der Liebe, der Selbstentwicklung fortsetzen, aber mein Mann hört mich nicht mehr. Muss ich in diesem Fall Geduld aufbringen und warten, oder klar und deutlich meinen eigenen Weg gehen?
Antwort: Ich glaube, dass man hier nichts machen kann. Sie müssen ihrem Ehemann die Möglichkeit geben, seinen gewählten Weg zu folgen. Die Hauptsache ist, dass er an sie und an die Kinder denkt und sie ihre spirituelle Entwicklung fortsetzen können.
Frage: Der Mensch möchte lediglich genießen, sogar in der Gruppe. Das ist seine Natur. Das ist doch keine Korrektur?
Antwort: Nein, das ist keine Korrektur. Die Gruppe ist nötig, um sich über sich selbst zu erheben. Durch die Fürsorge der Gruppe, durch die Verbindung mit ihnen kommt man zu der Verbindung mit dem Schöpfer.
Frage: Ist jeder Mensch in der Lage, die Bitterkeit in Süße zu verwandeln und den Weg der Beschleunigung (Achishena) zu gehen?
Antwort: Ja, in dieser Zeit, in diesem Leben kann jeder Mensch die Bitterkeit in Süße verwandeln und das Ziel der Schöpfung erreichen. Es ist egal, in welchem Alter er ist. Indem man versucht, weniger Fehler zu machen, geht man dem Ziel entgegen.
Frage: Vermischen sich unsere Welt und die höhere Welt oder bleiben sie getrennt?
Antwort: Nein, sie vermischen sich nicht.
Frage: Wenn der Mensch in der Gruppe leidet, bedeutet das, dass man sich nicht auf dem Weg der Kabbala befindet?
Antwort: Dies bedeutet, dass er noch nicht in der Lage ist, seine Leiden umzukehren, um den spirituellen Aufstieg zu unterstützen.
Frage: Ist der Schöpfer unser gemeinsamer Traum?
Antwort: Der Schöpfer ist das, was wir sind. Das heißt, indem wir ihn offenbaren, nehmen wir das als die Summe all unserer Eindrücke und Wünsche wahr.
Frage: Wie verstehe ich, dass ich den Weg der Kabbala gewählt habe und nicht den Weg des Leidens?
Antwort: Es kommt darauf an, wie sehr sie sich zusammen mit der Gruppe, den Freunden zur spirituellen Stufe bewegen.
Aus dem Unterricht 18.11.2018
[242834]
Rabash Beit Knesset 4
Als ich zu Rav kam, wurde der Knesset noch aufgebaut. Das war ungefähr im Jahr 1980. Die Bauarbeiten dauerten noch. Der Boden war noch nicht belegt, der Schrank für das Aufbewahren der Tora (Aron kodesch) war noch nicht fertig. Alles befand sich noch im Bau.
Damals hatten sie eine große Spende von einer alten Dame aus dem Altenheim erhalten. Sie wollte den Namen ihres Mannes und ihren eigenen Namen verewigen. Sie hatte das Geld für den Namen gegeben und es war möglich diesen Raum auszubauen.
Die Rabashs Wohnung befand sich in der zweiten Etage. Hier wohnt bis zum heutigen Tag seine Frau Feiga. Unten befindet sich Beit Knesset.
Frage: Wer hat entschieden welche Farbe der Bodenbelag haben soll und alles andere?
Ich kann diese Frage nicht beantworten, weil ich mich niemals für solche Fragen interessiert habe. Das hatte für mich keine Bedeutung. Wahrscheinlich wurde das nach Rav’s Rat gemacht, weil er einen entwickelten Sinn für Schönheit hatte; seinen eigenen, besonderen Sinn. Er hat sich besonders darum gekümmert wie Beit Knesset aussah, er hat nach seinem Geschmack gehandelt und hat nicht erlaubt, das diese Arbeiten schlampig ausgeführt wurden. Er verstand wirklich was davon. Sein Sinn für Schönheit (sowohl für die äußere als auch für die innere), sein natürlicher Sinn, war stark ausgeprägt.
Nach dem Morgengebet „Schacharit“, wenn die Menschen nach Hause oder zur Arbeit gefahren sind, war Beit Knesset fast leer. Nur wir beide (Rav und ich) sind geblieben und noch ein paar alte Männer, die es nicht eilig hatten zu gehen. Wir haben mit Rav den Tagesablauf besprochen. Ich habe ihm meine unterschiedlichen Fragen gestellt, die mit dem Studium verbunden waren und während dem Gebet darüber nachgedacht. Abgesehen davon, das ich auf diese Fragen, mir selber die Antworten hätte geben können, so habe ich mich selber überprüft, indem ich Rav danach fragte. So schreitet der Mensch in seiner spirituellen Suche, auf seinem Weg voran.

Tagesablauf eines Kabbalisten
Frage: Was für einen Tagesablauf hatten Sie?
Wie üblich bin ich um zwei Uhr nachts aufgestanden. Das mache ich bis zum heutigen Tag. Innerhalb einer Stunde vor dem Unterricht habe ich die „Shamati“ Artikel gelesen. Rav war in seine Gedanken versunken, er hat studiert und ist spazieren gegangen. Oft ging er von seiner Wohnung, die Chason Straße zu Fuß entlang bis zu Rav Akiva und zurück. Dabei hat er gesungen, nachgedacht und machte Atemübungen. So hatte er sich ganz gemütlich und gut, Nachts um zwei Uhr, für den Unterricht vorbereitet.
Drei Uhr morgens haben wir uns zum Unterricht versammelt und angefangen zu studieren. Wie üblich, von 3 bis 6 Uhr, gab es Unterricht, von 6 bis 6:30 – das Gebet, danach haben wir 5 Minuten besprochen was wir innerhalb des Tages machen und wir gingen zur Pause, um zu essen und uns zu erholen.
Gegen 9 Uhr fuhr ich mit dem Auto zu Rabashs Haus, ging hinauf in seine Wohnung, und wir fuhren gemeinsam zum Meer oder zum Park. Manchmal mussten wir zum Arzt oder etwas anderes erledigen. Wir waren 3 Stunden unterwegs.
Gegen 12:30 waren wir zurück und ich ging mit ihm in seine Wohnung, um alle die gekauften Sachen hinauf zu bringen. Dann fuhr ich nach Hause, habe gegessen und habe meine Patienten empfangen. Ich habe damals drei Stunden gearbeitet: von 13:00 bis 16:00. Um 17:00 war ich wieder bei Rav. Um diese Zeit fingen die Nachmittags-Unterrichte an. Bis 20:00 studierten wir Artikel von Baal HaSulam und TES, von 20:00 bis 20:30 wurde Sohar gelesen, von 20:30 bis 20:45 gab es ein Gebet „Aravit“ und um 20:45 waren wir Zuhause.
In fünf Minuten schlief Rav ein. Er verlor keine Minute. Ich kehrte auch nach Hause zurück, damit ich schlafen konnte, ich musste ja wieder um 2 Uhr aufstehen.
So einen Tagesablauf hatten wir all die Jahre die ich bei ihm war, beibehalten. Ausgenommen die Zeit, wo ich ihn im Krankenhaus betreute, wo wir viele Tage verbrachten. Oder wir sind für zwei oder drei Tage nach Norden verreist, in Twerien oder woanders. Wir haben uns zurückgezogen an einem menschenleeren Ort. Das war ein völlig anderes Studium und anderes Verhältnis, als in Beit Knesset.
Der jüdische Kalender hat ein besonderes Verhältnis zu den Zeiten.
Dies basiert auf der Tatsache, dass das spirituelle System ein Werkzeug wie Seir Anpin hat, in das sich Malchut kleidet und von oben in das Licht von Bina eintritt.

Seir Anpin hat eine Art Schlitz, kleine Löcher, mit denen er Malchut durchleuchtet. Wenn ein Loch mit dem Empfänger, mit Malchut, mit der Seele zusammentrifft, dann tritt das Licht ein und das wird als „Mazal“ bezeichnet – das Schicksal des Menschen.
Es gibt besondere Beziehungen zwischen Tagen und Nächten, zwischen verschiedenen Zeiten. Was ich an einem bestimmten Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt, angenommen in der Nacht machen kann, kann ich ebenso, mit fast der selben Wirkung, an einem anderen Tag zu einer anderen Stunde zum Beispiel am Nachmittag tun.
Wir sehen, wie das Licht von Bina uns beeinflusst. Seir Anpin und Malchut, legen für uns jedes Mal eine andere Seite, ein neues Schicksal fest.
Im Judentum wurden schon vor langer Zeit astronomische Tabellen erstellt. Sie wurden von Kolumbus, Newton und anderen berühmten Wissenschaftlern und Seefahrern benutzt. Abraham selbst war ein großer Astronom und Astrologe.
Zu Abrahams Zeit war die Astrologie nicht wie heute. Die Basis war eine klare Verbindung, in Bezug auf jeden Menschen und seiner Seele und zwischen dem Standort der Sterne, des Mondes, der Erde und der Sonne. Sie berücksichtigte die Daten, zu welcher Zeit er gezeugt, geboren, etc. wurde. Wenn wir all das wüssten, würden wir das Schicksal eines jeden Menschen kennen. Wir wüssten was mit ihm geschehen würde und wie er handeln würde. Wir bräuchten keine Wahrsagerei – so ist sie nun mal, die Karte unseres Schicksals.
Aus dem Unterricht vom 30.12.2018
[243033]

Frage: Wenn mein Egoismus global geworden ist, bedeutet dies, dass ich von allen anderen abhängig bin?
Antwort: Abhängigkeit von Anderen bedeutet, dass du niemals erfolgreich sein kannst, wenn du nicht so handelst, dass es zum Wohle aller ist. Nehmen wir mal an, ich sei ein Taxifahrer. Ich nehme einen Fahrgast auf, fahre ihn wohin er fahren muss, berechne ihm den doppelten Betrag, den er mir schuldet, verberge dieses Geld vor der Steuer und stecke es direkt in meine Tasche. Es gehört alles mir! Aber am Ende sehe ich, dass ich irgendwie nichts von diesem Geld behalten kann. Ich weiß nicht, wo es überall hin ist oder warum, aber genau dies geschieht.
Plötzlich bin ich mit Problemen überladen: die Bank hat mich betrogen, irgendetwas läuft mit meiner Frau und den Kindern schief, meine Gesundheit verschlechtert sich und alles andere geht den Bach hinunter. Ich stehe vor tausend verschiedenen Missgeschicken und Problemen. Was auch immer ich tue, ganz gleich wie viel Geld durch meine Hände geht, nichts davon ist zu etwas gut.
Daher müssen die Menschen verstehen, dass sie einfach sich selbst töten, wenn sie weiterhin auf diese Weise handeln. Und es ist nicht leicht den Menschen zu erklären, dass sie ganz gleich, was sie tun, immer auch die anderen berücksichtigen müssen. Das ist so, weil wir in eine komplett neue Welt eingetreten sind, wo wir nicht, wie im obigen Beispiel, wie gewohnt weiterhin die Steuerbehörden und die Fahrgäste betrügen können. Wir werden sehen, dass es unsere egoistischen Körper sind, die wir betrügen müssen, weil diese uns nicht erlauben mit Rücksicht auf Andere zu handeln.
Kannst du dir vorstellen, welche enorme Transformation wir alle durchlaufen müssen? Dies kann nur auf dem Wege einer Erziehung geschehen, die erklärt, dass wir in einer neuen Welt leben und dieses neue Gesetz befolgen müssen. Und wenn wir es nicht tun, dann verurteilen wir uns selbst, unsere Familien, unsere Angehörigen und die ganze Welt zum Leiden.
Die Gesellschaft muss daher beginnen, diese Systeme für die Erziehung zu schaffen. Sie mögen wie reine Systeme erscheinen, die zur Erklärung dieser Konzepte geschaffen wurden. In Wirklichkeit jedoch werden sie mit dem Licht verbunden sein – der einzigen Kraft, die die Fähigkeit hat unsere Wünsche zu korrigieren. Es sind unsere nicht korrigierten Wünsche, die uns ständig zu unseren alten Wegen zurückkehren lassen. Die uns austricksen und uns dazu bringen so zu handeln, sogar, wenn wir schon anders sein wollen, und den anderen geben wollen. Um diese Wünsche zu korrigieren, brauchen wir eine Methodik, die mit dem Licht verbunden ist und die es uns ermöglicht dieses Licht zu uns hin zu kanalisieren. Es ist so, wie eine Leitung zu legen, die es der Elektrizität möglich macht, zu den Verbrauchern und so in alle Häuser zu gelangen.
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In Rabash’s Arbeitszimmer
Auf der ersten Etage unseres Gebäudes Chason Isch Straße 81, gab es ein Arbeitszimmer von Rabash. Wir haben von 3 bis 6 Uhr morgens studiert und danach bis 6:30 Uhr hatten wir ein Gebet gehabt. Später, ungefähr bis 9 Uhr eine Pause. Nun sind wir mit ihm zusammen zum Meer oder in den Park gefahren, das war abhängig von der Jahreszeit. Noch bevor wir uns zur nächsten Pause trennten, haben wir geklärt, was wir an diesem Tag zu tun hatten. Es war dann so, dass er zum Arzt musste oder noch etwas anderes zu erledigen hatte.
Während des Chanuka-Fest stand auf dem Tisch im Arbeitszimmer die Chanikija. Normalerweise war sie versteckt und nur während Chanuka hat man sie hervor geholt, um sie abends anzuzünden. Jeden Abend haben wir Chanuka Kerzen angezündet und Lieder gesungen, die man aus der Tradition heraus an diesem Abend normalerweise singt, entweder nach einfachen Melodien oder nach der Musik von Baal HaSulam. Danach wurden „Lechaims“ ausgesprochen, ein wenig Brendy „777“ getrunken (stand normalerweise auf unserem Tisch, weil Rebe es sehr mochte) und Chanuka-Krapfen gegessen. Rav hat sie selber an jeden von uns ausgeteilt.
Er konnte natürlich in jede seiner Handlungen Spiritualität einfügen. Für ihn war es nicht wichtig welche physischen Handlungen er unternimmt, was man sagen muss, er hat immer seine innere Arbeit hinzugefügt. So brachte er, mit allen seinen Handlungen und große Anstrengungen, Korrekturen zustande.

Frage: Sie sagen, dass der Egoismus der jungen Leute nicht gestoppt werden kann: Ein 11 Jahre altes Kind kann ein anderes Kind niederstechen. Wohin führt das? Was wird in zehn oder fünfzehn Jahren geschehen, wenn diese zehnjährigen Kinder 20 Jahre alt sind?
Antwort: Erstens fühlen sich Kinder nicht dazu verpflichtet, unsere Gesetze zu befolgen, weil sie nicht bestraft werden können. Sie können nicht vor Gericht gebracht werden, weil sie zu jung sind. Was wird also passieren? Wenn ein Kind älter wird, wächst die bewahrende Kraft in ihm heran, sowie die Furcht, als ein Erwachsener in dieser Welt leben zu müssen. Eine Sache, die helfen würde, wäre, wenn wir sie wie Erwachsene behandeln würden.
Aber in Wirklichkeit eignen sich unsere Gesetze nicht für Kinder. Es sollte gesetzliche Vorschriften für jede Altersgruppe geben und sie sollten für Jungen und Mädchen gesondert sein. Wir sollten wissen, was wir von ihnen erwarten und wie wir sie bestrafen sollten. Sie sollten entsprechend des Systems von Belohnung und Bestrafung erkennen, was die richtige Verhaltensform ist.
Ein Kind sollte das wissen – dies ist ein richtiges Erziehungssystem. Es ist ein System, das der grausamen tierischen Natur der Menschen entgegenwirkt und fähig ist, einen echten Menschen zu formen oder zu schaffen. Für jede Handlung sollte es eine passende Reaktion geben. Auf diese Weise erzieht eine Mutter ein Kleinkind: sie gibt ihm einen Ansporn für eine Sache und eine Bestrafung für eine andere.
Auf diese Weise müssen wir den „Ton“ formen. Und die Kinder werden das verstehen, weil sie wie „Ton“ sind, der das Verlangen, Genuss zu empfangen, enthält. Wir können dieses Verlangen beeinflussen, indem wir ihm sagen: Wenn du diese Form annimmst, wirst du etwas Süßes bekommen und wenn du eine andere Form annimmst, wirst du Bitterkeit empfinden. Auf diese Weise können wir einen Menschen gestalten.
Wenn wir ihm jedoch erlauben, alles zu tun, was es will und es zu negativen Verhaltensformen anregen, wie die, welche Kinder von grausamen, abstoßenden Spielen lernen, wo Menschen einander töten und wenn es das ist, was sie im Fernsehen und dem Internet sehen und es keine Bestrafung dafür von der Gesellschaft gibt, was wird dann das Ergebnis dieser Art der Erziehung sein? Ein bezauberndes Kleinkind wird aufwachsen, um ein unglückliches Kind zu werden.
Wir müssen also zuerst den Eltern beibringen, wie man ein Erziehungssystem für ihre Kinder erschafft. Andernfalls wird die nächste Generation mit Sicherheit schlimmer sein als die vorige.
(Aus dem Unterricht über Baal HaSulam´s Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ )
Lag ba-Omer ist in erster Linie ein kabbalistischer Feiertag, ein Feiertag des Lichtes. Lag ba-Omer bedeutet 33. Tag (lamed-gimel) nach Pessach, d.h. nach dem Auszug aus dem egoistischen Wunsch, zum Geben um zu Geben, zu den gebenden Wünschen. Deswegen beginnt danach die Periode der Säuberung der Wünsche: 33 Tage von Pessach bis Lag ba-Omer und von da bis zu Shawuot. In diesen 50 Tagen beenden wir alle Korrekturen und sind für den Empfang der Tora bereit, d.h. des Lichtes, das die Wünsche zu empfangen korrigiert um zu geben.
Bis zum Tag Lag ba-Omer werden wir noch nicht als die angesehen, die vollständig aus Ägypten ausgezogen sind. Denn wir müssen die Wünsche mit den ägyptischen (egoistischen) Eigenschaften korrigieren. Aber am 33.Tag werden die Korrekturen erreicht, und uns bleibt nur, den unteren Teil der Stufe, die empfangenden Wünsche, zu korrigieren. Deswegen können wir dann sicher sein, dass wir zweifellos zum Empfang der Tora kommen. Ab dem Tag Lag ba-Omer beginnt das Licht der Gabe der Tora bereits zu leuchten, wenn auch zunächst aus der Entfernung.
Deswegen ist der Tag Lag ba-Omer aus Sicht der Korrektur so wichtig. Vor dem Lag ba-Omer korrigieren und vollenden wir immer noch den Auszug aus Ägypten, und nach diesem Tag beginnen wir, uns für den Empfang der Tora in Shawuot vorzubereiten. Daraus folgt, dass Lag ba-Omer ein ganz besonderer „Tag“ ist, das heißt, ein Zustand, den ein Mensch auf dem Weg zur Korrektur durchläuft.
Der Auszug aus Ägypten passiert unter dem Einfluss des Höheren Lichts, dem großen Licht Chochma, das sich dank dem Erwachen des Menschen offenbart. Als Ergebnis erhebt er (der Mensch) sich über seinen Egoismus und trennt sich von ihm. Allerdings passiert das alles dank dem Licht, das von oben kommt. Die Wünsche bleiben noch egoistisch, aber das Licht ermöglicht es jenen, sich über den Egoismus zu erheben und geben zu wollen. Das alles ist nur dank dem Höheren Licht möglich, das uns wie ein Magnet zusammenhält. [Rest des Beitrags lesen →]