Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Eine Formel für die Liebe und das Geben

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll man sein Ego, das jede Sekunde nach Erfüllung verlangt, beruhigen?

Meine Antwort: Du wirst niemals durch eigene Kraft das Ego in dir besiegen können. Und wenn du glaubst, dass es dir in der Vergangenheit gelungen ist, dann ist das eine Illusion. Im Grunde genommen, hast du dein Verlangen zu genießen immer auf die gleiche Art befriedigt.

Wir durchlaufen die Vorbereitungszeit, und in ihrer ersten Phase gelingt es uns scheinbar, etwas durch eigene Kraft zu erreichen, irgendwie mit Hilfe der Kenntnisse voranzukommen, indem wir uns selbst überwinden. Doch damit endet alles, unser Verlangen zu genießen hat eine gewisse Erfüllung erhalten.

Doch ohne dieses Verlangen hättest du nicht studieren und bestimmte Grundlagen für den Beginn der spirituellen Arbeit erwerben können. Mit anderen Worten: du wurdest von deinem Ego geführt. Und das wird als „sieben fette Jahre“ bezeichnet.

Später hast du plötzlich eine Abkühlung gegenüber dem Studium verspürt, du hattest alles satt, der „Kraftstoff“ war zu Ende – du bist bereits in die zweite Phase der Vorbereitungszeit eingetreten. Dein Ego zieht dich nirgendwo mehr hin, du brauchst bereits irgendeinen anderen Anreiz. Und welchen? – Das Studium mit der Absicht und die Umgebung.

Nun musst du nicht mehr nach deinem eigenen Willen vorankommen, sondern indem du Verlangen von der Gruppe erhältst.

Und dein Studium muss nicht auf den Erwerb von Kenntnissen gerichtet sein, sondern auf den Aufbau einer richtigen Absicht auf die Verlangen, die du von der Umgebung erhältst. Du musst dich mit ihnen vereinen, um den Schöpfer zu enthüllen.

Noch tust du das für dich selbst, doch indem du dich ständig mit dieser Arbeit beschäftigst, beginnst du infolge der Einwirkung des Lichts zu spüren, dass das Geben etwas Gutes ist.

Du erhältst von der Gruppe das Verlangen zu geben und fängst an, vom Studium nach dieser Eigenschaft zu verlangen. Weil das Geben dich vom Ego, von deinem bösen Trieb befreit, dich dazu bringt, dich über dieses ganze irdische Leben zu erheben.

Später, dank der Einwirkung des Höheren Lichts und der Verbindung mit den Freunden in der Gruppe, beginnst du zu verstehen, dass das Wichtigste nicht die Enthüllung der spirituellen Welt bzw. des Schöpfers, sondern die Anheftung an Ihn, das Bereiten des Genusses für Ihn ist – nicht das Herauspressen aus Ihm, sondern das Geben an Ihn.

Dann werden sich alle diese Parameter – „Israel, die Tora und der Schöpfer“ – zu einem Ganzen vereinen. Indem du danach strebst, dem Schöpfer Genuss zu schenken, erhältst du die vollkommene Formel für deinen spirituellen Aufstieg.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Einführung zu Talmud Esser haSefirot“, 03.12.2010

Ob es mich überhaupt gibt…

Eine Frage, die ich erhielt: Während des Unterrichts versuchen wir ständig, immer wieder die gleiche Forderung in uns zu bilden, und darum verliert diese Bitte an Spannung. Wie können wir jedes Mal aufs Neue wie beim ersten Mal bitten?

Meine Antwort: Das ist das Wichtigste, und wenn das gelingt, brauchen wir auch nichts Anderes! Ich weiß aber nicht, wie man da helfen könnte, denn genau darüber steht geschrieben: „Tue alles, was in deiner Macht steht!“

Es gibt keine wichtigere Arbeit, als die Vorbereitung auf den Unterricht. Die Verbreitung, alle anderen Sachen, alles, was du in dieser Welt tust, muss sich um diesen einen Punkt herum konzentrieren: während des Studiums eine Forderung – ein Warten auf das Licht, welches kommt und uns zur Quelle zurückführt – in uns aufzubauen.

Das muss zu unserem Zwangsgedanken werden, zu einem inneren Schmerz, zu einer Erkenntnis, dass ich ohne dies sterben werde – und das ist noch schlimmer, als in dieser Welt zu sterben!

Es ist unmöglich, zu einem so starken Verlangen allein zu gelangen – der Mensch braucht eine Gruppe dafür, die Unterstützung, die allgemeine Begeisterung. Er braucht die Verzweiflung, die sich über Jahre angesammelt hat…

Das ist der wichtigste Punkt, um den sich alles dreht. Wenn es dir gelingt, dann ist dir in allem Erfolg garantiert. Es gibt nichts Anderes – das ist der Punkt der Verbindung zwischen dir und dem Schöpfer. Von unten nach oben steigt durch ihn das Gebet, MaN, hinauf, und von oben nach unten steigt Seine Antwort, MaD, herab, erst einmal in Form des umgebenden Lichtes.

Dieses Verlangen, dieser schmerzende Punkt muss sich als der wichtigste und der bedeutendste hervorheben. Man muss sich ständig um ihn kümmern und darüber nachdenken, wie man ihn verstärken und mit einem zerbrochenen Herzen zum Studium kommen könnte, damit sich alle gemeinsam um den Unterricht verbinden können.

Alles Andere ist nicht mehr wichtig: wie viel du weißt oder wie viel du getan hast. Nur hier, in diesem Punkt, ist der Erfolg deines ganzen Lebens und deiner ganzen Anstrengungen enthalten. Wenn es dir gelingt, gelingt dir alles, und wenn nicht, dann ist alles Andere nichts wert.

Alles Andere wird nicht beachtet – genau dieser Punkt in mir nennt sich Mensch, und er bestimmt, ob es mich überhaupt gibt…

Aus einem Unterricht über „Bejt Schaar haKawanot“ , 7.12.2010

Der Baum mit dem Geschmack eines Apfels

„Die Heiligkeit“ / das Geben verbergen sich hinter „den dunklen Kräften“/Klipot. Folglich muss man diese überwinden, um sie zu erreichen: man muss klug, empfindlich und stark werden.

Wenn du die Instrumente (Kelim) für die Arbeit hast, um die Frucht zu erreichen, welche sich hinter der Schale (Klipa) verbirgt, dann kannst du es schaffen.

Vor dem Sündenfall Adams gab es keine dunklen Kräfte, („Schale“, Klipot). Man sagte, dass der ganze Baum den Geschmack des Apfels hatte! Du hättest vom Stamm gebissen, und er wäre süß, wie der Apfel … Das war ein Zeichen gewesen, dass es unmöglich war, die beschädigte Stelle, welche die Korrektur erforderte aufzudecken!

Deshalb musste Adam sündigen, das heißt die Sünde offenbaren. Dabei existierte die Sünde schon, weil wir nichts Neues erschaffen, sondern nur den Unterschied zwischen “ Erschaffen aus dem nichts“ (Jesh mi-ain) und „Immer existierend“ (Jesch mi Jesch), zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer enthüllen, und das auf die ganze Tiefe des letzten vierten Niveaus.

Es ist auch der Unterschied zwischen dem Tier und dem Mensch! Gerade in ihm zeigen sich die Klipot.

Es heißt „die Hilfe gegen dich“. Denke wenigstens darüber nach, dass es jemanden gibt, der dir ständig gegenüber steht, um dir in allem zu helfen!

Aus einem Unterricht über „Bejt Schaar a-Kawanot“, 6.12.2010

Das Spiel zwecks des Gebens

Eine Frage, die ich erhielt: Es ist unverständlich, wie die Kelim Galgalta weEjnaim zerbrechen können? Es sind doch nur die gebenden Wünsche, worauf es eigentlich keine Beschränkung gibt?

Meine Antwort: Es gibt keine gebenden Wünsche/Gefäße/Kelim! Ein Gefäß kann nur bekommen. Der Schöpfer hat nur den Wunsch geschaffen, den Genuss zu bekommen.

Das Geschöpf kann nur dann geben, wenn es vom Licht die Eigenschaft der Liebe bekommen wird. Dann kann es die Wünsche des Geliebten empfinden und durch den Schirm, den Geliebten mit dem Licht ausfüllen, weil es folglich an sich seinen Wunsch verbindet.

Deshalb ist es eben gesagt: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Das Gefäß kann nur bekommen und nichts geben, weil es das Geschöpf darstellt.

Deshalb sind Kelim Galgalta weEjnaim nichts anderes als der Wunsch, den Genuss zu bekommen. Wenn sie den Schirm (die Absicht des Gebens) verlieren, dann bekommen sie das Licht mit der Absicht „für sich“ und zerbrechen.

Es gibt nur den Wunsch und das Licht – eins von den beiden! Der Wunsch zu bekommen ist das einzige Material der Schöpfung. Wenn es darauf den anti-egoistischen Schirm gibt, das heißt die Eigenschaft, welche der Wunsch vom Licht bekommen hat, dann bleibt er im Geben (weil ihn das Licht darin festhält, wie ein Magnet, der das Stück Eisen anzieht).

Kaum geht das Licht verloren, will dieser Wunsch aufgrund seiner Natur sofort bekommen. Damit kann man nichts machen.

Jeden von uns kann man dazu bringen, die zivilisierte, intelligente Weise zu verlieren und in „den Urzustand“ zurückzukehren. Alles hängt nur von den Korrekturen ab!

Die Korrekturen verschwinden – und es bleibt der offene egoistische Wunsch übrig. Nach der Korrektur können wir über die Wünsche des Gebens sprechen.

Deshalb sind Galgalta weEjnaim auch die bekommenden Kelim, wie die des ACHAP. Sie sind nur kleiner, heller, und feiner, weshalb man darauf eine solche Korrektur machen kann, dass sie uns später als „die gebenden“ vorkommen werden.

Aber kaum geht das Licht und der Schirm verloren – werden sie bekommen wollen, wie auch alle übrigen Kelim.

Es ist einfach leichter, diese zu korrigieren – aber dennoch brauchen sie eine Korrektur. Im Geschöpf gibt es nichts, außer dem Wunsch, zu genießen.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar a-Kawanot“, 07.12.2010

Es gibt keine physische Müdigkeit

Eine Frage die ich erhielt : Womit kann ich mich während des Studiums aufmuntern, wenn der Schöpfer nicht empfunden wird und Schechina im Staub liegt ?

Meine Antwort :
Man muss die Schechina aus dem Staub erheben, gerade darüber schreiben die Kabbalisten.

Angenommen wir empfinden eine riesengrosse Müdigkeit, wobei der Mensch seine Kräfte verliert und sich im Unterricht nicht konzentrieren kann. Ist dies dann wirklich eine physische Müdigkeit, oder nicht doch eine seelische ?

Es ist sehr einfach zu klären. Gehe in die Gruppe, die vollkommen motiviert ist, bleibe unter den Freunden, sitzt alle zusammen, singt zusammen und nehmt das Mahl zusammen – und schaue dich später an, ob du dort eingeschlafen bist oder nicht.

Wenn du nicht dort eingeschlafen bist, dann ist der Grund nicht eine physische Müdigkeit sondern es liegt nur an der äusserlichen Einwirkung.

Es gibt keine physische Müdigkeit, alles sind spirituelle Kräfte. Rabasch zeigt uns folgendes Beispiel: der Mensch kann zum Unterricht nicht aufstehen weil er sehr müde ist, doch wenn man ihn mitten in der Nacht wecken würde, um ihm zu sagen dass sein Haus brennt – würde er sofort aufstehen, ohne zu sagen : „Warten Sie, ich schlafe noch ein bisschen, kommen Sie doch morgen wieder“.

Das heisst also : alles klärt sich mit der Wichtigkeit die wir hineinlegen.

Aus einem Unterricht über „Bejt Schaar HaKawanot“, 6.12.2010

Der Mensch mit dem entwickelten „Geschmack“

Es ist ein Götzendienst daran zu denken, dass der Schöpfer sich verändern kann. Es steht geschrieben: „Ich habe mein HaWaYah nicht geändert“.

Der Schöpfer hat das unveränderliche System der Gesetze aufgebaut, „das Höhere Licht hält sich in der absoluten Ruhe auf“. Und der Wunsch ist auch schon so geschaffen, dass er nur vom Licht entwickelt wird und sich immer mehr empfindet/öffnet, d.h. sich mit dem Licht vergleicht.

Das Licht wirkt auf den Wunsch ein, geht darin ein und dringt in alle seine Schichten durch: 0-1-2-3. Und wenn es das 4. Niveau (Bchina Dalet) erreicht, dann bekommen wir die Möglichkeit der freien Wahl. Aber sie besteht nur darin, unsere Einstellung zu ändern. Nachdem aber unsere Einstellung verändert ist, wird auch unsere Empfindung anders.

Wenn du Ihn verstehen und Ihm gleich werden willst, dann beginnst du das Gute zu fühlen. Baal HaSulam schreibt im „Vorwort zum TES“, dass unser ganzes Problem nur darin liegt, dass wir die Höhere Lenkung nicht verstehen.

Wir stehen gegenüber der Natur/ dem Schöpfer und sind mit allem unzufrieden? Im Laufe der ganzen vorhergehenden Geschichte entwickelten wir uns erzwungen nach den Stufen 0-1-2-3, wie die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, dabei geschah diese Entwicklung unbewusst, entweder unter dem Druck der Leiden, oder aufgrund der Anziehung der Genüsse.

Aber wenn wir das 4. Niveau erreichen, dann sollen wir diesen Prozess kennen lernen, um daraus den Erfüllenden aller Handlungen zu erkennen.

Das heißt, wir müssen Seine Arbeit kennen lernen, verstehen, was Er macht, um Seine Eigenschaft des Gebens anzueignen. Dann werden wir „Ihn aus Seinen Handlungen erkennen“. Und wenn wir Ihn erkennen werden, dann beginnen wir Ihn, zu rechtfertigen, so dass wir uns gegenseitig angleichen, das heißt wir steigen bis zu Seinem Niveau hinauf.

Und das alles erfolgt mittels der Absicht. Es ist nicht nur die Einstellung, dank welcher wir beginnen, den Schöpfer zu erkennen und in uns Seine Handlungen in ihrer wahrhaften Art zu empfinden.

Wenn ich über die eigene Selbstsucht hinaufsteige, die Beschränkung mache und den Schirm mit dem widergespiegelten Licht erreiche, dann werde ich dem Licht ähnlich! Das heißt ich beginne, Seine wahrhafte Beziehung zu mir, zu verstehen.

Folglich empfinde ich im Licht, das in mir eingekleidet ist, „die Geschmäcke“ (Taamim) – die Beziehung des Schöpfer: was Er von mir will, wie Er sich zu mir verhält. Ich erkenne die Quelle, aus der zu mir alles kommt, wonach die wahre Verschmelzung stattfindet. Ich verspüre nur Seine und nicht mehr die eigenen Wünsche.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“, 07.12.2010

Existiert der Prozess in Wirklichkeit?

Unsere ganze Arbeit besteht darin, die Zustände zu rechtfertigen, die wir empfinden, weil sie dann für uns komfortabler werden. Und es hängt nur von uns ab! Denn diese Zustände sind eigentlich unveränderlich, alle Reschimot (die spirituellen Informationsgene) müssen sich stufenweise bis zum Ende der Korrektur realisieren.

Sie werden allmählich in uns offenbart, damit wir diese rechtfertigen. Und was bedeutet eigentlich, die Zustände zu rechtfertigen? Du sollst dir bewusst werden, d.h. zutiefst in Deinem Inneren verstehen, mit welchem Ziel sie kommen, wer sie bringt, warum und in welcher Reinfolge.

Dadurch entwickelst du dich, und beginnst, das ganze Geschöpf in dich einzuschließen. Gerade das will der Schöpfer von dir! Und gibt dir deshalb nicht die Form eines Endzustandes, denn darin hättest du nichts empfinden und nichts verstehen können, er führt dich durch diese vorbestimmte Reihenfolge der Handlungen.

Existiert dieser Prozess in Wirklichkeit? Es gibt ihn nicht! Denn es gibt weder Anfang noch Ende! Es gibt nur einen vollkommenen Zustand. Der Schöpfer breitet ihn nur für dich vom Anfang und bis zum Ende aus. Er führt in Seine einzige Handlung das Ego, den bösen Anfang, das Verlangen nach Genuss ein.

Auf diese Weise kannst du all diese Zustände vonAnfang bis Ende konsequent durchgehen, und deine Empfindungen und die Vernunft vervollkommnen.

Es hilft dir, den ganzen Prozess der Schöpfung aus zwei Gegenteilen her zu verstehen: aus der Finsternis zum Licht. Und wenn es nur einen Zustand gäbe, dann hättest du nichts zu differenzieren, weil du das Geschöpf bist. Du brauchst also zwei Zustände, um deine Welt tief zu empfinden und aufzuklären.

Aus einem Unterricht über einen Brief von Baal HaSulam, 26.11.2010

Sich von der Seite betrachten

Eine Frage, die ich erhielt: Stelle ich meine Fragen aus meiner Freiheit der Wahl heraus oder werden meine Fragen auch von der Höheren Lenkung gesteuert?

Meine Antwort: Die Freiheit der Wahl besteht nicht darin, dass du diese oder jene Frage stellst. Vielmehr bedeutet die Freiheit der Wahl, dass du nicht mehr innnerhalb deines Egos sitzen möchtest und keine Schläge bekommen willst. Wenn du dich weiterhin innerhalb deines Egos aufhältst, dann bist du nicht in der Lage, etwas zu verstehen, weil dir an einem Faktor mangelt, der außen existiert.

Wenn du dich aber mit jemandem oder mit etwas gleichsetzt, das sich außerhalb deines Egos befindet, dann kannst du dich von der Seite her anschauen. Es wird dich belehren, zwei Zustände zu unterscheiden: das Licht und die Dunkelheit. Dann kannst du schneller vorankommen. Aber wenn du dich nicht in die Gruppe einreihst, dich im Zustand des Gebens aufhältst, dann bekommst du keine Einwirkung der Gruppe und kannst folglich nicht vorankommen. Weil der spirituelle Aufstieg durch das Verständnis des Prozesses der Schöpfung bedingt ist. Und dazu sind dir zwei Ausgangspunkte nötig: der eine in deinem Inneren und der andere außerhalb.

Deshalb ist dir die Gruppe gegeben, damit du es schaffst, diesen zweiten Punkt zu finden.

Aus einem Unterricht über einen Brief von Baal HaSulam, 26.11.2010

Die Freiheit des reinen Gebens

Bina stellt das reine Geben dar, Hafez Hesed. Sie kann sich im Kopf der Parzufes befinden, und außerhalb.
Auf die Bina wirkt die Einschränkung (Zimzum) nicht, und trotzdem tritt sie nach Außen, weil es ihr erlaubt ist die Niedrigeren mit ihren Eigenschaften zu versehen.

Sich befindend über dem Schirm, ist Bina versprerrt, verschlossen im Kopf. Andererseits, sich außen befindend, vollbringt sie das Geben an die Niedrigeren – und alles, was sie haben, erhalten sie von ihr.
Jedoch dieser „Ausfall“ wirkt sich nicht auf sie ein. Nach Außen trettend, verlässt sie gleichzeitig scheinbar nicht den Kopf und ungehindert hält sie die Verbindung zu höheren Parzufim.
Bina ist frei, sie kann sich sowohl oben, als auch unten befinden. In dieser ihrer Eigenschaft versteckt sich unsere Befreiung.


Aus einem Sohar-Unterricht. das Vorwort, 2.12.2010

Ein schlag auf den Genuss

Eine Frage, die ich erhielt: Wie wird der „Sivug“ (Vereinigung) in uns empfunden in der spirituellen Arbeit?

Meine Antwort: „Sivug“ – ist die Vereinigung mit der Hilfe des Schirms. Wenn du dich deinem Ego verweigerst, dem Wunsch des Genusses, damit du dich vereinigen kannst, mit dem Schöpfer, für das Geben, wenn du die Kraft der Überwindung hast – den Schirm, dann trittst du in den „Sivug“ ein.

Das heißt „Sivug de-Akaa“ – schlagartige Vereinigung. Mit dem Schlag weist du das höhere Licht von eigenem Wunsch des Genusses ab, unterwünscht die Genüsse direkt zu bekommen, nur für sich.

Und nur dafür, damit du dem Höchsten Licht eben sein kannst, bist du bereit die „Bewirtung“ zu bekommen, und nicht, weil du hundrig bist, obwohl du in Wirklichkeit einen großen Hunger verspührst.

Du bist bereit diese Genüsse von dir zu weisen und sie nicht zu bekommen, um den Hunger zu stillen, sondern die Berechnung durchzuführen und sie soweit anzunehmen, in dem du damit den Gastgeber befüllen kannst. Das heißt – der Schlag.

Du weist nicht den Gastgeber von dir, sondern die Genüsse, welche bestrebt sind, direkt in dein Wunsch zu geniessen, einzudringen.

Du bist bereit sie zu bekommen, aber nicht direkt, sondern unter der Bedingung, dass du zuerst die Berechnung durchführst – ist es in Wirklichkeit nur, um den Gasgeber gleich zu sein und mit ihm die Verbindung zu erlangen in gemeinsamen Geben.

Aus einem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“, 2.12.2010