Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Die Wahrheit für sich enthüllen

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich nur meine Wünsche sehe, wie kann es sein, dass ich unter anderem auch solche meiner Wünsche sehe, von denen ich gar nichts wissen möchte?

Meine Antwort: Wenn wir nur diejenigen Wünsche sehen würden, die wir sehen wollen, hätten wir keine Möglichkeit, die Wahrheit zu enthüllen.

Ich entwickle mich nur dank der Tatsache, dass unsere Wirklichkeit sich auf Gut und Böse, Wahrheit und Lüge, ich und die anderen, ich und die Gruppe, die Feinde und die Liebenden gruendet.

Im Wesentlichen geht diese Trennung in entgegengesetzte Eigenschaften aus der Trennung in Licht und Verlangen hervor.

Das Licht ist die Eigenschaft des Gebens, des Schöpfers, des Guten und das Gute Schaffende, und Sein voller Gegensatz ist der Punkt des Velangens, für sich zu empfangen und selbst zu genießen.

Im Laufe der Beziehung und gegenseitgen Einwirkung dieser zwei Gegensätze, außer welchen nichts in der Natur existiert, sammeln sich verschiedene Eindrücke in den Wuenschen.

Diese Eindrücke heißen „Welten“. Alles, was in spirituellen Kräften und in unserer spirituellen Welt existiert, nimmt seinen Ursprung aus diesem kleinen, vom Licht geschaffenen Punkt, der seinen Eindruck von seiner Entgegengesetzheit mit dem Schöpfer erlangt hat. Er muss zu einem Zustand gebracht werden, der auch „Tropfen der Einheit“ genannt wird, der seinem heutigen Zustand völlig entgegengesetzt sein wird.

Aus einer Vorlesung „Kabbala für alle“, 23.11.2010

Ein schwarzer Punkt im weißen Licht der Unendlichkeit

Eine Frage, die ich erhielt: Sie haben gesagt, dass außerhalb von uns das Licht der Unendlichkeit existiert. Was bedeutet „außerhalb von uns“?

Meine Antwort: „Außerhalb von uns“ bedeutet „außerhalb“ von dem Punkt unseres Verlangens, innerhalb welchens ich die Welt, mich und alle anderen spüre.
Außer diesem Punkt existiert nichts, denn der Schöpfer hat nur einen Punkt geschaffen und alles Empfundene (die Welt und das, was sie erfüllt), – sind das Empfundene von diesem Punkt selbst.
Es existiert nur ein kleiner schwarzer Punkt in dem weißen Licht der Unendlichkeit.

Aus einer Vorlesung im Auditorium „Kabbala für alle“, 23.11.2010

Was ist Kabbala?

Eine Frage, die ich erhielt: Ist Kabbala die Methode der Enthüllung des Schöpfers oder die Korrektur des Menschen?

Meine Antwort: Wenn der Mensch in die Gruppe kommt, glaubt er, dass er durch die Anhäufung von Wissen, dadurch, dass er die Macht in der Gruppe übernimmt, die höhere Welt erreichen kann.

Und nur lange Zeit später beginnt er, zu verstehen, dass alles nur davon abhängt, inwieweit er sich selbst verändert und nicht die Anderen. Erst dann beginnt er, sich auf eine richtige Art und Weise mit der Kabbala zu befassen.

Das heißt, Kabbala ist einerseits die Methode der Enthüllung des Schöpfers dem Menschen in dieser Welt, und andererseits ist das die Methode der Veränderung seiner selbst in der Übereinstimmung mit dem Schöpfer, der sich dem Menschen in dem Ausmaß seiner Ähnlichkeit mit Ihm enthüllt.


Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.1

Liebe Freunde, ich bitte euch Fragen, zu diesen Zitaten von grossen Kabbalisten, zu stellen.
Anmerkungungen in Klammern sind von mir [M.Laitman]

Tora

Tora heißt das einfache Licht, welches aus dem Wesen des Schöpfers verbreitet wird.

Baal HaSulam, Vorwort zum Buch „Mund des Weisen“

Tora heissen alle Namen des Schöpfers, die sich auf die Schöpfung beziehen.
Baal HaSulam, „Die schaffende Vernunft“
Das Wort Tora kommt von dem Wort Anweisung (Anleitung), von dem Wort Spiegel (Reflektion, Eindruck) und auch Vision, also es bezeichnet eine vollkommene Erkenntnis, die nach dem Aussprechen (dem Erscheinen) nicht verschwindet.
Baal HaSulam, Brief 11.

Ohne Massach ist Machsom nicht zu durchbrechen

Eine Frage, die ich erhielt: Worin unterscheidet sich der Schirm („Massach“) von Machsom?

Meine Antwort: Маchsom („die Schranke“) ist das Erhalten des ersten anti-egoistischen Schirmes. Zwischen allen Niveaus gibt es solche Schranken (Machsome), die wir einfach als die Stufen bezeichnen.

Die allererste Stufe, „Machsom“, ist deshalb so besonders, weil der Mensch davor überhaupt nicht weiß, was das Geben ist. Und danach hat er wenigstens eine Vorstellung, sieht das Beispiel des Höheren und ahmt Es nach. Er hat schon irgendwelche Verbindung mit dem Schöpfer

Wenn er auf die erste Stufe hinaufsteigt, soll er diese „Schranke“ blind durchbrechen.

Aus einem Unterricht  über „Bejt Schaar HaKawanot“, 1.12.2010

Wie findet man den Schlüssel zum Erfolg?

Eine Frage, die ich erhielt: Wir haben beschlossen, dass es beim kommenden Kongress um „Alles oder Nichts“ geht. Wo befindet sich dieses „Alles“. Und was noch wichtiger ist – wo gibt’s den Schlüssel von diesem „Alles“?
Meine Antwort: „ Alles“ befindet sich „im Himmel“. Aber den kann man erreichen. Diese Beschaffenheit heißt die Eigenschaft von BINA, des Gebens. Und der Schlüssel davon ist unsere Vereinigung.
In unserer Vereinigung entschlüsseln wir einen echten Schatz, eine Eigenschaft, mit der sich alle Schätze der Welt enthüllen! 🙂
Wir enthüllen sie – nur wenn wir uns vereinigen. In unserer Vereinigung entschlüsselt sie sich sofort!
Das ist ein Wunder, , in der spirituellen Welt existiert – das Licht beginnt genau in dem Moment zu leuchten, in dem wir die erste Stufe der Ähnlichkeit mit ihm, erreichen.
Aus einem Unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Exil und Erlösung“ , 2.11.2010

Die richtige Verpackung für die Bitte um das Geben

Eine Frage, die ich erhielt: Mir ist klar, dass ich die zweite Natur entdecken soll. Aber wie macht man das eigentlich?

Meine Antwort: Mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt. Du selbst kannst die zweite Natur weder bewirken noch erzeugen oder irgendwo kaufen.

Es handelt sich um die Schöpfung, die viel komplizierter und entwickelter ist, als du. Du bist wie die Fliege, die zum Menschen werden soll. Das neue Geschöpf, das du entwickeln sollst, gibt dir nicht den geringsten Anhaltspunkt. Du hast nur einen winzigen Funken, wobei du selbst nicht verstehst, wohin dieser dich führt.

Wenn du also diese zweite Natur erwerben willst, dann musst du sie quasi beim Licht „bestellen“. Es hat in dir deine heutige Natur geschaffen, und jetzt mußt du dich ans Licht wenden, damit es deine Bitte annimmt. Auf diese Weise begreifst du, wie du es anflehen oder erzwingen kannst, dass es aus dir dieses neue Geschöpf schafft.

Dazu benötigt man eben das Studium und die Gruppe, die Mittel, dank derer das Licht unsere Funken anzündet und in uns die spirituelle Natur – die Natur des Gebens formt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 10.12.2010

Gleichgewicht in der Gesellschaft

Eine Frage, die ich erhielt: Wird es etwas bringen, wenn wir durch unser Beispiel Menschen beeinflussen, von denen die meisten nicht nach der spirituellen Entwicklung streben? Werden sich dann in der gesamten Gesellschaft ebenfalls gute Beziehungen und Verbindungen herausbilden?

Meine Antwort: Ja, durch unser Beispiel werden wir die gesamte Gesellschaft positiv beeinflussen. Baal HaSulam schreibt darüber in dem Artikel Die letzte Generation. Wenn die ganze Gesellschaft heute beschließt, dass wir in einer solchen egoistischen Form nicht mehr weiter existieren können und anfangen müssen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, dann wird es eine große Korrektur sein.

Es könnte die Frage aufkommen: wenn ein gewöhnlicher Mensch es nicht für die Enthüllung des Schöpfers und das Geben an Ihn macht, wäre es dann nicht eine traurige Wiederholung dessen, was im sozialistischen Russland geschehen ist?

Doch heutzutage gibt es bereits unsere große kabbalistische Gruppe, die sich mit dem Geben und der Verbreitung der Kabbala beschäftigt, und jeder, der sein Bewusstsein erweitern will, kann sich uns anschließen. Für alle Anderen genügt es, uns zu helfen und uns zu unterstützen, wie das für gewöhnlich Menschen tun, die nicht lernen und ihr Gehirn nicht überanstrengen wollen.

Wenn ein solches Gleichgewicht in der Gesellschaft besteht, wenn ein Teil von ihr wie ein „Kopf“, der sich mit der Absicht beschäftigt, das korrigierende Licht für alle über sich anzieht, und der andere Teil irgendwelche Hilfstätigkeiten erledigt, dann können wir große Erfolge erzielen.

Wollen wir hoffen, dass es geschieht. Entsprechend dem Aufbau der gesamten Menschheit in Form einer Pyramide soll es genau so sein: nur Einzelne widmen sich der Verbindung mit dem Schöpfer und leiten das Licht an die gesamte Masse weiter. (Siehe Baal HaSulam, Die letzte Generation)

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 10.12.2010

Eine gesetzmäßige Überraschung

Rabash, „Dargot haSulam“, Artikel 545 „Die Anstrengungen und der Fund“: „Es steht geschrieben: hat sich angestrengt und gefunden – dem sollst du glauben. Was haben Anstrengungen mit einem Fund zu tun? Denn ein Fund kommt unerwartet“.

Die höhere Welt enthüllt sich mir in Form eines „Fundes“: ich wollte das Eine bekommen, habe aber plötzlich etwas Anderes gefunden.

Moment mal, aber ich habe doch mehrere Jahre geschuftet und mit einer bestimmten Belohnung gerechnet. Warum verwandelt sich jetzt die Belohnung in einen Fund?

Es ist so, dass ich das Ziel ausgehend von meinem eigenen Verstand und meiner eigenen Empfindung betrachtet habe. Mit der Zeit jedoch, während ich vorankam, habe ich mich mit Hilfe des Lichts, das zur Quelle zurückführt, verändert.

Es hat mir einen neuen Verstand und eine neue Empfindung verliehen, und genau diesen entspricht auch mein „Fund“, der für mich, wie ich vorher war, unerwartet kommt.

Ich bekomme nicht das, was ich früher wollte. Anstelle der „rechtmäßigen Belohnung“ finde ich etwas Anderes, was meiner neuen Stufe entspricht.

In unserer Welt verlangen wir nach der vereinbarten Belohnung, doch auf dem spirituellen Weg verlieren die egoistischen Versprechen an Wert, unsere Empfindungen verändern sich, und auf einer neuen Stufe erwartet uns ein Fund einer ganz anderen Art.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 10.12.2010

Aufenthaltsort Gruppe

Eine Frage, die ich erhielt: Während des Unterrichts müssen wir auf einen gemeinsamen Ort ausgerichtet sein, wir müssen alles zusammenfassen. Doch im Laufe der Jahre haben sich bei mir unterschiedliche Vorstellungen über die spirituellen Erscheinungen gebildet.

Wenn ich von Bina und Malchut lese, nehme ich sie auf unterschiedliche Art und Weise wahr. Können sie etwa zu einem Punkt zusammengefasst werden?

Meine Antwort: Sie müssen wirklich zu einem Ganzen werden. Im Grunde genommen sind Bina und Malchut die Eigenschaften des Schöpfers und der Schöpfung. Wir wissen nicht genau, was das ist, und dennoch zeugen ihre gegenseitige Verbindung und Beziehung von der Einheit.

Bina lässt einen Teil von sich, die Buchstaben ELE des Namens Elokim, in Malchut herabsteigen, und Malchut steigt zu Bina hinauf und wechselt den Namen MA zu MI. In der Beschreibung dieser Prozesse im Buch Sohar stellen wir die sie verbindenden Bande fest.

Dementsprechend müssen wir auch unsere Absicht aufbauen. Indem ich mich mit meiner Gruppe verbinde, sehe ich in ihr eben jenen Ort, den Mittelpunkt, in dem sich die Eigenschaft von Bina, die Eigenschaft des Gebens – Elokim – enthüllt. Dorthin erhebe ich meine Verlangen und Erwartungen, dorthin will ich als korrigierter Teil von Malchut einfließen.

Und ich hoffe, dass Bina mir mit Hilfe ihrer Gefäße ELE hilft, die absichtlich herabgesenkt wurden, um für mich zu sorgen, um für mich zum Mutterleib zu werden und mich spirituell großzuziehen. Diese Einstellung muss ich gegenüber der Gruppe haben.

Die Gruppe ist ein System, das dafür zuständig ist, mir Elokim, HaWaYaH vorzustellen. An diesem Ort erhalte ich die Nahrung, von hier kommen die Lichter und die Veränderungen zu mir.

Meine Vorstellung von der Gruppe hängt davon ab, inwieweit ich bereit bin, mich vor ihr zu annullieren. Der Höhere kann jegliche Formen annehmen, in dem Ausmaß, in dem der Untere die Stufen des Selbstverzichts hochsteigt und sich ihm angleicht, während er die Zustände der Entstehung, des Säugens und des Großwerdens durchläuft.

Genau das will ich, indem ich mich dem Einfluss der Gruppe unterziehe, jenes Ortes, der uns alle nährt. So muss die Absicht während des Unterrichts sein – man muss ständig nach seinem Platz in der Erzählung über die gegenseitigen Beziehungen von Bina und Malchut suchen.

Sie werden über Seir Anpin, über HaWaYaH, über die Eigenschaft der Barmherzigkeit, über das Licht verbunden. Das ist das ganze System, das uns entwickelt. Unser Bereich ist der untere Teil von Bina, Seir Anpin und Malchut selbst. Dort ist unser ganzes Leben enthalten, sowohl materielles als auch spirituelles.

Denn es gibt eine einzige Realität, und obwohl wir im Moment nur ein imaginäres Bild vor uns sehen, ist es lediglich ein Defekt unserer Wahrnehmung, eine Illusion, hervorgerufen durch den Mangel an Verständnis und Empfindung.

Wenn der Nebel sich aufzulösen beginnt, tritt aus ihm die höhere Welt hervor – unsere Verbindung mit der Gruppe, mit den anderen Seelen, die sich in ACHaP, d.h. im unteren Teil von Bina (SaT), in Seir Anpin und Malchut, offenbart.

Davon spricht die gesamte Wissenschaft der Kabbala. Darin äußert sich unsere Beziehung zu dem Schöpfer, zu der Einheit von HaWaYaH-Elokim, die wir erreichen müssen.

Und darum müssen wir verstehen, dass SaT de Bina eine korrigierte Gruppe ist, in der wir uns finden. Wir werden niemals etwas Größeres enthüllen. Wir bringen lediglich das Ausmaß unserer Fähigkeit, uns im unteren Teil von Bina, in der Gruppe, zu verbinden, zum Vorschein.

Dort ist unser Platz. Indem wir uns in seine Macht begeben, werden wir unsere wahre Realität enthüllen, die erst einmal hinter dem Vorhang der getrübten Wahrnehmung vor uns verborgen ist.

Aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 09.12.2010