Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Appetit nach Spiritualität

Das Wichtigste, was uns fehlt, ist das Verlangen. Es ist mit einem kranken Menschen vergleichbar, der keinen Appetit hat, ihn aber braucht, um zu essen und gesund zu werden. Oder wenn wir wollen, dass unser Kind lernt, es aber keine Lust dazu hat – und wir wissen nicht, wie wir unser Verlangen an das Kind weitergeben können, damit es gute Ergebnisse erzielen kann. Es gibt viele ähnliche Beispiele.

An einem kranken, verdorbenen Ort ist vor allem das Verlangen nach Korrektur notwendig. Und unser Problem besteht darin, dass wir nicht spüren, dass wir es brauchen. Von uns wird nichts verlangt, außer dem Verlangen – wir aber denken an die Erfüllung, an etwas vollkommen Entgegengesetztes.

Mein gesamtes Dichten und Trachten, meine gesamten Anstrengungen und meine Suche müssen nur darauf gerichtet sein, wie ich das richtige Verlangen finden kann. Und wenn ich an die Erfüllung denke, dann ist das Egoismus und der richtigen Absicht entgegengesetzt.

Das ganze Problem liegt in der Findung der richtigen Umgebung, die mir diese Idee einredet, damit ich immer daran denke, dass mir genau das Verlangen fehlt. Das heißt „um den Regen zu bitten“ – wenn der Mensch darum bittet, kommt der Regen, das höhere Licht ergießt sich. Es mangelt nur an unserer Bitte.

Und das ist ein Problem, denn uns fehlt das Verlangen, das Brennen, die Fragen, die Spannung, das Streben gerade nach dem spirituellen Ziel. Nichts anderes wird benötigt, außer dem richtigen Verlangen. Doch dafür muss sich der Mensch ständig unter dem Druck der Gesellschaft befinden, damit er spürt, wie sehr ihm selbst die richtigen Verlangen fehlen.

Jeder braucht ein „Arbeitsprogramm“: wonach strebe ich; was, welche Verlangen habe ich erreicht; wie könnte ich noch besser verstehen, was mir fehlt; bin ich dem näher gekommen? Bin ich bereit, zu ertragen, denn Verlangen bedeutet Leiden aufgrund des Fehlens des Gewünschten. Freue ich mich darauf, dass mir die Spiritualität fehlt, dass ich Sehnsucht und Bestreben danach – Leiden der Liebe – empfinde?

Dazu ist der gesellschaftliche Druck nötig – der Druck eines jeden auf einen anderen, damit wir unsere gemeinsamen Verlangen sammeln und die Enthüllung erreichen können. Das Streben muss persönlich, gegenseitig, gebündelt – gemeinsam sein, dann wird sich unsere Verbindung „Versammlung der Seelen, die nach dem Schöpfer streben“ (Knesset Israel) nennen.

Denn was macht man in einer solchen Versammlung (Bejt Knesset)? – Man bittet, betet. Dann heißt es Malchut, aus der sich die Bitte erhebt und zu der die Erfüllung kommt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 01.01.2011

Er stößt nicht ab, sondern zwingt uns, nach vorne zu gehen

Frage: Warum wird ein Mensch, der wirklich tut, was er kann, die ganze Zeit zurückgestoßen?

Meine Antwort: Aber das ist doch bemerkenswert! Dadurch wird ihm gezeigt, inwiefern er in seinem Glauben noch gefestigt werden muss. So lernt das Kind zu laufen, die Erwachsenen entfernen sich von ihm und warten auf seine Schritte. Als ob sie das Kind abstoßen würden!

Es fühlt sich, als ob es von ihnen nicht unterstützt würde. Auf diese Weise nimmt es die Handlungen der Erwachsenen wahr. Diese Hände, die es normalerweise immer unterstützten, entfernen sich immer wieder, sodass sich das Kind als verlassen und kraftlos empfindet.

Wie können wir so grausam mit dem Kind umgehen, es versteht doch nicht, was wir mit ihm machen? Es steht und weint, und wir rufen es zu uns und gehen noch einen Schritt rückwärts, statt es zu unterstützen und festzuhalten. Wir zwingen das Kind, nach vorne zu gehen.

Das Gleiche macht der Schöpfer mit uns .

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zur Lehre der Zehn Sefirot“ „, 01.01.2012

Das langerwartete Eigentor

Frage: Warum schaffen wir es nicht uns zu verbinden?

Meine Antwort: Ihr schafft es nicht euch zu verbinden, weil nicht ausreichend Verlangen vorhanden ist. Hierfür ist die gegenseitige Bürgschaft notwendig, das heißt etwas gemeinsames, womit ihr einander unterstützt.

Es gibt den Zustand, und seine folgende Stufe, eine höhere Stufe. Wenn die getrennten Verlangen sich um eine gemeinschaftliche Kraft vereinigen, wie es in der Armee, in einer Fußballmannschaft oder in einer Bande von Banditen geschieht, dann kommt ein gemeinsames Verlangen der Gruppe heraus. Allerdings genügt es nicht.

Infolge der Vereinigung steigen wir noch nicht auf, sondern vereinigen lediglich unsere Kräfte, wie die anderen Gruppen oder ein Truppenteil. Wir müssen auf eine höhere Stufe hinaufsteigen, damit unsere Verlangen gegenseitig werden und wir bereit sind, uns gegenseitig zu stützen.

Aber wie sollen wir einander unterstützen? In einer gewöhnlichen Gruppe, gibt es keine Probleme einande zu unterstützen. In einer Fußballmannschaft arbeiten Psychologen, sie bereiten die Mannschaftsspieler auf das Spiel vor, so das die Spieler die gegenseitige Unterstützung und Verbindung empfinden.

Wir dagegen müssen ein gegenseitiges Geben, die Liebe erreichen, die Eigenschaften, welche es in uns nicht gibt und welche uns keine Belohnung versprechen. Ich rechne nicht damit, ein Tor zu schießen und dafür eine Million Dollar zu verdienen und ich setze mein Leben nicht dem Risiko aus, wie es in der Armee üblich ist. Es ist ein Ziel, das keine Resonanz hat: weder eine gute, noch eine schlechte, das Geben, zu dem ich nichts innerlich empfinde: weder ein Gewinn, noch ein Verlust.

Im besten Falle empfinde ich nur einen Verlust, indem ich dafür meine Kräfte aufwende. Und im schlimmsten Fall verstehe ich gar nicht, wozu ich mich damit auseinandersetze und an wen ich geben soll. Es stellt sich heraus, dass wir in der Gruppe miteinander arbeiten, um füreinander die innere Stütze zu schaffen, eine Kraft, die an der Stelle des Schöpfers wäre, welche jeden mit der Kraft des Gebens versorgen würde. Und wenn wir beharrlich daran arbeiten, so fangen wir an, zwischen uns zu enthüllen, dass uns noch die Lebenskraft zur Umsetzung des Ziels fehlt.

Vielleicht haben wir die Absicht und ein abstraktes Verlangen, aber dies ist einem Motor ohne Treibstoff ähnlich. Es fehlt an Treibstoff, es mangelt an der Kraft in unserem inneren Verlangen! Wir wissen nicht, was dieses Verlangen des Gebens bedeutet, und darum offenbaren wir, dass wir eine Kraft benötigen, die Kraft die sich in unserem Inneren befindet und uns helfen kann.

Es existiert die verborgene Kraft, die im Inneren unserer Verbindung eingeschlossen ist, die wir im Maße unserer Enttäuschung enthüllen. Aber wir sollen von dieser konkreten Arbeit enttäuscht werden, von dem Versuch die Kraft des Gebens mit einem Freund zu teilen. Und dann wird in uns die Bitte an den Schöpfer formuliert.

Aber davor, bleiben uns einfach nur die Worte: wir sagen es nur, dass wir es tun, um Ihn zu enthüllen und Ihm zu geben. Das Gute ist, das wir uns manchmal daran erinnern oder darüber im Buch lesen. Aber die Tatsache ist, dass niemand darin eine Notwendigkeit verspürt.

Aber wenn wir uns daran orientieren, was unseren Kräften obliegt, dann gelangen wir auf die nächste Stufe. Bis wir tatsächlich den Schöpfer darum bitten, dass Er Zeuge unseres Bundes wird und mit seiner Macht garantiert, dass zwischen uns die Kraft des Gebens und der Liebe regiert. Damit Er sie nutzen kann, und wir seine Kraft nutzen können, um Ihm gleich zu werden. All das kommt stufenweise, eines nach dem anderen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 30.12.2011

Dringender Auftrag für unsere Entwicklung

Die ganze Arbeit besteht darin, durch Klärungen in den Gedanken zum Schöpfer zu gelangen und zu versuchen, Ihn um die neuen Verlangen zu bitten, die meinem Ego, meiner Natur absolut nicht passen.

Auf diese Weise prüfe ich, wie ich von Oben gelenkt werde und kann ein wenig diese bewegende Kraft fühlen. Der Gedanke analysiert von der Seite jene Handlungen des Schöpfers, die mich vorantreiben. Und so beginne ich die Wurzel, die Handlung des Schöpfers, das heißt mich selbst und die lenkende Kraft zu sehen, ich verstehe, wie sie funktioniert.

Es gibt drei Komponenten: die Bitte an den Schöpfer, an die Wurzel, Seine Wirkung auf mich und deren Folgen, all dies wird die Arbeit des Schöpfers genannt, weil Er sie durchführt. Meine Teilnahme besteht darin, Ihn darum zu bitten, diese Arbeit durchzuführen. So werden wir zu Partnern.

Folglich werde ich aus einem kleinen Tier, das blind die Handlungen ausgeführt hat und nicht verstand, dass es gesteuert wird, sondern dachte, dass es frei lebt, wie es möchte, zu einem aktiven Helfer der lenkenden Kraft und erreiche auf diese Weise eine Verschmelzung mit ihr. Ich verstehe meine gewünschte Entwicklung, ihre Endform, und versuche selbst dieses Programm voranzutreiben, noch lange bevor es vom Schöpfer umgesetzt wird.

Ich selbst bestimme meine Entwicklung und dies nennt man die „Zeitbeschleunigung“ (Achischena), an der Stelle des natürlichen Verlaufs (Beito). So erreiche ich durch die Kraft des Gedanken, Hand in Hand mit dem Schöpfer zu gehen und versuche mit jedem Schritt die eigene Entwicklung zu begreifen und zu beschleunigen.

Wie Baal HaSulam im Artikel „Die direkte und indirekte Einwirkung des Schöpfers“: die Bewegungen des Pferdes verschmelzen mit den Bewegungen des Reiters in ein Ganzes. Der Schöpfer wartet darauf, dass ich Ihn bitte und hilft mir, indem er mich mithilfe von bestimmten Leiden aufweckt. Er zeigt mithilfe der anderen Andeutungen auf jene Stellen, an denen es nötig ist, Seiner Lenkung Aufmerksamkeit zu schenken. Auf diese Weise schreiten wir zur vollständigen Verschmelzung voran.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 30.12.2011

Helft, das schwarze Herz zu besiegen

Der Schöpfer hat uns egoistisch erschaffen und hat uns zum Zerbrechen gezwungen. Nach allen Vorbereitungen, die wir von Oben nach Unten gemacht haben, kann man von uns nicht fordern, dass wir das Geben verlangen und es erreichen. Man soll realistisch sein und nur das tun, wozu wir in der Lage sind.

In Wirklichkeit ist uns nur der Punkt im Herzen gegeben, mit dem wir bestimmte äußere Handlungen in Richtung des Gebens vollziehen können – aber nicht innerhalb des Herzens, da dieses absolut egoistisch ist.

So bestimmen wir unsere Einstellung bezüglich des Gebens und in Abhängigkeit davon, was überwiegt: der Punkt im Herzen oder das Herz selbst. Das Herz zieht alles nur auf sich, weil es seine Natur ist. Der Punkt im Herzen besitzt auch eine Anziehungskraft, nur die Richtung ist uns noch nicht klar. Beide verfügen über die Kräfte, die einander entgegengesetzt sind. Dieser Zustand ist uns von Natur aus gegeben.

Mit Hilfe der Umgebung kann ich die Kraft des Punktes im Herzen verstärken: zehnfach, hundertfach, tausendfach, wenn es die Gruppe, die Verbindung mit ihr, mir ermöglicht . Wenn die Kraft des Punktes im Herzen größer wird, dann werde ich zu einem Zustand gelangen, in welchem ich ihn mit dem Herz ins Gleichgewicht bringe und dann versuchen das der Punkt im Herzen überwiegt.

Mal wird das Herz siegen, mal der Punkt im Herzen, und so werde ich die Aufstiege und Abstiege empfinden und vorankommen. Bis ich schließlich genug Anstrengungen investiert habe, um den Punkt im Herzen über das Herz zu erheben. Wir sollten jedes Mal probieren, diesen Umsturz zu vollziehen.

Anfangs habe ich das Herz, welches schwarz und böse ist, und den Punkt im Herzen. Dieser Punkt ist ganz klein, das Herz ist beträchtlich größer. Aber aufgrund der Tatsache, dass ich mich mit anderen Punkten verbinde, eine Bestrebung des Gebens habe, bekomme ich daraus die Kraft meinem Herz zu widerstehen, mit ihm zu kämpfen und es zu besiegen.

Jedes Mal unternehme ich mehr und mehr solche Anstrengungen und gelange im Ergebnis des Zerbruchs zum Verständnis, dass ich zu nichts fähig bin, sowie keine Widerstandskraft besitze. Und dann erhebe ich das Gebet (Ma´´N) und ein Wunder passiert – die Erlösung!

Es gibt hier zahlreiche Übergänge in meinem Inneren, und dies geschieht nicht direkt, sondern infolge eines Umbruchs. Denn wir bitten nicht genau um das, was wir später erhalten. Darum wird es auch Wunder genannt.

Auszug aus dem Unterricht nach „Die Einführung in TES“, 27.12.2011

Verbindung durch eine gemeinsame Vergangenheit

Zwischen uns steht eine richtige Wand: auf der einen Seite die Schöpfung, auf der anderen Seite der Schöpfer. Wie stellst Du Dich vor, durch diese Wand zu kommen?

Wenn auf der anderen Seite völliges Geben jedoch auf unserer Seite das absolute Empfangen existiert und dazwischen keine Verbindung besteht?! Es kann einfach nicht sein, als ob auf der einen Seite „Plus“ und auf der anderen Seite „Minus“ steht, und sich diese zwei Pole einander niemals gerecht werden können.

Deshalb kam es zum Zerbruch, nach dem die Teile der Schöpfung in den Schöpfer gelangen, und Teilchen des Schöpfers in die Schöpfung. Diese Handlungen dienen als Vorbereitung. Nun gibt es im Schöpfer die Eigenschaften der Schöpfung (ACHaP) (Funke, Reshimo), und sie können sich in einer bestimmten Verbindung befinden.

Im ACHaP gibt es das umgebende Licht, welches durch das Zerbrechen aus allen Verlangen emporstieg. Und in der Schöpfung ist eine Information von den zerbrochenen Verlangen vorhanden, die Reshimo. So entsteht eine Verbindung, welche „umgebend“ genannt wird. Das gehört alles noch zu der Vorbereitung.

Und nun, die Schöpfung erhebt das Gebet (MA´´N) und bekommt vom Schöpfer eine Antwort (MA´´D). Es besteht ein gegenseitiges Bedürfnis! Nach dem Zerbrechen leidet der Obere dadurch, dass der Untere leidet.

Und im Unteren existiert ein Funke, der irgendwann dem Oberen gehört hat. Und dank diesen verdorbenen Erinnerungen, die egoistisch genannt werden, Lo Lishma“, sind wir in der Lage eine Verbindung zum Schöpfer herzustellen, aus der Ferne, aus der Vergangenheit.

Jenes Zerbrechen, das irgendwann geschah, schafft heute eine Verbindung. Es war in der Vergangenheit, aber uns verbindet diese Vergangenheit! Diese Verbindung infolge des Zerbrechens nennt sich umgebendes Licht, oder MA´´D, und von der Seite des Unteren – das Gebet oder MA´´N.

Auszug aus dem Unterricht nach „Die Einführung in TES“, 27.12.2011

Tue alles, was in deiner Macht steht, und du wirst hören!

Frage: Worauf sollen die Handlungen gerichtet sein, die dabei helfen können, den Starrezustand zu verlassen, – auf die Verbindung mit den Freunden oder auf die Verbreitung?

Meine Antwort: Es steht geschrieben: „Tue alles, was in deiner Macht steht!“ Dir wird immer die Möglichkeit dazu gegeben. Es kann nicht sein, dass du in einen Zustand gerätst, in dem du gar nichts tun kannst.

Du hast keine Lust – das wird von oben gegeben, du hast keinen Gedanken – das kommt ebenfalls von oben. Du bist verwirrt, durcheinander, hast keine Kraft und kannst nichts anfangen, bist einfach wie tot? Und dennoch gibt es Handlungen, zu denen du fähig bist.

Ich habe mir beispielsweise zur Regel gemacht, immer die Tagesordnung einzuhalten. Es gibt ein Buch, das ich schreiben muss, es gibt Arbeit, die ich verrichten muss. Wir haben heute die Möglichkeit, mit den Gruppen, in der Verbreitung, im Internet zu arbeiten oder Materialien vorzubereiten.

Heute haben wir die Möglichkeit, dieses Wissen weit zu verbreiten und zu lehren – und das soll zur großen Fürsorge für jeden werden. Denn heute lastet wirklich die ganze Welt auf den Schultern eines jeden, nur merkt er nichts davon. Man sollte das äußerst ernst nehmen. Und hier geht die Handlung dem Verlangen und dem Gedanken voran, genau so, wie geschrieben steht: „Wir werden tun und wir werden hören!“ Das funktioniert ebenfalls in der materiellen Form.

Selbst Handlungen ohne die gewünschte Absicht führen zur Korrektur des Menschen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 29.12.2011

Rat für denjenigen, der seine Seele korrigieren will

Frage: Wie soll der Begriff „Liebe zu Freunden“ verwendet werden, um ihn auch denen nahe zu bringen die nicht diese Liebe und Verbundenheit fühlen?

Meine Antwort: Wenn du fühlst, dass du dich in die Richtung der Liebe zu deinen Freunden bewegen sollst, weil du damit deine Seele zu korrigieren versuchst, dann weißt du, was zu tun ist.

Wenn du im Zustand bist, das Gefühl der Notwendigkeit nicht zu haben, solltest du nach Rat suchen, um die Notwendigkeit und Wichtigkeit dieser Liebe zu entdecken. Darüber hinaus gibt es nichts. Wenn „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ die wichtigste Regel der Tora ist, dann hast du nichts zu erfüllen, außer dem. Alle Handlungen, im Gefühl und im Verstand, sollte auf eine größere Liebe und Verbindung ausgerichtet werden.

Das scheint eine einfache Sache zu sein und wir verstehen nicht, was das Besondere daran ist, fühlen keinen Geschmack. Wir wollen irgendwelche ernsthaften Sachen, aber wir wollen uns ganz und gar nicht das Prinzip der Liebe zum Nächsten aneignen.

Aber wenn ich verstehe, dass der Egoismus das gesamte Material der Schöpfung ist und ich damit richtig umgehen kann, also nur an der Beziehung zwischen mir und Freund arbeiten muß, dann verwandeln sich unsere Beziehungen in ein Feld. Wenn ich es richtig einsetze, verwandelt es sich in ein Feld, gesegnet durch den Schöpfer. Und wenn nicht, dann wird es zu einem Feld, im welchem die Räuber und die wilden Tieren herumlaufen.

Es scheint, dass das eine unwichtige und unseriöse Sache ist und es in der Welt viel höhere Ziele gibt. Und hier ist die Rede über irgendeine Liebe zueinander, als wenn wir aufgerufen werden, gute Kinder zu sein. Aber davon abgesehen, gibt es wirklich nichts anderes.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 14/12/2011

Der nächste Augenblick ist dein Schritt vorwärts

Frage: Die Kerze brennt, solange sie Öl und einen Docht hat. Wie kann ein Mensch eine solche Stetigkeit erreichen?

Meine Antwort: Das Brennen kann nicht „konstant“ sein, denn in jedem Augenblick wird dir ein neuer Teil des Kerzendochts, sowie ein neuer Teil des Kerzenöls offenbart, welche sich in einer Verbindung und Verschmelzung befinden. Es existiert kein ständiges inneres Brennen, sondern es wird die ganze Zeit erneuert.

In der materiellen Welt können wir eine bestimmte Handlung in Gang bringen, und da sie allein von der egoistischen Kraft vollzogen wird, wird sie fortdauern, als ob man einen Bonbon nach dem anderen in den Mund nehmen und daraus den Genuss empfangen würde.

In der spirituellen Welt, wird jedes Mal, nachdem eine bestimmte Erfüllung erreicht wurde, eine neue angestrebt, und es ist eine Pflicht das eigene Verlangen des Genusses zu überwinden, um nicht mit der Kraft des Egoismus zu arbeiten. Es stellt sich heraus, dass ich ständig mit diesen einander ergänzenden Kräften arbeiten muss, damit die Kraft des Gebens die Kraft des Empfangens nutzt und jedesmal die Oberhand gewinnt.

Darum gibt es dort keinen einzigen Augenblick, der vorbei gehen würde, und es gibt solche Handlungen nicht, wobei eine einfach aus der anderen folgen würde.

Jedes Mal sollen wir den Kampf dieser zwei Kräfte aushalten, sie richtig einander gegenüber stellen, damit das umgebende Licht die gütige Kraft verstärkt und in uns die Macht der Kraft des Bösen nimmt. Auf diese Weise können wir vorankommen.

So passiert es in jedem beliebigen Augenblick, ansonsten ändert er sich nicht! Da das System auf dem Zusammenwirken der zwei Kräfte basiert: der Kraft des Schöpfers und der Kraft der Schöpfung. Je mehr sich die Schöpfung dem Schöpfer angleicht, um so mehr Augenblicke vergehen, und dies bedeutet, dass du wieder einen Schritt nach vorne gemacht hast.

Und wenn du dich unter der Macht von lediglich einer Kraft befindest, dann vergeht kein Augenblick. Darum existieren wir in unserem egoistischen Zustand überhaupt nicht in der spirituellen Welt, wir unterliegen keiner Bewertung – wie sind die Nullen, welche auf der Stelle marschieren.

Auch eine Konstanz ist ein ununterbrochenes Voranschreiten, eine ständige Erneuerung der Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 25.12.2011

Warten nützt nichts

Nur die Kraft, die ich vor mir entwickle, damit sie mich zum Geben zieht, ist ein Anzeichen für das spirituelle Vorankommen. Manchmal begreifen wir nicht, was geschieht – warum es kein Vorankommen gibt, nachdem so viele Anstrengungen unternommen wurden. Wir befinden uns bereits seit so vielen Jahren auf diesem Weg, können aber immer noch die Vorbereitungszeit nicht abschließen. Was wird von uns noch verlangt?

Und wir begreifen nicht, dass wir diese ganze Zeit nur darauf gewartet haben, dass irgendeine Kraft kommt und uns vorantreibt, anstatt selbst, durch eigene Handlungen, eine solche Kraft zu erschaffen, die uns nach vorne zieht und nicht von hinten schiebt, damit wir durch die Größe des Ziels, des Gebens vorankommen – und die Motivation dazu bekommen wir von der Umgebung.

Genau darin besteht unsere Arbeit, unser freier Wille, die Annullierung unserer selbst und Erhebung der Umgebung. Und das alles, damit wir uns von dem Ziel begeistern und es erheben können. Die Wichtigkeit, die ich selbst dem Ziel beimesse, genügt nicht. Ich brauche eine starke Anziehungskraft, damit sie meinen Egoismus überwiegen und mich zwingen kann, mich Tag und Nacht um dieses Ziel zu kreisen, ohne zu schlafen.

Wenn es mir gelingt, dermaßen große Anziehungskräfte zu entwickeln, werde ich vorankommen.

So sieht die menschliche Stufe aus, die allen vorangegangenen Stufen entgegengesetzt ist. Es ist keine natürliche Entwicklung, die von der Natur ausgeht und von alleine läuft. Hier helfen keine Leiden – sie werden mich nicht vorantreiben. Dabei helfen mir nur meine eigenen Anstrengungen und Bündelung der Kräfte, Umsetzung aller Ratschläge der Kabbalisten und aller Mittel, die mich beeinflussen und mir die Wichtigkeit des Ziels einreden, damit ich dem Ziel entgegenstrebe.

Und das Ziel ist das Geben, dem ich ohne jegliche anderen Berechnungen, Ziele und Belohnungen entgegenstrebe. Das reine Geben – und nichts anderes.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 28.12.2011