Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Tag der Trauer – Tag der Freude

Dieser Abend der bitteren Klagen war am 9. des Av. Und der Schöpfer  sprach: „Ihr habt geweint ohne Grund; deswegen gebe ich euch einen Grund für eure Klagen. Der 9. Av wird der Tag der Volkstrauer sein.  An diesem Tag wird der Erste und Zweite Tempel zerstört“. [Kapitel „Shlach“]

Und so war es auch geschehen. Bis zum heutigen Tag sehen wir, wenn wir auf unsere Geschichte zurückblicken, dass am 9. Av immer die schlimmsten Ereignisse geschahen: Die Vertreibung der Juden aus Spanien, die Pläne der Judenvernichtung der Nationalsozialisten u. s. w. Für jede spirituelle Wurzel existiert in unserer Welt ein Zweig. Alles, was in der spirituellen Welt geschieht, ist der materiellen Welt entgegengesetzt. Deswegen gilt in unserer Welt der 9. Av als Tag der Klagen. An diesem Tag liest man nicht einmal aus der Tora, denn es ist in dieser Zeit unmöglich, das umgebende Licht anzuziehen. Der Tag des 9. Av bzw. seine spirituelle Wurzel wird bis zur endgültigen Korrektur existieren und erst dann verwandelt er sich. Die Enthüllung des enormen Egoismus an diesem Tag gibt uns den größten Impuls – die Enthüllung der Welt der Unendlichkeit in unserer Welt. Der tiefste Sturz verwandelt sich in den größten Aufstieg. Zwei Welten –  die niedrigste und die höchste – verbinden sich!

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Wie überwindet man den Egoismus

Und sie sagten zueinander: Wir wollen einen neuen Anführer wählen und nach Ägypten zurückkehren. Da warfen sich Mose und Aaron vor der ganzen Gemeindeversammlung der Israeliten auf ihr Gesicht nieder. Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, zwei von denen, die das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sagten zu der ganzen Gemeinde der Israeliten: Das Land, das wir durchwandert und erkundet haben, dieses Land ist überaus schön. [Das Buch Numeri, Kapitel 14, 14:04 – 14:07]

Die Lauscher, die ins Land Israel gelenkt wurden, sind kreuz und quer durchs Land gegangen. Sie haben das Land auf allen Stufen untersucht, d. h. alle Kelim (Gefäße), alle 5 Stufen NaRaNCHaY und haben entdeckt, dass das gut ist. Wenn der Herr uns wohlgesinnt ist und uns in dieses Land bringt, dann schenkt er uns ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Lehnt euch nur nicht gegen den Herrn auf! Habt keine Angst vor den Leuten in jenem Land; sie werden unsere Beute. Ihr schützender Schatten ist von ihnen gewichen, denn der Herr ist mit uns. Habt keine Angst vor ihnen! [Das Buch Numeri, Kapitel 14, 14:08- 14:09]

Die Völker, die im Land Israel leben, symbolisieren unsere riesigen egoistischen Verlangen. Wenn der Mensch versteht, dass er keine Kraft dazu hat, seine Impulse zu überwinden und in sich seinen egoistischen Gegner sieht, kapituliert er einfach… das Ego soll mit ihm machen, was es will, oder er versucht trotzdem, sich irgendwie zu wehren. Er kann den Egoismus aber nicht bewältigen, er hat dafür keine Kraft. Nur wenn er sich an die Gruppe bindet und an die Umgebung, kriegt er von dort die Kräfte und wird im Stande sein, dieses Hindernis zu überwinden.

Deswegen sagen Kaleb und Josua, dass die Zeit der egoistischen Verlangen zu Ende ist und wenn das Volk Israel mit dem Schöpfer kommt, kann es mit Seiner Hilfe das Ego unterwerfen. Und dann werden alle egoistischen Hindernisse richtig arbeiten.

Frage: Was heißt, dass sie „ihre Gewänder zerrissen haben“?

Antwort: Das heißt, dass alle vorherige Schilder, reflektiertes Licht, alle Gewänder, die sie hatten, für die neue Stufe nicht brauchbar sind. Jetzt sollen sie sich in ein völlig anderes reflektierendes Licht kleiden. Das heißt „die Gewänder wechseln“. In unserer Welt existiert ein Brauch, wo die Verwandte des Verstorbenen dessen Kleidung auf der Beerdigung zerreißen. Das heißt, dass sie vor der neuen Stufe stehen. Nicht ein Mensch ist gestorben sondern der Egoismus – und man begräbt ihn. Deswegen trauert man 7 Tage.

Wenn man völlig von der vorherigen Stufe gelöst ist – wechselt man seine Kleidung und beginnt ein neues Leben. Die Allerseelentage – 7 Tage, 30 Tage und 1 Jahr – symbolisieren die Kreisläufe, wenn dieselben Reshimot (spirituelle Gene) zurückkehren. Man erhebt sie nach und nach bis zur vollen Korrektur.

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Zwei Blickwinkel auf das Weltgeschehen

Frage: Früher hat die Menschheit Perioden des kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Booms erlebt wie z. B. während des Zeitalters der Renaissance oder im 20. Jahrhundert. Heutzutage aber bewegt sich die Menschheit zweckgebunden in Richtung Abgrundes. Das Niveau der Bildung sinkt: Die Menschen haben aufgehört, Bücher zu lesen; sie gucken einfältige TV Programme und nehmen an minderwertigen Vergnügen teil. Viele Länder verzweifeln auf ihrem Weg, weiter entwickelte Länder einzuholen, ganz zu Schweigen die Entwicklungsländer. In den glücklichen entwickelten Ländern, solchen wie Schweiz und Norwegen, herrscht Aussichtslosigkeit: Es gibt keine Energie, keine Reflexion, keine Erkenntnis des Geschehens. Das Leben rutscht auf ein niedrigeres Niveau ab. Wer wird die Kommunikation zwischen den Menschen herstellen? Wer wird neue Gesetze und Verbindungen erkennen? Wie kann es geschehen?

Antwort: Ich persönlich sehe das anders. Hier kommt das Gesetz der Ablehnung zur Anwendung. Bevor wir uns auf die nächste Stufe erheben, geschieht das Vereinen auf der vorherigen Stufe. Wir sollten die volle Niedrigkeit der heutigen Stufe erkennen und aufhören, nach deren Idealen und Zielen zu streben. Nur dann begreifen wir die nächste Stufe, die in diesem Fall einer Entwicklung entspricht, weil wir unseren Lebensstil völlig ändern müssen.

Wenn sich früher eine soziale Entwicklung geändert hat – z.B. Sklaverei auf Feudalismus, danach auf Kapitalismus u.s.w., ging alles in eine Richtung. Jetzt erleben wir aber einen völlig anderen Zustand. Wir erheben uns auf eine qualitativ neue Stufe unseres Daseins, auf der unsere Natur in eine ganz andere Richtung arbeiten wird. Wir werden unsere Natur dafür nutzen, uns nicht mehr an besseren Leistungen zu vergnügen, sondern die Werte zu ändern. Der Mensch wird eine Stufe erreichen, wo er sich nicht nur für das Leben im Leben interessiert, sondern für das Leben über dem Leben; das ist das wichtigste.

Daher ist die Entfremdung von jedem und allen vorprogrammiert und keiner hat Einfluss darauf; weder die Banker, noch die Businessleute oder die Regierungen. Das lenkt das Gesetz der Natur allein. Es führt den Menschen zu absoluter Gleichgültigkeit gegenüber den früheren Idealen. Langsam entsteht bei uns der Impuls zu neuen Werten, die nicht durch den linearen Egoismus betreffen werden, sondern auch das Niveau darüber. Dafür benötigen wir eine Verbindung zwischen uns, die höher ist als unsere tierischen Bedürfnisse; dabei versorgen wir uns nur mit dem Nötigsten, um in Würde zu existieren. Und alle unsere Ideale werden eine Stufe höher sein.

Nur eine minimale Sorge um unseren physischen Körper wird uns in dieser Welt halten. Unsere innere, geistige, richtig menschliche Natur wird nicht dazu dienen, jeden körperlichen Wunsch zu realisieren, sondern sie dient dem Begreifen der nächsten Entwicklungsstufe der menschlichen Gesellschaft. Dann entdecken wir eine neue Gesellschaft und ein neues Universum. In diesem Fall ändern wir generell unsere Ansicht über das Leben und die frühere Stufe stirbt ab. Und nicht nur sie,  sondern die ganze Weltgeschichte – von der Entstehung der elementaren Teilchen bis zum heutigen Tag.

Wir werden eine neue Perspektive auf die Welt und das Leben bekommen. Es entwickelt sich in uns eine Erkenntnis über die innere Struktur der Welt, des Geschöpfes, über das Programm der Schöpfung und jener Kraft, die alles erschaffen hat und alles lenkt! (Man kann sie Schöpfer, Natur oder Gott nennen, das spielt keine Rolle)

Dazu kommen wir. Deswegen sind all die Enttäuschungen, Entfremdungen, die Trägheit und der Untergang der Menschheit nötig. Ich sehe darin einen enormen Schritt nach vorne.

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Geheimnisvolles russisches Volk

Frage: Worin besteht die Sonderaufgabe der russischen Zivilisation?

Antwort: Es ist schwer für mich, etwas dazu zu sagen, weil ich bis jetzt noch keine richtige, sehr einfache, offensichtliche, wahre historische Untersuchungen sehe, die uns erklären würde, wieso sich ein Volk mit diesem eigenartigem Charakter, Verhalten, Weltanschauung, Psychologie gebildet hat. Das ist völlig unklar. Das russische Volk fühlt sich nicht zur normalen egoistischen Existenz hingezogen. Die Russen haben keine strenge Entwicklung der Verlangen: Essen, Sex, Familie, Reichtum, Ruhm, Weisheit. Es entflammt in ihnen entweder das Verlangen nach Ruhm und Wissen und im nächsten Augenblick stürzen sie ab, sie machen Selbstlosigkeitsexperimente und ähnliches.

Sehr stark ausgeprägt ist das in der Literatur, woraus folgt, dass das Volk Leid erduldet und als Gegebenheit hinnimmt. Hier kann man keine Parallelen ziehen. Die Leiden, die in Shakespeare, Hugo, Dickens geschildert werden, sind völlig unvergleichlich mit den Werken von Dostojewskij, Tolstoi und späteren Schriftstellern wie Solschenizyn. Wir sehen ein Volk, das keine egoistische Wahrheit als seine Vorbestimmung sieht, auf die man aufbauen könnte. Also sich mit allem zu füllen, was nur möglich ist.

Für dieses Volk ist das amerikanisches Vorbild völlig unbrauchbar, in der ein Mensch alles hat: Geld, Haus, Familie, Wohnung, Auto. Und alle sind darüber glücklich: Wir haben in Amerika den Garten Eden auf der Erde erreicht. Das ist dem russischen Geist zuwider. Was braucht er? Genau diese Suche: „Was brauche ich?“ Das ist zwar egoistisch, aber gleichzeitig eine umgedrehte, fanatische Entwicklung. Das Leiden – wofür? Was ist das Ziel? Es stellt sich heraus, dass das Ziel verschleiert und nicht von egoistischer Natur ist. Das einzige, was für die Russen eine Bedeutung hat, ist der Stolz auf ihren Staat.

Europäer sind bereit dazu, sich für Geld zu verkaufen; die Russen dagegen kann man mit Begeisterung für ihre Stärke und Leidensfähigkeit kaufen. Ihr Egoismus ist höher als der „Geldegoismus“. Wenn man die Europäer für 5 -10 Milliarden in jede beliebige Richtung lenken kann, geschieht jede Veränderung in Russland mit Durchbruch, Weinen und gleichzeitig mit Mitgefühl.

 

Erwiderung: Es wird den Russen immer „Gottessuche“ zugeschrieben.

Antwort: Ich weiß nicht, ob sie nach Gott suchen, weil wir sehen, was mit der Religion passiert. Wenn wir ehrlich sind, gibt es nirgendwo eine „Gottessuche“. Alle Religionen vergehen, auch die orthodoxe Religion, die keine Möglichkeit für progressives Wachstum gibt. Alle orthodoxen Länder sind in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Einst wählten sie eine Religion, weil sie ihrer Weltanschauung gerecht wurde. Mit anderen Worten, hier ist die Religion nicht ausschlaggebend, sondern der Bezug zum Leben und zur inneren Psychologie des Volkes. Daraus folgt, dass sie sich nicht entwickeln können und gezwungen sind, in unserer Welt zu betteln. Und alles hängt von der psychologischen Form und des inneren Verständnis der Welt ab.

Das Volk spürt es, versteht und weiß es. Deswegen kann die Regierung sie ohne auf Widerstand zu stoßen ausrauben; sie werden nie dagegen kämpfen. Diese Länder werden nie eine bourgeoise Revolutionen erleben. Nichtsdestotrotz wird sich die russische Zivilisation noch zeigen, weil ihre Suche die Suche nach Geld außen vor lässt. Die tierischen Verlangen nach Essen, Sex und Familie existieren in Russland üblicherweise auf niedrigem Niveau. Danach kommt der Reichtum, der im Westen so anerkannt ist. Russen aber neigen mehr zum Wissen. Das passt irgendwie nicht in unsere Welt. Somit hat die russische Zivilisation einerseits große Möglichkeiten, auf der anderen Seite aber kann sie sie aber nicht nutzen, weil man für die Realisation von Ruhm und Wissen in unserer Welt Geld braucht.

 

Frage: Das heißt, dass zwischen Israel und Russland eine Verbindung entstehen könnte?

Antwort: Es scheint, als stünden wir uns nahe; wir haben aber unterschiedliche Herangehensweisen, weil bei Israelis alles von den Funken, die zum Schöpfer steuern, kommt. Bei den Russen aber kommt alles von der Natur, in der sie sich entwickelt haben. Von der Kabbalah aus gesehen sind das die Eigenschaften der Seelen. Russland wird in diesen Prozess auf seine Weise eintreten. Jetzt aber hängt alles von uns ab. Wenn wir in der spirituellen Arbeit fortschreiten, fühlen sie sich zu uns hingezogen.

 

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Verbindung jenseits aller Unterschiede

Frage:  Wie können wir uns jenseits aller Unterschiede zwischen uns verbinden? Wir sind doch alle unterschiedlich und es ist schwer für mich, den anderen so anzunehmen, wie er ist.

Antwort: Es ist schwer für einen Menschen, den anderen zu verstehen, weil er nicht das ganze integrale Bild sieht. In diesem Bild hätte er gesehen, wie alle sich gegenseitig ergänzen und jeder seine Mission hat. Einer ist Ingenieur, ein anderer  Arzt, der dritte Arbeiter, die vierte Lehrerin u.s.w. Dazu sieht man jetzt, dass je mehr wir entgegengesetzt sind, desto stärker ist unsere einzigartige Verbindung miteinander. Und zu solcher Verbindung führt uns die Wissenschaft der Kabbalah. Wenn wir uns endlich verbinden werden, entsteht aus unserer Verbindung ein besonderes Puzzlebild, das erstrahlt und aus dem sich das Licht offenbart. Das heißt „das Licht für die Völker der Welt“ zu sein, wenn wir der ganzen Welt ein Beispiel für Verbindung zeigen. Da die Welt sich in so einem grausamen Zustand befindet!

Frage: Auf welcher Basis verbinden wir uns?

Antwort: Auf der Basis unserer inneren Erkenntnis, dass jeder Mensch in diesem Puzzle wichtig und unersetzlich ist und sich auf genau seinem Platz befinden sollte. Dabei korrigieren wir niemanden! Baal Sulam schreibt in der „Freiheit des Willens“, dass keiner sich ändern soll, er soll lediglich die richtige Verbindung mit anderen Menschen aufbauen. Denn alle Eigenschaften, die ein Mensch besitzt, entwickelten sich aufgrund seiner Natur und wegen des Einflusses der anderen auf ihn; alle Eigenschaften entstanden in ihm infolge der allgemeinen höheren Lenkung und alle sind wichtig und nötig. Wenn die Menschen sich miteinander verbinden, schaffen genau diese unterschiedliche Eigenschaften das allgemeine Bild und in der richtigen Verbindung zwischen ihnen können sie erkennen, was „Volk Israel“ heißt, das so vielfältig uns entgegengesetzt zueinander ist, alle aber zu einem  Ganzen werden – zu einem Volk. Genau da, wo sie sich erheben und sich über alle Unterschiede verbinden.

Frage: Aber was ist die Gemeinsamkeit zwischen diesen Menschen?

Antwort: Die Gemeinsamkeit liegt darin, indem sie alle nur durch Gemeinschaft die Vollkommenheit erreichen und zu so einem Zustand kommen, indem sie sich über ihre Natur erheben. Dann fühlen sie, dass sie sich auf der nächsten Stufe der menschlichen Entwicklung befinden. Genau das verlangt die Menschheit vom Volk Israel und deswegen hasst sie es. Die Menschheit glaubt, dass Israel sie um die gute Zukunft betrügt.

Wir sollen diese Zukunft erreichen und der ganzen Menschheit Vorbild sein. Denn außer der Verbindung braucht die Menschheit gar nichts. Und infolge der Abwesenheit der Verbindung leidet sogar die Natur; wir verursachen Naturkatastrophen, wir verletzen das Gleichgewicht unserer Erde. Und das machen WIR! Weil wir uns auf der höchsten Stufe aller unbelebtem, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stufe befinden und deswegen die ganze Welt und Ökologie beeinflussen.

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Die Methode der „Guten Verbindung“

Wir leben in einer besonderen Zeit, in der sich die Menschen mehr und mehr verbunden und von einander abhängig fühlen. Das Problem liegt nur darin, dass diese Verbindungen nicht gut sind, sondern falsch. Und dabei fühlen wir diese völlige Abhängigkeit voneinander, was uns beunruhigt und uns aufregt.

Wenn diese Abhängigkeit nicht gut ist, bringt eine solche Verbindung nur Probleme mit sich; wie geschrieben steht: „Die Verbindung der Sünder ist für sie selber schlecht und fügt der ganzen Welt Schaden zu“. Wenn die Menschen sich und ihre Beziehungen nicht korrigieren, ist es besser, wenn sie sich voneinander trennen.

Das Ganze hat begann bereits in Babylon, wo der Egoismus so groß war, dass die Menschen anfingen, sich gegenseitig zu hassen. Im Endeffekt entstanden die vielen Sprachen, denn es geschah zum ersten Mal, dass der Egoismus die Menschen so zertrennt hat. Davor waren alle Menschen wie ein Volk, das alles miteinander teilte. Plötzlich fühlten sie, dass sie keine Einheit mehr sind und zu verschiedenen Gemeinden, Familien, Völkern gehörten, und deswegen konnten sie es nicht miteinander aushalten. In dieser Zeit entstand die Wissenschaft der Kabbala.

Einer der Gelehrten, der damals in Babylon lebte (er hieß Abraham), enthüllte, dass wir keinen  Widerstand gegen unsere Verbindung leisten können. Die Menschen sind auf jeden Fall verbunden, sie können sich gar nicht trennen. Man sollte nur wissen, wie man sich richtig verbindet, unabhängig vom Egoismus, der Tag für Tag zwischen uns wächst.

So ist die Wissenschaft der Kabbala entstanden –  die Methode der guten Verbindung zwischen den Menschen. Die Kabbala sagt, dass wir vor allem den Mensch korrigieren sollten und unsere Beziehungen  zueinander. Und dann wird alles, was wir machen, zum Guten führen.

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Das Recht auf freies Wort

bildFrage: Warum ist es so wichtig, jedem die Meinungsfreiheit, seine Meinung zu äußern, und die Gewissensfreiheit, den Glauben zu beachten, zu garantieren?

Antwort: Es ist nicht seine Meinung und nicht sein Glaube! Der Mensch hat nichts: er ist das Produkt der Erziehung, der Bildung, des Einflusses der Umgebung.

Alle seine Worte und Taten stammen von der Selbstsucht, und deshalb kritisiert er etwas im Moment. Aber es ist möglich, ihn mit Geld zu bestechen oder mit einigen Worten zu überzeugen, und er wird genau so das echt Entgegengesetzte leidenschaftlich  beweisen.

Der Mensch ändert seine Meinung wie die Wetterfahne im Wind, je nach Stimmung und innerem Zustand. Heute wählt seine Selbstsucht dieses und morgen etwas anderes, je nach dem, was in diesem Moment vorteilhafter ist.

Die Meinung gehört nicht dem Menschen selbst, sondern wurde in ihm mit der Erziehung, der Bildung, der öffentlichen Meinung erzeugt. Er wählt sie aus rein egoistischen Gründen: aus dem, was dem Volk, dem er angehört, oder seiner nächsten Umgebung nützt.

Diese Meinung ist nicht auf dem Naturgesetz, auf dem Endzustand, den wir alle so oder so, mittels der Leiden oder mittels des Lichtes, erreichen sollen, gegründet.

Diese Meinung stammt nicht aus dem Verständnis der Natur des Menschen und der Quelle aller seiner Veranlassungen. Sie hängt von den einfachen physiologischen Faktoren ab: vom psychologischen Typ und sogar von der Blutgruppe. Deshalb ist die Meinungsfreiheit die größte Strafe, die heute in der Welt gilt.

Die ganze Unordnung und das Durcheinander, die in der Welt herrschen, ihre ganze Instabilität, sind die Folge der Meinungsfreiheit, ohne Prüfung der Gründe dieser Meinung und woher sie kommt.

Jeder Bürger hat das Recht, alles zu äußern, was er fühlt, aber es scheint ihm nur so, dass er eine eigene Meinung hat; in Wirklichkeit gehört sie ihm nicht.

Die Meinungsfreiheit muss man nur dem geben, der die entsprechende Vorbereitung gemacht hat, die Integralbildung bekommen hat und versteht, nach welchen Gesetzen sich unsere Gesellschaft entwickelt und welches Ziel sie hat.

Aus dem 587. Gespräch über das neue Leben 21.06.2015

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In unserer Welt fehlt es an Güte

Frage: Welche Beziehung  entsteht durch die Offenbarung der guten Kraft der Natur und der Verbindung unter den Menschen?

Antwort: Heute sind wir durch schlechte Verbindungen miteinander verbunden, und das bewirkt alle negativen Folgen in unserem Leben. Wenn wir es schaffen, die gute Kraft der Natur zu offenbaren und mit ihrer Hilfe uns richtig zu verbinden, dann gelangen wir zu einem guten Leben.

In unserem Leben fehlt es an der guten Kraft der Verbindung. Wir brauchen sie alle und überall: Kinder und Erwachsene, in der Familie, bei der Arbeit…damit wir alle gleich sind, wie Freunde. Dies ist nur durch die Kraft der Verbindung möglich – die harmonische Kraft, die uns die Weisheit der Kabbala enthüllt.

Kabbala – das ist die Wissenschaft der Offenbarung der Kraft der Güte, des Lichts, der Verbindung; das Einzige, was in unserer Welt fehlt. Diese Offenbarung wird uns das Ende aller Kriege, Uneinigkeiten, Konfrontationen, Konflikte zwischen den Individuen, den Völkern und den Religionen bringen.

Die Ursache alle Probleme ist die mangelnde Kraft der Verbindung. Diese gütige Kraft offenbart uns die Weisheit der Kabbala.

„New Life“, Folge 477, 18.12.2014, [# 160784]

„Jenseits der Zeit“

Zeit. Sie ist eine innere, persönliche, psychologische, egoistische Wahrnehmung, wenn man die Zeit als Differenz misst, zwischen dem Moment, wenn man etwas will oder nach etwas strebt und dem Zeitpunkt, wenn der Wunsch in Erfüllung geht.  Man empfinde diese Zeitspanne als Mangel an Erfüllung.

Wenn man alles sofort erhalten würde, was man möchte, wenn jeder Wunsch sofort in Erfüllung ginge, dann würde man die Zeit nicht mehr spüren. Das nennt man „jenseits der Zeit“. Nehmen wir an, wir würden das Gewünschte mit Lichtgeschwindigkeit bekommen, dann wäre die Zeit auf null. Unsere ganze Natur existiert unterhalb der Lichtgeschwindigkeit und alle Prozesse geschehen mit begrenzter Geschwindigkeit. Und deswegen spüren wir die Zeit. Denn die Zeit, die Geschwindigkeit und die Entfernung sind miteinander verbunden.

Wenn wir theoretisch gesehen alles auf der Stelle bekommen würden, würden wir keine Zeit mehr fühlen.

Wie kann man einen Zustand erreichen, in dem die Zeit auf null ist, das heißt, wenn die Geschwindigkeit unendlich und die Entfernung auf null reduziert wäre, wenn der Raum sich zu einem Punkt zusammenzöge?  Wenn man eine Handlung durchführen könnte, in dem Augenblick, wenn sie einem in den Sinn käme?

Das ist nur mit der Eigenschaft des Gebens möglich, die vom Menschen abhängt.

Wenn wir von der heutigen Verbindung zu der Verbindung übergehen würden, wo jeder von dem anderen empfängt, wo jeder geben möchte und das auch kann, und jeder hat ja etwas zu geben, was der andere auch empfangen möchte, dann würden wir keine Zeit mehr wahrnehmen.

Zeit – es ist eine Gewohnheit, es ist ein rein psychologischer Parameter. Und unsere Wissenschaft spricht auch schon darüber.

Was brauchen wir, wenn wir über das wirkliche Leben sprechen, über die richtige Anwendung der Zeit, die uns gegeben ist? Wir müssen wissen, wie man die Eigenschaft des  Gebens  erreicht, um mit ihrer Hilfe die Stufe, die außerhalb von Zeit, Raum und Bewegung liegt, zu erlangen.

Denn wenn die Zeit auf null ist, dann gibt es keine Bewegung, keinen Raum und alles befindet sich an einem Punkt. Einen solchen Zustand können wir erreichen, wenn wir unsere Eigenschaft von Nehmen zum Geben korrigieren.

„New Life“, Folge 356, 22.04.2014  [# 160858]

Das Gesetz des ganzen Universums!

bildFrage: In der Wissenschaft der Kabbala spricht man über die einzige Kraft, die in sich alle Kräfte der Natur vereinigt, über ein einziges Gesetz, das das ganze System des Universums, dieses Spiel, das unser Leben heißt, verwaltet. Was ist dieses Gesetz? Wie empfindet der Mensch es, wenn er es zu erkennen beginnt?

Antwort: Dieses allgemeine Gesetz heißt „die Bürgschaft“. Alle Teile der Natur: unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche, alle Kräfte, die ganze Natur im Großen und Ganzen, sind in einem System verbunden und alle ihre Teile unterstützen einander so, dass sie eine vollkommene Form bauen.

Frage: Gilt dieses Gesetz auch auf dem menschlichen Niveau?

Antwort: Ja. Aber das Problem liegt darin, dass die Menschheit ihre Nische ergänzen soll. So ist es speziell gemacht, damit wir das Niveau dieser einzigen Kraft erreichen, ihre Partner werden.

Diese einzige Kraft schließt die ganze Realität, alle Zeiten, alle Welten, außer unserer Welt, über die Zeit, über den Raum, über die Umstellung, über unser Begreifen, ein, das ist  eine riesige Sphäre, in der nur eine Kraft gilt. Wir können diese Kraft nicht nur enthüllen, sondern auch auf ihr Niveau hinaufsteigen.  

Wir sollen dieses Ziel hier, in unserem Leben, erreichen. Dann werden wir von allen Beschränkungen der Zeit, der Bewegung und des Raumes, vom Leben und dem Tod, befreit, für uns gibt es das nicht. Wir begreifen die Welt im Leben.

 

Aus der Radiosendung 103FM, 18.01.2015

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