Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wunsch'

Wozu brauche ich diese Welt?

In der Natur gibt es zwei Kräfte – die Kraft des Erhaltens und die Kraft des Gebens. Diese zwei Kräfte zeichnen die Bilder auf unserem Wunsch zu genießen, wie am Bildschirm des Computers, so sehe ich das Weltbild, mich und meine Umgebung.

Laut Baal HaSulam gibt es im hinteren Teil unseres Gehirns den Bildschirm, auf dem wir das Weltbild wahrnehmen.

Dieses Bild entsteht mit Hilfe zweier Kräfte – mit Hilfe der erhaltenden (linken) Kraft und der gebenden (rechten) Kraft. Die Kombination dieser zwei Kräfte auf meinem egoistischen Material zeichnet mir das ganze Bild der Realität.

Ich empfinde dieses Bild – und mir scheint es so zu sein, dass diese Realität eine äußere ist.

Dabei projiziere ich selbst mein inneres Bild – und „sehe so die Welt“. Als ob ich dieses Bild nach außen herausziehen würde.

Warum funktioniere ich auf diese Weise? Warum sehe ich meine Innenwelt in der äußerlichen Form? – Um sich dazu egoistisch, missachtend und feindlich zu verhalten. Also habe ich die Möglichkeit, sie zu erforschen und mich zu korrigieren.

Wäre diese Empfindung nicht außerhalb von mir, sondern innerhalb, könnte ich mich niemals korrigieren, weil ich alles mögen würde, was aber außerordentlich egoistisch wäre.

Weil aber mein Ego nach draußen erscheint und als fremd empfunden wird, verhalte ich mich zu meinem Äußerlichen negativ und egoistisch, wie zu einem Fremden, während ich mich zu meinem inneren Teil positiv verhalten würde – somit habe ich die Möglichkeit, zwischen dem „Äußeren“ und „Inneren“ zu unterscheiden.

Die Welt wurde in zwei Teile geteilt: ich und die Anderen! Und ich verstehe nicht, dass alles Äußere sich in meinem Inneren befindet!

Es wurde mir ermöglicht, mein inneres Wesen im äußerlichen Bild zu sehen: Schaue an, wer du eigentlich bist und wie du dich gegenüber deiner Umgebung verhältst! So bist du auch in deinem Inneren.

Du sagst: „Seht mal, was für ein Idiot er ist! Der da ist ein Faulenzer, und der hier – ein Dummkopf! Wie hasse ich sie alle!“ – und dies alles sind deine inneren Eigenschaften, und nicht die fremden Eigenschaften!

Diese Offenbarungen helfen mir gerade. Andernfalls könnte ich niemals „den bösen Anfang“ – den egoistischen Wunsch – bis zum Ende enthüllen, erst alle zu hassen – um dann zu verstehen, dass es meine inneren Eigenschaften sind, die nach draußen projiziert werden.

Dann beginnst du zu verstehen, welche Hilfe der Schöpfer geleistet hat, als dir solche Wahrnehmung der Realität gegeben wurde – dein Inneres draußen zu sehen.

Du beginnst zu verstehen, inwiefern es dir hilft, weil du sonst innerhalb deines Ich vollständig geschlossen wärst. Und hier gibt es „etwas in mir, dass ich nicht für meines“ halte.

Deshalb wird unsere ganze Arbeit auf die Harmonisierung meines inneren Ich – mit der Außenwelt und besonders mit der Gruppe gerichtet. Man praktiziert eben in der Gruppe.

Wenn ich mich bemühe, mit der Gruppe zu arbeiten und verhalte mich zu den Freunden wie zu mir selbst – dann stelle ich die Unmöglichkeit der Vereinigung fest, da hilft leider keine Selbstüberzeugung.

Ich kann mich sogar zum kleinen Teil der Menschheit, der das gleiche Ziel verfolgt, zur Gruppe, nicht wie zu mir selbst verhalten – das heißt über die egoistische Vernunft hinweg.

Dann beginnst du, diese Selbstsucht, die vom Schöpfer künstlich geschaffen wurde, gerade zwecks ihrer Annullierung zu benutzen.

Alleine kannst du es nicht machen, du musst es nur wünschen und den Schöpfer bitten, die Selbstsucht zu korrigieren. Warum muss man bitten? Um die Verbindung mit dem Schöpfer aufzubauen!

„Wie denn?!… Verstehe, dass du es bist! Verhalte dich zu den anderen mit Liebe, denn sie sind die Teile deiner Seele!“ – „Ich kann es … nicht“

„Aber es sind doch deine Freunde, deine Nächsten, sie verfolgen das gleiche Ziel! Schließlich, was trennt euch voneinander?!“ – Die Kraft des Zerbrechens, die der Schöpfer als eine Art Hindernis stellte – und ich kann es nicht überwinden.

Dann bittest du gerade darum, dich zu korrigieren – du bittest um die Korrektur – und bringst die ganze äußere Welt in die innere Harmonie.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 24.06.2010

Einen Schritt auf den Schöpfer zugehen

Der Sohar, Abschnitt „Wajikra“, Punkt 83: … Es steht geschrieben: „Siehe, dein König wird zu dir kommen“ – gewiss, und nicht du zu Ihm. Er wird zu dir kommen, um Sich mit dir zu versöhnen; Er wird zu dir kommen, um dich zu erheben; Er wird zu dir kommen, um dich in allem zu vervollständigen. Er wird zu dir kommen, um dich zu Seinem Palast zu erheben, um Sich mit dir in einem ewigen Bund zu verbinden, für alle Zeiten, wie es geschrieben steht: „Und Ich werde dich mit Mir in Ergebenheit verloben“.

Die Frage ist, ob wir selbst Malchut aus dem Staub erheben müssen oder ob der Barmherzige Schöpfer das gefallene Zelt Davids für uns wieder aufstellt? Müssen wir warten, während wir im Exil sind, und dann wird von oben alles enthüllt?

Oder müssen wir erkennen, dass der König gekommen ist, seine Arbeit getan hat und uns nun die Hand entgegenstreckt, die wir unsererseits ergreifen und uns somit erheben müssen?
Es gibt Menschen, die sagen, dass alles von oben kommen und sich enthüllen wird, dass der Dritte Tempel vom Himmel „fällt“ und wir nichts tun müssen, außer zu warten. Das ist eine Denkweise aus Gadlut stammend (aus der Zeit des Exils).

Kabbalisten erklären uns, dass wir uns eine bestimmte Zeit lang, bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, zum Exil (kein Dasein in der Spiritualität) zwingen mussten.
Anschließend hat uns der Schöpfer ins Land Israel zurückgerufen und uns die Korrekturmethode, die Kabbala und das Buch Sohar offenbart . Alle Bedingungen für eine freie Wahl wurden geschaffen, es wurde die Tora von oben gegeben, – jetzt müssen wir sie empfangen und durch unsere Korrektur umsetzen.

Das bedeutet, dass „der König zur Königin gekommen ist“. Er gibt ihr alles. Doch nun muss sie einen Schritt auf den König zugehen, ihr Wunsch nach der Vereinigung mit ihm äußern, und nicht die ganze Zeit im Staub ohne jegliche Handlungen ihrerseits liegen bleiben. Denn der König fordert sie zum Handeln auf, indem er ihr die Hand entgegenstreckt und ihr seinen Wunsch offenbart.

Genau an dieser Stelle entsteht ein großer Streit zwischen denjenigen, die sich mit der äußeren Tora beschäftigen, den Gläubigen, und denjenigen, die sich mit der inneren Tora beschäftigen, den Kabbalisten, denn der äußeren Einhaltung von Traditionen ist nichts hinzuzufügen, der ganze Zusatz besteht im Inneren: in den Absichten, in den Klärungen des Verlangens, in der Enthüllung des Bösen, das korrigiert werden muss.
Aus einem Unterricht “Zum Abschluss des Buches Sohar”, 16.05.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Der Schlüssel zum Licht

Wenn ich mich über meinen Egoismus hinweg erhebe und auf die Wünsche anderer Menschen eingehe, dann bekomme ich das unendliche, geistige Gefäß, in dem ich das ganze Licht der Unendlichkeit empfinden kann.

Es funktioniert sehr einfach: Als ob es ein großes Rohr mit einem Absperrschieber gäbe, durch welches das Licht ununterbrochen fließt. Und mit diesem Absperrschieber kann ich die Strömung des Lichtes beliebig stark verändern, indem ich das Rohr vollständig offen halte.

Genauso ist es in unserer Welt, in welcher sogar ein kleines Kind den Absperrschieber drehen und dadurch den Andrang des Wassers verändern kann. Ich mache dasselbe. Ich verfüge nur über einen kleinen Wunsch zur Spiritualität, über den Punkt im Herzen.

Wenn ich mich aber auf die Wünsche anderer Menschen konzentriere, mich in den allgemeinen Körper der Seele einreihend, wie die einzelne Körperzelle, dann gebe ich diesem allgemeinen Körper etwas zurück, und er beginnt sich, um mich zu sorgen. Folglich erhalte ich auch alle seine unendlichen Möglichkeiten.

Das heißt, die Kabbala spricht nun zweckmäßig darüber, dass man die eigenen Wünsche zurücklassen sollte, um in die Wünsche der anderen Menschen berücksichtigen zu können.

Dadurch bekommen wir die Möglichkeiten, geistige Gefäße, Wünsche, welche um „613“ Mal größer sind, als diejenigen, die wir ursprünglich hatten!

Anfänglich hatten wir nur einen Punkt – und nun bekommen wir den ganzen Körper zur Verfügung, und zwar jeder von uns!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zum TES“, 10.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wie kann man die „giftigen Schlangen“ bewältigen?

Kurze Zusammenfassung vom Wochenabschnitt Chukat [Numeri, 19:1 – 22:1], T.7 [21:21 – 22:1]: …Und wieder beginnt das Volk, sich über all seine Missgeschicke zu beklagen, und zu sagen, dass es umsonst aus Ägypten weggeführt wurde.

Daher sendet der Schöpfer eine Menge von giftigen Schlangen; so bereut das Volk sein Murren und bittet Moses, dass er dieses Leiden von ihm nehmen soll.

Moses betet für sie und bekommt eine Anweisung vom Schöpfer, wie er aus dieser Situation mit Hilfe einer ehernen Schlange herauskommt.

Während des ganzen spirituellen Weges ist der Mensch mit Fragen übewältigt und weiß nicht, was er tun soll.

Er beugt sich unter der Last, sodass er giftige Schlangen herausruft, das heisst, dass das ursprüngliche, der Schöpfung zugrunde liegende Verlangen, zu genießen, aufzuwachen beginnt.

Und was hilft dem Menschen? Ihm hilft, dass er eine Schlange aus Kupfer herstellt. Das heißt, er beginnt zu verstehen und zu spüren, dass alles was ihm gegenüber steht, nur eine Statue ist, und nicht etwas Lebendiges.

Wenn diese Schlangen von außen kommen, so scheinen diese dem Menschen ein Ausdruck der höheren Kraft zu sein.

Aber wenn der Mensch selbst das gleiche bildet, wird ihm klar, dass dies keine höhere Kraft, sondern nur ein Spiel seiner Vorstellungskraft ist, und das alles ist nur ein dummes Hindernis , welches sich innerhalb von ihm selbst bildet.

Sobald Moses eine ehernde Schlange gechaffen hat, löste sich das Problem, und das Volk Israel wurde diesen Kummer los.

So zeigt uns die Tora verschiedene Schutz- und Korrekturmethoden.Die „eherne Schlange“ ist eine sehr interessante Methode, sich über seinen „bösen Trieb“ – den Egoismus – zu erheben, wenn du etwas ihm gegenüber baust und somit verstehst, dass alles vor dir stehende nur eine illusorische Fantasiegestalt ist.

Du siehst das dadurch, dass du selbst dieses Idol baust. Man kann dies Abreitstherapie nennen. So wird der Mensch dieses Problem, das Erwachen der Schlange in sich, los. Selbstveständlich sind alle diese Handlungen innere Handlungen.

Eine Frage: Einerseits, steht geschrieben: „Mach dir kein Bildnis“. Hier aber befiehlt der Schöpfer Moses, sich einen Götzen zu machen.

Meine Antwort: Das stimmt. Manchmal verfahren wir so mit unseren Kindern. Wir zwingen sie dazu, etwas zu machen, damit sie keine Angst mehr davor haben: „Gehen wir gemeinsam zum Hund, und du wirst sehen, er wird dir gar nichts tun!“

Vor dir steht eine Gestalt, und du denkst, sie kommt von oben, vom Schöpfer, dass die Schlange eine höhere Kraft symbolisiert, die über dich regiert.

Aber der Schöpfer sagt: „Nein! Tue selbst das gleiche, und du wirst sehen, dass das ganze nur in deinem Kopf passiert, du hast dir diese Schlange nur ausgemalt.“

In der Tat, es befindet sich nichts vor dir, es scheint dir nur so. Und wenn du diesen „Götzen“ baust, wirst du sehen, dass in ihm nichts ist und all diese giftigen Schlangen, die angeblich kommen und dich erschrecken, nichts an sich haben, außer dem, was du selbst in sie hineingelegt hast. Du hast sie geschaffen, und nicht eine höhere Kraft. Baue selbst einen Goetzen, und du wirst sehen, dass es so ist.“

„Eherne Schlange“ bedeutet eine Methode der Heilung, die dir einen richtigen Umgang mit dem egoistischen Wunsch erlaubt.

Aus einem Soharunterricht, nach dem Wochenabschnitt Chukat , 14.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wie kann man seine eigenen Zustände beeinflussen?

Eine Frage, die ich erhielt: Wir sind nicht in der Lage, unsere Zustände zu zu beeinflussen. Wie können wir ihre Änderung bewirken?

Meine Antwort: Wir müssen das höhere Licht bitten, uns eine Chance zu geben, zu erfahren was Geben heißt. Um mehr bitten wir nicht!

Wir haben keine Möglichkeit unsere Zustände zu unterscheiden, zu lenken oder zu wissen, wie wir das uns mit unserem Verstand vorstellen können. Das ist nur in dem Maß möglich, in welchem ich mich über meinen Verstand, über der gewöhnlichen Einstellung zu der Eigenschaft des reinen Gebens erheben kann und außer ihr nichts verlange! Ich soll nicht um Verstehen oder Empfinden bitten, sondern ausschließlich darum, mich ständig in der Eigenschaft des Gebens zu befinden. Dieser einzige Wunsch ist das gesamte und vollkommene spirituelle Gefäß.

Wenn ich nur um die Eigenschaft des Gebens bitte, um den Glauben über dem Verstand, nur um zu wissen, was das eigentlich heißt und mich darin befinden zu können – dann, wenn ich diese Eigenschaft geschenkt bekomme, kann ich darin alles sehen, empfinden und lenken.

Aus einem Unterricht nach dem Buch Sohar, 02.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Gestalt, die aus „dem Sand“ modelliert ist

Aus den Werken von Rabasch: die Regierung von Malchut heißt „Chuka“ (die Gesetzessammlung). Aber sie ist nur ein Gesetz aus der Tora, und nicht die Tora selbst. Das heißt, um der Tora würdig zu werden, muss man alle Gesetze akzeptieren, die sie uns gibt. Andersfalls ist es unmöglich, die Tora zu bekommen. Und wenn der Mensch mit der Regierung der Malchut einverstanden ist, dann heißt er die Eigenschaft Israels.

Wir alle sind der Wunsch, zu genießen. Dieser Wunsch ist wie ein Berg, Hügel oder Sandhaufen, der keine Form hat. Wir sollen aus diesem „Sand“, wie am Ufer des Meeres, mit Hilfe des Wassers (Chassadim), eine Form aufbauen, die dem Schöpfer ähnlich ist.

Darin besteht unsere Arbeit. Der Prozess, infolge dessen wir aus dem formlosen „Sand“ eine Form aufbauen, und die Eigenschaften des Schöpfers erforschen, kopieren und aus „dem Sand“ modellieren – heißt „Chuka“ (die Gesetzessammlung). Die Formen, die wir annehmen, heißen auch „Chuka„.

Schließlich vereinen sich Ursache und Wirkung, sowie alle Formen des Gebens, die eine nach der anderen aufgrund des Wunsches, zu genießen aufgebaut werden – (denn es verschwindet nichts in der Spiritualität), bis dieser Material, die Gestalt des Schöpfers, annimmt, die wir selbst geschaffen haben.

Es ergibt sich, dass die Geschöpfe den Schöpfer erschaffen. So, wie es auch im Buch Sohar geschrieben steht. Deshalb sind alle großen Gesetze, die wir mit dem Licht und mit der Offenbarung des Schöpfers enthüllen dazu vorbestimmt, durch uns realisiert zu werden.

Aus dem Sohar – Unterricht nach dem Wochenabschnitt, 14.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die psychologische Barriere auf dem Weg zum Geben

Es gibt eine psychologische Barriere auf dem Weg zum geistigen Ziel. Wenn ich das Geben erreichen will, dann muss ich nichts anderes fragen, außer wie ich den Zustand des Gebens erreichen kann.

Dieser Zustand des Gebens befindet sich nicht in den Definitionen meiner egoistischen Vernunft und meines heutigen Wunsches.

Das heißt, ich darf nichts verlangen, was mir jetzt klar ist – denn es wird dem echten Geben, dem wahrhaft spirituellen Zustand entgegengesetzt.

Wenn ich diesen Zustand erreichen werde und mir diese geistige Eigenschaft aneignen werde, dann werde ich mich dort schon mit der neuen Vernunft und dem neuen Herz prüfen – ich werde in den gebenden Wünschen fühlen und verstehen.

Aber wenn ich über das Geben in den egoistischen Wünschen erfahren möchte, dann werde ist keine Erkenntnis erlangen. Deshalb heißt die allererste Etappe „der Übergang des Machsom“ (der Barriere zur spirituellen Welt).

Es bedeutet, die Wahrnehmung der Eigenschaft des Gebens in der Loslösung von allem, was in meinen heutigen Wünschen empfunden wird.

Deshalb verlange ich die Eigenschaft, die höher als mein Verstand ist: Ich will nur wissen, wie diese Eigenschaft zu bekommen ist, aber was diese Eigenschaft bedeutet – weiß ich nicht.

Ich habe mit ihr keine Verbindung, keinen Punkt des Kontaktes, keine Prüfung – ich nehme sie als solche, die mir von oben geben wird.

Es scheint so zu sein, dass eine solche Herangehensweise für den ernsten, entwickelten, klugen Menschen unpassend wäre. Aber im Gegenteil!

Gerade diejenigen, die über das entwickelte Gefühl oder die Vernunft und das Verständnis bezüglich aller Prozesse verfügen, die über den Egoismus nachdenken und erkennen, wie sehr sie sich in seiner Macht und in der Sklaverei befinden, verstehen auch folglich, dass wir keine andere Wahl haben, als darüber aufzusteigen und uns von den heutigen Wünschen, von egoistisch beschränkten Gefühlen und Vernunft vollständig loszulösen!

Deshalb bitte ich während des Unterrichts nur um die Einwirkungen des Lichtes – ungeachtet davon, was es mit mir machen wird.

Ich fühle mich wie das Kleinkind, das nichts versteht, und mit allem einverstanden ist, was die Mutter macht, während es sich in den Händen seiner Mutter befindet.

Gerade solche Hingabe und solche Ergebenheit muss ich gegenüber dem Höheren erreichen: Ich bitte es, heile mich! Und außer dem verlange ich nichts mehr.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 02.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum –>

Die magische Anziehung der Spiritualität

Eine Frage, die ich erhielt: Kann man den Schöpfer um die Belebung der Punkten im Herzen bitten, für die Menschen, bei denen sie noch nicht aufgewacht sind?

Meine Antwort: Man muss beten, dass die gesamte Menschheit schneller das wahrhafte geistige Bedürfnis zum Schöpfungsziel erreicht.

Zu beten, bedeutet, die innere Vereinigung, Anstrengung und die Kraft anzustreben, welche seitens der anderen wie flammendes Feuer empfunden wird. Stellen Sie sich vor, die Menschheit ist heute der leblose Körper, noch nicht ganz tot, aber komplett bewusstlos.

Und wir seien seine Organe, die versuchen würden, sich zu beleben und das Leben in diesem allgemeinen Organismus zu erneuern. Allmählich beginnt der ganze Körper aufzuwachen. Darin besteht eben unsere Arbeit.

Die Hauptarbeit der Verbreitung besteht nicht in den zahlreichen äußeren Bemühungen (in der Menge der ausgegebenen Büchern oder der Materialien im Internet),  sondern in der Vereinigung zwischen uns, wodurch später die Liebe, die Verbindung, die Wärme in unserer weltweiten Vereinigung der Menschen entsteht, die sich mit der Kabbala beschäftigen.

Gerade diese Handlung beeinflusst alle anderen, und sie beginnen plötzlich zu fühlen, dass ihnen daran etwas liegt! Sie wissen nicht genau, was es ist, aber plötzlich finden sie uns.

Denn das Herz hat jeden von uns zur Kabbala geführt, und er hat selbst nicht verstanden, wie das passieren konnte. Eines Tages wurde dieses Bedürfnis aufgewacht und der Mensch hat begonnen so lange zu suchen, bis sein Herz gefühlt hat, dass hier, bei uns, seine Stelle ist. Weil sein innerer Wunsch sich schon zu dieser Richtung geneigt hatte.

Es war ein sehr kleiner Wunsch zur Spiritualität, denn der Punkt im Herz  verbarg sich tief im Inneren – aber wir haben so ein starkes Feuer angezündet, dass die Menschen es von weitem gefühlt haben. Deshalb hängt alles von unserer inneren Vereinigung ab, welche die wirksamste Form der Verbreitung ist.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 11.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Voraussetzung für den Auszug aus dem Egoismus

Eine Frage, die ich erhielt: Wie ist diese doppelseitige Einstellung zu vereinen: einerseits, soll ich jeden Freund in meinen Augen vergrößern, ihn als einen großen Menschen der Generation betrachten, und andererseits soll ich ihn wie ein Kleinkind ansehen, um das ich mich ständig sorgen muss…

Meine Antwort: Wir wissen doch, wie man sich richtig um ein Kind kümmert – das Kind ist für mich wichtiger als ich selbst, denn sein Wunsch bestimmt, was ich machen soll. Wenn es etwas braucht, dann werde ich alles stehen und liegen lassen, um ihm zu helfen.

Während ich mich um das Kind sorge, bin ich ihm gegenüber sehr hilfsbereit, denn es kann ohne mich nichts machen. Das heißt, eine solche doppelte Beziehung ist gleichzeitig möglich.

Es ist klar, dass der allgemeine Wunsch viel wichtiger ist, als mein eigener, denn er ist das Minimodell der gemeinsamen Seele. Sie schließt bereits alles ein, wie ein Hologram.

Wenn ich bezüglich dieser kleinen Gruppe das Gesetz der Bürgschaft erfülle (angenommen in einer Gruppe von 10 Menschen), dann gleicht dies einer Bürgschaft gegenüber von 10 Milliarden. Es gibt keinen Unterschied. Denn ich muss mich von der Selbstsucht trennen können, und dies ist dann unwichtig, ob ich dies im Hinblick auf 10 Menschen oder 10 Milliarden tue. In der Verbindung enthülle ich die spirituelle Welt – wer also ist für mich wichtiger: ich oder sie?

Alleine kann ich außer diesem irdischen, materiellen Leben gar nichts erreichen. Nur in der richtigen Verbindung mit den anderen werde ich die Spiritualität enthüllen, und die Gruppe ist im Hinblick auf das Ziel für mich wichtiger. Ich soll ihren Wunsch wie den sehnlichsten Wunsch als Gesetz hinnehmen! Und dadurch verbinden wir uns und wird unsere Verbindung geschaffen.

Andererseits soll ich die Freunde als Menschen wahrnehmen, die meine Hilfe brauchen, damit ich ihnen alles geben kann, was ich habe. Dort, wo es sich um die Vereinigung und Liebe handelt, können wir den anderen sowohl als Kleinkind wie auch einen Erwachsenen ansehen – hier besteht kein Widerspruch. So wie sich Eltern mit ihrem Baby verhalten, welches wichtiger ist als alle anderen. In der Famile bestimmt das Kind,um welches sich alles dreht.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel Rabasch, 10.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>



Bemühe dich, um hinter der Illusion die Wahrheit zu erkennen

Vorwort zum Kommentar Sulam, Punkt 61: „Eine bedeutende Regel in Zeit und Raum“

Wisse, dass alle Ausdrücke in der Kabbala, die sich mit Zeit und Raum befassen, nichts mit der imaginären Zeit und einem physischen Ort zu tun haben, da hier alles jenseits von Zeit und Raum liegt.

Sondern „vor“ und „nachher“ beziehen sich auf Ursache und Wirkung… „Oben“, „unten“, Aufstieg“ und „Abstieg“ sind Maße von Awiut und Sakut (Reinheit).

Dies ist so, weil „Aufstieg“ Hisdakchut und „Abstieg“ Hit’abbut (Zunahme an Awiut) bedeutet.

Und wenn es heißt, dass sich eine niedere Stufe erhoben hat, bedeutet es, dass sie gereinigt wurde und so rein wie die Höhere wurde.

Daher sagt man, dass sie an ihr anhaftete, weil die Gleichheit der Form die Spirituellen aneinander bindet. Studiere sie auf diese Weise, also auf spirituelle Weise, je nach Thema.

Kabbala verwendet die Sprache der Zweige, sie nimmt die Worte aus unserer Welt und beschreibt damit die spirituelle, höhere Welt, in der es keine Begriffe unserer Welt gibt, wie Zeit, Bewegung, Raum, Entfernung und Richtung.

Aber dieselben Namen, die wir in dieser Welt den unterschiedlichen Gegenständen oder Handlungen geben – bezeichnen in der Spiritualität die Kräfte, Eigenschaften und deren Handlungen.

Deshalb müssen wir uns sehr bemühen, um uns hinter diesen Wörtern die geistigen Handlungen vorzustellen.

Diese Bemühungen sind sehr nützlich, denn sie schaffen eine Bitte (МAN), den Wunsch, das Bedürfnis, die höhere Welt zu verstehen und zu fühlen, um zu beginnen, darin zu leben. Diese Handlungen helfen uns, da hinein zu kommen.

Deshalb steht im Artikel von Baal HaSulam „Vorwort zum TES“, Punkt 155, folgendes geschrieben, dass obwohl wir nicht verstehen, was wir studieren, aber dank des starken Wunsches und des Strebens, das studierte Material zu verstehen, wir das Licht an uns heranziehen, das unsere Seelen umgibt, und es in uns die Eigenschaften entwickelt, die für die Empfindung der Geisteswelt notwendig sind.

Es heißt nicht, dass vor uns plötzlich ein neues äußeres Bild offenbart wird. Aber unser Wunsch bringt uns die Veränderung unserer Wahrnehmung und unserer inneren Eigenschaften, und wir beginnen, das Gelesene zu verstehen.

Wenn man auch nicht weiß, was das Klären des Wunsches oder seine Härte bedeutet, was der Aufstieg des Schirmes (Massach) und sein Abstieg ist, muss man sich trotzdem bemühen, sie sich in Form der Wünsche und der Absichten vorzustellen.

Es passiert nun folgendes: es gibt einen Wunsch, seine Absicht und das Licht, das auf die beiden einwirkt. Ich muss mich bemühen, diese Worte damit zu verbinden, was ich schon weiß, um vom Text beeindruckt zu werden.

Es genügt vollkommen, um sich mit diesem System zu verbinden. Wenn es auch falsch ist – ist das unwichtig!

Wichtig ist meine Bemühung, mein Wunsch, sich in dieses System, wenn auch künstlich, einzureihen. Natürlich fühle ich keine sinnliche Verbindung mit diesem System, aber es reicht am Anfang, und es wird von mir nichts anderes erwartet.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum Kommentar Sulam „, 10.06.2010 .

Zum Kabbalalernzentrum–>