Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wunsch'

Ich möchte lernen zu lieben

Kommentar:„Wir alle versuchen häufig, andere Menschen zu verändern – ihr Verhalten oder ihre Sichtweise“, sagen Psychologen. Das kennen wir nur zu gut: Der Chef möchte, dass die Mitarbeiter härter arbeiten. Die Mitarbeiter wollen, dass der Chef nachgiebiger ist. Wir versuchen, unsere Partner, Freunde und Kollegen zu verändern. Doch meist bleiben diese Versuche erfolglos.

Psychologen sagen: „Es gibt einen Ausweg. Mit vier Schritten kann man fast jeden ändern.“ Doch sie fügen hinzu: „Zuerst muss man sich selbst verändern.“

  1. Schritt: Vom Kritiker zum Verbündeten werden.

Frage: Wie kann man sich vom Kritiker zum Verbündeten wandeln? Ist das umsetzbar oder eher eine Utopie?

Antwort: Warum sollte man sich mit jemandem einig sein? Niemals im Leben! Sonst wird man von allen unterdrückt! Diese Haltung wird von Anfang an abgelehnt.

  1. Schritt: Gemeinsam ein Ziel definieren.

Frage: Ist das möglich? Ich bin gegen jemanden eingestellt, aber gemeinsam bauen wir ein Ziel auf, das wir erreichen wollen.

Antwort: Damit kann man einverstanden sein. Eine Zukunftsvision sollte gegenseitig sein. Auch bei Gegensätzen oder dem Wunsch, den anderen zu verändern, ist es entscheidend, ein gemeinsames Ziel zu definieren. Schritt für Schritt kann man sich annähern.

  1. Schritt: Gemeinsam besprechen, wie das Problem zu lösen ist.

Antwort: Das ist richtig. Unrealistisch, aber richtig.

  1. Schritt: Einen gemeinsamen Schritt-für-Schritt-Plan erstellen.

Antwort: Sehr schwierig. Jeder hat seinen eigenen Plan und will ihn durchsetzen. Am Ende stellt sich heraus: Wir sind doch nicht einverstanden.

Frage: Also lenkt der andere den Plan ständig in seine Richtung, und ich in meine?

Antwort: Natürlich.

Frage: Wie kann man also eine Beziehung aufbauen, ohne den anderen verändern zu wollen? Psychologen sagen: „Vier Schritte.“ Mein natürlicher Impuls ist es, den anderen an mich anzupassen. Wie kann man das vermeiden? Das ist doch die Ursache aller Kriege und Streitigkeiten.

Antwort: Einfach lieben. Das ist alles.

Wir kommen wieder zur ersten Frage zurück: Wenn wir verstehen, dass das Wichtigste im Leben ist, bei jemandem zu sein, der versteht, hilft, liebt und schätzt – dann muss man das sehr wertschätzen und alles dafür opfern.

Kommentar: Das heißt, ich opfere mein gesamtes „Ich“, das Bedingungen stellt. Und ich sage: „Ich möchte lernen zu lieben.“

Antwort: Genau. Ich will lernen, diesen Menschen zu lieben, weil ich mit ihm zusammen sein möchte. Das ist alles. Und wenn er dasselbe empfindet, entsteht ein großes, gegenseitiges und außergewöhnliches Gefühl.

Frage: Geht es dabei nur um Paare oder auch um Arbeitsverhältnisse und Staaten?

Antwort: Praktisch um alles. Über allem sollte dieser Wunsch leuchten: „lieben lernen“.

Das muss man anerziehen. Leider gibt es diese Erziehung nicht. Wenn wir älter werden und es verstehen, fehlt oft die Kraft. Deshalb gelingt es nicht, die junge Generation zu erreichen und ihr etwas zu vermitteln. Sie winken ab, und es kommt keine Annäherung zustande. „Wenn die Jugend wüsste, wenn das Alter könnte.“

Frage: Das heißt, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen?

Frage: Muss also jeder seine eigenen Erfahrungen machen?

Antwort: Ja, aber wir müssen trotzdem alles tun – intensiv, bei allen Arbeiten und in allen Schulen. Kurz gesagt: Menschen jeden Alters müssen darin unterrichtet werden, um den Zugang zur Liebe zu finden. Dann wird die ganze Gesellschaft von diesem Ansatz durchdrungen sein. Es wird in der Luft liegen: Es ist möglich zu lieben.

 [300673]

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Auf welches Gebet antwortet der Schöpfer?

Frage: Heute beginnen viele Menschen zu beten, selbst jene, die früher eher pragmatisch eingestellt waren. Die Frage lautet: „Was ist ein gutes Gebet?“ Das heißt, welches Gebet wird vom Schöpfer erhört?

Antwort: Der Schöpfer hört alle Bitten, alle Gebete! Die Frage ist nur, auf welche davon er antwortet.

Alles was ein Mensch verlangt, wofür er schreit, bittet oder fleht, all das wird gehört. Die entscheidende Frage ist: Worauf reagiert der Schöpfer?

Nur in dem Maße, in dem die Bitte von unten, also vom Menschen, mit Seinem Plan, mit Seinem höheren Willen übereinstimmt. Wenn unsere Wünsche mit dem Wunsch des Schöpfers übereinstimmen, dann geschieht es.

Frage: Was für ein Wunsch muss es in diesem Fall sein?

Antwort: Der Wunsch nach Annäherung, Verbindung und Verschmelzung der Menschen untereinander in völliger Ähnlichkeit zueinander, in einem Zustand der Liebe. Das ist es, was der Schöpfer will. Seine höchste Eigenschaft im Verhältnis zu den Menschen ist die Liebe.

Kommentar: Das heißt, egal in welchem Konflikt wir uns befinden, egal wie sehr wir uns hassen…

Antwort: Wir sind dennoch verpflichtet, zu dieser Verbindung zu gelangen.

Frage: Soll man darum beten, dass in einem die Liebe zu denjenigen entsteht, die man hasst?

Antwort: Ja.

Frage: Was ist Liebe?

Antwort: Liebe ist, wenn man sich mit all seinen physischen, moralischen, psychologischen und sonstigen Eigenschaften, Qualitäten und Kräften, vollständig darauf ausrichtest, allen außerhalb von einem zu helfen und sie zu erfüllen.

Liebe ist, wenn man sich vom egoistischen Denken abwendet.

Frage: Wird dieses Gebet erhört werden?

Antwort: Es wird mit Sicherheit erhört werden. Wenn man es wirklich will. Nicht wenn man es nur ausspricht, sondern wenn man es tatsächlich im tiefen Inneren wünscht.

[296038]

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman”

 

Zauber der Heiligkeit

Die ganze Welt ist so aufgebaut, dass sie uns hilft, die spirituelle Welt zu erlangen. Wir durchlaufen von Generation zu Generation den Kreislauf des Lebens, um eines Tages unsere Bestimmung zu erreichen und in die Spiritualität einzutreten.

Das gesamte Ziel unserer Welt, alles, was in ihr geschieht, sowie die uns gegebene Natur, die wir unaufhörlich weiterentwickeln, sind ausschließlich darauf ausgerichtet.  Alle individuellen, allgemeinen Schwierigkeiten und Probleme sollen uns zum Spirituellen hinführen.

Zunächst muss klar unterschieden werden, was materiell und was spirituell ist – ein Punkt, in dem sich viele irren. „Materiell“ ist das Streben nach dem eigenen Vorteil, „Spirituell“ dagegen das Handeln zum Wohl des Nächsten, einschließlich des Schöpfers. Dieses einfache, klare und konkrete Verständnis muss uns ständig vor Augen stehen.

Von Natur aus sind wir nicht in der Lage, wirklich zum Wohl des Anderen zu handeln. Genauso ist es aber vorgesehen, damit wir die Notwendigkeit empfinden, um Hilfe zu bitten. Wir müssen den aufrichtigen Wunsch entwickeln, aus unserem Egoismus herauszutreten und zur Eigenschaft des Gebens zu gelangen – nicht, weil es uns in der Hingabe besser und im Egoismus schlechter gehen würde. Sonst tauschten wir nur ein egoistisches Ziel gegen ein anderes – und blieben dennoch im Materiellen verhaftet.

Das Spirituelle müssen wir um seiner selbst willen wollen, da es eine große, einzigartige, erhabene Eigenschaft ist, der wir mit Ehrfurcht begegnen. Wir streben danach, weil es uns plötzlich innerlich wichtig wird. In ihm liegt ein besonderer Zauber – der „Zauber der Heiligkeit“.

Das Spirituelle suchen wir nicht aus Eigennutz. Der Gedanke an einen Vorteil verschwindet mit der Zeit. Unter dem Einfluss von Oben beginnen wir uns zu wandeln und spüren, dass das Spirituelle für uns kostbar ist, dass es eine innere Anziehungskraft besitzt. Wir wollen in der Hingabe leben – nicht, um Probleme zu vermeiden, sondern aus reiner Wertschätzung gegenüber dieser Eigenschaft.

Aber warum ist dieser Weg so schwer? Warum lässt man uns die Hingabe nicht sofort erlangen? Warum empfangen wir sie nicht auf einmal, sondern nur langsam, Schritt für Schritt? Warum werden wir so sehr geprüft und ausgezehrt?

Damit wir auf allen Etappen dieses Weges ständig Hilfe brauchen und uns an den Schöpfer wenden.

So wie wir zuerst das Materielle gegen das Spirituelle eintauschen, so tauschen wir dann das Spirituelle gegen den Schöpfer ein. Für uns ist nicht die spirituelle Erkenntnis wichtig, sondern die Verbindung mit dem Schöpfer. Darin liegt der Grund für unseren langen Weg.

[134925]

Aus dem Unterricht zum Artikel „Die Gabe der Tora”

 

Der Eseltreiber

Kommentar: Auf allen Stufen, bis zum Ende der Korrektur, offenbart sich uns eine besondere Kraft von der höheren Stufe, die den Menschen immer begleitet und ihm hilft, von einer Stufe zur nächsten Stufe aufzusteigen.

Denn ein Mensch, der sich auf einer bestimmten Stufe befindet, ist niemals in der Lage, aus eigener Kraft zur höheren Stufe aufzusteigen, da er nur über die Kraft jener Stufe verfügt, auf der er sich befindet. Hätte er schon die Kraft der höheren Stufe, befände er sich bereits dort.

Zwischen den einzelnen Stufen gibt es immer eine Art Zwischenglied, einen Vermittler auf dem Weg. Zwischen Tier und Mensch ist ein solcher Vermittler der Affe, zwischen Pflanze und Tier ein Seestern und so weiter“, so gibt es auch im Spirituellen solche Übergangsformen.

Der Mittler zwischen den Stufen im Spirituellen ist der „Eseltreiber“. Neben ihm gibt es andere „Engel“, also Kräfte, die uns auf unterschiedliche Weise helfen, von einem Zustand in einen anderen aufzusteigen.

Auch jetzt, wenn wir bestimmte Handlungen ausführen wollen, kommt immer eine höhere Kraft zu uns und hilft uns. Es spielt keine Rolle, wie wir sie nennen – umgebendes Licht oder Engel. Gerade diese Kraft führt uns voran und hilft uns, von einer Stufe zur nächsten aufzusteigen. Vom Untersten hängt nur der Wunsch, das dringende Bedürfnis ab, mit seinem „Esel“ danach zu streben, aufzusteigen, beinahe bereit zu sein und gleichzeitig klar erkennen, dass er aus eigener Kraft es nicht schafft. Deshalb nehmen die zwei Weisen, die sich auf den Weg machen, im Voraus einen Führer – einen „Eseltreiber”. Sie haben ihre Esel, sie tragen ihre Lasten, sie kennen ihr Ziel, sie brauchen jemanden, der sie leitet.

In der Regel kommt diese Hilfe von oben von Rabbi Hamnuna Saba (siehe „Einleitung zum Buch Sohar“ / Die Buchstaben des Rabbi Hamnuna Saba). Das ist eine sehr hohe Stufe, von der das höhere Licht kommt, um uns zu helfen – und sie wird „Eseltreiber” genannt.

[32288]

Aus dem Unterricht zum Buch Sohar

 

Stufen der Hingabe der Seele

Wir haben keine eigenen Kräfte, weder positive noch negative, weder eine rechte noch linke Linie. Wir erhalten alles von oben und müssen daher ständig mit der höheren Kraft in Verbindung bleiben. Alles was ich habe, kommt von ihr und ich muss mich an die Mittellinie halten, das heißt, ihr treu zu bleiben.

Das bedeutet, dass ich alles der höheren Kraft zuschreibe und von ihr beide Kräfte, die linke und die rechte, sowie die gesamte Wissenschaft und alle Ratschläge empfange, die es mir ermöglichen, diese beiden Kräfte zu vereinen, damit sie sich in mir vermischen und beginnen, aus mir einen Menschen, Adam, zu formen.

Wir empfangen vom Schöpfer die egoistische Kraft und die Absicht zu Geben sowie die Methode, die es uns ermöglicht, dass eine mit dem anderen zu verbinden und aus uns ein Ebenbild des Schöpfers zu formen, der „Mensch“ genannt wird- Adam.

Das Wichtigste dabei ist, sich zu annullieren, um Kräfte und Absichten aus der höchsten Quelle vom Schöpfer zu empfangen. Indem wir die Materie (den Wunsch zu genießen) mit der Form der Materie (die Absicht zu geben) verbinden, bilden wir aus dieser Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens die mittlere Linie, die um das Geben willen empfängt- den Menschen, den Adam.

In unserem Inneren wird es die Kraft des Empfangens geben, mit der der Schöpfer uns erschaffen hat und die er nach und nach stufenweise hinzufügt. Wir müssen dieser Materie die Form des Gebens verleihen, die wir ebenfalls vom Schöpfer erhalten.

Die richtige Arbeit besteht darin, den Schöpfer um beide Kräfte zu bitten: die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens, indem wir die Zeit beschleunigen, was als „sie heiligen“ bezeichnet wird. Dann schreiten wir in der mittleren Linie voran, korrigieren uns und wenden uns an den Schöpfer, noch bevor Er sich an uns wendet.

Durch die richtige Kombination der beiden gegensätzlichen Kräfte: der Kraft des Gebens und der Kraft des Empfangens, ohne das eine davon überwiegt, sondern indem wir ihre optimale Kombination in der mittleren Linie schaffen, gestalten wir uns selbst in der Form des Gebens. Gemäß diesem angenommenen Bild nähern wir uns mit unseren inneren Eigenschaften immer mehr dem Schöpfer an, identifizieren uns mit Ihm und verbinden uns mit Ihm, gelangen zu einer Umarmung und Einheit, einer grenzenlosen Verschmelzung.

All dies geschieht dank der Hingabe der Seele, denn wir haben nicht das Gefühl, dass wir irgendetwas Persönliches besitzen das frei von der Macht des Schöpfers ist. Wir wollen uns unter seiner vollständigen Macht befinden, denn das ist die Wahrheit. Nur ist sie vor uns verborgen und wir streben danach, sie zu enthüllen.

Auf jeder erreichten Stufe entdecken wir, dass der Schöpfer über uns herrscht. Als Ergebnis unserer eigenen Bemühungen wird offenbart, dass der Schöpfer uns erfüllt und uns keinen Freiraum lässt. All dies ist das Ergebnis der Hingabe der Seele, in dem Maße, in dem ich als Mensch bezeichnet werde.

Um die richtige Beziehung zum Schöpfer herzustellen, die als Hingabe der Seele bezeichnet wird, müssen wir zunächst dieselben Übungen im Zehner in Bezug auf unsere Freunde durchführen.

Der Schöpfer hat dieses Labor für uns geschaffen, damit wir dies praktisch spüren und verwirklichen können, indem wir Unterstützung und kritische Bewertung von den Anderen dafür erhalten, wie wir auf dem Weg zur Hingabe der Seele vorankommen. Wenn ich sehe, was mir fehlt, um dem Zehner treu zu sein, kann ich verstehen, was mir für die Hingabe an den Schöpfer fehlt.

Es gibt verschiedene Stufen der Hingabe, die zu Stufen einer spirituellen Leiter werden. Das Erfassen des Schöpfers erfolgt in dem Maße der Hingabe der Seele, die wir ihm gegenüber erreichen konnten.

Wenn wir nach Hingabe der Seele streben, richtet sie uns richtig auf den Schöpfer aus und gibt uns eine genaue Richtung vor, wie der Polarstern oder die Kompassnadel, die immer nach Norden zeigt, wohin wir uns immer bewegen müssen und woran wir uns überprüfen müssen.

[277126]

Aus dem Unterricht zum Thema „Liebe bedeckt alle Sünden“

 

Wenn wir den Schöpfer empfinden wollen

In der Schatzkammer des Schöpfers gibt es alles – außer der Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Diese müssen wir selbst in uns erzeugen. Das bedeutet, dass wir unser egoistisches Verlangen in Furcht verwandeln müssen – aus dem Verständnis heraus, dass wir niemals zur Eigenschaft des Gebens gelangen werden, wenn der Schöpfer uns kein Kli (Gefäß) dafür baut.

Es gibt viele Arten von Angst: Einer fürchtet sich vor der Bank wegen großer Schulden, ein anderer hat sich danebenbenommen und hat Angst vor der Polizei. Und alle von uns fürchten sich vor der Meinung der Gesellschaft, vor dem, was andere über uns sagen könnten. Wir sind in strenge Rahmenbedingungen gepresst, die uns die Regeln des Lebens diktieren – und innerhalb dieser leben wir.

Doch gerade dieser Druck – von der unbelebten Natur, der pflanzlichen und tierischen Welt und den Menschen – ist es, der uns das Gefühl gibt, lebendig zu sein. Wenn ich ihre Reaktionen nicht spüren würde, würde ich auch diese Welt nicht empfinden. Einerseits bedrückt mich dieser Druck durch mein Umfeld, andererseits bestimmt gerade dieser Druck den Ort meines Daseins – sonst würde ich ihn gar nicht spüren.

Wenn wir also den Schöpfer empfinden wollen, müssen wir spüren, wie Er Druck auf uns ausübt – und in welchem Maß wir im Gegenzug auf Ihn einwirken können. Das bedeutet, eine gegenseitige Verbindung mit Ihm einzugehen.

Wir fürchten uns vor allem Möglichen: vor Problemen in der Schule, in die unser Kind geht, vor Polizei, Ärzten, Vorgesetzten bei der Arbeit, vor den Krankheiten und tausend weiteren möglichen Unannehmlichkeiten. Doch wir merken nicht einmal, wie sehr uns diese Angst lebendig macht.

Denn im Grunde genommen treibt uns nur ein primitives Verlangen an: das Verlangen nach Genuss, das Verlangen, zu empfangen. Und wenn wir spüren, wie das Umfeld ständig Druck auf uns ausübt und uns formt, dann fühlen wir uns lebendig in dieser Welt.

Wenn wir aber in einer anderen, höheren Welt leben wollen, müssen wir in uns Kelim (Gefäße) für deren Wahrnehmung entwickeln. In unserer Welt fürchten wir uns vor der unbelebten Natur (Klima, Stürme usw.), vor der pflanzlichen Natur (Ernte, Nahrung), vor Tieren und Menschen. Letztlich empfinden wir uns als lebendig durch Angst und Druck, die wir von außen spüren – und merken es nicht einmal.

Diese Angst bestimmt unser ganzes Bild vom Leben, die Form der Welt, des Daseins. Wenn der Druck durch das Umfeld verschwinden würde, wenn ich nicht mehr spüren würde, dass ich andere brauche, sie will oder mich vor ihnen fürchte – dann würde ich die Realität nicht mehr fühlen. Und genau deshalb spüren wir den Schöpfer nicht. Wir müssen in uns Furcht oder Empfindsamkeit gegenüber dem Schöpfer entwickeln.

Wenn ich eine andere Realität spüren will – die als Höhere Welt bezeichnet wird, also die Welten Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon, die Welt der Unendlichkeit –, dann muss ich mich jedes Mal verändern und mich fragen, welche Verlangen, welche Ängste und welche Klärungen ich gegenüber der äußeren Umgebung haben sollte.

Die Kabbalisten sagen: Wir haben keinen Grund zur Sorge, denn der Schöpfer ist gut und tut Gutes. Es gibt also nichts, wovor wir uns fürchten müssten. Nur eines ist entscheidend: Wenn wir Seine Güte empfinden wollen, müssen wir ein entsprechendes Kli erschaffen – den Wunsch, Ihm Gutes zu tun. Dann, gemäß der Ähnlichkeit unserer Eigenschaften, werden wir den Schöpfer empfinden und erkennen, dass es keinen besseren Zustand als diesen gibt. Er wird uns Sicherheit, Genuss, Erfüllung bringen – wir müssen dem Schöpfer nur wohlwollend begegnen.

Das Kli, um die Höhere Welt, den Schöpfer, zu spüren, ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Doch eigentlich habe ich nichts, wovor ich mich vor dem Schöpfer fürchten müsste – denn Er wird mir nichts Böses tun. Nur ich selbst schade mir durch meinen Egoismus. Je nachdem, ob ich den bösen oder den guten Trieb wähle, wird mir das Licht, das vom Schöpfer kommt, als Licht oder als Dunkelheit erscheinen. Alles hängt von mir ab.

Wenn ich mit einem passenden Kli in die Schatzkammer des Königs eintrete, kann ich darin einen Teil des Lichts empfangen – und jedes Mal mehr. Der Schöpfer wünscht sich, dass wir Seine ganze Schatzkammer, das gesamte unendliche Licht, in uns aufnehmen – also die Stufen der Leiter bis zur Welt der Unendlichkeit aufsteigen.

[289164]

Aus einem Unterricht zum Artikel Shamati 38.

Wie man die richtige Beziehung lernt

Frage: Wir wissen, dass es drei bis fünf Jahre dauert, um die richtige Beziehung zueinander aufzubauen. Wie kann man Menschen ohne Studium solche Fähigkeiten beibringen?

Antwort: Nur diejenigen, die einen inneren Drang, eine Neigung oder ein Bewusstsein dafür haben, dass es wirklich notwendig ist, wollen lernen. Wenn jemand kein solches Bedürfnis verspürt, stellt sich die Frage: Was soll man ihm überhaupt lehren? Über die richtige Beziehung?

Man erwirbt die richtige Beziehung durch das Selbststudium, basierend auf seinen Empfindungen und inneren Handlungen. Es beginnt mit dem Gefühl, dass einem etwas fehlt und es den Wunsch gibt, das zu finden, was einem gut tut. Dabei wird einem gezeigt, wo man ein gutes Gefühl finden kann, damit es sich durch die richtige Beziehung zu den Menschen und zum Schöpfer verbessert. Dieses Verständnis lernt man nicht durch ein gewöhnliches Studium.

Man studiert, da man die Methode beherrschen möchte, um andere zu unterrichten. Doch beim Lehren sollte man die Menschen nicht zum reinen Lernen auffordern. Warum auch? Es handelt sich um natürliche Fähigkeiten, die jeder in sich entwickeln sollte. Wir sehen, dass nur eine kleine Anzahl von Menschen wirklich lernen will – entsprechend ihrer Natur. Das Lernen passt nur zu jenen, die später andere lehren möchten. In der Praxis ist es wichtig, richtig zu handeln.

Man könnte sagen: „Ja, aber es steht geschrieben, dass durch das Lernen das umgebende Licht angezogen wird, abgesehen davon gibt es kein Heilmittel.” Auch hier gilt: Das ist nur für diejenigen gedacht, die sich als (Kohen) Lehrer korrigieren müssen. Die anderen Menschen korrigieren sich allein durch ihre Beziehungen, mehr ist nicht nötig.

Stundenlanges Lernen ist nicht erforderlich. Der Mensch braucht nur eine Erklärung. Er braucht eine Gruppe, die zeigt, wie man sich verhalten soll, um das Ziel der Schöpfung – die Verschmelzung mit dem Schöpfer – zu erreichen. Es muss auch erklärt werden, dass der Schöpfer die höchste Kraft in der Natur ist. Je mehr sich der Mensch Ihm unterordnet, desto mehr verschmilzt er mit Ihm. Wenn man sich wie ein unvernünftiges Kind von Ihm entfernt, wird man gezüchtigt, da man nicht mit Ihm verschmolzen ist.

Heute haben diese Worte an Bedeutung verloren und werden oft als religiös empfunden. Dabei geht es nur darum, zu lernen, wie man die Gesetze der Natur erfüllt. Es gibt ein universelles Gesetz und wenn man es nicht befolgt, leidet man. Der Mensch soll dieses Naturgesetz durch seine Beziehung zum Schöpfer erfüllen: “Wie Er zu dir ist, so sollst du auch zu Ihm sein.”

[344720]

Aus dem Unterricht, Artikel “Bürgschaft”

 

Die ganze Wahrheit über das „umgebende Licht“

Frage: Was ist das „umgebende Licht“, das wir versuchen anzuziehen?

Antwort: Licht – das ist die höhere Kraft, die Eine, Einzige und allein im Universum existierende. Neben ihr gibt es nur das Verlangen, das sich in uns als Empfangende offenbart. Aber durch die Kraft des Lichts können wir dieses Verlangen in das Verlangen zu geben verwandeln.

Es gibt nichts außer dem Licht (dem Schöpfer) und dem Verlangen – wir geben Ihm unterschiedliche Namen (umgebendes Licht, inneres Licht, „das Licht, das zur Quelle zurückführt“), um es präziser zu beschreiben.

Das umgebende Licht beeinflusst mich, wenn ich nach meiner nächsten Form strebe. Auch wenn ich nicht genau weiß, wie diese aussieht, studiere ich sie in den Büchern, in denen verschiedene Partzufim, Welten und Sefirot beschrieben sind. Damit bringe ich mein Verlangen zum Ausdruck, dorthin aufzusteigen und zu erkennen – und deshalb ziehe ich diesen Zustand an, den ich erreichen will. Dieser beginnt dann, auf mich einzuwirken – im Maße meines Strebens danach.

Ich öffne mich diesem Einfluss und mache mich empfindsamer gegenüber diesem nächsten Zustand, dem ich entgegentrete. Ich beschleunige einfach meine Entwicklung, indem ich der natürlichen, mich entwickelnden Kraft ein wenig eigenes Verlangen hinzufüge.

Dieses zusätzliche Verlangen erhalte ich aus der Umgebung. So realisiere ich meinen freien Willen und bekomme von ihr ein Gefühl dafür, wie wichtig es ist, in den nächsten Zustand zu gelangen. Denn sich im nächsten Zustand zu befinden bedeutet: stärker mit anderen verbunden zu sein, sich mehr zu annullieren, mehr zu geben.

Diese Inspiration empfange ich von der Gruppe, gehe mit ihr zum Unterricht und strebe nach einer zukünftigen, gebenderen Form. Und dann wirkt das Licht auf mich ein, weil es die gleiche gebende Natur hat, die ich mir aneignen möchte. Wir haben denselben Wunsch, dieselbe Ausrichtung, und deshalb sind wir uns gemäß dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften nahe.

Ich selbst hatte kein Verlangen zu geben, keinen Wunsch nach spirituellem Fortschritt – „Null“. Doch ich wende mich an die Gruppe, nehme von ihr „10 kg“ Verlangen zum Geben, zur Verbindung untereinander, und komme damit zum Studium. Ich will mit dieser Kraft von „10 kg“ den nächsten Zustand erreichen. Meine Ähnlichkeit mit dem Licht wird durch diese Kraft von „10 kg“ gemessen – und in genau diesem Maße wirkt das Licht auf mein Verlangen ein und formt es dem Licht ähnlich.

Das ist genau das Licht, das meinen nächsten Zustand erfüllt – denn dieser existiert bereits. Wenn ich mich auf diesen zukünftigen Zustand ausrichte, beginnt er auf mich zu leuchten. Noch wird er „umgebend“ genannt, weil er mich zunächst korrigieren und erst danach in mich hineinkleiden muss. Er wirkt in zwei Etappen, führt zwei Handlungen aus.

In der Physik gibt es dieselben Erscheinungen: Wenn ich mich einem Magneten nähere, gerate ich in sein Anziehungsfeld, seinen Wirkungsbereich. Selbst wir Menschen wirken aufeinander ein, jeder ist von einem gewissen Feld umgeben. Es gibt keinen physikalischen Körper, der nicht von einem Feld umgeben wäre – selbst ein gewöhnlicher Stein nicht.

Alles funktioniert nach demselben Prinzip. Und genau dieses nahe Feld (dein nächster Zustand), dem du zustrebst, beginnt auf dich einzuwirken. Doch es gibt viele Felder um dich herum, mit denen du bisher nichts zu tun hast, nach denen du dich nicht sehnst und über die du nichts weißt. Wenn du später die spirituelle Welt entdeckst, wirst du sehen, wie viel darin geschieht und wie viele unterschiedliche Dimensionen es gibt.

[35411]

Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Geben um zu geben- die erste Korrektur

Frage: Wenn die Materie der Schöpfung das empfangende Verlangen ist, was bedeutet es dann, um des Gebens willen zu geben? Wo ist hier die Arbeit mit dem Verlangen?

Antwort: Der Punkt ist, dass gerade das empfangende Verlangen für das Geben arbeitet. Er unterstützt den Nächsten, hilft ihm und führt verschiedene Handlungen ihm gegenüber aus.

Um das Geben zu geben zu verstehen, muss man zuerst verstehen, was Empfangen um des Gebens willen ist. Es bedeutet, dass ich mit meinen empfangenden Wünschen arbeite, um durch sie meinen Nächsten zu stärken und ihm zu geben, so wie Bina in ihrem ACHaP arbeitet.

In meine Empfangsverlangen schließe ich die Empfangsverlangen meines Nächsten ein und fülle ihn mit allem, was er braucht – und er braucht unendlich viel. Dann wachsen seine Verlangen mit meiner Hilfe zu einer unendlichen Größe und das Licht, das durch mich zu ihm gelangt, wächst zu einer unendlichen Größe NaRaNCHaY.

So arbeite ich, empfangend um zu geben: Ich sorge dafür, meinem Nächsten alles zu geben, was ihm fehlt, ich setze alle meine Fähigkeiten ein und denke überhaupt nicht an meinen eigenen Vorteil.

Dazu brauche ich die höhere Kraft, die nicht in meiner Natur liegt. Meine angeborene Natur lässt mich nur solche Handlungen ausführen, die einen persönlichen Vorteil versprechen – hier ist die Rede von absolut selbstlosen Handlungen, die nicht meinen Empfängerwünschen zugutekommen. Deshalb bin ich dazu nur in der Lage, wenn ich Kraft aus einer höheren Dimension erhalte – aus der Dimension des Gebens.

Ich mache mir also die Bedürfnisse meines Nächsten zu eigen. Im Wesentlichen geht es dabei um Verlangen, die sich auf die Verbindung zwischen uns beziehen, da die spirituelle Arbeit auf der Stufe der Vereinigung von Seelen stattfindet, in der wir uns mit den höchsten Lichtern füllen.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit: ohne die eigenen empfangenden Verlangen zu nutzen, sondern die ganze Fülle von sich an den Nächsten weiterzugeben, an seiner Füllung teilzuhaben, aber nicht durch die eigenen Verlangen. Das ist das reine Geben. Normalerweise gehen diese Handlungen dem gegenseitigen Geben voraus. Sie korrigieren unsere Verbindung. Dank ihnen annullieren wir unseren Egoismus, um uns über ihn zur Einheit zu erheben.

Diese Einheit wird durch die direkte Nutzung unseres empfangenden Verlangens aktiviert.

Auf diese Weise ist das Geben um zu geben ein vorübergehender, kleiner, schwacher, „armer“ Zustand. Es gibt aber keinen Ausweg, wir müssen ihn durchlaufen, denn dadurch reinigen wir uns von unserem Verlangen und erheben uns über alle egoistischen Eigenschaften. Ohne dies ist es unmöglich, mit ihnen zu arbeiten. Zuallererst müssen wir sie „reinigen“ – sie mit dem Licht Chassadim füllen.

[38899]

Aus dem Unterricht zum Thema „Die Grundlagen der einheitlichen Erziehung“

 

Der Eigenschaft des Gebens dienen

Und sie traten vor den Schöpfer. Und Josua sagte zum ganzen Volk, was Gott Israels gesagt hatte: Über dem Fluss lebten seit Urzeiten eure Vorfahren, Terach, der Vater Abrahams und der Vater Nahors, und sie dienten anderen Göttern. (Propheten, Buch Josua, 24:1-2)

Es gibt nur zwei Möglichkeiten des Seins: Entweder im eigenen Egoismus, in dem wir geboren wurden und uns entwickelt haben, oder über den Fluss zu ziehen und das Land Israel zu betreten, d.h. auf einer ganz anderen Stufe, in einem anderen Verlangen – „in einem anderen Land.“

Deshalb heißt es, dass der Vater Abrahams und der Vater Nahors anderen Göttern dienten, also nicht der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, sondern des gewöhnlichen Egoismus.

Das Land ist das „Razon“ (Wunsch). Israel leitet sich vom Wort „direkt zum Schöpfer“ ab.

Wenn der Mensch beabsichtigt, die Stufe, die Eigenschaft des Schöpfers zu erreichen, wird er zu einem vollkommen anderen Menschen. Dafür ist es notwendig, an sich zu arbeiten.

Frage: In der Tora handelt es sich doch um einen Menschen. Was bedeutet es, dass ich einmal gelebt und anderen Göttern gedient habe? Was ist das in mir?

Antwort: Das bedeutet, dass der Mensch ein Egoist war und nur an sich selbst gedacht hat. Doch mit der Zeit erkannte er, dass es in der Welt ein höheres Ziel gibt – ein Ziel, das größer, bedeutender und wahrhaft erfüllender ist. Der Mensch nimmt dieses Ziel an, passt sein Verhalten schrittweise an, um diesem Ziel näherzukommen.

Frage: Von welchen anderen Göttern ist hier die Rede?

Antwort: Von allen egoistischen Götzen, sie sind zahlreich. Jeder verehrt das, was er begehrt – Geld, Macht, Ruhm und andere materielle Wünsche. Diese Götzen sind die Manifestationen unseres Egoismus.

Diejenigen, die die Stufe der Gebens und der Liebe zum Nächsten erreichen wollen, haben nur einen Schöpfer.

[288793]

Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des Ewigen Buches“