Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die einzige freie Wahl

Wenn meine Gedanken, mein Zustand und meine Handlungen vom Schöpfer ausgehen und auch das, was ich jemals wollen und denken werde, sowie das, was ich in der Vergangenheit gedacht und gewollt habe, ebenfalls von Ihm ausgeht – dann stellt sich erneut die Frage: Wer und was bin ich?

Darüber wird im Artikel „Freiheit des Willens“ gesprochen, in dem Baal Sulam erklärt, dass der Mensch in Wirklichkeit eine Maschine ist. Auf physiologischer, biologischer Ebene können wir das nachvollziehen.

Aber wenn sowohl die Gedanken als auch die Wünsche des Menschen nicht seine eigenen sind und der Mensch selbst das Ergebnis der Gesellschaft und des Einflusses von oben ist, was bleibt dann noch übrig? Baal Sulam sagt in diesem Artikel, dass der Mensch in unserer Welt nur in einer Sache die freie Wahl hat: von der Gruppe den Eindruck von der Größe des Ziels zu erhalten, um zu diesem zu gelangen.

Ich habe bereits erklärt, dass oben alles miteinander verbunden ist und man von dort aus durch die Freunde die notwendige Kraft erlangen kann. Nur das hängt vom Menschen ab. Alles andere in dieser Welt hängt nicht von ihm ab.

Wir verstehen nicht, inwieweit die Entscheidung über jede Handlung, über alles was wir zu jedem Zeitpunkt tun möchten – ob wir uns hinsetzen oder aufstehen, etwas trinken oder essen, schlafen oder irgendwo hinfahren, in den Bus steigen oder nicht, und so weiter – wir können nicht den kleinsten fremden Wunsch, keinen einzigen äußeren Grund einbringen, der nicht in unserem Inneren vorhanden wäre.

Und nur aus dem Grund, dass mir der Verlauf dieses inneren Prozesses unbekannt und unverständlich ist, scheint es mir, als würde ich selbst entscheiden, suchen, nachdenken, etwas berechnen und abwägen.

All das liegt lediglich an der Ungewissheit; nur wegen ihr ist mir nicht klar, wie das alles tatsächlich abläuft.

Das ähnelt der Situation, wenn wir ein Baby betrachten und wissen, was es im nächsten Augenblick tun wird. Genauso ist es auch mit uns. Nur wird dies um ein Vielfaches klarer werden, wenn wir eine Stufe höher steigen. Deshalb ist es sinnvoll, sich nicht mit Unsinn zu beschäftigen, sondern diesen kleinen Punkt zu nutzen, diese ganz kleine Öffnung, durch die wir die äußere Kraft in uns, in unser Kli, hereinlassen können, um voranzukommen. Diese Kraft ist die Größe des Schöpfers, die wir von unseren Freunden erhalten. Wenn ein Mensch sich um diesen Punkt kümmert und stets danach strebt, durch ihn immer mehr anzuziehen, dann wird es ihm gelingen. Ich möchte hinzufügen, dass als „Freund“ nicht nur Gleichgesinnte aus der Gruppe bezeichnet werden, sondern auch die Urquellen und deren Autoren. Ein Mensch kann einfach dasitzen und kabbalistische Musik hören oder eine Aufnahme von dem, was Kabbalisten sagen, ohne die Sprache zu verstehen, in der sie sprechen. Das nennt man äußere Kraft. Und das ist das Einzige, was von uns abhängt. Alles andere ist nichts weiter als Einbildung und Fantasie.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 05.07.2026

 

Das ist nämlich das Glück

Frage: Sie sprechen die ganze Zeit von guten Beziehungen, davon, dass die Menschen sich einander annähern sollen. Was wäre, wenn jeder sagen würde: „Ich habe ein Stück Lehm“. Wenn jeder sagen würde: „Ich habe auch eins, und ich auch. Lasst uns gemeinsam ein Haus für uns bauen.“ Würde das funktionieren oder nicht?

Antwort: Nein.

Frage: Würde das nicht funktionieren?

Antwort: Du musst verstehen, was diesem Stück Lehm fehlt. Es fehlt die innere Verbindung aller Stücke. Bei allen, bei allen. Und dann kehren wir in unserer Vereinigung der Herzen zu einem Zustand zurück, der „Adam“ genannt wird – dem Schöpfer ähnlich.

Frage: Worin war er Ihm ähnlich?

Antwort: Bevor er zerbrach und in Milliarden Teile zerfiel, war er ein Engel. Das heißt, er hatte eine absolut gute, absolut gerechte, richtige Absicht, die zusammen mit dem Schöpfer alles tat, was für ein vollkommenes Universum notwendig war.

Frage: War das für alle eine gemeinsame Absicht? Eine gemeinsame Seele? Kann man das so sagen? Waren alle Seelen zu einer einzigen Seele verschmolzen?

Antwort: Ja.

Frage: Sie sagen, dass es am Anfang so war, und dann zerbrach alles in Stücke, und die Stücke der Seele fielen, wie man sagt, in unsere Welt, in diese Welt. Muss man zu diesem Zustand zurückkehren?

Antwort: Ja. Man muss sich bewusst werden, dass man sich in einem zerbrochenen Zustand befindet und dass man zu einem vereinten Zustand zurückkehren muss. Das nennt man die „Lehmstücke zusammenfügen”, die jeder hat.

Frage: Was meinen Sie, wenn Sie „Lehmstücke zusammenfügen” sagen?

Antwort: Die Anhaftung, Verbindung, Vereinigung der Herzen.

Frage: Ist das das Material, aus dem wir das Glück formen sollen?

Antwort: Ja.

Frage: Wird es dann Glück geben?

Antwort: Dann wird es das geben, was der Schöpfer geplant hat.

Frage: Hat Er geplant, dass wir glücklich sind?

Antwort: Aber natürlich!

Frage: Was ist Ihrer Meinung nach Glück im Sinne des Schöpfers?

Antwort: Glück bedeutet für den Schöpfer, dass wir alle in einem gemeinsamen Wunsch, in einer gemeinsamen Handlung vereint sind, dass wir keine Trennung zwischen uns spüren. Dann nennen wir das, was wir empfinden, Glück. Das ist die Definition von Glück.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Das Gesetz von Wurzel und Zweig

Frage: In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“ steht, dass Kabbalisten seit Jahrtausenden eine bestimmte Sprache benutzen, um ihre spirituellen Zustände zu beschreiben. Es gab vier solcher Sprachen: die Sprache der Tora, die Sprache der Gesetze (Alacha), die Sprache der Überlieferungen (Agada) und die Sprache der Kabbala.

Warum ist gerade die Sprache der Kabbala heute für unsere Generation am besten geeignet?

Antwort: Die Sache ist, dass man, wenn man die höhere Welt entdeckt, sie ganz persönlich und innerlich versteht. Und wenn er etwas an einen anderen weitergeben will, findet er keine Worte dafür, weil es sich um innere Empfindungen handelt. Diese müssen durch äußere Handlungen ausgedrückt werden, die einen Eindruck auf den anderen machen, damit dieser dann dieselben Empfindungen und dasselbe Verständnis in sich selbst wiederherstellen kann.

Um also seine Empfindungen einem anderen Menschen zu vermitteln, der sich beispielsweise auf derselben Stufe wie ich befindet, muss man einen Code finden. In der modernen Technik verbinden wir beispielsweise zwei Computer über ein Modem, und zwischen ihnen entsteht eine Kommunikation. Wie kann man eine solche Kommunikation zwischen uns herstellen?

In der normalen Welt haben wir eine Gemeinsamkeit von Empfindungen, Begriffen, Umständen, also eine Sprache, die aus dem Alltag stammt. In der spirituellen Welt gibt es diese Sprache ursprünglich nicht, und wir wissen nicht, auf welcher Stufe und wo sich unser Gesprächspartner befindet, wenn er überhaupt in der Empfindung der Höheren Welt ist.

Und hier stellt sich die Frage, wie wir uns verbinden können, wie die Gesetze der Kommunikation hier aussehen. Deshalb mussten die Kabbalisten eine Sprache erfinden, um miteinander zu reden und zu verstehen, auf welcher Ebene der Erkenntnis der Höheren Welt sich jeder von ihnen befindet, was genau sie fühlen und wahrnehmen.

Es kann gut sein, dass andere nicht das spüren, was ich spüre, obwohl sie auch auf einer bestimmten Stufe der Erkenntnis sind. Oder ist das nur eine Einbildung von ihnen oder von mir?

So haben wir ein riesiges Feld von Unbekanntem, das wir irgendwie sortieren, verstehen und bearbeiten müssen. Genau hier kommt das Problem der Kommunikation ins Spiel – vor allem sogar rein äußere: Wie werde ich das den Menschen erklären, mit welchen Worten, Buchstaben, Ausdrücken, Gesten, vielleicht Tänzen oder Farben oder Klängen usw.? Wenn alle Methoden der Informationsübermittlung von Mensch zu Mensch irdischer Natur sind, wie kann ich dann etwas Spirituelles vermitteln? Nichts davon gibt es in der materiellen Welt.

Deshalb haben die Kabbalisten zuerst die Sprache der Zweige erklärt: Alles, was in unserer Welt existiert, hat seinen Ursprung in der spirituellen Welt. Die spirituellen Kräfte kommen nach und nach in unsere Welt und nehmen hier eine materielle Form an: eine bestimmte Größe, eine bestimmte Form, einen bestimmten Klang, eine bestimmte Farbe usw.

Wenn ich zum Beispiel „Glas“ sage, meine ich ein Glas in der höheren Welt, also die Kraft, die in unserer Welt dieses Objekt sozusagen reproduziert.

So entstand die erste Sprache – die Sprache der Tora in Form von historischen Erzählungen.

Frage: Heißt das, dass die Kabbalisten die Schlange betrachteten und diesen Reptil einen bestimmten spirituellen Zustand gaben?

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Innere Weisheit

Die spirituelle Arbeit verläuft über dem Wissen. Das bedeutet: nicht gemäß unserem egoistischen Verstand und unseren Gefühlen. Aber wie geschieht das?

Die Sefira Daat (Wissen) in der spirituellen Struktur ist eine besondere Verbindung von Gefühl und Verstand: Das Gefühl stammt aus Bina, der Verstand aus Chochma. Wie aber kann man noch darüber hinaus arbeiten? Wie kann man sich wenigstens an den kleinsten Zipfel dieses Prinzips halten, um im spirituellen Leben voranzukommen?

Wenn wir uns neuen Wahrnehmungswerkzeugen nähern wollen, dürfen wir nicht mit Gefühl und Verstand arbeiten, sondern ausschließlich an der Annäherung an die Freunde. Wenn ein Mensch etwas verstehen und erreichen möchte, wenn er einen Schritt nach vorne in der Spiritualität machen will, dann sucht er nicht danach, wie er es durch Verstand oder Gefühl tun kann. Er kann es weder aus einem Buch lernen noch aus seinen persönlichen Empfindungen gewinnen, sondern nur durch die Annäherung an die Freunde.

Das ist die einzige praktische Handlung, die wir zur Korrektur des Systems Adam HaRishon ausführen können. Die spirituelle Annäherung an die Freunde im Zehner wird in uns neue Kelim enthüllen und uns allmählich vom Wissen in das „über dem Wissen“ führen: von den materiellen Kelim dieser Welt – dem irdischen Verstand und Gefühl – hin zu spirituellen Kelim. Und diese offenbaren sich nur durch das Überwinden von Störungen, Gleichgültigkeit und innerer Ablehnung gegenüber den Freunden und dem Zehner.

Je mehr wir unsere Herzen öffnen und die Annäherung suchen, desto mehr erkennen wir, wie es heißt: „Nicht mit dem Verstand lernt man.“ Die Erkenntnis hängt nicht vom Wissen ab, sondern von den Kelim, die sich immer mehr miteinander verbinden. Nach dem Zerbrechen sind wir alle voneinander getrennt, doch in dem Maß unseres Wunsches, uns zu vereinen und einander näherzukommen, schaffen wir korrigierte Kelim, in denen wir neue spirituelle Begriffe wahrnehmen.

So gewöhnen wir uns daran, durch innere, spirituelle Veränderungen voranzuschreiten und nicht nach größerem materiellem Verstand oder nach intensiveren psychologischen Empfindungen zu verlangen. Wir verlangen lediglich die Annäherung an die Freunde, und indem so das Kli von Adam HaRishon korrigiert wird, beginnen wir zu verstehen, was ein integrales spirituelles System ist, wie es in Adam HaRishon vor dem Zerbrechen bestand und wohin wir uns jetzt entwickeln.

Wir enthüllen die höhere Kraft, den Schöpfer, und die Wissenschaft der Kabbala in uns selbst – nicht durch Ansammlung von Buchwissen. Deshalb wird die Kabbala die innere Weisheit genannt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Verstand” 

Der Gesandte des Schöpfers

Kommentar: Heute begehen wir den Gedenktag meines Lehrers Rav Baruch Ashlag-des Rabash. Vor ihm gab es Tausende von Kabbalisten und Millionen von Menschen, die davon träumten, die Spiritualität zu enthüllen.

Jetzt konzentriert sich all diese Arbeit auf uns. Wir müssen uns bemühen, uns in die Form der sogenannten „letzten Generation” zu bringen, um durch den Glauben über dem Verstand hinaus auf die spirituelle Stufe zu gelangen, zum ersten Bewusstsein für die spirituelle Wirklichkeit mit ihren Kräften und Möglichkeiten.

Die gesamte Menschheit beginnt damit, ihre gegenseitige Abhängigkeit zu spüren, sowohl im negativen als auch im positiven Sinne:

abhängig von Kräften der Zerstörung, die nach Krieg trachten, und zugleich von Menschen, die nach Einheit und Frieden streben.

Wir alle sind Teile einer Menschheit und werden uns unserer Verbindung untereinander immer bewusster. Bislang drückt sich diese Abhängigkeit in einer unangenehmen Form aus: als Epidemie. Auf der anderen Seite kommen wir immer weiter voran, denn wir sehen, dass unsere Verbindung von oben kommt und eine notwendige Voraussetzung für den Weiterentwicklung ist. 

Zwei große Kabbalisten: Baal HaSulam und sein ältester Sohn Rabash haben uns eine Methode hinterlassen, die für die „letzte Generation” bestimmt ist. Deshalb sind wir diesen beiden Kabbalisten und dem Schöpfer, der sie uns gesandt hat, unendlich dankbar. Rabash schreibt, dass eine Gruppe von Menschen, die durch ein gemeinsames Ziel verbunden sind und bereit sind, ihre persönlichen Interessen zugunsten der Verbindung aufzugeben, in der Lage sind, noch hier in dieser Welt ein höheres Ziel zu erreichen.

Je höher ein Mensch die Gruppe, den Lehrer und den Schöpfer schätzt, desto näher kommt er der Kraft des Gebens und erreicht den Zustand des Glaubens über dem Verstand. Hier gilt ein Hauptprinzip: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind eins“. Der Mensch strebt danach, sich in die Zehnergruppe einzuschließen, die er so organisiert, dass sie zu einem Ort wird, an dem sich der Schöpfer offenbaren kann.

Wir müssen in dieser Welt als Botschafter des Schöpfers handeln, indem wir den Wunsch von oben erfüllen und Ihm helfen, sich in der Menschheit zu verwirklichen. Denn es gibt keine Verbindung zwischen dem Schöpfer und der Menschheit, die es den Menschen ermöglicht, die Absicht des Schöpfers zu spüren. Deshalb müssen wir diese Verbindung herstellen: auf die spirituelle Stufe des Glaubens über dem Verstand erheben und gleichzeitig im Wissen bleiben. So dienen wir als Übergang zwischen der Kraft von Bina und Malchut, der gesamten Menschheit.

So können wir alle Kräfte und Absichten an die Menschheit weitergeben, die sich uns anschließen und mit uns gemeinsam als uns unterstützende Kraft, als AHAP der spirituellen Stufe, aufsteigen wird.

Natürlich gibt es nichts Neues unter der Sonne, und das Konzept des Glaubens über dem Verstand war den Kabbalisten schon vor Rabash bekannt. Es wurde aber nicht so detailliert erforscht und erklärt, wie es Baal HaSulam und Rabash es taten, um diese Methode in der breiten Masse praktisch umzusetzen.

Rabash hat die Methode von Baal HaSulam ausführlich erläutert und sie mit seinen Artikeln erweitert. Im Wesentlichen hat er den gesamten spirituellen Weg, den ein Mensch gehen muss, genommen und ihn gründlich erklärt. Alle seine Artikel sind wie ein spannender Roman, der von der spirituellen Entwicklung des Menschen erzählt, vom Aufstieg der tierischen-  zur wahrhaft menschlichen Stufe.

Wir verstehen nicht, welche unendliche Tiefe in Rabashs Artikeln verborgen ist. Erst wenn wir die spirituelle Leiter bis zur endgültigen Korrektur erklommen haben, werden wir verstehen, wie dieser Mensch den gesamten Weg für uns vorbereitet hat und welche erhabenen Stufen er in seinen Artikeln beschreibt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Gedenktag für Rabash“

 

MAN, das alles enthält

Frage: Wir müssen MAN (Gebet) erheben. Ist das eine Handlung im Verlangen?

Antwort: MAN bedeutet, dass ich um die Kraft des Gebens bitte. Ich wende mich an die Bina aus der Malchut heraus und bitte die Bina um die Fähigkeit zu geben.

Ich muss aber einen Zustand erreichen, in dem ich von diesem Gebet (MAN) erfüllt bin, und das genügt mir; ich erfahre die Freude, MAN erheben zu können.

Wie wird dieser Zustand in der Tora beschrieben? Du trittst ins Tageslicht. Tag ist für dich, wenn du nichts hast, wenn du durch die Wüste wanderst und MAN suchst – den Wunsch zu geben – und wenn du ihn findest, belebt er dich und erfüllt all deine Geschmäcker. Alles, was du dir wünschst, ist in ihm enthalten.

Was ist aber dieser Geschmack? Woher kommt er? Was ist dieses MAN? Es kommt von Bina zu dir, und dann genügt dir alleine die Möglichkeit, den Schöpfer zu fragen: „Ich habe eine Verbindung zu Ihm. Ich kann Ihn fragen. Und ich brauche nichts weiter.“

Möchte ich aber nicht ein Verlangen haben, in dem ich den Schöpfer offenbare? Nein. Ich bin schon mit dem bloßen Streben nach Ihm zufrieden. Das ist jetzt meine Erfüllung. Die Verbindung mit dem Schöpfer durch die Gruppe erfüllt mich.

Aber was für eine Verbindung? Woher bekommst du etwas? Du hast nichts. Kann ich mich auf diese Weise an Ihn wenden? – Das ist ausreichend. Das nennt man „Wandern durch die Wüste“, das Erlangen der Eigenschaft von „Chafez Chessed“ (wunschloses Glücklichsein).

Schließlich hast du in der Wüste nichts; du begehrst wahrhaftig nichts für dich selbst. Doch dieses Erlangen der Korrektur durch die Eigenschaft des Gebens ist Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, und darin liegt deine Erfüllung.

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Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

Wie man zu einer wahren kabbalistischen Gruppe wird

Frage: Was wünschen Sie sich für Bnei Baruch? Worauf sollten wir uns zuerst konzentrieren, um zu der kabbalistischen Gruppe zu werden, über die die Lehrer, insbesondere Baal HaSulam und Rabash, geschrieben haben? Schließlich wird nichts dabei herauskommen, wenn wir Ihnen nur theoretisch zuhören.

Antwort: Wir müssen uns verbinden. Es gibt nichts anderes! Es geht ausschließlich um die Verbindung! Es sind lediglich verschiedene Beispiele, verschiedene Formulierungen.

Frage: In welchem ​​Zustand befindet sich Bnei Baruch Ihrer Meinung nach derzeit?

Antwort: Ich kann sagen, dass unsere Verbindung voranschreitet und stärker wird. Wir verstehen ihre Bestandteile zunehmend. Ich hoffe, dass wir alle eine Einheit untereinander entdecken und uns durch ein einziges Verlangen vereint fühlen – in dem einzigen Verlangen des Schöpfers.

Im Grunde ist es das, was wir offenbaren müssen. Das ist alles. Aber jeder muss es sich wünschen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Rosh HaShana“, von 24.09. 2025.

 

 

Spirituelle Übung

Bemüht euch, euch mit Freude an den Schöpfer zu wenden. Denn wir leben in einer von Ihm geschaffenen Welt, und wir haben tatsächlich jemanden, an den wir uns wenden können. Dazu ist es notwendig, sich ein wenig über das eigene Ego zu erheben, das unaufhörlich fordert und verlangt. Gerade das ist es, was uns in einen Zustand von Traurigkeit und Unzufriedenheit versetzt.

Hört auf, euch beim Schöpfer zu beklagen, dass Er euch keine Erfüllung gibt. Im Gegenteil, allein die Möglichkeit, sich an Ihn wenden zu können, ist bereits ein Grund zur Freude. Und wenn wir lernen, uns über diese Verbindung zu freuen, dann beginnen wir gerade in dieser Freude vom Schöpfer zu empfangen – denn die Freude wird zum Kli (Gefäß), das Er füllen kann. Das ist nicht bloße Psychologie, sondern eine tiefe spirituelle Praxis, die ständiger Arbeit bedarf.

Der Schöpfer gibt uns diese Übung, damit wir unsere innere Ausrichtung von uns selbst weg – hin zu Ihm – verändern. Anstatt in uns selbst zu versinken und traurig darüber zu sein, dass unser Ego nicht erfüllt wird, sollten wir uns in Freude an den Schöpfer wenden. Genau das wird dann zu unserem spirituellen Kli.

Es braucht oft viele Jahre, bis der Mensch dieses Prinzip wirklich versteht. Doch sobald er es hört und beginnt, es umzusetzen, wird er sich sofort weiterentwickeln. Versucht, euch den ganzen Tag über mit Freude an den Schöpfer zu wenden.

Jeder erlebt Zustände der Traurigkeit und Zweifel, die sich über mehrere Jahre hinziehen können. Doch in dem Moment, in dem der Mensch erkennt, dass er sich an den Schöpfer wendet, und dass er allein schon deshalb in Freude sein soll, weil er vor der höchsten Kraft steht, beginnt eine neue Etappe in seinem Leben. Er tritt in Kontakt mit dem Schöpfer.

Der Mensch spürt diesen Kontakt vielleicht noch nicht, so wie ein Embryo im Mutterleib sich selbst nicht wahrnimmt. Dennoch befindet man sich bereits im Zustand eines spirituellen Embryos. Und wenn er sich in Freude halten kann, ungeachtet dessen, was mit ihm geschieht, bedeutet das, dass er sich über sein Ego erhebt und die Grenze der Einschränkung überschreitet.

Sich mit dem Wunsch an den Schöpfer zu wenden, Ihn zu erfreuen – und nicht darüber nachzudenken, was in einem selbst geschieht, sondern an den Schöpfer zu denken, der außerhalb von einem ist – das ist die entscheidende innere Umkehr, die wir vollziehen müssen. Das ist der Eintritt, die Schwelle zur spirituellen Welt.

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Aus einem Gespräch während einer Mahlzeit



Ich möchte lernen zu lieben

Kommentar:„Wir alle versuchen häufig, andere Menschen zu verändern – ihr Verhalten oder ihre Sichtweise“, sagen Psychologen. Das kennen wir nur zu gut: Der Chef möchte, dass die Mitarbeiter härter arbeiten. Die Mitarbeiter wollen, dass der Chef nachgiebiger ist. Wir versuchen, unsere Partner, Freunde und Kollegen zu verändern. Doch meist bleiben diese Versuche erfolglos.

Psychologen sagen: „Es gibt einen Ausweg. Mit vier Schritten kann man fast jeden ändern.“ Doch sie fügen hinzu: „Zuerst muss man sich selbst verändern.“

  1. Schritt: Vom Kritiker zum Verbündeten werden.

Frage: Wie kann man sich vom Kritiker zum Verbündeten wandeln? Ist das umsetzbar oder eher eine Utopie?

Antwort: Warum sollte man sich mit jemandem einig sein? Niemals im Leben! Sonst wird man von allen unterdrückt! Diese Haltung wird von Anfang an abgelehnt.

  1. Schritt: Gemeinsam ein Ziel definieren.

Frage: Ist das möglich? Ich bin gegen jemanden eingestellt, aber gemeinsam bauen wir ein Ziel auf, das wir erreichen wollen.

Antwort: Damit kann man einverstanden sein. Eine Zukunftsvision sollte gegenseitig sein. Auch bei Gegensätzen oder dem Wunsch, den anderen zu verändern, ist es entscheidend, ein gemeinsames Ziel zu definieren. Schritt für Schritt kann man sich annähern.

  1. Schritt: Gemeinsam besprechen, wie das Problem zu lösen ist.

Antwort: Das ist richtig. Unrealistisch, aber richtig.

  1. Schritt: Einen gemeinsamen Schritt-für-Schritt-Plan erstellen.

Antwort: Sehr schwierig. Jeder hat seinen eigenen Plan und will ihn durchsetzen. Am Ende stellt sich heraus: Wir sind doch nicht einverstanden.

Frage: Also lenkt der andere den Plan ständig in seine Richtung, und ich in meine?

Antwort: Natürlich.

Frage: Wie kann man also eine Beziehung aufbauen, ohne den anderen verändern zu wollen? Psychologen sagen: „Vier Schritte.“ Mein natürlicher Impuls ist es, den anderen an mich anzupassen. Wie kann man das vermeiden? Das ist doch die Ursache aller Kriege und Streitigkeiten.

Antwort: Einfach lieben. Das ist alles.

Wir kommen wieder zur ersten Frage zurück: Wenn wir verstehen, dass das Wichtigste im Leben ist, bei jemandem zu sein, der versteht, hilft, liebt und schätzt – dann muss man das sehr wertschätzen und alles dafür opfern.

Kommentar: Das heißt, ich opfere mein gesamtes „Ich“, das Bedingungen stellt. Und ich sage: „Ich möchte lernen zu lieben.“

Antwort: Genau. Ich will lernen, diesen Menschen zu lieben, weil ich mit ihm zusammen sein möchte. Das ist alles. Und wenn er dasselbe empfindet, entsteht ein großes, gegenseitiges und außergewöhnliches Gefühl.

Frage: Geht es dabei nur um Paare oder auch um Arbeitsverhältnisse und Staaten?

Antwort: Praktisch um alles. Über allem sollte dieser Wunsch leuchten: „lieben lernen“.

Das muss man anerziehen. Leider gibt es diese Erziehung nicht. Wenn wir älter werden und es verstehen, fehlt oft die Kraft. Deshalb gelingt es nicht, die junge Generation zu erreichen und ihr etwas zu vermitteln. Sie winken ab, und es kommt keine Annäherung zustande. „Wenn die Jugend wüsste, wenn das Alter könnte.“

Frage: Das heißt, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen?

Frage: Muss also jeder seine eigenen Erfahrungen machen?

Antwort: Ja, aber wir müssen trotzdem alles tun – intensiv, bei allen Arbeiten und in allen Schulen. Kurz gesagt: Menschen jeden Alters müssen darin unterrichtet werden, um den Zugang zur Liebe zu finden. Dann wird die ganze Gesellschaft von diesem Ansatz durchdrungen sein. Es wird in der Luft liegen: Es ist möglich zu lieben.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Auf welches Gebet antwortet der Schöpfer?

Frage: Heute beginnen viele Menschen zu beten, selbst jene, die früher eher pragmatisch eingestellt waren. Die Frage lautet: „Was ist ein gutes Gebet?“ Das heißt, welches Gebet wird vom Schöpfer erhört?

Antwort: Der Schöpfer hört alle Bitten, alle Gebete! Die Frage ist nur, auf welche davon er antwortet.

Alles was ein Mensch verlangt, wofür er schreit, bittet oder fleht, all das wird gehört. Die entscheidende Frage ist: Worauf reagiert der Schöpfer?

Nur in dem Maße, in dem die Bitte von unten, also vom Menschen, mit Seinem Plan, mit Seinem höheren Willen übereinstimmt. Wenn unsere Wünsche mit dem Wunsch des Schöpfers übereinstimmen, dann geschieht es.

Frage: Was für ein Wunsch muss es in diesem Fall sein?

Antwort: Der Wunsch nach Annäherung, Verbindung und Verschmelzung der Menschen untereinander in völliger Ähnlichkeit zueinander, in einem Zustand der Liebe. Das ist es, was der Schöpfer will. Seine höchste Eigenschaft im Verhältnis zu den Menschen ist die Liebe.

Kommentar: Das heißt, egal in welchem Konflikt wir uns befinden, egal wie sehr wir uns hassen…

Antwort: Wir sind dennoch verpflichtet, zu dieser Verbindung zu gelangen.

Frage: Soll man darum beten, dass in einem die Liebe zu denjenigen entsteht, die man hasst?

Antwort: Ja.

Frage: Was ist Liebe?

Antwort: Liebe ist, wenn man sich mit all seinen physischen, moralischen, psychologischen und sonstigen Eigenschaften, Qualitäten und Kräften, vollständig darauf ausrichtest, allen außerhalb von einem zu helfen und sie zu erfüllen.

Liebe ist, wenn man sich vom egoistischen Denken abwendet.

Frage: Wird dieses Gebet erhört werden?

Antwort: Es wird mit Sicherheit erhört werden. Wenn man es wirklich will. Nicht wenn man es nur ausspricht, sondern wenn man es tatsächlich im tiefen Inneren wünscht.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman”