Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Der Kampf und die Einheit der Gegenteile

Der Zustand 1 (unser heutiger Zustand) beinhaltet das „Geben“ einem selbst, worin unser Genuss und die erwünschte Füllung vereint sind.
Der Zustand 2 (zu dem wir kommen wollen) – ist das Geben dem Schöpfer, das für uns als Genuss empfunden wird. Darin ist eben der Widerspruch eingeschlossen.
Im eigennützigen Geben gehen sowohl die Handlung, als auch die Arbeit und die Belohnung in eine Richtung, in eine Linie. Deshalb heißt es auch das direkte Licht, und für uns ist hier alles klar: sowohl der Anfang, als auch das Ende, und die Erreichung dieses Endzieles – alles ist in eine Richtung, auf mich gerichtet. Wenn ich aber will, dass das Geben dem Schöpfer, zu meinem Genuss wird, dann entsteht hier das Problem des Gegenteiles der Absicht und des Ergebnisses, weil man die Korrektur der Absicht benötigt, die meinem Wunsch entgegen gesetzt ist!
Das Geben an den Schöpfer soll sich in das Erhalten des Genusses verwandeln! Und ich bin verpflichtet, zu genießen, denn so ist das Vorhaben der Schöpfung – man muss nur vom Geben genießen. Und dieser Zustand ist mir vollkommen entgegengesetzt! Das Schöpfungsziel – der Genuss, und die Korrektur der Schöpfung – ist das Geben. Aber diese zwei Bedingungen widersprechen einander. Darin bestehen das Haupthindernis und die Schwierigkeit unserer Wahrnehmung, die uns ständig den Weg versperren und daran verhindern, das Beabsichtigte zu realisieren. Denn einerseits sollen wir die großen Anstrengungen machen und die riesige Arbeit durchführen, und andererseits, hängt ihr Ergebnis nicht von uns ab – sondern wird von oben gegeben. Und wir offenbaren infolge unserer Arbeit den Wunsch, erwerben nicht das Ziel selbst – sondern das Kli – das Gefäß, das es enthalten kann. Deshalb verbinden sich zwei diese Gegenteile: das Geben dem Schöpfer und der damit verbundene Genuss – der von der Verschmelzung mit Ihm empfunden wird. Und an diese Verschmelzung kann uns nur das Höhere Licht führen, das unsere Natur verändert.
Aus dem Zustand, worin das Herz über dem Menschen herrscht, weshalb er auch in den kabbalistischen Definitionen als „Sünder“ bezeichnet wird, sollen wir den Zustand erreichen, wo der Mensch über sein Herz herrscht, und deshalb als „Gerechter“ gilt. Und für die Erreichung dieses Ziels gibt es nur eine Lösung – die kabbalistische Gruppe, die für uns ein Muster, ein Beispiel, ein Rahmen, ein Modell ist, woran wir uns prüfen können, um zu sehen, inwiefern wir diesem Ziel entsprechen oder nicht…Die Gruppe kann mir einflössen, dass es nichts Wichtigeres gibt als das Geben! Aber andererseits kläre ich auf, dass ich ohne die Hilfe des Schöpfers nichts erreichen kann. Auf diesem Wege komme ich zum nötigen Wunsch, Gebet. Aber jetzt gibt es in uns keine polaren Gegenteile: Keter und Malchut, das direkte Licht und das widergespiegelte Licht, das Licht und den Wunsch – all das gibt es nur im korrigierten Kli, wo es die Absicht gegenüber dem Wunsch gibt.
Wir müssen dieses Modell in uns zum ersten Mal aufbauen, die ersten Zehn Sfirot – dann werden wir eine innere Struktur aufbauen, wie die erste Zelle des neuen Organismus, woraus sich der Keim der Seele weiter entwickeln wird.

Kabbala Akademie

Die Welt, die mit unseren Gebeten aufgebaut ist

Die Menschen denken, dass das Gebet etwas mit Religion oder mit religiösen Menschen zu tun hat und deshalb dem gewöhnlichen Menschen fremd ist.

Aber es ist nicht so! Denn alle unsere äusserlichen Gewänder (Mehrzahl von Gewand)?, die physischen Körper, die Gegenstände, die uns in dieser Welt umgeben – sie alle sind die Erscheinungsformen des Wunsches. Es gibt nichts außer dem Wunsch, der für sich all diese Gewänder schafft.

Und deshalb bestimmen wir mit unseren Wünschen unbewusst das ganze Leben: in welchen Zustand wir im nächsten Augenblick geraten, wie wir diese Wirklichkeit empfinden werden!

Ob wir es wollen oder nicht, aber wir beten ständig – das heißt, wir bitten um die Erfüllung ? unseres Wunsches. Wir machen das ganz unbewusst, es ist nicht erforderlich, absichtlich zu beten.

Der Wunsch bildet unser ganzes inneres Wesen und unsere Empfindung, dass uns an etwas fehlt – heißt Gebet.

Jeden Augenblick wollen wir etwas und wirken dadurch auf die Realität ein, in der es nichts außer dem Wunsch und der Kraft des Wunsches gibt.

Jede Sekunde will ich etwas und bete darum. Unsere Wünsche verbinden sich miteinander und verwalten das ganze Universum, wodurch die neuen Bilder, die neuen Zustände bewirkt werden.

Wir bauen diese Welt mit unseren Gebeten auf! Alles, was wir brauchen – ist die Veränderung unserer Bitten, ungeachtet der Unlust des Herzen! Dann werden wir die neue Welt enthüllen, denn die ganze Welt ist eine Empfindung innerhalb meines Wunsches.

Die Wissenschaft der Kabbala stammt vom Wort „Kabala“ – das Erhalten, weil sie darüber spricht, was du im folgenden Augenblick bekommen wirst.

Nur du bestimmst, wie die Zukunft sein wird, was du darin bekommen und fühlen wirst. Ob du die Vision der Welt verändern kannst, indem du den Wunsch ausrichtest (was eben als das Gebet bezeichnet wird).

Wenn du das Gebet verändern wirst und anstelle des Verlangens, das du jetzt hast – nur das notwendige wünschen wirst, dann werden dadurch das ganze Weltbild und die Realität geändert sein.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 12.07.2010

In welche Richtung soll man gehen?

Das egoistische Verlangen, das sich ständig auf der Jagd nach Genuss befindet, ist grenzenlos und treibt sich letztendlich selbst in den Tod. Es hat keine andere Möglichkeit, zu existieren.

Selbst bei den vollkommenen Gerechten streben die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe während ihres Daseins dem Tode entgegen und nähern sich ihm an.

So verläuft unser gesamtes Leben – ab dem Augenblick, in dem der Mensch geboren wird, beginnt er seine Annäherung an den Tod. Das egoistische Verlangen ist nicht in der Lage, in einer anderen Form zu existieren, denn es ernährt sich vom Tod und nicht vom Leben.

Wenn wir aber das Verlangen zu geben, das vollkommen von dem egoistischen Empfangen getrennt ist, erlangen, dann ist das die Seele, die getrennt vom Körper existiert, unabhängig davon, ob der Körper lebt oder tot ist, oder ob er wiedergeboren wurde. All das geschieht nur auf der Ebene dieser Welt, die Seele aber lebt in der Spiritualität, in der höheren Welt.

Das heißt, wir gehen heute zu einer ganz neuen Existenzweise über, die nichts mit der bisherigen zu tun hat.

Weder die bisherige Bildung, noch die Kultur oder irgendwelche alten Werte werden erhalten bleiben, wenn sie nicht das Nötigste für den Körper betreffen.

Und alle sogenannten „menschlichen“ Werte hören einfach zu existieren auf, weil wir in ihnen keine Erfüllung mehr finden.

Und auf der tierischen Stufe werden wir so wie alle Tiere existieren, die genau so viel verbrauchen, wie sie zum Überleben benötigen.

Dadurch wird sich das gesamte Leben der Menschheit grundlegend verändern. Und niemand wird uns dazu zwingen! Wir werden einfach kein Leben in all diesen Erfüllungen spüren: weder in der Mode, noch in den Filmen noch in den Zeitungen.

Das Leben wird auf das Nötigste für die Existenz des Körpers hinauslaufen, alles andere wird der Mensch nur auf der wahrhaft menschlichen Stufe suchen. Das ist ein qualitativer Übergang, den es noch nie zuvor gegeben hat.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 30.08.2010

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Wie entsteht ein Buchstabe?

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn spirituelle Kelim Formen des Gebens sind, wie können sich dann die unreinen Kräfte an ihnen festsaugen?

Meine Antwort: Ohne die unreinen Kräfte (Klipot) gibt es keine Form! Wie kann eine Form existieren, wenn es keine Grenze gibt? Es ist unmöglich, eine Form zu zeichnen, wenn man sich nicht durch Grenzen einschränkt: bis zu dieser Linie und nicht weiter.

Doch was schränkt uns ein? Unser Verlangen zu genießen! Wenn ich irgendeine Grenze auch nur ein bisschen überschreite, dann ist es bereits um des Eigengenusses willen – und ich bleibe stehen. Hier kann man aber noch geben, und ich schaue, in welche Richtung und in welcher Form. So entstehen die Formen von Buchstaben.

Du beginnst mit einem Punkt: „Ich habe ein Verlangen zu geben!“ Und was ist jetzt? Jetzt kannst du dich ein Stück nach oben, nach rechts oder nach links weiterbewegen – und auf diese Weise zeichnest du durch deine Einschränkungen einen Buchstaben, das spirituelle Gefäß, Kli, in dem sich die Kräfte des Lichtes Chassadim und des Lichtes Chochma verbinden. Es gibt nur zwei Komponenten: das Verlangen zu genießen und die Absicht zu geben.

Das Material des Kli an sich ist das Verlangen zu genießen, doch darüber gibt es den Schirm und das reflektierte Licht, d.h. die Kraft des Gebens – und auf diese Weise entsteht aus einem Punkt eine Figur.

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 21.07.2010

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Es ist eine Freude, wenn sich Sünder enthüllen

Talmud Esser HaSefirot, Band 7, Fragen und Antworten, Punkt 7: „Der untere Teil von Nukwa (Achoraim), ihre NeHJ sind ein Ort, an dem sich die unreinen Kräfte (Klipot), die das Licht Chochma empfangen wollen, festsaugen.

Weil sie am nächsten an den Klipot liegt und mit ihr das Licht der Welt von Azilut endet und von ihr und tiefer das Gebiet von unreinen Kräften liegt, wie geschrieben steht: „Und ihre Beine steigen in den Tod herab“…

Mit Nukwa enden alle anti-egoistischen Schirme, die die Verlangen von der Welt der Unendlichkeit während ihres Abstiegs bis zu der Stufe von Malchut der Welt von Azilut begleitet haben.

Mit ihr enden die Schirme – und darum „saugen“ sich die egoistischen Verlangen an Nukwa fest; denn durch sie wird es möglich, das Licht aufzufangen.

Mit ihren unteren neun Sefirot steigt Nukwa in die Welten von BYA (Brija, Yezira, Assija) herab und hat keine Kraft, den unreinen Kräften (Klipot) zu widerstehen. Sie befindet sich jedoch in einem besonderen „Gleichgewicht“ mit ihnen.

Wenn der Höhere sich im Inneren von Klipot befindet, und die Klipot etwas von ihm an sich reißen können, kann der Höhere dadurch auch die Klipa greifen, dieses Verlangen analysieren und korrigieren.

Dies geschieht ständig mit Malchut der Welt von Azilut und den zerbrochenen Seelen in dem Maße, in dem sie sich an sie anheften und ihr Licht an sich heranziehen wollen. In dem Maße kann auch sie sie an sich zur Korrektur heranziehen.

Ohne diese wechselseitige Arbeit, wenn jeder die Gegenseite an sich heranzuziehen versucht, gäbe es keine Klärung und keine Korrektur. Daher besteht unsere gesamte Arbeit (laut der Erzählung aus der Tora) aus Sünden und Korrekturen, immer und immer wieder.

Alle diese Schwankungen hin und her, aus der Heiligkeit in die Unreinheit und zurück, spielen sich zwischen Nukwa und den zerbrochenen Seelen ab, die ihr Zerbrechen enthüllen müssen.

Und die zerbrochenen Teile werden gerade durch ihr Anschließen an Nukwa enthüllt, sonst würden sie nicht erkennen, dass sie zerbrochen sind. Dann erwacht der Schöpfer (Seir Anpin), und darüber erzählt die Tora, wenn sie sagt, dass der Schöpfer mit Moses sprach und dem Volk die nächste Sünde vorwarf…

Nukwa lässt die Seelen erkennen, dass ihr Verlangen egoistisch ist, und den Teil, den sie in sich einschließen kann, zu Seir Anpin aufsteigen.

Und es kommt Seir Anpin und schreit: „Was habt ihr angestellt!“ Das ist die richtige Reaktion auf die Verlangen, die später korrigiert werden.

Wir verstehen einfach die Tora nicht – sie erzählt von keinen Sünden, sondern nur von der Enthüllung von Verlangen, die zur Korrektur kommen.

Und in dem Augenblick, in dem sie enthüllt werden, „freuen wir uns auf (? über) die Enthüllung von Sündern“, wie Baal haSulam schreibt. Denn jene „Sünder“, die nicht enthüllt wurden, haben keine Hoffnung auf Korrektur. Und wer weiß, wann sie enthüllt werden…

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 21.07.2010

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Die spirituellen Gesetze an sich selbst studieren

Eine Frage, die ich erhielt: Also brauchen wir unsere ganzen Kongresse nur, um Kräfte zu speichern, damit wir uns später, beim Abstieg, wenn wir die Wahl zwischen den zwei Kräften „Empfangen oder Geben“ haben, für den Aufstieg entscheiden können?

Meine Antwort: Während jedes Kongresses, nach einer entsprechenden Vorbereitung dafür, erhalten wir die Kraft der Verbindung. Das ist eine spirituelle Kraft, da sie zwischen uns entsteht.

Doch später, nach dem Kongress, entsteht in uns eine egoistische Leere, ein Schweregefühl, Trägheit. Das ist kein Zufall, es gibt keine Zufälle!

Uns wird absichtlich ein spiritueller Abstieg gegeben, es offenbart sich das nächste unkorrigierte Verlangen. Wir müssen aber mit Hilfe der Kraft, die wir während des Treffens erlangt haben, zur gleichen Begeisterung wie beim Kongress aufsteigen.

Im Idealfall sollten wir den Abstieg nur für einen Augenblick spüren und sofort wieder auf das Niveau des Kongresses aufsteigen. Doch das bedarf einer großen Vorbereitung.

In der Praxis steigen wir nicht sofort zum früheren Zustand auf, sondern stufenweise: ein wenig auf und ab, noch ein wenig auf und wieder ab – auf diese Weise kommen wir dem Zustand, den wir während des Kongresses erlebt haben, allmählich immer näher.

Das ist eine echte praktische Arbeit, die praktische Kabbala!

Und weil der Erfolg von unseren Anstrengungen nach dem Kongress abhängt, müssen wir uns auf diese Zeit bereits im Vorhinein vorbereiten. Wie ein Greis, der überprüft, ob er nicht irgendetwas verloren hat.

Das heißt, bereits vor dem Kongress müssen wir uns auf ihn und darauf, was nach ihm kommt, vorbereiten. Dann werden wir uns schnell im praktischen Aufstieg entlang der 125 Stufen der höheren Welten finden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 19.08.2010

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Kinder, die gealtert sind

Der Mensch wächst so auf, dass er zu Beginn neue Verlangen und Erfüllungen erhält, die für seine Entwicklung notwendig und für ihn gut sind.

Denn das ist die Richtung, die für ihn von der Natur vorherbestimmt wurde, die ihn großziehen und ihm auf die Beine helfen will – so wachsen Kinder in dieser Welt auf.

Dies gilt nicht als verbotener Genuss, denn ich muss dieses natürliche Entwicklungsstadium durchlaufen bis ich „erwachsen“ werde. Wir sehen wie Kinder für gewöhnlich voll von verschiedenen Wünschen sind und dieses Leben genießen.

Doch in dem Augenblick, als ich erwachsen werde und nun bereits bewusst und nicht durch die Kraft der Natur weiter wachse und mich entwickeln soll, dann schaden mir die ganzen Genüsse, die ich empfange, weil ich sie nicht auf das Geben ausrichte.

Zuvor lag die ganze Verantwortung auf der Natur – der Schöpfer bestimmte meinen Weg und führte mich, sagen wir mal, bis zu einem Alter von 15-20 Jahren entlang dieses Weges. Und alles, was ich von diesem Leben bekam, war gut für meine Entwicklung.

Doch sobald diese „kindliche“ Entwicklungsphase abgeschlossen ist und ich die Richtung von nun an selbst bestimmen soll, muss ich meinerseits die Absicht um des Gebens willen hinzufügen, sonst wird jeglicher von mir empfangene Genuss mich nicht größer werden lassen und vorwärtsbringen sondern töten!

Er wird mich auf einem umgekehrten Wege dazu bringen, zu fühlen, dass es so nicht weitergeht und ich mich nicht durch meinen Egoismus und Genüsse, sondern durch die Absicht zu geben entwickeln muss.

Aus diesem Grund schaden dem Menschen alle Genüsse, die er nach der Phase des Großwerdens erfährt, – ähnlich einem Menschen, der seine Wunde aufkratzt.

Doch wie tief müssen wir in dieses Übel eintauchen, um zu begreifen, dass wir so nicht weitermachen können – wie groß gewordene Kinder, die die Natur nicht mehr unbekümmert das Leben genießen lässt, sondern von ihnen zu geben verlangt?

Wie tief wir „unsere Wunde aufkratzen“ müssen, hängt bereits von uns ab – uns sind alle Mittel und Erklärungen gegeben: wir werden zum Studium, zu den Büchern, in die Gruppe geführt – dorthin, wo wir zur Vernunft kommen und darüber nachdenken können, was wir dem Leben hinzufügen müssen, um uns richtig zu entwickeln.

Und das, was wir hinzufügen, ist die Klärung von Wahrheit/Lüge als Ergänzung zu süß/bitter, im Gegensatz zu Kindern, die nur süß/bitter verstehen.

Und damit wir nicht unser Leben lang Kinder bleiben, wie geschrieben steht: „Was soll man mit den Kindern machen, die gealtert sind?“, müssen wir beginnen nach dem Prinzip Wahrheit/Lüge vorzugehen.

Doch wir dürfen süß/bitter nicht auslöschen, sondern darüber eine neue Lebenseinstellung aufbauen. Und das ist nur möglich, wenn man durch das Kabbala-Studium das höhere Licht anzieht.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 18.07.2010

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Der süße Geschmack der Wahrheit

Eine Frage, die ich erhielt: Ich fühle schon das „Süße-Bittere“, wie kann ich auch das fühlen, was die „Wahrheit – Lüge“ ist?

Meine Antwort: In unserer Welt hat die Wahrheit keinen Geschmack, wir empfinden nur das Süße oder das Bittere. Und die Wahrheit – Lüge klären sich mit der Vernunft, und nicht mit dem Herz.

Uns kommt es vor, dass der Betrug unangenehm ist – aber wir verstehen nicht, was Wahrheit und Lüge sind! Wir haben keine Meßinstrumente, um sie zu empfinden.

Für uns ist es angenehm, die Wahrheit zu sagen – aber es geht uns nicht um Wahrheit, sondern einfach um die süße Empfindung. Wir verwandeln die Analyse „Wahrheit – Lüge“ in Süßigkeit und Bitternis für unser Ego. Das bedeutet eben, dass wir nur ein Kriterium „süß-bitter“ benutzen, denn sogar unsere Vernunft funktioniert, um unserem „Bauch“ zu gefallen, das heißt die Vernunft des Menschen ordnet sich seiner Selbstsucht unter. Und die Wahrheit und Lüge, über welche die Kabbala spricht, klären sich in der Eigenschaft des Gebens, die wir momentan nicht besitzen. Nur darin kann man klären, dass das Geben – die Wahrheit ist, und das Ganze ist nicht damit verbunden, was in unserem Wunsch zu genießen geschieht, – ob es dort eine Füllung gibt oder nicht.

Aber, um die Macht des tierischen Körpers loszuwerden, benötigt man die höhere Kraft, das Licht, das zur Quelle zurückführt. In unserer Welt gibt es solche Kräfte nicht, unsere Welt ist vollständig auf dem egoistischen Wunsch aufgebaut.

Um zu lernen, das Gute und das Übel zu unterscheiden, muss man auf die Höhe des Adam HaRischon, „des ersten Menschen“ hinaufsteigen, dem die Schlange die Augen für das Gute und das Böse geöffnet hat. Und obwohl es Gift war, können wir es in ein Medikament umwandeln. Warum beginnt Adam HaRischon – die erste Stufe, die für die Seele geöffnet wird, sich sofort zu teilen? Es war doch früher nur ein Wunsch, warum wird er folglich auf den Mann und die Frau, auf Adam und Eva geteilt, und später auf viele Milliarden Seelen?

Weil die Korrektur unmöglich ist, wenn sie nicht auf eine Menge der Seelen geteilt ist, damit jeder eine kleine, genaue und besondere Aufgabe hat – die Mission eines bestimmten Charakters, wie die Körperzellen, die ihre enge Funktion erfüllen. Wie das binäre System des Computers, wo es nur „0´´ oder „1´´ gibt, ohne jegliche Weisheiten – aber wir sehen, welche Ergebnisse wir später aufgrund dieser einfachen Handlungen erreichen. Gerade darin besteht der Sinn der Teilung der Seelen, andernfalls wären wir nicht in der Lage, mit der Korrektur zurechtzukommen. Denn sogar jetzt, wo wir das vollständige Zerbrechen empfinden, kann jeder Einzelne seine besondere, begrenzte Mission nicht finden – schaut euch an, wieweit wir verwirrt sind.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu“ Panim Meirot „“, 18.07.2010

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Von der Liebe zum Hass und vom Hass zurück zur Liebe

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn das Zerbrechen der allgemeinen Seele ein im Voraus eingeplantre und notwendiger Prozess ist – warum wird er als „Sündenfall“ bezeichnet?

Meine Antwort: Wir bezeichnen jedes Fallen als die Sünde – aber haben wir damals gesündigt?

In unserer Welt gilt es als Sünde, wenn ich daran denke, dass ich fähig bin, diese Handlung nicht zu begehen, weil ich genau weiß, dass sie unzulässig ist – und sie dennoch begehe. Aber dieser Gedanke ist falsch: würde ich genau wissen, dass ich sie nicht machen dürfte – hätte ich nicht gesündigt.

In Wirklichkeit, gilt als eine Sünde der Zustand, worin mich die Kräfte der Teilung ergriffen haben, um über mich zu herrschen. Als Sünde wird also der Zustand selbst und nicht sein Grund bezeichnet. Und der Grund ist immer der Schöpfer, Er hat unseren bösen, egoistischen Anfang geschaffen. Und wie kann man den bösen Anfang erschaffen, wenn nicht mittels des Sündenfalles? Man muss bis zu den hohen Stufen hinaufsteigen, um später zu fallen, um den Eindruck von allen Aufstiegen zu bekommen, um vom heutigen Zustand, den egoistischen Wunsch aufgrund des Zerbrechens hinaufzusteigen. Denn hätte es kein Zerbrechen gegeben, wäre die Selbstsucht einfach „tierisch“ geblieben. Und infolge des Zerbruchs wird er zur „Schöpfung“, zum „bösen Anfang“.

Bis zum Zerbrechen war es der einfache Wunsch zu genießen, – das einfache Tier. Wenn der Löwe den Damhirsch umbringen möchte, dann denken wir nicht, dass dabei der böse Anfang gilt – sondern, dass es seine Natur ist, dass der Wunsch die Füllung bekommt. Wann erscheint dann der böse Anfang? Wenn wir hinaufsteigen, und dort die Kräfte der Liebe und der Vereinigung bekommen, und wenn wir damit später fallen, und sie sich ins Gegenteil- in grundlosen Hass verwandeln! Folglich gibt es den Wunsch zu genießen, zusammen mit den Informationsdaten (Reshimot), die ihn zum grundlosen Hass stoßen – ein solcher Wunsch wird als böser Anfang bezeichnet.

Denn nun will er alle Anderen ausnutzen, weil er selbst davon Genuß erhält. Das heißt, im Menschen erscheint die Empfindung für andere Menschen – was es im Tier nicht gibt, und er genießt, wenn es dem anderen schlecht geht! Es ist schon der echte Egoismus.

Und das Gute beginnt dann zu gelten, wenn ich diesen Hass in Liebe umwandle. Aber ich brauche auf jeden Fall die Beziehung zu meinem Nächsten.

Aus dem Unterricht zur „Lehre der Zehn Sfirot“ „, 15.07.2010

„Der Stimulator“ ist die Spiritualität

„Der Stimulator“ ist geistig. Denn der Stimulator bedeutet, dass wir etwas zwischen uns aufbauen und einen gemeinsamen geistigen Zustand bewirken möchten, der außer uns existiert, in Form des äußeren Punktes der Verbindung, mit dem ich mich immer verbinden kann, um ständig verbunden zu bleiben, um dorthin alles anzulegen, wozu ich fähig bin und daraus die geistige Kraft, das Leben zu bekommen.

Deshalb ist der Stimulator eine geistige Eigenschaft, Bina. Wir müssen ihn also genauso wahrnehmen. Und deshalb sollen wir diesen virtuellen Raum in unseren inneren, geistigen Raum verwandeln. Wir sollen alle unser Streben, unsere Hoffnungen und Erwartungen hinein „werfen“.

Sie wissen nicht, was die Gruppe bedeutet, wo die Bürgschaft ist? – Dort! Werfen Sie alles darein, in diesen „Briefkasten“.

Wenn wir alle unsere Bemühungen, unsere Verlangen zur Spiritualität in diesen einheitlichen Raum anlegen werden, dann werden wir daraus das Geistesleben bekommen – denn gerade das ist notwendig. Dieser Raum hat eine virtuelle äußerliche Form, und in seinem Inneren sind alle unsere Wünsche, Bestrebungen und Absichten konzentriert. Und deshalb ist dieser Raum geistig, darin wird der Schöpfer enthüllt.

Denn wir bauen selbst den Schöpfer auf, Er befindet sich nicht außerhalb. Das alles ist außerordentlich ernst. Letztendlich ist die Zeit gekommen, sich mit der ernsten praktischen Arbeit zu beschäftigen. Die Frage ist, ob der Mensch diesen „Stimulator“ für das Wichtigste in seinem Leben hält und ob er sich wünscht, die Begeisterung daraus zu ziehen.

Dann wird diese Begeisterung geistig sein, denn der Mensch wird von der Vereinigung zwischen uns beeindruckt, und sie verwirklicht sich dort, in diesem Stimulator. Im Endeffekt sollen wir darin den Gegenstand unserer gemeinsamen Sorge und die Quelle des Lebens für alle sehen.

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