Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kraft des Gebens'

Zehn Gebote der Vereinigung

Frage: Am Feiertag „Schawuot“, der die Gabe der Tora symbolisiert, bitte erklären Sie den Sinn der zehn Gebote – welche am Berg Sinai ausgesprochen wurden und die man jeden Tag wiederholen muss?

Antwort: Für uns bedeuten die zehn Gebote vor allem die Prüfung unserer Verlangen bezüglich der Vereinigung. Es handelt sich nur um die Vereinigung.

Die Gabe der Tora erfolgt nachdem das Volk die Bedingungen der gegenseitigen Bürgschaft, wie ein Mensch mit einem Herzen am Fuß des Berges annimmt. Das heißt, wir verstehen, dass über uns der Berg unserer Selbstsucht erhöht wird, und wir können auf diesen Berg nur mit einem Punkt im Herzen hinaufsteigen. Dieser Punkt heißt Mosche, weil er uns aus unserem Ego herauszieht.

Der Berg Sinai ist riesig, wie der Babylonische Turm und sogar noch größer. Wir haben uns an seinem Fuß versammelt und sind bereit, an diesem Berg unserer Selbstsucht zu stehen. Das heißt, wir sind einverstanden, unsere private Selbstsucht an den Berg abzugeben, um sie nicht zu fürchten, um ungeachtet dieses Berges des Hasses, nach der Einheit zu streben. Obwohl das ganze Ziel unserer Selbstsucht darin besteht, gegen die Vereinigung zu protestieren.

Wenn wir uns so verbinden, dann fordern wir die Offenbarung der Kraft des Gebens innerhalb unserer Einheit. Denn das Streben zur Vereinigung symbolisiert das spirituelle Gefäß, das Verlangen zum gegenseitigen Geben, wie es gesagt wird: „Von der Liebe zu den Geschöpfen – zur Liebe zum Schöpfer“. So nehmen wir die Bedingung der Nächstenliebe, wie zu sich selbst wahr. [136553]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 03/06/14

Die Wahl der Massen

Frage: Haben die Massen die Freiheit des Willens, sich an das Geben anzuschließen?

Meine Antwort: Es gibt keine Freiheit des Willens, weder in ACHA’P, noch in Galgalta we Ejnaim. Nur infolge der gegenseitigen Verbindung finden sie die Freiheit der Wahl, im mittleren Drittel Tiferet.

Dabei ist die Wahl von ACHA’P nicht die Gleiche, wie die von Galgalta we Ejnaim. Die Wahl der Massen äußert sich darin, bewusst und so schnell wie es möglich ist, sich den spirituellen Anführern anzuschließen, bevor die Notlage eingetreten ist. Sie müssen begreifen, dass es sich lohnt, die Arbeit in der Vereinigung zu realisieren.

Man darf ACHA’P auch dafür nicht verachten, dass es geführt wird. Galgalta we Ejnaim folgt der Kraft des Gebens, wie es die Herde in Bezug auf den Schöpfer und sein Schöpfungprogramm tun. Somit liegt unsere Aufgabe in der Beschleunigung der Zeit. Denn wir wollen aufsteigen, und darin besteht eben unsere Freiheit der Wahl.

Jedoch hat ACHA’P nicht weniger Bedeutung als Galgalta we Ejnaim. Im Gegenteil sogar, ACHA’P stellt sehr große Kelim dar.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „Die Nation“, 25.09.2011

Ein besonderer Ort auf der Landkarte der Menschheit

Frage: Wir wissen, dass Israel eine Bestimmung und kein Stempel im Pass ist. Und dennoch: haben diejenigen, die im Staate Israel leben, eine Aufgabe?

Meine Antwort: Zukünftig soll dieses Land zu einer Art Symbol des Staates werden, der vollständig auf der Kraft des Gebens, der gegenseitigen Liebe, der Bürgschaft, den Prinzipien „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, „Was dir verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht an“, dem Zusammenschluss zu „einem Menschen mit einem Herzen“ aufgebaut ist.

Hier ist jener Ort und hier sind jene Bedingungen, die dafür am Besten geeignet sind. Aus diesem Grund, wenn ein Mensch der Spiritualität entgegenstrebt, zieht es ihn gewissermaßen auch hierher. Der Staat Israel kann unmöglich auf Madagaskar oder in Uganda errichtet werden. Hier wirkt das Gesetz von Wurzel und Zweig, und das muss beachtet werden.

Wir haben also keine andere Wahl. Wir sind hier und müssen hier den Staat des Gebens und der Liebe errichten und somit ein Beispiel für die ganze Welt sein. Nur auf diese Weise werden wir alle Feinde besiegen, Unabhängigkeit erlangen und neue Opfer vermeiden können.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Das Volk Israel“, 09.05.2011

Der richtige Blick auf die Realität

Der Mensch beginnt mit dem Punkt im Herzen, mit einem spirituellen Samentropfen. Er hat nichts anderes von der höheren Welt.

Der Mensch befindet sich in einer Umgebung, ist aber zugleich von ihr getrennt, getrennt durch das Gefühl der Abstoßung und später des Hasses. Alle möglichen Gefühle, die darauf hinauslaufen, dass „es mich und die Umgebung gibt“, bilden im Grunde genommen den Ort des Zerbrechens.

Der ganze Widerstand und die ganze Abstoßung, alle Zusammenstöße, Reibungen und Hindernisse werden durch die Enthüllung einer Distanz zwischen dem Menschen und den Anderen, durch die Enthüllung einer zerbrochenen Stelle zwischen ihm und der Umgebung hervorgerufen. Wenn der Mensch diese Stelle richtig ermittelt, findet er dort den Schöpfer, das Licht, welches seine korrigierte Haltung gegenüber dem Nächsten ausfüllt.

Also liegt mein unkorrigiertes Verlangen zwischen mir und der Umgebung. Sobald ich es korrigiert habe, enthülle ich dort den Schöpfer. Und mein Ich ist lediglich der Punkt des Aufstiegs, der Bestrebung, den ich mitten im Leben bekommen habe und mit dem mein spiritueller Nullpunkt, meine spirituelle Entwicklung beginnt.

Alles kommt unter der Bedingung zum Vorschein, dass ich mir das Bild der Realität, in der ich mich befinde, richtig vorstelle. Wo befindet sich jene Umgebung, die mir die Unterstützung zukommen lassen kann? Denn jedes Mal wird mir die Ablehnung der Umgebung, des Ziels, des Schöpfers offenbart. Jeden Augenblick muss ich mich selbst prüfen: ist in meinen Augen die Höhere Kraft, die Kraft des Gebens, der Schöpfer wichtig? Erhebt sie sich über allen Dingen?

Der Aufstieg, die Erweckung, die Sorge um diese ständige Analyse kann nur unter Einwirkung einer richtigen Umgebung stattfinden.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 16.02.2011

Was Marx nicht ausgesprochen hat

Frage: Was ist eine globale Erziehung? Wer wird sie leiten? Ein Bildungsministerium für die ganze Welt?

Meine Antwort: Das ist die Aufgabe der UNESCO, einer Abteilung der UNO für Erziehungsangelegenheiten weltweit.

Eine globale Erziehung beinhaltet Erklärung von Naturgesetzen. Es muss erklärt werden, dass wir alle verbunden sind und der Lenkung einer höheren Kraft unterliegen, dementsprechend müssen wir uns auch verhalten.

Zu einem Ganzen zu gehören bedeutet, sich um die gegenseitigen Interessen zu kümmern. Ansonsten erwarten uns Schläge von der Natur, bis wir begreifen, dass wir keine Wahl haben und uns verbinden müssen. Die Schläge werden den Menschen zwingen, auf den eigenen Egoismus zu verzichten, bloß um nicht mehr zu leiden. Doch all das kann auf einem guten Wege erreicht werden, durch die Kraft des Lichtes, das zur Quelle zurückführt.

Natürlich habe ich während meines Treffens mit den führenden Vertretern der UNESCO nicht darüber gesprochen, doch es wird sich letztendlich enthüllen. Und das ist das, was Marx machen wollte. Er glaubte, dass, wenn die Menschen anfangen, sich zu verbinden und den Sozialismus aufzubauen, sie in der Praxis begreifen werden, dass es unmöglich ist. Sie werden anfangen zu suchen und enthüllen, dass es nur ein Mittel zur Korrektur gibt, und zwar die höhere Kraft.

Aus diesem Grund war Marx Atheist und glaubte an keine Götter außer an diese höhere Kraft des Gebens.

Wir fangen mit der einfachen Beobachtung der Natur an, aus der ersichtlich wird, dass wir ebenfalls miteinander verbunden sein müssen. Und anschließend, indem wir versuchen, uns zu verbinden, stellen wir fest, dass wir dazu nicht in der Lage sind. Und dann wird die Lösung enthüllt – dafür müssen wir aktiv Kabbala verbreiten. Die Welt wird sie immer mehr brauchen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Freiheit des Willens“, 11.02.2011

Der Weg vom Schüler bis zum Meister

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich mir sicher sein, während eines Kabbalastudiums, dass ich nicht ´´philosophiere´´ über die Konzepte, die ich noch nicht erkannt habe, so wie: Die Liebe, die Verbindung, die Eigenschaft des Gebens?

Meine Antwort: Wenn ein Mensch die Wissenschaft der Kabbala aus authentischen Primärquellen studiert, die richtigen Anweisungen erhält und sich an den Lehrer, an einen wahren Kabbalisten klammert, kann es nicht sein, dass er zu fantasieren anfängt, anstatt sich im Licht, das zur Quelle zurückkehrt, zu untersuchen.
Er hat schon ein richtiges Herangehen entwickelt, er weiß, dass nur darin das Leben ist.

Er lernt, um den Wunsch zu geben zu erlangen, und zieht damit das Licht zu sich heran. Und obwohl er sich noch nicht mit der echten Untersuchung der spirituellen Welt beschäftigt, aber er arbeitet mit der Gruppe wie im Labor.

Und so erkennst du, wie egoistisch du bist. Von der anderer Seite, ziehst du das höhere Licht, das dir aus der Ferne zu leuchten beginnt, an und dann siehst du deine Eigenschaften im Hintergrund dieses Lichtes. Davon empfindest du Leiden, und du möchtest wie das Licht sein, indem du siehst, dass du dazu nicht in der Lage bist.
Diese Spannung, dieser Unterschied zwischen Soll und Ist, führt dich zur Explosion, und du betest zum Schöpfer um die Hilfe. Und dann bekommst von oben die Kraft des Gebens!

Von dem Moment an, wo bei dir die Kraft zu geben erscheint, wirst du zu einem Kabbalisten und beginnst, die spirituelle Welt zu erkunden. Du kannst schon leicht erkennen wie sich die Kraft des Gebens von der Kraft des Empfangens unterscheidet.

Du wirst zu einem Wissenschaftler – der sich selbst und den Schöpfer erforscht, was eigentlich, dasselbe ist! Immerhin habt ihr jetzt ein gemeinsamer Teil, der für dich zugänglich ist.

So erhältst du die Möglichkeit, die spirituelle, die „menschliche“ Ebene zu erforschen.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“, 15.12.2010

 

Die Welt zum Guten führen

Der Höhere erwartet von uns nur eine Reaktion. Vom Höheren zum Unteren (zu jedem von uns) kommen die Portionen des Lichtes, die von uns eine richtige Gegenreaktion fordern.

Dabei weiß der Höhere genau, was mit dem Unteren geschieht, in welchem Zustand er sich befindet, weil er ihm diesen Zustand selbst bereitet.

Natürlich weiß der Höhere auch, wozu der Untere bereit ist. Er organisiert alle äußerlichen und inneren Bedingungen für die freie Wahl und lässt ihm nur einen unverständlichen und unbekannten Teil – den mittleren Dritten, Tiferet (Klipat Noga). Gerade in diesem Zustand soll der Untere die mittlere Linie selbst aufbauen.

Wenn der Untere, als Antwort auf die Einwirkung des Höheren, die mittlere Linie richtig aufbaut, dann bedeutet das, dass er darin ausgezeichnet wurde. Dann hat er sich und die ganze Welt (die ganze Umgebung, die der Höhere für ihn vorbereitet hat) zum Guten geführt.

Deshalb wird es vom Unteren gefordert, wenn er den Mangel (Chisaron) empfindet, sich an den Höheren zu wenden, um von ihm jene Komponente zu bekommen, an der es ihm mangelt, um die ganze Welt zum Guten zu führen.

Denn dem Unteren fehlen das Wissen, die Empfindung, und die Fähigkeit, eine richtige Entscheidung zu treffen. Er soll das alles vom Höheren bekommen.

Der Höhere lässt ihm Klipat Noga, damit der Untere sich an ihn wendet und das Fehlende bekommt. Wenn der Untere bereit ist, diese Auffüllung für Klipat Noga zu bekommen, dann bekommt er die zusätzliche Kraft des Gebens, die er sich auf der jetzigen Stufe aneignet, und mit der er auf die nächste Stufe hinaufsteigt.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 10.12.2010

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Die Zweite Kraft

Um die Eigenschaft des Gebens zu erforschen, brauchen wir eine zweite Kraft.

Die unbelebte, pflanzliche und tierische Ebene ist alles egoistisches Material und deshalb genügt uns, unsere egoistische Natur, um sie zu erforschen. Unsere Wahrnehmungsgeräte reichen für dieses „Wellenfrequenz“ aus.

Aber die menschliche Ebene ist eine Stufe, die dem Schöpfer gleich ist,und um Ihn zu erforschen brauche ich die spirituelle Kraft. Dann kann ich meine Materie im Vergleich zum Schöpfer erforschen, das Eine gegen das Andere.

Solange ich die Kraft des Gebens noch nicht habe, bin ich noch kein Wissenschaftler-Kabbalist. Kabbalist heißt derjenige, der zwei Kräfte besitzt, mit welchen er arbeiten und den Schöpfer erforschen kann.

Er erforscht nicht sich selbst, sondern den Schöpfer, welcher für ihn offenbart ist. Er dringt immer tiefer in Ihn ein, mit Hilfe der Kraft des Gebens.

Je größer die Kraft des Gebens ist die er bekommt, desto besser versteht er sie und gleicht sein Verlangen zu Genießen dieser Kraft an.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 15.12.2010

Sich nach dem Schöpfer sehnen

Eine Frage, die ich erhielt: Baal HaSulam schreibt, dass nur, wenn der Mensch verzweifelt, er den Schöpfer enthüllen wird. Bedeutet das etwa, dass wir in einem bestimmten Moment aufgeben, auf den Kampf verzichten müssen?

Meine Antwort: Nein, wir geben nicht nach. Wir kämpfen, um in die spirituelle Welt aus eigener Kraft eintreten zu können. Anschließend verzweifeln wir daran, weil wir begreifen, dass wir selbst den Machsom nicht durchbrechen können.

Doch erst dann spüren wir wirklich die Notwendigkeit des Schöpfers, ziehen anschließend Seine Kraft an und brechen aus dem Gefängnis aus.

Es ist unmöglich, Bedürfnis nach dem Schöpfer zu haben, bis wir nicht an den eigenen Kräften verzweifelt sind. Im Moment wollen wir uns selbst, aus eigener Kraft verbinden, uns verändern, gute Beziehung herstellen… Wir versuchen selbständig zu handeln, als ob der Schöpfer nicht existieren würde.

Doch wenn wir den Wunsch verspüren, einander wirklich näher zu kommen, werden wir begreifen, was wir ein wenig während des Kongresses gespürt haben: wir sind dazu nicht in der Lage. Jeder wird von den Anderen durch eine Trennwand, durch die er nicht im Stande ist durchzubrechen, getrennt. Jeder sitzt in seiner Kammer, wie die Bienen in den Waben, isoliert von den Anderen.

Wenn ich den Wunsch verspüre, aus dieser Kammer auszubrechen, wenn ich alle Anstrengungen unternommen und begriffen habe, dass ich machtlos bin, dann werde ich darauf kommen, dass es den Schöpfer gibt, der mir Kraft verleihen und mich retten kann.

Früher habe ich von Ihm gehört und gelesen, Er befand sich jedoch außerhalb des Feldes meiner Verlangen und Gedanken. Er war noch nicht mein Partner. Nun habe ich zum ersten Mal gespürt, dass ich ohne Ihn hilflos bin.

Auf diese Weise erweckt der Schöpfer den Pharao in mir. Nachdem ich einige solche Handlungen erlebt habe, werde ich begreifen, dass ich ohne Ihn die Freiheit nicht erlangen werde. Und sobald ich das gespürt habe und zu Ihm aufschreie, sperrt Er alle Riegel auf.

Mein ganzes Problem besteht darin, das Verlangen nach dem Schöpfer zu bekommen, zu wollen, dass Er in mir zum Vorschein kommt und meine Natur verändert, zu wollen, dass Seine Kraft des Gebens sich in mich kleidet.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 12.11.2010

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Bereite dich auf die Enthüllung vor!

Eine Frage, die ich erhielt: Der Kongress ist unser nächster Zustand. Was müssen wir heute tun, um mit dem richtigen Verlangen, mit der richtigen Forderung dorthin zu kommen?

Meine Antwort: Im Moment brauchen wir noch ein Gefühl des Mangels, des Strebens, der Sehnsucht, wie vor einem willkommenen Treffen oder in Erwartung eines frohen Ereignisses, das Verlangen nach der Enthüllung der Verbindung zwischen uns, damit sie sich mit aller Kraft enthüllt und in ihr die Kraft des Gebens, der Schöpfer, das Licht, welches diese gemeinsame Seele erfüllt, zum Vorschein kommt.

Im Moment bereiten wir uns auf diese Enthüllung vor, wir sollten aber nach dem Mangel selbst nicht suchen, wir sollten ständig an den willkommenen Zustand denken, und infolge dieser Suche, aus meinen Vorstellungen über die Einheit heraus, komme ich zur Erkenntnis, dass ich sie nicht habe! Und dadurch öffnet sich in mir diese Leere, dieses Verlangen. Das Licht erschafft das Verlangen!

Derjenige, der nach einem guten Zustand nicht sucht, wird nicht erkennen, dass es ihm daran mangelt. Denn wenn du danach suchst, wirkt das umgebende Licht jenes Zustandes auf dich ein und vergrößert dein Verlangen danach.

Du wirst nach guten Zuständen, nach Liebe und Vereinigung streben und dementsprechend umgekehrte Zustände – Abstoßung und Hass – enthüllen. Denn wir handeln in zwei entgegengesetzten Systemen: das Empfangen und das Geben, die linke Linie und die rechte Linie.

Der Mensch ist der umgekehrte Abdruck des Schöpfers, eine Form des egoistischen Verlangens. Und alle Lichter, die auf uns einwirken, stülpen unsere Form lediglich um, bringen sie in die richtige Form – von „um des Empfangens willen“ zu „um des Gebens willen“. Das ist das, was das Licht mit mir macht. Doch am Anfang enthülle ich immer die umgekehrte, egoistische Form.

Wenn ich nach einer guten Form strebe, kommt unbedingt der Abstieg, und ich enthülle den Hass, die Verachtung.

Doch man sollte nicht absichtlich in das Böse eintauchen und dort Klärungen durchführen, diese egoistische Form kommt selbst zum Vorschein und zwingt mich, sie zu studieren.

In dem Maße, in dem ich versuchen werde, sie loszuwerden, werde ich sie in allen Einzelheiten untersuchen, um sie ganz und gar ins Geben zu verwandeln.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Dies ist für  Jehuda“ vom 01.11.2010