Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Im Georgischen Krieg hat keine der beiden Seiten Recht


Zwei Fragen, die ich über den Georgischen Konflikt erhielt:

Frage: Wie sollen wir über die Aggressionen denken, welche in Georgien geschehen? „Bahn frei! Der Egoismus wächst! Alles läuft nach Plan?“ Damit stimme ich nicht überein. Persönlich schmerzt es mich sehr, bombardierte, unschuldige Menschen zu sehen, und ich fühle ihren Schmerz als meinen eigenen. Und warum tut sich die gesamte Welt gegen Russland zusammen? Ich denke, Russland ist das wahre „Israel“ (gemäß der kabbalistischen Definition Israels), und nicht Israel. Was denken Sie darüber?

Meine Antwort: All meine Anstrengungen sind auf die Erleuchtung der gesamten Menschheit gerichtet. Und Ihre? Abgesehen davon, sind denn die Bomben, welche auf Georgien fallen, nicht russische? Warum glauben Sie, dass Russland mehr im Besitz der Eigenschaften Israels ist, als andere Länder? Wegen der Unterdrückung und Vernichtung seiner eigenen Bevölkerung während der siebzig Jahre durch das Sowjet-Regime? Oder weil es die gesamte Welt mit Waffen beliefert hat? Oder weil es in der Dritten Welt die Entwicklung der militärischen Atomindustrie gefördert hat? Oder ist Russlands Bestreben, andere Nationen zu unterwerfen und der gesamten Welt ihre eigene „Wahrheit“ aufzuerlegen richtig? Und wenn schon, Russland hat all das getan, indem es die eigene Bevölkerung unterdrückt hat!

Sich über den Egoismus zu erheben bedeutet, jeden als gleich anzusehen, jeden zu lieben, und sich zu vereinigen, anstatt jeden unterwerfen zu wollen wie der „Große Bruder“. Ich bin kein Politiker, und ich verteidige oder verdamme keine Seite in diesem Konflikt. Ich zeige einfach eine anhaltende Tendenz Russlands auf. Ich glaube Russlands Blütezeit war, als es mit Europa verbunden war und die Zaren regierten. Und zwar deshalb, weil die Zaren aus Europa kamen und Russland reformiert und aufgebaut haben.
Man kann eine Handlung erst beurteilen, nachdem man sich über seinen persönlichen und nationalen Egoismus erhoben hat. Die Bevölkerung Russlands tut mir sehr leid, denn wieder einmal werden sie mehr als alle anderen an dem was passiert leiden.

Frage: Der Konflikt in Georgien hilft uns zu verstehen, dass Egoismus schlecht ist. Aber wie kann man dies vom Standpunkt des Schöpfers aus rechtfertigen, und wie kann man sich über seine eigene Natur erheben?

Meine Antwort: Niemand hat in diesem Konflikt Recht, weil die Menschen durch den Egoismus gezwungen sind, aufeinander zu prallen. Man sollte niemanden verdammen, stattdessen muss die Wahrheit verbreitet werden, welche das Licht in unsere Welt bringt und jeden korrigiert. Dies ist unser einziger Gedanke, Wunsch und Gegenstand.

Verwandtes Material:
Blog-post: Auszüge aus den Schriften der zukünftigen Generation von Baal HaSulam
Blog-post: Sind Kabbalisten für Krieg oder für Frieden?

Glaube über dem Verstand ist Geben über dem Empfangen


Zwei Fragen, die ich über den Glauben über dem Verstand erhielt und wie man jederzeit mit dem Schöpfer verbunden sein kann.

Frage: Sie sagten, dass es keinen Glauben in der Kabbala gibt, sondern nur Wissen und Verstand. Was meinen Sie nun mit „Glaube über dem Verstand“?

Meine Antwort: Glaube über dem Verstand bedeutet Geben über Empfangen. Unserem Wesen nach empfangen wir lieber, als dass wir geben, und dieser Wunsch macht uns dem Schöpfer gegenüber gegensätzlich. Wir können unsere egoistische Natur der des Schöpfers angleichen, wenn wir unseren Handlungen die Absicht zu geben hinzufügen, welche „über dem Verstand“ ist – dann wird dieses die Essenz unserer Handlungen festlegen, welche dem Empfangen dienen.

Ebenso ist der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ das Wissen oder die Erkenntnis unserer 613 Verlangen und deren Korrektur, damit wir unsere Verlangen zu empfangen in der Absicht zu geben verwenden.

Die Kabbala ist eine Wissenschaft und beschäftigt sich nicht mit Glauben, sondern nur mit klar erkennbaren Vorgängen nach dem Prinzip „Der Richter weiß nie mehr als das, was seine Augen sehen“. Der Schöpfer oder das Licht erschuf einen Wunsch mit der Absicht „für sich selbst“. Alles, was geschieht, ist ein Vorgang, bei dem man die Absicht „für sich selbst“ zu „für andere“ korrigiert. Bis zu dem Grad der Korrektur des Verlangens, wo das Licht das Verlangen erfüllt. Das Ende der Korrektur ist dann erreicht, wenn das Verlangen vollkommen dem Licht ähnlich ist.

Frage: Wie ist es möglich, jederzeit mit dem Schöpfer zu sein? Was heißt das eigentlich?

Meine Antwort: Es bedeutet, in der Eigenschaft des Gebens anstelle des Empfangens zu handeln.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Glaube über dem Verstand wird nach dem Machsom erlangt (fortgeschritten)
Blog-Post: Die Kabbala befasst sich ausschließlich mit der Erreichung des Schöpfers
Blog-Post: Spiritualität liegt über unserer Welt (fortgeschritten)

Widersprüche führen zu Verständnis


Fragen, die ich zu folgenden Themen erhielt: dem Gefühl der Leere, der Verbindung mit der virtuellen Gruppe, dem Umgang mit Widersprüchen, dem Unwillen zum Studium:

Frage: Warum fühlt man sich umso leerer, je mehr man verbreitet und sich anstrengt?

Meine Antwort: Das Gefühl der Leere taucht dann auf, wenn man die Wichtigkeit der Verbreitung nicht als eine Tat begreift, die vom Schöpfer geschätzt wird. Indem Sie verbreiten, bringen Sie die Welt näher zu Ihm. Jedoch fühlt Ihr ständig wachsender Egoismus die Wichtigkeit dieser Handlung nicht. Der Egoismus wächst besonders in denjenigen, die Kabbala studieren, um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihn zu überwinden und sich so auf das Niveau des Schöpfers zu erheben.

Sie sollten das Gefühl der Leere schnell ersetzen und die Größe der Absicht und des Schöpfers empfangen, indem Sie sich mit Büchern auseinandersetzen und mit Freunden in Verbindung treten. Die Shamati-Artikel erklären das sehr detailliert.

Frage: Wie kann man sich spirituell entwickeln, ohne in physischem Kontakt mit einer Gruppe zu sein?

Meine Antwort: Wenn Sie den virtuellen Kontakt mit der Weltgruppe halten, sind Sie mit ihr verbunden. Außerdem können Sie physisch an den Kongressen teilnehmen, unser Zentrum in Israel besuchen und dort studieren.

Frage: Wie soll man sich mit den Widersprüchen in der Kabbala befassen? Einmal werden die Dinge so und am nächsten Tag andersherum erklärt!

Meine Antwort: Wenn Sie das richtige Verständnis bekommen, dann werden sich all diese „Widersprüche“ ergänzen und zu einem Ganzen verbinden. Die Widersprüche führen zum richtigen Verstehen, weil sie ein Zeichen Ihrer Unvollkommenheit sind.

Frage: Es gibt Tage, an denen ich wirklich Kabbala studieren will und es gibt Tage, an denen ich an Kabbala überhaupt nicht denken und stattdessen weltliche Sachen machen will, die mich anziehen. Heißt das, dass ich den Punkt im Herzen noch nicht habe?

Meine Antwort: Während dieser Tage haben Sie die Gelegenheit, sich unabhängig durch Ihre eigenen Anstrengungen und nicht durch den Wunsch von oben, weiterzuentwickeln.

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