Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Lass den Esel für den Menschen arbeiten

Bestrebungen, um sich im Glauben über der Vernunft zu befinden, stellen eine Vorbereitung auf den Machsom dar. Wir müssen diesen Status begehren, selbst wenn wir noch nicht bereit dazu sind, ihn zu erlangen. Mitunter wird uns eine Möglichkeit gegeben, „Glauben über der Vernunft“ zu spüren, jedoch wenn wir uns dem Machsom (der Barriere, die uns von der Spiritualität trennt) nähern, wollen wir nunmehr im glauben über der Vernunft verbleiben, um wenigstens ein wenig Kontakt mit ihm zu haben und nicht nur auf eine Seite zu fallen: Hass (Ego) oder Liebe (Schenken).

Mit dieser Angst müssen wir zu jeder Zeit rechnen. Wenn ich die Wirklichkeit von nur einem Standpunkt aus betrachte, bin ich nicht mehr als ein Tier. Wenn ich ein Mensch sein will, „auf meinem Esel sitzend“ (meinem egoistischen Verlangen), muss ich diese beiden gegensätzlichen Punkte in meinem Innern einschließen.

Der erste Punkt ist meine Kritik und meine Uneinigkeit mit anderen. Und der zweite Punkt ist mein „Ich“, das meiner Kritik über andere nicht zustimmt. (Damit es klar ist, wir sprechen hier nicht über die Verbreitungsarbeit, sondern über die innere Arbeit in der Gruppe, in Richtung Einheit, wenn ich einen Freund kritisiere, seine Eigenschaften, die sich nicht auf die Arbeit beziehen.) Und obwohl ich weiß, dass mein Tadel wahr ist, möchte ich trotzdem den Schöpfer zwischen uns enthüllen. Er ist es, der die Rolle des Pharao spielt, meine Liebe in Hass verwandelt, Einheit und Verbindung in Widerstand, Kritik und Zwietracht umwandelt.

Er spielt diese Rolle, damit ich mich mit meinem Freund über dem Pharao zu verbinden wünsche, auch wenn mein Herz ihn zurückstößt und ich ihn hasse und nicht gewillt bin, mich mit ihm zu vereinigen. Ich besitze haufenweise Vorwürfe gegen ihn, jedoch trotz und mit all dem bilden wir eine Beziehung der Liebe, Harmonie und der vollkommenen Einheit.

Ich laufe nicht weg in den erhabenen Zustand, in dem alles ausgezeichnet ist; vielmehr erhalte ich diese gegensätzlichen Punkte in mir zu allen Zeiten und bleibe dabei, zwischen ihnen fortzuschreiten. An diesem Punkt besitze ich bereits den Anfang eines spirituellen Gefässes, Malchut und Keter, zwei gegensätzliche Punkte. Und ich befinde mich in der Mitte, die Bedingung der Abgrenzung zwischen ihnen aufrecht erhaltend.
Die Entfernung zwischen ihnen wächst weiter an, bis es ein bestimmtes spirituelles Objekt formt. All diese Arbeit wird praktisch nur in der Gruppe ausgeführt und nur in Beziehung mit den Freunden.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 13/04/2011, Shamati Nr. 59

Der Ort, an dem sich uns der Schöpfer enthüllt

Frage: Wir sagen, dass alles von der Vereinigung zwischen uns abhängt. Doch was stellt diese Vereinigung dar?

Meine Antwort: Wir beginnen unsere spirituelle Entwicklung an einem Punkt, der sich außerhalb der Spiritualität befindet. Und die ganze Zeit stehen wir auf diesem Punkt außerhalb der Spiritualität, der als „diese Welt“ bezeichnet wird, in der wir momentan existieren.

Warum? – Um unabhängig von der spirituellen Welt zu sein. Die spirituelle Welt ist wie eine riesige Sphäre, und wir befinden uns im Moment außerhalb, abseits von ihr. Und dann kann ich in sie hineintreten oder auch nicht. So, als wäre ich selbständig.

Wenn der Punkt im Herzen in mir erwacht, beginne ich, dieser Sphäre entgegenzustreben, obwohl ich mich noch nicht als einen winzigen Punkt neben dieser riesigen überwältigenden Sphäre, in die ich eintreten möchte, vorstelle. Ich werde jedoch von ihr angezogen.

Mit diesem Verlangen, mit diesem Bestreben nach der Spiritualität komme ich in irgendeine Gruppe. Was stellt diese Gruppe dar? Es sitzen Männer beisammen, studieren, sprechen miteinander, begeistern sich gegenseitig, diskutieren, singen, essen. Eine Art Klub – ziemlich merkwürdig, doch es gibt viele derartige Orte auf der Welt.

Ich betrachte die Gruppe als eine gewöhnliche Versammlung von Menschen in dieser Welt. Dann wird mir gesagt: „Du musst dich mit uns verbinden, dich der Gruppe anschließen, an allen Veranstaltungen teilnehmen, dich an allen Diensten beteiligen, bestimmte Aufgaben übernehmen, denn wir haben einen gemeinsamen Job“. Ich bin bereit, was bleibt mir auch anderes übrig… Denn ich sehe einen gewissen Nutzen darin.

Auf diese Weise verbinde ich mich mit diesen Jungs, weil ich verstehe, dass wir gemeinsam wahrscheinlich etwas erreichen werden. Außerdem sehe ich keinen anderen Ort, an dem ich das machen könnte, also füge ich mich.

Allmählich, im Laufe der Jahre, stelle ich fest, dass es an diesem Ort, an dem ich mich befinde, tatsächlich eine innere Verbindung existiert. Ich enthülle das nach einigen Jahren. Und diese Jahre sind nicht umsonst vergangen. Das sind die Jahre meiner inneren Arbeit, in denen das höhere Licht, ohne dass ich das spürte, auf mich einwirkte und eine Vielzahl an Handlungen mit einer Riesengeschwindigkeit in mir vollzog. Dann beginne ich zu hören… Was heißt „hören“? Ich beginne plötzlich auf die innere Verbindung zwischen uns – die Einheit in den Gefühlen und in den Herzen – zu achten, sie wertzuschätzen.

Die Zeit ist einfach gekommen – und ich beginne, mich von diesen Worten beeindrucken zu lassen, sie für wichtig zu halten. Das ist das Ergebnis des Lichts, welches diese ganzen Jahre an mir arbeitete und immer tiefer in mein Herz eindrang – und das Herz begann, auf diese Worte zu reagieren: „Vereinigung“, „Bürgschaft“, „Liebe“, „Geben“, „wie ein Mensch mit einem Herzen“. Ich beginne, innere Reaktionen auf diese Worte wahrzunehmen. Auf jedes Wort entsteht in mir eine bestimmte Reaktion, ich spüre den inneren Kern dieses Wortes.

Und so vergehen noch einige Monate, und noch mehr, und noch mehr… Denn dadurch korrigieren wir unsere Grundlagen – Malchut der Unendlichkeit in unserem Inneren. Bis ich tatsächlich beginne, mich meinen Freunden anzunähern. Ich betrachte sie bereits als Weggefährten auf meinem spirituellen Weg und erkenne, dass dieser Weg in unser Inneres, in unser inneres Zentrum, in unsere innere Verbindung führt. Und dort, wenn wir uns verbinden, ergründen wir alles.

Und wenn ich mir die spirituelle Welt früher als eine riesige Sphäre außerhalb von mir vorgestellt habe, wahrscheinlich irgendwo weit außerhalb des Universums, verbinde ich die Spiritualität jetzt immer mehr mit meiner inneren Empfindung, die sich in der Vereinigung zwischen uns enthüllt.

Diesen Ort gibt es jetzt noch nicht, doch wenn wir anfangen, uns untereinander zu verbinden, erschaffen wir eine neue Realität, die als „der Ort“ bezeichnet wird. Aus diesen gemeinsamen Verlangen werden wir den Ort erreichen, an dem sich uns der Schöpfer enthüllt.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 24.04.2011

Dem Moskauer Kongress entgegen

Frage: Wie sollen wir uns auf den Kongress in Moskau vorbereiten, um Einheit und Bürgschaft zu erreichen?

Meine Antwort: Dieser Kongress ist besonders, und in dessen Vorfeld sollten wir alle uns der Moskauer Gruppe und all jenen, die ihr bei der Organisation helfen werden, anschließen.

Wir müssen bereit sein, alles zu tun, was sie sagen. Sie sind gerade dabei, zu klären, was sie für eine gute und richtige Vorbereitung brauchen, und wir müssen das fleißig ausführen. Sie werden sagen, was getan, vorbereitet, ausgedruckt werden soll – und wir werden diese Aufgaben ausführen und ihnen bei allem helfen.

Diese Region ist sehr wichtig für uns. Die gesamte Wissenschaft der Kabbala ist aus Osteuropa hervorgegangen. Viele unserer Freunde leben entweder dort oder sind von dort über die ganze Welt zerstreut worden. Das ist unsere Infrastruktur. Aus diesem Grund ist dort ein sehr großes Potential für die Verbreitung und das Vorankommen enthalten. Dort können wir sehr viele neue Freunde entdecken und über sie an viele andere aus verschiedenen Ländern herantreten.

Wir wissen, welche Erfolge wir in russischer Sprache mit Hilfe von Freunden aus dieser Region erzielen. Und deshalb betrifft dieser Kongress uns alle und ist ein unheimlich starkes Mittel der Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala weltweit. Wohin auch immer wir kommen mögen – ob nach Amerika oder Europa –, werden wir von zahlreichen Auswanderern aus Russland begrüßt, die aktiv an der Arbeit teilnehmen.

Also ist der Moskauer Kongress sehr wichtig, und wir müssen ihm mit aller Kraft entgegenstreben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 24.04.2011

Zur Einheit durch die Wüste

Frage: Wie kann der Mensch erkennen, dass er begonnen hat, an der Vereinigung mit den Freunden zu arbeiten? Woran kann das gemessen werden?

Meine Antwort: Die Arbeit an der Vereinigung kann an der Enttäuschung gemessen werden, wenn der Mensch spürt, dass er jedes Mal scheinbar im Kreis läuft oder sogar noch tiefer sinkt.

Ich habe meine Abstoßung den anderen gegenüber überwunden, habe mir gewünscht, mich mit ihnen zu verbinden, habe begonnen zu planen, wie ich das umsetzen kann, wie ich mich ihnen nähern kann, wie ich mich gemeinsam mit ihnen beteiligen kann. Dann habe ich begriffen, dass unsere Einheit nicht äußerlich, sondern innerlich sein muss, dass ich mich mit ihnen mit dem ganzen Herzen und der ganzen Seele verbinden und sie nicht einfach an der Hand halten oder sie an die Schultern fassen muss.

Ich habe so viele Anstrengungen unternommen – und habe unsere Einheit vergessen. Und wieder habe ich mir Mühe gegeben – und habe wieder vergessen. Während ich über die Spiritualität, über das Ziel, welches ich erreichen muss, nachdenke, denke ich nicht an meine Freunde. Vor allem entstehen in mir andere Vorstellungen von der Spiritualität – als von den Enthüllungen, Lichtern, Erfüllungen. Ich glaube, dass die Spiritualität alle meine Verlangen wie in der Materialität erfüllen wird, als wäre es eine gewöhnliche Erfüllung mit dem Genuss innerhalb des Verlangens. Das heißt, ich versuche die Spiritualität auf egoistische Art und Weise zu erreichen. Dadurch erkenne ich, dass ich mich noch im Exil befinde.

Ich strebe die ganze Zeit nach der Spiritualität, nach der Einheit, ich richte mich jedes Mal korrekt aus – auf die Vereinigung mit den Freunden, auf die Festigung in der Gruppe, in der Verbreitung, auf die Einheit und die Bürgschaft. Ich verstehe, dass ich von ihnen abhänge und sie von mir abhängen, und strenge mich jedes Mal an, um mich an den Gedanken festzuhalten, dass die Spiritualität unsere gegenseitige Verbindung über dem Verlangen jedes Einzelnen ist.

Und nach allen meinen Anstrengungen und richtigen Gedanken werde ich wie von einem Schlag auf den Kopf betäubt – und ich kehre wieder zu den früheren Gedanken an das Materielle zurück: „Und wo ist mein Nutzen?! Wo ist die Spiritualität?! Was habe ich bekommen? Es hat sich nichts in mir enthüllt…“

Das bedeutet, dass der Pharao alle meine Anstrengungen verschlingt. Und so ist es jedes Mal. Ich versuche, mich über mein Ego zu erheben, mich mit allen zu verbinden, soweit ich nur dazu im Stande bin, ich baue die Gruppe auf, um eine richtige Umgebung für mich zu erschaffen, die in der Lage wäre, mich zu unterstützen, – und plötzlich denke ich wieder: „Und wo ist mein Gewinn – in mir? Was habe ich verdient? Was habe ich gefunden? Was habe ich erreicht? Wo ist die Erfüllung?“ Das heißt, ich warte auf die Erfüllung meiner egoistischen Verlangen und nicht auf die Enthüllung des Gebens zwischen uns.

So verschlingt der Pharao jedes Mal alle meine Anstrengungen – bis er sie alle endlich ausspeit, wie geschrieben steht: „Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien“ [Hiob 20:15]. Wenn meine Anstrengungen das volle Maß erreicht haben, bekomme ich alles, was der Pharao in sich gehortet hat, wieder – jedoch nicht auf einmal, sondern nach und nach. Als erstes erhebe ich mich über alle diese Verlangen, das heißt, ich „fliehe aus Ägypten“, dann enthülle ich sie allmählich in Form des „goldenen Kalbes“, der „Späher“ und anderer egoistischen Verlangen, doch das ist bereits auf der Ebene der „Wüste“.

Wenn ich in der Eigenschaft „Chafez Chessed“ (der nichts für sich will) arbeite – im „Geben um des Gebens willen“, dann enthüllen sich die gleichen Verlangen mit den Erfüllungen des Pharaos, und genau diese helfen mir, das Böse zu enthüllen. Denn in der „Wüste“ habe ich nichts, „Chafez Chessed“ hat kein Verlangen. Doch in dem Maße, in dem ich dieses egoistische Verlangen aus dem Pharao herausziehe, kann ich es korrigieren, indem ich es in eine immer größere Eigenschaft des „Gebens um des Gebens willen“ verwandle – bis ich diese ganze Stufe abgeschlossen und meine „40 Jahre Wanderung durch die Wüste“ beendet habe. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 21.04.2011

Erwecke dich selbst!

Frage: Ich habe das Gefühl, als würden alle meine Freunde in eine Art „Schlaf“ verfallen. Was kann ich ihnen sagen, damit sie erwachen?

Meine Antwort: Wenn sie spüren, dass du sie brauchst, werden sie aufwachen. Alles hängt vom Menschen selbst ab. Er muss glauben, dass die Gruppe bereit ist und das Problem sich nur in ihm selbst verbirgt. Sobald er sein Herz geöffnet hat, erkennt er, dass er sich mit allen Herzen, die brennend und wach sind, verbindet. Er muss ihnen nichts sagen, nur sich selbst.

Aus dem Mahl am Abend des 21.04.2011

Der Schlüssel, um den Sohar zu erschließen

Es ist kaum vorstellbar, zu welchem Ausmaß das ursprüngliche Buch Sohar, durch das, was heute für uns verfügbar ist, ersetzt wurde. Es ist ungefähr zwanzigmal geringer. Der größte Teil des Buches ist verschwunden. Kabbalisten schreiben jedoch, dass wir nicht mehr benötigen. Der Rest des Buches ist speziell für uns vorgesehen, um uns mit der notwendigen Unterstützung zu versorgen.

Es ist sehr schwierig, den Sohar zu besprechen, weil er äußerst erhaben ist. Außerdem wurde er in einer besonderen Art und Weise verfasst. Baal HaSulam erklärt, dass es zwei Arten der Seele gibt: einige wurzeln im Inneren Licht und die Anderen im Umgebenden Licht.

Wir wohnen in einem ganzheitlichen System der Seelen und die Verbindung zwischen uns fließt, sowohl in der internen Strömung zwischen den Seelen, als auch im umgebenden Feld. Jedes elektrische System ist derart gestaltet, es besitzt Widerstände (Widerstands-Schaltkreise), Kondensatoren und Induktionsspulen. Alle arbeiten zusammen, sowohl elektromagnetische Felder als auch die Widerstände zwischen ihnen. Einige Teile dieses Systems sammeln in sich Energie an, während andere den elektrischen Strom in ein magnetisches Feld und umgekehrt, das Feld in elektrischen Strom wandeln.

Das System der Seelen arbeitet auf eine ähnliche Weise. Die Autoren des Sohars mussten ebenso diese beiden Typen der Seele besitzen. Daher studierten sie auf eine sehr besondere Art. Sie saßen im Kreis. Rabbi Shimon sprach darüber, was er erlangte, während alle seine Schüler zuhörten und erörterten was er enthüllte, ihm Fragen stellten und Antworten bekamen. Rabbi Aba hörte, was sie sprachen und schrieb es nieder.

All dies geschah während dem Gespräch. Selbstredend liegt im Gespräch wesentlich die Weitergabe der Kräfte und Lichter zwischen diesen Seelen, die sowohl im Innern als auch im Umgebenden Licht hervorgebracht wurden. Rabbi Shimon besaß eine Seele, die aus dem Innern und Rabbi Aba eine, die aus dem Umgebenden Licht kam. Deswegen war Rabbi Aba fähig, alles, was Rabbi Shimon sagte, in einer verhüllten Form aufzuzeichnen, so dass heute jeder Mensch den Sohar kaufen, lesen und nichts verstehen kann.

Um dieses Buch zu erfassen, muss ein Mensch eine bestimmte Vorbereitung in Verbindung mit den Freunden durchleben. Sie müssen genau das gleiche Modell von Beziehungen zwischen sich bilden, wie es die Autoren des Sohars taten. Indem sich solch eine Gruppe organisiert (es ist nicht verbindlich nur zehn Leute in ihr zu haben, es könnten ebenso gut 10000 sein) und sich bemüht sich zu vereinigen und sich wünscht zu entdecken, worüber das Buch in ihrer gemeinsamen Verbindung berichtet, werden sie Rabbi Shimons Gruppe ähnlich. Und dann erhalten sie die Einwirkung des Lichtes von ihm.

Da einige von uns zum Inneren und einige zum Umgebenden Licht gehören, beginnen wir den Einfluss aufzunehmen, wie ein Radio die Wellen aufnimmt. Dann beginnen wir zu vernehmen, was das Buch uns auf der Stufe von Bina sagt (Hören ist die Stufe von Bina) und sogar zu sehen (auf der Ebene von Chochma), je nach unserer spirituellen Stufe. Und wenn wir auf der Ebene von Bina die gemeinsame Verbindung nicht erreicht haben, dann bereiten wir uns noch darauf vor.

Somit ist es ein Zeichen von spirituellem Aufstieg, wenn wir als eine Gruppe, während wir den Sohar lesen, diesen Text als die gleichen Kräfte und Eigenschaften zu spüren beginnen, wie sie der Sohar schildert. Das ist das Wesen des Buches selbst. Dieses Buch ist ein Lehrer, eine Arbeitsanleitung. Ein Mensch spürt, wenn er in es eindringt, wie er mit diesem Buch aufsteigt und spirituelle Stufen entdeckt, als ob er in der Tat eine Leiter hinaufsteigt.

Ich hoffe sehr, dass während unseres Unterrichtes, wenn wir beginnen werden den Sohar zu lesen, ihr alle zusammen die rechte Absicht bewahren werdet, um so viel wie möglich aus dieser Quelle zu erhalten.

Aus der 4.Lesung des WE! Kongresses vom 02/04/2011

Wenn es dir hier nicht gelingt, wird es dir nirgends gelingen

Ich habe nicht die geringste Chance einen Wandel durchzuführen, es sei denn, ich vereinige mich mit meinen Freunden. Der Grad meines Aufstiegs hängt vom Ausmaß der Einheit zwischen meinen Freunden und mir ab.

Rabash schreibt hierüber in seinem Artikel „Der Zweck der Gesellschaft-2.“ Um sich zu vereinigen, muss sich jeder Mensch selbst vor dem anderen annullieren. Dies kann verwirklicht werden, wenn jeder Mensch die Vorzüge seiner Freunde anstatt deren Mängel sieht. Jemand, der sich anmaßt, er sei seinen Freunden selbst im geringsten Maß übergeordnet, wird nicht in der Lage sein, sich mit ihnen zu vereinigen und befindet sich daher in einer großen Verlegenheit.

Einige Menschen glauben, sie seien außerstande sich mit einer bestimmten Gruppe zu vereinigen, jedoch seien sie fähig dazu, sich mit einer anderen Gruppe zu vereinigen. Sie verstehen nicht, dass dies nichts mit der Gruppe zu tun hat. Ihnen wurde einfach gezeigt, was sie in Bezug auf ihren Egoismus sehen sollten, und sie werden keinen größeren Erfolg erzielen, indem sie sich an einen anderen Ort begeben.

Vielleicht denkst du, die Hauptgruppe von Bnei Baruch mit Michael Laitman ist so fortgeschritten und „eifrig.“ Niemand ist geschützt. Wenn du fortzuschreiten beginnst, wirst du lediglich schwierigeren Fragen, Problemen und Hindernissen gegenüberstehen.

Rabash sagte mir zu Beginn: „Bleibe in deiner Stadt und komme zu mir um zu lernen. Du sollst nicht sofort näher zu mir ziehen.“ Über zwei Jahre reiste ich hin und her, um mit ihm zu studieren, manchmal sogar zweimal am Tag.

Man sollte nicht glauben, dass man eine bessere Gelegenheit in einer anderen Gruppe besitze und dass es besser sei, sich mit anderen Freunden zu vereinigen. Wenn es dir dort, wo du bist, nicht gelingt, werden dir der Wechsel des Ortes und der Verhältnisse nicht helfen. Darauf gebe ich dir mein Wort. Letzten Endes erhält jeder Mensch, was auch immer, von Oben.

Es besteht kein Anlass den Lebensraum oder den Arbeitsplatz zu wechseln, es sei denn, du hast ernsthafte Probleme am Unterricht teilzunehmen. Wo auch immer sich ein Mensch befindet, er sollte sich dort mit seinen Freunden vereinigen. Wenn er dies tut, dann wird er dorthin geführt werden, wo er physisch und spirituell sein sollte.

Aus dem 3.Unterricht vom WE! Kongress, 02/04/2011

Das Buch der Bücher

Es gibt Bücher, über Wahrnehmungen in dieser Welt, die von normalen Menschen geschrieben wurden. Und es gibt Bücher, die von Kabbalisten geschrieben wurden, Menschen, die die höhere Welt erreichen und über ihre Empfindungen in der Spiritualität schreiben. Diese werden spezielle, heilige Bücher genannt. Heilig (Kadosh) wird buchstäblich als „getrennt“ übersetzt. Die spirituelle Welt ist von unserem Egoismus vollkommen getrennt. Folglich schreibt ein Mensch, der die Spiritualität aus seiner Wahrnehmung beschreibt, ein heiliges, besonderes oder getrenntes Buch.

Es gibt ein besonderes Buch unter allen Büchern, das von Menschen mit spirituellen Kenntnissen geschrieben wurde. In Kabbalistischen Quellen wird es einfach als „Das Buch“ bezeichnet, ohne Nennung seines Titels „Der Sohar.“ Dieses Buch ist so einzigartig, dass in Beziehung zu ihm, andere Bücher gar nicht als ein Buch betrachtet werden. Dies folgt daher, weil es von einer besonderen Gruppe von Menschen geschrieben wurde, die alle zehn der höchsten Sefirot in Malchut von der Welt der Unendlichkeit erlangten.

Die besondere Versammlung dieser zehn Personen fand vor ungefähr 2000 Jahren statt. Neun Schüler zogen sich, zusammen mit ihrem Lehrer Rabbi Shimon, in eine Höhle im Norden Israels zurück. Sie verblieben dort und studierten.

Die Höhle ist ein ganz besonderer Ort. Wenn mein Lehrer Rabash und ich nach Tiberius gingen, besuchten wir oftmals diese Höhle. Rabash liebte es wirklich dort zu sein. Er stand dort für einige Minuten und es sah so aus, als wäre er irgendwo anders, als ob er seinen Körper verlassen hätte. Dies ist der Bereich, wo er sich mit der spirituellen Kraft der zehn Sefirot verband, den zehn Seelen, die in dieser Höhle saßen, während sie die Welt der Unendlichkeit enthüllten.

Indem sie sich zusammen verbanden erlangten sie alle 125 spirituellen Ebenen, von unserer Welt, bis zur Welt der Unendlichkeit. Baal HaSulam schreibt in der „Einführung zum Buch Sohar“, dass solch ein hoher Grad von Erkenntnis, durch eine Gruppe von Menschen, nur einmal in der ganzen Geschichte auftrat, weil sie sich vereinigten und zusammen studierten.

Nur in der endgültigen Korrektur (Gmar Tikun) werden wir in der Lage sein, die gleiche Ebene zu erlangen, die von dieser Gruppe erreicht wurde, und wir werden dank ihrer Vereinigung dazu imstande sein. Sie schrieben im Buch Sohar, wie sie imstande waren sich zu vereinigen, was als Ergebnis dessen geschah und was in der Verbindung zwischen ihnen enthüllt wurde. Darin liegt die ganze Macht des Sohars.

Und dieses Buch kann uns eindeutig die größte Kraft der Korrektur für unsere Seelen geben. Daher ist dieses Buch so entscheidend.

Aus der 2. Lesung des WE! Kongresses vom 02/04/2011

Gemeinsame Anstrengungen mit dem Höheren

Alle Zustände, die wir nach dem Auszug aus Ägypten zu sehen erwarten, müssen wir versuchen, bereits in Ägypten, jetzt, während wir in der Gruppe arbeiten, zu sehen. Trotz der Herrschaft des Egoismus wollen wir hier und jetzt die spirituelle Welt enthüllen. Nur wenn wir Anstrengungen unternehmen, werden wir jene Kraft, die das vollbringt, hervorrufen können.

Wir müssen einen Ort finden, an dem wir uns verbinden wollen, wir müssen begreifen, wie wir uns anstrengen, wie wir nach der Einheit verlangen sollen. Wir tun alles Mögliche durch unsere eigenen Anstrengungen und durch die Anstrengungen des Höheren. Wir bitten, wir verlangen von ihm, wir ziehen ihn an, damit er uns hilft – wir vergessen jedoch nicht unseren eigenen Beitrag.

Nur wenn wir es schaffen, den Ort, die Anstrengungen und den Charakter der Handlungen richtig zu bestimmen, werden wir eine Lösung finden können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 18.04.2011

Du sollst dir keine „Götzenbilder“ machen

Während wir kabbalistische Artikel lesen, sollten wir uns sehr vorsehen, um sie nicht mit den Begriffen der Zeit und des Raumes in Verbindung zu bringen und uns keine „Götzenbilder“ zu machen.

Alles, was von den Kabbalisten geschrieben wurde, bezieht sich nur auf unser Verlangen und nicht auf irgendwelche historische Ereignisse, die einst stattgefunden haben.

Die Geschichte gehört ebenfalls zu unserer inneren Wahrnehmung der Realität. Es gibt keinen geographischen Ort, an dem das alles stattfinden würde, „Ort“ bedeutet unser Verlangen. Es gibt auch keine Zeit, „Zeit“ bedeutet den Wechsel der Zustände.

Und wenn wir so einen besonderen Artikel wie heute lesen: „Und sie bauten armselige Städte“, über die Sklavenarbeit für den Pharao – dann müssen wir alles Geschriebene nur auf uns selbst beziehen, darauf, was mit uns auf unserem spirituellen Weg geschieht.

Der Artikel handelt davon, was ich in meinem Verlangen, in meiner Einstellung der Gruppe, dem Schöpfer gegenüber durchlaufen muss – von all jenen Mitteln, die mir gegeben sind, um die Verschmelzung mit der höheren Kraft zu erlangen. Es gibt nichts außer mir und Ihm. Alles andere sind lediglich Mittel zur Erreichung der Verschmelzung zwischen uns.

Alles, was im Artikel geschrieben steht, soll allein in mir, in meiner Seele stattfinden – so muss ich ihn verstehen. Dann bedeutet es wirklich, dass ich den inneren Sinn des Materials studiere.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 11.04.2011