Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Genuss'

Die wilden Menschen und die friedlichen Tiere

Frage: Wofür waren die Versündigung Adams und sein Zerbrechen notwendig? Was ist danach entstanden, dass das Licht im Geschöpf nicht direkt schaffen konnte?

Antwort: Das Licht konnte dem Geschöpf den Status des Schöpfers, das Begreifen: „Wer bin ich?“ nicht geben, es ist unmöglich, es einem anderen zu übergeben.

Die Versündigung mit dem Baum der Erkenntnis ist ein besonderer Zustand, worin der Genuss die Scham übertrifft.

Überall, auf allen Stufen, unabhängig von den geoffenbarten (enthüllten) Zuständen, in jeder Entscheidung steht das Geben über dem Empfangen – deshalb werden diese Welten als die Heiligen Welten bezeichnet. Und hier nicht ! Hier ist das Empfangen wichtiger als alles andere!

„Ich aß (vom Baum der Erkenntnis) und werde noch mehr essen!“ – ich bin nicht in der Lage, von diesem Genuss festgehalten?? zu werden. Ich bin im Begriff, für mich zu genießen – egal was weiter passiert! Und was mit dem Gebenden passiert, interessiert mich überhaupt nicht.

Ich habe keine Widerstandskraft… Die Schlange, die innerhalb des Menschen erwacht, öffnet in seinem Inneren solchen Abgrund des leeren Wunsches, worin der Unterschied zwischen dem Tier und dem Menschen besteht.

Bis zur Sünde, waren Adam und Chawa (Eva) auf dem tierischen Niveau. Und nach der Versündigung, wurden sie zu den „wilden Menschen“ – aber schon zu den Menschen, wenn auch zu den sündhaften!

Andernfalls verliert die ganze Schöpfung ihren Sinn, denn es war im ursprünglichen Vorhaben beabsichtigt, den Menschen dem Schöpfer ähnlich zu machen. Und der Motor der Schöpfung ist gerade die Offenbarung dieser Scham, des Bruches zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf.

Auf dem unbelebten, pflanzlichen und tierischen Niveau ist das Geschöpf nicht vom Schöpfer getrennt, es erfüllt alle Seine Befehle und widerspricht Ihm in keinem Wunsch.

Und in diesem neu geoffenbarten Wunsch, in dieser neuen Leere, die das Geschöpf empfindet, begreift es, dass es dem Schöpfer entgegensteht, dass es der Gast ist, und Der Schöpfer – der Gastgeber.

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Ein neuer Punkt in der Schöpfung – der „Mensch“

Zuerst war die Welt der Unendlichkeit vollständig von Genuss erfüllt.

Doch später enthüllt sich in diesem endlosen Genuss die Wahrnehmung des Gebenden, die endlose Scham, und diese zwei Gegensätze annullieren einander! Was soll man also tun?

Und die Scham wird stärker als der Genuss, darum kommt es zu einer Einschränkung (Zimzum). Hier wirkt ein einfaches Naturgesetz: „Genuss minus Leiden ist gleich …?“

Von dem Resultat hängt die Reaktion, die Handlung ab. Wenn der Genuss um auch nur ein Gramm überwiegen würde, würde die Schöpfung den Genuss wählen und sich für erfüllt halten.

Und wenn ich diese Scham korrigieren möchte, werde ich mit dem Verlangen und dem Genuss arbeiten müssen – denn außer diesen zwei Kräften habe ich nichts mehr!

Ich arbeite an der Scham, um mich über sie zu erheben, doch dafür muss ich Genuss empfangen…

Das heißt, mein Tier arbeitet und zieht mich, den Menschen, auf seinem Rücken die Leiter mit hoch. Ich muss das Licht, die Erfüllung empfangen!

Das Licht erfüllt das Verlangen – und das ist die tierische Stufe. Und nur die Absicht darüber, der anti-egoistische Schirm, bedeutet die menschliche Stufe.

Das heißt, ich benutze mein Tier, meine Natur, auf allen Stufen – der unbelebten, pflanzlichen und tierischen. Deshalb arbeiten wir ständig, ohne uns von der Natur loszureißen, d.h., mit dem Verlangen zu genießen und jenen Formen, die sich darin kleiden.

Wodurch kann ich meine Einstellung gegenüber dem Schöpfer, mein Verlangen, Ihm ähnlich (edame), Mensch (Adam) zu werden, ausdrücken? Nur dadurch, dass ich Sein Licht empfange!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Pamin Meirot“ vom 29.08.2010

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Was ist die Linke Linie?

Eine Frage, die ich erhielt: Die Kabbalisten verbieten es, die Linke Linie in der Beziehung zu den Freunden einzusetzen. Was ist die Linke Linie?

Meine Antwort: Die Linke Linie ist mein egoistischer Wunsch, der nur auf das Erhalten, auf den Genuss gerichtet ist.

Er regt mich „falsch“ an – und darin ist seine Hilfe. Wenn ich verstehe, wie man damit arbeiten kann, dann öffne ich in der Linken Linie „die Hilfe, die mir entgegen kommt“.

Denn sie dreht mich immer um, stößt mich voran, und wenn ich mich darauf die ganze Zeit ausrichte, wenn ich also gegen ihre Fallen empfindlicher werde und ihr Vorhaben als verdächtig betrachte, dann hilft mir diese Selbstanalyse, mit dem Licht zusammengezogen zu werden.

Im Endeffekt, mit Hilfe der Kraft des Erhaltens und der Kraft des Gebens erhebe ich mich über den Wunsch, über den sich anbietenden Gedanken und die Handlungen – um sie von der Seite her anzuschauen.

Solange der Mensch in seinen Wunsch vertieft wird, bleibt er auf der tierischen Stufe und ist der Natur untergeordnet. Denn wir sprechen über die Schritte, die über der Natur über dem Wissen unternommen werden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 05.10.2010

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Die Formel für das grenzenlose Glück

Der Mensch muss danach streben, sich dadurch zu erfüllen, dass er die anderen erfüllt, und nicht dadurch, dass sie ihn erfüllen.

Ich erfülle dich, spüre dein Verlangen und die Erfüllung in dessen Innerem – und empfange dadurch Genuss.

Meine Erfüllung ist die Empfindung deiner Erfüllung, darum will ich dich möglichst viel erfüllen (wie eine Mutter sich dadurch erfüllt fühlt, dass sie ihr Kind gefüttert hat).

Ich will mich nicht direkt erfüllen, sondern nur, indem ich den Nächsten erfülle. Und hier geht es nicht darum, wie viel Nahrung mein tierischer Körper dabei aufgenommen hat, – hier geht es um die Erfüllung der Seele.

Die Seele erfüllt sich dadurch, dass ich spüre, wie ich die anderen, den Schöpfer erfülle. Dann bin ich Ihm ähnlich, denn Er genießt dadurch, dass Er uns Genuss schenkt. Und wenn wir den Genuss von Ihm nicht annehmen können, dann leidet Er mit den Leiden der Shechina.

Der Schöpfer genießt durch unsere Erfüllung, wir können Ihm nur die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen. Auch ich muss einen solchen Zustand erreichen, damit es zum Einzigen wird, was ich mir wünsche.

Doch das scheint ein Paradoxon zu sein – wie kann man sich „durch das Geben erfüllen“? Deshalb brauchen wir auch die Liebe, die uns alle verbindet.

Wenn zwischen uns keine Liebe besteht, ist es unmöglich, durch das Geben erfüllt zu werden. Ich muss das Verlangen eines Anderen für wichtiger als mein eigenes halten!

Es ist wie bei einer Mutter, für die wichtiger ist, was ihr Kind fühlt, als ihre eigenen Empfindungen. Wenn es Schmerzen hat, dann fühlt sie es in ihrem Inneren. Das ist eine natürliche Liebe.

Eine solche Liebe müssen wir mit Hilfe des Lichts erreichen – soll das Licht uns korrigieren. Infolgedessen erlangen wir die gleichen Verlangen wie der Schöpfer und erreichen die spirituelle Welt.

Stell dir vor, du hast Milliarden von Kindern und du verfügst über etwas, womit du sie erfüllen kannst, denn dir eröffnet sich ein Kanal des grenzenlosen Lichts.

Was für einen Genuss wirst du empfangen, wenn du all ihre Verlangen wie deine eigenen sowie ihre Erfüllung spüren wirst! Dadurch wirst du dich selbst erfüllen, und jedes Mal „620fach“ stärker, denn du hast diese Liebe über dem Hass aufgebaut.

Darum, wenn du sie jetzt erfüllst, spürst du nicht dieses eine Gramm Genuss, das sie empfangen, sondern 620 Gramm. Ich schließe diese Teile der Seele an mich an und spüre sie wie mich selbst.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 27.09.2010

Die Erkenntnis des Lichts aus der Finsternis

Eine Frage, die ich erhielt: Worin besteht das Prinzip der Erkenntnis des Lichts aus der Finsternis?

Meine Antwort: Die Erkenntnis des Lichts erfolgt aus der entstehenden Finsternis heraus. Das Licht ist die Eigenschaft des Gebens und die Finsternis ist die Erkenntnis unserer egoistischen Natur (Itron or mit toch choshech – das Licht wird im Vergleich zur Finsternis bewertet).

Es ist wie in einem Witz über einen neureichen Russen, der seinem Kumpel ein Feuerzeug zeigt, das er für drei Tausend Dollar in einem Laden gekauft hat. Der Kumpel ruft aber: „Und ich habe das gleiche Feuerzeug um die Ecke für sechs Tausend Dollar gekauft!“

Der Genuss wird nicht durch den Gegenstand selbst bewertet, sondern dadurch, wie wir ihn bewerten. Wenn man etwas in einem besonderen Laden kauft oder sich mit viel Mühe beschafft, bekommt man einen größeren Genuss davon!

Je mehr die Eltern in ihr Kind investieren, desto mehr lieben sie es. Es ist allgemein bekannt, dass je mehr Mühe etwas in der Vergangenheit jemanden gekostet hat, desto angenehmer ist die Erinnerung daran, desto wertvoller ist es für ihn. Weil wir nicht das Licht, sondern das Verlangen (Kli, Gefäß) wahrnehmen und daran den Genuss bemessen. Je größer das Verlangen und das Leiden sind, desto stärker wird die Erfüllung empfunden.

Darum müssen wir verstehen, dass wir, wenn wir durch unsere Anstrengungen genug Leiden angesammelt haben, dessen würdig werden, die Befreiung des Körpers vom Bösen wahrzunehmen.

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Eben jener Ort

In jedem von uns gibt es einen Funken – das Verlangen, den Schöpfer zu enthüllen. Wir vereinen unsere Funken, doch das reicht für Seine Enthüllung nicht aus.
Denn diese Funken sind egoistisch, sie kommen aus dem Zerbrechen der einstigen Verschmelzung hervor. Wir unternehmen Anstrengungen und stellen fest, dass wir uns nach dem Schöpfer „um unser selbst willen“, in unserem eigenen Interesse sehnen.
Das ist bereits ein Fortschritt, denn wir haben unser zerbrochenes Verlangen, von dem geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb“, ans Licht gebracht. Das ist eine wichtige Entdeckung – die Entdeckung eben jenes bösen Triebes. Und das sind „Funken“ unseres Bestrebens nach Ihm. Durch sie vereinen wir uns zu einer Gruppe.
Während wir Anstrengungen zu unserer Vereinigung und beim Studium unternehmen, stellen wir fest, dass wir der korrigierten Shechina und dem Schöpfer entgegengesetzt sind – das Licht lässt uns das erkennen.
In den gemeinsamen Verlangen nach der Enthüllung des Schöpfers offenbaren wir den zerbrochenen Ort/das zerbrochene Verlangen – und das ist eine große Freude, denn wir enthüllen den Grund der Zerstörung.
Von hier können wir einen Ruck in Richtung Korrektur machen – uns nach dem Schöpfer nicht um unser selbst willen sehnen, sondern um Ihm Genuss zu bereiten.
Dann verwandelt die altruistische Absicht unseren Ort in eine korrigierte Shechina. Wir lassen sie aus dem Exil auferstehen und enthüllen dadurch den Schöpfer in ihr.
Unsere gesamte Arbeit besteht in der Korrektur des Verlangens. Zuerst brauchen wir ein großes Verlangen und dann ein korrigiertes Verlangen. Genau dafür ist die Wissenschaft der Kabbala bestimmt.
Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 27.09.2010

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Die ewige Abhängigkeit vom Licht

Eine Frage, die ich erhielt: Wodurch unterscheidet sich die Erkenntnis des Bösen von der Korrektur des Bösen?

Meine Antwort: Das Verlangen ist (vom Licht) erschaffen worden und kann sich selbst nicht verändern. Außerhalb des Lichts ist das Verlangen gleich Null – es existiert nicht! Es hängt völlig von der Einwirkung des Lichts, von dem es erschaffen wurde, ab.

In der Schöpfung gibt es nichts anderes, außer dem Licht und dem von ihm erschaffenen Verlangen. In Abhängigkeit von der Einwirkung des Lichts auf das von ihm erschaffene Verlangen kann das Verlangen von „völlig egoistisch“ bishin zu „völlig altruistisch“ sein.

Alles hängt davon ab, wie intensiv das Licht darauf einwirkt. Wenn wir vom Verlangen sprechen, müssen wir sagen wie es ist, und dass es völlig vom Licht bestimmt wird.

Das ist mit einem Stück Eisen zu vergleichen, das sich unter einem Magneten befindet. Das gesamte Verhalten des Eisenstücks hängt vom Verhalten des Magneten ab.

Und wir hängen immer und ewig vom Licht, von seiner Einwirkung auf uns ab. Und wenn es aufhört, verschwinden wir!

Die Erfüllung mit dem Licht des Verlangens ruft in uns den Genuss hervor.

Die Entleerung des Verlangens ruft in uns Leiden hervor.

Durch die fast völlige Entfernung des Lichts von uns (aus dem Verlangen) hören wir auf, das Licht als Quelle unserer Existenz wahrzunehmen (die Verhüllung des Schöpfers).

Die Annäherung des Lichts aus seiner Verhüllung lässt uns das Böse, unseren Egoismus in uns gegenüber seiner Eigenschaft des Gebens und der Liebe erkennen, selbst wenn wir das Licht an sich noch nicht wahrnehmen.

Eine noch größere Annäherung des Lichts wird bereits als die Erkenntnis des Egoismus als einer unannehmbaren Eigenschaft empfunden – in einem solchen Zustand ist der Schöpfer (das Licht) ein Garant dafür, dass der Mensch nicht mehr auf seinen Egoismus zurückgreifen wird. Wenn das Licht sich jedoch entfernt, fällt der Mensch zweifels ohne in seinen natürlichen Egoismus zurück.

Die Wissenschaft der Kabbala erklärt uns, wie wir die Einwirkung des Lichtes auf uns steuern und auf diese Weise schnell und unkompliziert zur Vollkommenheit gelangen können, anstatt uns in der Erkenntnis des Bösen an uns selbst in diese Richtung bewegen zu müssen.

In jedem Fall hängen wir für ewig vom Licht ab – und das ist wunderbar, weil Es uns mit Sicherheit zur Vollkommenheit bringt.

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Der Unterschied zwischen Heiligkeit und Unreinheit

Eine Frage, die ich erhielt: Es steht geschrieben, dass man sich am Sukkot-Fest freuen soll. Was bedeutet die Festtagsfreude?

Meine Antwort: Freude ist die Folge der Erkenntnis und der Verbindung. Freude daran, dass man dem Schöpfer Genuss bereitet hat.

Es gibt die Welt der Unendlichkeit, die leer ist – das ist das Gefäß des Schöpfers. Und ich erfülle Ihn durch die Gruppe. Diese Erfüllung des Schöpfers ruft in mir Freude hervor.
Am Anfang habe ich mich leer gefühlt und von Ihm die Erfüllung verlangt. Doch dank des Studiums in der Gruppe habe ich verstanden, dass ich mich nur erfüllen kann, indem ich den Schöpfer erfülle, damit mich das Geben an den Schöpfer erfüllt, wie eine Mutter erfüllt wird, wenn sie den Säugling erfüllt.

Denn es ist für mich unwichtig, ob ich empfange oder gebe. Wichtig ist die Erfüllung, und diese kann nur erreicht werden, wenn Er erfüllt wird. Indem ich Ihn erfülle, erfülle ich mich selbst. Doch wenn ich Ihn für mich, für meine Erfüllung erfülle, dann ist es der Egoismus (Klipa), als ob ich für Geld arbeiten würde.

Wenn ich mich aber erfülle um Ihn zu erfüllen, dann ist es das Geben (Heiligkeit). Und wenn ich Ihn erfülle, um selbst erfüllt zu werden, ist es das Empfangen (Unreinheit).

Unreinheit: 1-2) Ich erfülle Ihn, 3-4) um selbst erfüllt zu werden.
Heiligkeit: I) Ich erhebe MaN zu Ihm, II) damit Er mir Erfüllung schenkt, III) damit ich durch meine Erfüllung IV) Ihn erfüllen kann.

In beiden Fällen sind wir beide erfüllt. Es wird jedoch alles durch die Absicht bestimmt – für wen führe ich diese Handlung aus. Wenn zwischen uns Liebe herrscht, dann ist es so, dass je mehr ich mich erfülle, desto mehr erfülle ich Ihn. In unserer Welt gibt es kein anderes derartiges Beispiel, außer dem Beispiel mit einer Mutter und ihrem Kind.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam vom 22.09.2010

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Gerichtstag

In wenigen Tagen kommt ein besonderer Tag, den wir Jom Kippur (Gerichtstag) nennen.

Aber wer weiß, in welchem inneren Zustand sich der Kabbalist an diesem Tag fühlen wird, und wann der Zustand, der Gerichtstag heißt, kommt. Innere Zustände kommen nicht nach dem Kalender.

Die Zustände eines Menschen können privat, persönlich oder gemeinsam, gemeinschaftlich sein. Das Volk führt auf einem gemeinsamen Niveau die Traditionen des Festtages aus.

Aber wenn eine Gruppe von Kabbalisten in ihrer Vereinigung den bestimmten inneren Zustand, den Festtag, erreicht, steht es mit dem allgemeinen Festtag des ganzen Volkes in keinerlei Verbindung.

Denn der innere Festtag kommt nach dem persönlichen Zustand und der allgemeine nach dem Kalender. Sowohl diese Traditionen und Bräuche als jeder andere besondere Tag haben ihre eigene höhere spirituelle Wurzel.

Der Kabbalist möchte auch die Traditionen seines Volkes ausführen und möchte den Brauch mit allen anderen einhalten, denn es steht geschrieben: „Der Schöpfer befindet sich unter seinem Volk.“ Aber er bleibt dabei in seinem persönlichen inneren Zustand.

Es gibt Menschen, die religiös sind, das heisst, sie führen religiöse Traditionen und Bräuche aus. Und es gibt auch Menschen, die diese inneren Handlungen in ihren Seelen ausführen, indem sie sich mit anderen Seelen in dem gemeinsamen System Adam haRishon verbinden.

Dadurch bereiten sie dem Schöpfer Genuss und können sich tatsächlich korrigieren. Und die Korrektur ist nur durch die Verbindung zwischen Menschen möglich, wie es geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist das große Gesetz der Tora“.

Es kann dann geschehen, wenn alle Menschen auf der Welt den Schöpfer , jeder den eigenen Schöpfer, um „Vergebung“ bitten. Man muss ihnen nur klar machen, dass die Reue nur bezüglich der Liebe zum Nächsten geben kann, entweder bist du „dafür“ oder „dagegen“.

Und lasst uns bezüglich dieser Regel überprüfen, ob wir gesündigt haben oder nicht. Denn nur dieses Gesetz müssen wir erfüllen, wie es geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist die wichtigste Regel der Tora“.

Wenn die ganze Menschheit sich virtuell versammelt hätte, um zu klären, was „Liebe zum Nächsten“ heisst, in welchem Maß der Schöpfer sie von uns fordert und inwiefern wir ihr entgegengesetzt sind, wäre das der wahre Gerichtstag (Jom Kippur), an dem wir zu Purim gelangen könnten (Jom Kippur auf Hebräisch Jom ha Ki-purim, Tag wie Purim), zur vollkommenen Korrektur.

Wenn die Menschen beten gehen, um Vergebung bitten, ist wichtig, um was wir weinen und bitten. Denn wir weinen und bitten schon sehr viele Jahre und das hilft uns nicht. Es scheint nicht, dass der Schöpfer uns in dieser Form hören kann.

Denn unsere Bitte ist dem echten Flehen entgegengesetzt. Wir bitten nicht um die Nächstenliebe, aber nur solche Bitte hört der Schöpfer. Wir haben uns dem mit unserem Rücken zugewendet, der uns retten kann und schreien in die entgegengesetzte Richtung. So sieht unser Gerichtstag aus…

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 14.09.2010

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Was ist die mittlere Linie

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist die mittlere Linie? Die Fähigkeit, zwischen zwei Linien richtig zu handeln?

Meine Antwort: Die mittlere Linie ist eine Kombination von Verlangen und Licht, in denen die Verschmelzung des Menschen, der aus dem Verlanden und der Absicht besteht, mit der Lichtquelle, dem Schöpfer, wahrgenommen wird.

Indem der Mensch das Verlangen zu empfangen mit der Absicht, dadurch dem Schöpfer Genuss zu bereiten, benutzt, enthüllt er die Quelle des Genusses, den Schöpfer.

Also sind das Verlangen und der Genuss nur Mittel, um die Verbindung zwischen dem Menschen und dem Schöpfer zu finden.

Diese drei Komponenten – das Verlangen, der Genuss und die Absicht – vereinen sich zu einem Ganzen „Ich und der Schöpfer“.
Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 22.09.2010

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